Empfohlener Beitrag

In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit längerer Zeit das Cover meines neuen Buchs präsen...

Donnerstag, 28. Mai 2020

BOMBSHELL – DAS ENDE DES SCHWEIGENS (2019)

Regie: Jay Roach, Drehbuch: Charles Randolph, Musik: Theodore Shapiro
Darsteller: Charlize Theron, Margot Robbie, Nicole Kidman, John Lithgow, Mark Duplass, Kate McKinnon, Allison Janney, Rob Delaney, Malcolm McDowell, Ben Lawson, Josh Lawson, Liv Hewson, Brigette Lundy-Paine, Connie Britton, Katie Aselton, Nazanin Boniadi, Mark Moses, Spencer Garrett, Brian d'Arcy James, Alice Eve, Richard Kind, Tricia Helfer, Jennifer Morrison, Kevin Dorff, P. J. Byrne, Michael Buie, Ashley Greene, Marc Evan Jackson, D'Arcy Carden, Amy Landecker, Elisabeth Röhm, Tony Plana, Ahna O'Reilly, Stephen Root, Alanna Ubach, Anne Ramsay, Madeline Zima
 Bombshell - Das Ende des Schweigens (2019) on IMDb Rotten Tomatoes: 70% (6,7); weltweites Einspielergebnis: $59,6 Mio.
FSK: 12, Dauer: 110 Minuten.

Als sich Donald Trump als anfänglicher Außenseiter im republikanischen Vorwahlkampf zu der Präsidentschaftswahl des Jahres 2016 zum Topfavoriten aufschwingt, ist der konservative TV-Sender Fox News für ihn ein wichtiger Begleiter. Zu Beginn äußern sich der Sender und sein Chef und Begründer Roger Ailes (John Lithgow, "Planet der Affen: Prevolution") noch ziemlich Trump-kritisch und werden daher immer wieder zum Ziel seiner Anfeindungen – wie allen voran Star-Moderatorin Megyn Kelly (Charlize Theron, "Long Shot") erfahren muß, als sie Trump als Co-Moderatorin der republikanischen Kandidatendebatte sehr direkt auf seine frauenfeindlichen Äußerungen anspricht und deshalb später von ihm mit bitteren Twitter-Tiraden bedacht wird, die ihr gar Morddrohungen von Trump-Fans einbringen. Misogynie, Belästigung und Diskriminierung erfahren die Frauen bei Fox News allerdings keineswegs nur extern, vielmehr halten sich seit vielen Jahren Gerüchte um sexuelle Belästigung durch Ailes und andere einflußreiche Männer. Endgültig an die Öffentlichkeit gelangen diese, als die Moderatorin Gretchen Carlson (Nicole Kidman, "Destroyer") gefeuert wird und im Gegenzug Roger Ailes wegen sexueller Belästigung anzeigt. Natürlich wird alles geleugnet und besonders die prominenten weiblichen Fox News-Persönlichkeiten werden von oben gedrängt, sich öffentlich hinter den Senderchef zu stellen – doch Kelly zögert angesichts eigener Erfahrungen und versucht herauszubekommen, wie viel Wahres an den Anschuldigungen ist. Auch die aufstrebende Kayla Pospisil (Margot Robbie, "Suicide Squad") überlegt, ob sie ihre Erfahrungen mit Roger Ailes öffentlich machen sollte …

Dienstag, 26. Mai 2020

DAS ZEITRÄTSEL (2018)

