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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit längerer Zeit das Cover meines neuen Buchs präsen...

Donnerstag, 14. Januar 2021

MA RAINEY'S BLACK BOTTOM (2020)

Regie: George C. Wolfe, Drehbuch: Ruben Santiago-Hudson, Musik: Branford Marsalis
Darsteller: Viola Davis, Chadwick Boseman, Colman Domingo, Glynn Turman, Michael Potts, Taylour Paige, Jeremy Shamos, Jonny Coyne, Dusan Brown
Ma Rainey's Black Bottom (2020) on IMDb Rotten Tomatoes: 98% (8,2); Altersfreigabe: ab 16 Jahren; Dauer: 93 Minuten.
Chicago, 1927: Die vor allem bei Afroamerikanern in den Südstaaten enorm populäre Sängerin Gertrude "Ma" Rainey (Viola Davis, "Glaubensfrage"), genannt "Mother of Blues", soll mit ihrer Band einige ihrer Songs auf Schallplatte aufnehmen. Während die für ihr divenhaftes Verhalten bekannte Ma sich zum Ärger des Plattenproduzenten Sturdyvant (Jonny Coyne, TV-Serie "The Blacklist") deutlich verspätet, wärmt sich ihre vierköpfige Band schon einmal auf, wobei jedoch einige Spannungen zutage treten. Denn während die routinierten Cutler (Colman Domingo, "Der Butler"), Toledo (Glynn Turman, "Super 8") und Slow Drag (Michael Potts, TV-Serie "Show Me a Hero") keine Probleme damit haben, daß alles nach Mas Willen abläuft, will der ehrgeizige junge Trompeter Levee (Chadwick Boseman, "Black Panther") mehr. Für ihn ist Ma Raineys Band nur eine Durchgangsstation, da er selbst Songs schreibt und von Sturdyvant sogar schon eigene Aufnahmen vage in Aussicht gestellt bekommen hat. Der zentrale Streitpunkt ist "Ma Rainey's Black Bottom", das Levee zu einem schnelleren, tanzbaren Stück umgeschrieben hat – doch während Sturdyvant diese Version bevorzugen würde, beharrt Ma auf der bewährten ursprünglichen Variante. Doch das soll nicht die einzige Problematik bleiben, denn nicht nur hat Levee ein Auge auf Mas schöne junge Lebensgefährtin Dussie Mae (Taylour Paige, "White Boy Rick") geworfen – Ma besteht außerdem darauf, daß ihr Neffe das Intro zum Song einspricht. Dummerweise stottert Sylvester (Dusan Brown) stark …

Dienstag, 12. Januar 2021

Kurz-Nachruf: Michael Apted (1941-2021)

Nein, das Jahr 2021 beginnt (nicht nur) aus Cineasten-Sicht nicht besser, als das Jahr 2020 geendet hat, denn das Kino verliert mit dem Briten Michael Apted einen versierten Regisseur, der sowohl im Spielfilm- wie auch im Dokumentarfilm-Bereich und mit TV-Serien viele Erfolge feiern konnte. Michael Apted wurde 79 Jahre alt.

Nachdem Apted Ende der 1960er Jahre als TV-Serien-Regisseur begann, veröffentlichte er 1970 eine TV-Doku, deren Thematik ihn bis zum Ende seines Lebens begleiten sollte: "7 plus Seven" war sein erster Dokumentarfilm als Regisseur, allerdings nicht der Beginn der Reihe: Als 1964 die Doku "Seven Up!" über 14 britische Kinder im Alter von 7 Jahren veröffentlicht wurde, war Apted daran als Rechercheur und bei der Auswahl der Kinder beteiligt. Da die Doku gut ankam, beschloß er, in "7 plus Seven" zu erkunden, wie sich die Kinder, die inzwischen zu Teenagern herangewachsen waren, entwickelt hatten. Dieses spannende Konzept - quasi ein "Boyhood" in Echtzeit - führte Apted quasi bis zu seinem Tod fort, erst 2019 erschien mit "63 Up" der insgesamt neunte Teil der vielfach preisgekrönten Reihe (der achte unter Apteds Regie). Einen weiteren großen Erfolg feierte Apted 1985 mit der Sting-Doku "Bring On the Night", außerdem drehte er Dokumentarfilme u.a. über einen tödlichen Konflikt zwischen FBI und amerikanischen Ureinwohnern im Jahr 1975 ("Zwischenfall in Oglala", 1992), über sieben Top-Wissenschaftler ("Me & Isaac Newton", 1999) und über die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland ("WM 2006 - Ein Fußballmärchen") - man kann Michael Apted also wohl als "vielfältig interessiert" bezeichnen ...

