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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit längerer Zeit das Cover meines neuen Buchs präsen...

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Donnerstag, 2. Januar 2020

KINO-JAHRESBILANZ 2019

Mein persönliches Fazit des Kinojahres 2019: Es war ein gutes Jahr mit vielen unterhaltsamen, dramatischen und anspruchsvollen Filmen - allerdings fehlten für mein Empfinden die absolut herausragenden Werke, allein meiner Nummer 1 konnte ich mehr als 9 Punkte geben. Auf der anderen Seite gab es dafür auch keine riesigen Enttäuschungen wie im Vorjahr "Jurassic World 2", nur ein Film erhielt weniger als 5 Punkte (was natürlich auch für meine dieses Mal wieder ziemlich zielgenaue Filmauswahl spricht ...). Bis vor zwei Jahren qualifizierten sich für meine Bilanzlisten nur jene Filme, die ich innerhalb des Kalenderjahres im Kino gesehen habe. 2018 änderte ich das dahingehend, daß ich auch Werke, die ich als Rezensionsexemplare zu Hause sehen konnte, in die Liste aufnahm, was 2019 so bleibt - dazu kommen nun angesichts der immer größeren Rolle von Netflix im Filmgeschäft auch Netflix-Produktionen, die ich zu Hause sah. Jene Filmtitel, für die ich nicht ins Kino gegangen bin, kennzeichne ich, indem ich sie in Klammern setze.

Wie immer gilt: Meine Jahresbilanz ist höchst subjektiv und richtet sich nicht ausschließlich nach meinen Punktewertungen, sondern eher nach meinem heutigen Eindruck der Filme, der also ein Stück weit ihre Langfristwirkung berücksichtigt. Mit "Spider-Man: A New Universe" und "Aquaman" sind zwei Werke vertreten, die bereits Ende 2018 in den deutschen Kinos anliefen, die ich aber erst im Januar sah.

Die Top 25 (mit Links zu meinen Rezensionen - sofern bereits veröffentlicht - und einer kurzen Kommentierung):

Die für zehn OSCARs nominierte britische Historienfarce brilliert mit scharfzüngigen Dialogen, einer kaum vorhersehbaren Handlung, einer ungemein kunstvollen Inszenierung und den drei überragenden Hauptdarstellerinnen Emma Stone, Rachel Weisz und Olivia Colman.

Die Actionreihe mit Keanu Reeves in einer Paraderolle als stoischer Ex-Auftragskiller steigert sich von Teil zu Teil und begeistert im dritten Kapitel mit einer sich stetig weiter entfaltenden Filmwelt, spannenden Charakteren und einer großen Zahl an beeindruckend abwechslungsreich inszenierten Actionsequenzen.

(3. Marriage Story)
Noah Baumbach beweist, daß auch ein Scheidungsdrama ein bemerkenswert unterhaltsamer und sogar humorvoller Film sein kann, der emotional tief berührt und zum Nachdenken anregt - auch weil sich die Hauptdarsteller Scarlett Johansson und Adam Driver die Seele aus dem Leib spielen (und - in einer Schlüsselszene - singen)!

Zehn Jahre nach dem ersten Teil der mit u.a. Woody Harrelson und Emma Stone hochkarätig besetzten Zombiekomödie haben die vier ungleichen Überlebenden sich zwar (im Gegensatz zu den Untoten) nur sehr bedingt weiterentwickelt - ihnen dabei zuzuschauen, wie sie sich in den postapokalyptischen USA durchschlagen, macht aber dank einer hohen Gag-Trefferquote und vieler witziger Einfälle immer noch einen Heidenspaß!

In seinem besten Film seit "Sprich mit ihr" wirft Pedro Almodóvar einen stark autobiographisch gefärbten und dabei tiefsinnigen, wehmütigen und poetischen Blick zurück auf sein Leben und Werk, wobei Antonio Banderas ein glänzendes Alter Ego für den spanischen Filmemacher gibt.

Obwohl der spektakuläre Höhepunkt von Phase 3 des Marvel Cinematic Universe nicht ganz die dramaturgischen Höhen des Vorgängers "Infinity War" erreicht, liefert er eine gewitzte, höchst unterhaltsame Auflösung des dramatischen Cliffhangers und entbietet einigen der beliebtesten Superhelden ein hochemotionales Lebewohl.

Quentin Tarantinos detailverliebter Blick auf jene Ära Ende der 1960er Jahre, in der Hollywood seine Unschuld verlor, verliert sich vielleicht etwas zu sehr in seinen Einzelszenen und das schockierende Finale kommt für Tarantino-Kenner nicht wirklich überraschend - aber darüber trösten zahlreiche grandiose bis denkwürdige Momente und ein Brad Pitt in Bestform spielend hinweg.

Mike Flanagans späte Fortsetzung von Stanley Kubricks Stephen King-Adaption "Shining" ist trotz einer Laufzeit von zweieinhalb Stunden etwas zugänglicher und massentauglicher geraten als das Original, avanciert mit gut ausgearbeiteten Figuren, viel Spannung und einer ungemein atmosphärischen Inszenierung aber zu einem der besten Horror- und Gruselfilme der letzten Jahre.