Originaltitel: A Wrinkle in Time
Regie: Ava DuVernay, Drehbuch: Jennifer Lee und Jeff Stockwell, Musik: Ramin Djawadi
Darsteller: Storm Reid, Levi Miller, Deric McCabe, Oprah Winfrey, Reese Witherspoon, Mindy Kaling, Chris Pine, Gugu Mbatha-Raw, Zach Galifianakis, Michael Peña, André Holland, David Oyelowo (Stimme), Rowan Blanchard, Bellamy Young, Tim Kang
 Das Zeiträtsel (2018) on IMDb Rotten Tomatoes: 42% (5,3); weltweites Einspielergebnis: $132,7 Mio.
FSK: 6, Dauer: 110 Minuten.
Eine Woche, nachdem sich der visionäre Wissenschaftler Dr. Alex Murry (Chris Pine, "Star Trek") bei einem Vortrag mit der Behauptung lächerlich machte, der Mensch könne allein mit Gedankenkraft durch das gesamte Universum reisen, verschwand er spurlos. Auch vier Jahre später hat die Polizei keine Anhaltspunkte für seinen Verbleib gefunden, die meisten Menschen gehen daher davon aus, daß Dr. Murry tot ist. Seine Frau und Projektpartnerin Kate (Gugu Mbatha-Raw, "Odd Thomas") glaubt das nicht, ebenso wenig ihre seit dem Verschwinden des Vaters verschlossene und mißtrauische Teenager-Tochter Meg (Storm Reid, "Der Unsichtbare") und ihr brillanter, jedoch etwas sonderbarer kleiner Bruder Charles Wallace (Deric McCabe). Eines Tages tauchen drei merkwürdige Frauen mit phantastischen Kräften bei den Murrys auf: Mrs. Welche (Oprah Winfrey, "Die Farbe Lila"), Mrs. Soundso (Reese Witherspoon, "Inherent Vice") und Mrs. Wer (Mindy Kaling, "Late Night"). Sie behaupten, daß Dr. Murry tatsächlich durch das Universum gereist ist, aber den Weg zurück nicht mehr findet. Gemeinsam mit den drei Damen machen sich Meg, Charles Wallace und Megs hilfsbereiter Schulfreund Calvin (Levi Miller, "Better Watch Out") auf den Weg durch Raum und Zeit, um Dr. Murry von Camazotz zu retten – Heimat der Dunkelheit, die das ganze Universum bedroht …

Montag, 25. Mai 2020

TV-Tips für die Woche 22/2020

Heute fallen die TV-Tips besonders umfangreich aus, zumal ich auch noch den Pfingstmontag aufgenommen habe - es kann dafür gut sein, daß ich diese Rubrik nächste Woche ausfallen lasse oder nur eine Kurzfassung bringe.

Montag, 25. Mai:
Arte, 22.30 Uhr: "Paterson" (2016)
Free-TV-Premiere von Jim Jarmschus vielfach prämierter, lakonisch-poetischer Tragikomödie, in der Adam Driver sich als Busfahrer und Hobby-Poet von Alltagsbeobachtungen sowie von den Gesprächen seiner Fahrgäste inspirieren läßt.

Arte, 0.25 Uhr: "Der Dieb von Bagdad" (1924)
Erstmals seit Jahrzehnten wird der - nicht mit dem gleichnamigen britischen Tonfilm von 1940 mit Sabu und Conrad Veidt zu verwechselnde - zweieinhalbstündige Stummfilm-Klassiker von Raoul Walsh ("Die wilden Zwanziger") im Free-TV gezeigt. Der damalige Superstar Douglas Fairbanks Sr. ("Robin Hood") spielt, inspiriert von den "Geschichten aus 1001 Nacht", den charmanten Dieb Ahmed, der sich in die für ihn unerreichbare Prinzessin (Julanne Johnston) verliebt und alles versucht, sie irgendwie doch für sich zu gewinnen. Der Film ebnete übrigens Anna May Wong (die aktuell in der Netflix-Serie "Hollywood" eine größere Rolle spielt), hier als Mongolen-Prinzessin zu sehen, den Weg zum ersten asiatisch-stämmigen Hollywood-Star.

Außerdem:
Die Mumie (Free-TV-Premiere des mäßig gelungenen, arg actionbetonten Monster-Reboots mit Tom Cruise; 22.15 Uhr im ZDF - den gleichnamigen, viel spaßigeren Film von 1999 mit Brendan Fraser und Rachel Weisz zeigt ZDF Neo am Samstag um 20.15 Uhr)

Dienstag, 26. Mai:
Servus TV, 22.00 Uhr: "Gosford Park" (2001)
Siehe meinen TV-Tip von Oktober 2017 für Robert Altmans starbesetzte britische Krimikomödie nach einem Drehbuch von "Downton Abbey"-Schöpfer Julian Fellowes.

Donnerstag, 21. Mai 2020

Nachruf: Michel Piccoli (1925-2020)

Nach Zählung der IMDb hat der große französische Charakterdarsteller Michel Piccoli, der in der vergangenen Woche im Alter von 94 Jahren verstorben ist, als Schauspieler innerhalb von fast 70 Jahren an sagenhaften 178 Spielfilmen mitgewirkt - von denen ich knapp 20 gesehen habe. Ein typischer Nachruf scheint mir da innerhalb eines überschaubaren Längenrahmens kaum machbar, weshalb ich mich nach Durchsicht seiner Filmographie dazu entschieden habe, mich auf drei Kapitel zu beschränken: Seine zentrale Zusammenarbeit mit dem Filmemacher Luis Buñuel sowie mit der Schauspielerin Romy Schneider - und sonstige Highlights.