Dazu paßt natürlich wunderbar, daß er parallel zu seinen vielen Dokus Spielfilme drehte, wobei Apted in dieser Sparte seinen Durchbruch erst 1980 feierte. "Nashville Lady", ein Biopic über die berühmte US-Countrymusikerin Loretta Lynn, ergatterte sieben OSCAR-Nominierungen (die Hauptdarstellerin Sissy Spacek schaffte den einzigen Sieg) und lockte in den USA mehr als 30 Millionen Zuschauer in die Kinos, womit er dort sein besucherstärkster Film bleiben sollte. Apteds letzter künstlerischer und/oder kommerzieller Erfolg war es aber bei weitem nicht, vor allem zeigte er auch abseits von "Nashville Lady", daß er ein Spezialist darin ist, komplexe Frauenfiguren zu inszenieren. Ob die von Sigourney Weaver verkörptere Primatenforscherin Dian Fossey im fünffach OSCAR-nominierten "Gorillas im Nebel" (1988), die fern der Zivilisation aufgewachsene, von der dafür ebenfalls OSCAR-nominierten Jodie Foster gespielte Titelfigur in "Nell" (1994) oder die von Jennifer Lopez verkörperte, sich gegen ihren gewalttätigen Ehemann wehrende Karen in "Genug" (2002) - starke Frauenrollen waren bei Michael Apted nicht nur eine hohle Phrase.

Zu den Highlights in Apteds Spielfilm-Katalog zählt außerdem der Kalter Kriegs-Thriller "Gorky Park" (1983) mit William Hurt und Lee Marvin, zudem brachte er viele solide Filme in die Kinos wie das Justizdrama "Das Gesetz der Macht" (1991) mit Gene Hackman, den Neo-Western "Halbblut" (1992) mit Val Kilmer oder den Krankenhaus-Thriller "Extrem ... Mit allen Mitteln" (1996) mit Hugh Grant und Gene Hackman. 1999 folgte mit dem James Bond-Film "Die Welt ist nicht genug" mit Pierce Brosnan und Sophie Marceau Apteds erfolgreichster Film außerhalb der USA, der alleine in Deutschland mehr als fünf Millionen Kinozuschauer zählte. Nach dem Jahrtausendwechsel blieben die ganz großen Kinohits aus, doch inszenierte er weiterhin einige sehenswerte Filme wie den Spionage-Thriller "Enigma" (2001) mit Kate Winslet und Dougray Scott, das Sklaverei-Drama "Amazing Grace" (2006) mit Ioan Gruffudd, Romola Garai und Benedict Cumberbatch, den dritten Narnia-Fantasyfilm "Die Reise auf der Morgenröte" (2010) und das Surfer-Biopic "Mavericks" (2012). Apteds letzter Spielfilm war der allerdings gefloppte und von der Kritik ziemlich verrissene Thriller "Unlocked" (2017) mit Noomi Rapace und Orlando Bloom. Während sein Ausstoß an Kinofilmen nachließ, widmete sich Apted im 21. Jahrhundert dafür wieder vermehrt TV-Serien, mit denen seine Karriere ja begonnen hatte, wobei er sich auf anspruchsvolle Qualitätsserien wie "Rom", "Masters of Sex", "Ray Donovan" und "Bloodline" konzentrierte.

Am 7. Januar 2021 starb Michael Apted mit 79 Jahren in Los Angeles, seine Todesursache wurde nicht bekanntgegeben. R.I.P.

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Montag, 11. Januar 2021

TV-Tips für die Woche 2/2021

Montag, 11. Januar:

Arte, 22.00 Uhr: "Monsieur Klein" (1976)

In dem nachdenklichen, parabelhaften Drama von Joseph Losey spielt Frankreichs Superstar Alain Delon den titelgebenden Kunsthändler, der während der französischen Besetzung durch Nazi-Deutschland ohne größere Skrupel zum Kriegsgewinnler avanciert - bis er in den Verdacht gerät, ein jüdischer Widerstandskämpfer zu sein und deshalb um sein Leben fürchten muß ...

MDR, 1.40 Uhr: "Herr der drei Welten" (1960)

Die erste Realverfilmung von Jonathan Swifts satirischem Romanklassiker "Gullivers Reisen" war ein finanzieller Flop und erhielt auch nur mittelmäßige Kritiken, doch kann die Geschichte des Arztes Lemuel Gulliver (Kerwin Matthews, "Sindbads siebente Reise"), der auf der Insel Liliput Schiffbruch erleidet, zumindest mit altmodischem Charme und den legendären Tricks von Spezialeffekt-Magier Ray Harryhausen punkten.

Außerdem:

Dunkirk (Christopher Nolans packender, mit drei OSCARs prämierter Zweiter Weltkriegs-Thriller mit Harry Styles und Kenneth Branagh; 22.15 Uhr im ZDF)

Dienstag, 12. Januar:

Arte, 13.50 Uhr: "Die Frucht des Tropenbaumes" (1974)

Der romantische Thriller zählt nicht zu den besten Werken von Blake Edwards ("Der rosarote Panther"), ist für Fans des Genres aber durchaus einen Blick wert. Omar Sharif ("Lawrence von Arabien") spielt den in Paris tätigen sowjetischen Militärattaché Feodor, der im Kalten Krieg beim Barbados-Urlaub Judith (Julie Andrews, "Mary Poppins") kennenlernt, die im britischen Innenministerium arbeitet. Die beiden verbringen immer mehr Zeit miteinander, was auch der britische Geheimdienst bemerkt und sehr mißtrauisch betrachtet ...

