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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit längerer Zeit das Cover meines neuen Buchs präsen...

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Mittwoch, 30. September 2026

KINOVORSCHAU OKTOBER 2026

Schon lange gab es keinen Kinomonat mehr mit einem derart umfangreichen und abwechslungsreichen Programm wie in diesem Oktober: Vor allem das deutsche Kino meldet sich lautstark an mit neuen Werken von Bora Dagtekin, Volker Schlöndorff, Doris Dörrie, Ulrike Ottinger oder Andreas Dresen, dazu gibt es im Halloween-Monat natürlich ein paar - wenn auch diesmal gar nicht so viele - Horrorfilme ("Other Mommy", "Clayface", "Queens of the Dead"), mehrere OSCAR-Hoffnungen ("Digger", "The Social Reckoning", "Sinn und Sinnlichkeit", "Klara und die Sonne") und die zutiefst polarisierende Nahost-Doku "NAZA":

1. Oktober:
"Digger":
Filme des Mexikaners Alejandro González Iñárritu sind relativ selten, dafür aber fast immer ein Erlebnis. Mit Werken wie "Amores Perros", "Babel", "Birdman" oder "The Revenant" erarbeitete sich der enge Freund von Guillermo del Toro und Alfonso Cuarón (auch als "Three Amigos" bekannt) einen ausgezeichneten Ruf und gewann nebenbei vier OSCARs. Entsprechend groß ist die Erwartungshaltung an "Digger", einen Film, über den viel mehr als die Prämisse nicht bekannt ist – selbst die Trailer verraten nicht viel, manch einer glaubt sogar, es handle sich um ein Musical (was aber von Insidern verneint wird). Tom Cruise spielt die Hauptrolle des so egomanischen wie ultrareichen Erdöl-Unternehmers Digger Rockwell, dessen Geschäfte eine Umweltkatastrophe verursacht haben, die die Menschheit auszulöschen droht. Und da er für den ganzen Schlamassel verantwortlich zeichnet, soll und will Digger nun auch zum Retter der Welt avancieren … In weiteren Rollen der (vermutlich) schwarzen Komödie agieren John Goodman (als US-Präsident), Sandra Hüller in ihrer vierten OSCAR-verdächtigen Rolle des Jahres (als Diggers Halbschwester), Riz Ahmed und Jesse Plemons. Erste US-Kritiken deuten auf einen stark polarisierenden Film hin.

"Frau Winkler verlässt das Haus":
In Doris Dörries' ("Kirschblüten – Hanami") neuer Tragikomödie spielt die einstige Fassbinder-Muse Angela Winkler ("Die verlorene Ehre der Katharina Blum") die Titelfigur, die nicht nur ebenfalls Winkler heißt, sondern auch eine frühere Schauspielerin ist. Allerdings spielt die Handlung in der nahen Zukunft des Jahres 2030, in der Frau Winkler pflegebedürftig ist und ihre Tocher Emi (Laura Tonke, "Zwei im falschen Film") als günstigere Alternative für ein Pflegeheim einen Pflegeroboter anschafft – mit dem sich ihre Mutter nach anfänglichem Mißtrauen tatsächlich anzufreunden beginnt.

"Verity – Dunkle Geheimnisse":
Anne Hathaway ist schon lange erfolgreich im Geschäft, doch ein Jahr wie 2026 hat sie wohl auch noch nicht erlebt. Sie agierte in gleich zwei großen Blockbustern ("Der Teufel trägt Prada 2" und "Die Odyssee"), zudem in zwei etwas nischigeren, aber von der Kritik gelobten Werken ("Mother Mary" und "The End of Oak Street"). Und jetzt kommt auch noch "Verity" dazu, ein erotischer Psychothriller von Michael Showalter ("The Big Sick") nach einem Roman von Bestseller-Autorin Colleen Hoover ("Nur noch ein einziges Mal"), in dem sie die erfolgreiche Schriftstellerin Verity Crawford verkörpert. Nach einem geheimnisumwitterten Unfall ist Verity leider nicht mehr in der Lage, ihre gefeierte Buchreihe zu vollenden, weshalb ihr Gatte Jeremy (Josh Hartnett, "Sin City") die junge Autorin Lowen (Dakota Johnson, "50 Shades of Grey") anheuert, um die Reihe für Verity zu Ende zu bringen. Bei der Arbeit daran, für die sie Veritys Notizen und Manuskripte verwenden darf, stößt Lowen jedoch bald auf die titelgebenden dunklen Geheimnisse, die ein ganz anderes Licht auf die Erfolgsautorin werfen ...

"Shaun das Schaf – Spuk im Kürbisfeld":
Nicht nur Kinder verfolgen die Abenteuer des lebenslustigen und neugierigen Knetmasse-Schafs Shaun und seiner Freunde mit Vergnügen, wie allen voran der hervorragende und OSCAR-nominierte erste Kniofilm "Shaun das Schaf – Der Film" im Jahr 2015 bewies. Nach dem etwas schwächeren "Shaun das Schaf – Der Film: UFO-Alarm" (2019) erscheint nun mit "Spuk im Kürbisfeld" ein dritter Kinofilm, der mit glänzenden Kritiken ausgestattet ist. Wie der Untertitel vermuten läßt, spielt "Spuk im Kürbisfeld" an dem von den Schafen geliebten Halloween, das durch die Schusseligkeit des Farmers der Mossy Bottom Ranch bedroht wird. Shaun will Halloween retten, sorgt mit seinen Bemühungen jedoch wie üblich in erster Linie für jede Menge Chaos (und zahlreiche Anspielungen auf die Welt des Horrorfilms). Und dann verschwindet auch noch der Farmer spurlos ...

"Corpus Delicti":
"Wunderschön"-Koautorin Lena Stahl feiert ihr Kino-Regiedebüt mit einer Adaption von Juli Zehs in der nahen Zukunft spielendem Bestseller. Darin sorgt die "Methode" für eine Gesellschaft, in der Sicherheit und Gesundheit das wichtigste sind, zu Lasten u.a. der persönlichen Freiheit. In dieser für die einen utopischen, für die anderen dystopischen Welt gerät die Wissenschaftlerin Mia (Hannah Herzsprung, "Das fliegende Klassenzimmer") ins Zweifeln, als ihrem Bruder Moritz (Damian Hardung, TV-Serie "Club der roten Bänder") eine Mordanklage blüht. Mia ist von Moritz' Unschuld trotz erdrückender Beweislage überzeugt und begnint, entgegen der Vorgaben durch die "Methode" selbst zu ermitteln – womit sie den Mächtigen bald ein Dorn im Auge ist … Mit Christian Friedel ("Das weiße Band") und Alexander Fehling ("Gut gegen Nordwind").

"NAZA":
Beim Filmfest von Venedig erhielt der investigative Dokumentarfilm der 2025 für "No Other Land" OSCAR-gekrönten jüdisch-israelischen Filmemacher Yuval Abraham und Rachel Szor die längsten stehenden Ovationen in der Festivalgeschichte (fast 25 Minuten!) – in ihrer israelischen Heimat gelten die beiden vor allem für die rechtsgerichtete Netanjahu-Regierung als Landesverräter, denen die Staatsbürgerschaft entzogen werden sollte (woraufhin über 1000 israelische Künstler ihre Solidarität mit Abraham und Szor erklärten). "Kontrovers" ist also fast noch tief gegriffen als Einordnung von "NAZA", der mit Sicherheit auch in Deutschland für viele Diskussionen sorgen wird. Die beiden Regisseure haben seit dem Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 fast drei Jahre lang erschreckende Aussagen von zwei Dutzend israelischen Militärs und Geheimdienstlern gesammelt (die aus Sicherheitsgründen anonymisiert wurden), in denen diese vom offenbar bewußt schonungslosen, KI-gestützten Vorgehen auch und gerade gegen palästinensische Zivilisten berichten, deren Leiden als "Kollateralschaden" in Kauf genommen werde.

Mittwoch, 2. September 2026

KINOVORSCHAU SEPTEMBER 2026

Die ganz großen Blockbuster gibt es im September wie gewohnt nicht mehr (abgesehen von einer leicht erweiterten Wiederaufführung von Marvels "Avengers: Endgame"), dafür aber etliche vielversprechende Mid-Budget-Filme wie "The Uprising", "Resident Evil" oder "Eiserne Wildnis", zudem einige frühe OSCAR-Kandidaten ("Vaterland", "Primetime") - und natürlich das Kinofest am 12. und 13. September mit besonders günstigen Eintrittspreisen in den teilnehmenden Kinos!

3. September:
"Das gewisse Etwas":
Die neue Komödie von Marc Rothemund ("Mein Blind Date mit dem Leben") ist ein Remake des französischen Megahits "Was ist schon normal?", der in seiner Heimat mit beinahe 11 Millionen Kinogängern zum erfolgreichsten Film des Jahres 2024 avancierte (und bei uns auf gut 210.000 Zuschauer kam). Florian Lukas ("Good Bye, Lenin!") spielt Karlo, der nach einem Diebstahl gemeinsam mit Sohn Alex (Max von der Groeben, "Fack ju Göhte") untertauchen muß. Als das Duo zufällig auf einen Reisebus voller junger Menschen mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung auf dem Weg in ein Ferienlager stößt, sehen sie dafür die perfekte Möglichkeit gekommen und schleichen sich in die von Polly (Mala Emde, "303") betreute Gruppe ein ...

"Onslaught":
Nach zuletzt zwei hoch budgetierten "Godzilla"-Filmen ("Godzilla vs. Kong" und "Godzilla x Kong: The New Empire") erinnert sich Genrespezialist Adam Wingard wieder seiner Independent-Wurzeln mit Filmen wie "The Guest" – mit dem sich "Onslaught" laut Wingard übrigens ein Filmuniversum teilt, ohne eine Fortsetzung zu sein. Für das auf anspruchsvolle Genrekost spezialisierte Kultstudio A24 erzählt er in "Onslaught" von einem heftig mißglückten Militärexperiment, in dessen Folge einige gentechnisch optimierte Supersoldaten die Anwohner terrorisieren. Die mit ihrer Tochter in einem Wohnwagenpark residierende Veteranin Celeste (Adria Arjona, "A Killer Romance") stellt sich ebenso wie einige Söldner dem Kampf mit dem scheinbar übermächtigen Feind … Zur Besetzung zählen mit "The Guest"-Hauptdarsteller Dan Stevens, Michael Biehn ("Aliens"), Reginald VelJohnson ("Stirb Langsam") und Rebecca Hall ("Iron Man 3") weitere genreerfahrene Stars.

