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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit längerer Zeit das Cover meines neuen Buchs präsen...

Montag, 15. Oktober 2018

TV-Tips für die Woche 42/2018

Montag, 15. Oktober:
Arte, 22.40 Uhr: "Another Country" (1984)
Die britische Theateradaption erzählt in der Art eines Jugenddramas die recht lose auf wahren Geschehnissen beruhende Story von Guy Bennett (Rupert Everett), der den ungewöhnlichen Weg vom britischen Eliteschüler in den 1930er Jahren hin zu einem sowjetischen Spion ging.

HR, 23.30 Uhr: "Geheimring 99" (1955)
Cornel Wilde spielt in dem sehr stimmungsvollen, für seine Entstehungszeit ziemlich expliziten Spät-Film noir den Polizisten Diamond, der alles versucht, um den Gangsterboß Mr. Brown zu Fall zu bringen, hinter dem er schon lange her ist.

Außerdem:
Mr. Turner - Meister des Lichts (Free-TV-Premiere des für vier OSCARs nominierten, kunstvoll gefilmten und präzise beobachteten Biopics über den Maler der britischen Romantik; 20.15 Uhr bei Arte)
Sicario (der meiner Meinung nach beste Kinofilm des Jahres 2015 ist ein schweißtreibend spannender Action-Thriller mit Emily Blunt, Josh Brolin und Benicio del Toro, in dem der Kampf des FBI gegen die Drogenkartelle wie ein Kriegsfilm inszeniert ist; 22.15 Uhr im ZDF)
Carol (Todd Haynes' unfaßbar elegeante, sechsfach OSCAR-nominierte Patricia Highsmith-Adaption über die scheinbar unmögliche Liebe zwischen zwei Frauen verschiedener Schichten in den 1950er Jahren, wunderbar verkörpert von Cate Blanchett und Rooney Mara; 23.15 Uhr im NDR)

Dienstag, 16. Oktober:
Kabel Eins, 20.15 Uhr: "Miss Undercover" (2005)
Die Komödie, in der sie als rauhbeinige, ziemlich undamenhafte FBI-Agentin undercover an einem Schönheitswettbewerb teilnehmen muß, zählt zu den größten Kassenhits von Sandra Bullock. Als ihr mit der Thematik vertrauter Trainer glänzt zudem Sir Michael Caine. Direkt im Anschluß (22.30 Uhr) zeigt Kabel Eins die allerdings schwächere Fortsetzung.

Außerdem:
Marie Antoinette (Sofia Coppolas bunte Pop-Version des Lebens der nicht gerade vom Glück verfolgten, von Kirsten Dunst verkörperten französischen Königin ist zwar oberflächlich, dafür aber ziemlich unterhaltsam; 20.15 Uhr bei Servus TV)

Samstag, 13. Oktober 2018

Samstags-Update (41/2018)

Erneut keine nennenswerten Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende Oktober:


Box Office-News:
In den nun wohl wirklich zum letzten Mal in diesem Jahr von dem spätsommerlichen Wetter gebremsten deutschen Kinocharts gibt es einen Zweikampf um die Spitze zwischen "Venom" und "Die Unglaublichen 2" - beide zielen auf je etwa 200.000 Zuschauer ab, was für "Venom" einen nicht unerwartet heftigen Rückgang um deutlich mehr als die Hälfte bedeutet (allerdings startete das "Spider-Man"-Spin-Off einen Tag früher als üblich), wohingegen sich das Pixar-Familienabenteuer ebenso wenig überraschend gut hält. Platz 3 dürfte sich "A Star Is Born" mit deutlich über 100.000 Besuchern holen. Die Neustarts enttäuschen durch die Bank: Der in den USA recht erfolgreiche Animationsfilm "Smallfoot" sollte mit etwas über 100.000 Kinogängern knapp hinter "A Star Is Born" auf Rang 4 landen, könnte allerdings mit einem guten Sonntag noch das Treppchen erobern. Dagegen landen der deutsche Thriller "Abgeschnitten" mit Moritz Bleibtreu, die derbe Puppen-Krimikomödie "The Happytime Murders" mit Melissa McCarthy sowie Drew Goddards stark besetzter tarantinoesker Noir-Thriller "Bad Times at the El Royale" mit jeweils weniger als 50.000 Zuschauern in der unteren Hälfte der Top 10.
Auch in den USA verliert "Venom" stark (60%), sollte aber mit mehr als $30 Mio. am zweiten Wochenende die Führung verteidigen, dicht gefolgt allerdings von Bradley Coopers "A Star Is Born", der sich mit einem Rückgang um lediglich 30% auf $30 Mio. sensationell hält. Relativ enttäuschend verläuft dagegen der Start einer anderen OSCAR-Hoffnung: Damien Chazelles "Aufbruch zum Mond" mit Ryan Gosling als Neil Armstrong holt sich mit mehr als $15 Mio. vermutlich Platz 3, verfehlt damit aber das erwartete Resultat jenseits der $20 Mio.-Marke. Mal sehen, ob Rückenwind durch die Ende Oktober startende Awards Season sowie eine solide Mundpropaganda (die aber nicht ganz entsprechend den starken Kritiken ausfällt) die erhoffte lange Laufzeit bringen. Mit ein wenig Pech könnte "Aufbruch zum Mond" zum Auftakt sogar die Top 3 verpassen, denn der zweite breite Neustart der Woche, der Familienfilm "Gänsehaut 2", eröffnet ebenfalls mit gut $15 Mio. und könnte mit einem starken Samstag und Sonntag noch am Astronauten-Biopic vorbeiziehen. Zwar ist das im Vergleich zum ersten Teil ($23,6 Mio.) so oder so ein beträchtlicher Rückgang, jedoch ist die Fortsetzung mit $35 Mio. (gegenüber $58 Mio.) ungewöhnlicherweise deutlich günstiger produziert; ein kommerzieller Erfolg sollte es für Sony also werden. Auch der dritte breite Neustart der Woche kann nicht allzu glücklich über sein Ergebnis sein: "Bad Times at the El Royale" mit Jeff Bridges und Chris Hemsworth zielt auf $8 Mio. ab und sollte sich damit auf Platz 6 oder 7 einfinden. Die Top 10 knackt zudem der hochgelobte gesellschaftskritische Jugendfilm "The Hate U Give", der am zweiten Wochenende in nur 250 Kinos auf $1,5 Mio. kommt. In Deutschland startet "Gänsehaut 2" am 25. Oktober, "Aufbruch zum Mond" folgt am 8. November und "The Hate U Give" am 24. Januar.

Quellen:

Dienstag, 9. Oktober 2018

THE UNTHINKABLE (2018)

Originaltitel: Den blomstertid nu kommer
Regie: Crazy Pictures, Drehbuch: Christoffer Nordenrot, Crazy Pictures, Musik: Gustaf Spetz
Darsteller: Christoffer Nordenrot, Lisa Henni, Jesper Barkselius, Pia Halvorsen, Karin Bertling, Ulrika Bäckström, Magnus Sundberg, Krister Kern, Alexej Manvelov, Lo Lexfors
 Den blomstertid nu kommer (2018) on IMDb Rotten Tomatoes: -; FSK: nicht geprüft, Dauer: 129 Minuten.

Vor mehr als zehn Jahren zerbrach nach einem desaströsen Weihnachtsabend die Familie des Teenagers Alex, der deshalb kurzerhand zu seinem Onkel zog. Inzwischen ist Alex (Christoffer Nordenrot, "Ein Mann namens Ove") ein international sehr erfolgreicher, wenn auch im Umgang nicht ganz einfacher Pianist, der nach einem rätselhaften Terroranschlag auf Schweden für eine Beerdigung erstmals in seine Heimat zurückkehrt. Dort trifft er unerwartet auf seine Jugendliebe Anna (Lisa Henni, "Easy Money"), die den Ort kurz vor ihm verlassen und ihm damit seine Flucht erleichtert hatte. Beider Gefühle flammen sofort wieder auf, doch für Romantik ist bald keine Zeit mehr: Der Anschlag erweist sich als nur der Beginn eines großangelegten Angriffs auf Schweden. Während die Regierung – darunter Annas Mutter Eva (Pia Halvorsen, TV-Serie "Real Humans"), die Agrarministerin – noch über die Identität der Angreifer und die geeigneten Gegenmaßnahmen berät, gerät Alex' Vater Björn (Jesper Barkselius, "Die Nacht der Jäger") direkt in die Schußlinie, als das Kraftwerk, in dem er arbeitet, von Bewaffneten attackiert wird. Nur gut, daß der paranoide ehemalige Soldat Björn sich seit Jahren auf eine russische Invasion vorbereitet hat …

