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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit längerer Zeit das Cover meines neuen Buchs präsen...

Sonntag, 10. November 2019

TV-Tips für die Woche 46/2019

Montag, 11. November:
Arte, 20.15 Uhr und 22.15 Uhr: "Topas" (1969) und "Der zerrissene Vorhang" (1966)
Arte setzt seine umgedreht chronologische Hitchcock-Reihe mit dem dritt- und viertletzten Film des britischen Meisterregisseurs fort - das ergibt auch thematisch ein sehr passendes Double Feature, da beide Filme stark politisch geprägt sind. Der dialoglastige "Topas" ist ein Kalter Kriegs-Thriller nach einem Roman von Leon Uris, in dessen Zentrum der französische Diplomat André Devereaux (Frederick Stafford) und seine Familie stehen, die mitten in die aufziehende Kubakrise hineingezogen werden. In weiteren Rollen agieren Philippe Noiret, Michelle Piccoli und Karin Dor. Auch "Der zerrissene Vorhang" spielt während des Kalten Krieges, allerdings großteils in Deutschland. Paul Newman gibt einen US-Professor und Raketenwissenschaftler, der für einen Kongreß in Kopenhagen ist, dann jedoch zum Entsetzen seiner Assistentin und Verlobten (Julie Andrews) überstürzt nach Ost-Berlin abreist - ist er übergelaufen? Beide Filme zählen nicht zu den besten Hitchcock-Werken, machen an politischen Thrillern interessierten und einigermaßen geduldigen Zuschauern aber dennoch Spaß.

Außerdem:
Looper (Rian Johnsons packender Zeitreise-Actionthriller mit Joseph Gordon-Levitt, Emily Blunt und Bruce Willis; 20.15 Uhr um knapp vier Minuten gekürzt bei Kabel Eins, ungeschnittene Nachtwiederholung um 0.40 Uhr)
Killer's Bodyguard (Free-TV-Premiere der soliden Actionkomödie mit Ryan Reynolds, Samuel L. Jackson und Salma Hayek, deren Fortsetzung bereits abgedreht ist; 22.15 Uhr im ZDF)

Dienstag, 12. November:
Servus TV, 20.15 Uhr: "Der Vollposten" (2016)
Free-TV-Premiere der italienischen Komödie, die in ihrer Heimat mit mehr als neun Millionen Zuschauern einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten ist. Im Zentrum steht der als Beamter arbeitende Nesthocker Checco (Checco Zalone), der sich vor jeder Verantwortung drückt. Erst als seine Vorgesetzte ihn zur Kündigung bringen will, indem sie ihn von einem ungemütchlichen Ort auf der Welt zum nächsten schickt, beginnt Checco, seine Lebensweise zu überdenken. In der deutschen Synchronfassung wird Checco von Bastian Pastewka gesprochen.

Samstag, 9. November 2019

Samstags-Update (45/2019) (aktualisiert)

Keine nennenswerten Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Jahresende:


Box Office-News:
Bora Dagtekins Blockbuster "Das perfekte Geheimnis" hält sich am zweiten Wochenende auch ohne Ferienunterstützung exzellent und bleibt mit mindestens 700.000 mit großem Abstand in Führung in den deutschen Charts und sollte am Sonntag die 2 Millionen-Marke überschreiten. "Joker" fällt dagegen etwas stärker als gewohnt, bleibt aber mit über 200.000 Besuchern auf dem zweiten Platz. Einen erfreulichen Einstand gibt auf Platz 3 mit etwa 150.000 Kinogängern die Horrorkomödie "Zombieland 2" mit Woody Harrelson und Emma Stone, die somit bereits am Startwochenende das Endergebnis (135.000) des hierzulande arg gefloppten Vorgängers übertreffen sollte. Nicht weit dahinter sortiert sich der türkische Blockbuster "Recep Ivedik 6" auf dem vierten Platz ein. Einen schönen Start in den Arthouse-Kinos schafft Jan-Ole Gersters "Lara" mit Corinna Harfouch, der auf 40.000 Zuschauer und Platz 8 oder 9 abzielt. Weniger gut sieht es für die beiden weiteren breiten Starts der Woche aus: Roland Emmerichs Kriegsfilm mittelmäßig rezensierter (aber ziemlich unterhaltsamer) "Midway" schafft es auf dem gleichen Niveau wie "Lara" gerade noch so in die Top 10, die "Der letzte Bulle - Der Kinofilm" mit halb so vielen Besuchern deutlich verfehlen wird.
Vergleichsweise überraschend präsentiert sich an diesem Wochenende der US-amerikanische Kinomarkt: Hier sieht es nach den frühen Freitagszahlen so aus, als würde "Midway" mit bis zu $20 Mio. ziemlich unerwartet die Spitzenposition erringen und die deutlich höher eingeschätzte späte "Shining"-Fortsetzung "Doctor Sleeps Erwachen" mit Ewan McGregor hinter sich lassen, die trotz guter Kritiken nur auf etwa $17 Mio. zu kommen scheint, womöglich sogar weniger - damit verdoppelt "Midway" beinahe die Erwartungen der Branchenanalysten, während "Doctor Sleeps Erwachen" sie fast halbiert! Für Roland Emmerich und seine Finanziers ist dies eine gute Nachricht, denn "Midway" ist mit einem Budget von rund $100 Mio. einer der teuersten unabhängig produzierten Filme aller Zeiten - ob er je die schwarzen Zahlen erreichen wird, ist trotzdem sehr unsicher, aber zumindest steht er nicht von Beginn als kommerzieller Flop fest. Ziemlich genau das vorhergesagte Ergebnis liefert derweil auf Platz 3 mit knapp $15 Mio. Paul Feigs von den Rezensenten gemischt aufgenommene Weihnachts-RomCom "Last Christmas" mit Emilia Clarke, während die Familienkomödie "Chaos auf der Feuerwache" mit John Cena mit ca. $12 Mio. und Platz 4 oder 5 (etwa gleichauf mit "Terminator: Dark Fate") trotz mäßiger Kritiken positiv überrascht. In Deutschland startet "Last Christmas" kommenden Donnerstag, "Doctor Sleeps Erwachen" folgt am 21. November und auf "Chaos auf der Feuerwache" müssen Interessierte bis zum 6. Februar 2020 warten.

