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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Samstag, 29. April 2017

Samstags-Update (17/2017)

Es gibt ein paar kleinere Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende Juni, unter anderem hat die US-Tragikomödie "Wilson" mit Woody Harrelson einen Startplatz gefunden:


Box Office-News:
Keine Überraschung: "Guardians of the Galaxy 2" erobert deutlich die Spitze der deutschen Charts und setzt so die eindrucksvolle Serie der zweiten Teile innerhalb des Marvel Cinematic Universe fort, die allesamt die Ergebnisse des Vorgängers klar übertreffen. "Guardians of the Galaxy 2" zielt laut InsideKino auf mindestens 600.000 Zuschauer ab, was ein Drittel mehr wäre als beim ersten Teil (gut 460.000). Zugegebenermaßen konnte man eigentlich noch etwas mehr erhoffen - die Steigerungsraten in anderen Ländern sind teils bedeutend höher -, aber das für Sonntag vorhergesagte schöne Frühlingswetter bremst doch ein wenig. Mit "Fast & Furious 8" schafft es nur noch ein weiterer Film auf sechsstellige Besucherzahlen, das jedoch deutlich (knapp eine Viertelmillion). Für Platz 3 reichen etwas mehr als 50.000 Kinogänger, die sowohl "Die Schöne und das Biest" als auch "Boss Baby" anstreben. Knapp dahinter könnte die deutsche Komödie "Happy Burnout" mit Wotan Wilke Möhring und Anke Engelke - der einzige weitere größere Neustart der Woche - Rang 5 erobern.
Die Amerikaner müssen noch eine Woche auf die "Guardians" warten, dementsprechend trübe sehen die Charts an diesem Wochenende aus. "Fast & Furious 8" verteidigt mit weniger als $20 Mio. ein weiteres Mal die Spitze, dahinter landen drei Neustarts mit sehr unterschiedlichen Ausgangslagen auf den Plätzen. Rang 2 geht mit mehr als $10 Mio. an die lateinamerikanisch geprägte (aber englischsprachige) Komödie "How to Be a Latin Lover" mit dem mexikanischen Superstar Eugenio Derbez und Salma Hayek - ein starkes Ergebnis angesichts der Tatsache, daß der Film nur in gut 1100 Kinos zu sehen ist. Das sind ziemlich genau 2000 weniger als bei dem Techno-Thriller "The Circle" mit Tom Hanks und Emma Watson, der wohl als Folge mieser Kritiken dennoch dahinter landen und die $10 Mio. knapp verpassen dürfte (allerdings auch nur knapp $20 Mio. kostete). Mit etwas Pech reicht es vielleicht sogar nur für Rang 4, da sich das Historienepos "Baahubali 2" in gerade 450 Kinos mit rund $10 Mio. der erfolgreichste indische Neustart aller Zeiten in Nordamerika wird (bislang: Teil 1 mit $3,6 Mio.)! In Deutschland startet "The Circle" am 14. September, "How to Be a Latin Lover" und "Baahubali 2" haben noch keine Starttermine.

Quellen:

Donnerstag, 27. April 2017

Kurz-Nachruf: Jonathan Demme (1944-2017)

Ihm gelang das Kunststück, mit einem (zumindest im weiteren Sinne) Horrorfilm den OSCAR zu gewinnen, zudem war er maßgeblich daran beteiligt, das Bewußtsein für AIDS nachhaltig in der Gesellschaft zu verankern: Am gestrigen 26. April verstarb der amerikanische Regisseur und Produzent (vereinzelt auch Drehbuch-Autor und Schauspieler) Jonathan Demme im Alter von 73 Jahren an Speiseröhrenkrebs.

Tatsächlich muß man sagen, daß Jonathan Demme in seiner langen Karriere letztlich nur zwei echte Hits landen konnte - die haben dafür große Fußspuren in der Kinohistorie hinterlassen. Und kurioserweise hat er beide Filme direkt nacheinander gedreht: Zunächst im Jahr 1991 den Serienkiller-Thriller "Das Schweigen der Lämmer" nach dem Roman von Thomas Harris, zwei Jahre später das beklemmende AIDS-Drama "Philadelphia". "Das Schweigen der Lämmer" gewann fünf OSCARs und ist bis heute der letzte von überhaupt nur drei Filmen (neben "Es geschah in einer Nacht" und "Einer flog über das Kuckucksnest"), der die fünf Hauptkategorien (Bester Film, Regie, Drehbuch, Hauptdarsteller/-in) für sich entscheiden konnte; "Philadelphia" brachte es immerhin zu zwei Academy Awards (für Hauptdarsteller Tom Hanks und für Bruce Springsteens Filmsong "Streets of Philadelphia").