Die romantische Komödie mit politischem Setting begeistert mit vielen gelungenen Gags und den beiden perfekt harmonierenden Stars Charlize Theron und Seth Rogen - der die seltene Gabe besitzt, selbst peinlichste Fremdschäm-Momente unfaßbar charmant und liebenswert rüberzubringen.

Das große Finale der 42 Jahre umspannenden Skywalker-Saga mag aufgrund eines zu großen Kompromiß-Bestrebens zwischen den Anforderungen traditioneller Altfans und erzählerisch aufgeschlossenerer Zuschauer nicht ganz der erhoffte Knaller geworden sein - viel Spaß macht er trotzdem und beschert dieser "Star Wars"-Ära einen ziemlich runden Abschluß.

Montag, 31. Dezember 2018

KINO-JAHRESBILANZ 2018

Mein persönliches Fazit des Kinojahres 2018: Es war polarisierender als 2017 oder 2016! Auf der einen Seite gab es endlich wieder einen Film, der mich wirklich begeistert hat und deshalb mit mehr als 9 Punkten belohnt wurde, auf der anderen Seite gab es eine (für mich unerwartete) riesige und einige ziemlich große Enttäuschungen - meine Filmauswahl war folglich nicht so zielgenau wie sonst meist. Bei den Regeln, welche Filme sich für meine Bilanz qualifizieren, mache ich diesmal eine Änderung: Bisher war immer oberstes Gebot, daß nur Filme in Frage kamen, die ich im Kalenderjahr im Kino gesehen habe. Da ich jedoch 2018 erstmals einige für die Bestenliste in Frage kommende reguläre Kinostarts via Rezensionsexemplar zu Hause sah, werde ich diese ebenfalls aufnehmen, wenn auch mit spezieller Kennzeichnung - Gleiches gilt für die von mir beim Fantasy Filmfest gesehenen Filme ohne regulären Kinostart im Jahr 2018. Was sich nicht geändert hat: Wie immer ist meine Jahresbilanz höchst subjektiv und richtet sich nicht ausschließlich nach meinen Punktwertungen, sondern eher nach meinem heutigen Eindruck von ihnen, der also auch die Langzeitwirkung berücksichtigt. 2018 gestartete Filme, die ich nicht mehr vor dem Jahreswechsel geschafft habe und die deshalb möglicherweise in meiner Kino-Jahresbilanz 2019 auftauchen könnten, sind "Bohemian Rhapsody", "Spider-Man: A New Universe", "Aquaman" und eventuell "Cold War".

Die Top 25 (mit Links zu meinen Rezensionen sowie kurzer Kommentierung):

Für sich genommen sicher nicht makellos, ist das dritte große Zusammentreffen von Marvels MCU-Superhelden im Kampf gegen den sehr überzeugend portraitierten Antagonisten Thanos als Kulminationspunkt einer (mehr oder weniger) penibel durchgeplanten zehnjährigen Reise kaum weniger als perfekt - auch wenn es nur der erste Teil ist und deshalb mit einem ultimativ fiesen Cliffhanger endet ...

Das Regiedebüt des für seine brillanten Dialoge bekannten Wortkünstlers Aaron Sorkin erzählt seine unglaubliche, aber wahre Geschichte als fesselndes, ungemein unterhaltsames Portrait einer von Jessica Chastain grandios verkörperten widersprüchlichen Frau, die ihr Leben auf sehr unkonventionelle Art selbst in die Hand nimmt.

Scott Coopers melancholischer Spätwestern glänzt nicht allein mit seiner Besetzung rund um Christian Bale und Rosamund Pike, sondern noch mehr mit seiner einfühlsam geschilderten Geschichte von Rassismus, Haß und Vorurteilen, aber auch Verständigung und Toleranz, deren gesellschaftliche Relevanz ungebrochen ist.

Martin McDonagh ist eine gewollt sperrige, mit knochentrockenem Humor angereicherte und herausragend gespielte Tragikomödie über eine Mutter auf der Suche nach Gerechtigkeit für den Tod ihrer Tochter gelungen, die von schrulligen, glaubwürdigen und komplexen Charakteren mit unzähligen Grautönen bevölkert ist und viel Stoff zum Nachdenken liefert.

Lynne Ramsays Arthouse-Variante eines Actionfilms hat keine allzu originelle Story zu bieten, überzeugt dafür aber umso mehr mit einem penibel beobachteten Blick auf den von Joaquin Phoenix eindrucksvoll verkörperten zentralen Antihelden auf der Reise ins Herz der Finsternis.

David Robert Mitchell schickt in seinem stimmungsvollen Neo-Noir-Thriller Andrew Garfield auf der Suche nach seiner verschwundenen Nachbarin auf eine popkulturell anspielungsreiche Irrfahrt durch das nächtliche Los Angeles, die gegen Ende immer durchgeknallter wird.

Der sechste Teil der unverwüstlichen Actionreihe mit Tom Cruise ist vielleicht sogar der beste - weil Regisseur und Autor Christopher McQuarrie geschickt die Entwicklungen der letzten Filme aufgreift und in einem emotional unerwartet aufwühlenden Showdown kulminieren läßt.