Quellen:
Deadline Hollywood

Update, Samstag, 18.00 Uhr: Wie heute mittag angedeutet, ist "Doctor Sleeps Erwachen" in den USA sogar noch (deutlich) tiefer gegangen und auch "Last Christmas" konnte den guten Auftakt nicht bestätigen. Ausgehend von den offiziellen Freitagszahlen bleibt es dabei, daß "Midway" mit etwas weniger als $20 Mio. das Wochenende gewinnen wird, während "Doctor Sleeps Erwachen" mit unter $15 Mio. auf Platz 2 kommt und "Last Christmas" und "Chaos auf der Feuerwache" mit jeweils etwa $12 Mio. die Ränge 3 und 4 unter sich ausmachen.

Mittwoch, 6. November 2019

OSCAR-News: 32 Anwärter auf den OSCAR für den besten Animationsfilm

Zwar findet die OSCAR-Verleihung 2020 (9. Februar) einige Wochen früher statt als zuletzt, die Awards Season wird aber wie immer ab Ende November so richtig beginnen. Erste Vorboten gibt es bereits in den Wochen vorher, darunter waren etwa die Nominierungen für die Gotham Awards (für Independent-Filme), die Ende Oktober stattfanden. Zu den Vorboten zählt auch die Bekanntgabe aller Werke, die sich um den Animationsfilm-OSCAR bewerben - und das ist mit 32 eine absolute Rekordzahl (der bisherige Höchstwert waren 27, glaube ich). Zwar haben ein paar noch nicht alle Voraussetzungen erfüllt, um am Ende wirklich wählbar zu sein - speziell die einwöchige Vorführung in einem Kino in Los Angeles -, aber klar ist auf jeden Fall, daß es auch 2020 wieder fünf Nominees in dieser Kategorie geben wird, denn die dafür geforderten 16 Anwärter werden locker übertroffen. Auch wenn es dieses Mal besonders viel Arbeit ist, will ich die 32 hoffnungsvollen Bewerber kurz (statistisch) vorstellen und anschließend einen Überblick über die frühe Favoritenlage geben:

- Die Addams Family (Kanada/USA): Rotten Tomatoes: 43% (5,2); IMDb: 5,9; weltweites Einspielergebnis: $130,0 Mio.
- Angry Birds 2 - Der Film (Finnland/USA): Rotten Tomatoes: 73% (5,7); IMDb: 6,4; weltweites Einspielergebnis: $142,6 Mio.
- Another Day of Life (Polen/Spanien/Deutschland/Belgien/Ungarn/Frankreich): Rotten Tomatoes: 88% (7,8); IMDb: 7,3; weltweites Einspielergebnis: $0,1 Mio.
- Away (Lettland): Rotten Tomatoes: 100% (erst vier Rezensionen); IMDb: 7,1; weltweites Einspielergebnis: - (noch nicht regulär gestartet)
- Buñuel - Im Labyrinth der Schildkröten (Spanien/Niederlande/Deutschland): Rotten Tomatoes: 100% (7,3); IMDb: 7,1; weltweites Einspielergebnis: $0,2 Mio.
- Children of the Sea (Japan): Rotten Tomatoes: 67% (erst drei Rezensionen); IMDb: 6,6; weltweites Einspielergebnis: $2,8 Mio.
- Dilili in Paris (Frankreich/Belgien/Deutschland): Rotten Tomatoes: 64% (6,6); IMDb: 6,7; weltweites Einspielergebnis: $4,9 Mio.
- Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt (USA/Japan): Rotten Tomatoes: 91% (7,3); IMDb: 7,5; weltweites Einspielergebnis: $519,9 Mio.
- Die Eiskönigin 2 (USA): Rotten Tomatoes: -; IMDb: -; weltweites Einspielergebnis: - (noch nicht gestartet)
- Everest - Ein Yeti will hoch hinaus (China/USA): Rotten Tomatoes: 83% (6,7); IMDb: 7,1; weltweites Einspielergebnis: $161,1 Mio.
- Funan (Frankreich/Belgien/Luxemburg/Kambodscha): Rotten Tomatoes: 91% (7,3); IMDb: 7,0; weltweites Einspielergebnis: $0,02 Mio.
- Ich habe meinen Körper verloren (Frankreich): Rotten Tomatoes: 100% (9,3 bei acht Rezensionen); IMDb: 7,6; weltweites Einspielergebnis: - (noch nicht gestartet)
- Klaus (Spanien): Rotten Tomatoes: 75% (erst vier Rezensionen); IMDb: -; weltweites Einspielergebnis: - (noch nicht gestartet)
- The Last Fiction (Iran): Rotten Tomatoes: -; IMDb: 6,7; weltweites Einspielergebnis: - (noch nicht regulär gestartet)
- The LEGO Movie 2 (Dänemark/Norwegen/Australien/USA): Rotten Tomatoes: 85% (7,0); IMDb: 6,7; weltweites Einspielergebnis: $191,3 Mio.
- Marona's Fantastic Tale (Frankreich/Rumänien/Belgien): Rotten Tomatoes: 100% (erst drei Rezensionen); IMDb: 8,0; weltweites Einspielergebnis: $0,002 Mio.
- Mister Link - Ein fellig verrücktes Abenteuer (USA): Rotten Tomatoes: 89% (7,2); IMDb: 6,7; weltweites Einspielergebnis: $26,2 Mio.
- Ne Zha (China): Rotten Tomatoes: 87% (7,2); IMDb: 7,7; weltweites Einspielergebnis: $700,5 Mio.
- Okko's Inn (Japan): Rotten Tomatoes: 100% (7,0); IMDb: 7,0; weltweites Einspielergebnis: $0,3 Mio.
- Pachamama (Frankreich/Luxemburg/Kanada): Rotten Tomatoes: 100% (erst drei Rezensionen); IMDb: 6,8; weltweites Einspielergebnis: $1,9 Mio. 
- Pets 2 (USA/Frankreich/Japan): Rotten Tomatoes: 59% (5,7); IMDb: 6,5; weltweites Einspielergebnis: $429,4 Mio.
- Primal: Tales of Savagery (USA): Ein Zusammenschnitt der gleichnamigen TV-Miniserie. Deren Werte: Rotten Tomatoes: 100% (8,9); IMDb: 8,9; weltweites Einspielergebnis: -
- Promare (Japan): Rotten Tomatoes: 94% (8,0); IMDb: 7,2; weltweites Einspielergebnis: $8,5 Mio.
- Rezo (Rußland): Rotten Tomatoes: 67% (erst drei Rezensionen); IMDb: 8,0; weltweites Einspielergebnis: $0,1 Mio.
- Spione Undercover - Eine wilde Verwandlung (USA): Rotten Tomatoes: -; IMDb: -; weltweites Einspielergebnis: - (noch nicht gestartet)
- The Swallows of Kabul (Frankreich/Luxemburg/Schweiz): Rotten Tomatoes: 86% (sieben Rezensionen); IMDb: 7,1; weltweites Einspielergebnis: $2,4 Mio.
- This Magnificent Cake! (Belgien/Frankreich/Niederlande): Rotten Tomatoes: 100% (7,4); IMDb: 7,3; weltweites Einspielergebnis: - (noch nicht regulär gestartet)
- The Tower (Frankreich/Schweden/Norwegen): Rotten Tomatoes: 100% (erst zwei Rezensionen); IMDb: 7,2; weltweites Einspielergebnis: -
- A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando (USA): Rotten Tomatoes: 97% (8,4); IMDb: 8,0; weltweites Einspielergebnis: $1072,1 Mio.
- Upin & Ipin: The Lone Gibbon Kris (Malaysia): Rotten Tomatoes: -; IMDb: 8,0; weltweites Einspielergebnis: $0,1 Mio.
- Weathering With You - Das Mädchen, das die Sonne berührte (Japan): Rotten Tomatoes: 100% (7,2); IMDb: 7,8; weltweites Einspielergebnis: $151,9 Mio.
- White Snake (China/USA): Rotten Tomatoes: 100% (erst vier Rezensionen); IMDb: 7,2; weltweites Einspielergebnis: $61,6 Mio.

Alle Werte: Stand 7. November 2019.

Dominiert wird die Liste wie immer von US-amerikanischen Filmen (12, wie letztes Jahr), wenn sich darunter auch etliche internationale Koproduktionen befinden. Es folgt aber überraschend dicht dahinter Frankreich mit 10 vor Japan mit 6 und Belgien mit 5 - alles Länder mit großer Trickfilm-Tradition. Ein "richtiger" deutscher Animationsfilm ist wieder einmal nicht am Start, dafür aber immerhin drei Koproduktionen. Übrigens, falls sich jemand wundert: Disney hat sein CGI-Remake von "Der König der Löwen" als Realfilm klassifiziert und daher nicht für diese Kategorie eingereicht (und so kontroverse Diskussionen verhindert).

Montag, 4. November 2019

TV-Tips für die Woche 45/2019

Montag, 4. November:
Arte, 20.15 Uhr: "Familiengrab" (1976) und "Frenzy" (1972)
Arte zeigt als Double Feature die beiden letzten Filme von Sir Alfred Hitchcock: "Familiengrab" ist ein recht gemächlicher, schwarzhumoriger Thriller, in dem ein Betrüger-Paar (Barbara Harris und Bruce Dern) und ein auf Kidnapping spezialisiertes Paar (William Devane und Karen Black) sich ins Gehege kommen. In dem betont ironisch inszenierten "Frenzy" wird ein unschuldiger Jedermann (Jon Finch) zum Mordverdächtigen, welcher der skeptischen Londoner Polizei seine Unschuld beweisen muß. Beide Filme zählen nicht zu Hitchcocks großen Meisterwerken, sind aber zweifellos unterhaltsam.

