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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Wochen das Cover meines neuen Buchs präsen...

Dienstag, 27. September 2016

DIE UNFASSBAREN 2 (2016)

Originaltitel: Now You See Me 2
Regie: Jon M. Chu, Drehbuch: Ed Solomon, Musik: Brian Tyler
Darsteller: Mark Ruffalo, Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Lizzy Caplan, Dave Franco, Jay Chou, Daniel Radcliffe, Morgan Freeman, Sanaa Lathan, Tsai Chin, David Warshofsky, Michael Caine, Richard Laing, Henry Lloyd-Hughes, Ben Lamb
 Die Unfassbaren 2
(2016) on IMDb Rotten Tomatoes: 34% (4,9); weltweites Einspielergebnis: $333,0 Mio.
FSK: 12, Dauer: 130 Minuten.

Ein Jahr, nachdem das als "Die vier Reiter" bezeichnete Showmagier-Quartett seinen großen Coup durchgeführt hat, der mit der Bestrafung des skrupellosen Milliardärs Arthur Tressler (Sir Michael Caine, "Kingsman: The Secret Service") und der Verhaftung des überheblichen früheren Magiers Thaddeus Bradley (Morgan Freeman, "Oblivion") endete, hält es sich noch immer im Verborgenen – auf Anweisung seines heimlichen Anführers, des FBI-Agenten Dylan Rhodes (Mark Ruffalo, "Spotlight"). Doch schließlich planen sie ihr großes Comeback: Daniel (Jesse Eisenberg, "The Social Network"), Merritt (Woody Harrelson, "7 Psychos"), Jack (Dave Franco, "21 Jump Street") und der Neuzugang Lula (Lizzy Caplan aus der TV-Serie "Masters of Sex" ersetzt Isla Fisher, die während der Dreharbeiten schwanger war) wollen bei einer weltweit beachteten Präsentation (á la Apple) einen schnöseligen Unternehmenschef bloßstellen, der mit seinem neuen Technik-Produkt alle Daten seiner Kunden abschöpfen und illegal verkaufen möchte. Doch der Coup geht schief und Rhodes wird als Anführer der "Reiter" enthüllt, die ihrerseits unverhofft in dem chinesischen Glücksspielmekka Macau landen. Hinter der Sache stecken Merritts mißratener Zwillingsbruder Chase und das totgeglaubte Technik-Genie Walter Mabry (Daniel Radcliffe, "Die Frau in Schwarz"), die das Quartett zwingen, einen Chip-Prototyp zu stehlen, mit dem man Zugriff auf jeden Computer weltweit erhält …

Montag, 26. September 2016

TV-Tips für die Woche 39/2016

Ehe ich zu meinen dieswöchigen TV-Tips komme, noch kurz zu etwas anderem: Vor zwei oder drei Wochen hatte ich einen Beitrag angekündigt, in dem ich einen kurzen Überblick über die Reaktionen auf die wichtigsten Premieren bei den großen Herbstfestivals in Venedig, Toronto und Telluride geben würde. Darauf verzichte ich nun doch, weil mir beim Schreiben des zweiten Teils meiner großen Herbstvorschau (die noch diese Woche online gehen wird) auffiel, daß viele dieser Filme bei uns bis Jahresende in die Kinos kommen und ich dementsprechend in meiner Vorschau über sie berichte - ein eigener Artikel wäre somit ziemlich redundant gewesen. Damit zu den TV-Tips:

Montag, 26. September:
Arte, 20.15 Uhr: "Wem die Stunde schlägt" (1943)
Gary Cooper und Ingrid Bergman glänzen in der wohl berühmtesten, für satte neun OSCARs nominierten Hemingway-Verfilmung als Rebellen im spanischen Bürgerkrieg.

Arte, 22.45 Uhr: "Der Don ist tot" (1973)
Nach dem gigantischen Erfolg von Francis Ford Coppolas "Der Pate" entstanden in den 1970er Jahren etliche Nachahmer, von denen die meisten heute zu Recht vergessen sind. Einer der besseren Mafia-Filme dieser Zeit ist Richard Fleischers in Las Vegas spielender "Der Don ist tot", in dem Anthony Quinn, Robert Forster und Fredric Forrest in einen blutigen Nachfolgekrieg verwickelt werden.