Wie der Vorgänger lebt auch das zweite Abenteuer des großmäuligen Marvel-Antihelden nicht von seiner ziemlich generisch geratenen Story, sondern von Ryan Reynolds' leidenschaftlicher Verkörperung seiner erklärten Traumrolle sowie einem auf die Spitze getriebenen Zitate-, Gag- und Slapstickgewitter, das das Publikum atem- und vermutlich auch sprachlos zurückläßt ...

Wes Andersons zweiter Stop Motion-Animationsfilm ist ähnlich gut wie der erste und beweist, daß sein unverkennbarer, hochgradig detailverliebter "Puppenhaus"-Stil voller skurriler Figuren und Ideen auch in einem japanischen Hundesetting einwandfrei funktioniert.

Drew Goddards zweite Regiearbeit ist ein ungemein atmosphärisch in Szene gesetzter Noir-Thriller mit gelegentlichen Gewaltausbrüchen, der sich Zeit bei der Etablierung der Charaktere läßt - was dank durchdachter Figurenzeichnung und hochklassiger Besetzung mit Jeff Bridges, Dakota Johnson und Chris Hemsworth prima funktioniert.

Donnerstag, 4. Januar 2018

KINO-JAHRESBILANZ 2017

Mein persönliches Fazit des Kinojahres 2017 fällt sehr ähnlich aus wie das von 2016: Es gab viele gute bis sehr gute Filme, aber es fehlt ein echtes Meisterwerk, in das ich mich auf Anhieb verlieben konnte (wie zuletzt 2015 bei "Sicario" und "Ewige Jugend"). Entsprechend kam auch 2017 keine Produktion, die ich im Kino sah, auf mehr als 9 Punkte. Auf der anderen Seite bin ich jedoch wieder einmal froh über meine durchdachte Filmauswahl, die mir allzu viel Bedauern über rausgeschmissenes Geld ersparte - das muß auch bei meiner Flop 5-Liste berücksichtigt werden, die nur einen wirklich schlechten Film enthält sowie vier mittelmäßige, die allerdings angesichts der vorherigen Erwartungen ziemlich große Enttäuschungen waren. Wie immer gilt, daß alle Filme in die Auswahl kamen, die ich 2017 im Kino gesehen habe und die auch einen regulären Starttermin hatten (meine Fantasy Filmfest-Besuche zählen folglich nicht); zudem ist die Zusammenstellung der folgenden Listen selbstverständlich höchst subjektiv und entspricht meinem heutigen Eindruck, folgt also nicht hundertprozentig den von mir direkt nach Sichtung vergebenen Wertungen.

Die Top 25 (mit Links zu den Rezensionen sowie kurzer Kommentierung):

Kenneth Lonergans immersives, berührendes, jedoch wundersamerweise stets hoffnungsvolles Trauerdrama ist der Film des Jahres 2017, der sein Publikum am tiefsten ins Herz trifft – dank ausgefeilter Figurenzeichnung, grandioser schauspielerischer Leistungen von Casey Affleck, Lucas Hedges und Michelle Williams sowie einer behutsamen, empathischen Regie.

Lange macht Matt Reeves' Abschluß der nicht nur technisch bahnbrechenden Caesar-Trilogie alles richtig: Er präsentiert eine kluge und erstmals konsequent aus der Perspektive der Affen erzählte Story, überwältigt mit visueller Pracht und einer phantastischen Musik von Michael Giacchino und zielt gekonnt auf die Emotionen des Publikums ab. Würde das letzte Filmdrittel nicht etwas an Einfalls- und Abwechslungsreichtum verlieren, wäre dies mein Lieblingsfilm des Jahres 2017. So reicht es immerhin noch knapp für Platz 2.

Christopher Nolans Zweiter Weltkriegs-Thriller polarisiert stärker als die meisten seiner Filme, was darin begründet liegt, daß er ganz bewußt auf eine klassische Handlung verzichtet und stattdessen tief in die Gefühlswelt seiner vielen vom Kriegswahnsinn betroffenen Protagonisten eindringt. Daß die Figurenzeichnung dabei eher rudimentär ist, erleichtert die Zugänglichkeit von "Dunkirk" nicht, unterstreicht aber die Stellvertreter-Funktion: Nolan geht es gar nicht um einzelne Personen, er präsentiert einen Querschnitt derjenigen – vom Offizier bis zum aufgrund zu hohen oder zu geringen Alters nicht eingezogenen Bürger –, die direkt vom Krieg betroffen sind.

Rian Johnsons "Star Wars"-Debüt verärgert manche Hardcore-Fans mit sehr mutigen Story- und Charakterentwicklungen und enttäuscht auch inhaltlich einige Erwartungen, begeistert aber mit einem spannenden, atemlosen, gleichzeitig ungewohnt düsteren wie witzigen Weltraum-Abenteuer, das der altgedienten Reihe viele erzählerische Möglichkeiten für die Zukunft auftut.

Der energetischste Film des Jahres stammt wieder einmal aus Großbritannien und präsentiert eine innovativ inszenierte und konstruierte, stark musikgetriebene Gaunergeschichte, die vor Coolneß nur so strotzt.

6. Jackie
Pablo Larraín ist ein ebenso kluges wie tief bewegendes Portrait der Präsidentenwitwe Jackie Kennedy gelungen, deren Schmerz und Trauer, aber auch Stärke und Selbstbewußtsein von Natalie Portman kongenial eingefangen werden.