"Vaterland":
Sage und schreibe vier realistische OSCAR-Chancen hat Sandra Hüller in diesem Jahr: Neben den beiden Hollywood-Filmen "Der Astronaut" und "Digger" (startet am 1. Oktober) und dem deutschen Berlinale-Gewinner "Rose" zählt dazu auch das neue, in Schwarzweiß gedrehte Werk des polnischen Regiestars Pawel Pawlikowski ("Cold War"), der dafür in Cannes mit dem Regiepreis geehrt wurde. Hüller spielt in dem Road-Movie Erika Mann, die Tochter des Literatur-Nobelpreisträgers Thomas Mann (Hanns Zischler, "Die Theorie von Allem"). Im Jahr 1949 kehrt Thomas Mann nach 15-jährigem US-Exil vor den Nazis erstmals in sein noch stark vom verlorenen Zweiten Weltkrieg gezeichnetes Vaterland zurück und reist gemeinsam mit Tochter Erika von Frankfurt am Main nach Weimar, wo er einen Preis erhalten soll.

"That's Why the Lady is a Champ":
"Euphoria"-Star Sydney Sweeney erhielt viel Lob für ihre schauspielerische Leistung in diesem ansonsten arg konventionell geratenen und an den US-Kinokassen heftig gefloppten Sportlerinnen-Biopic von David Michôd ("War Machine"). Sweeney verkörpert darin die Boxerin Christy Martin, die in den 1990er Jahren zu einer der populärsten Sportlerinnen der USA avancierte. Gleichzeitig nahmen jedoch die Schwierigkeiten in ihrem Privatleben mit dem Manager und späteren Ehemann Jim (Ben Foster, "Warcraft") immer weiter zu.

Donnerstag, 6. August 2026

KINOVORSCHAU AUGUST 2026

So spektakulär wie der Kinomonat Juli mit den Rekorde-Brechern "Die Odyssee" und "Spider-Man: Brand New Day" wird der August 2026 bei weitem nicht, zumal die Leinwände noch auf Wochen hinaus weiterhin zahlreich von den beiden Über-Blockbustern belegt sein werden. Dennoch gibt es im traditionell etwas schwächeren letzten Monat der Kino-Sommersaison noch einige Hollywood-Großproduktionen wie "The End of Oak Street" und "Das Ende der Sterne", dazu kommen das Horrorsequel "Insidious: Out of the Further", ein neuer Jason Statham-Actioner ("Mutiny"), ein ungewöhnlicher OSCAR-Kandidat ("Teenage Sex and Death at Camp Miasma") und natürlich der bayerische Blockbuster "Steckerlfischfiasko" mit Dorfpolizist Eberhofer. Genügend Stoff also für weiterhin und trotz anhaltender Hitzewellen volle (schattige und klimatisierte) Kinos ...

6. August:
"Eli Roth's The Ice Cream Man":
Im neuen, von der US-Kritik ziemlich ungnädig aufgenommenen Horrorfilm von "Hostel"-Regisseur Eli Roth treibt in einer US-amerikanischen Kleinstadt ein sinistrer Eisverkäufer (Ari Millen, TV-Serie "Orphan Black") sein Unwesen, dessen Produkte eine unvorhersehbare Nebenwirkung an den Tag legen: Sie verwandeln die überwiegend minderjährigen Konsumenten in blutrünstige Killermaschinen!

"PAW Patrol – Der Dino Film":
Nachdem die letzten beiden Kino-Ausflüge der beliebten kanadischen Animations-Kinderserie in Deutschland 2021 und 2023 jeweils deutlich über eine Million Zuschauer anlockten, will "Der Dino Film" auf diesem Erfolg aufbauen. Diesmal erleiden die tierischen Retter und ihr menschlicher Anführer Schiffbruch auf einer Insel, die von Dinosauriern bewohnt wird.

"You, Me & Italy":
Die als arg oberflächlich kritisierte, insgesamt aber dennoch recht wohlwollend besprochene romantische Verwechslungskomödie von Kat Coiro ("Marry Me") erzählt von der jungen Anna (Halle Bailey, "Arielle, die Meerjungfrau"), deren Leben sich gerade in einem ziemlichen Chaos befindet. Um allem zu entkommen, reist sie in die Toskana, da ihr der charmante Italiener Matteo (Lorenzo de Moor) erzählt hat, dort eine leerstehende Villa zu besitzen. Anna übernachtet dort und wird am nächsten Morgen von Matteos Mutter überrascht, die sie für Matteos Verlobte hält! Anna läßt die Fehlannahme unwidersprochen und lernt so Matteos Familie kennen – inklusive seins Cousins Michael ("Bridgerton"-Star Regé-Jean Page), in den sie sich zu verlieben droht ...

"Nightborn":
Von der Kritik gelobter finnischer Arthouse-Horrorfilm von "Hatchling"-Regisseurin Hanna Bergholm. Die Finnin Saga (Seidi Haarla, "Abteil Nr. 6") und ihr britischer Gatte Jon ("Harry Potter"-Star Rupert Grint) ziehen in ihr abgelegenes Elternhaus in den Wäldern, um dort eine Familie zu gründen. Doch nach der Geburt eines Sohnes wird das harmonische Zusammenleben nachhaltig gestört – denn Saga ist zunehmend davon überzeugt, daß mit dem Baby etwas nicht in Ordnung ist ...

Dienstag, 23. Juni 2026

KINOVORSCHAU JULI 2026

Wie bereits im Juni ist auch im Juli 2026 die Auswahl an Kinostarts in Deutschland nicht allzu breit, dafür gibt es aber jede Woche ein potentielles großes Highlight – allen voran Christopher Nolans "Die Odyssee", "Toy Story 5", das Realfilm-Remake von "Vaiana" und "Spider-Man: Brand New Day":

1./2. Juli:
"Minions & Monster" (3D):
Alleine in Deutschland hat die "Ich – Einfach unverbesserlich"-Reihe von Illumination Entertainment mit sechs Animationsfilmen mehr als 26 Millionen Zuschauer in die Kinos gelockt – davon gehen über elf Millionen auf das Konto der bislang zwei "Minions"-Spin-Offs. Entsprechend groß sind die Erwartungen an den dritten Teil, der in einem für Cineasten besonders reizvollen Setting spielt: dem Hollywood der 1920er Jahre! Die kleinen gelben Gestalten mit der großen Vorliebe für möglichst böse Bösewichte wollen hier mit dem Regisseur Max (sowohl in der Original- als auch in der deutschen Synchronfassung gesprochen von Christoph Waltz) einen Horrorfilm drehen. Und was braucht man für einen guten Horrorfilm? Richtig, ein überzeugendes Monster! Also machen sich die Minions auf die Suche nach einem passenden Kandidaten ...

"23 000 Leben":
Das neue Drama von Markus Goller ("Friendship!") ist eine Netflix-Produktion, die am 17. Juli beim Streamingdienst startet und zuvor eine kurze und vermutlich sehr limitierte Kinoauswertung erhält. Inspiriert von wahren Geschehnissen geht es um eine Gruppe idealistischer Jugendlicher, die angesichts des von der Politik mehr oder weniger hingenommenen Massensterbens von Flüchtlingen im Mittelmeer mittels einer Crowdfunding-Kampagne ein altes Schiff kaufen und sich damit als Seenotretter betätigen. Mit Louis Hofmann ("Unter dem Sand"), Mala Emde ("303") und Frederick Lau ("Victoria") sowie Gastauftritten von Corinna Harfouch, Herbert Knaup, Franka Potente, Katja Riemann und Ulrich Matthes.

"The Piano Tuner":
Der hochgelobte kanadisch-amerikanische Thriller des eigentlichen Dokumentarfilmers Daniel Roher ("Navalny") erzählt von dem jungen New Yorker Klavierstimmer Niki (Leo Woodall, "Bridget Jones 4"), der über ein äußerst feines Gehör verfügt. Dieses macht sein Leben ziemlich schwierig und hat seiner Musikerkarriere ein frühes Ende gesetzt – dafür hilft er damit neben seiner eigentlichen Tätigkeit Kriminellen beim Safeknacken … Altstar Dustin Hoffman spielt Nikis Mentor und Havana Rose Liu ("Power Ballad") die Musikstudentin Ruthie, in die sich Niki verliebt.

Donnerstag, 28. Mai 2026

KINOVORSCHAU JUNI 2026

Trotz Fußball-WM kann in diesem Jahr von einem Sommerloch in den deutschen Kinos nicht die Rede sein: Mit "Masters of the Universe", "Supergirl" und Spielbergs "Disclosure Day" starten gleich drei Hollywood-Großproduktionen, dazu gesellen sich zwei späte Fortsetzungen ("Jackass 5" und "Scary Movie 6"), ein ungewöhnlicher Robin Hood-Film ("The Death of Robin Hood") und zwei der alleine durch die US-Einspielergebnisse bereits rentabelsten Horrorfilme aller Zeiten ("Backrooms" und "Obsession"). Nur der deutsche Film macht sich angesichts der geballten Konkurrenz ziemlich rar ...

