Empfohlener Beitrag

In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit längerer Zeit das Cover meines neuen Buchs präsen...

Mittwoch, 18. September 2019

ONCE UPON A TIME IN ... HOLLYWOOD (2019)

Regie und Drehbuch: Quentin Tarantino
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Margot Robbie, Margaret Qualley, Al Pacino, Damian Lewis, Nicholas Hammond, Kurt Russell, Zoë Bell, Emile Hirsch, Timothy Olyphant, Mike Moh, Julia Butters, Luke Perry, Michael Madsen, Bruce Dern, Lorenza Izzo, Damon Herriman, Austin Butler, Dakota Fanning, Lena Dunham, Maya Hawke, Madisen Beaty, Mikey Madison, James Landry Hébert, Harley Quinn Smith, Victoria Pedretti, Sydney Sweeney, Rafal Zawierucha, Kansas Bowling, Danielle Harris, Ronnie Zappa, Costa Ronin, Samantha Robinson, Rebecca Gayheart, Scoot McNairy, Clifton Collins Jr., Dreama Walker, Rumer Willis, James Remar, Martin Kove, Lew Temple, Daniella Pick, Quentin Tarantino (Stimme)
 Once Upon a Time in Hollywood
(2019) on IMDb Rotten Tomatoes: 85% (7,8); weltweites Einspielergebnis: $329,5 Mio.
FSK: 16, Dauer: 161 Minuten.

Los Angeles, Februar 1969: Die Karriere des bekannten Schauspielers Rick Dalton (Leonardo DiCaprio, "The Revenant") befindet sich am Scheideweg. Nachdem er Star der Westernserie "Bounty Law" war, diese aber für eine Leinwandkarriere verließ, die ihm tatsächlich einige gute Rollen einbrachte, ist sein Stern in Hollywood am Sinken. Das aufkeimende "New Hollywood", das die Branche revolutioniert und viele alte Zöpfe abschneidet, scheint mit Rick nicht mehr viel anfangen zu können, weshalb er nur zwei Optionen hat: Gastrollen in TV-Serien anzunehmen oder nach Rom zu gehen und dort Star von Spaghetti-Western zu werden. Da Rick von diesen italienischen Genrefilmen nicht viel hält, entscheidet er sich zunächst für die Fortsetzung seiner TV-Karriere – seinen besten Freund und langjährigen Stuntman Cliff Booth (Brad Pitt, "Herz aus Stahl") immer im Schlepptau. Zum neuen Hollywood zählen Ricks neue Nachbarn, denn in der Villa nebenan sind der aufstrebende polnische Regisseur Roman Polanski (Rafal Zawierucha, "Warschau 44") und seine schöne Schauspieler-Gattin Sharon Tate (Margot Robbie, "I, Tonya") eingezogen. Die fröhliche Aufbruchstimmung in Hollywood soll allerdings nicht lange anhalten, denn der Sektenguru Charles Manson (Damon Herriman, "Das Versprechen eines Lebens") und seine vorwiegend weiblichen Hippie-Anhänger um die charmante "Pussycat" (Margaret Qualley, "The Nice Guys") planen Teuflisches …

Sonntag, 15. September 2019

TV-Tips für die Woche 38/2019

Montag, 16. September:
Kabel Eins, 23.50 Uhr: "Jackie Chan: Armour of God 2" (aka "Mission Adler - Der starke Arm der Götter") (1991)
Das Action-Abenteuer ist einer der besten und unterhaltsamsten Filme von und mit Jackie Chan und zeigt, wie der von ihm gespielte Indiana Jones-Verschnitt Jackie beauftragt wird, in der Sahara nach einem Nazi-Goldschatz aus dem Zweiten Weltkrieg zu suchen.

Arte, 0.30 Uhr: "Der Ochsenkrieg" (1920)
TV-Premiere des deutschen Historienstummfilms nach einem Roman von Ludwig Ganghofer, in dem geschildert wird, wie im frühen 15. Jahrhundert im Berchtesgadener Land aus einer reinen Bagatelle ein immer weiter ausartender Konflikt zwischen den örtlichen Bergbauern und dem Kloster Berchtesgaden entsteht.