Außerdem:
Prince of Persia (Jake Gyllenhaal als arabischer Prinz in einer der noch immer sehr wenigen kommerziell halbwegs erfolgreichen Computerspiel-Adaptionen - zu einer Fortsetzung reichte es jedoch trotzdem nicht; 20.15 Uhr bei Kabel Eins)
Philomena (Judi Dench brilliert als ältere irische Dame, die nach jahrzehntelanger Ungewißheit mit der Hilfe eines schnöseligen Journalisten endlich in Erfahrung bringen will, was aus ihrem unehelich geborenen Sohn wurde, den ihr direkt nach der Geburt die Kirche wegnahm; 20.15 Uhr bei One)

Dienstag, 27. September:
Disney Channel, 20.15 Uhr: "Der Flug des Phoenix" (2004)
Obwohl dieses actionreichere, mit Dennis Quaid, Hugh Laurie, Miranda Otto und Giovanni Ribisi gut besetzte Remake von Robert Aldrichs gleichnamigem Abenteuerfilm-Klassiker aus dem Jahr 1965 (mit James Stewart und Hardy Krüger) an den Kinokassen floppte und qualitativ nicht an das Original herankommt, zählt es fraglos zu den gelungeren Hollywood-Remakes.

Pro7Maxx, 22.20 Uhr: "Team America" (2004)
Der Puppenfilm (!) der "South Park"-Macher ist eine amüsante, politisch hochgradig unkorrekte Parodie auf typische Hollywood-Actionfilme. Kurios: In den USA mußte "Team America" für die Kinoauswertung allen Ernstens in einer Puppen-Sexszene geschnitten werden ...

Außerdem:
Dallas Buyers Club (Free-TV-Premiere des mit drei OSCARs bedachten und trotz der Thematik bemerkenswert unterhaltsamen AIDS-Dramas mit Matthew McConaughey und Jared Leto; um 22.45 Uhr in der ARD)

Samstag, 24. September 2016

Samstags-Update (38/2016)

Erneut keine nennenswerten Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende Oktober:


Box Office-News:
Wie es aussieht, werden auch in dieser Woche zwei Neustarts die Führung in den deutschen Charts übernehmen: Die US-Komödie "Bad Moms", die bereits in den USA positiv überraschte, steuert mit etwa einer Viertelmillion Zuschauer(inne)n auf die Spitzenposition zu, mit gewissem Respektsabstand folgt das Testosteron-Gegenprogramm "Die glorreichen Sieben" mit bis zu 200.000 Besuchern. Für beide sind das ordentliche Ergebnisse im Bereich dessen, was man erwarten konnte, auch wenn die Zahlen ruhig noch etwas höher hätten ausfallen dürfen. Der dritte Platz geht voraussichtlich an den letztwöchigen Zweiten "SMS für dich", der nur knapp hinter dem starbesetzten Western-Remake mit Denzel Washington, Chris Pratt und Ethan Hawke liegt. Bezüglich der Prognosen der Branchenexperten für die Neustarts am besten aus den Startlöchern gekommen ist derweil Oliver Stones "Snowden", der knapp sechsstelliges Zuschauer-Territorium erreichen und damit Platz 5 belegen könnte.
Auch in den USA erobern zwei Neuankömmlinge die Spitze der Kinocharts: "Die glorreichen Sieben" liegt mit einem soliden Ergebnis von über $35 Mio. unangefochten vorne, während überraschend weit dahinter der 3D-Animationsfilm "Störche" mit nur etwas mehr als $20 Mio. Rang 2 einnimmt. Beide Filme haben sehr ähnliche Kritiken im leicht überdurchschnittlichen Bereich erhalten. Weiterhin stark präsentiert sich auf Platz 3 Clint Eastwoods "Sully" mit rund $15 Mio. an seinem dritten Wochenende. In Deutschland kommt "Störche" am 27. Oktober in die Lichtspielhäuser.

Quellen:

Donnerstag, 22. September 2016

SUICIDE SQUAD (3D, 2016)