4. Juni:
"Masters of the Universe" (3D):
Vor 39 Jahren brachte Garry Goddard eine erste Verfilmung der beliebten Mattel-Fantasy-Actionfiguren rund um den edlen He-Man und den bösen Skeletor in die Kinos. "Masters of the Universe" mit Dolph Lundgren und Frank Langella erhielt allerdings miese Kritiken und floppte an den Kinokassen brutal, weshalb eine bereits angekündigte Fortsetzung rasch gestrichen wurde und das erhoffte Kino-Franchise in Rekordzeit wieder Geschichte war. In den beinahe vier Dekaden seitdem gab es immer wieder lose Pläne für einen Neuanfang mit teils durchaus prominenten Namen (wie der Hongkong-Filmemacher-Legende John Woo), aber erst im Jahr 2026 ist es so weit: Travis Knight hat sich mit dem Stop Motion-Animationsfilm "Kubo – Der tapfere Samurai" und dem "Transformers"-Spin-Off "Bumblebee" bereits einen guten Namen gemacht und durfte sich nun mit einem beachtlichen Budget von $170-200 Mio. am neuen "Masters of the Universe" versuchen. Der Brite Nicholas Galitzine (derzeit auch mit dem populären Schafkrimi "Glennkill" in den Kinos) verkörpert den außerirdischen Prinzen Adam, der von seinen Eltern als Kind wegen eines Bürgerkrieges zur Erde geschickt wurde – dummerweise verlor er bei der Bruchlandung jedoch sein mächtiges magisches Schwert. Als er dieses 15 Jahre später wiederfindet, bringt es ihn zurück in seine Heimat Eternia, die inzwischen vom tyrannnischen Skeletor (Jared Leto, "Blade Runner 2049") beherrscht wird. Nun muß Adam zu "He-Man" werden – der mächtigsten Person des Universums –, um Eternia zu befreien … Mit Idris Elba, Camila Mendes, Alison Brie, Morena Baccarin und Charlotte Riley.

"Scary Movie":
Nicht ganz so alt wie die von "Masters of the Universe" ist die Geschichte des "Scary Movie"-Franchise, das aber immerhin auch schon 26 Jahre auf dem Buckel hat. Im Jahr 2000 erschien das erste "Scary Movie" als Parodie auf Horrorfilme wie "Scream" und "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" und startete eine ganze Welle von – meist leider nicht sehr guten – Parodie-Filmen inklusive vier direkter Sequels. Nach 13 Jahren Pause meldet sich die Reihe mit einem sechsten Teil zurück, der allerdings wie der Erstling schlicht unter dem Titel "Scary Movie" fungiert. Das mag eine Art Reboot suggerieren, allerdings handelt es sich tatsächlich um eine direkte Fortsetzung mit vielen Bezügen auf die Vergangenheit (was durchaus Sinn ergibt, immerhin ist die primär Pate stehende "Scream"-Reihe ja immer noch sehr erfolgreich und auch von "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" gab es letztes Jahr eine späte Fortsetzung). Zwar gibt es mit dem genreerfahrenen Michael Tiddes ("Ghost Movie") einen neuen Regisseur, das Drehbuch verantworten aber erneut die Wayans-Brüder Marlon, Shawn und Keenan Ivory (gemeinsam mit Rick Alvares), die auch vor der Kamera auftreten. Und die beiden prägendsten Darstellerinnen der Reihe, Anna Faris und Regina Hall, kehren als Cindy Campbell respektive Brenda Meeks ebenfalls zurück, denn nach 26 Jahren hat es ein maskierter Serienkiller erneut auf die damaligen Überlebenden abgesehen.

"Sommer auf Asphalt":
In Simon Ostermanns (TV-Serie "Stardust Hotel") sommerlicher Tragikomödie nach einem Roman von Wolf Schmidt spielt Mala Emde ("303") die Fahrradkurierin Les, die nicht wirklich ein Ziel im Leben hat, sondern lieber sorglos die Nächte durchfeiert. Das ändert sich, als zweierlei passiert: Erstens taucht nach langer Zeit ihr Vater (Christoph Maria Herbst) wieder bei ihr auf und enthüllt ihr schließlich, daß er schwer krank ist – und zweitens wird sie ungeplant schwanger. Zeit zum Erwachsenwerden?

"Ab durch die Mitte – Mit Vollgas durch Paris":
In der französischen Komödie von Grégoire Vigneron läßt sich der junge Bauunternehmer Stan (Rayane Bensetti, "Superheld wider Willen") zu einer Kurzschlußhandlung hinreißen, als ihm die versprochene Beförderung verwehrt wird: Er stiehlt kurzerhand eine Million Euro Schwarzgeld aus dem Tresor seines Chefs und will sich mit seiner Freundin ins Ausland absetzen. Doch im letzten Moment erfährt Stan, daß er nun doch befördert werden soll – also will er das gestohlene Geld sofort zurückbringen, bevor der Raub bemerkt wird. Dafür braucht er jedoch die Hilfe des nervigen Hippolyte (Christian Clavier, "Monsieur Claude und seine Töchter") vom Schlüsseldienst ...

Donnerstag, 30. April 2026

KINOVORSCHAU MAI 2026

Update vom 2. Mai: Der Horrorfilm "Passenger" wurde um eine Woche auf den 28. Mai verschoben, die romantische Komödie "Finding Emily" rückt dafür vom 28. Mai auf den 10. September. 

Mengenmäßig ist der Mai 2026 einer der dünnsten deutschen Kinomonate seit längerem - dabei gibt es nicht einmal ein Superhelden-Abenteuer, dem andere Verleiher ausweichen müßten (dafür aber immerhin einen neuen "Star Wars"-Film). Qualitativ sieht es hingegen durchaus vielversprechend aus, sogar ein Film läuft an, der sich bereits in die IMDb Top 250 geschoben hat ("Verflucht normal") - und der erste "Schafskrimi" in der Geschichte des Kinos!

7. Mai:
"Mortal Kombat 2":
Nachdem der australische Langfilm-Regiedebütant Simon McQuoid 2021 mit seiner während der Corona-Pandemie veröffentlichten Neuverfilmung des Prügelspiel-Videospielklassikers "Mortal Kombat" viele Fans der Vorlage überzeugen konnte (bei den Kritikern kam der Film erwartungsgemäß weniger gut an), gibt es nun die Fortsetzung. Wiederum unter McQuoids Regie bedroht der schurkische Shao Khan (Martyn Ford) das Earthrealm, was natürlich dessen stärkste Beschützer um Johnny Cage (Karl Urban, "Star Trek Beyond") auf den Plan ruft … Ein dritter Teil befindet sich bereits in Entwicklung.

"Nürnberg":
Basierend auf einem Sachbuch von Jack El-Hai erzählt Regisseur und Drehbuch-Autor James Vanderbilt ("Der Moment der Wahrheit") die Geschichte des US-amerikanischen Gefängnispsychiaters Douglas M. Kelley (Rami Malek, "Bohemian Rhapsody"), der während der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse einige der hochrangigsten Nazi-Angeklagten begutachten sollte – vor allem Hitlers rechte Hand Hermann Göring (Russell Crowe, "The Nice Guys") erweist sich für ihn als eine große Herausforderung. Die Kritiken für das intensive Psychoduell fielen überwiegend positiv aus, vor allem Crowe erhielt viel Lob für seine schauspielerische Leistung.

"Whistle":
In dem recht wohlwollend rezensierten kanadisch-irischen Horrorfilm von Corin Hardy ("The Nun") spielt Dafne Keen ("Logan") die Schülerin Chrys, die nach einem grausigen Vorfall gemeinsam mit einigen Mitschülern eine schädelförmige aztekische Todespfeife findet. Wie sich bald herausstellt, stirbt jeder, der damit pfeift, wenig später. Da dummerweise bei einer Party jede Menge Schüler die Pfeife benutzt haben, suchen sie nun verzweifelt nach einem Ausweg … Mit Sophie Nélisse (TV-Serie "Yellowjackets"), Nick Frost ("Fighting with My Family") und "Game of Thrones"-Star Michelle Fairley (Catelyn Stark).

"Billie Eilish – Hit Me Hard And Soft: The Tour Live in 3D":
Kein geringerer als Kult-Filmemacher James Cameron hat zwischen seinen "Avatar"-Filmen tatsächlich noch die Zeit gefunden, um diesen 3D-Konzertfilm zu drehen – gemeinsam mit der OSCAR-prämierten Protagonistin Billie Eilish. Gefilmt wurde bei einem Konzert in Manchester während ihrer "Hit Me Hard and Soft"-Tour 2025.

Donnerstag, 2. April 2026

KINOVORSCHAU APRIL 2026

Die Sommer-Blockbuster-Saison beginnt ja traditionell erst im Mai, doch auch der deutsche Kinomonat April 2026 hat mit "Der Super Mario Galaxy Film", "Der Teufel prägt Prada 2" und "Michael" bereits drei Hollywood-Großproduktionen zu bieten. Dazu kommen einige spannende Genrefilme ("Ready or Not 2", "The Mummy", "Normal") und anspruchsvolle Arthouse-Produktionen ("Rose", "Kiss of the Spider Woman") - nur der deutsche Film macht sich diesen Monat zumindest im Mainstream-Bereich ein wenig rar:

1./2. April:
"Der Super Mario Galaxy Film" (3D):
Drei Jahre nach dem gigantischen Erfolg der animierten Videospiel-Adaption "Der Super Mario Bros. Film" (über 5,3 Millionen Kinogänger in Deutschland, mehr als $1,3 Mrd. Einspielergebnis weltweit) kommt die Fortsetzung in die Kinos, wiederum unter der Regie von Aaron Horvath und Michael Jelenic sowie nach einem Drehbuch von Matthew Fogel. Im zweiten Teil reisen Klempner Mario (im Original gesprochen von Chris Pratt, in der deutschen Synchronfassung von dessen Stammsprecher Leonhard Mahlich), sein Bruder Luigi (Charlie Day), Prinzessin Peach (Anya Taylor-Joy) und Toad (Keegan-Michael Key) durch die Galaxie, bestehen diverse Abenteuer und treffen auf neue Freunde (Yoshi, gesprochen von Donald Glover; die von Brie Larson vertonte Prinzessin Rosalina) und Feinde (Bowser Jr., gesprochen von Benny Safdie). Dessen Vater Bowser (Jack Black) ist auch wieder mit dabei. Die Kritiken sind sehr mittelmäßig ausgefallen, das dürfte aber wenig Einfluß auf den Kassenerfolg haben.

"Das Drama – Noch mal auf Anfang":
In der schwarzhumorigen romantischen Komödie von Kristoffer Borgli ("Dream Scenario") spielt Zendaya ("Challengers") die US-amerikanische Buchhändlerin Emma, die mit dem Londoner Museumsdirektor Charlie (Robert Pattinson) glücklich verlobt ist. Doch wenige Tage vor der geplanten Hochzeit kommen unerwartete Geheimnisse ans Licht, die ihre Beziehung bedrohen … Ja, die Inhaltsbeschreibung klingt sehr vage, aber viel mehr ist tatsächlich noch nicht bekannt. Hoffen läßt jedoch, daß es sich um eine Produktion des für seine unkonventionellen, qualitativ hochwertigen Filme bekannten Kultstudios A24 ("Marty Supreme", "Civil War", "Everything Everywhere All at Once") handelt.