Dienstag, 17. September:
Servus TV, 22.10 Uhr: "Agentenpoker" (1980)
Walter Matthau verkörpert in der unterhaltsamen Agentenkomödie den routinierten CIA-Agenten Miles, der auf einen langweiligen Schreibtischjob versetzt werden soll. Davon hält Miles jedoch gar nichts und so macht er sich kurzerhand mit seiner adeligen österreichischen Geliebten (Glenda Jackson) aus dem Staub und arbeitet an einem Enthüllungsbuch - als sein Chef davon Wind bekommt, setzt er zwei Männer auf Miles an, die ihn aus dem Verkehr ziehen sollen. Es beginnt eine turbulente Hetzjagd rund um den Globus ...

Mittwoch, 18. September:
Arte, 22.40 Uhr: "Der Ornithologe" (2016)
Free-TV-Premiere des vielfach ausgezeichneten portugiesischen Arthouse-Abenteuerfilms über den Vogelkundler Fernando (Paul Hamy), der bei der Suche nach seltenen Schwarzstörchen im wilden portugiesischen Norden mit dem Kajak verunglückt und von zwei verirrten chinesischen Pilgerinnen gerettet wird - die sich dummerweise als durchgeknallte Fanatiker erweisen und Fernando kastrieren wollen! Er kann gerade noch entkommen, doch ihm stehen weitere skurrile Begegnungen bevor, die auch seine Sicht auf das Leben verändern ... Fernandos Geschichte ist übrigens lose an die des portugiesischen Nationalheiligen Antonius angelehnt.

Samstag, 14. September 2019

Samstags-Update (37/2019)

Keine nennenswerten Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende Oktober:


Box Office-News:
Da sich der Spätsommer doch noch einmal lautstark zu Wort meldet, sehen die deutschen Kinozahlen an diesem Wochenende relativ ernüchternd aus. "Es - Kapitel 2" verliert etwa die Hälfte, bleibt aber mit 300.000 Zuschauern mit weitem Abstand in Führung. Möglicherweise ist das auch schon der einzige Film mit sechsstelligen Besucherzahlen, wenngleich mit dem wie schon zuletzt fast gleichauf liegenden Duo "Once Upon a Time in ... Hollywood" und "Der König der Löwen" sowie dem Romanzen-Neustart "Gut gegen Nordwind" mit Nora Tschirner drei Filme die Marke von 100.000 Kinogängern mit etwas Glück noch knacken könnten. Da die deutsche Bestsellerverfilmung der einzige breite Neustart der Woche ist, gibt es nicht mehr zu berichten.
Auch in den USA verteidigt "Es - Kapitel 2" die Führung, der Rückgang um gut 55% auf etwa $40 Mio. liegt im üblichen Genrebereich. Nicht weit dahinter beweist aber Jennifer Lopez, daß sie auch mit 50 Jahren noch locker über genügend Starappeal verfügt, um einen Film zum Hit zu machen. Das auf einer wahren Geschichte basierende Gaunerdrama "Hustlers" (über einige Stripperinnen, die Banker und Broker ausnehmen wollen) profitiert von den tollen Kritiken und der medialen Aufmerksamkeit, die es bei den Herbstfestivals erhielt, wo Lopez sogar als eine ernsthafte Anwärterin auf ihre erste OSCAR-Nominierung etabliert wurde. Mit deutlich über $30 Mio. zum Start werden die Erwartungen übertroffen, für Lopez ist es (ohne Sprechrollen) das beste Startergebnis ihrer Karriere (bisher: "Das Schwiegermonster" mit $23,1 Mio.). Weil der zweite landesweite Neustart der Woche, die bei den Festivals von den Rezensenten verrissene Bestselleradaption "Der Distelfink", mit maximal $3 Mio. und einem Platz zwischen 6 und 8 krachend floppt, reicht für den Bronzerang diesmal ein Ergebnis von weniger als $5 Mio. - in Frage kommen "Angel Has Fallen", "Good Boys" und "Der König der Löwen", die jeweils auf den $4 Mio.-Bereich abzielen. In Deutschland kommt "Der Distelfink" am 26. September in die Kinos, "Hustlers" hat erstaunlicherweise noch keinen Starttermin - doch nach diesem Auftakt in den USA dürfte das kaum lange so bleiben ...