Zu Beginn von Demmes Karriere war ein solcher Kritiker- und Publikumserfolg nicht unbedingt abzusehen. Er lernte sein Handwerk in den 1970er Jahren bei B-Film-Ikone Roger Corman, wo er diverse trashige Low Budget-Werke mitproduzierte und -schrieb, dann auch inszenierte. In den 1980er Jahren schaffte Demme den Sprung zu den großen Hollywood-Studios, wo er die symapthische Howard Hughes-Tragikomödie "Melvin und Howard" (1980) mit Jason Robards und Mary Steenburgen, die sehr spaßige Actionkomödie "Gefährliche Freundin" (1987) mit Jeff Bridges und Melanie Griffith oder die Komödie "Die Mafiosi-Braut" (1988) mit Michelle Pfeiffer realisierte. Zudem drehte er zu dieser Zeit (und auch in den folgenden Jahrzehnten) zahlreiche Dokumentarfilme und Musikvideos. Jonathan Demme etablierte sich als zuverlässiger Arbeiter, auch wenn die ganz großen Erfolge ausblieben. Das sollte sich in den 1990er Jahren ändern, als er mit "Das Schweigen der Lämmer" Sir Anthony Hopkins in der Rolle des diabolischen Kannibalen Hannibal Lecter ebenso zum Weltstar machte wie Jodie Foster als seine patente Gegenspielerin, die FBI-Agentin Clarice Starling, und mit "Philadelphia" gleich den nächsten (angesichts der schwierigen Thematik eher unwahrscheinlichen) Hit fabrizierte.

Als nachhaltig erwies sich der Erfolg jedoch nicht wirklich, die ambitionierte Literaturverfilmung "Menschenkind" (1998) enttäuschte ebenso wie vier Jahre später der Thriller "The Truth About Charlie" (ein Remake des Stanley Donen-Klassikers "Charade" aus dem Jahr 1963) und 2004 der mit Denzel Washington und Meryl Streep hochkarätig besetzte Politthriller "Der Manchurian Kandidat" (ebenfalls ein Remake, das dem Original - "Botschafter der Angst" (1962) mit Frank Sinatra und Janet Leigh - bei weitem nicht das Wasser reichen konnte. Wohl auch aufgrund dieser Enttäuschungen widemete er sich fortan verstärkt (Musik-)Dokumentationen u.a. über Neil Young, außerdem inszenierte er einige TV-Serien-Episoden. Spielfilme drehte er nur noch drei: Das mit viel Lob bedachte Drama "Rachels Hochzeit" bescherte Hauptdarstellerin Anne Hathaway 2009 immerhin eine OSCAR-Nominierung, während die Ibsen-Adaption "A Master Builder" (2013) weitgehend unbeachtet blieb und auch die Tragikomödie "Ricki - Wie Familie so ist" (2015) trotz Meryl Streep in der Rolle einer alternden Rocksängerin die Erwartungen nicht erfüllte. Doch seinen Platz in der Kino-Geschichte hat OSCAR-Preisträger Jonathan Demme dank seiner beiden größten Hits sicher.

R.I.P.

Mittwoch, 26. April 2017

Klassiker-Rezension: DIE PIRATENBRAUT (1950)