"Les Misérables – Die Geschichte von Jean Valjean":
In der x-ten Verfilmung von Victor Hugos Literaturklassiker "Die Elenden" verkörpert Grégory Gadebois ("Ein Glücksfall") den Protagonisten Jean Valjean, der im frühen 19. Jahrhundert nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis nach der schicksalhaften Begegnung mit einem großherzigen Bischof (Bernard Campan, "Wie sehr liebst du mich?") ein neues Leben unter neuem Namen beginnt. Ungewöhnlich: Regisseur Éric Besnard ("Birnenkuchen mit Lavendel") adaptiert lediglich die ersten 100 Seiten des Romans, quasi Valjeans Ursprungsgeschichte. Ob eine Fortsetzung geplant ist oder ganz bewußt nur diese vergleichsweise kurze Episode aus Valjeans Leben ausführlich umgesetzt werden sollte, konnte ich leider nicht herausfinden. Was vermutlich eher dafür spricht, daß es kein Sequel geben wird.

Donnerstag, 5. März 2026

KINOVORSCHAU MÄRZ 2026

Der deutsche Kinomonat März erfreut Kinofans mit einem bunt gemischten Programm, dessen Bandbreite von einem neuen Pixar-Animationsfilm ("Hoppers") über diverse Arthouse-Highlights ("Nouvelle Vague", Berlinale-Gewinner "Gelbe Briefe", "Pillion") und originell klingende Genrefilme ("Good Luck, Have Fun, Don't Die", "They Will Kill You") bis hin zu zwei Hollywood-Großproduktionen ("Der Astronaut", "The Bride!") reicht. Wer da nicht fündig wird, macht etwas falsch ...

5. März:
"Hoppers":
Mit Pixars neuem Animationsfilm "Hoppers" feiert Daniel Chong sein Kino-Regiedebüt, nachdem er bereits an Pixar-Werken wie "Alles steht Kopf", "Lightyear" und "Elemental" beteiligt war. In der Welt von "Hoppers" wurde eine Technologie entwickelt, mit der man das menschliche Bewußtsein in robotische Tiere übertragen kann. Das nutzt die naturverbundene Studentin Mabel aus, um ihr Bewußtsein in einen Biber zu übertragen und in dieser Form die Tiere des Waldes zum Kampf gegen den geplanten Bau einer Autobahn in der unberührten Natur aufzurufen.

"The Bride! – Es lebe die Braut"
Nachdem Guillermo del Toro letztes Jahr eine eher klassische Neufassung von Mary Shelleys "Frankenstein" in die Kinos brachte (allerdings nur in wenige und nur für kurze Zeit, da es sich um eine Netflix-Produktion handelt), präsentiert nun Schauspielerin Maggie Gyllenhaal ("The Dark Knight") in ihrer zweiten Regiearbeit nach "Frau im Dunkeln" eine deutlich freiere Version des zweiten klassischen Universal-Frankenstein-Films "Frankensteins Braut" aus dem Jahr 1935. "The Bride!" spielt im Chicago der 1930er Jahre und zeigt, wie Frankensteins einsame Kreatur (Christian Bale, "The Big Short") die Wissenschaftlerin Dr. Euphronius (Annette Bening, "Captain Marvel") bittet, ihm eine Gefährtin (Jessie Buckley, "Die Misswahl") zu erschaffen.

"Gelbe Briefe":
Der erste deutsche Gewinner des Goldenen Bären bei der Berlinale seit Fatih Akins "Gegen die Wand" (2004) stammt von Ilker Çatak, der erst letztes Jahr für "Das Lehrerzimmer" eine OSCAR-Nominierung erhielt. "Gelbe Briefe" spielt in Ankara und handelt von dem liberalen Künstler-Ehepaar Derya (Özgü Namal) und Aziz (Tansu Biçer). Als es im Land zu Aufständen und Demonstrationen kommt, werden viele Künstler von der autokratischen Regierung unter fadenscheinigen Vorwänden mit einem Berufsverbot belegt, darunter auch Derya und Aziz. Da die Repressalien an ihren Finanzen zehren, müssen die beiden – deren Ehe unter der Situation zunehmend leidet – sich irgendwann entscheiden, ob sie weiter zu ihren Prinzipien stehen oder sich den Vorgaben der Regierung unterwerfen sollen ...

"The Chronology of Water":
Das Langfilm-Regiedebüt von Schauspielerin Kristen Stewart ist ein von der Kritik gefeiertes Arthouse-Biopic über die talentierte Schwimmerin Lidia Yuknavitch (Imogen Poots, "Centurion"), die hofft, durch ein Stipendium an einem texanischen College ihrem kaputten Elternhaus zu entkommen. Doch schon bald verliert sie ihr Stipendium wegen Alkohol- und Drogenmißbrauchs und startet daraufhin einen Neuanfang an der University of Oregon, wo sie sich im Kurs des Autors Ken Kesey (Jim Belushi, "Wonder Wheel") als experimentelle Schriftstellerin versucht und auf diesem Wege auch ihre eigene Sexualität erforscht.

Donnerstag, 29. Januar 2026

KINOVORSCHAU FEBRUAR 2026

Wie so oft fällt der Kinomonat Februar recht unspektakulär aus, sollte aber trotzdem genügend interessante Filme für so ziemlich jeden Geschmack bieten:
 
5. Februar:
"Return to Silent Hill":
Nein, Kritikerlieblinge waren die beiden Verfilmungen der legendären japanischen Videospiel-Horrorreihe "Silent Hill" aus den Jahren 2006 (Rotten Tomatoes: 34% positive Kritiken, von denen die meisten erst Jahre nach Release geschrieben wurden) und 2012 (8%) definitiv nicht – aber bei Fans der Vorlagen (wie meiner Wenigkeit) kam zumindest der vom Franzosen Christophe Gans ("Pakt der Wölfe") inszenierte erste Teil trotzdem gut an (der zweite war hingegen in der Tat eine große Enttäuschung). Dementsprechend positiv war die Grundstimmung besagter Fans, als Gans – selbst ein erklärter Fan der Videospiele – nach 20 Jahren eine Rückkehr zur nebelverhangenen Alptraumwelt inszenieren durfte, die auch noch auf dem besten Teil der Reihe basiert, "Silent Hill 2". Dummerweise zeigen sich die Kritiker von dem u.a. in München und Nürnberg gedrehten "Return to Silent Hill" erneut wenig angetan (Rotten Tomatoes: 16%), aber wie beim ersten Film bewiesen, muß das ja nicht immer etwas heißen (die Hoffnung stirbt zuletzt). Zur Story: Als der depressive und trinksüchtige Maler James Sunderland (Jeremy Irvine, "Gefährten") einen Brief seiner eigentlich verstorbenen Lebensgefährtin Mary (Hannah Emily Anderson) erhält, die ihn in den Ort Silent Hill einlädt, will er natürlich herausfinden, was Sache ist ...

"No Other Choice":
Ein wahrer Kritikerliebling (Rotten Tomatoes: 97%!) ist hingegen wenig überraschend das neue Werk des südkoreanischen Meister-Filmemachers Park Chan-wook ("Oldboy"), das auf einem Roman des populären Pulp-Autors Donald E. Westlake ("Parker") basiert. In der schwarzhumorigen Gesellschaftssatire spielt Lee Byung-hun ("Die glorreichen Sieben") den gutmütigen Familienvater Man-soo, der nach 25 Jahren im Job entlassen wird. Als er eineinhalb Jahre später immer noch keine neue Festanstellung ergattert hat und die finanziellen Sorgen der Familie deshalb immer größer werden, greift Man-soo zu zunehmend radikalen Methoden, um sich seiner potentiellen Konkurrenten für seinen Wunschjob zu entledigen.

"Wahrheit & Verrat – Truth & Treason":
Das unabhängig produzierte und trotz arg konventioneller Machart positiv rezensierte historische Biopic von Matt Whitaker (der bereits 2002 eine Doku zum Thema namens "Truth & Conviction" drehte) erzählt die im Kern wahre, aber fiktionalisierte Geschichte des Hamburger Teenagers Helmuth Hübener (Ewan Horrocks, TV-Serie "The Last Kingdom"). Dieser gründete im Zweiten Weltkrieg – obwohl selbst zwangsweise Teil der Hitlerjugend – mit zwei Freunden eine Widerstandsgruppe á la "Weiße Rose" und verteilte u.a. Flugblätter gegen die Nazi-Herrschaft. Und wie bei Sophie Scholl und Co. ging das nicht gut aus. Der Gestapo-Offizier Muessener, der Jagd auf die "Hübener-Gruppe" macht, wird von Rupert Evans ("Hellboy") verkörpert.

Mittwoch, 31. Dezember 2025

KINOVORSCHAU JANUAR 2026

Der Kinomonat Januar ist traditionell blockbusterfrei, schließlich sind die teuren Großproduktionen ja alle schon vor Weihnachten angelaufen. Dafür gibt es ein paar OSCAR-Kandidaten ("Hamnet", "Song Sung Blue", "Ein einfacher Unfall") und Arthouse-Highlights ("Der Fremde"), deutsche Jugend-Sequels ("Checker Tobi 3", "Die drei ???", "Woodwalkers 2"), etwas Horror ("28 Years Later 2", "Primate") sowie durchaus vielversprechende Hollywood-Mittelware wie "The Housemaid", "Greenland 2", "Send Help" und "Mercy":

1. Januar:
"Der Fremde":
Der französische Star-Filmemacher François Ozon ("Frantz") adaptiert in seinem neuen Schwarzweiß-Drama den gleichnamigen Roman des berühmten existentialistischen Philosophen Albert Camus (der bereits 1967 von Luchino Visconti verfilmt worden war). Benjamin Voisin ("Sommer 85") spielt den Mittdreißiger Meursault, der im Jahr 1938 in Algerien als gesellschaftlicher Außenseiter lebt – bis er wegen eines scheinbar grundlosen Mordes im Gefängnis landet. In Rückblenden wird geschildert, wie es dazu kam. Die Kritiken des beim Festival in Venedig vorgestellten Films fielen überwiegend positiv aus.