Quellen:

Donnerstag, 12. September 2019

ES ‒ KAPITEL 2 (2019)

Regie: Andy Muschietti, Drehbuch: Gary Dauberman, Musik: Benjamin Wallfisch
Darsteller: Jessica Chastain, Sophia Lillis, James McAvoy, Jaeden Martell, Bill Hader, Finn Wolfhard, Jay Ryan, Jeremy Ray Taylor, Isaiah Mustafa, Chosen Jacobs, James Ransone, Jack Dylan Grazer, Andy Bean, Wyatt Oleff, Bill Skarsgård, Teach Grant, Nicholas Hamilton, Javier Botet, Xavier Dolan, Jess Weixler, Molly Atkinson, Owen Teague, Peter Bogdanovich, Stephen King
 Es Kapitel 2
(2019) on IMDb Rotten Tomatoes: 63% (6,2); weltweites Einspielergebnis: $198,5 Mio.
FSK: 16, Dauer: 170 Minuten.

27 Jahre sind seit dem Sommer 1989 vergangen, in dem die jugendlichen Mitglieder des "Klubs der Verlierer" in der konservativ geprägten Kleinstadt Derry das außerirdische, kinderfressende, häufig als Killerclown Pennywise (Bill Skarsgård, "Deadpool 2") erscheinende Ungeheuer "Es" mit vereinten Kräften besiegt haben. Nun sind sie alle erwachsen und führen mehr oder weniger erfolgreiche Leben, die damaligen Geschehnisse haben sie als Folge ihres Wegzugs von Derry komplett vergessen. Nur Mike (Isaiah Mustafa, TV-Serie "Shadowhunters") blieb in Derry und so ist er es, der bemerkt, daß "Es" nach Ablauf des üblichen Zyklus von 27 Jahren zurückkehrt und somit, wie insgeheim von den "Verlierern" befürchtet, doch nicht endgültig vernichtet wurde. Mit Verweis auf ihren damaligen Schwur, in genau diesem Fall erneut gemeinsam gegen "Es" vorzugehen, ruft Mike seine früheren Freunde – die untereinander keinen Kontakt mehr haben – zurück nach Derry. Dort kehrt die Erinnerung bei Beverly (Jessica Chastain, "Molly's Game"), Bill (James McAvoy, "Split"), Richie (Bill Hader, "Adventureland") und den anderen zurück, doch von der Aussicht, sich erneut "Es" zu stellen, ist keiner wirklich begeistert. Mike hat allerdings in den 27 Jahren wie besessen nach Informationen über die Kreatur geforscht und ist bei einem Indianerstamm auf das "Ritual von Chüd" gestoßen, mit dem "Es" angeblich endgültig getötet werden könnte. Dafür müssen sich die einstigen Freunde aber zunächst erneut, jeder für sich, ihren größten Ängsten stellen …

Mittwoch, 11. September 2019

OSCAR-News: Die (vielen) Tops und (wenigen) Flops des Toronto International Filmfestival 2019

Nach Venedig und Telluride (über die ich bereits berichtete) reist der Filmfestival-Zirkus nahtlos nach Kanada weiter, wo in Toronto das TIFF viele OSCAR-Anwärter präsentiert. Etliche Filme, die in Venedig Weltpremiere feierten, werden hier auch noch einmal als Nordamerika-Premiere gezeigt, was manchmal interessante Unterschiede bei der Aufnahme der einzelnen Werke bei den europäischen und bei den amerikanischen Rezensenten aufzeigt. Dieses Jahr ist das allerdings eher nicht der Fall, die Meinungen scheinen überwiegend recht einhellig zu sein.