Außerdem:
Ewige Jugend (Paolo Sorrentinos brillant gefilmte Geschichte über das Älterwerden mit Michael Caine, Harvey Keitel und Rachel Weisz; 0.00 im HR)

Dienstag, 5. November:
Disney Channel, 20.15 Uhr: "Willow" (1988)
Val Kilmer spielt in dem schön altmodischen, von Märchen inspirierten und für zwei OSCARs nominierten Fantasyfilm von Ron Howard ("Solo") und Ideengeber George Lucas den Krieger Madmartigan, der gemeinsam mit dem Zwerg Willow (Warwick Davis, "Star Wars Episode VI") ein Baby beschützt, das laut einer Prophezeiung den Untergang der bösen Königin Bavmorda bringen wird.

Mittwoch, 6. November:
Arte, 23.10 Uhr: "Mit der Faust in der Tasche" (1965)
Arte zeigt (im Originalton mit deutschen Untertiteln) eine restaurierte Version des mehrfach prämierten italienischen Familiendramas von Marco Bellocchio ("Triumphmarsch"), der gleich in seinem Kinodebüt mit einer herzzerreißenden, sozialkritischen Geschichte beeindruckte. Im Mittelpunkt steht eine dysfunktionale Familie der italienischen Mittelschicht, die alles versucht, um sich nach außen keine Blöße zu geben, obwohl sie im Inneren wegen Krankheiten (drei der vier erwachsenen Kinder leiden an Epilepsie, die Mutter ist erblindet), Eifersucht und Rivalitäten immer weiter verfällt.

ZDF Neo, 23.10 Uhr: "Let Me In" (2010)
Gelungenes US-Remake des schwedischen Coming of Age-/Gruselfilms "So finster die Nacht" aus dem Jahr 2008. In der Version von Matt Reeves ("Planet der Affen: Survival") spielt Kodi Smit-McPhee ("X-Men: Dark Phoenix") den 12-jährigen Außenseiter Owen, welcher sich mit der Nachbarstochter Abby (Chloë Grace Moretz, "Kick-Ass") anfreundet - nicht ahnend, daß sie ein Vampir ist ...

Samstag, 2. November 2019

Samstags-Update (44/2019)

Keine Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Jahresende:


Box Office-News:
Die Voraussetzungen könnten kaum besser sein: In einigen Bundesländern war Feiertag, in einigen Bundesländern sind Herbstferien, dazu herrscht regnerisches Kinowetter. Selbst ohne diese Vorteile wäre "Fack ju Göhte"-Schöpfer Bora Dagtekin mit der hochkarätig besetzten Komödie "Das perfekte Geheimnis" - Remake eines italienischen Hits von 2016 - ein weiterer Hit gelungen, so könnte er zum Auftakt (die Previews mitgerechnet) sogar die Millionen-Grenze knacken und ist auf Kurs, den drittbesten Kinostart 2019 in Deutschland zu schaffen (nach "Avengers: Endgame" und "Der König der Löwen", der im Idealfall sogar auch noch geschlagen werden könnte). Das ist natürlich mit weitem Abstand die Spitzenposition in den Charts, doch auf Platz 2 zeigt sich "Joker" unbeeindruckt von der neuen Konkurrenz und bleibt mit wohl gut 400.000 Zuschauern annähernd auf Vorwochenniveau, zudem gibt es die Goldene Leinwand für insgesamt mehr als drei Millionen Zuschauer! Auf Platz 3 hält sich "Maleficent 2" mit etwas weniger als 200.000 Besuchern ebenfalls stark, das Gesamtergebnis ist fast identisch mit dem des Vorgängers zum gleichen Zeitpunkt. Weniger gut sieht es für die beiden weiteren breiten Neustarts aus, die mit ihrer Halloween-Thematik beide um die gleiche Zuschauergruppe buhlen: "Halloween Haunt" sollte mit 60.000-70.000 Kinogängern bestenfalls auf Platz 7, aber immerhin knapp vor dem eigentlich hochkarätigeren, von Guillermo del Toro produzierten "Scary Stories to Tell in the Dark" landen.
In den USA kommt mit einwöchiger Verspätung "Terminator: Dark Fate" in die Kinos, bleibt aber wie bereits in Europa recht deutlich unter den Erwartungen. Zwar reichen knapp $30 Mio. zum Auftakt für Platz 1 in den Charts, die Branchenexperten hatten aber eher mit $40 Mio. gerechnet. Die Aussichten auf eine Fortsetzung schwinden immer weiter, höchstens Asien (wo selbst "Terminator: Genisys" sehr stark lief) könnte das Franchise noch retten, aber die ersten Zahlen aus China sehen alles andere als vielversprechend aus ... Gleich drei Filme balgen sich um die Plätze 2 bis 4: Aktuell hat "Joker" mit $11 Mio. die Nase vorne, dicht dahinter folgen allerdings das gut startende Historiendrama "Harriet" über die in den USA berühmte entflohene Sklavin Harriet Tubman, die ein Netzwerk aufbaute, um anderen entlaufenen Sklaven zu helfen (Tubmans Antlitz sollte übrigens den neuen $20-Schein zieren, bis Trump an die Macht kam und das aus garantiert nicht rassistischen Gründen stoppte), sowie "Maleficent 2". Zwei weitere relativ breite Neustarts floppen und könnten sich gerade noch so am unteren Ende der Top 10 einreihen: Der Kinder-Animationsfilm "Arctic Dogs" und Edward Nortons ambitionierter Neo-Noir-Thriller "Motherless Brooklyn" zielen beide auf $2-3 Mio. ab, wobei Nortons Film in 1500 Kinos weniger zu sehen ist. In Deutschland kommt "Motherless Brooklyn" am 12. Dezember in die Kinos, auf "Harriet" müssen wir bis zum 23. April 2020 warten. "Arctic Dogs" ist bereits ab 29. November bei Netflix abrufbar.