Donnerstag, 7. Januar 2021

ENOLA HOLMES (2020)

Regie: Harry Bradbeer, Drehbuch: Jack Thorne, Musik: Daniel Pemberton
Darsteller: Millie Bobby Brown, Louis Partridge, Henry Cavill, Helena Bonham Carter, Adeel Akhtar, Sam Claflin, Burn Gorman, Frances de la Tour, Susan Wokoma, Hattie Morahan, David Bamber, Fiona Shaw
Enola Holmes (2020) on IMDb Rotten Tomatoes: 90% (7,0); Altersfreigabe: ab 12 Jahren; Dauer: 123 Minuten.
England, 1884: Enola Holmes (Millie Bobby Brown, Netflix-Serie "Stranger Things") wächst bei ihrer exzentrischen Mutter, der feministischen Aktivistin Eudoria (Helena Bonham Carter, "Big Fish"), auf, die sie weitestgehend von der Welt fernhält, sie aber äußerst umfassend ausbildet. In der Nacht vor Enolas 16. Geburtstag verschwindet Eudoria jedoch spurlos, weshalb sich ihre wesentlich älteren Brüder Sherlock (Henry Cavill, "Mission: Impossible – Fallout") und Mycroft (Sam Claflin, "Snow White and the Huntsman") um sie kümmern sollen, die Enola allerdings seit vielen Jahren nicht mehr gesehen haben. Während Meisterdetektiv Sherlock vor allem das Rätsel ihrer verschwundenen Mutter lösen will, schickt Mycroft seine kleine Schwester gegen deren erklärten Willen in ein Mädchenpensionat – weshalb Enola kurzerhand Reißaus nimmt, um selbst Eudoria zu suchen, die ihr geheime Botschaften zurückließ. Auf der Flucht Richtung London trifft Enola im Zug zufällig auf einen weiteren Ausreißer in ihrem Alter, den adeligen Lord Tewkesbury (Louis Partridge). Als sich herausstellt, daß dieser von einem Mann (Burn Gorman, "Pacific Rim") verfolgt wird, der ihn töten will, hilft Enola ihm …

Montag, 4. Januar 2021

TV-Tips für die Woche 1/2021

Update vom 5. Januar: Ich habe noch den Anime-Abend am Freitag bei Pro7Maxx ergänzt, der eine Free-TV-Premiere mit einem absoluten Klassiker kombiniert.

Auch für diese Woche gibt es nur eine Kurz-Ausgabe der TV-Tips mit ein paar ausgewählten Sendungen:

Montag, 4. Januar:

Arte, 20.15 Uhr: "Ein verrücktes Huhn" (1977)

In der romantischen Kriminalkomödie von Philippe de Broca ("Duell der Degen") spielt Annie Girardot ("Der Querkopf") die Pariser Kommissarin Lise, die nach langer Zeit zufällig ihre große Jugendliebe wiedertrifft, den Professor Antoine (Philippe Noiret). Beide sind begeistert von dem Wiedersehen und wollen sich wieder näherkommen, jedoch stellt sich Lises polizeiliche Arbeit immer wieder als Hindernis heraus. Zusätzliches Problem ist, daß Antoine ein überzeugter Polizei-Gegner ist, weshalb Lise ihm ihren Beruf verheimlichen will ...

Mittwoch, 6. Januar:

Arte, 23.15 Uhr: "Endzeit" (2018)

Free-TV-Premiere des inhaltlich etwas dünnen, jedoch stimmungsvollen deutschen Arthouse-Horrorfilms aus fast komplett weiblicher Hand, in dem zwei sehr unterschiedliche junge Frauen (Gro Swantje Kohlhof und Maja Lehrer) zwei Jahre nach Ausbruch einer Zombieepidemie die gefährliche (und streng verbotene) Reise zwischen den beiden abgeriegelten Städten Weimar und Jena wagen.

Freitag, 8. Januar:

Pro7Maxx, 20.15 Uhr und 22.10 Uhr: "Giovannis Insel" (2014) und "Akira" (1988)

Der Anime-Spezialist unter den deutschen Free-TV-Sendern, Pro7Maxx, zeigt heute Abend zwei sehr sehenswerte Produktionen aus Japan. Zunächst geht es in der mehrfach prämierten, tragikomischen Free-TV-Premiere "Giovannis Insel" um zwei japanische Brüder, die während des Zweiten Weltkrieges behütet auf einer Insel aufwachsen - bis diese kurz vor Kriegsende 1945 von den Sowjets besetzt wird. Im Anschluß wird der Kultklassiker "Akira" von Katsuhiro Otomo ("Steamboy") gezeigt, der im postapokalyptischen Neo-Tokio spielt, wo Waisenjunge Tetsuo, Mitglied einer Motorrad-Gang, durch eine zufällige Begegnung ins Visier des Militärs gerät. Es stellt sich heraus, daß Tetsuo telekinetische Kräfte hat, die denen des berüchtigten Akira ähneln, der damit vor 30 Jahren die Tokio zerstörende Atomexplosion verursacht hatte ...