Auf diese Weise können Joaquin Phoenix als "Joker" (deutscher Kinostart: 10. Oktober) und Renée Zellweger als "Judy" (2. Januar 2020) ihren noch sehr, sehr frühen Favoritenstatus in den Hauptdarsteller-Kategorien bereits mehr als zwei Monate vor Beginn der eigentlichen Awards Season weiter festigen. Beiden Stars werden beeindruckende Karrierebestleistungen in auch insgesamt überzeugenden Filmen attestiert. Jedoch gibt es bei Todd Phillips' Superschurken-Origingeschichte "Joker" auch hier ein paar Kritiker, die die Darstellung der Entwicklung des titelgebenden Antihelden für moralisch fragwürdig oder sogar gefährlich halten und befürchten, Phoenix' Joker könnte von antidemokratischen Fanatikern als eigentlicher Held mißverstanden werden. Ohne den Film selbst bereits gesehen zu haben, bin ich mir allerdings ziemlich sicher, daß dies (ähnlich wie zuletzt beim aktuellen OSCAR-Gewinner "Green Book") größtenteils eine reine Social Media-Diskussion bleiben wird, denn die meisten Zuschauer werden von "Joker" in erster Linie gute und vielleicht auch verstörende Unterhaltung erwarten und nicht versuchen, krampfhaft etwas in ihn hineinzuinterpretieren.

Eine der großen Überraschungen in Telluride war die tatsächlich von den meisten Kritikern als OSCAR-würdig empfundene Performance von Adam Sandler in der Kriminalkomödie "Uncut Gems" (noch kein deutscher Starttermin) - der Film der Safdie-Brüder wurde auch in Toronto gezeigt und kam dort ähnlich gut an. Den "damit hätte ich jetzt aber wirklich nicht gerechnet!"-Status macht Sandler allerdings Jennifer Lopez streitig. Und wenn man bedenkt, wie lange die inzwischen routinierte Sängerin und Schauspielerin von vielen als gutaussehende, charmante, aber eher mäßig talentierte RomCom-Spezialistin belächelt wurde, ist es bemerkenswert, daß sie mit 50 Jahren eine sehr aussichtsreiche OSCAR-Anwärterin ist! Dabei hatten im Vorfeld wenige von ihrem auf einer wahren Geschichte basierenden Gaunerfilm "Hustlers" (über einige Stripperinnen, die nach der weltweiten Finanzkrise skrupellose Banker und Broker ausnehmen wollen; noch kein deutscher Starttermin) mehr erwartet als eine im besten Fall unterhaltsame "Ocean's 8"-Variation. Stattdessen begeistert der Film von Lorene Scafaria die Kritiker mit gut beobachteten Figuren, einer unvorhersehbaren, wendungsreichen Geschichte und eben einer bärenstarken Leistung von Hauptdarstellerin Jennifer Lopez. Eine OSCAR-Verleihung mit Adam Sandler und Jennifer Lopez unter den Nominierten? Wer darauf vor 10 Jahren Geld gesetzt hat, der könnte demnächst stinkreich sein ...

