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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit längerer Zeit das Cover meines neuen Buchs präsen...

Donnerstag, 11. August 2022

FINCH (2021)

Regie: Miguel Sapochnik, Drehbuch: Craig Luck und Ivor Powell, Musik: Gustavo Santaolalla
Darsteller: Tom Hanks, Caleb Landry Jones (Stimme)
Finch (2021) on IMDb Rotten Tomatoes: 74% (6,5); Altersempfehlung: 12, Dauer: 115 Minuten.
Etwa zehn Jahre, nachdem eine besonders heftige Sonneneruption Teile der Ozonschicht um die Erde zerstörte und somit das Leben an der Oberfläche bei Sonnenschein nahezu unmöglich machte, ist ein Großteil der Menschheit ausgestorben und generell gibt es kaum noch Leben auf dem Planeten. Der Robotik-Ingenieur Finch Weinberg (Tom Hanks, "Captain Phillips") ist einer der wenigen Überlebenden und damit das auch so bleibt, hält er sich möglichst weit von anderen Menschen fern. Seine einzigen Gefährten sind sein Hund Goodyear und ein primitiver kleiner Roboter namens Dewey. Dummerweise ist Finch trotz aller Vorsichtsmaßnahmen als Folge der ultravioletten Strahlen todkrank. Damit sein Hund nach seinem absehbaren Tod nicht völlig auf sich allein gestellt ist, arbeitet Finch schon länger an einem sprechenden humanoiden Roboter, der sich um Goodyear kümmern soll. Aufgrund eines nahenden Megasturms gelingt es Finch nur, 72 Prozent der vorgesehenen Daten auf den Roboter (in der Originalfassung gesprochen von Caleb Landry Jones, "Barry Seal") hochzuladen, weshalb Jeff (wie er sich später selbst nennt) etwas, nunja, unperfekt ist. Finch macht sich in einem robusten Bergbau-Muldenkipper mit Goodyear, Jeff und Dewey zu seiner letzten Reise nach San Francisco auf und versucht auf dem Weg, dem kindlich anmutenden Jeff das Nötigste beizubringen ...

Dienstag, 9. August 2022

KATE (2021)

Regie: Cedric Nicolas-Troyan, Drehbuch: Umair Aleem, Musik: Nathan Barr
Darsteller: Mary Elizabeth Winstead, Woody Harrelson, Miku Martineau, Tadanobu Asano, Jun Kunimura, Michiel Huisman, Miyavi, Mari Yamamoto, Koji Nishiyama, Gemma Brooke Allen
Kate
(2021) on IMDb Rotten Tomatoes: 45% (5,2); Altersempfehlung: 16, Dauer: 106 Minuten.
Trotz ihres noch recht jungen Alters ist Kate (Mary Elizabeth Winstead, "Birds of Prey") eine erfahrene und hochprofessionelle Auftragsmörderin – kein Wunder, wurde das Waisenkind doch von Kindheit an von ihrem Mentor und Vaterersatz Varrick (Woody Harrelson, "Zombieland 2") penibel trainiert. Eine Regel hat Kate jedoch bei ihren Missionen: Es darf kein Kind involviert sein! Als bei ihrem aktuellen Auftrag im japanischen Osaka ihre Zielperson von einem Kind begleitet wird, weigert sie sich deshalb zunächst, zu schießen. Doch letztlich läßt sie sich von Varrick überreden und tötet ihr Ziel. Als Folge dieses Bruchs ihrer eigenen Regeln will Kate nach einem letzten Auftrag aufhören. Dummerweise läuft dieser letzte Auftrag komplett schief und Kate muß feststellen, daß sie radioaktiv vergiftet wurde und binnen eines Tages sterben wird! Die ihr verbleibende Zeit will Kate nutzen, um herauszufinden, wer sie vergiftet hat – und dafür Rache zu üben. Bei ihrer Suche stößt Kate auf die junge Ani (Miku Martineau, "Honor Society"), Nichte des Yakuza-Bosses Kijima (Jun Kunimura, "Audition"), und realisiert, daß Ani ebenjenes Kind ist, das Zeugin ihres letzten Mordes wurde. Da Ani nun wegen eines internen Yakuza-Machtkampfes selbst in Lebensgefahr schwebt, nimmt sich Kate ihrer an ...