"Holy Meat":
Die absurde deutsche Komödie von Alison Kuhn (TV-Serie "Druck") spielt in einem schwäbischen Dorf, dessen neuer dänischer Pfarrer Iversen (Jens Albinus, "Idioten") die dortige, von der Auflösung bedrohte Pfarrgemeinde mit einer spektakulären Aufführung der Passionsgeschichte retten will. Dafür heuert er den in Berlin gescheiterten Theaterregisseur Roberto (Pit Bukowski, "Das Kanu des Manitu") an, der allerdings nicht nur mit dem schwäbischen Dialekt etwas überfordert ist ...

"Bon Voyage – Bis hierhin und noch weiter":
In der französischen Tragikomödie von Langfilm-Regiedebütantin Enya Baroux geht es um die lebensmüde 80-jährige Marie (Hélène Vincent, "Alles außer gewöhnlich"), die angesichts ihrer Krebserkrankung ihrem Leben selbst ein Ende setzen will. Vorher will sie mit ihrer zerstrittenen Familie noch eine letzte gemeinsame Reise im Wohnmobil unternehmen, wofür sie eine angebliche Erbschaft in der Schweiz (wo sie in Wirklichkeit Sterbehilfe in Anspruch nehmen will) erfindet ...

8. Januar:
"Greenland 2":
Im von Kinoschließungen geprägten Corona-Herbst 2020 zählte der US-Katastrophenfilm "Greenland" von Ric Roman Waugh ("Angel Has Fallen") auch dank eines wohlwollenden Presseechos zu den wenigen einigermaßen erfolgreichen Filmen. Da er auch im Heimvideomarkt gut funktionierte, wurde schnell eine Fortsetzung wiederum unter der Regie von Ric Roman Waugh bewilligt, die nun in die Kinos kommt. Nachdem Familie Garrity um Vater John (Gerard Butler, "Olympus Has Fallen") und Mutter Allison (Morena Baccarin, "Serenity") in einem Bunker auf Grönland den verheerenden Kometeneinschlag auf der Erde überlebt hat, wagen sie sich nun wieder auf die Oberfläche und beginnen die Reise zurück auf den völlig verwüsteten europäischen Kontinent.

"Song Sung Blue":
Beim US-Filmemacher Craig Brewer ist Musik eigentlich immer ein wichtiger Teil seiner Filme: Ob "Hustle & Flow", "Black Snake Moan", das "Footloose"-Remake oder "Dolemite Is My Name", musikalisch geht es stets zu. So auch in "Song Song Blue", einem auf einer gleichnamigen Doku von 2008 basierenden, positiv rezensierten Biopic über das Musiker-Ehepaar Mike (Hugh Jackman, "Greatest Showman") und Claire Sardina (Kate Hudson, "Glass Onion"), das in den späten 1980er Jahren in den USA mit seiner Neil Diamond-Coverband "Lightning & Thunder" bekannt wurde.

Donnerstag, 4. Dezember 2025

KINOVORSCHAU DEZEMBER 2025

Der Weihnachtsmonat Dezember wird in den deutschen Kinos natürlich vom dritten "Avatar"-Blockbuster überschattet, der im Normalfall wieder der erfolgreichste Film des Jahres werden sollte. Auch sonst gibt es aber mit "Stromberg 2", einem "Bibi Blocksberg"-Reboot, "Der Medicus II" oder dem norwegischen OSCAR-Kandidaten "Sentimental Value" spannende Neustarts:

4. Dezember:
"Stromberg – Wieder alles wie immer":
Von 2004 bis 2012 hat Christoph Maria Herbst in der "The Office"-Adaption "Stromberg" als, nunja, recht spezieller Abteilungschef in einer Versicherung das TV-Publikum begeistert. Einen ersten Kinofilm zur Mockumentary wollten 2014 über 1,3 Millionen Menschen sehen, was immerhin zu Platz 18 in den Jahrescharts reichte (und Rang 3 der erfolgreichsten deutschen Filme des Jahres). Die Popularität von "Stromberg" steht also außer Frage, nur: Ist sie auch elf Jahre später ungebrochen? Das werden wir sehr schnell herausfinden, denn mit "Stromberg – Wieder alles wie immer" bringen Regisseur Arne Feldhusen und Drehbuch-Autor und Serienschöpfer Ralf Husmann die beliebten Charaktere zurück ins Kino. Und das passenderweise im Rahmen einer großen, natürlich von einem Kamerateam verfolgten Wiedersehensfeier, die relativ harmonisch beginnt und dann immer stärker aus den Fugen gerät.

"Five Nights at Freddy's 2":
Emma Tammis im Jahr 2000 spielende Horror-Videospiel-Adaption "Five Nights at Freddy's" avancierte im Jahr 2023 vor allem in den USA zu einem großen Hit und spielte weltweit trotz mittelmäßiger Kritiken bei einem Budget von $20 Mio. beinahe $300 Mio. ein. Eine Fortsetzung war somit Formsache und kommt nun bereits zwei Jahre später auf die große Leinwand. Erneut führt Emma Tammi Regie und Spieleschöpfer Scott Cawthon hat das Drehbuch verfaßt, auch der Großteil der Besetzung um Protagonist Mike (Josh Hutcherson, "Die Tribute von Panem") kehrt zurück. Zur Handlung ist noch nicht viel bekannt, aber natürlich stehen wieder die mörderischen animatronischen Figuren im titelgebenden Pizzaladen im blutigen Mittelpunkt – über deren Geschichte das Publikum auch mehr erfahren soll. Da der zweite Hauptdarsteller Matthew Lillard ("Scooby-Doo") verraten hat, einen Vertrag für drei Filme unterschrieben zu haben, dürfte ein dritter Teil sehr wahrscheinlich sein.

"Sentimental Value":
Joachim Triers hochgelobtes tragikomisches Familiendrama gilt als Mitfavorit für den Auslands-OSCAR und wurde u.a. für fünf Europäische Filmpreise nominiert. Nach der für zwei OSCARs nominierten romantischen Tragikomödie "Der schlimmste Mensch der Welt" hat sich Trier erneut mit seiner fabelhaften Hauptdarstellerin Renate Reinsve zusammengetan, die diesmal die Theater-Schauspielerin Nora verkörpert. Als Noras Mutter stirbt, werden sie und ihre Schwester Agnes wieder mit ihrem Vater Gustav (Stellan Skarsgård) konfrontiert, der die Familie vor langem verlassen hatte. Gustav war einst ein erfolgreicher Filmregisseur und hofft auf ein Comeback mit einem autobiographischen Drehbuch. Er bietet Nora die Hauptrolle an, die jedoch ablehnt – stattdessen geht die Rolle an Hollywood-Starlet Rachel (Elle Fanning, "Predator: Badlands"). Dennoch hofft Gustav, sich im Rahmen der Dreharbeiten im alten Familienhaus mit seinen Töchtern zu versöhnen.

"Eternity":
Marvel-Star Elizabeth Olsen ("Doctor Strange 2") spielt in David Freynes ("The Cured") positiv rezensierter Fantasy-RomCom Joan, die dummerweise gerade gestorben ist. Im Jenseits wird sie von der Jenseits-Koordinatorin Anna (Da'Vine Joy Randolph, "The Holdovers") vor eine folgenschwere Entscheidung gestellt: Will sie die Ewigkeit mit ihrem kurz zuvor ebenfalls verstorbenen Ehemann Larry (Miles Teller, "Top Gun 2") verbringen – oder doch lieber mit ihrem ersten, früh verstorbenen Gatten Luke (Callum Turner, "Phantastische Tierwesen 2"), der jahrzehntelang auf sie gewartet hat? Joan hat eine Woche Zeit für ihre Entscheidung ...

Donnerstag, 30. Oktober 2025

KINOVORSCHAU NOVEMBER 2025

Nach dem Halloween-Monat Oktober steht im November ein erfreulich vielfältiges Programm voller potentieller Blockbuster- wie auch Arthouse-Highlights an:

6. November:
"Predator: Badlands":
Nachdem Dan Trachtenberg ("10 Cloverfield Lane") im Jahr 2022 mit seinem direkt im Streaming veröffentlichten und von Kritikern und Fans gleichermaßen gelobten "Prey" das nach dem Flop von Shane Blacks "The Predator" vier Jahre zuvor ziemlich am Boden liegende Predator-Universum erfolgreich wiederbelebte, wurde er sogleich für zwei weitere Filme im Franchise verpflichtet. Die hochgelobte animierte Anthologie "Predator: Killer of Killers" erschien bereits im Sommer erneut direkt fürs Streaming (hierzulande bei Disney+), nun folgt mit "Predator: Badlands" sogar wieder ein Ausflug auf die große Leinwand. "Badlands" ist dabei keine direkte Fortsetzung des im 18. Jahrhundert spielenden "Prey" (eine solche ist aber auch im Gespräch), sondern macht einen Sprung in die Zukunft und auf einen anderen Planeten. Dort wächst der junge Predator Dek (Dimitrius Schuster-Koloamatangi) auf sich alleingestellt auf, nachdem er von seinem Clan als zu schwächlich verstoßen wurde. Unverhoffte Hilfe erhält Dek von der mysteriösen Thia (Elle Fanning, "Super 8").

"Der Mann, der immer kleiner wurde – Die unglaubliche Geschichte des Mr. C":
In dem französischen SciFi-Abenteuer von Jan Kounen ("Dobermann"), einer Neuverfilmung des Romans "Die seltsame Geschichte des Mr. C" von Richard Matheson ("I Am Legend"), spielt Jean "The Artist" Dujardin den Schiffbauer Paul, der nach der Begegnung mit einem unerklärlichen Wetterphänomen auf See immer weiter schrumpft – bis er nur noch wenige Zentimeter groß und in seinem eigenen Keller gefangen ist!

"The Change":
Das englischsprachige Debüt des erfolgreichen polnischen Filmemachers Jan Komasa ("Corpus Christi") ist ein Politthriller, in dessen Mittelpunkt die US-amerikanische Familie Taylor steht. Als Sternekoch Paul (Kyle Chandler, "Carol") und die Professorin Ellen (Diane Lane, "Trumbo") ihren 25. Hochzeitstag feiern, sorgt die neue Freundin ihres Sohnes Josh (Dylan O'Brien, "Love and Monsters") für atmosphärische Störungen – Liz (Phoebe Dynevor, Netflix-Serie "Bridgerton") ist nämlich eine einstige Studentin von Ellen, die wegen ihrer kontroversen Ansichten vom College verwiesen wurde und nun eine der Anführerinnen einer radikalen Bewegung namens "The Change" ist, die den Umsturz des politischen Systems erreichen will ...