1. Michel Piccoli und Luis Buñuel:
Wie so viele Schauspieler begann auch der stattliche 1,84 m große Michel Piccoli kurz nach dem Zweiten Weltkrieg seine Karriere im Theater - parallel drehte er viele Filme, doch bis zu seinem Durchbruch zum Kinostar sollte es noch eine ganze Weile dauern. Ein entscheidender Wegbegleiter von Piccoli war der legendäre spanisch-mexikanische Surrealist Luis Buñuel, mit dem er insgesamt sechs Filme realisieren sollte. Auch Piccolis erste wirklich große Nebenrolle im Kino hatte er Buñuel zu verdanken, welcher ihn 1956 in seinem in Südamerika spielenden Abenteurfilm "Pesthauch des Dschungels" als den engagierten Pater Lizardi besetzte. Der Film zählt bei weitem nicht zu Buñuels stärksten Arbeiten, aber er führte zu erinnerungswürdigeren weiteren Kollaborationen. So agierte Michel Piccoli 1964 in der boshaften, genau beobachteten Gesellschaftssatire "Tagebuch einer Kammerzofe" an der Seite von Titeldarstellerin Jeanne Moreau als deren neuer Arbeitgeber Monsieur Monteil, der sich als weltgewandter Frauenheld sieht, in Wirklichkeit aber ein ziemliches Würstchen ist - eine Paraderolle für den ungemein wandlungsfähigen Piccoli, der in fast all seinen Figuren eine natürliche Eleganz vermittelt, unter deren Oberfläche sich jedoch oft genug (gerade in Buñuels Filmen) Abgründe verbergen. Das trifft auch auf seinen Henri Husson zu, der in Buñuels erotischem Meisterwerk "Belle de Jour - Schöne des Tages" (1967) hinter das pikante Doppelleben der von Catherine Deneuve grandios verkörperten bürgerlichen Ehefrau Séverine kommt und dieses Wissen skrupellos ausnutzt. Die drei letzten gemeinsamen Filme von Buñuel und Piccoli ergeben eine durch das Thema der "Suche nach der Wahrheit" zusammenhängende surrealistisch-satirische Trilogie, in der Piccoli allerdings nur kleinere Rollen spielt: In "Die Milchstraße" (1969) geht es um zwei Pilger, die den Regeln von Zeit und Ort zum Trotz auf diverse religiöse und historische Persönlichkeiten treffen - darunter der von Piccoli verkörperte Marquis de Sade. Drei Jahre darauf kam der wunderbar betitelte und OSCAR-gekrönte "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" (über die immer wieder gestörten Versuche von sechs gutbürgerlichen Personen, gemeinsam zu Abend zu essen) mit Michel Piccoli als Innenminister in die Kinos und zum Abschluß folgte 1974 mein persönlicher Lieblings-Buñuel "Das Gespenst der Freiheit": eine absurde, an Monty Python erinnernde, oft zum Schreien komische Episodenkomödie, in der Piccoli einen Kurzauftritt als Polizeipräfekt hat. Auch wenn Michel Piccoli in Buñuels Filmen also nie die größten Rollen innehatte, war es eine äußerst fruchtbare Zusammenarbeit, die einige echte Klassiker hervorbrachte.