Regie und Drehbuch: David Ayer, Musik: Steven Price
Darsteller: Will Smith, Margot Robbie, Joel Kinnaman, Cara Delevingne, Viola Davis, Jared Leto, Jai Courtney, Jay Hernandez, Adewale Akinnuoye-Agbaje, Ike Barinholtz, Adam Beach, Karen Fukuhara, Alain Chanoine, David Harbour, Common, Scott Eastwood, Shailyn Pierre-Dixon, Aidan Devine, Kenneth Choi, Ezra Miller, Ben Affleck
 Suicide Squad
(2016) on IMDb Rotten Tomatoes: 26% (4,7); weltweites Einspielergebnis: $720,5 Mio.
FSK: 16, Dauer: 123 Minuten.
Nach den umwälzenden Geschehnissen aus "Batman v Superman" will Amanda Waller (Viola Davis, "Glaubensfrage"), Leiterin der streng geheimen Regierungsoranisation ARGUS, endlich ein lange gehegtes Vorhaben umsetzen: Eine Handvoll von inhaftierten Superschurken – teils Metawesen mit übermenschlichen Kräften – soll durch eine Mischung aus Drohungen (ihnen wird ein Mini-Sprengsatz implantiert, den Waller jederzeit per Smartphone hochgehen lassen kann) und Versprechungen (Haftverkürzung) dazu bewegt werden, ihre Fähigkeiten für das Gute einzusetzen. Vorgesehen für das "Suicide Squad" sind der unfehlbare Scharfschütze Deadshot (Will Smith, "Focus"), Jokers durchgeknallte Gespielin Harley Quinn (Margot Robbie, "The Wolf of Wall Street"), der raubeinige australische Bankräuber Captain Boomerang (Jai Courtney, "Jack Reacher"), Kletterexperte Slipknot (Adam Beach, "Flags of our Fathers"), der Feuerteufel Diablo (Jay Hernandez, "World Trade Center"), Killer Croc (Adewale Akinnuoye-Agbaje, "G.I. Joe") und Enchantress (Cara Delevingne, "Margos Spuren"). Letztere – ein uraltes Metawesen mit gewaltigen magischen Kräften, das den Körper einer jungen Archäologin übernommen hat – hat jedoch andere Pläne, setzt sich vor dem Einsetzen des Chips ab und erweckt ihren Bruder Incubus (Alain Chanoine) wieder zum Leben, mit dem sie die Menschheit dafür vernichten will, daß sie sich vor Jahrtausenden gegen sie wandte und beide in einem Artefakt einsperrte. Das restliche Team, angeführt von Oberst Rick Flag (Joel Kinnaman, "RoboCop"), soll Enchantress und Incubus aufhalten …

Mittwoch, 21. September 2016

Nachruf: Curtin Hanson (1945-2016)

Als ich zu meinem 1000. Blogpost eine Liste meiner 30 absoluten Lieblingsfilme (international) erstellte, tauchte dort auch der meisterhafte Spät-Film noir "L.A. Confidential" auf. Daß er Teil dieser Liste sein würde, stand für mich nie in Frage, hat mich doch selten zuvor oder danach ein Film so sehr beeindruckt wie dieser. Zugegeben, ich bin sowieso ein Fan von Film noirs, aber daß nach der eigentlichen Hochzeit dieses sehr speziellen Subgenres in den 1940er und 1950er Jahren auch viele Jahrzehnte später noch ein so meisterhafter Vertreter gedreht werden würde, darauf hätte ich nicht zu hoffen gewagt (wenige Jahre später folgte mit Rian Johnsons "Brick" sogar noch ein weiterer, der allerdings in der Gegenwart spielt und auch sonst trotz großer stilistischer Nähe eine sehr moderne Interpretation darstellt). Der Mann, dem ich und alle anderen Anhänger großer Kinokunst diesen unverhofften Geniestreich zu verdanken haben, heißt Curtis Hanson. Gestern ist der Filmemacher leider verstorben.

Curtis Hanson begann seine Karriere als Photograph und Filmkritiker, mit Mitte 20 wurde er selbst aktiver Teil der Filmbranche. Sein erster Schritt war 1970 das Drehbuch zu der von der B-Film-Legende Roger Corman produzierten Lovecraft-Adaption "Voodoo Child" (Originaltitel entsprechend Lovecrafts literarischer Vorlage: "The Dunwich Horror"), im Verlauf des Jahrzehnts folgten einige weitere wenig beachtenswerte Billigproduktionen, bei denen er teils auch Regie führte und produzierte. Seine ersten echten Erfolge feierte Hanson in den 1980er Jahren, als er das Drehbuch zu Carroll Ballards exzellentem, mehrfach preisgekrönten Abenteuer-Naturfilm "Wenn die Wölfe heulen" schrieb und im gleichen Jahr (1983) erstmals auch als Regisseur über ein etwas größeres Budget verfügen durfte: Die Teenie-Klamotte "Die Aufreißer von der High School" wurde zwar von der Kritik verrissen und floppte auch an den Kinokassen, bleibt aber immerhin als einer der ersten Filme von Tom Cruise in Erinnerung. Richtig in Fahrt kam Hansons Karriere ab dem Ende der Dekade, als er mit Thrillern wie "Das Schlafzimmerfenster" (1987) mit Steve Guttenberg, Elizabeth McGovern und Isabelle Huppert, "Todfreunde - Bad Influence" (1990) mit Rob Lowe und James Spader und vor allem "Die Hand an der Wiege" (1992) mit Annabella Sciorra, Rebecca de Mornay und Julianne Moore Erfolge feierte.