"The Secret Agent":
Der in Cannes mit vier Preisen ausgezeichnete komplexe Politthriller von Kleber Mendonça Filho ("Bacurau") ist der brasilianische Anwärter auf den Auslands-OSCAR 2026 und gilt als sehr aussichtsreich. Im Jahr 1977, während des brasilianischen Militärregimes, versucht Marcelo (Wagner Moura, "Civil War"), ein Technologieexperte mittleren Alters, einen Neustart in der Hafenstadt Recife. Doch schon bald erhält er Morddrohungen und fühlt sich zunehmend beobachtet und verfolgt von Agenten, die ihn subversiver Aktivitäten verdächtigen.

"Dann passiert das Leben":
In dem deutsch-österreichischen Ehedrama von Neele Vollmar ("Auerhaus") agieren Ulrich Tukur und Anke Engelke als Ehepaar, dessen Beziehung nach 35 Jahren durch seine nahende Pensionierung und einen tragischen Unfall eine neue Dynamik erhält.

"Bone Lake":
Der positiv rezensierte erotische Psychothriller von Mercedes Bryce Morgan erzählt vom jungen Paar Sage (Maddie Hasson, "Malignant") und Diego (Marco Pigossi, TV-Serie "Gen V"), das sich auf einen romantischen Urlaub in einem abgelegenen Haus am See freut. Dummerweise stellt sich heraus, dass es offenbar eine Doppelbuchung gab, denn auch Will (Alex Roe, "Rings") und Cin (Andra Nechita) treffen am Haus ein. Was harmlos beginnt, entwickelt sich schon bald zu einem alptraumhaften Labyrinth aus Sex, Lügen und Manipulation ...

Donnerstag, 2. Oktober 2025

KINOVORSCHAU OKTOBER 2025

Ein sehr abwechslungsreicher Kinomonat Oktober lockt mit jeder Menge Auswahl aus den verschiedensten Genres - auch wenn möglicherweise die ganz großen Highlights fehlen (bzw. als Netflix-Produktionen nur kurz und sehr limitiert im Kino laufen):

2. Oktober:
"Momo":
1973 veröffentlichte die deutsche Kinder- und Jugendbuch-Legende Michael Ende ("Die unendliche Geschichte") den Roman "Momo" über das titelgebende kleine Mädchen und ihren Kampf gegen die sogenannten Zeitdiebe. 1986 folgte eine erfolgreiche Verfilmung durch Johannes Schaaf mit Radost Bokel in der Titelrolle, die knapp 2,2 Millionen Zuschauer in die Kinos lockte. 2025 gibt es eine aufwendige, modernisierte Neuverfilmung durch den genreerfahrenen Christian Ditter ("Vorstadtkrokodile") mit internationaler Besetzung. Als Momo agiert diesmal Alexa Goodall, "Hobbit"-Star Martin Freeman spielt den Hüter der Zeit Meister Hora, in weiteren Rollen sind Kim Bodnia (Netflix-Serie "The Witcher"), Claes Bang ("Wilhelm Tell"), Laura Haddock (TV-Serie "Da Vinci's Demons") und David Schütter ("Der Tiger") mit dabei. Erste Kritiken fielen positiv aus, allerdings wird mitunter die für die Story etwas zu kurze Laufzeit von 90 Minuten bemängelt.

"The Smashing Machine":
Ex-Wrestler Dwayne "The Rock" Johnson ist seit vielen Jahren einer der erfolgreichsten und beliebtesten Schauspieler der Welt – wobei die Bandbreite seiner Rollen bislang allerdings ziemlich eng war. Johnson spielt in den meisten Fällen den harten, in Komödien aber auch selbstironischen Kerl, der es locker mit Hundertschaften an Bösen aufnimmt. Das kann er gut, aber kann er auch mehr? Hinweise darauf gab es vor allem zu Beginn seiner Karriere, als er auch mal etwas unkonventionellere Rollen wie die als schwuler Bodyguard in "Be Cool" übernahm und dabei zu gefallen wußte. Auch Emily Blunt, Johnsons Leinwandpartnerin in "Jungle Cruise", war davon überzeugt, dass er schauspielerisch viel mehr drauf hat als das, was die Kinogänger normalerweise zu sehen bekommen, und überredete ihn dazu, die Hauptrolle im Sportler-Biopic "The Smashing Machine" zu übernehmen. Auf den ersten Blick mag es nicht übermäßig ambitioniert wirken, als Ex-Wrestler einen MMA-Kämpfer zu verkörpern, doch unter der Regie von Indie-Darling Benny Safdie ("Der schwarze Diamant") zeigt Johnson nach einhelliger Kritikeransicht tatsächlich eine preisverdächtige Leistung, die ihm sehr wohl eine OSCAR-Nominierung bescheren könnte. Johnson spielt den zum Grübeln neigenden US-Amerikaner Mark Kerr, der es als Ringer beinahe zu den Olympischen Spielen schaffte und anschließend als Mixed-Martial-Arts-Kämpfer ein Star wurde. Die sportlichen Erfolge hatten allerdings gesundheitliche und private Nebenwirkungen … Emily Blunt spielt Kerrs Freundin Dawn Staples.

"A Big Bold Beautiful Journey":
Ein romantisches Fantasy-Road-Movie mit Margot Robbie ("Once Upon a Time in ... Hollywood") und Colin Farrell ("The Banshees of Inisherin") in den Hauptrollen – was soll da schon schiefgehen? Nun, in diesem Fall leider so einiges. Die Kritiken für den ersten, immerhin $45 Mio. teuren Mainstream-Film des bis dahin gefeierten südkoreanisch-stämmigen US-Filmemachers Kogonada ("After Yang", TV-Serie "Pachinko") erhielt in den USA bestenfalls mittelmäßige Kritiken und floppte an den Kinokassen ziemlich katastrophal (international läuft es allerdings besser). Worum geht es? Bei einer Hochzeit treffen sich David (Farrell) und Sarah (Robbie) – als David auf der Rückfahrt sieht, dass Sarahs Auto stehengeblieben ist, nimmt er sie in seinem Mietwagen mit, der mit einem sehr ungewöhnlichen KI-Navi ausgestattet ist. Dieses fragt das Duo, ob es Lust auf eine große, herausfordernde, wunderschöne Reise habe, die sie auch an viele Orte aus ihrer Vergangenheit führt ...

"Wie das Leben manchmal spielt":
In einer seiner letzten Rollen spielt der 2024 verstorbene Michel Blanc ("Ein Doktor auf Bestellung") den kurz vor der Pensionierung stehenden Richter Gilles, der für einen Monat seinen Führerschein verloren hat. Kurzerhand bietet er der überforderten jungen Kellnerin Marie-Line (die erfolgreiche Sängerin Louane, die dieses Jahr für Frankreich am Eurovision Song Contest teilnahm und immerhin Platz 7 belegte), die er gerade nach einem Streit mit ihrem Freund zu einer Geldstrafe verurteilt hat, an, für diesen Monat als seine Fahrerin zu arbeiten. Es entwickelt sich eine unerwartete Freundschaft, die die beiden so unterschiedlichen Persönlichkeiten nach und nach verändert.

Mittwoch, 3. September 2025

KINOVORSCHAU SEPTEMBER 2025

Ein praktisch garantierter deutscher Blockbuster ("Die Schule der magischen Tiere 4"), ein neuer Film von Paul Thomas Anderson ("One Battle After Another"), drei Horrorfilme ("Conjuring 4", "Dangerous Animals" und "The Long Walk"), ein Kultfilm-Remake ("Toxic Avenger") und etliche vielversprechende deutsche Produktionen - der September kann sich durchaus sehen lassen. Umso praktischer, daß es am Wochenende des 13. und 14. September wieder zum Kinofest mit stark reduzierten Preisen für viele Filme in den teilnehmenden Kinos kommt.

4. September:
"Conjuring 4: Das letzte Kapitel":
Die Zeit der großen Hollywood-Sommer-Blockbuster ist im September traditionell vorbei – das heißt aber natürlich noch lange nicht, dass es keine Fortsetzungen mehr geben würde! "Conjuring 4" leitet gewissermaßen die Halloween-Saison ein, wobei der vierte Teil der populären, auf angeblich wahren Geschehnissen basierenden Gruselreihe auch der letzte sein soll (aber natürlich gibt es bereits diverse Spin-Offs wie die "Annabelle"- und "The Nun"-Reihen). Somit ermitteln Patrick Wilson und Vera Farmiga ein angeblich letztes Mal gemeinsam als Ed und Lorraine Warren in Sachen Übernatürliches. Konkret geht es um die Familie Smurl, die über Jahre hinweg offenbar von einem Dämon drangsaliert wird. Regie führte wie beim dritten Teil Michael Chaves.

"Tafiti – Ab durch die Wüste":
Der deutsche Animationsfilm von Nina Wels ("Der kleine Drache Kokosnuß") adaptiert die gleichnamige Kinderbuchreihe von Julia Boehme und erzählt vom titelgebenden jungen Erdmännchen (gesprochen von Cosima Henman), das in der afrikanischen Savanne diverse Abenteuer erlebt. Als Tafitis Großvater von einer Giftschlange gebissen wird, kann nur eine seltene blaue Blume helfen – Tafiti und das Pinselohrschwein Pinsel (Bürger Lars Dietrich) machen sich auf die nicht ungefährliche Suche.

"22 Bahnen":
In Mia Maariel Meyers ("Die Saat") Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Caroline Wahl geht es um die Studentin Tilda (Luna Wedler, "Je suis Karl"), die sich neben Studium und Arbeit als Kassiererin auch noch um ihre kleine Schwester Ida (Zoë Baier) und ihre alkoholkranke Mutter (Laura Tonke, "Zwei im falschen Film") kümmert. Als sie ein attraktives Jobangebot in Berlin erhält und dort auch ihre Doktorarbeit schreiben könnte, muß sie sich zwischen ihrer persönlichen Zukunft und ihrem Verantwortungsbewußtsein für Schwester und Mutter entscheiden. Dann lernt sie auch noch Viktor (Jannis Niewöhner, "Narziss und Goldmund") kennen, der wie sie stets 22 Bahnen im Schwimmbad absolviert ...