2. Michel Piccoli und Romy Schneider:
Mit der deutsch-französischen Schauspielikone Romy Schneider drehte Piccoli ebenfalls sechs gemeinsame Filme, anders als bei Buñuels Werken spielten beide zusammen aber fast immer die Hauptrollen (zu den sechs kommen mit "Cesar und Rosalie" und "Sommerliebelei" noch zwei, in denen nur seine Stimme zu hören ist). Erstmals standen sie 1966 für Jean Chapots deutsch-französisches Drama "Schornstein Nr. 4" als kinderloses Berliner Ehepaar Kreuz vor der Kamera, in dem sie den Jungen zurückholen will, den sie einige Jahre zuvor als 19-jährige weggeben hatte. Während dieser Film noch nicht für viel Aufsehen sorgte, sollte das bei der nächsten Zusammenarbeit der beiden Schauspieler im Jahr 1970 ganz anders sein: In Claude Sautets meisterhaftem poetisch-psychologischen Drama "Die Dinge des Lebens" (einer meiner absoluten Lieblingsfilme) baut Piccoli als Architekt Pierre einen schlimmen Autounfall - und während Pierre im Sterben liegt, erfahren wir mehr über seine Vergangenheit (Romy Schneider spielt seine Geliebte Hélène) und darüber, wie es zum Unfall kam. Ein poetisches und betont melancholisches, aber schwelgerisches und höchst ästhetisch inszeniertes Charakterdrama, das einem lange nicht aus den Gedanken geht! Ein wenig profaner, aber trotzdem sehenswert ging es ein Jahr später im atmosphärischen Krimidrama "Das Mädchen und der Kommissar" zu (wiederum unter der Regie von Claude Sautet), in dem Piccoli als eigenwilliger bis obsessiver Pariser Kriminalkommissar auf eigene Faust eine Bande von Bankräubern stellen will und sich daher gegenüber einem Bandenmitglied - der deutschen Prostituierten Lili (Schneider) - als Bankdirektor ausgibt, um den Räubern eine Falle zu stellen. Francis Girods schwarzhumorige Tragikomödie "Trio Infernal" (1974), in der Piccoli einen gierigen Anwalt verkörpert und Romy Schneider seine Geliebte, fiel wenig bemerkenswert aus, auch Sautets "Mado" (1976), in dem Schneider ausnahmsweise eine Nebenrolle spielt, sorgte nicht für viele Schlagzeilen. Letztmals arbeiteten Piccoli und Schneider 1982 für Jacques Rouffios "Die Spaziergängerin von Sans-Souci" zusammen, der gleichzeitig der letzte Filme von Romy Schneider vor ihrem frühen Tod sein sollte. Hier agiert Piccoli als (mit Schneiders Lina verheirateter) Max Baumstein, jüdischer Präsident einer angesehenen Menschenrechtsorganisation, der den Botschafter von Paraguay erschießt - warum, erfahren die Zuschauer erst nach und nach. Zwar fielen die Kritiken zum Film gemischt aus und er hat zweifellos seine Schwächen, trotzdem ist es vor allem dank der Leistungen von Piccoli und Schneider (in einer Doppelrolle) ein gelungener Abschluß ihrer gut 15-jährigen Zusammenarbeit.

3. Sonstige Highlights:
In seiner langen Karriere arbeitete Michel Piccoli mit einer ganzen Reihe großer Regisseure und Schauspieler zusammen und wirkte auch in internationalen Produktionen mit. Ein früher Höhepunkt war 1962 Jean-Pierre Melvilles Gangsterfilm-Klassiker "Der Teufel mit der weißen Weste" mit Jean-Paul Belmondo, in dem Michel Piccoli als Gangster und Nachtclub-Besitzer Nuttheccio agiert. Ein Jahr später gelang ihm in Jean-Luc Godards "Die Verachtung" endgültig der Durchbruch, in dem er den Drehbuch-Autor Paul Javal gibt, dessen Ehe mit der schönen Camille (Brigitte Bardot) während der Vorbereitungen zu einem Film über die Odysseus-Saga zerbricht. 1967 verkörperte Piccoli in Jacques Demys farbenfrohem Musical "Die Mädchen von Rochefort" den Pariser Kaufmann Simon und wiederum ein Jahr später folgten ein Auftritt als Inspektor Ginko in Mario Bavas eskapistischem Actionfilm "Gefahr: Diabolik!" (eine der ersten Comicverfilmungen überhaupt) und "Ein Mann zuviel", Costa-Gavras' fesselndes Drama über französische Widerstandskämpfer im von den Nazis besetzten Frankreich. In Marco Ferreris experimentellem satirischen Drama "Dillinger ist tot" (1968) gab Piccoli den gelangweilten Gasmasken-Konstrukteur Glauco und sogar für Sir Alfred Hitchcock stand er 1969 in dessen Agentenabenteuer "Topas" als früherer Widerstandskämpfer Jacques Granville vor der Kamera. In den 1970er Jahren folgten mit Claude Faraldos "Themroc" als amoklaufender titelgebender Anstreicher sowie Marco Ferreris "Das große Fressen" (1973) - in dem sich vier lebensmüde Freunde mittleren Alters zu Tode essen wollen - zwei echte Skandalfilme ihrer Zeit. Ein weiterer Höhepunkt war 1974 Claude Sautets "Vincent, François, Paul und die anderen" (mit Piccoli als Arzt François), der sich ebenfalls um einige Freunde in der Midlife-Crisis handelt, wenn auch hier ohne Todeswunsch. Ab den 1980er Jahren wurden Piccolis große Rollen etwas weniger, doch mit Louis Malles "Atlantic City, USA" (1980, mit Burt Lancaster und Susan Sarandon) und "Eine Komödie im Mai" (1990), Richard Dembos OSCAR-gekröntem originellen Kalter Kriegs-Schachthriller "Gefährliche Züge" (1984) und Jacques Rivettes "Die schöne Querulantin" (1991) gab es weitere Höhepunkte. Nach der Jahrtausendwende wurden diese immer seltener, ehe er mit 85 Jahren mit Nanni Morettis Komödie "Habemus Papam" als überraschend gewählter neuer Papst, der kurzerhand vor der riesigen Verantwortung reißaus nimmt, ein oberflächliches, aber amüsantes Comeback feierte, das ihm seine dritte Nominierung für den Europäischen Filmpreis einbrachte (im gleichen Jahr erhielt er dort auch den Ehrenpreis für sein Lebenswerk) und seine letzte Hauptrolle sein sollte.