Originaltitel: Buccaneer's Girl
Regie: Frederick de Cordova, Drehbuch: Joseph Hoffman und Harold Shumate, Musik: Walter Scharf
Darsteller: Yvonne De Carlo, Philip Friend, Andrea King, Elsa Lanchester, Robert Douglas, Jay C. Flippen, Norman Lloyd, Henry Daniell, Douglass Dumbrille
 Die Piratenbraut
(1950) on IMDb Rotten Tomatoes: -; FSK: 12, Dauer: 77 Minuten.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts macht der Piratenkapitän Frederic Baptiste (Philip Friend) die Gewässer der Karibik unsicher. Allerdings hat er ein merkwürdiges Beuteschema: Er überfällt nur die Schiffe des reichen und skrupellosen Kaufmanns Narbonne (Robert Douglas), die Beute verteilt er anschließend zum größten Teil an jene, die sie am nötigsten brauchen. Bei einem seiner geglückten Überfälle stößt Baptiste auf einen blinden Passagier, die temperamentvolle Sängerin Deborah McCoy (Yvonne De Carlo). Baptiste, ganz der Galan, bringt Deborah an Bord seines Schiffes zu ihrem Zielort New Orleans, wo sie bei Madame Brizar (Elsa Lanchester alias "Frankensteins Braut") lernt, Gesellschafterin zu werden – was angesichts ihres Temperaments jedoch keine ganz einfache Aufgabe ist. Als Deborah das Gelernte erstmals auf einer noblen Veranstaltung zum Einsatz bringt, trifft sie dort zu ihrer Überraschung auf Baptiste – der sich allerdings Kapitän Robert Kingston nennt und der hochangesehene Gastgeber der Gesellschaft ist! Erneut sprühen die Funken zwischen Deborah und Baptiste – der ist als Kapitän Kingston allerdings bereits verlobt mit der eitlen, aber reichen Arlene (Andrea King, "Die Bestie mit den fünf Fingern") …

Montag, 24. April 2017

TV-Tips für die Woche 17/2017

Montag, 24. April:
Arte, 20.15 Uhr und 21.50 Uhr: "Die zwei Leben der Veronika" (1991) und "Ein kurzer Film über das Töten" (1991)
Arte zeigt zwei Filme des viel zu früh (mit 54) verstorbenen polnischen Filmemachers Krzysztof Kieszlowski, der vor allem mit der brillanten "Drei Farben"-Trilogie international bekannt wurde. In "Die zwei Leben der Veronika" spielt Irène Jacob ("Drei Farben: Rot") die doppelte Rolle der Weronika und Véronique - die eine ist Polin, die andere Französin, aber sie sehen fast gleich aus, sind beide Sängerinnen und haben auch sonst viele Gemeinsamkeiten. Obwohl sie sich nicht kennen, scheint sie ein unsichtbares Band zu vereinen, das vor allem Véroniques Leben verändern soll ... "Ein kurzer Film über das Töten" ist die auf 80 Minuten verlängerte Spielfilm-Version des fünften Teils des TV-Zehnteilers "Dekalog", in dem Kieslowski jedem der zehn Gebote einen Kurzfilm widmete. In diesem geht es um einen jungen Mann, der grundlos einen Mann tötet und deshalb hingerichtet werden soll, was sein Anwalt zu verhindern sucht.

Dienstag, 25. April:
Arte, 20.15 Uhr: "I Am Not Your Negro" (2016)
Erstaunlich frühe Free-TV-Premiere der erst dieses Jahr OSCAR-nominierten Dokumentarfilms von Raoul Peck, der sich auf der Grundlage eines unvollendeten Manuskripts des schwarzen Schriftstellers James Baldwin über die drei ermordeten schwarzen Bürgerrechtler Martin Luther King, Malcolm X und Medgar Evers (die Baldwin persönlich kannte) auch mit der heutigen gesellschaftlichen Situation der Afroamerikaner in den USA befaßt.

BR, 0.00 Uhr: "Monsieur Lazhar" (2011)
Das OSCAR-nominierte kanadische Drama handelt von einem algerischen Immigranten, der Lehrer an einer Grundschule wird, an der sich seine Vorgängerin kurz zuvor im Klassenzimmer das Leben nahm. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten, da sich Monsieur Lazhar natürlich noch nicht gut mit den kanadischen/westlichen Gepflogenheiten auskennt, entsteht nach und nach eine innige Beziehung zwischen Lehrer und Schülern, denn auch Monsieur Lazhar hat eine Tragödie erlebt und kann daher die Gefühle der traumatisierten Kinder gut nachvollziehen.