Samstag, 9. Januar:

3sat, 20.15 Uhr und 22.00 Uhr: "Justiz" (1993) und "Das Versprechen" (2001)

Zum 100. Geburtstag des Schweizer Dramatikers Friedrich Dürrenmatt zeigt 3sat gleich zwei gelungene Verfilmungen seiner Werke. Im für einen Golden Globe nominierten Gerichtsdrama "Justiz" spielt Maximilian Schell ("Das Urteil von Nürnberg") den respektierten Regierungsrat Kohler, der in aller Öffentlichkeit den mit ihm befreundeten Professor Winter (Hark Bohm) erschießt. Da die Tatsachen unstrittig sind und er sich schuldig bekennt, wird Kohler trotz einiger Ungereimtheiten und ohne Kenntnis eines Motivs rasch verurteilt. Doch seine Tochter Helene (Anna Thalbach) bittet den jungen Anwalt Spät (Thomas Heinze, "Vier gegen die Bank") im Auftrag ihres Vaters, sich aus rein wissenschaftlichem Interesse um eine Neuaufnahme des Verfahrens zu bemühen - in der Annahme, Kohler sei unschuldig ... Direkt im Anschluß läuft um 22.00 Uhr Sean Penns beklemmende und starbesetzte Adaption von "Das Versprechen" (einem Roman, den Dürrenmatt mit erheblichen Änderungen im Anschluß an sein Drehbuch zum deutschen Filmklassiker "Es geschah am hellichten Tag" schrieb), in der Jack Nicholson als kurz vor dem Ruhestand stehender Polizist einem kleinen Mädchen verspricht, den Mörder seiner Mutter zu finden - ein Versprechen, das er früher oder später bereuen und das ihn lange begleiten wird.

Sonntag, 10. Januar:

Tele 5, 18.05 Uhr: "Der Berg der Versuchung" (1956)

Edward Dmytryks ("Die Caine war ihr Schicksal") Abenteuerfilm erzählt von dem ehemaligen Bergführer Zacharias (Spencer Tracy, "Wer den Wind sät"), der mit seinem viel jüngeren Bruder Chris (Robert Wagner, "Austin Powers") am Fuße des Mont Blanc in Frankreich lebt. Als ein Flugzeug am Mont Blanc zerschellt und eine Rettungsmission scheitert, bei der ein Freund von Zacharias das Leben verliert, macht sich der moralisch nicht unbedingt gefestigte Chris auf den Weg zum Wrack, um dieses auszuplündern - aus Sorge um die Sicherheit seines Bruders begleitet ihn Zacharias. Am Ziel angekommen, finden sie allerdings nicht nur Wertgegenstände, sondern auch eine Überlebende vor ...

Mittwoch, 30. Dezember 2020

JINGLE JANGLE JOURNEY: ABENTEUERLICHE WEIHNACHTEN! (2020)

Originaltitel: Jingle Jangle: A Christmas Journey
Regie und Drehbuch: David E. Talbert, Musik: John Debney und Michael Diskint
Darsteller: Forest Whitaker, Keegan-Michael Key, Madalen Mills, Ricky Martin (Stimme), Anika Noni Rose, Kieron L. Dyer, Lisa Davina Phillip, Hugh Bonneville, Phylicia Rashad, Sharon Rose, Justin Cornwell, Miles Barrow, Tobias Poppe (Stimme)
Jingle Jangle Journey: Abenteuerliche Weihnachten! (2020) on IMDb Rotten Tomatoes: 90% (7,0); Altersfreigabe: ab 6 Jahren, Dauer: 120 Minuten.
Viktorianisches England zur Mitte des 19. Jahrhunderts: Die etwa 10-jährige Journey (Madalen Mills) hat ihren Großvater, den genialen Spielzeug-Erfinder Jeronicus Jangle (Forest Whitaker, "Rogue One"), noch nie getroffen. Denn dieser ist seit einem 30 Jahre zurückliegenden Verrat durch seinen Assistenten Gustafson (Keegan-Michael Key, "Dolemite Is My Name") und dem wenig später folgenden Tod seiner Frau ein gebrochener Mann und schickte deshalb Tochter Jessica (Anika Noni Rose, "Dreamgirls") fort, weil er glaubte, sie wäre ohne ihn besser dran. Journey hat aber Jeronicus' magisches Erfindertalent geerbt und will ihren Großvater unbedingt kennenlernen, weshalb sie mit einem Trick erreicht, daß sie Weihnachten bei ihm verbringen darf. Jeronicus, der inzwischen nur noch als Pfandleiher tätig ist und unmittelbar davor steht, seinen schlecht laufenden Laden an die Bank zu verlieren, ist zunächst wenig angetan und gibt sich ziemlich ruppig, doch Journey bleibt hartnäckig und schafft es langsam, Jeronicus' Herz zu erweichen. Und Jeronicus hat Journeys gewitzte Hilfe dringend nötig – nicht nur, um seinen Laden zu behalten, sondern auch, um den mit den von Jeronicus gestohlenen Entwürfen zum erfolgreichsten Spielzeughersteller aufgestiegenen Gustafson davon abzuhalten, auch die letzte Erfindung ihres Großvaters zu rauben: den intelligenten Roboter Buddy 3000 …