Am 12. Mai 2020 starb Michel Piccoli in Saint-Philbert-sur-Risle im Alter von 94 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. R.I.P.

Embed from Getty Images

Dienstag, 19. Mai 2020

WHITE SNAKE – DIE LEGENDE DER WEIßEN SCHLANGE (2019)

Originaltitel: Yuanqi
Regie: Amp Wong und Zhao Ji, Drehbuch: Damao, Musik: Guo Haowei
Sprecher der deutschen Synchronfassung: Andrea Dewell, Marco Sven Reinbold, Linus Kraus, Carolin Sophie Göbel, Sabina Godec, Isaak Dentler, Bert Stevens, Fabienne Hesse, Gisa Bergmann
 White Snake
(2019) on IMDb Rotten Tomatoes: 68% (6,6); weltweites Einspielergebnis: $61,6 Mio.
FSK: 12, Dauer: 99 Minuten.
China zur Zeit der Tang-Dynastie: Die Schlangendämonin Xiao Bai (Andrea Dewell) wird von ihrer Meisterin (Sabina Godec) damit beauftragt, mit der Hilfe einer magischen Haarnadel den General (Bert Stevens) zu töten. Dieser läßt überall im ganzen Land Schlangen fangen und zu sich bringen, da er sie mit dunkler Magie ihrer Kräfte berauben will, um damit dem Kaiser zur Unsterblichkeit zu verhelfen. Xiao Bais Attentat scheitert jedoch und sie wird ausgerechnet vom freigeistigen Schlangenjäger Xuan (Marco Sven Reinbold) bewußtlos und in Menschengestalt am Fuße eines Wasserfalls aufgefunden. Als sich herausstellt, daß Xiao Bai ihr Gedächtnis verloren hat, will Xuan ihr dabei helfen, der Angelegenheit auf den Grund zu gehen, wobei die magische Haarnadel einen ersten Anhaltspunkt liefert. Doch der General ist Xiao Bai dicht auf der Spur und da sie aufgrund ihrer Amnesie nicht zur Meisterin zurückgekehrt ist, halten viele Dämonen sie für eine Verräterin. Immerhin kann Xiao Bais Schwester Xiao Qing (Carolin Sophie Göbel) der Meisterin eine Gnadenfrist von drei Tagen abringen, innerhalb derer sie Xiao Bai und die Haarnadel finden und zurückbringen muß …