Quellen:

Donnerstag, 31. Oktober 2019

KINOVORSCHAU HERBST 2019 (Teil 2)

In der (Vor-)Weihnachtszeit können sich Kinofans wie immer auf eine ausgewogene Mischung aus spektakulären Blockbustern und inhaltlich anspruchsvollen OSCAR-Kandidaten freuen. Die wichtigsten und erfolgversprechendsten Kinostarts in Deutschland bis Jahresende:

7. November:
"Zombieland: Doppelt hält besser":
Ganze zehn Jahre nach dem Horrorkomödien-Überraschungserfolg "Zombieland" schlagen sich Tallahassee (Woody Harrelson, "Three Billboards ..."), Wichita (Emma Stone, "The Favourite"), Columbus (Jesse Eisenberg) und Little Rock (Abigail Breslin) noch immer erfolgreich durch die Zombieapokalypse; die eingeschworene Zweckfamilie trifft aber auf einige weitere Überlebende – das sorgt für Probleme, als Little Rock mit dem charmanten Kiffer Berkeley (Avan Jogia, "Shaft") abhaut. Interessant ist neben der Frage, ob nach einer Dekade immer noch genügend Fans von "Zombieland" auf eine Fortsetzung warten (für die USA kann sie bereits mit "Ja" beantwortet werden), die Entwicklung der Darsteller: Während die damals relative Newcomerin Stone inzwischen zum OSCAR-prämierten Star avancierte und der bereits allseits respektierte Charakterdarsteller Harrelson eher noch beliebter wurde, verliefen die Karrieren der damaligen Shooting Stars Eisenberg und Breslin doch ein wenig holpriger. Zwar sind beide weiterhin gut im Geschäft, doch ihre frühen Supererfolge mit jeweiliger OSCAR-Nominierung (für "The Social Network" respektive "Little Miss Sunshine") konnten sie bislang nicht wirklich bestätigen. Mal sehen, wie es in weiteren zehn Jahren bei einem möglichen "Zombieland 3" aussieht …

"Midway – Für die Freiheit":
Eigentlich scheint die beste Zeit des schwäbischen Hollywood-Regisseurs Roland Emmerich vorbei zu sein: Seinen letzten echten Erfolg feierte er vor zehn Jahren mit dem Katastrophenfilm "2012", danach floppten sowohl die ambitionierten Independent-Produktionen "Anonymus" und "Stonewall" als auch die teuren Actionfilme "White House Down" und "Independence Day 2" bei Kritikern und Publikum. Da nach dem enttäuschenden Ergebnis von "Independence Day 2" (der aber unter dem Strich zumindest in die schwarzen Zahlen gekommen sein dürfte) dessen eingeplante direkte Fortsetzung gestrichen wurde, war sogar fraglich, ob überhaupt noch einmal ein großes Hollywood-Studio dem immerhin auch schon 63-jährigen Emmerich genügend Geld für eine aufwendige Großproduktion überlassen würde. Doch Lionsgate konnte er tatsächlich noch ca. $100 Mio. für den Kriegsfilm "Midway" aus den Rippen leiern, der eine entscheidende Schlacht des Zweiten Weltkrieges im Pazifik mutmaßlich episch nacherzählt – und nicht zum ersten Mal übrigens, denn es gab bereits 1976 mit Jack Smights "Schlacht um Midway" eine mit Stars wie Charlton Heston, Henry Fonda, Glenn Ford, James Coburn, Toshirô Mifune, Hal Holbrook und Robert Mitchum gespickte Verfilmung der Geschehnisse. Mit dieser Besetzung kann Emmerichs "Midway" zwar nicht mithalten, hat aber mit Woody Harrelson, Dennis Quaid, Patrick Wilson, Aaron Eckhart, "This Is Us"-Star Mandy Moore, Luke Evans und Tadanobu Asano durchaus ebenfalls einige namhafte Darsteller aufzubieten. Da Lionsgate nicht zu den großen Studios gezählt wird, ist "Midway" übrigens streng genommen sogar eine Independent-Produktion und damit einer der teuersten Indie-Filme aller Zeiten!

"The Report":
In seinem hochgelobten Independent-Drama schildert Regisseur und Drehbuch-Autor Scott Z. Burns (Autor der Soderbergh-Filme "Der Informant!", "Side Effects" und "Contagion"), wie der Auslandsgeheimdienst CIA nach den Terroranschlägen von 9/11 mit Genehmigung der Bush-Regierung zu Verhörmethoden wie Waterboarding griff, die vom damaligen Vizepräsidenten und Strippenzieher Dick Cheney als "verschärfte Verhöre" verharmlost wurden, aber per definitionem Folter entsprechen. Die demokratische Senatorin Dianne Feinstein (Annette Bening, "Captain Marvel") – von 2009 bis 2015 Leiterin des entsprechenden Kongreßausschusses – und in erster Linie ihr Mitarbeiter Daniel Jones (Adam Driver, "BlacKkKlansman") wollen das nach Abschluß einer jahrelangen Untersuchung an die Öffentlichkeit bringen, stoßen dabei allerdings auf viele Widerstände aus Politik (inklusive der Obama-Regierung) und Geheimdiensten.