Die Fortsetzung von James Gunns gefeiertem Marvel-SciFi-Abenteuer bietet überwiegend mehr vom Gleichen, tut das aber so gewitzt, phantasievoll und mitunter sogar ergreifend, daß man ihr deshalb nicht böse sein kann.

Damien Chazelles mit sechs OSCARs ausgezeichnetes Jazz-Musical punktet nicht nur mit guter Musik, ausgefallenen Choreographien und zwei fabelhaft harmonierenden Hauptdarstellern Emma Stone und Ryan Gosling, sondern ebenso mit einer realistischen und bemerkenswert wendungsreichen Story.

Hugh Jackmans stylisher, gefühlvoller letzter Einsatz als populärer Mutant Wolverine in einer nicht allzu freundlichen Zukunft ist ein perfekter Schwanengesang nicht nur für ihn, sondern auch für den von Patrick Stewart verkörperten Professor X.

10. Silence
Martin Scorseses lange verfolgtes Wunschprojekt über die Suche portugiesischer Missionare im 17. Jahrhundert nach ihrem in Japan verschwundenen Mentor ist so weit vom Mainstream entfernt wie nur möglich – wer sich auf das überlange Glaubensdrama einläßt, wird dafür mit einem konsequent inszenierten und sehr nachdenklich machenden Kinoerlebnis belohnt, das seinesgleichen sucht (und wohlgemerkt auch für atheistische Zuschauer funktioniert).

Mittwoch, 11. Januar 2017

KINO-JAHRESBILANZ 2016

Diesmal etwas später als sonst darf sie selbstredend trotzdem nicht fehlen: Meine persönliche Kinobilanz für das Jahr 2016. Nach einem tollen Kinojahr 2015 werde ich 2016 als relativ mittelmäßig im Gedächtnis behalten. Zwar gab es viele gute Filme, es fehlte in meinen Augen aber ein echtes Meisterwerk, weshalb ich auch nie in die Verlegenheit kam, mehr als 9 Punkte zu verteilen. Auf der anderen Seite gelang es mir dank noch zielgerichteter Filmauswahl aber auch, einen weiten Bogen um die echten Gurken zu machen, weshalb ich zwar etliche sehr mittelmäßige, aber keinen einzigen wirklich schlechten Film ertragen mußte. Allerdings muß ich anmerken, daß ich wegen eines hartnäckigen Virus im Spätsommer im Grunde genommen zwei komplette Kinomonate verpaßte – am schmerzlichsten war das für mich bei "Conjuring 2", aber auch vom polarisierenden "Ghostbusters"-Reboot (und einigen weiteren Filmen) hätte ich mir gerne ein eigenes Bild gemacht ...
In die Wertung meiner Jahresbilanz kommen jedenfalls alle Filme, die ich im Jahr 2016 im Kino gesehen habe. Normalerweise ist die Kalenderjahr-Regel bei mir eher akademisch, da ich stets versuche, spät im Jahr startende Werke, von denen ich glaube, daß sie es in meine Besten- oder Schlechtesten-Liste schaffen könnten, noch vor dem Jahreswechsel anzusehen. Diesmal ging das allerdings ziemlich schief, denn ein noch 2015 angelaufener Film überraschte mich im Februar extrem positiv und landete am Ende sogar auf Platz 2 meiner Top 25! Bevor ich zu besagter Liste komme, merke ich noch wie jedes Jahr an, daß die Reihung bewußt subjektiv ist und sich nicht exakt nach meinen Bewertungen richtet, sondern auch meine persönlichen Vorlieben sowie eine gewisse Langzeitwirkung miteinschließt.

Die Top 25 (mit Links zu den Rezensionen sowie kurzen Kommentaren):

Die aufregenden und turbulenten Abenteuer der kessen Polizei-Häsin Judy und des charmanten Fuchs-Trickbetrügers Nick ergeben den besten Animationsfilm der letzten Jahre – unverschämt witzig, dazu intelligent und mit hochaktueller Metaphorik.