Montag, 28. Dezember 2020

TV-Tips für die Silvesterwoche 2020

Update vom 29. Dezember: Ich habe noch die Free-TV-Premiere von "Avengers: Infinity War" am Sonntag ergänzt (das Wochenend-Programm lag mir gestern noch nicht vor).

Auch in dieser Woche gibt es nur einige wenige ausgewählte TV-Tips von mir, zudem wird dies möglicherweise mein letzter Post des Jahres 2020 sein, da die Erstellung einer Bestenliste wenig Sinn ergibt in einem Jahr, in dem ich wegen der Corona-Pandemie vielleicht ein halbes Dutzend Mal im Kino war (eventuell reiche ich aber noch die Rezension eines Weihnachtsfilms nach) ... Jedenfalls wünsche ich deshalb bereits an dieser Stelle allen "Der Kinogänger"-Lesern einen guten Rutsch in ein hoffentlich viel ereignisloseres Jahr 2021!

Montag, 28. Dezember:

ARD, 20.15 Uhr: "Werk ohne Autor" (2018)

Free-TV-Premiere des bildgewaltigen und für zwei OSCARs nominierten dreistündigen Künstler-Epos von "Das Leben der Anderen"-Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck, das sich an den Lebensweg des berühmten Dresdener Malers Gerhard Richter anlehnt. Tom Schilling ("Oh Boy") verkörpert den jungen Künstler Kurt, der als Kind die Schrecken des Zweiten Weltkrieges erlebt, als Jugendlicher in der DDR heranwächst und schließlich in Westdeutschland zu einem wegweisenden Kunststar avanciert. Paula Beer (gerade erst für "Undine" mit dem Europäischen Filmpreis geehrt) spielt Kurts große Liebe Ellie und Sebastian Koch deren zwielichtigen Vater, zudem ist Oliver Masucci ("Er ist wieder da") als Kunst-Professor zu sehen, der sehr deutlich vom realen Joseph Beuys inspiriert ist.

Dienstag, 29. Dezember:

Servus TV, 20.15 Uhr: "Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)" (2014)

Späte Free-TV-Premiere von Alejandro González Iñárritus ("Babel") vierfach OSCAR-gekrönter (darunter der Hauptpreis für den Besten Film) schwarzhumoriger Tragikomödie über einen recht heruntergekommenen Ex-Superhelden-Darsteller (Michael Keaton, "Batman"), der mit einem Theaterstück sein Comeback plant, aber von psychischen Problemen gebremst wird. Keaton erhielt für seine furiose Darstellung ebenso eine OSCAR-Nominierung wie seine Filmtochter Emma Stone und Edward Norton, der den exzentrischen Star der geplanten Bühnenproduktion verkörpert.

Freitag, Neujahr:

SAT. 1, 20.15 Uhr: "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" (2018)

Free-TV-Premiere der mit knapp zwei Millionen Kinobesuchern in Deutschland erfolgreichen, aufwendig produzierten Adaption von Michael Endes gleichnamigem Kinderbuch-Klassiker über das Waisenkind Jim (Solomon Gordon), das auf der Insel Lummerland aufgezogen wird. Als Jugendlicher will Jim unbedingt seinem besten Freund, dem Lokomotivführer Lukas (Henning Baum), helfen, als der König (Uwe Ochsenknecht) bestimmt, daß die Insel zu klein für dessen geliebte Dampflok Emma sei. In weiteren Rollen agieren Annette Frier, Christoph Maria Herbst, Milan Peschel und Rick Kavanian.

RBB, 22.00 Uhr: "Das Appartement" (1960)

Billy Wilders mit fünf OSCARs geehrter gesellschaftskritischer Tragikomödien-Klassiker erzählt vom eifrigen Versicherungs-Angestellten Baxter (grandios: Jack Lemmon), der im Bestreben um beruflichen Aufstieg sein Appartement seinen Vorgesetzten für deren außereheliche Treffen zur Verfügung stellt - bis der Personalchef (Fred MacMurray) dort ausgerechnet mit Baxters großer Liebe, der Fahrstuhlführerin Fran (nicht weniger grandios: Shirley MacLaine), auftaucht! "Das Appartement" belegt in den IMDb Top 250 der besten Filme aller Zeiten aktuell Platz 118.