Montag, 8. August 2022

TV-Tips für die Woche 32/2022

Montag, 8. August:

ARD, 20.15 Uhr: "Kaiserschmarrndrama" (2021)

Free-TV-Premiere des siebten Eberhofer-Schmunzelkrimis nach den Romanen von Rita Falk. Diesmal ermittelt Dorfpolizist Eberhofer (Sebastian Bezzel) in einem Mord an der Schwester des Pfarrers des Nachbardorfes - die als Webcam-Stripperin tätig war! Teil 8 der erfolgreichen Reihe, "Guglhupfgeschwader", ist seit Donnerstag in den deutschen Kinos zu sehen und aktuell auf Platz 1 der Kinocharts.

Arte, 20.15 Uhr, 21.55 Uhr und 23.50 Uhr: "Der Stern von Indien" (2017), "Die Zeit der Frauen" (2015) und "Bajirao und Mastani - Eine unsterbliche Liebe" (2015)

Zum 75. Jubiläum der indischen Unabhängigkeit zeigt Arte einen Themenabend: Der beginnt mit der Free-TV-Premiere von Gurinder Chadhas ("Kick It Like Beckham") positiv rezensiertem britischen Historienfilm "Der Stern von Indien". In diesem soll Lord Mountbatten (Hugh Bonneville) als letzter britischer Vizekönig von Indien in den späten 1940er Jahren dafür sorgen, daß die bisherige Kronkolonie möglichst problemlos in die Unabhängigkeit entlassen wird. Keine einfache Aufgabe, da es u.a. schwere Konflikte zwischen den muslimischen und den hinduistischen Bevölkerungsgruppen gibt. Gillian Anderson spielt Lady Mountbatten. Es folgt um 21.55 Uhr die Free-TV-Premiere des hochgelobten indischen Dramas "Die Zeit der Frauen" von Leena Yadav über vier mutige Frauen, die sich in einem kleinen, rückständigen indischen Wüstendorf gemeinsam gegen das Patriarchat auflehnen. Zum Abschluß läuft um 23.50 Uhr (in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln) Sanjay Leela Bhansalis ("Padmaavat") vielfach ausgezeichnetes Historiendrama "Bajirao und Mastani - Eine unsterbliche Liebe", in dem sich der mit Kashibai (Priyanka Chopra, TV-Serie "Quantico") verheiratete heroische Krieger Bajirao (Ranveer Singh) in die Kriegsprinzessin Mastani (Deepika Padukone, "Om Shanti Om") verliebt.

Mittwoch, 3. August 2022

ON THE ROCKS (2020)

Regie und Drehbuch: Sofia Coppola, Musik: Phoenix
Darsteller: Rashida Jones, Bill Murray, Marlon Wayans, Jessica Henwick, Jenny Slate, Liyanna Muscat, Barbara Bain, Juliana Canfield, Alva Chinn
On the Rocks (2020) on IMDb Rotten Tomatoes: 87% (7,3); weltweites Einspielergebnis: $1,0 Mio.
FSK: 12, Dauer: 101 Minuten.
Wegen eines kleinen irritierenden Moments beginnt die Schriftstellerin Laura (Rashida Jones, "The Social Network") zu befürchten, ihr Ehemann und Vater ihrer beider Töchter Dean (Marlon Wayans, "G.I. Joe") könnte eine Affäre haben. Ein paar weitere verdächtige Details sowie die Tatsache, daß der Tech-Unternehmer Dean aktuell ständig geschäftlich unterwegs ist und seine Kollegin Fiona (Jessica Henwick, "Underwater") ausgesprochen attraktiv ist, verstärken Lauras Furcht um ihre Ehe. Und als sie ihrem Vater, dem großspurigen und reichen Kunsthändler und Frauenheld Felix (Bill Murray, "Moonrise Kingdom"), am Telefon von der Sache berichtet, ist seine Reaktion auch nicht gerade hilfreich, denn er ist überzeugt, daß Dean sie betrügt. Wenig später taucht Felix vor Lauras Tür auf und überredet sie dazu, Dean zu beschatten und zudem durch seine zahlreichen Kontakte herauszufinden, was er wirklich auf seinen Geschäftsreisen anstellt. Laura hält davon eigentlich nichts, doch andererseits will sie natürlich wissen, wie es wirklich um ihre Ehe steht – und etwas Zeit mit dem charmanten Macho Felix zu verbringen, der in ihrer Kindheit nicht wirklich oft für sie da war, fühlt sich auch nicht so schlecht an ...