2. Carol
Regisseur Todd Haynes ist mit seiner unfaßbar eleganten Verfilmung eines frühen Romans von Patricia Highsmith über die scheinbar unmögliche Liebe zwischen zwei Frauen verschiedener Schichten in den 1950er Jahren eine grandiose Hommage auf die Edelmelodramen von Douglas Sirk gelungen, in der die Hauptdarstellerinnen Rooney Mara und Cate Blanchett brillieren.
Adam McKay hat mit der mit Christian Bale, Ryan Gosling und Brad Pitt hochkarätig besetzten Sachbuch-Adaption den bisher besten Film über die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise ab 2007 gedreht – nicht als trockenes Drama, sondern als satirische Tragikomödie mit bösem Witz, in der einige Profiteure der Krise als Protagonisten agieren.
Der ungewöhnliche, von Bestseller-Autor Nick Hornby auf Grundlage eines Romans von Colm Tóibín adaptierte Mix aus in den 1950er Jahren spielendem Einwandererdrama und emotionaler Edelromanze ist bei allen sonstigen Stärken vor allem die Bühne für eine atemberaubende, OSCAR-nominierte Performance der großartigen Hauptdarstellerin Saoirse Ronan!
Tom McCarthys engagiertes Journalismus-Drama über die Aufdeckung eines jahrzehntelangen Mißbrauchsskandals in der amerikanischen katholischen Kirche durch einige investigative Journalisten ist in Zeiten von "Fake News" und "Lügenpresse"-Vorwürfen in seiner Bedeutung kaum zu überschätzen – und lebt auch von seinem tollen Ensemble um Michael Keaton, Mark Ruffalo, Rachel McAdams und Stanley Tucci.
Das fernöstliche Abenteuer aus dem Hause Laika ist keineswegs nur der technisch beste Stop Motion-Animationsfilm aller Zeiten, sondern außerdem ein liebevoller und ideenreicher Coming of Age-Film für Zuschauer jeden Alters.
Das erste, in den 1920er Jahren in den USA spielende "Harry Potter"-Spin-Off über einen von Eddie Redmayne verkörperten Zauberer-Wissenschaftler und seine Suche nach magischen Kreaturen ist spaßiger als etliche Teile der Hauptreihe und begeistert vor allem mit seiner von stark animierten und designten Kreaturen profitierenden Fähigkeit, beim Publikum einen echten "Sense of wonder" hervorzurufen.
Tim Burtons bester und phantasievollster Film seit Jahren punktet primär mit einer liebevoll in Szene gesetzten und von extrem sympathischen und charismatischen Charakteren bevölkerten Parallelwelt – einem abgelegenen Waisenhaus zur Zeit des Zweiten Weltkrieges – innerhalb einer Zeitschleife.

9. Raum
Das intensive Independent-Kammerspiel, das der famosen Hauptdarstellerin Brie Larson den OSCAR bescherte, zieht das Publikum mit einer bemerkenswert immersiven Inszenierung und der Konzentration auf ein Mutter-Sohn-Gespann während und nach einer sehr traumatischen Zeitspanne mitten hinein.
Real ist an Jon Favreaus Realfilm-Version des Disney-Zeichentrick-Klassikers nach Rudyard Kipling eigentlich nur Mowgli-Darsteller Neel Sethi, alles andere ist am Computer entstanden – das aber so überzeugend, daß sich ein wunderbarer, von (zumindest in der Originalfassung) sehr überzeugenden Sprecherleistungen profitierender Familienfilm ergibt, der den Vergleich mit der legendären Zeichentrickfassung nicht scheuen muß – trotz oder wegen einiger Änderungen, speziell eines etwas düstereren Tons.

Donnerstag, 31. Dezember 2015

KINO-JAHRESBILANZ 2015

Unmittelbar vor dem Jahreswechsel ist wieder einmal die Zeit für meinen Kino-Jahresrückblick samt Top 20 und Flop 6 gekommen. Und ich kann schon mal verraten, daß 2015 aus meiner Sicht das beste Kinojahr war, seit ich 2012 dieses Blog begonnen habe (und generell eines der besten Kinojahre, seit ich Mitte der 1990er Jahre meine Film-Leidenschaft entdeckt habe). Das betrifft sowohl die großen Blockbuster als auch das Arthouse-Kino und alles dazwischen; daß mit "The Avengers: Age of Ultron" und dem Bond-Abenteuer "Spectre" ausgerechnet zwei der am heißesten erwarteten Großproduktionen des Jahres leicht enttäuschten, fällt daher kaum ins Gewicht.
In die Wertung kommen alle Filme, die ich im Kalenderjahr 2015 im Kino gesehen habe – bis auf meine Kinobesuche im Rahmen des Fantasy Filmfests im August. Die dort vorgeführten Werke werden (soweit sie nicht später im Jahr einen regulären Kinostart erhielten) lediglich in einer kleinen Extra-Liste am Ende berücksichtigt. Da es sich bei meiner Jahresbilanz um rein subjektive Listen aus heutiger Sicht handelt, stimmen die Ranglisten nicht exakt mit meinen Wertungen in den einzelnen Rezensionen überein – es geht am Beispiel der Top 20 eher um meine persönlichen Lieblingsfilme des Jahres als um die tatsächlich besten, zudem hat sich meine Wahrnehmung mancher Filme auf längere Sicht etwas verändert.

Die Top 20 (mit Links zu den Rezensionen sowie kurzen Kommentaren):

Denis Villeneuves Kriegsfilm im Gewand eines Drogenthrillers begeistert mit kompromißloser Konsequenz, atemloser Spannung, unerwarteten Wendungen und zwei tollen Hauptdarstellern Emily Blunt und Benicio Del Toro.
Paolo Sorrentinos bittersüße philosophische Reflektion über das Älterwerden und menschliche Sehnsüchte ist ein echtes Kunstwerk, das zwar eine simple Geschichte erzählt, das aber auf herausragend faszinierende Art und Weise.  
Die von J.J. Abrams angeleitete Rückkehr in die Welt von Jedi-Rittern, Weltraumsöldnern und faschistischen Bösewicht-Fraktionen ist einfach ein perfekter Blockbuster geworden – nur die etwas zu starke dramaturgische Orientierung am allerersten "Star Wars"-Film stört ein kleines bißchen.
Paul Thomas Andersons kontrovers diskutierte Thomas Pynchon-Adaption mit Joaquin Phoenix als ständig bekifftem Privatdetektiv, der in eine verrückte Situation nach der anderen stolpert, ist skurriler als viele Filme der Coen-Brüder und so sprunghaft wie ein Känguru. Das erfordert viel Konzentration und Aufgeschlossenheit, ist aber unfaßbar witzig.
George Millers Rückkehr in die australische Endzeitwüste mit dem neuen Titeldarsteller Tom Hardy ist ein adrenalingeladener, geradliniger Actionkracher, der mit explosiven, aberwitzigen Rennsequenzen, innovativen inszenatorischen Ideen, wahnsinniger Musikuntermalung und einer der besten Frauenrollen der Blockbuster-Geschichte (exzellent verkörpert von Charlize Theron) aufwartet. 
Alejandro González Iñárritus meisterhaft inszenierte Showbiz-Satire ist ein Spielplatz schräger Ideen und ein willkommenes Comeback für Hauptdarsteller Michael Keaton.
Die britische Graphic Novel-Adaption von Matthew Vaughn vereint einfallsreich erzählte 1960er Jahre-Bond-Parodie (mit Colin Firth als beeindruckend coolem Geheimagenten) mit stylishem, herrlich durchgeknalltem Over the Top-Actionkracher. 