Dienstag, 29. Oktober 2019

TERMINATOR: DARK FATE (2019)

Regie: Tim Miller, Drehbuch: David S. Goyer, Justin Rhodes, Billy Ray, Musik: Tom Holkenborg
Darsteller: Natalia Reyes, Linda Hamilton, Mackenzie Davis, Arnold Schwarzenegger, Gabriel Luna, Diego Boneta, Enrique Arce, Tom Hopper, Fraser James, Edward Furlong
 Terminator: Dark Fate (2019) on IMDb Rotten Tomatoes: 71% (6,2); weltweites Einspielergebnis: $129,1 Mio. 
FSK: 16, Dauer: 129 Minuten.

Daniella "Dani" Ramos (Natalia Reyes, "Birds of Passage") ist eine ganz normale junge Frau, die mit ihrem jüngeren Bruder Miguel (Diego Boneta, "Rock of Ages") in einer mexikanischen Fabrik arbeitet. Doch ihr gewöhnliches Leben ist mit einem Schlag vorbei, als eines Tages ein Terminator aus der Zukunft namens Rev-9 (Gabriel Luna) in der Fabrik auftaucht, der nur ein Ziel hat: Dani zu eliminieren! In letzter Sekunde wird er von einer kampfstarken Frau vorübergehend aufgehalten, die Dani überzeugt, mit ihr zu flüchten. Grace (Mackenzie Davis, "Blade Runner 2049") ist wie Rev-9 aus der Zukunft geschickt worden, jedoch ist sie keine Maschine, sondern ein "modifizierter Mensch". Grace soll Dani um jeden Preis beschützen, denn ihr Überleben ist entscheidend für eine Zukunft, in der die Künstliche Intelligenz "Legion" die Macht übernommen und die Menschheit verheerend attackiert hat. Dummerweise scheint Rev-9 unaufhaltbar zu sein, weshalb die Chancen für Dani und Grace schlecht stehen – bis sie unerwartet Hilfe von einer schwer bewaffneten Sarah Connor (Linda Hamilton, "Dante's Peak") erhalten, die vor über 20 Jahren zwar Skynet aufhalten konnte, aber von einem anonymen Hinweisgeber immer noch regelmäßig über die Ankunft von Terminatoren informiert wird, die sie daraufhin ausschaltet …

Montag, 28. Oktober 2019

TV-Tips für die Woche 44/2019

Montag, 28. Oktober:
Arte, 21.50 Uhr: "Der Richter und der Mörder" (1976)
Philippe Noiret spielt in Bertrand Taverniers auf einer wahren Geschichte beruhendem Mix aus Krimi und schwarzhumoriger Gesellschaftsstudie den Richter Rousseau, der sich Ende des 19. Jahrhunderts fest vorgenommen hat, einen bereits seit zwei Jahren durch Frankreich ziehenden Serienmörder zu stellen. Rosseau verfolgt dessen Taten akribisch und weiß deshalb ziemlich genau, wann er seinen Gerichtsbezirk erreichen wird. So läßt er alle Landstreicher festnehmen, jedoch ohne Ergebnis. Dann wird ein anderer Landstreicher namens Bouvier (Michel Galabru) - ein ehemaliger Offizier, der vor Beginn der Mordserie in einer Irrenanstalt einsaß, aber als nicht behandelbar entlassen wurde ... - bei einem vermeintlichen Mordversuch festgenommen. Doch Bouvier besteht auf seiner Unschuld und ihm die Mordserie sowie seine Zurechnungsfähigkeit nachzuweisen, ist alles andere als einfach.

Arte, 23.55 Uhr: "La Roue (1)" (1923)
Free-TV-Premiere des viereinhalbstündigen, hier zweigeteilten französischen Stummfilm-Epos von Abel Gance ("Ich klage an", "Austerlitz") - den zweiten Teil zeigt Arte in einer Woche auf dem gleichen Sendeplatz. Es geht in dem filmtechnisch experimentellen, teils wegweisenden Drama um den verwitweten Lokführer Sisif, der das kleine Waisenmädchen Norma bei sich aufnimmt - als sie erwachsen ist, verliebt er sich zu seinem eigenen Erschrecken in sie, hält das allerdings vor ihr geheim (zumal sie nicht weiß, daß sie nicht seine leibliche Tochter ist). Dennoch haben seine Gefühle ernste Konsequenzen für alle Beteiligten ...

Außerdem:
Atomic Blonde (Free-TV-Premiere des rasanten, in Berlin spielenden Actionthrillers, der seine ziemlich lahme Story mit einer begeisternden Actionheldin Charlize Theron mehr als aufwiegt; 22.15 Uhr im ZDF)

Dienstag, 29. Oktober:
Kabel Eins, 20.15 Uhr: "Crocodile Dundee - Ein Krokodil zum Küssen" (1986)
In dem australischen Komödienklassiker verkörpert Paul Hogan den kernigen Mick "Crocodile" Dundee, der nach einem erfolgreich bestrittenen Kampf mit bloßen Händen gegen ein Krokodil internationale Bekanntheit erlangt. US-Journalistin Sue (Linda Kozlowski) fliegt nach Australien, um Mick kennenzulernen - nach anfänglichen Irritationen harmonieren sie gut und Sue lädt Mick im Gegenzug nach New York ein, wo er sich allerdings überhaupt nicht zurechtfindet ... Die 1988 veröffentlichte erste von zwei Fortsetzungen zeigt Kabel Eins am morgigen Mittwoch um 20.15 Uhr.