Montag, 1. August 2022

TV-Tips für die Woche 31/2022

Montag, 1. August:

Arte, 13.45 Uhr: "Trauen Sie Alfredo einen Mord zu?" (1961)

Im italienischen Krimidrama von Elio Petri ("Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger") spielt Marcello Mastroianni den titelgebenden römischen Antiquitätenhändler, der nach dem Tod seiner früheren Freundin für die Polizei ein Mordverdächtiger ist. Als Alfredo das beim Verhör auf der Polizeistation begreift, wird er immer nervöser, was den Verdacht der Polizei noch erhärtet. Doch hat er es wirklich getan? In Rückblenden erfahren wir von Alfredos Beziehung zur ermordeten Adalgisa (Micheline Presle).

Arte, 20.15 Uhr: "Einer flog über das Kuckucksnest" (1975)

Miloš Formans ("Amadeus") mit fünf OSCARs prämierte Adaption eines Romans von Ken Kesey ist ein brillantes, in den IMDb Top 250 aktuell auf Platz 18 geführtes Drama, das jeder Filmliebhaber mindestens einmal gesehen haben sollte. Es ist schier unglaublich, wie es Forman gelingt, die im Kern zutiefst tragische Story so zu inszenieren, daß sie das Publikum abwechselnd zum Lachen und zum Weinen bringt, es aufrüttelt und wütend macht, aber zugleich inspiriert und berührt mit einem unbeirrbaren Humanismus, der den Film durchströmt. Jack Nicholson spielt die vielleicht beste Rolle seiner langen Karriere als charismatischer Kleinkrimineller und Koreaveteran Randle McMurhpy, der wegen Verführung einer Minderjährigen verurteilt wird. Um nicht erneut ins Gefängnis zu müssen, verhält sich Randle wie ein Wahnsinniger und wird prompt in die Psychiatrie eingewiesen. Lange ist er über das Gelingen seines Plans aber nicht froh, denn die Station, in die er kommt, wird von Schwester Ratched (Louise Fletcher) mit sadistischer, gnadenloser Strenge geleitet. Randle, der sich nicht anpassen will und zunehmend für Unruhe unter den Patienten sorgt, ist ihr natürlich ein besonders großer Dorn im Auge - doch Randle, der sich ja eigentlich nur aus Egoismus einweisen ließ, entwickelt zunehmend den Drang, den schlecht behandelten und mit Medikamenten betäubten Mitpatienten (die u.a. von Will Sampson, Brad Dourif, Christopher Lloyd und Danny DeVito verkörpert werden) wirklich zu helfen ...

ZDF, 22.15 Uhr: "Die Agentin" (2019)

Free-TV-Premiere des allerdings nur mittelmäßig rezensierten französisch-israelisch-deutschen Agententhrillers, in dem Diane Kruger ("Troja") die in die Spionage gegen das iranische Atomprogramm eingebundene Mossad-Agentin Rachel spielt. Als diese nach der Beerdigung ihres Vaters spurlos verschwindet, soll ihr früherer deutscher Kontaktmann Thomas (Martin Freeman, "Black Panther"), den sie noch kurz vor ihrem Verschwinden angerufen hatte, herausfinden, was los ist - und sie notfalls beseitigen ...