8. "Shaun das Schaf – Der Film"
Der beste Animationsfilm des Jahres stammt nicht von Studio Ghibli und auch nicht von Pixar, sondern vom britischen Studio Aardman Animations: Die Kinoversion der beliebten Knetgummi-Kinderserie über das schlaue Schaf Shaun, das mit seiner Herde und Hütehund Bitzer den an Gedächtnisverlust leidenden Farmer zurückholen will, ist einfach hervorragende und hochgradig amüsante Unterhaltung für die ganze Familie.

9. "Cinderella"
Sir Kenneth Branagh ist eine wunderschöne Neufassung der Geschichte vom Aschenputtel gelungen, was auch der starken Besetzung mit der sympathischen Newcomerin Lily James als Ella und Cate Blanchett als (glaubwürdig) fieser Stiefmutter zu verdanken ist.
Aaron Sorkins facettenreiches Drehbuch ist der wirkliche Star dieses ungewöhnlichen Biopics über den von Michael Fassbender gewohnt intensiv verkörperten Apple-Mitgründer Steve Jobs, das sich zwar viele künstlerische Freiheiten nimmt, daraus aber ein wunderbares, kunstvolles Charakterportrait strickt.

Mittwoch, 31. Dezember 2014

KINO-JAHRESBILANZ 2014

Unmittelbar vor dem Jahreswechsel ist wieder einmal die Zeit für meinen Kino-Jahresrückblick samt Top 20 und Flop 6 gekommen. Die Kategorie "Best Guilty Pleasure" (also Filme, die einem richtig gut gefallen, obwohl sie objektiv betrachtet nicht wirklich gut sind) fällt dieses Jahr aus, da ich schlicht und ergreifend nicht genügend Produktionen im Kino gesehen habe, die sich für eine solche Einordnung qualifizieren würden (eigentlich nur "Bad Neighbors", "Muppets Most Wanted" und "Dracula Untold"). In die Wertung der verbliebenen Kategorien kommen alle Filme, die ich im Kalenderjahr 2014 im Kino gesehen habe – bis auf meine Kinobesuche im Rahmen des Fantasy Filmfests im September. Die dort gezeigten Werke (die ich übrigens noch immer nicht alle rezensiert habe ...) werden lediglich in einer kleinen Extra-Liste am Ende berücksichtigt. Da es sich bei meiner Jahresbilanz um rein subjektive Listen aus heutiger Sicht handelt, müssen die Ranglisten keineswegs exakt mit meinen Wertungen in den Rezensionen übereinstimmen – es geht am Beispiel der Top 20 eher um meine persönlichen Lieblingsfilme des Jahres als um die tatsächlich besten, zudem hat sich meine Wahrnehmung mancher Filme auf längere Sicht etwas verändert.

Die Top 20 (mit Links zu den Rezensionen sowie kurzen Kommentaren):

Mein unangefochtener Lieblingsfilm des Jahres 2014 ist nicht nur deshalb revolutionär, weil Regisseur und Autor Richard Linklater die Dreharbeiten dieser Coming of Age-Geschichte auf 12 Jahre verteilt hat – womit der Zuschauer den Darstellern (speziell natürlich den beiden anfangs noch kindlichen Protagonisten) buchstäblich beim Altern zuschauen kann; nein, er ist auch und vor allem deswegen ein Meisterwerk, weil Linklater die zentralen Figuren und ihre realistisch unspektakulären jährlichen Erlebnisse so feinfühlig, so authentisch und so hautnah gestaltet hat, daß man auch nach fast drei Stunden noch lange nicht genug von ihnen hat. Ich habe es bereits in meiner Kritik im Juli geschrieben und ich stehe bis heute zu diesem Urteil: "Boyhood" ist ein Meilenstein der Filmgeschichte!

Mit den stilistisch etwas an die frühen "Star Wars"-Episoden erinnernden Weltraumabenteuern einer Gruppe unangepaßter Außenseiter – angeführt von einem großmäuligen menschlichen Abenteurer, dessen Spitznamen "Star-Lord" nur er selbst verwendet – hat Comicgigant Marvel sich selbst übertroffen. So viel gute Laune wie die bunt zusammengewürfelten "Guardians of the Galaxy" unter der Regie des eigentlichen B-Movie-Spezialisten James Gunn ("Super") versprühte trotz nur mittelmäßig interessanter Story kein anderer Film des Jahres 2014.