Sonntag, 3. Januar:

Pro 7, 20.15 Uhr: "Avengers: Infinity War" (2018)

Im atemberaubenden (bisherigen) Höhepunkt des Marvel Cinematic Universe müssen sich (fast) alle irdischen Heroen - unterstützt von den Guardians of the Galaxy und Thor - zusammentun, um den lange vorbereiteten Angriff von Titan Thanos (Josh Brolin) abzuwehren, dessen Ziel die Auslöschung der Hälfte allen Lebens im Universum ist. Neben dem reizvollen Aufeinandertreffen von Superhelden, die sich bisher nicht begegneten (etwa Thor und die Guardians oder Doctor Strange und Iron Man) zieht das erwartet actionreiche Epos seine Spannung auch aus dem ziemlich sicheren Wissen, daß nicht alle der liebgewonnenen Figuren diesen Film und seine direkte Fortsetzung "Avengers: Endgame" überleben werden. Achtung: "Infinity War" endet mit einem extremen Cliffhanger ...

Mittwoch, 23. Dezember 2020

Nachruf: Claude Brasseur (1936-2020)

In Deutschland wurde er vor allem als Vater der jugendlichen Sophie Marceau in den beiden "La Boum - Die Fete"-Filmen in den frühen 1980er Jahren bekannt, doch in seiner französischen Heimat zählte der vor allem mit seinen komödiantischen Rollen populäre Claude Brasseur zu den Großen des Schauspieler-Metiers. Gestern starb er im Alter von 84 Jahren in Paris, womit das französische Kino im Jahr 2020 nach Michel Piccoli und Michael Lonsdale einen dritten großen Verlust verbuchen muß.

Der Sohn eines Schauspieler-Ehepaares - Vater Pierre spielte eine Hauptrolle in Marcel Carnés Meisterwerk "Kinder des Olymp" (1945), Mutter Odette Joyeux agierte u.a. in Max Ophüls' "Der Reigen" (1950) - trat früh in die Fußstapfen seiner Eltern und nach ein paar Umwegen (während des Algerienkrieges Ende der 1950er Jahre diente er in der französischen Armee) feierte er ab den 1960er Jahren erste Erfolge im Theater und im Kino. So spielte er 1960 im Horror-Klassiker "Augen ohne Gesicht" (auch als "Das Schreckenshaus des Dr. Rasanoff" bekannt) die Rolle eines Chirurgen, der alles versucht, um das bei einem von ihm verschuldeten Unfall entstellte Gesicht seiner Tochter wiederherzustellen und dabei auch vor Morden nicht zurückschreckt, und agierte 1962 in der Komödie "Wir fahren nach Deauville" an der Seite von Louis de Funès und Michel Serrault. Seinen endgültigen Durchbruch feierte Brasseur 1964 in Jean-Luc Godards "Die Außenseiterbande" - einem zentralen Werk der Nouvelle Vague, das stilsicher und skurril amerikanische B-Movies parodiert -, wo er und Sami Frey zwei Einbrecher spielen, die um die naive Studentin Odile (Anna Karina) wetteifern. In Costa-Gavras' moralischem Kriegsdrama "Ein Mann zuviel" (1967) zeigte der Mann, der mit dem gutmütigen Knautschgesicht und der großen Nase wie für Komödien geschaffen schien, einmal mehr auch sein dramatisches Talent in der beklemmenden Geschichte französischer Widerstandskämpfer, die in letzter Sekunde vor ihrer Hinrichtung gerettet werden, dann jedoch feststellen, daß sich unter den Geretteten auch ein unbekannter Mann befindet, der nicht zu ihnen gehört - was anfangen mit ihm?

Die 1970er Jahre eröffnete Claude Brasseur mit einem geglückten Ausflug zum Fernsehen als Titeldarsteller in zwei Staffeln der historischen TV-Serie "Die Abenteuer des Monsieur Vidocq" (1971-1973). Neben einigen Filmen, die heutzutage weitgehend in Vergessenheit geraten sind, stechen aus Brasseurs Arbeit dieser Dekade vor allem François Truffauts Krimikomödie "Ein Schönes Mädchen wie ich" (1972), Yves Roberts Komödienhit "Ein Elefant irrt sich gewaltig" (1976) und Claude Sautets unprätentiöses Liebesdrama "Eine einfache Geschichte" (1978) hervor. Vor allem der für einen Golden Globe nominierte "Ein Elefant irrt sich gewaltig" - zu dem Hollywood acht Jahre später das Remake "Die Frau in Rot" mit Gene Wilder drehte - war ein wichtiger Schritt auf Brasseurs Karriereleiter, denn für seine ebenso amüsante wie einfühlsame Darstellung des homosexuellen Mechanikers Daniel gewann er einen ersten César, ein zweiter folgte 1980 für seine Hauptrolle eines Polizei-Kommissars in Robin Davis' "Der Polizeikrieg". In den 1980er Jahren wechselten sich für Claude Brasseur Hits und Flops in ziemlich schneller Folge ab. Beispielhaft dafür: Während er in "La Boum - Die Fete" (1980) sowie der zwei Jahre später folgenden Fortsetzung "La Boum - Die Fete geht weiter" als untreuer, aber keineswegs unsympathischer Zahnarzt und Vater der 13-jährigen und heftig pubertierenden Vic - jener Rolle, die Sophie Marceau früh zum Weltstar machte - glänzte, löste er wenige Jahre später heftige Kontroversen aus, die man heutzutage wohl als Shitstorm bezeichnen würde. Denn in "Abstieg zur Hölle" spielte Brasseur 1986 den deutlich älteren Ehemann der weiblichen Hauptfigur Lola, ziemlich explizite Sexszenen inklusive; warum das als skandalös angesehen wurde? Nun, Lola wird gespielt von der 19-jährigen Sophie Marceau, deren Filmvater Brasseur nur vier Jahre zuvor gegeben hatte ...