Donnerstag, 28. Juli 2022

KINOVORSCHAU AUGUST 2022

Wie üblich lassen sich die ganz großen Blockbuster-Sequels im August nicht mehr unter den Neustarts blicken, dafür gibt es aber eine ganze Reihe interessanter Originalstoffe wie "Bullet Train", "Nope" oder "Der Gesang der Flußkrebse" sowie deutsche Fortsetzungen wie "Guglhupfgeschwader" und "Die Känguru-Verschwörung":

4. August:
"Bullet Train":
Brad Pitt hat kürzlich angekündigt, er werde seine Schauspielkarriere nicht mehr allzu lange fortsetzen – kann natürlich (und hoffentlich) sein, daß er sich das noch mal überlegt, aber Fakt ist, daß Pitt sich bereits seit einiger Zeit auf der Leinwand rar macht (mit maximal einer Hauptrolle pro Jahr) und sich mehr auf seine Rolle als Produzent mit seinem eigenen Produktionsstudio Plan B konzentriert. So gesehen sollte man Pitts Zeit als Schauspieler auf jeden Fall genießen, solange es noch geht. Beispielsweise mit der auf einem japanischen Roman basierenden Actionkomödie "Bullet Train" von "John Wick"- und "Deadpool 2"-Regisseur David Leitch, in der Pitt den Auftragskiller "Ladybug" spielt. Dieser soll während einer Fahrt des legendären Hochgeschwindigkeitszuges Shinkansen (auch "Bullet Train" genannt) einen Job erledigen – dessen Gelingen ist für Ladybug besonders wichtig, weil es zuletzt beruflich nicht allzu gut für ihn lief. Dummerweise stellt sich heraus, daß er nicht der einzige Killer an Bord ist; fünf weitere (gespielt von Aaron Taylor-Johnson, Zazie Beetz, Brian Tyree Henry, Joey King und Andrew Koji) haben ebenfalls Missionen zu erledigen. Und all diese Aufträge scheinen irgendwie in Verbindung zu stehen … In einer Nebenrolle als Ladybugs "Managerin" ist übrigens die sich ähnlich rar machende Sandra Bullock zu sehen, in deren kürzlichem Hit "The Lost City" wiederum Pitt einen Kurzauftritt absolvierte.

"Guglhupfgeschwader":
Es ist eine schier unglaubliche Serie: Jeder neue Eberhofer-Schmunzelkrimi nach der Romanreihe von Rita Falk erreichte in den deutschen Kinos zum Start mehr Zuschauer als der vorherige (beim Endergebnis klappte das nicht ganz, zuletzt blieb "Kaiserschmarrndrama" auch coronabedingt knapp hinter seinem Vorgänger "Leberkäsjunkie" zurück). Die Chancen stehen nicht schlecht, daß der achte Film "Guglhupfgeschwader" die Serie fortsetzen wird, wobei das – wie immer im deutschen Kinosommer – auch vom Wetter abhängen wird. Für den Dorfpolizisten Eberhofer (Sebastian Bezzel) steht das zehnjährige Dienstjubiläum an, das aber unter anderem dadurch gestört wird, daß die örtliche Lottobude explodiert ...

"Warten auf Bojangles":
Régis Roinsards ("Mademoiselle Populaire") Tragikomödie ist die Verfilmung eines Bestsellers von Olivier Bourdeaut und lockte in Frankreich zu Jahresbeginn immerhin über eine halbe Million Zuschauer in die Kinos. In den 1950er Jahren verlieben sich die recht exzentrischen Georges (Romain Duris, "Der Auftragslover") und Camille (Virginie Efira, "Benedetta") unsterblich ineinander und leben glücklich mit ihrem kleinen Sohn Gary – wobei sie jede Nacht ausgelassen zum Song "Mr. Bojangles" tanzen. Doch ein düsteres Geheimnis, das Camille hütet, bedroht das Familienglück ...

Montag, 25. Juli 2022

TV-Tips für die Woche 30/2022

Update vom 26. Juli: Die Free-TV-Premiere von "Vergiftete Wahrheit" am heutigen Dienstag in der ARD entfällt kurzfristig. 

Montag, 25. Juli:

Arte, 20.15 Uhr: "Topkapi" (1964)
In Jules Dassins ("Rififi") Klassiker des (humorvollen) Heistfilms spielt Maximilian Schell ("Das Urteil von Nürnberg") den Meisterdieb Harper, der einen Einbruch in den berühmten Istanbuler Topkapi-Palast plant. Als einer seiner Helfer agiert Sir Peter Ustinov (und gewann dafür den Nebendarsteller-OSCAR).