Viele Fans der ersten beiden Teile der Adaption von Suzanne Collins' düsterer Jugendbuch-Utopie konnten mit der ersten Hälfte des großen Finales nicht viel anfangen. Kein Wunder, schließlich gibt es kaum Action, zudem kommen zahlreiche Hauptfiguren der vorangegangenen Filmen kaum oder gar nicht vor. Mich dagegen hat die thematische Verlagerung weg von einem actionreichen Abenteuer hin zu einer (für Genreverhältnisse) fein beobachteten Anatomie von Kriegs- und Propagandamechanismen sehr beeindruckt. Mehr übrigens als beim hochgelobten "Captain America 2", der viel weiter hinten in dieser Liste auftaucht.

Matthew McConaughey und Jared Leto brillieren in diesem bemerkenswert optimistischen AIDS-Drama und wurden zurecht beide mit OSCARs geehrt. Der kanadische Regisseur Vallée hat für seine in den 1980er Jahren spielende, auf wahren Ereignissen basierende Geschichte eines typischen (heterosexuellen) Rednecks, der sich mit dem damals als "Schwulenseuche" diffamierten und mit gesellschaftlicher Ausgrenzung bestraften HI-Virus infiziert, sich aber nicht mit der katastrophalen medizinischen Versorgung in den USA abfinden will, genau die richtige emotionale Balance zwischen Humor und Dramatik gefunden.

Mit seinem (sehr wahrscheinlich) letzten Film hat der japanische Zeichentrick-Meister Hayao Miyazaki dem Luftfahrt-Pionier Jirō Horikoshi ein phantasievolles, feinfühliges und wunderschön gezeichnetes filmisches Denkmal gesetzt.

Noam Murros Spin-Off zum Antikenhit "300" dürfte in sehr wenigen Bestenlisten auftauchen. Doch mich hat die antike Schlachtplatte aus drei Gründen begeistert: Erstens verkörpert Eva Green die gegnerische Feldherrin Artemisia mit einer Inbrunst, daß es eine wahre Freude ist (und den eigentlichen Helden Themistokles ziemlich blaß aussehen läßt); zweitens machen die diesmal noch um sehr effektive 3D-Effekte bereicherten Green Screen-Panoramen noch mehr Laune als im Vorgänger; und drittens hat der holländische D.J. Junkie XL eine herrlich pompöse Musikbegleitung geschaffen, die die erstklassig choreographierten Kampfsequenzen noch eindrucksvoller wirken läßt! Ich stehe dazu: "300 – Rise of an Empire" mag ein krasser Fall von "style over substance" sein; aber einer, der einen absolut mitreißt, wenn man sich darauf einläßt ...

Mit seiner auf einer wahren Geschichte beruhenden Tragikomödie über eine alte irische Dame, die sich mithilfe eines zynischen Journalisten auf die Suche nach ihrem unehelichen Sohn macht, den ihr die katholische Kirche vor Jahrzehnten wegnahm, ist Regisseur Stephen Frears ein beeindruckendes Comeback nach etlichen schwächeren Filmen gelungen. Zu verdanken hat er dies auch seinem ganz hervorragend harmonierenden Protagonisten-Paar Judi Dench und Steve Coogan.

Dienstag, 31. Dezember 2013

KINO-JAHRESBILANZ 2013

Kurz vor dem Jahreswechsel ist es wieder Zeit für meinen persönlichen Kino-Jahresrückblick samt Top 20, Flop 6 und meinen "Best Guilty Pleasures". In die Wertung kommen alle Filme, die ich im Kalenderjahr 2013 im Kino gesehen habe – abgesehen von meinen Kinobesuchen im Rahmen des Fantasy Filmfests im September. Sofern die dort gezeigten Werke nicht (wie "Stoker") später im Jahr eine reguläre Kinoauswertung in Deutschland erfahren haben, werden sie lediglich in einer kleinen Extra-Liste berücksichtigt. Da es sich bei meiner Jahresbilanz um rein subjektive Listen aus heutiger Sicht handelt, müssen die Ranglisten keineswegs exakt mit meinen Wertungen in den Rezensionen übereinstimmen – es geht am Beispiel der Top 20 eher um meine persönlichen Lieblingsfilme des Jahres als um die tatsächlich besten, außerdem hat sich die Wahrnehmung mancher Filme auf lange Sicht etwas verändert (beispielsweise schätze ich "Der große Gatsby" trotz seiner unbestreitbaren Schwächen heute mehr als direkt nach dem Kinobesuch). Doch damit genug der Erläuterungen, hier sind meine Top 20 mit Links zu den Rezensionen sowie kurzen Kommentaren:

Quentin Tarantinos Ausflug ins Western-Genre ist geradezu unverschämt unterhaltsam geraten und hat neben viel Action und den von Tarantino gewohnten, vor Esprit nur so sprühenden Dialogen mit Jamie Foxx, Christoph Waltz und Leonardo DiCaprio auch noch drei grandiose Hauptdarsteller zu bieten.