Natürlich gibt es jedoch auch in Toronto einige vermeintliche Hochkaräter, die die Erwartungen nicht erfüllen und sich eigentlich schon vor dem Beginn aus der Awards Season verabschieden können. Am stärksten trifft das auf die Bestseller-Adaption "Der Distelfink" (26. September) mit Ansel Elgort zu, bei der die Mehrzahl der Kritiker eine viel zu oberflächliche und der komplexen Vorlage nicht ansatzweise gerecht werdende Story bemängelt. Allerdings wurde als Vergleich des öfteren Stephen Daldrys Tränenzieher "Extrem laut & unglaublich nah" genannt und der schaffte es 2012 trotz ähnlich mäßiger Kritiken immerhin noch zu zwei OSCAR-Nominierungen ... Recht kontrovers wurde Steven Soderberghs Steuerhinterzieher-Satire "Die Geldwäscherei" (ab 18. Oktober bei Netflix) aufgenommen, welche die Affäre um die "Panama Papers" bissig aufarbeitet. Nach meinem Gefühl kommt die u.a. mit Meryl Streep, Gary Oldman und Antonio Banderas hochkarätig besetzte Satire bei den europäischen Kritikern deutlich besser an, dürfte aber in der Awards Season angesichts einer als zu oberflächlich und plakativ bemängelten Herangehensweise keine große Rolle spielen. Das dürfte ebenso auf Taika Waititis von vielen sehnsüchtig erwartete Kriegs-Tragikomödie "Jojo Rabbit" (23. Januar 2020) zutreffen - diese skurrile Geschichte, in der Waititi selbst (neben Scarlett Johansson) einen imaginären Hitler spielt, erhielt vom Publikum zwar stehende Ovationen und kann sich insgesamt auch über gute Kritiken freuen, dürfte für OSCAR-Ehren aber doch etwas zu schräg und zu wenig subtil sein.

Typischer OSCAR-Stoff ist ein Agatha Christie-artiges Oldschool-Whodunit normalerweise auch nicht, aber Rian Johnsons clevere Fingerübung zwischen "Star Wars Episode VIII" und einer von ihm derzeit konzipierten ganz neuen "Star Wars"-Trilogie wird von den Kritikern dermaßen hymnisch abgefeiert (aktuell 38 zu 0 positive Kritiken bei Rotten Tomatoes!), daß zumindest eine Drehbuch-Nominierung für "Knives Out - Ein Mord zum Dessert" (2. Januar 2020) fast schon obligatorisch erscheint. Und bei einer Besetzung mit Daniel Craig, Jamie Lee Curtis, Michael Shannon und Chris Evans könnte auch die eine oder andere Darsteller-Nominierung drin sein. Maßstab muß wohl Robert Altmans "Gosford Park" sein, der es 2003 sogar auf sieben OSCAR-Nominierungen brachte. Gute Aussichten speziell im Darstellerbereich sollte zudem Paolo Sorrentinos einfühlsames Charakterdrama "Die zwei Päpste" (20. Dezember bei Netflix) mit Sir Anthony Hopkins als Papst Benedikt und Jonathan Pryce als sein Nachfolger Franziskus haben - und Noah Baumbachs "Marriage Story" (6. Dezember bei Netflix) mit Adam Driver und Scarlett Johansson wird wie schon in Venedig auch in Toronto mit Lob überschüttet. Und zu guter Letzt haben auch zwei Routiniers Kritiker und Publikum beeindruckt: Tom Hanks als US-Kinderfernsehlegende Mr. Rogers in "A Beautiful Day in the Neighborhood" (5. März 2020) und Eddie Murphy als strauchelnder Comedian in "Dolemite Is My Name" (25. Oktober bei Netflix - ja, der Streamingdienst scheint eine sehr starke Awards Season vor sich zu haben, zum Leidwesen eingefleischter Kinofans wie mir ...). Das Rennen um die jeweils fünf Plätze in den Hauptdarstellerkategorien dürfte also sehr spannend werden ...