Montag, 18. Mai 2020

TV-Tips für die Woche 21/2020

Montag, 18. Mai:
Arte, 20.15 Uhr und 23.35 Uhr: "The Square" (2017) und "Involuntary" (2008)
Arte widmet dem schwedischen Filmemacher Ruben Östlund ("Höhere Gewalt") einen langen Abend mit zwei Spielfilmen, einer Doku und zwei Kurzfilmen. Den Auftakt macht "The Square", Free-TV-Premiere der mit der Goldenen Palme von Cannes prämierten und OSCAR-nominierten Satire auf den Kulturbetrieb. Claes Bang (TV-Miniserie "Dracula") verkörpert den renommierten Kurator eines Stockholmer Museums, der bei der Planung einer modernen Kunstinstallation einige Hürden überwinden muß. Wie Kritiker-Vergleiche mit Michael Haneke oder Luis Buñuel andeuten, ist der unvorhersehbare, auf skurrilen Humor setzende Film keinesfalls für jedermann geeignet und polarisiert das Publikum. Nach einem Östlund-Portrait im Rahmen des Magazins "Es war einmal ..." um 22.40 Uhr gibt es die Free-TV-Premiere (im Originalton mit deutschen Untertiteln) des vorwiegend mit Laiendarstellern gedrehten, vielfach prämierten komödiantischen Episodenfilms "Involuntary", dessen Geschichten sich um das Thema "Gruppenzwang" drehen. Zum Abschluß folgen mit "Zwischenfall vor einer Bank" (1.15 Uhr) und "Szene Nr. 6882 aus meinem Leben" (1.25 Uhr) noch zwei preisgekrönte Östlund-Kurzfilme, jeweils als OmU.

Außerdem:
Alien vs. Predator (ordentlich beginnendes, in der zweiten Hälfte jedoch stark nachlassendes Crossover der beiden Kult-Horrorfilmreihen; 22.05 Uhr bei Kabel Eins)
Die Unfaßbaren 2 (der zweite Teil des Showmagier-Thriller-Verwirrspiels erzielt zwar nicht den hohen Unterhaltungswert des zügiger erzählten Vorgängers, bleibt mit neuen, spektakulären Tricks und den starken Neuzugängen Lizzie Caplan und Antagonist Daniel Radcliffe aber recht spaßig; 22.15 Uhr im ZDF)

Dienstag, 19. Mai:
Kabel Eins, 2.50 Uhr: "Blob - Schrecken ohne Namen" (1958)
Bevor Steve McQueen mit Meisterwerken wie "Gesprengte Ketten", "Die glorreichen Sieben" oder "Papillon" zum Weltstar wurde, war er zu Beginn seiner Karriere in diesem B-Science Fiction-Film (seinem Kinodebüt) zu sehen. Er spielt Teenager Steve, der mit seiner Freundin Jane beobachtet, wie eine Sternschnuppe im nahen Wald einschlägt. Der Meteorit brachte eine gallertartige außerirdische Substanz mit sich, die sich äußerst schmerzhaft an einem alten Mann festsaugt, der als erster am Einschlagsort war, und immer weiter wächst. Steve und Jane stoßen auf den Mann und bringen ihn zum Arzt, welcher sie bittet, an der Absturzstelle nach Spuren zu suchen ... Das gelungene, tricktechnisch natürlich deutlich überlegene Remake "Der Blob" aus dem Jahr 1988 mit Kevin Dillon und Shawnee Smith ("Saw"-Reihe) zeigt Kabel Eins direkt zuvor um 0.50 Uhr.

Donnerstag, 14. Mai 2020

THE LIMEHOUSE GOLEM (2016)

Regie: Juan Carlos Medina, Drehbuch: Jane Goldman, Musik: Johan Söderqvist
Darsteller: Bill Nighy, Olivia Cooke, Daniel Mays, Sam Reid, Douglas Booth, María Valverde, Eddie Marsan, Graham Hughes, Henry Goodman, Morgan Watkins, David Bamber, Amelia Crouch, Adam Brown, Paul Ritter, Peter Sullivan
 The Limehouse Golem - Das Monster von London (2016) on IMDb Rotten Tomatoes: 74% (6,5); weltweites Einspielergebnis: $2,3 Mio.
FSK: 16, Dauer: 109 Minuten.
Im viktorianischen England des 19. Jahrhunderts wird der erfahrene Inspektor John Kildare (Bill Nighy, "Tatsächlich … Liebe") mit den Ermittlungen in Sachen "Limehouse Golem" betraut – einem Serienmörder, der London unsicher macht und selbst vor brutalen Morden an Frauen und Kindern nicht zurückschreckt. Es ist jedoch trotz seiner unbestrittenen Fähigkeiten der erste Mordfall für Inspektor Kildare, den er zudem nur deshalb übertragen bekommt, weil er im Falle des Scheiterns ein willkommener Sündenbock wäre – immerhin hat er angesichts anhaltender Gerüchte über seine sexuelle Orientierung sowieso keine große Karriere im Polizeidienst mehr in Aussicht. Mit der Unterstützung von Constable George Flood (Daniel Mays, "1917") entdeckt Kildare rasch, daß die Golem-Morde mit einem anderen Kriminalfall in Verbindung stehen: Die beliebte Varieté-Darstellerin Elizabeth "Lizzie" Cree (Olivia Cooke, "Ready Player One") ist des Giftmordes an ihrem Gatten, dem Bühnenautor John Cree (Sam Reid, "Anonymus"), angeklagt. Als sich herausstellt, daß ebenjener John Cree zu einer Handvoll Verdächtigen als "Limehouse Golem" zählt, versucht Kildare alles, um den Verstorbenen als Serienmörder zu überführen und so Lizzie vor dem Galgen zu retten …