Mittwoch, 26. April:
Arte, 22.30 Uhr: "Ein Prophet" (2009)
Free-TV-Premiere des gefeierten französischen Gefängnisfilms, der 2009 den Großen Preis der Jury in Cannes gewann und später auch für den Auslands-OSCAR nominiert war. Tahar Rahim ("Der Adler der neunten Legion") begeistert in der Hauptrolle des jungen Franzosen arabischer Abstammung Malik, der zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wird. Im Gefängnis wird Malik - zunächst gegen seinen Willen - vom korsischen Mafioso César (Niels Arestrup, "Gefährten") unter die Fittiche genommen, wodurch er schnell in der Knasthierarchie aufsteigt.

Samstag, 22. April 2017

Samstags-Update (16/2017)

Im deutschen Kinostartplan bis Ende Juni gibt es nur kleinere Änderungen, neu in der zweiten Junihälfte sind das 2Pac-Biopic "All Eyez On Me" und der "Fast & Furious"-Klon "Overdrive":


Box Office-News:
An einem Wochenende zwischen zwei todsicheren Blockbusterstarts (letzte Woche "Fast & Furious 8", kommenden Donnerstag "Guardians of the Galaxy 2") tut sich erwartungsgemäß nicht allzu viel: "Fast & Furious 8" bleibt mit bis zu 600.000 Zuschauern klar an der Spitze der Charts, dahinter ordnen sich dank Osterferien die Kinderfilme "Boss Baby" und "Die Schlümpfe 3" mit jeweils deutlich über 200.000 Besuchern ein. Der beste Neuzugang ist auf Platz 5 mit gerade eben sechsstelligen Zuschauerzahlen Til Schweigers "Conni & Co 2", der damit genau auf dem Niveau des letztjährigen Vorgängers eröffnet. Von den übrigen Neustarts wird wohl keiner über 50.000 Kinogänger einsammeln können, die besten Chancen hat der Horrorfilm "The Bye Bye Man", der den siebten Rang erreichen dürfte.
Ähnliches Bild in den USA, wo "Fast & Furious 8" mit mehr als $35 Mio. die Führung verteidigt, was allerdings ein etwas heftigerer Absturz im Vergleich zum Startergebnis wäre als erwartet. Dahinter hält sich wie seit Wochen das Duo "Boss Baby" und "Die Schöne und das Biest" mit noch knapp zweistelligen Millionenwerten. Von den Neustarts wird voraussichtlich keiner die $5 Mio.-Marke knacken: Die Naturdoku "Born in China", der $90 Mio. teure Historienfilm "The Promise" mit Christian Bale und Oscar Isaac sowie der Thriller "Unforgettable" mit Katherine Heigl und Rosario Dawson bewegen sich mit einigen älteren Filmen allesamt auf dem gleichen dürftigen Niveau von $4-5 Mio. und werden sich damit irgendwo zwischen den Plätzen 4 und 9 einreihen. In Deutschland läuft "Unforgettable" am kommenden Donnerstag an, "The Promise" folgt erst am 17. August; "Born in China" hat noch keinen Starttermin.

Quellen:

Donnerstag, 20. April 2017

MOONLIGHT (2016)

Regie und Drehbuch: Barry Jenkins, Musik: Nicholas Britell
Darsteller: Alex R. Hibbert, Ashton Sanders, Trevante Rhodes, Naomie Harris, Mahershala Ali, Janelle Monáe, Jaden Piner, Jharrel Jerome, André Holland, Patrick Decile
 Moonlight
(2016) on IMDb Rotten Tomatoes: 98% (9,0); weltweites Einspielergebnis: $52,9 Mio.
FSK: 12, Dauer: 111 Minuten.
Miami in den 1980er Jahren: Der neunjährige Afroamerikaner Chiron (Alex Hibbert) hat es nicht leicht, denn seine alleinerziehende Mutter Paula (Naomie Harris, "Skyfall") ist cracksüchtig und er selbst ist in der Schule ein Außenseiter, da er schmächtig ist und nicht mehr als nötig redet. Ausgerechnet in dem kubanischstämmigen Drogendealer Juan (Mahershala Ali, "Die Tribute von Panem: Mockingjay"), der beobachtet, wie "Little" – so Chirons Spitzname – von mehreren Jungs gejagt wird, findet er einen unerwarteten Freund. Bei Juan und seiner Freundin Teresa (Janelle Monáe, "Hidden Figures") kann Little fortan auch übernachten, wenn seine Mutter – die ihre Drogen ironischerweise bei Juans Leuten kauft – wieder mal indisponiert ist. Sieben Jahre später hat sich – obwohl er deutlich in die Höhe geschossen ist – an Chirons (Ashton Sanders) Außenseiterstatus nicht viel geändert, in Kevin (Jharrel Jerome) hat er nur einen Freund, dafür wird er von Großmaul Terrel (Patrick Decile) und dessen Freunden noch stärker schikaniert als früher. Daß Chiron tiefere Gefühle für Kevin entwickelt, macht seine gesellschaftliche Position im Mikrokosmos Highschool nicht einfacher …