Außerdem:
Zwei im falschen Film (Free-TV-Premiere der einfallsreichen und sehr charmanten deutschen (Anti-)RomCom mit Laura Tonke und Marc Hosemann; 23.40 Uhr im WDR)
Halloween - Die Nacht des Grauens (John Carpenters Slasher-Klassiker, der Jamie Lee Curtis zur ultimativen "Scream Queen" machte und den maskierten Killer Michael Myers zu einer Ikone des Horrorgenres; 0.40 Uhr bei Tele 5)

Mittwoch, 30. Oktober:
Arte, 20.15 Uhr: "Loving Vincent" (2017)
Free-TV-Premiere des OSCAR-nominierten polnisch-britischen Animationsfilms, der in der Art eines Krimis zeigt, wie der Postmeister-Sohn Armand den angeblichen Selbstmord von Vincent van Gogh aufklären will, den er für einen möglichen Mord hält. Um der Sache auf den Grund zu gehen, interviewt er einige der Modelle für van Goghs bekannteste Portraitgemälde. Der Clou an der Sache: "Loving Vincent" wurde als Realfilm gedreht (mit bekannten Darstellern wie Saoirse Ronan, Aidan Turner, Chris O'Dowd und Jerome Flynn), anschließend jedoch zu animierten Ölgemälden in van Goghs Stil "übermalt", womit einige seiner größten Kunstwerke zum Leben erwachen! Dafür gab es von den Kritikern jede Menge Lob, wenn auch die Story selbst eher zweckmäßig ist und hinter der beeindruckenden Visualisierung zurückstehen muß.

Außerdem:
Train to Busan (wenig origineller, aber gut gemachter südkoreanischer Blockbuster über einen Vater, der mit seinem Sohn in einem Zug vor einer Zombieepidemie flüchtet; 22.45 Uhr bei Arte)
Nocturnal Animals (Free-TV-Premiere des OSCAR-nominierten, kunstvoll verschachtelten Mix aus Charakterdrama und Thriller mit Amy Adams und Jake Gyllenhaal; 23.15 Uhr bei ZDF Neo)

Donnerstag, 31. Oktober:
Servus TV, 22.15 Uhr (wohl gekürzt, ungeschnittene Nachtwiederholung um 3.10 Uhr): "The Chaser" (2008)
Der südkoreanische Blockbuster (über 5 Millionen Zuschauer in den heimischen Kinos) ist ein adrenalingetriebener, kompromißloser Actionthriller, in dem ein Ex-Polizist und jetziger Zuhälter sich auf die Jagd nach einem Serienmörder macht, der zwei seiner Schützlinge umgebracht hat und eine dritte in seiner Gewalt hat. Die Handlung ist zwar phasenweise ziemlich konstruiert, Genrefans werden aber trotzdem gut unterhalten.

Freitag, 1. November:
BR, 23.05 Uhr: "Wie klaut man eine Million?" (1966)
William Wylers Krimikomödien-Verwirrspiel erzählt von Nicole (Audrey Hepburn), der Tochter des renommierten französischen Kunstsammler Charles Bonnet, der aber in Wirklichkeit ein brillanter Fälscher aus reichem Hause ist. Als eines Abends der mißtrauische Detektiv Simon (Peter O'Toole) bei den Bonnets einbricht, um ein Gemälde heimlich auf seine Echtheit hin zu überprüfen, wird er von Nicole überrascht - die ihn logischerweise für einen Einbrecher hält. Aus dieser Begegnung entwickelt sich ein amüsantes berufliches wie auch romantisches Katz-und-Maus-Spiel ...

Außerdem:
Muppets Most Wanted (in ihrem bislang letzten Kinoabenteuer unternehmen die Muppets einen phasenweise zum Schreien komischen, mit Star-Cameos gespickten Roadtrip durch Europa; 21.50 Uhr bei Super RTL)
Selma (David Oyelowo glänzt in dem OSCAR-prämierten 1960er Jahre-Bürgerrechtsdrama als Dr. Martin Luther King Jr.; 0.45 Uhr im HR)
Sin City 2 (deutlich schwächere, aber immer noch sehenswerte Fortsetzung des Kultfilms von Robert Rodriguez und Frank Miller, die als hochkarätige Neuzugänge Eva Green, Josh Brolin und Joseph Gordon-Levitt vorweisen kann; 2.25 Uhr bei RTL II)

Samstag, 26. Oktober 2019

Samstags-Update (43/2019) (aktualisiert)

Keine Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende Oktober:


Box Office-News:
Auch am dritten Wochenende bleibt "Joker" in den deutschen Charts problemlos in Führung, ca. 450.000 Zuschauer bedeuten erneut einen bemerkenswert geringen Rückgang im Vergleich zur Vorwoche - außerdem ist "Joker" nun bereits der vierterfolgreichste DC-Film in Deutschland überhaupt, wahrscheinlich wird er auch noch "The Dark Knight" (2,8 Mio.) und "The Dark Knight Rises" (3,25 Mio.) überholen; nur die Spitzenposition von "Superman" (4,15 Mio.) wird kaum zu erreichen sein. Auf Platz 2 bleibt wahrscheinlich "Maleficent 2" mit erheblich über 150.000 Besuchern, während sich der ziemlich freundlich besprochene und bereits eine Woche vor den USA startende "Terminator: Dark Fate" mit enttäuschenden 100.000 bis 150.000 Zuschauern und Rang 3 begnügen muß. Das bedeutet das klar schwächste Startergebnis der Reihe, selbst "Terminator: Genisys" kam noch auf über 220.000 - da hat "Dark Fate" offensichtlich selbst die Rückkehr von Linda Hamilton und (als Produzent) James Cameron nicht geholfen. Vermutlich nur zu Platz 5 mit etwa 100.000 Kinogängern reicht es für das erste animierte Kinoabenteuer von "Die Addams Family"; die beiden Realfilme aus den 1990er Jahren kamen zum Auftakt noch auf 250.000 respektive gut 160.000. Man könnte fast den Eindruck bekommen, daß das Publikum die ganzen Fortsetzungen und Reboots langsam leid wird - aber "Joker" ist streng genommen natürlich auch ein Spin-Off ... Und daß Originalstoffe kein Allheilmittel sind, zeigt diese Woche der Kinder-Animationsfilm "Bayala", der mit 30.000 bis 40.000 Besuchern knapp die Top 10 entern könnte.
In den USA sieht es danach aus, daß "Joker" - dort inzwischen übrigens der inflationsbereinigt erfolgreichste Film mit einer "R"-Altersfreigabe (vor "Deadpool") - die Führung in den Charts mit $17-18 Mio. zurückerobern wird. Theoretisch könnte auch "Maleficent 2" die Spitze verteidigen, Platz 2 mit etwa $16 Mio. ist nach den frühen Freitagszahlen aber realistischer. Der Rückgang um gut 55% entspricht weitgehend den Genrestandards. Das gilt auch für "Zombieland 2", der sich mit $12 Mio. den dritten Rang vor "Die Addams Family" ($10 Mio.) sichern sollte. Als bester Neustart kommt der afroamerikanisch geprägte Polizei-Thriller "Black and Blue" mit gut $8 Mio. auf Platz 5, gefolgt von dem Horrorfilm "Countdown" mit $6 Mio. zum Start. Der kräftig überarbeitete (und in der Tat deutlich besser besprochene) "Director's Cut" des vor zwei Jahren (!) nach schwacher Rezeption bei diversen Filmfestivals verschobenen Historienfilms "Edison - Ein Leben voller Licht" mit Benedict Cumberbatch landet mit $3 Mio. vermutlich auf Platz 8. In Deutschland kommt "Black and Blue" am 14. November in die Kinos, während "Countdown" und "Edison" noch keine Starttermine haben.

Quellen:
Deadline Hollywood

Update vom Sonntag: In den USA hat es doch noch einige Verschiebungen gegeben. So läuft es für "Maleficent 2" besser als erwartet, weshalb es nun nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit "Joker" um die Spitzenposition aussieht, beide zielen auf etwa $18 Mio. ab. Etwas schlechter sieht es dagegen für "Zombieland 2" aus, der sich mit ca. $11 Mio. mit "Die Addams Family" um Bronze balgen sollte. Auch um den besten Neustart gibt es nun einen Zweikampf, denn "Countdown" ist wie "Black and Blue" auf $8 Mio.-Kurs. Und schließlich sollte noch erwähnt werden, daß der OSCAR-Kandidat "The Lighthouse" mit Robert Pattinson und Willem Dafoe am zweiten Wochenende im limitierten Einsatz bereits die Top 10 entert und sich mit $3-4 Mio. vor "Edison" auf Platz 8 einsortieren dürfte.

Donnerstag, 24. Oktober 2019

PENGUIN HIGHWAY (2018)

Regie: Hiroyasu Ishida, Drehbuch: Makoto Ueda, Musik: Umitarô Abe
Sprecher der Originalfassung: Kana Kita, Yū Aoi, Megumi Han, Rie Kugimiya, Miki Fukui, Hidetoshi Nishijima, Naoto Takenaka
 Penguin Highway (2018) on IMDb Rotten Tomatoes: 100% (7,7); weltweites Einspielergebnis: $4,0 Mio.
FSK: 6, Dauer: 117 Minuten.
Der aufgeweckte Neuntklässler Aoyama zählt buchstäblich die Tage, bis er erwachsen ist, er eifert seinem Wissenschaftler-Vater gemeinsam mit seinem besten Freund Uchida mit eigenen, bemerkenswert methodisch verfolgten Forschungsprojekten nach – ach, und seit Neuestem ist er besessen von Brüsten. Hauptverantwortlich dafür dürfte (neben der einsetzenden Pubertät) die hübsche, vollbusige Zahnarzthelferin sein, die gelegentlich auf Aoyama aufpaßt und ihn im Schachspiel trainiert. Als eines Tages aus heiterem Himmel Pinguine im Ort auftauchen und für Verwirrung sorgen, weil sie ebenso plötzlich wieder verschwinden, merkt Aoyama jedoch, daß es an "Onee-san" (bedeutet ungefähr "große Schwester") noch wesentlich Interessanteres gibt als ihre Oberweite – denn eines Tages beobachtet er, wie sie einen der Pinguine scheinbar aus dem Nichts erschafft! Da sie sich das selbst nicht erklären kann, will Aoyama der Sache auf den Grund gehen. Das ist allerdings nicht das einzige zu lösende Mysterium, denn Aoyamas ähnlich wißbegierige Mitschülerin Hamamoto (deren Vater ebenfalls Forscher ist) führt ihn und Uchida zu einer großen, schwebenden Wasserkugel, auf die sie jenseits des nahen Waldes gestoßen ist. Es stellt sich heraus, daß es eine Verbindung zwischen diesem merkwürdigen Gebilde und Onee-sans Pinguinen zu geben scheint …