Speziell der kommerzielle Triumph mit "Die Hand an der Wiege" (spielte allein in den USA $88 Mio. ein bei einem Budget von knapp $12 Mio.) darf wohl dafür verantwortlich gemacht werden, daß Curtis Hanson sein stärkstes Jahrzehnt bevorstand: Für den Thriller "Am wilden Fluß" (1994) machte er Meryl Streep zur Actionheldin - und dann kam drei Jahre später sein Magnum Opus "L.A. Confidential". Lose basierend auf einem Roman von James Ellroy erzählt der Film noir (an dessen Drehbuch Hanson ebenfalls beteiligt war) die grimmige Geschichte dreier sehr unterschiedlicher Detectives im Los Angeles der frühen 1950er Jahre, die ein Massaker in einem Nachtclub aufklären wollen und durch ihre Hartnäckigkeit ins Zentrum eines diabolischen Komplotts geraten: der sich gerne wie ein Filmstar für die Öffentlichkeit inszenierende Jack Vincennes (Kevin Spacey), der aufstrebende, prinzipien- und regeltreue Edmund Exley (Guy Pearce) und der grobschlächtige Bud White (Russell Crowe). Wer sich darüber beschwert, daß Hollywood immer weniger Wert auf komplexe Charaktere und Geschichten legt, dem kann ich - obwohl es natürlich immer wieder sehr löbliche Ausnahmen gibt - nicht wirklich widersprechen. Dabei hat Curtis Hanson mit "L.A. Confidential" bewiesen, daß man sehr wohl auch noch in der heutigen Zeit in der Traumfabrik einen Film realisieren kann, der die Intelligenz des Publikums nicht beleidigt und mit ebenso glaubwürdigen wie tiefgründigen Figuren aufwarten kann, ohne dabei auch nur ansatzweise dem Unterhaltungswert zu schaden. Hier ist fast alles makellos: die raffinierte Handlung, die geschliffenen Dialoge und die perfekt eingefangene melancholische Film noir-Atmosphäre, ebenso die penible und aufwendige Ausstattung samt Kostümen, die stimmige Musik von Jerry Goldsmith und natürlich die herausragende Besetzung - die außer mit den drei ungleichen Protagonisten auch in den Nebenrollen glänzt, bei denen vor allem Kim Basinger als Edelprostituierte, James Cromwell als Polizeichef und Danny DeVito als windiger Klatschreporter hervorstechen. Die bis dahin schauspielerisch eher belächelte Basinger erhielt für ihre starke Leistung den OSCAR, einen weiteren gab es für das Drehbuch, hinzu kamen sieben weitere Nominierungen (u.a. für Spacey). Es sollte Curtis Hansons einziges Jahr als ein Hauptdarsteller bei den Academy Awards bleiben, aber dieses Jahr hatte es wahrlich in sich mit dem Gewinn für das Drehbuch sowie zwei Nominierungen als Regisseur und Produzent.

Wenn man den Zenit seiner Karriere erreicht hat, dann kann es logischerweise nur noch nach unten gehen - oder bestenfalls erst noch eine Weile seitwärts. Für Hanson ging es künstlerisch zunächst immerhin nur leicht nach unten, denn auch wenn seine nächste Literaturadaption - "Die Wonder Boys" nach einem Roman von Michael Chabon - sich als kommerzieller Flop erwies und auch bei den Rezensenten nicht ganz an die Lobeshymnen für "L.A. Confidential" anknüpfen konnte, ist es doch ein hervorragender und extrem unterhaltsamer Film geworden. Michael Douglas brilliert als alternder Literatur-Professor Tripp, der einst als Schriftsteller einen Sensationserfolg feierte, seitdem aber nichts mehr veröffentlich hat; kein Wunder, das Skript für seinen zweiten Roman ist über die Jahre auf einen Umfang von weit mehr als 2000 Seiten angewachsen ... "Die Wonder Boys" ist heutzutage etwas in Vergessenheit geraten, ich kann ihn aber nur jedem empfehlen, der ein Faible für gut geschriebenes, schwarzhumoriges und intelligentes Kino mit schlagfertigen Dialogen hat - zumal Hanson auch hier eine hervorragende Besetzung versammelt hat, die u.a. Robert Downey Jr. (als Tripps bisexueller Lektor), Tobey Maguire und Katie Holmes (zwei begabte Studenten) sowie Frances McDormand (als Ehefrau des Dekans und Tripps Geliebte) umfaßt. Auch musikalisch hat "Die Wonder Boys" einiges zu bieten, immerhin habe ich durch ihn meinen Lieblingssong von Leonard Cohen kennengelernt ("Waiting for the Miracle"), zudem gewann Bob Dylan für "Things Have Changed" seinen bis heute einzigen OSCAR.