Arte, 22.10 Uhr: "Ein zum Tode Verurteilter ist entflohen" (1956)

Der in Cannes mit dem Regiepreis geehrte französische Filmklassiker von Robert Bresson ("Tagebuch eines Landpfarrers") schildert nach einer wahren Begebenheit, wie im Zweiten Weltkrieg der französische Offizier Fontaine (gespielt vom späteren "Goodbye Emmanuelle"-Regisseur François Leterrier in einer von nur zwei Schauspielrollen seiner Karriere) versucht, aus der Kriegsgefangenschaft bei der SS zu entfliehen, bevor er hingerichtet wird - ein scheinbar aussichtsloses Unterfangen.

MDR, 22.40 Uhr: "The Hallow" (2015)

In dem vor allem wegen seiner dichten Atmosphäre positiv rezensierten irisch-britischen Psycho-Horrorfilm von "The Nun"-Regisseur Corin Hardy startet der Londoner Wissenschaftler Adam (Joseph Mawle, TV-Serie "Ripper Street") berufsbedingt gemeinsam mit seiner Frau (Bojana Novaković, TV-Serie "Instinct") und dem gemeinsamen Baby einen Neuanfang in der irischen Provinz. Für seine Arbeit muß Adam viel in die Wälder, was bei den neuen Nachbarn für Unbehagen sorgt - immerhin sollen dort Dämonen und Waldgeister hausen ...

Donnerstag, 21. Juli 2022

GREYHOUND – SCHLACHT IM ATLANTIK (2020)

Regie: Aaron Schneider, Drehbuch: Tom Hanks, Musik: Blake Neely
Darsteller: Tom Hanks, Stephen Graham, Rob Morgan, Matt Helm, Manuel Garcia-Rulfo, Karl Glusman, Craig Tate, Travis Quentin, Matthew Zuk, Jeff Burkes, Jake Ventimiglia, Chet Hanks, Elisabeth Shue, Dominic Keating (Stimme), Maximilian Osinski (Stimme), Ian James Corlett (Stimme), Thomas Kretschmann (Stimme)
Greyhound: Schlacht im Atlantik (2020) on IMDb Rotten Tomatoes: 78% (6,5); Altersempfehlung: 12, Dauer: 91 Minuten.
Februar 1942: Nach dem Kriegseintritt der USA hängt der Erfolg der Alliierten maßgeblich von den amerikanischen Nachschublieferungen für das in Bedrängnis befindliche Großbritannien ab. Zu diesem Zweck werden Schiffs-Konvois über den Atlantik geschickt, wobei die Frachter und Tanker von einigen Kriegsschiffen sowie Bombern eskortiert und beschützt werden. Jedoch gibt es eine kritische Wegstrecke, gennant "Black Pit" ("Schwarzes Loch"), während der für wenige Tage die Luftunterstützung wegfällt, weil der Konvoi sowohl für die in Amerika startenden als auch die in Großbritannien stationierten Flugzeuge zu weit vom Festland entfernt ist. Genau diese kritische Phase nutzen logischerweise gerne die gefürchteten deutschen U-Boote, um die Konvois zu dezimieren. Commander Ernest "Ernie" Krause (Tom Hanks, "Captain Phillips") kommandiert als Kapitän der "Greyhound" erstmals einen solchen Konvoi und sieht sich im "Schwarzen Loch" einer besonderen Herausforderung gegenüber. Denn hier warten nicht nur ein oder zwei deutsche U-Boote darauf, zuzuschlagen, sondern gleich ein ganzes "Wolfsrudel". Da die Nazis ohne die alliierte Luftunterstützung taktisch klar im Vorteil sind, muß Krause sein ganzes Können und sein strategisches Geschick aufbieten, um im Verbund mit drei weiteren Kriegsschiffen so viele der 37 Schiffe des Konvois wie möglich einigermaßen unbeschadet auf die andere Seite des "Schwarzen Lochs" zu bringen ...