Quelle:

Montag, 9. September 2019

TV-Tips für die Woche 37/2019

Montag, 9. September:
Arte, 20.15 Uhr und 22.00 Uhr: "Eine neue Freundin" (2014) und "Die Zeit, die bleibt" (2005)
Arte setzt seine François Ozon-Reihe mit einem Double Feature fort. Zuerst gibt es die Free-TV-Premiere des Dramas "Eine neue Freundin", der Adaption einer Kurzgeschichte von Ruth Rendell. Darin verliert die kleine Lucie ihre Mutter, woraufhin deren beste Freundin Claire (Anaïs Demoustier) sich verstärkt um sie und ihren Vater David (Romain Duris) kümmert - dabei merkt sie, daß David sich immer femininer verhält und sich in jeder Hinsicht immer mehr in seine verstorbene Frau zu verwandeln scheint ... Auch in "Die Zeit, die bleibt" spielt Trauer eine große Rolle, denn der 30-jährige schwule Photograph Romain (Melvil Poupaud) erkrankt an Krebs mit einer weniger als fünfprozentigen Heilungschance. Angesichts dieser Aussichten entscheidet sich Romain gegen jegliche Behandlung, weiht nur seine Großmutter (Jeanne Moreau) ein und bereitet sich auf seine Weise auf den Tod vor.

Außerdem:
Die Vermessung der Welt (Detlev Bucks leider etwas biedere Verfilmung des Bestsellers von Daniel Kehlmann über den Universalgelehrten Alexander Humboldt und den Mathematiker Carl Friedrich Gauß; 23.05 Uhr im MDR)

Dienstag, 10. September:
Servus TV, 20.15 Uhr: "Die fabelhafte Welt der Amelie" (2001)
Wahrlich kein Geheimtip, aber unverändert so gut, daß man immer wieder darauf hinweisen kann: Jean-Pierre Jeunets wunderbares, höchst einfallsreich inszeniertes Kinomärchen machte Audrey Tautou in der Titelrolle einer jungen Frau, die mit ihrer unerschütterlichen Lebensfreude und Hilfsbereitschaft das Dasein all ihrer Bekannten und Nachbarn bereichert, zum Weltstar. Und womit? Mit Recht! Aktuell auf Platz 97 der IMDb Top250.

ARD, 22.45 Uhr: "Verleugnung" (2016)
Free-TV-Premiere des von den Rezensenten trotz einer als recht dröge kritisierten Inszenierung gelobten britischen Gerichtsdramas über den wahren, in der heutigen Ära der Populisten und "Fake News" wieder beschämend aktuell anmutenden Fall Lipstadt vs. Irving. In den 1990er Jahren verklagte der berüchtigte revisionistische Historien-Journalist David Irving (Timothy Spall) die US-Professorin Deborah Lipstadt (Rachel Weisz) wegen Verleumdung, nachdem diese ihn als einen Holocaust-Leugner bezeichnet hatte (was er auch ist). Aufgrund der Eigenheiten des britischen Justizsystems lief der Prozeß darauf hinaus, daß Lipstadt zweifelsfrei nachweisen mußte, daß der Holocaust wirklich stattfand ...

Außerdem:
Sunshine Cleaning (sympathische Tragikomödie mit Emily Blunt und Amy Adams vor ihrem großen Durchbruch; 22.35 Uhr bei Servus TV)

Samstag, 7. September 2019

Samstags-Update (36/2019) (aktualisiert)

Keine Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende Oktober:


Box Office-News:
Mit der Stephen King-Verfilmung "Es - Kapitel 2" gibt es eine deutliche neue Nummer 1 in den deutschen Kinocharts, die allerdings trotz Kinowetters mit rund 600.000 Zuschauern klar hinter dem Startergebnis des ersten Teils (fast 940.000) zurückbleiben wird. Warum das so ist, läßt sich schwer erklären, denn der erste Teil war sehr beliebt und die Fortsetzung hat mit Stars wie Jessica Chastain und James McAvoy sogar noch zusätzliche Anreize zu bieten. Andererseits ist die Länge von fast drei Stunden vermutlich für manche abschreckend oder könnte zumindest dazu führen, daß nicht alle gleich zum Start in den Film rennen - und die etwas schwächeren Kritiken könnten ebenfalls ihren Teil zum schwächeren Auftakt beitragen. Einige meinen auch, es liege daran, daß nun, wo die Haupthandlung 27 Jahre später spielt als im ersten Teil, der Coming of Age-Aspekt deutlich in den Hintergrund gerückt wird (trotz Rückblenden) - aber wer weiß, wie schwer sich Coming of Age-Filme im Normalfall in Deutschland tun, den kann dieses Argument nicht so richtig überzeugen. Fakt ist aber natürlich, daß auch "Kapitel 2" trotz eines verdoppelten Budgets (nun soll es sich bei $60-70 Mio. befinden) immer noch ein großer Erfolg ist, auch wenn er den Hype des Vorgängers offensichtlich nicht vollständig replizieren kann. Um Platz 2 duellieren sich mit jeweils etwa 150.000 Besuchern die beiden Dominatoren der letzten Wochen: "Der König der Löwen" und "Once Upon a Time in ... Hollywood", wobei das Disney-Remake an diesem Wochenende die Marke von fünf Millionen Kinogängern übertreffen wird. Weitere Neustarts haben es nicht in die Top 10 geschafft.
In den USA sieht es für "Es - Kapitel 2" ähnlich aus wie in Deutschland: Erfolgreich und klarer Spitzenreiter, aber relativ deutlich unter dem Startergebnis des Vorgängers. Ein Auftakt mit ziemlich genau $100 Mio. ist allerdings immer noch der - nicht inflationsbereinigt - zweitbeste September-Start aller Zeiten (den Rekord hält Kapitel 1 mit $123,4 Mio.). Weitere landesweite Neustarts gibt es nicht, womit an diesem Wochenende kein weiterer Film nur ansatzweise auf ein zweistelliges Millionenergebnis kommt. Platz 2 und 3 werden so voraussichtlich an "Good Boys" und "Angel Has Fallen" gehen, die jeweils auf gut $5 Mio. abzielen.

Quellen:
Deadline Hollywood

Nachtrag, 16.30 Uhr: "Es - Kapitel 2" zeigt sich in den USA nach den neuesten Zahlen deutlich frontlastiger als erwartet und dürfte nun bis Sonntag "nur" ungefähr $90 Mio. einspielen.

Donnerstag, 5. September 2019

LATE NIGHT (2019)

Regie: Nisha Ganatra, Drehbuch: Mindy Kaling, Musik: Lesley Barber
Darsteller: Emma Thompson, Mindy Kaling, John Lithgow, Hugh Dancy, Denis O'Hare, Reid Scott, Paul Walter Hauser, Amy Ryan, Ike Barinholtz, Marc Kudisch, Megalyn Echikunwoke, Annaleigh Ashford, Halston Sage, Bill Maher, Seth Meyers, Jake Tapper
 Late Night (2019) on IMDb Rotten Tomatoes: 80% (6,8); weltweites Einspielergebnis: $20,6 Mio.
FSK: 0, Dauer: 103 Minuten.

Die Britin Katherine Newbury (Emma Thompson, "Saving Mr. Banks") ist mit ihrer Late Night-Sendung seit vielen Jahren eine Institution im US-amerikanischen Fernsehen, als einzige Frau im von (weißen) Männern dominierten Geschäft jedoch auch eine Ausnahme. Die Quoten der Show gehen allerdings seit Jahren zurück, weil die sich stets ziemlich elitär gebende Katherine sich weigert, mit der Zeit zu gehen, sich den sozialen Medien zu widmen oder Youtuber statt intellektueller Autoren als Gäste einzuladen. So kommt es vermutlich nur für Katherine wirklich überraschend, als die neue Senderchefin Caroline Morton (Amy Ryan, "Gone Baby Gone") ihr eröffnet, daß sie nach der laufenden Staffel als Moderatorin abgelöst werden soll. Katherine ist zunächst schockiert, entscheidet dann aber auf Anraten ihres Ehegatten Walter (John Lithgow, "Planet der Affen: Prevolution"), um ihren Job zu kämpfen. Dafür müssen naturgemäß bessere Quoten her und dafür muß dringend die zu altbackene und in ihrer Routine festgefahrene Show umgekrempelt werden. Wie praktisch, daß gerade die völlig unerfahrene, aber enthusiastische Molly Patel (Mindy Kaling, "Ocean's 8") als Autorin eingestellt wurde – zwar war sie eigentlich nur als Quotenfrau vorgesehen, doch mit ihrem Außenseiterblick bringt sie trotz anfänglichen Widerstands ihrer neuen Kollegen schnell einige kluge Ideen ein …