Dienstag, 18. April 2017

VICTORIA (TV-Serie, 2016, 1. Staffel)

Regie: Oliver Blackburn, Tom Vaughan und Sandra Goldbacher, Drehbuch: Daisy Goodwin und A.N. Wilson, Musik: Martin Phipps und Ruth Barrett
Darsteller: Jenna Coleman, Tom Hughes, Rufus Sewell, Catherine Flemming, Adrian Schiller, Daniela Holtz, Eve Myles, Ferdinand Kingsley, Nell Hudson, Nigel Lindsay, Margaret Clunie, David Oakes, Peter Firth, Alex Jennings, Paul Rhys, Anna Wilson-Jones, Peter Bowles, Basil Eidenbenz, David Bamber
 Victoria
(2016) on IMDb Rotten Tomatoes: 81% (6,8); FSK: 12, Dauer: 348 Minuten.
Großbritannien im Sommer 1837: Als König William IV. ohne regulären Thronerben stirbt, fällt die Königswürde seiner 18 Jahre alten Nichte Victoria (Jenna Coleman, TV-Serie "Doctor Who") zu. Die aus dem Haus Hannover stammende neue Königin ist durchaus froh, auf diese Weise endlich der strengen Erziehung durch ihre Mutter (Catherine Flemming, "Hunger – Sehnsucht nach Liebe") zu entkommen, die Victoria seit ihrer Geburt auf eine mögliche Thronbesteigung vorbereitete, dabei aber zu wenig Wert darauf legte, ihre Tochter alltagstauglich zu machen. Bei aller peniblen Vorbereitung ist Victoria natürlich komplett unerfahren, was ihr Selbstbewußtsein zwar kaum schmälert, sie jedoch gerade deswegen auch zu einigen schweren Fehlern verleitet. Zum Glück gibt es den verwitweten Lord Melbourne (Rufus Sewell, "Hercules"), der zunächst zwar unwillig ist, das Amt des Premierministers auch unter der neuen Königin zu bekleiden, dann aber schnell eine innige Freundschaft zu der jungen Monarchin aufbaut und ihr als nahezu unverzichtbarer Berater und Mentor dient. Ihre Beziehung sorgt jedoch schnell für Neider und böse Gerüchte, zumal Victoria von allen Seiten bedrängt wird, schnellstmöglich standesgemäß zu heiraten und einen Thronerben in die Welt zu setzen. Lord Melbourne kommt dafür nicht in Frage, stattdessen gibt es drei geeignete Kandidaten: den charmanten russischen Großfürsten (Daniel Donskoy), Prinz George (Nicholas Agnew, "Kingsman: The Secret Service") den Sohn des machtbewußten Herzogs von Cumberland (Peter Firth, TV-Serie "Spooks") sowie Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha (Tom Hughes, "Alles eine Frage der Zeit"), ein Neffe des belgischen Königs Leopold (Alex Jennings, "Die Queen") …