Mittwoch, 6. August 2025

KINOVORSCHAU AUGUST 2025

Wie bereits im Juli ist auch im August 2025 die zahlenmäßige Auswahl an Kinofilmen nicht die allergrößte, genügend Interessantes gibt es aber auch ohne ganz große Hollywood-Blockbuster - vor allem, wenn man auf Fortsetzungen steht ...

7. August:
"Freakier Friday":
Als im Sommer 2003 mit Mark Waters' "Freaky Friday" ein Remake der Körpertauschkomödie "Ein ganz verrückter Freitag" aus dem Jahr 1976 (mit der sehr jungen Jodie Foster) in die Kinos kam, zeigten sich nicht nur die Kritiker sehr angetan, sondern auch das zahlende Publikum – dementsprechend wurde "Freaky Friday" ein großer kommerzieller Hit. So gesehen ist es erstaunlich, dass es ganze 22 Jahre bis zu einer Fortsetzung dauerte, die nun von der Kanadierin Nisha Ganatra ("Late Night") inszeniert wurde. Die beiden glänzend miteinander harmonierenden Hauptdarstellerinnen, die den ersten Teil überhaupt erst zum Erfolg machten, sind natürlich wieder mit dabei: Lindsay Lohan ("Machete") verkörpert erneut die inzwischen erwachsene Anna, Jamie Lee Curtis ("Halloween") ihre Mutter Tess. Anna hat nun selbst eine Tochter namens Harper (Julia Butters aus "Once Upon a Time in … Hollywood") und steht kurz vor der Hochzeit mit Eric (Manny Jacinto aus der grandiosen TV-Serie "The Good Place"). Einziges Problem ist, dass sich Harper und Erics etwa gleichaltrige Tochter Lily (Sophia Hammons) nicht ausstehen können – doch dann kommt es erneut zu einem ungewollten Körpertausch, und zwar einem doppelten. Denn während wie im Vorgänger erneut Mutter und Tochter ihre Körper tauschen – nur jetzt eben Anna und Harper –, finden sich zusätzlich auch noch Annas Mutter Tess und Lily im Körper der jeweils anderen wieder. Die erwartbare Folge: Chaos pur!

"Weapons – Die Stunde des Verschwindens":
Mit "Barbarian" schuf der junge US-Indie-Filmemacher Zach Cregger vor drei Jahren einen echten Überraschungserfolg, der bereits als moderner Klassiker des Horrorgenres gilt. Entsprechend gespannt sein darf man auf seinen Mystery-Thriller "Weapons", der mit ähnlich atmosphärisch-mysteriösen Trailern auffällt. Zur Handlung ist noch nicht viel mehr bekannt als die Prämisse: "Weapons" spielt in der US-Kleinstadt Maybrook, in der eines Nachts um 2.17 Uhr 17 Schüler und Schülerinnen einer Grundschulklasse spurlos verschwinden. Als ihre Lehrerin Justine (Julia Garner, "The Fantastic Four: First Steps") behauptet, Kontakt zu den Geistern der Verschollenen zu haben, halten die meisten sie natürlich für verrückt oder sogar für irgendwie in das Verschwinden involviert. Nur ein verzweifelter Vater (Josh Brolin, "Dune") glaubt Justine und erhofft sich von ihr Antworten … Erste US-Kritiken klingen extrem vielversprechend.

14. August:
"Das Kanu des Manitu":
Apropos späte Fortsetzungen: Sogar noch zwei Jahre älter als "Freaky Friday" ist "Der Schuh des Manitu", mit mehr als 11,7 Millionen Kinogängern ungefähr auf Platz 15 der meistbesuchten Kinofilme in Deutschland seit 1955 ("ungefähr" deshalb, weil genaue Zuschauerzahlen anfangs noch nicht oder nur unregelmäßig erhoben wurden). Der erste Kinofilm zur kultigen Sktech-Comedy "Bullyparade" von und mit Michael "Bully" Herbig, Rick Kavanian und Christian Tramitz traf damals mit seiner von einer gekonnten Marketingkampagne begleiteten Karl May-Parodie einen Nerv und sorgte beim Publikum für Begeisterung. Es folgten mit "(T)Raumschiff Surprise – Periode 1" (2004), dem animierten "Lissi und der wilde Kaiser" (2007) und "Bullyparade – Der Film" (2017) drei weitere "Bullyparade"-Auskopplungen mit allerdings nachlassendem Erfolg. Diesen Trend wollen Bully und Co. jetzt umkehren mit ihrer ersten echten Fortsetzung "Das Kanu des Manitu" und die Chancen sollten sehr gut stehen. Die Handlung dürfte dabei wie üblich Nebensache sein (eine neue Bande Gesetzloser sorgt für Unruhe im Wilden Westen), prominente Nebendarsteller sind Jessica Schwarz, Jasmin Schwiers und Rückkehrer Sky du Mont als Santa Maria.

Mittwoch, 2. Juli 2025

KINOVORSCHAU JULI 2025

Quantitativ ist der deutsche Kinomonat Juli 2025 nicht sonderlich stark bestückt und vor allem Originalstoffe sind rar; qualitativ dürfen wir uns aber auf etliche vielversprechende Großproduktionen wie den neuen "Superman", "Jurassic Park: Die Wiedergeburt", "The Fantastic Four – First Steps" oder "Die nackte Kanone" freuen, dazu kommen einige von der Kritik gefeierte Indie-Filme wie "The Ballad of Wallis Island", "The Life of Chuck" oder der OSCAR-nominierte "Memoiren einer Schnecke":

2./3. Juli:
"Jurassic World: Die Wiedergeburt" (3D):
Gerade einmal drei Jahre sind vergangen seit "Jurassic World: Ein neues Zeitalter", dem Abschluß der Trilogie mit Chris Pratt und Bryce Dallas Howard als Hauptdarstellern – eigentlich etwas wenig, um dem nächsten Reboot im Franchise den Untertitel "Die Wiedergeburt" zu verpassen. Aber was soll's, Dinosaurier sind und bleiben ein beliebtes Thema und damit ist auch das Interesse an neuen "Jurassic"-Filmen hoch. Oder zumindest hoffen das die produzierenden Universal Pictures. Obwohl die letzten beiden "Jurassic World"-Filme bei Kritikern und Publikum nicht allzu gut ankamen, scheinen die Chancen auf einen erfolgreichen Neubeginn gar nicht schlecht zu stehen: Mit Scarlett Johansson hat man einen echten Weltstar als neue Hauptdarstellerin verpflichtet (die sich übrigens selbst als "Jurassic Park"-Superfan bezeichnet), Regisseur Gareth Edwards hat schon mit "Godzilla" bewiesen, dass er sich mit Urzeitgetier auskennt und mit David Koepp kehrt der Drehbuch-Autor von "Jurassic Park" und dessen Fortsetzung "Vergessene Welt" zurück. Und Koepp hat offenbar auch erkannt, dass "Jurassic"-Filme dann am besten funktionieren, wenn sie in einem überschaubaren, isolierten Gebiet spielen, zumeist auf einer Insel. Das ist auch bei "Die Wiedergeburt" der Fall, wo ein von der Abenteurerin Zora Bennett (Johansson) angeführtes Expertenteam in einer früheren geheimen InGen-Forschungseinrichtung genetisches Material bestimmter Dinos einsammeln soll, aus dem man ein revolutionäres Heilmittel zu entwickeln hofft. Dabei drängt die Zeit, denn wie sich inzwischen herausgestellt hat, kommen die meisten Dinosaurier-Arten mit unserem heutigen Ökosystem nicht gut klar und drohen deshalb erneut auszusterben. Auf der Insel angekommen, treffen die Experten zunächst unerwartet auf eine nach einem Schiffbruch gestrandete Familie und machen dann eine folgenreiche Entdeckung … Mit Mahershala Ali ("Moonlight"), Jonathan Bailey (Netflix-Serie "Bridgerton") und Rupert Friend ("The Death of Stalin").

"Mädchen Mädchen":
Im Jahr 2001 feierte Regisseur Dennis Gansel mit der Teenie-Komödie "Mädchen, Mädchen" einen großen Erfolg: fast 1,8 Millionen Kinozuschauer bedeuteten immerhin Platz 25 in den Jahrescharts. Knapp ein Vierteljahrhundert später bringt Martina Plura ("Mein Lotta-Leben: Alles Tschaka mit Alpaka!") eine Neuinterpretation der Geschichte rund um die besten Freundinnen Inken (damals: Diana Amft, nun: Kya-Celina Barucki), Vicky (damals: Felicitias Woll, jetzt: Julia Novohradsky) und Lena (damals: Karoline Herfurth, nun: Nhung Hong) in die Kinos, die endlich ihren ersten Orgasmus erleben wollen. Mal sehen, ob die neuen Hauptdarstellerinnen ähnlich erfolgreiche Karrieren hinlegen werden wie ihre längst etablierten Vorgängerinnen – erste Kritiken lassen jedenfalls auf gute Unterhaltung hoffen, die qualitativ sogar das Original übertreffen könnte.

"Frisch":
Damian John Harpers ("In the Middle of the River") Adaption eines Romans von Mark McNay ist ein temporeicher deutscher Thriller, der den Schauplatz der Geschichte ins Ruhrgebiet verlegt. Hier hat sich Kai (Louis Hofmann, "Unter dem Sand") mit seiner Familie ein gutes Leben aufgebaut, das aber durch die Entlassung seines Bruders Mirko (Franz Pätzold, "Werk ohne Autor") aus dem Gefängnis bedroht wird – denn für den sollte Kai die Beute aus jenem Raubzug aufbewahren, für den er in den Knast mußte. Allerdings hat Kai den Großteil des Gelds bereits ausgegeben ...