Ab den 1990er Jahren spielte Claude Brasseur zwar weiterhin fleißig in vielen Filmen und TV-Produktionen mit, wirklich Bemerkenswertes war aber nur noch selten dabei. 1993 erhielt er für Édouard Molinaros Historiendrama "Ein Abendessen mit dem Teufel" seine fünfte und letzte César-Nominierung, von 2003 bis 2007 spielte er den titelgebenden Polizei-Kommissar in der TV-Krimireihe "Franck Keller" und im Jahr 2006 überzeugte er in einer großen Nebenrolle als von seinem Sohn entfremdeter verwitweter Kunstsammler an der Seite von Cécile de France in der gelungenen Tragikomödie "Ein perfekter Platz" von Danièle Thompson. Ein letztes Mal in einer großen Hauptrolle agierte Brasseur 2015 in Ivan Calbéracs Tragikomödie "Frühstück bei Monsieur Henri", in der er als griesgrämiger und verbitterter Witwer durch eine idealistische Untermieterin - die chaotische Studentin Constance (Noémie Schmidt) - seine Lebensfreude wiederfindet. Letztmals vor der Kamera stand Brasseur für Franck Duboscs Liebeskomödie "Liebe bringt alles ins Rollen", die 2018 in die Kinos kam und in der er den Vater der Hauptfigur spielt.

Am 22. Dezember 2020 starb Claude Brasseur mit 84 Jahren in Paris. R.I.P.
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Montag, 21. Dezember 2020

TV-Tips für die Weihnachtswoche 2020

Wie jedes Jahr gibt es zu Weihnachten nur eine Mini-Ausgabe meiner TV-Tips mit ein paar ausgewählten Sendungen, da über die Feiertage sowieso Wiederholungen dominieren, flankiert von ein paar hochkarätigen Free-TV-Premieren, die nicht unbedingt einer Vorstellung bedürfen. Da das über Neujahr ähnlich ist und es im Januar in der Regel wenige Film-Höhepunkte im TV gibt, kann es sein, daß es erst in ein paar Wochen wieder eine (vollständige) Ausgabe dieser Rubrik gibt.

Dienstag, 22. Dezember:

Servus TV, 22.15 Uhr: "Die Abenteuer des Rabbi Jacob" (1973) 

In Gérard Ourys ("Drei Bruchpiloten in Paris") französischem Komödien-Klassiker spielt Louis de Funès den wohlhabenden, rassistischen Geschäftsmann Victor, der durch eine Verkettung unwahrscheinlicher Ereignisse gezwungen wird, sich mit einem arabischen Revolutionär als Rabbiner zu verkleiden, um einer Gruppe von Auftragsmördern zu entkommen ...

ZDF, 23.00 Uhr: "Das krumme Haus" (2017)

Free-TV-Premiere der stimmungsvollen, wenn auch recht betulichen britischen Agatha Christie-Adaption, in welcher Max Irons ("Die Frau in Gold") den früheren Diplomaten und Spion Charles spielt, der nach seiner Rückkehr aus Ägypten als Privatdetektiv anfängt. Gleich sein erster Fall, die Suche nach einem Giftmörder, hat es in sich, denn beauftragt wird er von seiner früheren Geliebten Sophia (Stefanie Martini), der Enkelin des wohlhabenden Mordopfers. Dummerweise häufen sich bald die Hinweise, daß Sophia selbst die Mörderin sein könnte … Weitere Rollen spielen Glenn Close, Terence Stamp, Gillian Anderson und Christina Hendricks.

Mittwoch, 23. Dezember:

Arte, 20.15 Uhr: "Fanfan, der Husar" (1952) 

Gérard Philipe verkörpert in Christian-Jacques ("Blaubart") komödiantisch-satirischem Mantel-und-Degen-Klassiker den Tunichtgut Fanfan, der sich im 18. Jahrhundert bei der französischen Armee einschreibt, um einer erzwungenen Ehe zu entkommen. Der Auftakt zu einer Reihe haarsträubender Abenteuer ... Die weibliche Hauptrolle spielt Gina Lollobridiga.