Obwohl er meiner Ansicht nach noch besser ist als ihr OSCAR-gekrönter Irakfilm "Tödliches Kommando – The Hurt Locker", erhielt Kathryn Bigelows Thriller über die Jagd nach Osama bin Laden deutlich weniger Beachtung – was auch an der relativ kontroversen Thematik und ihrer kompromißlosen Umsetzung samt von US-Geheimagenten durchgeführten Folterszenen gelegen haben dürfte. Dabei ist "Zero Dark Thirty" ein trotz des bekannten Ausgangs vor Spannung nur so vibrierender, handwerklich nahezu perfekter Action-Thriller mit einer der stärksten Frauenfiguren der jüngeren amerikanischen Filmgeschichte (sensationell verkörpert von Jessica Chastain).

Tom Hanks liefert vielleicht die Leistung seines Lebens ab (was bei Filmen wie "Philadelphia", "Forrest Gump", "Cast Away" und "Der Soldat James Ryan" schon etwas heißen will) als Kapitän eines von somalischen Piraten gekaperten Containerschiffes. Regisseur Greengrass ("Flug 93") hat den von lobenswert sorgfältig gezeichneten Figuren bevölkerten Survival-Thriller beklemmend, betont realistisch und durchaus ambivalent in Szene gesetzt.

Mit seiner etwas anderen Romanze über zwei von Jennifer Lawrence und Bradley Cooper hinreißend charmant verkörperte junge Menschen mit psychischen Problemen hat David O. Russell eine mit ihrer Quirligkeit und Einfühlsamkeit begeisternde, tragikomische Außenseiter-Ballade geschaffen. 

Als Kinoerlebnis ist Alfonso Cuaróns wegweisend gefilmter 3D-Weltraum-Thriller mit Sandra Bullock und George Clooney als Astronauten im Überlebenskampf eine wahre Wucht und hätte wohl Platz 1 dieser Liste verdient; als Film ist er spannend, bewegend, oft spektakulär, aber von der Story her doch (bewußt) recht simpel gehalten.

Die Coming-of-Age-Tragikomödie von den "The Descendants"-Autoren Jim Rash und Nat Faxon ist ein klassisches, nostalgisches Feelgood-Movie mit herrlich schrägem Humor, in dem aus einem starken Darstellerensemble der großartige Sam Rockwell noch herausragt.

Viele finden den zweiten Teil von Peter Jacksons "Der Herr der Ringe"-Prequel-Trilogie besser als den Vorgänger "Eine unerwartete Reise" (der in meiner Jahresbestenliste 2012 auf Platz 3 landete), aber für meinen Geschmack ist "Smaugs Einöde" trotz vieler schöner Szenen und eines großartig designten Drachens Smaug etwas zu zerfasert erzählt.

Donnerstag, 27. Dezember 2012

KINO-JAHRESBILANZ 2012

Kurz vor dem Jahreswechsel ist es Zeit für meinen persönlichen Kino-Jahresrückblick samt Top20, Flop5 und meinen "Best Guilty Pleasures". In die Wertung kamen alle Filme, die ich im Kalenderjahr 2012 im Kino gesehen habe – abgesehen von der 3D-Wiederveröffentlichung von "Titanic" und meinen Kinobesuchen im Rahmen des Fantasy Filmfests im September. Sofern die dort gezeigten Werke nicht (wie "Beasts of the Southern Wild") später im Jahr eine reguläre Kinoauswertung in Deutschland erfahren haben, werde ich sie lediglich in einer kleinen Extra-Liste berücksichtigen. Da es sich bei meiner Jahresbilanz um rein subjektive Listen handelt, müssen die Ranglisten nicht exakt mit meinen Wertungen in den Rezensionen übereinstimmen – es geht am Beispiel der Top20 eher um meine persönlichen Lieblingsfilme des Jahres als um die tatsächlich besten. Doch damit genug der Erläuterungen, hier sind meine Top20 mit Links zu den Rezensionen und kurzen Kommentaren:

Mit seiner herrlich skurrilen und sensationell gut besetzten Außenseiterballade über die Suche nach einem ausgebüxten Pfadfinder, der zum ersten Mal verliebt ist, hat sich Regisseur Wes Anderson selbst übertroffen. Kein Film für jeden Geschmack, aber wer offen für Andersons Humor ist, für den ist das "Moonrise Kingdom" einfach magisch!

Der wohl emotionalste Bond-Film aller Zeiten ist auch einer der besten in der 50-jährigen Geschichte der Reihe. Unter der Regie von Sam Mendes und dank eines starken Drehbuchs entspinnt sich zwischen James Bond und seinem diabolischen Gegenspieler Raoul Silva ein spannendes und sehr persönliches Duell mit zahlreichen Höhepunkten – und so ganz nebenbei werden geschickt wichtige Weichen für die Zukunft der Reihe gestellt ...

Peter Jacksons Tolkien-Prequel erreicht entsprechend der literarischen Vorlage niemals die epische Wucht seiner "Der Herr der Ringe"-Trilogie. Doch die gewohnt detailverliebte Adaption begeistert vor allem Mittelerde-Fans mit einer ebenso ausführlichen wie stimmungsvollen Einführung in die aufregende Geschichte des Hobbits Bilbo Beutlin, die in den beiden Fortsetzungen erst so richtig Fahrt aufnehmen wird.