Montag, 8. Oktober 2018

TV-Tips für die Woche 41/2018

Montag, 8. Oktober:
Arte, 20.15 Uhr: "Eine ganz normale Familie" (1980)
Gleich für sein Regiedebüt erhielt Superstar Robert Redford zwei OSCARs (Bester Film, Beste Regie), insgesamt gab es vier für das intensive Familiendrama nach einem Roman von Judith Guest. Es geht um die glückliche Familie Jarrett, die nach einem Unglück, bei dem der ältere von zwei Söhnen stirbt, zu zerbrechen droht. Conrad (Timothy Hutton, TV-Serie "Leverage") kommt nicht darüber hinweg, daß er überlebte und sein großer Bruder nicht, weshalb er sogar versucht, sich das Leben zu nehmen. Nicht hilfreich ist, daß seine Mutter (Mary Tyler Moore) ihm zwar keine direkten Vorwürfe macht, Conrad ihre wahren Gefühle aber trotzdem spüren läßt. Vater Calvin (Donald Sutherland) versucht, die Familie zusammenzuhalten, das scheint jedoch aussichtslos - kann Psychiater Dr. Berger (Judd Hirsch, "Independence Day") helfen?

Arte, 22.15 Uhr: "Der Sommer mit Mama" (2015)
Free-TV-Premiere der mit insgesamt 28 Filmpreisen (u.a. bei der Berlinale) ausgezeichneten brasilianischen Tragikomödie über eine wohlhabende Familie, deren standesbewußtes Leben durch die 17-jährige, bei einer Freundin ihrer Mutter aufgewachsene Tochter der Haushälterin durcheinandergebracht wird, die den Sommer im Haus verbringt.

Dienstag, 9. Oktober:
Tele 5, 0.30 Uhr: "The Baytown Outlaws" (2012)
Free-TV-Premiere der gut besetzten B-Movie-Actionkomödie über einen korrupten Südstaaten-Kleinstadt-Sheriff (Andre Braugher) und seine drei prolligen Ziehsöhne (Ex-"Lethal Weapon"-Serienstar Clayne Crawford, Ex-"Vikings"-Star Travis Fimmel, Daniel Cudmore), die zusammen die Kriminellen der Region nicht nur dingfest machen, sondern auch gleich ausrauben und nicht selten umbringen. Doch als sie eine Frau ("Desperate Housewives"-Schönheit Eva Longoria) bittet, ihren Patensohn aus den Fängen eines brutalen Drogenbarons (Billy Bob Thronton) zu befreien, könnten sie tatsächlich einmal etwas Gutes tun ...

Außerdem:
Snowpiercer (ein unkonventioneller, fast vollständig in einem riesigen Zug spielender Arthouse-Endzeitfilm von Park Chan-wook, der mit starker Besetzung - Chris Evans, Tilda Swinton, John Hurt, Ed Harris, Octavia Spencer - eine wenig glaubwürdige, aber spannende und actionreiche gesellschaftskritische Geschichte erzählt; 22.00 Uhr bei Pro7Maxx)
A Lonely Place to Die - Todesfalle Highlands (spannender Survival-Thriller mit Melissa George; 2.30 Uhr bei ZDF Neo, das leider nur die um zwei Minuten gekürzte FSK 16-Fassung zeigt)

Samstag, 6. Oktober 2018

Samstags-Update (40/2018)

Keine nennenswerten Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende Oktober:


Box Office-News:
Tja, selbst im Herbst macht den deutschen Kinos das schöne Wetter zu schaffen, immerhin sorgen diese Woche aber zwei überzeugende Neustarts für relativ gute Laune: Die Führung übernimmt mit weitem Abstand und trotz mieser Kritiken Sonys Spider-Man-Spin-Off "Venom" mit Tom Hardy und Michelle Williams. Mit bis zu einer halben Million Zuschauern werden die Erwartungen sogar deutlich übertroffen - selbst der letzte Spidey-Film "Homecoming" eröffnete nur mit 300.000 Besuchern! Den ersten Reaktionen nach scheint "Venom" beim Publikum auch deutlich besser anzukommen als bei den Kritikern, also könnte ein längerer guter Herbstlauf möglich sein. Platz 2 holt sich Vorwochenchampion "Die Unglaublichen 2", der relativ stark auf 250.000 Kinogänger fällt, damit aber deutlich vor Bradley Coopers Regiedebüt "A Star Is Born" mit zwei großen OSCAR-Hoffnungen in den Hauptrollen (Cooper und Lady Gaga) bleibt; dessen etwa 150.000 Zuschauer sind aber beileibe nicht schlecht und dürften sich über eine lange Laufzeit während der Awards Season potenzieren. Weniger glücklich dürfte Florian Henckel von Donnersmarck sein, dessen viel und durchaus kontrovers (insgesamt aber positiv) diskutierter Dreistünder "Werk ohne Autor" mit etwa 50.000 überwiegend Arthouse-Besuchern ziemlich zäh in Fahrt kommt und sich zwischen Platz 6 und 8 einordnen sollte.
In den USA stellt "Venom" gar einen Oktober-Startrekord auf und übertrifft mit wohl mindestens $75 Mio. deutlich die Erwartungen (die bei um die $60 Mio. lagen) - den bisherigen Rekord hielt übrigens "Gravity" mit $55,7 Mio. vor fünf Jahren. Ebenfalls beeindruckend legt "A Star Is Born" los, der Musikfilm eröffnet mit sehr starken bis zu $45 Mio. auf Rang 2 und könnte mit der erwarteten Anerkennung während der Awards Season im Endergebnis "Venom" übertreffen. Platz 3 geht an Vorwochensieger "Smallfoot" mit $15 Mio., was nicht nur angesichts der beiden starken Neustarts ein bemerkenswert geringer Rückgang gegenüber der Startwoche ist.

Quellen:

Donnerstag, 4. Oktober 2018

PIERCING (2018)

Regie und Drehbuch: Nicolas Pesce
Darsteller: Christopher Abbott, Mia Wasikowska, Laia Costa, Marin Ireland, Maria Dizzia
 Piercing (2018) on IMDb Rotten Tomatoes: 85% (5,7); FSK: nicht geprüft, Dauer: 81 Minuten.

Reed (Christopher Abbott, "Aufbruch zum Mond") und seine Frau Mona (Laia Costa, "Victoria") sind gerade zum ersten Mal Eltern geworden. Theoretisch könnten sie ein sehr glückliches Familienleben führen – wäre da nicht Reeds unbezähmbarer Drang, Menschen wehzutun. Um nicht seine Frau und das Baby zu gefährden, beschließt Reed (mit Monas Einwilligung), sein Verlangen anderweitig auszuleben. So verabschiedet er sich von seiner Familie, nimmt sich ein Zimmer in einem billigen Hotel und bestellt sich, nachdem er sein geplantes Vorgehen genau durchgegangen ist, eine Prostituierte. Diese taucht nach einer Stunde auf, heißt Jackie (Mia Wasikowska, "Stoker") und ist nicht wirklich jenes einfache Opfer, das Reed erwartet hatte. Vielmehr hat Jackie ihre eigenen dunklen Phantasien, die unter anderem mit Körperschmuck zu tun haben …

Dienstag, 2. Oktober 2018

HEAVY TRIP (2018)