Montag, 18. Juli 2022

TV-Tips für die Woche 29/2022

Montag, 18. Juli:

ARD, 20.15 Uhr: "Lindenberg! Mach dein Ding!" (2020)

Free-TV-Premiere des mit zwei Deutschen Filmpreisen geehrten Udo Lindenberg-Biopics, in dem vor allem Hauptdarsteller Jan Bülow als junger Lindenberg glänzt. Der Film von Hermine Huntgeburth ("Die weiße Massai") konzentriert sich auf die Zeit ab den 1970er Jahren, als der angehende Panikrocker ausgehend von der Hamburger Reeperbahn zu einem der größten deutschen Rockstars wird, der sowohl in der Bundesrepublik als auch in der DDR viel Erfolg hat. Weitere Rollen spielen Julia Jentsch, Detlev Buck, Max von der Groeben, Charly Hübner, Ruby O. Fee, Saskia Rosendahl und Jeanette Hain.

Arte, 22.00 Uhr: "Als wir tanzten" (2019)

Free-TV-Premiere des vielfach ausgezeichneten georgisch-schwedischen Dramas des schwedischen Regisseurs Levan Akin (TV-Serie "Real Humans") über den jungen Ballett-Tänzer Merab und seine Tanzpartnerin Mary, die kurz vor der Verwirklichung ihres großen Ziels stehen: der Aufnahme in das renommierte Georgian National Ensemble. Dann stößt der charismatische und rebellische Irakli zur Tanzakademie, der sich schnell zu Merabs ärgstem Rivalen entwickelt. Dennoch fühlt sich Merab sehr hingezogen zu Irakli - ein absolutes Tabu in der erzkonservativen osteuropäischen Tanzwelt ...

Außerdem:

Batman Begins (der Auftakt zu Christopher Nolans bahnbrechender "The Dark Knight"-Trilogie mit Christian Bale; 20.15 Uhr bei Kabel Eins, das im Anschluß um 23.20 Uhr noch die neue deutsche Doku "Die besten Superheldenfilme aller Zeiten" zeigt)

Dienstag, 19. Juli:

ARD, 22.50 Uhr: "Eine Frau mit berauschenden Talenten" (2020)

Free-TV-Premiere der für einen César nominierten französischen Krimikomödie von Jean-Paul Salomés ("Female Agents"). Isabelle Huppert spielt die Gerichtsdolmetscherin Patience, deren Aufgabe vor allem aus dem Abhören von Telefonaten aus der arabisch geprägten Drogenszene besteht. Sonderlich gut bezahlt ist ihr Job jedoch nicht, und so gerät Patience in Versuchung, ihr Wissen aus den Telefonaten für sich zu nutzen, als sie die Kosten für das Pflegeheim ihrer Mutter nicht mehr tragen kann. Tatsächlich etabliert sich Patience schnell als Drogendealerin, die Polizei ist zunächst ratlos - nur ihr Chef Philippe (Hippolyte Girardot) hat einen Verdacht ...

SWR, 23.15 Uhr: "Rache für Jesse James" (1940)

Solider Western von Fritz Lang ("M"), in dem Henry Fonda als Frank James Rache für den Tod seines berühmten Outlaw-Bruders Jesse nehmen will, nachdem der Täter Robert Ford (John Carradine) und sein Bruder Charlie vor Gericht freigesprochen wurden. Die weibliche Hauptrolle spielt Gene Tierney ("Ein Gespenst auf Freiersfüßen").

Mittwoch, 13. Juli 2022

Kurz-Nachruf: James Caan (1940-2022)

Daß Francis Ford Coppolas "Der Pate" aus dem Jahr 1972 der meiner Ansicht nach beste Film aller Zeiten ist, liegt natürlich nicht nur, aber auch an James Caan. Denn der gebürtige New Yorker spielt Sonny Corleone, den aufbrausenden bis jähzornigen ältesten Sohn des von Marlon Brando so unvergleichlich verkörperten Mafia-Paten Don Vito Corleone mit einer solchen Leidenschaft, einem solchen Furor, daß es eine wahre Freude ist. Sonny Corleone sollte die eine Rolle bleiben, die Caans komplette Karriere prägen würde, in der er vor allem harte, ruppige Typen verkörperte - und das eigentlich immer sehr überzeugend. Am 6. Juli 2022 starb James Caan im Alter von 82 Jahren.