Dienstag, 12. Mai 2020

THE NUN (2018)

Regie: Corin Hardy, Drehbuch: Gary Dauberman, Musik: Abel Korzeniowski
Darsteller: Taissa Farmiga, Demián Bichir, Jonas Bloquet, Bonnie Aarons, Ingrid Bisu, Sandra Teles, Charlotte Hope, Michael Smiley, Jonny Coyne, Lily Taylor, Patrick Wilson, Vera Farmiga
 The Nun
(2018) on IMDb Rotten Tomatoes: 26% (4,4); weltweites Einspielergebnis: $365,6 Mio.
FSK: 16, Dauer: 97 Minuten.
Als sich 1952 im abgelegenen rumänischen Kloster St. Carta eine Nonne unter merkwürdigen Umständen das Leben nimmt – und damit eine Todsünde begeht –, wird der "Wunderjäger" Pater Anthony Burke (Demián Bichir, "The Hateful 8") vom Vatikan mit der Untersuchung der Angelegenheit betraut. Begleitet von der angehenden Nonne Schwester Irene (Taissa Farmiga, TV-Serie "American Horror Story") reist Pater Burke in die rumänische Provinz, wo beide rasch herausfinden, daß die Landbevölkerung eine große, vermeintlich abergläubische Furcht vor dem Kloster hat, dessen Bewohnerinnen stets unter sich bleiben. Allein der frankokanadische Bauer "Frenchie" (Jonas Bloquet, "Elle"), der seit zwei Jahren im Dorf wohnt, das Kloster regelmäßig mit Nahrungsmitteln versorgt und so die Leiche der erhängten Nonne fand, ist bereit, die beiden Neuankömmlinge zu ihrem Ziel zu führen. Dort kommt es sogleich zu einer Reihe mysteriöser Vorkommnisse, derweil sich die Nonnen wenig hilfsbereit zeigen – nur Schwester Oana (Ingrid Bisu, "Toni Erdmann") ist ein wenig auskunftsfreudiger und enthüllt die Aufgabe, die die Nonnen des Klosters seit Jahrhunderten erfüllen: Sie bewachen eine Pforte zur Hölle …

Montag, 11. Mai 2020

TV-Tips für die Woche 20/2020

Update: Die RTL II-Ausstrahlung von "Sin City" wurde um eine Woche verschoben.

Montag, 11. Mai:
MDR, 23.05 Uhr: "Ich war neunzehn" (1968)
Der episodisch aufgebaute DEFA-Antikriegs-Klassiker von Konrad Wolf ("Der geteilte Himmel") und Koautor Wolfgang Kohlhaase ("Sommer vorm Balkon") erzählt - inspiriert von Wolfs eigener Vergangenheit - vom 19-jährigen Gregor (Jaecki Schwarz, TV-Reihe "Polizeiruf 110"), dessen Eltern elf Jahre zuvor aus Deutschland in die Sowjetunion flohen. Daher fällt Gregors Rückkehr in seine Heimat im April 1945 ungewöhnlich aus: als Leutnant der Roten Armee ... Mit über 3,3 Millionen Kinogängern war "Ich war neunzehn" in der DDR ein großer Erfolg.