Originaltitel: Hevi reissu
Regie: Juuso Laatio und Jukka Vidgren, Drehbuch: Juuso Laatio, Aleksi Puranen, Jari Olavi Rantala und Jukka Vidgren, Musik: Lauri Porra
Darsteller: Johannes Holopainen, Antti Heikkinen, Max Ovaska, Samuli Jaskio, Ville Tiihonen, Minka Kuustonen, Chike Ohanwe, Rune Temte
 Heavy Trip (2018) on IMDb Rotten Tomatoes: 85% (7,1); Zuschauerzahl in Finnland: ca. 25.000
FSK: 12, Dauer: 91 Minuten.
Seit 12 Jahren spielen Turo (Johannes Holopainen, "Der unbekannte Soldat"), Lotvonen (Samuli Jaskio), Jynkky (Antti Heikkinen) und Pasi (Max Ovaska, TV-Serie "Nymphs") zusammen in ihrer eigenen, immer noch namenlosen Heavy Metal-Coverband – nun fragen sie sich, ob sie vielleicht irgendwann einmal öffentlich auftreten sollten anstatt immer nur zu üben. Das könnte auch ihrem Image helfen, denn in ihrem finnischen Heimatort Taivalkoski gelten die vier jungen Männer als merkwürdige Verlierer und werden bestenfalls mitleidig betrachtet, schlimmstenfalls verspottet. Als die Band zufällig Frank (Rune Temte, TV-Serie "Fortitude"), den Organisator des norwegischen Heavy Metal-Festivals "Northern Damnation", trifft und ihm ein Demoband ihres ersten eigenen Songs mitgebt, könnte sich ihr Traum erfüllen. Da Leadsänger Turo vor seiner schönen früheren Schulkameradin Miia (Minka Kuustonen, "Das Mädchen und der Rapper") etwas angibt, macht im Dorf in Windeseile die Runde, daß der Auftritt bereits feststehe – und schon werden sie in der öffentlichen Wahrnehmung von Losern zu Helden. Nur der schleimige Schlagersänger Jouni (Ville Tiihonen, TV-Serie "Black Widows"), der selbst hinter Miia her ist, ist wenig begeistert von der unerwarteten Konkurrenz. Doch noch wartet Turo auf die Zusage, daß sie tatsächlich in Norwegen auftreten dürfen …

Montag, 1. Oktober 2018

TV-Tips für die Woche 40/2018

Montag, 1. Oktober:
Arte, 20.15 Uhr: "M.A.S.H." (1970)
Robert Altmans gemäß der Buchvorlage von Richard Hooker im Korea-Krieg in den 1950er Jahren spielende, aber auf den beim Kino-Release aktiven Vietnam-Krieg abzielende bissige Kriegssatire war für fünf OSCARs nominiert und gewann den Drehbuch-Preis (was ironisch ist, da am Set so viel improvisiert wurde, daß Autor Lardner sein Werk kaum wiedererkannte ...). Das war besonders deshalb bemerkenswert, weil sich bis dahin noch kaum ein Hollywood-Film getraut hatte, den Vietnam-Krieg offen zu kritisieren. "M.A.S.H." nahm diesbezüglich kein Blatt vor den Mund, entsprechend zynisch ist die Haltung des Films. "M.A.S.H." spielt in einem mobilen Feldlazarett nahe der Front, wo die physisch und psychisch überforderten, vorwiegend eingezogenen Chirurgen quasi im Minutentakt die Verwundeten operieren müssen und in ihrer wenigen freien Zeit durch reichlichen Alkoholgenuß, fiese Streiche und sonstige Eskapaden versuchen, das Erlebte halbwegs zu bewältigen. Der Humor ist daher bewußt derb und zynisch gehalten, zudem ist die Handlung sehr anekdotenhaft - trotzdem funktioniert das Konzept dank Altmans cleverer Inszenierung und der leidenschaftlichen Darstellung von Könnern wie Donald Sutherland, Tom Skerritt, Elliott Gould oder Robert Duvall. Der Film zog ein paar Jahre später die langlebige TV-Serie "M*A*S*H" nach sich, die sich zwar relativ deutlich unterschied, aber letztlich sogar noch erfolgreicher wurde (die Finalfolge hält bis heute den Rekord für die höchste Zuschauerzahl einer Serie im US-Fernsehen: 106 Millionen!).

MDR, 23.05 Uhr: "Der geteilte Himmel" (1964)
Konrad Wolfs Verfilmung des gleichnamigen Romans von Christa Wolf (nicht verwandt) gilt als einer der großen Klassiker des DDR-Kinos und sorgte damals für Neid bei den westdeutschen Kritikern, die im dortigen Kino wenig vergleichbare Qualität sahen. In der DDR selbst wurde "Der geteilte Himmel" jedoch sehr kontrovers diskutiert (und mehrfach vorübergehend verboten), da die Geschichte der jungen Rita (Renate Blume), die beim Versuch, ihren Platz im Leben zu finden, zahlreiche Ungerechtigkeiten "von oben" beobachtet und erfährt, bei den Funktioniären nicht so richtig gut ankam ...

Dienstag, 2. Oktober:
Tele 5, 20.15 Uhr: "Nordwand" (2008)
Mit Benno Fürmann, Florian Lukas, Katharina Wackernagel und Ulrich Tukur stark besetztes Bergsteigerdrama von Philipp Stölzl über einen riskanten Erstbesteigungsversuch der Eiger-Nordwand kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges.