Nach der Jahrtausendwende sorgte Curtis Hanson seltener für große Schlagzeilen, brachte aber weiterhin gute Filme in die Lichtspielhäuser wie das Rapper-Biopic "8 Mile" (2002) über und mit Eminem, die Tragikomödie "In den Schuhen meiner Schwester" (2005) mit Toni Collete und Cameron Diaz, das Spieler-Drama "Glück im Spiel" (2007) mit Drew Barrymore und Eric Bana und den für elf Emmys nominierten HBO-Film "Too Big to Fail" (2011) über die Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2007. Sein letzter Film wurde 2012 das Surferdrama "Mavericks - Lebe deinen Traum" mit Gerard Butler, den jedoch sein Kollege Michael Apted fertigstellen mußte, da Hanson gesundheitliche Probleme bekam, die ihn letztlich dazu zwangen, seine Karriere zu beenden.

Am 20. September 2016 starb Curtis Hanson, der unbestätigten Meldungen zufolge seit einigen Jahren an Alzheimer litt, im Alter von 71 Jahren im Umfeld von Los Angeles. R.I.P.

Dienstag, 20. September 2016

THE LAST KING - DER ERBE DES KÖNIGS (2016)

Originaltitel: Birkebeinerne
Regie: Nils Gaup, Drehbuch: Ravn Lanesskog, Musik: Gaute Storaas
Darsteller: Jakob Oftebro, Kristofer Hivju, Pål Sverre Hagen, Thorbjørn Harr, Nikolaj Lie Kaas, Stig Henrik Hoff, Ane Ulimoen Øverli, Torkel D. Soldal, Thea Sofie Loch Næss, Lia Boysen, Anders Dahlberg, Benjamin Helstad, Åsmund-Brede Eike, Søren Pilmark
 Birkebeinerne
(2016) on IMDb Rotten Tomatoes: 67% (6,2); weltweites Einspielergebnis: $3,6 Mio.
FSK: 12, Dauer: 96 Minuten.

Norwegen im Jahr 1204: Nach dem Tod des kirchenkritischen Birkebeiner-Königs Sverre und der bald darauf folgenden Ermordung seines Sohnes Håkon (Benjamin Helstad, TV-Miniserie "Der Kampf um Schweres Wasser") ist dessen uneheliches, bei der Mutter Inga (Ane Ulimoen Øverli) lebendes Baby der letzte Erbe der Blutlinie. Doch der verschlagene Herzog Gisle (Pål Sverre Hagen, "Kon-Tiki") greift selbst nach der Macht, läßt seinen edelmütigen älteren Bruder Inge (Thorbjørn Harr, TV-Serie "Vikings") in den Kerker werfen und verbündet sich heimlich mit den von den papsttreuen Dänen unterstützten Baglern, um das Baby zu töten. Nur die beiden Birkebeiner-Krieger Skjervald (Jakob Oftebro, "Einer nach dem anderen") und Torstein (Kristofer Hivju, der Wildling Tormund aus der TV-Serie "Game of Thrones") können den künftigen König noch vor der Ermordung retten …

Montag, 19. September 2016

TV-Tips für die Woche 38/2016

Korrektur: Wie ich eben sehe, hat Arte kurzfristig sein Programm geändert und zeigt heute (Montag) Abend statt "Killer Joe" - da hat die Indizierung dann wohl doch zu Problemen geführt - um 21.50 Uhr die französische Brecht-Adaption "Die unwürdige Greisin" aus dem Jahr 1965!

Montag, 19. September: 
ZDF, 22.15 Uhr (vermutlich um eine halbe Minute geschnitten, wohl ungekürzte Wiederholung in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch um 0.20 Uhr): "Zulu" (2013)
Free-TV-Premiere des harten Südafrika-Actionthrillers, in dem zwei Polizisten (Forest Whitaker und Orlando Bloom) einen brutalen Mord untersuchen, der mit einer neuen Droge und dem spurlosen Verschwinden von Straßenkindern zusammenzuhängen scheint.