Außerdem:
Die Unfassbaren (inhaltlich eher maues, aber sehr unterhaltsames Showmagier-Abenteuer mit hochkarätiger Besetzung; 22.15 Uhr im ZDF)
To the Wonder (Terrence Malicks ästhetisch sehr ansprechendes, aber allzu langatmiges und inhaltlich arg nihilistisches Liebesdrama mit Ben Affleck, Olga Kurylenko, Rachel McAdams; 0.00 Uhr im HR)
In der Mitte des Flusses (intensives US-Independent-Drama über die Rückkehr eines jungen Mannes in seinen trostlosen Heimatort im ländlichen Herzen Amerikas; 0.10 Uhr im ZDF)

Dienstag, 12. Mai:
Disney Channel, 20.15 Uhr: "Lügen haben lange Beine" (1996)
Siehe meine Empfehlung von Februar 2018 für die sympathische romantische Komödie mit Uma Thurman und Janeane Garofalo.

Servus TV, 22.00 Uhr: "Außer Atem" (1960)
Ich muß zugeben, daß ich selbst mit Jean-Luc Godards Gangsterfilm nie viel anfangen konnte - obwohl es Godards Hommage an den Film noir ist, der zu meinem Lieblingsgenres zählt. Fakt ist, daß "Außer Atem" als eines der wichtigsten, stilbildenden Kernstücke der französischen Nouvelle Vague gilt und (auch und gerade unter Filmschaffenden) viele Verehrer hat. Jean-Paul Belmondo gibt den bisherigen Kleinkriminellen Michel, der einen Polizisten erschießt und als Folge natürlich mit aller Macht von der Polizei gejagt wird. Bis er genügend Geld für die Flucht nach Italien gesammelt hat, sucht Michel in Paris bei der US-Studentin Patricia (Jean Seberg) Zuflucht.

Donnerstag, 7. Mai 2020

CRAZY RICH (2018)

Originaltitel: Crazy Rich Asians
Regie: Jon M. Chu, Drehbuch: Peter Chiarelli und Adele Lim, Musik: Brian Tyler
Darsteller: Constance Wu, Henry Golding, Michelle Yeoh, Gemma Chan, Awkwafina, Sonoya Mizuno, Lisa Lu, Ken Jeong, Nico Santos, Chris Pang, Jimmy O. Yang, Ronny Chieng, Kheng Hua Tan, Remy Hii, Pierre Png, Kevin Kwan, Harry Shum Jr.
 Crazy Rich (2018) on IMDb Rotten Tomatoes: 91% (7,7); weltweites Einspielergebnis: $238,5 Mio.
FSK: 6, Dauer: 121 Minuten.

Rachel Chu (Constance Wu, TV-Serie "Fresh Off the Boat") lebt den amerikanischen Traum: Als einzige Tochter einer alleinerziehenden chinesischen Immigrantin wurde sie zur jüngsten Wirtschafts-Professorin in der Geschichte der New York University, zudem ist sie seit einem Jahr glücklich mit dem ebenso gutaussehenden wie freundlichen und charmanten Nick Young (Henry Golding, "Nur ein kleiner Gefallen") liiert. Ein wenig wundert sich Rachel aber darüber, daß Nick nur sehr ausweichend auf Fragen nach seiner Familie antwortet. Warum das so ist, erfährt sie, als sie mit Nick zur Heirat seines besten Freundes Colin (Chris Pang, "Tomorrow, When the War Began") mit Araminta (Sonoya Mizuno, "Ex Machina") in dessen Heimatstadt Singapur reist und somit erstmals Nicks Familie kennenlernt. Womit sie nicht gerechnet hatte: Die Youngs sind stinkreich und gelten als die Singapur-Entsprechung zu den britischen Royals – womit Nick als der älteste Sohn der Familie einer der begehrtesten Junggesellen Asiens ist! Eigentlich soll Nick die Geschäfte der Youngs übernehmen, doch als er Rachel kennenlernte, verlängerte er seinen USA-Aufenthalt kurzerhand – wovon seine Familie und allen voran seine gestrenge Mutter Eleanor (Michelle Yeoh, "Tiger & Dragon") alles andere als begeistert sind. Dementsprechend frostig fällt der Empfang für die völlig unvorbereitete Rachel aus, zumal sie von vielen als nur am Geld interessierte "Goldgräberin" abgetan wird. Ihre Zweifel auch an ihrer Beziehung zu Nick wachsen, doch zum Glück gibt es ein paar ihr wohlgesonnene Personen wie Nicks prominente Cousine Astrid (Gemma Chan, "Captain Marvel") oder Rachels flippige frühere Kommilitonin Peik Lin (Awkwafina, "Ocean's 8"), die nach ihrem Studium nach Singapur zurückgekehrt ist und sich sehr auf das Wiedersehen mit ihrer Freundin freut …