Außerdem:
Johnny English (ehe am 18. Oktober der Teil 3 der James Bond-Parodie mit Rowan Atkinson in die Kinos kommt, zeigt SuperRTL um 20.15 Uhr noch einmal das erste Kinoabenteuer des schusseligen Geheimagenten)
Moneyball (sehenswerter, nicht vorrangig auf Sportszenen setzender Baseball-Film mit Brad Pitt als Teammanager; 20.15 Uhr bei Pro7Maxx)

Samstag, 29. September 2018

Samstags-Update (39/2018)

Keine nennenswerten Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende Oktober:


Box Office-News:
Pixars "Die Unglaublichen 2" übernimmt selbstverständlich mit großem Abstand die Spitze in den deutschen Charts, erreicht mit bis zu 600.000 Zuschauern jedoch nicht das Startergebnis des Vorgängers (750.000). Für eine Goldene Leinwand für drei Millionen Besucher (Teil 1 kam auf 3,5 Millionen) könnte der Start aber durchaus reichen. Platz 2 holt sich etwas überraschend Til Schweigers "Klassentreffen 1.0", denn die Komödie bleibt trotz mieser Kritiken und eines verhaltenen Starts auf Vorwochenniveau - und damit ziemlich weit vor Michael "Bully" Herbigs DDR-Fluchtthriller "Ballon", der sich mit wohl etwas mehr als 100.000 Kinogängern Bronze holt und nun auf positive Mundpropaganda und eine lange Laufzeit hoffen muß.
In den USA dominieren zwei Neustarts mit ordentlichen Ergebnissen: Die Führung sollte mit gut $25 Mio. die Komödie "Night School" mit Kevin Hart und Tiffany Haddish übernehmen, doch der Animationsfilm "Smallfoot" liegt nach den frühen Freitagszahlen nur etwa $2 Mio. zurück und könnte "Night School" noch gefährlich werden. Der Vorwochenspitzenreiter "Das Haus der geheimnisvollen Uhren" verliert etwa die Hälfte und fällt mit ca. $12 Mio. auf den dritten Rang zurück. Ebenfalls im Rahmen der Erwartungen eröffnet die Horrorkomödie "Hell Fest", die mit ungefähr $5 Mio. zwischen Platz 5 und 7 landen sollte. In Deutschland läuft "Smallfoot" am 11. Oktober an, "Night School" folgt am 15. November; "Hell Fest" ist noch ohne Starttermin (und könnte auch ein direkter Heimkino-Release werden).

Quellen:

Donnerstag, 27. September 2018

ELIZABETH HARVEST (2018)

Regie und Drehbuch: Sebastian Gutierrez, Musik: Rachel Zeffira
Darsteller: Abbey Lee, Ciarán Hinds, Carla Gugino, Matthew Beard, Dylan Baker
 Elizabeth Harvest (2018) on IMDb Rotten Tomatoes: 50% (6,2); FSK: nicht geprüft, Dauer: 105 Minuten.
Die junge und schöne Elizabeth (Abbey Lee, "Der dunkle Turm") hat gerade erst den deutlich älteren Henry (Ciáran Hinds, "Die Frau in Schwarz") – genialer, mit dem Nobelpreis geehrter Wissenschaftler – geheiratet und kommt nun mit ihm in seinem abgelegenen, hochmodernen Anwesen in den Bergen an. Empfangen werden die Frischvermählten von zwei Bediensteten, der Haushälterin Claire (Carla Gugino, "Sin City") und dem jungen Oliver (Matthew Beard, "The Imitation Game"), der sich als blind herausstellt. Elizabeth ist ein wenig eingeschüchtert von dem großen Haus, dessen Türen per Fingerabdruck-Scan geöffnet werden, außerdem fragt sie sich insgeheim, was ein brillanter Mann wie Henry eigentlich mit einer so einfachen Person wie ihr anfangen will. Als Henry ihr bei seiner Führung durchs Haus einschärft, einen bestimmten Raum keinesfalls zu öffnen, weckt das wenig überraschend ihre Neugier. Und weil Henry am folgenden Tag beruflich unterwegs ist, kann sie der Versuchung nicht widerstehen …