Dienstag, 3. September 2019

DISTORTED (2018)

Regie: Rob W. King, Drehbuch: Arne Olsen
Darsteller: Christina Ricci, Brendan Fletcher, John Cusack, Vicellous Shannon, Sophia Daly, Nicole Anthony, Sophia Daly, Scott Olynek, Gigi Jackman, Benjamin DeWalt, Maja Milkovich
 Distorted (2018) on IMDb Rotten Tomatoes: 18% (4,2); FSK: 16, Dauer: 87
Die Mittdreißigerin Lauren Curran (Christina Ricci, "Speed Racer") leidet an einem Trauma aus ihrer Vergangenheit und befindet sich in psychiatrischer Behandlung. Da Lauren in ihrem Heim unter Angstzuständen leidet, entscheiden sie und ihr wohlhabender Ehemann Russell (Brendan Fletcher, "The Revenant"), in einen hochmodernen Wohnkomplex in einer "Gated Community" umzuziehen und dort einen Neuanfang zu machen. Doch schon bald hat Lauren auch hier das Gefühl, daß merkwürdige Dinge vor sich gehen, beispielsweise erkennt sie – aber eben nur sie – wiederholt vermeintliche geheime Botschaften, die über technische Geräte verbreitet werden. Russell tut das als reine Paranoia als Folge von Laurens angeschlagenem mentalen Zustand ab, und auch sie selbst ist sich absolut nicht sicher, was real ist und was sie sich einbildet. Doch dann lernt sie über das Internet den geheimnisvollen angeblichen Hacker und Journalisten Vernon (John Cusack, "Der Butler") kennen, der ihr eindringlich versichert, daß das, was sie beschreibt, absolut real sei und sie im Mittelpunkt einer monströsen Verschwörung stehe …

Montag, 2. September 2019

OSCAR-News: Venedig und Telluride bieten einen vielversprechenden Ausblick auf die Awards Season

OSCAR-News: Vor einigen Tagen hat mit Venedig und dem US-amerikanischen Telluride die jährliche Herbstfestival-Saison begonnen, in der viele OSCAR-Hoffnungen ihre Premiere feiern. Ich will mal ein paar der bisherigen Kritikerreaktionen zusammenfassen:

Für den größten Wirbel hat zweifellos Todd Phillips' "Joker" gesorgt, der in Venedig Standing Ovations erhielt und von den meisten Kritikern gefeiert wird. Titeldarsteller Joaquin Phoenix wird fast ausnahmslos eine weitere Weltklasseleistung attestiert, er dürfte somit den Weg seines Rollenvorgängers Heath Ledger ("The Dark Knight") gehen und sich mindestens eine OSCAR-Nominierung sichern. Inwiefern die tonal mit den Frühwerken von Martin Scorsese - allen voran "Taxi Driver", aber auch "The King of Comedy" - verglichene Neuinterpretation der Herkunft von Batmans ikonischstem Gegenspieler generell OSCAR-tauglich ist, muß sich angesichts der generellen Comicskepsis der Academy zeigen, auch wenn dieser "Joker" offensichtlich nur sehr, sehr wenig mit sonstigen Superhelden-Filmen zu tun hat und daher das Multiplex-Kino deutlich stärker spalten sollte als die professionellen Kritiker. Ich will allerdings auch nicht verheimlich, daß vereinzelte Kritiker die Art und Weise, wie die Evolution des Jokers gezeigt und begründet wird, für tendentiell fragwürdig halten. In Deutschland soll "Joker" jedenfalls am 10. Oktober die Leinwände erobern.