Sonntag, 16. April 2017

TV-Tips für die Woche 16/2017

Ostermontag, 17. April:
Tele 5, 20.15 Uhr: "Dune - Der Wüstenplanet" (1984)
Erst kürzlich wurde bekannt, daß der kanadische "Sicario"-Regisseur Denis Villeneuve, dessen mit Spannung erwartete "Blade Runner"-Fortsetzung im Oktober in unsere Kinos kommt, eine Neuverfilmung der legendären "Dune"-Science Fiction-Buchreihe von Frank Herbert realisieren soll. Die bislang bekannteste Adaption ist jene, die David Lynch 1984 drehte und die damals für viel Wirbel sorgte. Seine Version der Geschichte eines intrigenreichen Machtkampfs auf einem außerirdischen Wüstenplaneten sollte knapp drei Stunden dauern, wurde allerdings vor dem Kinostart von den Produzenten auf zwei Stunden zusammengeschnitten. Das Resultat wirkte dementsprechend unrund und angesichts der vielen Handlungsstränge gehetzt, was zu einer überwiegend negativen Aufnahme durch die Kritiker führte. Seinen unbestreitbaren inhaltlichen Mängeln zum Trotz gewann Lynchs "Dune" über die Jahre eine immer größere Anhängerschaft (zu der auch ich mich zähle), was vor allem der surrealistisch anmutenden Atmosphäre und dem unnachahmlichen visuellen Stil zu verdanken ist, aber auch der markanten Besetzung mit Kyle MacLachlan in der Hauptrolle des Paul Atreides, Jürgen Prochnow, Francesca Annis, Sting, Patrick Stewart, Brad Dourif, Virginia Madsen, Max von Sydow, Sean Young und Linda Hunt.

RTL, 20.15 Uhr: "Maleficent - Die dunkle Fee" (2014)
Free-TV-Premiere des erfolgreichen Disney-Märchenfilms, der den hier kongenial von Angelina Jolie verkörperten Bösewicht aus dem Zeichentrickklassiker "Dornröschen" in einem teuren Realfilm zum Leben erweckt. Eine Fortsetzung steht übrigens immer noch im Raum.

Arte, 22.40 Uhr: "Der Major und das Mädchen" (1942)
Heutzutage dürfte eine solche Story keine Chance haben, verfilmt zu werden (zumindest nicht im Mainstream-Bereich), vor 75 Jahren machte die Regielegende Billy Wilder eine vergnügliche romantische Komödie daraus: Eine junge Frau namens Susan (Ginger Rogers) hat wie so viele andere versucht, in New York ihr Glück zu finden, doch nachdem sie mehrere Jobs schnell wieder verloren hat, will sie zerknirscht zurück in die ländliche Heimat. Da in der Zwischenzeit die Zugfahrpreise erhöht wurden, hat sie allerdings gerade noch genügend Geld für eine Kinder-Fahrkarte. So verkleidet sie sich als 12-Jährige und kommt im Abteil des netten Offiziers Philip (Ray Milland) unter, der die "arme Kleine" kurzerhand unter seine Fittiche nimmt ...

Außerdem:
Moonrise Kingdom (die grandios phantasiereiche Coming of Age-Komödie voller wahnwitziger Skurrilität ist einer der besten Filme von Wes Anderson; 13.10 Uhr und 0.20 Uhr bei Servus TV)
7 Zwerge - Männer allein im Wald (die klamaukige Comedy-Version von Schneewittchen mit Otto Waalkes als Zwerg, Nina Hagen als böser Königin und ihrer Tochter Cosma Shiva Hagen als Schneewittchen; 20.15 Uhr bei Kabel Eins)
Der unglaubliche Hulk (Edward Nortons einziger Auftritt als grüner Wüterich ist solide geraten, erreicht aber nicht ganz das - erfreulich hohe - durchschnittliche Niveau des Marvel Cinematic Universe; 22.00 Uhr bei VOX)
Agora - Die Säulen des Himmels (ein aufwühlendes spanisches Historiendrama über eine von Rachel Weisz birllant verkörperte Wissenschaftlerin im altertümlichen, noch von den Römern beherrschten Alexandria, die mitten in den sich zuspitzenden Glaubenskrieg zwischen Juden, Christen und "Heiden" gerät; 0.15 Uhr bei 3sat)

Samstag, 15. April 2017

Samstags-Update (15/2017)

Keine Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende Juni:


Box Office-News:
"Fast & Furious 8" nutzt das Osterwochenende für den mit etwa 1,3 Millionen Zuschauern mit Abstand besten Kinostart des Jahres in Deutschland (bisher: "Die Schöne und das Biest" mit 865.000). Das sind zwar rund 300.000 weniger als bei dem ebenfalls zu Ostern angelaufenen Vorgänger, der wurde allerdings durch den Abschied vom früh verstorbenen Hauptdarsteller Paul Walker deutlich gepusht - Grund zur Beschwerde haben die Produzenten über dieses Ergebnis sicherlich nicht. Mit mehr als einer Million Besuchern Abstand rangeln die seit Wochen nah beinanderliegenden "Die Schöne und das Biest" und "Boss Baby" mit jeweils ungefähr 200.000 Kinogängern um die Plätze 2 und 3. Die US-Komödie "Abgang mit Stil" mit Michael Caine und Morgan Freeman legt mit voraussichtlich knapp 100.000 Zuschauern einen ordentlichen Auftakt auf Platz 5 hin, während die Tragikomödie "Zu guter Letzt" mit Shirley MacLaine und Amanda Seyfried auf etwa halb so viele Besucher und Platz 7 abzielt.
Auch in den USA übernimmt "Fast & Furious 8" selbstverständlich locker die Spitze, bleibt mit rund $100 Mio. aber deutlicher hinter dem Ergebnis des siebten Teils ($147,1 Mio.) zurück als in Deutschland. Angesichts eines Rekordstarts in China sorgt das aber kaum für Sorgenfalten, denn dort wird der Film am Startwochenende bis zu $200 Mio. einspielen! Zurück in die USA, wo es auf den weiteren Plätzen bekannte Namen zu finden gibt: "Boss Baby" kommt mit etwas über $15 Mio. auf Platz 2, "Die Schöne und das Biest" mit etwas weniger auf die 3. Angesichts der übermächtigen F&F-Konkurrenz gab es diese Woche keine weiteren breiten Neustarts.

Quellen:

Donnerstag, 13. April 2017

KINOVORSCHAU SOMMER 2017 (Teil 1)

Letztes Update vom 29. April: Die schwarzhumorige dänische Komödie "Small Town Killers" wurde vom 15. Juni auf den 6. Juli verschoben, die US-Tragikomödie "Begabt" mit Chris Evans vom 29. Juni auf den 13. Juli. Neu am 29. Juni ist dafür mit "Wilson" mit Woody Harrelson eine andere US-Tragikomödie.

Auch wenn uns die ersten Vorboten der Kino-Sommersaison bereits im Frühjahr erreicht haben ("Fast & Furious 8", "Guardians of the Galaxy 2"), kommt die große Wucht der sündteuren Blockbuster-Schwemme traditionell erst ab Mai auf uns zu; doch auch für Anhänger inhaltlich anspruchsvollerer Filmkunst sollte es ausreichend Stoff geben. Die vielversprechendsten und/ oder erfolgverheißendsten Werke habe ich in meiner großen Vorschau zusammengetragen, alle deutschen Kinostarts gibt es wie immer im Startplan von InsideKino. Und damit in medias res:

4. Mai:
"Get Out":
Vollkommen überraschend avancierte die wendungsreiche Horrorkomödie, die ein wenig andere Wege geht als man das aus dem Genre gewohnt ist, in den USA zu einem der erfolgreichsten Horrorfilme aller Zeiten (und mit voraussichtlich über $170 Mio. alleine in den USA bei einem Budget von gerade mal $4,5 Mio. ist sie bereits einer der profitabelsten Filme der Geschichte!). Das Regiedebüt des in den Vereinigten Staaten populären Komikers und Schauspielers Jordan Peele (Serienfans u.a. bekannt aus der ersten Staffel von "Fargo") befaßt sich auf hintersinnige und satirische Art und Weise mit den zunehmenden Rassenspannungen in den USA, die sich nach der Trump-Wahl kaum verringern werden. Interessanterweise geht es in "Get Out" jedoch nicht zum x-ten Mal um irgendwelche Rednecks, die den Protagonisten an den Kragen gehen, stattdessen nimmt Peele gekonnt die aufgeschlossenen weißen Liberalen aufs Korn, die, wenn es darauf ankommt, manchmal doch nicht ganz so liberal und tolerant sind, wie sie es selber glauben und die mit ihrem betont zuvorkommenden Verhalten eher für zusätzliches Unbehagen sorgen. Demonstriert wird das anhand der jungen Rose ("Girls"-Star Allison Williams), die ihren schwarzen Freund Chris (Daniel Kaluuya aus "Sicario") ihrer auf dem Land lebenden Familie vorstellt – die zu dessen Überraschung von Chris auf Anhieb begeistert ist. Möglicherweise ein kleines bißchen zu begeistert? Apropos begeistert: Bei Rotten Tomatoes gibt es bis dato 229 positive Kritiken bei nur einer einzigen negativen (und die stammt von einem Rezensenten, den aufgrund zahlloser haarsträubender Kritiken kaum jemand ernstnimmt)!