HR, 0.50 Uhr: "Mackennas Gold" (1969)
In dem sehr soliden und stark besetzten Spätwestern suchen mehrere Parteien einen uralten Indianerschatz, nachdem Marshal Mackenna (Gregory Peck) zufällig eine Karte findet, die zu ihm führen soll. Omar Sharif spielt (ironischerweise, denn er war Ägypter) einen mexikanischen Banditen, Eli Wallach ("The Good, The Bad & The Ugly") einen konkurrierenden Bandenchef, Telly Savalas (TV-Serie "Kojak") einen Offizier und die (bereits damals) Altstars Lee J. Cobb ("Die Faust im Nacken"), Raymond Massey ("Jenseits von Eden") und Edward G. Robinson ("Little Caesar") agieren als einfache Bürger, die ebenfalls vom Schatzfieber befallen werden ...

Außerdem:
Killer Joe (Free-TV-Premiere von William Friedkins rabenschwarzem Thriller-Drama mit Matthew McConaughey als Cop/Auftragskiller; um 21.50 Uhr bei Arte, vermutlich leicht geschnitten, da in Deutschland indiziert - weil Arte eine Ausnahmestellung genießt, könnte er aber mit Glück sogar ungekürzt laufen)
The Raid (Action satt mit dem indonesischen Martial Arts-Meister Iko Uwais; 23.30 Uhr bei Tele 5)

Dienstag, 20. September:
RTL Nitro, 20.15 Uhr: "The Missing" (2003)
In Ron Howards elegant inszeniertem, geradlinigen Western-Drama glänzt Cate Blanchett als selbstbewußte Ärztin, die sich ausgerechnet mit ihrem von ihr verachteten Vater (Tommy Lee Jones) zusammentun muß, um ihre von einem skrupellosen Apachen-Banditen (Eric Schweig) entführte Tochter (Evan Rachel Wood) zu retten.

Tele 5, 23.40 Uhr: "The Raid 2" (2014)
Größer, länger, besser - das war offenbar die Devise der "The Raid"-Macher bei der gefeierten Fortsetzung des Action-Thrillers mit Iko Uwais, die sich vom beengten Setting des Vorgängers auf epische Art und Weise emanzipiert und von Kritikern sogar mit "Der Pate" verglichen wurde. Tele 5 präsentiert den Film ungeschnitten als Free-TV-Premiere.

Samstag, 17. September 2016

Samstags-Update (37/2016)

Diese Woche gibt es keine großen Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende Oktober zu vermelden:


Box Office-News:
In den deutschen Charts zeichnet sich ein Duell zweier Neustarts um die Spitzenposition ab: Sowohl der schon in den USA sehr erfolgreiche Horrorfilm "The Purge 3" als auch die deutsche Bestsellerverfilmung "SMS für Dich" von und mit Karoline Herfurth (die ihr Regiedebüt feiert) zielen auf gut 200.000 Zuschauer ab. Das ist für "The Purge 3" sehr gut (Teil 2 eröffnete mit knapp 160.000), für die stark besetzte deutsche RomCom dagegen etwas weniger als erhofft - bei guter Mundpropaganda sollte das aber durch eine lange Laufzeit ausgeglichen werden. Auch der dritte Platz könnte an einen Neuling gehen, denn nach den frühen Hochrechnungen von InsideKino liegt Fatih Akins Coming of Age-Film "Tschick" (nach einem Bestseller von Wolfgang Herrndorf) mit einem niedrigen sechsstelligen Startergebnis wohl noch knapp vor dem letztwöchigen Spitzenreiter "Nerve".
Anders als in Deutschland kann in den USA an diesem Wochenende kein Neustart wirklich überzeugen, folgerichtig bleibt Clint Eastwoods "Sully" mit gut $20 Mio. deutlich an der Spitze. Die Neueinsteiger gruppieren sich dahinter dicht gedrängt auf den Plätzen 2 bis 4, was für zwei von ihnen sehr enttäuschend ist. Allen voran gilt das für Adam Wingards Horror-Sequel "Blair Witch", das mit voraussichtlich nicht einmal ganz $10 Mio. nur ein Drittel dessen einspielt, was das Original "Blair Witch Project" 1999 an seinem ersten breiten Wochenende in einem Drittel der Kinos erreichte - diese $29,2 Mio. wird Wingards Film vermutlich nicht einmal mit seinem Gesamtergebnis schaffen! Ebenfalls unter den Erwartungen startet knapp dahinter auf Rang 3 "Bridget Jones's Baby"; offenbar ist (ähnlich wie bei "Blair Witch") seit dem zweiten Teil der Reihe mit Renée Zellweger und Colin Firth, der 2004 in die Lichtspielhäuser kam, zu viel Zeit verstrichen, was auch überraschend starke Kritiken zumindest beim US-Publikum offensichtlich nicht kompensieren konnten. Wenigstens Oliver Stones mittelmäßig besprochener "Snowden" eröffnet auf Platz 4 mit ungefähr $7,5 Mio. im (bescheidenen) Rahmen des Erwarteten, kann dem Regieveteran aber auch nicht den ersten kommerziellen Hit seit langer Zeit bescheren. In Deutschland läuft "Snowden" am kommenden Donnerstag an, "Blair Witch" am 6. Oktober und "Bridget Jones's Baby" am 27. Oktober.