Mittwoch, 4. Juni 2025

KINOVORSCHAU JUNI 2025

Der deutsche Kinomonat Juni 2025 hat überraschenderweise kein einziges Superhelden-Abenteuer zu bieten - langweilig wird es aber keinesfalls. Immerhin stehen mit der späten Horror-Fortsetzung "28 Years Later", der ersten Realverfilmung von "Drachenzähmen leicht gemacht", dem sündteuren Rennfilm "F1" oder dem actionreichen "John Wick"-Spin-Off "Ballerina" potentielle Highlights aus verschiedensten Genres zur Wahl. Dazu kommen noch Werke wie der neue Pixar-Originalfilm "Elio", das etwas andere (Horror-)Märchen "The Ugly Stepsister" oder das SciFi-Horror-Sequel "M3GAN 2.0":

5. Juni:
"Ballerina – From the World of John Wick":
Nach vier immer erfolgreicheren "John Wick"-Filmen rund um den von Keanu Reeves so meisterhaft verkörperten Ex-Auftragskiller sowie einer Spin-off-Serie ("The Continental" bei Amazon Prime Video) kommt mit "Ballerina" nun ein erstes "John Wick"-Kino-Spin-off in die Lichtspielhäuser. Unter der Regie von Len Wiseman ("Underworld") spielt Ana de Armas ("Knives Out") die titelgebende Tänzerin Eve, deren Familie in ihrer Kindheit fast komplett ausgelöscht wurde. Eve überlebte und fand Zuflucht bei der von der Direktorin (Anjelica Huston, "Die Tiefseetaucher") angeführten Ruska-Roma-Familie, zu der auch John Wick einst gehörte. Dort wurde sie zur Killerin ausgebildet und sinnt nun auf Rache für den Tod ihrer Familie … "Ballerina" spielt zwischen dem dritten und dem vierten "John Wick"-Kapitel und wird mehrere aus der Kino-Reihe bekannte Figuren auftreten lassen, darunter Wick selbst, "Continental"-Manager Winston (Ian McShane) und dessen rechte Hand Charon (Lance Reddick in seiner letzten Rolle). Den Haupt-Antagonisten verkörpert Gabriel Byrne ("Death of a Ladies' Man").

"The Ugly Stepsister":
Man sollte meinen, die Geschichte vom Aschenputtel respektive Cinderella wäre inzwischen wirklich oft genug verfilmt worden, aber die Norweger haben einen etwas anderen Ansatz gefunden und mit ihrer aus der Perspektive einer von Aschenputtels vermeintlich fiesen Stiefschwestern erzählten Story einen echten Kritiker-Hit gelandet. Dabei geht die schwarzhumorige Bodyhorror-Komödie von Langfilm-Regiedebütantin Emilie Blichfeldt alles andere als zimperlich vor und verdient sich ihre FSK 16-Freigabe (in etlichen Ländern gab es sogar nur eine Erwachsenen-Freigabe) redlich. Und ganz nebenbei hält sich "The Ugly Stepsister" teilweise sogar stärker an das ursprüngliche Märchen als die bekanntlich kräftig verharmlosten gängigen Versionen von Disney und Konsorten – deshalb die Kategorisierung als Bodyhorror (und viele Vergleiche mit dem diesjährigen OSCAR-Nominee "The Substance"). In der Titelrolle glänzt Lea Myren (TV-Serie "Kids in Crime") als Elvira, die schon immer im Schatten ihrer schönen Stiefschwester Agnes (Thea Sofie Loch Næss, "The Last King") stand. Als sich beide in den Prinzen Julian (Isac Calmroth) vergucken, ist Elvira wildentschlossen, wirklich alles zu geben, um sich durchzusetzen ...

"The Wedding Banquet":
Im Jahr 1993 schuf Ang Lee mit "Das Hochzeitsbankett" ein kleines Meisterwerk, das dem Taiwanesen den Weg zu seiner großen Hollywood-Karriere (u.a. "Brokeback Mountain", "Life of Pi") ebnete. Gut 30 Jahre später bringt der junge koreanischstämmige US-Amerikaner Andrew Ahn ("Driveways") ein Remake auf die Leinwand, das bei den Kritikern ähnlich gut abschneidet wie das Original. Im Mittelpunkt der romantischen Komödie steht der schwule Künstler Min ("Saturday Night Live"-Komiker Bowen Yang), der seine Aufenthaltsgenehmigung zu verlieren droht. Um eine Green Card zu erhalten, will Min eine Scheinehe mit seiner lesbischen Freundin Angela ("Star Wars"-Star Kelly Marie Tran) eingehen. Im Gegenzug soll Min die künstliche Befruchtung von Angela und ihrer Partnerin Lee (Lily Gladstone, "Killers of the Flower Moon") finanzieren. Daß das Ganze nur Schein ist, ahnt allerdings Mins Großmutter (Youn Yuh-jung, TV-Serie "Pachinko") nicht, die prompt ein großes, traditionell koreanisches Hochzeitsbankett organisiert.

Mittwoch, 30. April 2025

KINOVORSCHAU MAI 2025

Ein hochkarätiger Auftakt der Sommer-Blockbuster-Saison steht uns bevor mit potentiellen Highlights wie Marvels "Thunderbolts*", "Mission: Impossible - The Final Reckoning", Wes Andersons "Der phönizische Meisterstreich", dem Realfilm-Remake von "Lilo & Stitch" oder den Reboots der "Final Destination"- und "Karate Kid"-Reihen:

1. Mai:
"Thunderbolts*" (3D):
Nach seiner jetzt doch schon etwas länger anhaltenden schwächeren Phase (abgesehen von "Deadpool & Wolverine") hofft das Marvel Cinematic Universe, zum Auftakt der Sommer-Blockbuster-Saison mit "Thunderbolts*" (ja, das Sternchen gehört zum Titel) endlich wieder richtig durchzustarten. Und die Chancen stehen gar nicht so schlecht, denn erstens kam "Thunderbolts*" – übrigens der offizielle Abschluß von Phase 5 des MCU – bereits in Testvorführungen dem Vernehmen nach deutlich besser an als viele der letzten MCU-Vertreter, zweitens stimmen auch die "echten" Kritiken zum Start und drittens ziehen Filme über ungewöhnliche, leicht bis sehr verrückte Teams in der Regel viele Zuschauer an – zumindest wenn sie, wie die "Guardians of the Galaxy"-Trilogie oder "The Suicide Squad" von James Gunn stammen. Das ist hier zwar nicht der Fall (obwohl Gunn vor seinem endgültigen Wechsel zum großen Konkurrenten DC tatsächlich mit dem Film liebäugelte). Dennoch verspricht die Ansammlung von überwiegend bereits aus dem MCU bekannten Antihelden wie der neuen Black Widow Yelena Belova (Florence Pugh, aus "Black Widow" und der Miniserie "Hawkeye"), ihrem Ziehvater Red Guardian (David Harbour, ebenfalls aus "Black Widow"), dem kurzzeitigen Captain America John Walker aka U.S. Agent (Wyatt Russell, aus der Miniserie "The Falcon and the Winter Soldier"), Antonia "Taskmaster" Dreykov (Olga Kurylenko, auch aus "Black Widow"), Ava "Ghost" Starr (Hannah John-Kamen, aus "Ant-Man and the Wasp") und dem unverwüstlichen Bucky Barnes (Sebastian Stan, seit "Captain America" ein wichtiger Teil des MCU) reichlich Spaß und Action. Vor allem Florence Pugh erhält viel Lob für ihre darstellerische Leistung als ambivalente und traumatisierte Auftragskillerin – generell soll der Film wohl düsterer sein als ursprünglich erwartet. Zur Story: Die Antihelden geraten mitten in die dubiosen Pläne der undurchsichtigen CIA-Direktorin Valentina Allegra de Fontaine (Julia Louis-Dreyfus, hatte in "The Falcon and the Winter Soldier" ihren ersten Auftritt) und müssen zusammenarbeiten, um eine neue Bedrohung zu beseitigen. Regie führte Jake Schreier ("Robot & Frank", "Margos Spuren").

"Die Legende von Ochi":
Die inzwischen 15-jährige deutsche "Systemsprenger"-Hauptdarstellerin Helena Zengel wagt sich nach Paul Greengrass' "Neues aus der Welt" erneut nach Hollywood (im weiteren Sinne) und spielt die Hauptrolle im ausgesprochen positiv rezensierten familenfreundlichen und nostalgischen Fantasy-Abenteuer "Die Legende von Ochi", das vom vor allem für seine anspruchsvollen Horrorfilme berühmt gewordenen Independent-Studio A24 vertrieben wird. Zengel verkörpert unter der Leitung des Langfilm-Regiedebütanten Isiah Saxon die jugendliche Osteuropäerin Yuri, die auf einem Bauernhof auf einer Insel im Schwarzen Meer aufwächst. Eine Besonderheit dieser Insel sind Kreaturen namens "Ochi", die als sehr gefährlich gelten. Doch Yuri stößt auf ein junges, verletztes Ochi, freundet sich heimlich mit dem Wesen an und will es auf eigene Faust zu seiner Familie zurückbringen … Weitere Rollen spielen Willem Dafoe, "Es"-Star Finn Wolfhard und Emily Watson.

"Death of a Unicorn":
Mit eher mittelmäßigen Kritiken mußte sich zumindest in den USA diese Horrorkomödie von Alex Scharfman – noch ein Kino-Regiedebütant – begnügen, dabei klingt die Prämisse vielversprechend: Elliot (Paul "Ant-Man" Rudd) und seine Tochter Ridley (Jenna "Wednesday" Ortega) sind auf dem Weg zu Elliots stinkreichem Chef Odell Leopold (Richard E. Grant), der sie zu einem Wochenende bei sich und seiner Familie eingeladen hat. Auf der Fahrt geschieht allerdings etwas ganz und gar nicht Alltägliches: Sie überfahren ein Einhorn-Fohlen! Kurzerhand packen sie die Kreatur in den Kofferraum und nehmen sie mit zu Leopolds Anwesen. Als sich zeigt, dass die Berührung des Einhorns eine wundersame Heilwirkung zeitigt, wittert Milliardär Leopold seine Chance und will das Fabeltier in einem Labor genau untersuchen, um daraus (noch mehr) Geld zu machen. Ridleys Warnungen, dass Einhörner in vielen alten Geschichten keineswegs rein gute Wesen sind und man deshalb vielleicht lieber vorsichtig sein sollte, werden derweil in den Wind geschlagen ...