Obwohl James Caans Karriere erst mit "Der Pate" so richtig abging, war er bereits zuvor kein Unbekannter. Nach einigen kleinen Rollen in Film und TV ergatterte Caan erste große Nebenrollen in Walter Graumans Psychothriller "Lady in a Cage" (1964) an der Seite von Hollywood-Legende Olivia de Havilland (als sadistischer jugendlicher Straftäter) und in Howard Hawks' Western "El Dorado" (1966) als Helfer von John Wayne und Robert Mitchum. Es folgten die ersten größeren Hauptrollen als Astronaut in Robert Altmans SciFi-Thriller "Countdown: Start zum Mond" (1967) und als Football-Spieler in Francis Ford Coppolas Drama "Liebe niemals einen Fremden" (1969). Für "Der Pate" erhielt er schließlich seine einzige OSCAR-Nominierung (in der Fortsetzung absolvierte er einen kurzen Auftritt in einer Rückblende) und fortan feierte er zunächst vor allem in Actionfilmen Erfolge. Die bekanntesten und besten davon waren Sam Peckinpahs "Die Killer-Elite" (1975), Norman Jewisons kultige SciFi-Sport-Dystopie "Rollerball" (1975), Richard Attenboroughs Kriegsfilm "Die Brücke von Arnheim" (1977) und Michael Manns "Thief - Der Einzelgänger" (1981) - zwischendurch spielte er aber auch in Herbert Ross' Musical "Funny Lady" (1975) mit Barbra Streisand mit, wofür er seine vierte und bereits letzte Golden Globe-Nominierung ergatterte (zuvor bereits für "The Glory Guys", "Der Pate" und "Spieler ohne Skrupel").

Nach "Thief" legte James Caan eine mehrjährige Schauspielpause ein, u.a., weil er Drogenprobleme hatte und sich generell ausgebrannt fühlte. Als er 1987 als Endvierziger auf die große Leinwand zurückkehrte, fiel es ihm deutlich schwerer, gute (Haupt-)Rollen zu ergattern. Eine Ausnahme bildet Rob Reiners gefeierte Stephen King-Adaption "Misery", in der er eine ganz andere Rolle als berühmter Schriftsteller spielt, der von einem verrückten weiblichen Fan entführt wird - möglicherweise hätte er diese auf den ersten Blick wenig attraktive Rolle (in der er fast den ganzen Film über im Bett liegen muß) vor seiner Pause gar nicht angenommen, aber obwohl er von Kathy Bates' OSCAR-prämierter Vorstellung als seine Peinigerin klar überstrahlt wird, macht er das Beste daraus. Ein richtiges Hollywood-Comeback läutete "Misery" für James Caan leider trotzdem nicht ein; in den 1990er Jahren drehte er überwiegend belanglose und wenig erfolgreiche Filme, aus denen lediglich Chuck Russells SciFi-Actionfilm "Eraser" (1996) mit Arnold Schwarzenegger, die romantische Ganoven-Komödie "Mickey Blue Eyes" (1999, in der er seine "Der Pate"-Rolle etwas persifliert) und Wes Andersons Kinodebüt "Bottle Rocket" (1996) leicht hervorstechen.

James Caans größter Erfolg im 21. Jahrhundert war vermutlich die TV-Serie "Las Vegas", die er von 2003 bis 2007 als Casino-Besitzer anführte. Daneben zeigte er seine humoristische Seite als Vater von Will Ferrell in Jon Favreaus Weihnachtskomödie "Buddy - Der Weihnachtself" (2003), absolvierte einen kurzen Auftritt in Lars von Triers "Dogville" (2003), spielte den US-Präsidenten in Peter Segals Komödie "Get Smart" (2008) und betätigte sich als Sprecher in den Animationsfilmen "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen" (2009) und "Die Legende der Prinzessin Kaguya" (2013). Seinen letzten Filmauftritt dürfte James Caan - dessen Sohn Scott selbst ein erfolgreicher Schauspieler ist, vor allem bekannt durch seine Hauptrolle in der langjährigen TV-Serie "Hawaii Five-O" - in Phillip Noyces laut IMDb in der Postproduktion befindlichen Actionkrimi "Gun Monkeys" absolvieren, der 2023 erscheinen soll.

Am Dienstag, den 6. Juli 2022, verstarb James Caan mit 82 Jahren in Los Angeles. R.I.P.

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