"Sieben Minuten nach Mitternacht":
Bevor der spanische Regisseur Juan Antonio Bayona ("The Impossible") mit "Jurassic World 2" erstmals einen großen Hollywood-Blockbuster inszeniert, präsentiert er mit dieser im Original "A Monster Calls" betitelten Jugendbuchverfilmung eine ungewöhnliche, düstere Mutter-Tochter-Geschichte mit Fantasy-Einschlag, die von den ziemlich beeindruckten Kritikern mit den frühen Werken eines Steven Spielberg (wie "E.T.") verglichen wird. Lewis MacDougall verkörpert den 12-jährigen Conor, der an der Schule Außenseiter ist und mit der schweren Erkrankung seiner alleinerziehenden Mutter (Felicity Jones, "Rogue One: A Star Wars Story") klarkommen muß. Kein Wunder, daß er von heftigen Alpträumen geplagt wird. Doch einer dieser Alpträume wird Realität, als eines Nachts ein vermeintliches Monster (in der Originalfassung gesprochen von Liam Neeson) vor seinem Fenster auftaucht, das Conor seltsame Geschichten erzählt …

"Regeln spielen keine Rolle":
15 Jahre nach seinem letzten Auftritt als Schauspieler und sogar 18 Jahre nach seiner letzten Regiearbeit (jeweils abgesehen von einem TV-Kurzfilm aus dem Jahr 2010) meldet sich der ehemalige Superstar und OSCAR-Gewinner Warren Beatty ("Bonnie und Clyde", "Reds", "Dick Tracy") im Alter von 79 Jahren noch ein (letztes?) Mal zurück. Nach jahrelangen Verzögerungen konnte er endlich sein Wunschprojekt über den geheimnisumwitterten Milliardär und Erfinder Howard Hughes (dem bereits Martin Scorsese in "Aviator" ein preisgekröntes Denkmal schuf) realisieren, dessen Rolle er dann auch gleich übernahm. Dabei handelt es sich aber nicht um ein klassisches Biopic, sondern eher um eine romantische Tragikomödie über die verbotene Liebesbeziehung zwischen einer jungen Schauspielerin (Lily Collins, "Spieglein Spieglein") und ihrem sehr religiös geprägten Fahrer (der neue Han Solo-Darsteller Alden Ehrenreich aus "Hail, Caesar!"), die Ende der 1950er Jahre beide für Hughes arbeiten.

"Einsamkeit und Sex und Mitleid":
Die deutsche Großstadt-Beziehungs-Tragikomödie ist ja bereits seit etlichen Jahren quasi ein eigenes Genre – einen neuen Beitrag leistet der mehrmalige "Tatort"-Regisseur Lars Montag, der in seiner Verfilmung des gleichnamigen episodischen Romans von Helmut Krausser ein Schlaglicht auf diverse Berlin-Bewohner mit sehr unterschiedlichen Lebenswegen wirft. Gespielt werden die u.a. von Jan Henrik Stahlberg ("Muxmäuschenstill"), Friederike Kempter ("Oh Boy") und Rainer Bock ("Das weiße Band").

"Victoria – Männer & andere Mißgeschicke":
Ungefähr 600.000 französische Kinogänger gab es für die Tragikomödie über die Enddreißigerin Victoria (Virginie Efira, "Birnenkuchen mit Lavendel"), eine leicht exzentrische alleinerziehende zweifache Mutter, die auf einer Hochzeit zufällig auf ihren Ex-Mann trifft – der am nächsten Tag wegen Mordversuchs verhaftet wird. Victoria glaubt an seine Unschuld und will ihm helfen, was angesichts ihres chaotischen Privatlebens aber keine einfache Aufgabe ist.

"Shin Godzilla":
Während erst kürzlich "Kong: Skull Island" das geplante Zusammentreffen des Riesengorillas mit dem Hollywood-"Godzilla" vorbereitete, können Anhänger der japanischen Originalreihe in ausgewählten Kinos den bereits 29. Teil der langlebigen Reihe bewundern, der in Japan mehr als $75 Mio. einspielte.