Donnerstag, Heiligabend:

Pro7Maxx, 20.15 Uhr: "I Want to Eat Your Pancreas" (2018)

Free-TV-Premiere des positiv rezensierten japanischen Animationsfilms über den stillen Schüler Haruki, der zufällig erfährt, daß seine beliebte Mitschülerin Sakura todkrank ist. Da Sakura ihre Krankheit ihren Mitschülern bewußt verschwiegen hat, um nicht bemitleidet zu werden, wird Haruki nun zu ihrem einzigen wirklichen Vertrauten, der ihr Geheimnis kennt ...

One, 22.15 Uhr: "Die Sensationsreporterin" (1981)

Sally Field ("Forrest Gump") spielt in Sydney Pollacks ("Die drei Tage des Condor") für drei OSCARs nominiertem Politthriller-Drama die Reporterin Megan, der von dem feststeckenden leitenden Ermittler geheime Informationen über einen spektakulären Vermisstenfall zugespielt werden. Sie veröffentlicht sie, dabei ist der beschuldigte Getränkehändler Mike Gallagher (Paul Newman) in Wirklichkeit komplett unschuldig, droht durch den öffentlichen Pranger aber alles zu verlieren. Als alles den Bach runtergeht, schlägt Mike zurück, während Megan mit den Konsequenzen ihrer Arbeit hadert.

Freitag, 25. Dezember:

Pro 7, 20.15 Uhr: "Ocean's 8" (2018)

Free-TV-Premiere des recht oberflächlichen, aber unterhaltsamen und mit u.a. Sandra Bullock, Cate Blanchett und Anne Hathaway glänzend besetzten "Ocean's Eleven"-Spin-Offs.

Samstag, 26. Dezember:

RTL, 20.15 Uhr: "Jurassic World: Das gefallene Königreich" (2018)

Free-TV-Premiere des leider arg mißglückten fünften "Jurassic Park"-Films, den selbst Chris Pratt und Bryce Dallas Howard nicht retten können.

Sonntag, 27. Dezember:

Arte, 20.15 Uhr: "Revolution und Leidenschaft" (1988)

Im Historienfilm von Philippe de Broca ("Duell der Degen") spielen Lambert Wilson ("Matrix 2") und Stéphane Freiss ("Willkommen bei den Sch'tis") Brüder, die während der französischen Revolution auf verschiedenen Seiten stehen. Und beide sind in ihre schöne Adoptivschwester Céline (Sophie Marceau) verliebt ...

Donnerstag, 17. Dezember 2020

Klassiker-Rezension: DAS WUNDER VON MANHATTAN (1947)

Originaltitel: Miracle on 34th Street
Regie und Drehbuch: George Seaton, Musik: Cyril Mockridge
Darsteller: Edmund Gwenn, Maureen O'Hara, John Payne, Natalie Wood, Jerome Cowan, Gene Lockhart, Alvin Greenman, Porter Hall, William Frawley, Philip Tonge, Harry Antrim, Thelma Ritter
Das Wunder von Manhattan (1947) on IMDb Rotten Tomatoes: 96% (8,3); US-Einspielergebnis 1947: $2,65 Mio.
FSK: 0, Dauer: 97 Minuten.
Die alleinerziehende Mutter Doris Walker (Maureen O'Hara, "Rio Grande") wurde von der Liebe so sehr enttäuscht, daß sie nur noch an die Realität und an Fakten glaubt – eine Einstellung, die sie auch ihrer kleinen Tochter Susan (Natalie Wood, "… denn sie wissen nicht, was sie tun") vermittelt, die daher keine Märchen erzählt bekommt und nicht an den Weihnachtsmann glaubt. Ironischerweise zeichnet ausgerechnet Doris für die Organisation der großen jährlichen Thanksgiving-Parade des Kaufhauses Macy's in New York verantwortlich, die mit der Ankunft von Santa Clause die Weihnachtssaison einleitet. Als der angeheuerte Nikolaus sehr kurzfristig ausfällt, engagiert Doris vom Fleck weg einen netten älteren Herren, der genau so aussieht, wie man sich den Weihnachtsmann vorstellt – und felsenfest darauf besteht, wirklich Santa Clause zu sein! Tatsächlich wird dieser Kris Kringle (Edmund Gwenn, "Immer Ärger mit Harry") bei der Parade ein voller Erfolg, weshalb er anschließend bis Weihnachten bei Macy's Kinderwünsche anhören (und durch die Käufe der Eltern die Kassen des Kaufhauses füllen) soll. Alle lieben diesen Santa Claus, der überall Frohsinn und Menschlichkeit verbreitet – abgesehen von dem grantigen Kaufhaus-Psychologen Sawyer (Porter Hall, "Reporter des Satans"), der Kris wegen seines Glaubens, der echte Weihnachtsmann zu sein, für gefährlich hält und in die Psychiatrie einweisen lassen will. Die Angelegenheit geht vor Gericht, wo Richter Harper (Gene Lockhart, "Der große Edison") widerwillig urteilen muß, ob der von Doris' idealistischem Nachbarn Fred (John Payne, "Auf Messers Schneide") vertretene Mr. Kringle in Freiheit bleibt oder nicht …