Quellen:

Donnerstag, 15. September 2016

TONI ERDMANN (2016)

Regie und Drehbuch: Maren Ade
Darsteller: Peter Simonischek, Sandra Hüller, Trystan Pütter, Michael Wittenborn, Thomas Loibl, Ingrid Bisu, Victoria Malektorovych, Lucy Russell, Alexandru Papadopol, Radu Banzaru, Hadewych Minis, Vlad Ivanov
 Toni Erdmann
(2016) on IMDb Rotten Tomatoes: 92% (8,3); weltweites Einspielergebnis: $6,9 Mio.
FSK: 12, Dauer: 162 Minuten.

Winfried Conradi (Peter Simonischek, "Rubinrot") ist ein pensionierter Lehrer, dessen einziger wirklich zuverlässiger Gefährte sein geliebter, aber bereits sehr altersschwacher Hund Willi ist. Von seiner Frau ist er geschieden, die Tochter Ines (Sandra Hüller, "Requiem"), eine ehrgeizige Unternehmensberaterin, arbeitet in Bukarest und hat mit Winfried bei ihren seltenen Besuchen wenig Gesprächstoff. Als Willi stirbt, macht sich Winfried zu einem unangekündigten Besuch bei Ines auf – wenig überraschend ist die nicht gerade begeistert, zumal der joviale, stets zu albernen Scherzen aufgelegte Winfried gleich (versehentlich) einige Leute verprellt, die wichtig für Ines' Karriere sind. Nachdem Vater und Tochter dennoch in eher frostiger Atmosphäre etwas Zeit miteinander verbracht haben, bricht Winfried zu Ines' Erleichterung auch schon wieder auf. Doch noch am gleichen Abend taucht er in der Bar auf, in der Ines mit zwei Freundinnen etwas trinkt – verkleidet mit einer üppigen Perücke und falschem Gebiß stellt er sich den Damen als Lifecoach Toni Erdmann vor! Ines ist perplex, doch "Toni" zieht die Sache knallhart durch …

Dienstag, 13. September 2016

Neues aus Hollywood: Zwei Romanverfilmungen und Gary Oldman als Churchill

Heute mit drei aktuellen Meldungen:

  • Der britische Regisseur Joe Wright hat sich schon öfters mit in der Vergangenheit spielenden Stoffen befaßt, wobei er dafür in der Regel auf große literarische Stoffe zurückgriff ("Stolz und Vorurteil", "Abbitte", "Anna Karenina"). Auch in seinem nächsten Film "The Darkest Hour" begibt sich Wright in die Vergangenheit, genau genommen in die Anfangszeit des Zweiten Weltkrieges - allerdings gibt es diesmal keine Romanvorlage und es steht eine bedeutende Person der Zeitgeschichte im Mittelpunkt: Sir Winston Churchill. Nach einem Drehbuch des OSCAR-nominierten Anthony McCarten ("Die Entdeckung der Unendlichkeit") wird "The Darkest Hour" schildern, wie Churchill als frisch gewählter britischer Premierminister im Jahr 1940 mit dem Vormarsch der Nazis durch Europa umgehen und letztlich entscheiden muß, ob er Großbritannien gegen den Widerstand des Königs und Teilen seiner eigenen Partei in den Krieg führt oder einfach dabei zusieht, wie Kontinentaleuropa in Flammen aufgeht (wobei Großbritannien natürlich schnell zum nächsten Ziel werden könnte, wie Churchill sehr bewußt war). Kein Geringerer als Gary Oldman ("Dame, König, As, Spion") wird Churchill verkörpern, was zwar rein optisch als eine ungewöhnliche Wahl erscheint, schauspielerisch aber natürlich sehr viel verspricht. Kristin Scott Thomas ("Lachsfischen im Jemen") wird Churchills Frau Clementine spielen, Sir John Hurt ("Alien") seinen Amtsvorgänger Neville Chamberlain und Lily James ("Cinderella") seine persönliche Sekretärin. Als stotternder König George VI. (Protagonist von "The King's Speech") agiert der Australier Ben Mendelsohn ("Star Wars: Rogue One", "Königreich des Verbrechens"). Der Beginn der Dreharbeiten zu "The Darkest Hour" in Großbritannien ist für Herbst vorgesehen, der US-Kinostart wurde bereits für den 27. November 2017 festgelegt.

  • Einen namhafte Cast kann auch der Action-Thriller "American Assassin" vorweisen, die Adaption des gleichnamigen, im Original 2010 erschienenen Bestsellers des im Jahr 2013 verstorbenen Vince Flynn. Wie der deutsche Buch-Untertitel "Wie alles begann" bereits andeutet, handelt es sich innerhalb der 15 Romane umfassenden Reihe um ein Prequel, in dem die Anfänge des CIA-Agenten Mitch Rapp geschildert werden. Jungstar Dylan O'Brien ("Maze Runner", TV-Serie "Teen Wolf") übernimmt die Rolle des jungen Agenten, während Michael Keaton ("Spotlight") seinen anfangs widerwilligen Mentor, den Kalter Krieg-Veteran Stan Hurley, verkörpern wird. Als es eine Welle scheinbar nicht zusammenhängender Terroranschläge in verschiedenen Ländern gibt, wird das Duo von CIA-Direktorin Irene Kennedy (Sanaa Lathan, "The Perfect Guy") auf den Fall angesetzt und entdeckt wirklich ein Muster. Zusammen mit einer türkischen Agentin (Shiva Negar) müssen sie vor Ort versuchen, einen mysteriösen Bösewicht (Taylor Kitsch, "Savages") davon abzuhalten, im Mittleren Osten einen neuen Weltkrieg zu entfachen. Ich kenne die Bücher nicht, aber das Ganze klingt natürlich schon ein bißchen so wie die Jack Ryan-Bücher von Tom Clancy respektive deren Verfilmungen. Da der letzte Reboot-Versuch "Jack Ryan: Shadow Recruit" mit Chris Pine aus dem Jahr 2014 scheiterte, könnte "American Assassin" vielleicht in diese Lücke stoßen. Interessant zu sehen sein wird auch, ob das 1980er Jahre-Setting der Vorlage beibehalten wird oder (was ich eher vermute) die Handlung in die Gegenwart transportiert wird. Die Regie übernimmt mit Michael Cuesta ein Mann, der sich in der Thematik zwar auskennt (er inszenierte zahlreiche Episoden der TV-Serie "Homeland"), für das Kino bislang allerdings nur kleinere Independent-Produktionen wie "Kill the Messenger" drehte. Auch Drehbuch-Autor Stephen Schiff hat als Autor der TV-Serie "The Americans" thematisch relevante Erfahrungen gesammelt, zudem schrieb er bereits für Clint Eastwood ("Ein wahres Verbrechen") und Oliver Stone ("Wall Street: Geld schläft nicht"). Die Dreharbeiten in Europa haben kürzlich begonnen, ein Kinostarttermin ist noch nicht bekannt - ich würde auf Frühjahr (falls der Film rechtzeitig fertig wird) oder Spätsommer/Herbst 2017 tippen.

  • Weniger actionreich dürfte es in "Bel Canto" zugehen, einer Liebesgeschichte vor dem Hintergrund unsterblicher Musik und tödlicher Gefahr (so die Formulierung der Produktionsfirma). Unter der Regie von Paul Weitz ("American Pie", "About a Boy", "American Dreamz") geht es um die berühmte Sopranistin Roxane Coss (Julianne Moore, "A Single Man"), die in ein diktatorisch geführtes südamerikanisches Land reist, um für sehr viel Geld auf der Geburtstagsfeier des japanischen Unternehmers Katsumi Hosokawa (Ken Watanabe, "Batman Begins") aufzutreten. Besagte Feier wird allerdings von Rebellen unter der Führung von General Benjamin (Demián Bichir, "The Hateful 8") gestürmt, die die Anwesenden als Geiseln nehmen, um Gefangene freizupressen. Darauf geht die Gegenseite zunächst nicht ein, weshalb Geiselnehmer und Geiseln rund einen Monat lang auf engstem Raum miteinander auskommen müssen. Auch "Bel Canto" basiert auf einem Roman, den in diesem Fall die Amerikanerin Ann Pratchett 2003 veröffentlichte und der mit renommierten Preisen ausgezeichnet wurde. Die Drehbuch-Adaption übernahm Weitz selbst in Zusammenarbeit mit Anthony Weintraub, der auch als Produzent fungiert. Da das Projekt aktuell im Umfeld des Filmfestivals von Toronto internationalen Käufern vorgestellt wird, könnte die Produktion im Herbst beginnen, mit dem Kinostart rechne ich nicht vor Herbst 2017.