Wie bereits im Juni ist auch im Juli 2026 die Auswahl an Kinostarts in Deutschland nicht allzu breit, dafür gibt es aber jede Woche ein potentielles großes Highlight – allen voran Christopher Nolans "Die Odyssee", "Toy Story 5", das Realfilm-Remake von "Vaiana" und "Spider-Man: Brand New Day":
1./2. Juli:
"Minions &
Monster" (3D):
Alleine
in Deutschland hat die "Ich – Einfach unverbesserlich"-Reihe
von Illumination Entertainment mit sechs Animationsfilmen mehr als 26
Millionen Zuschauer in die Kinos gelockt – davon gehen über elf
Millionen auf das Konto der bislang zwei "Minions"-Spin-Offs.
Entsprechend groß sind die Erwartungen an den dritten Teil, der in
einem für Cineasten besonders reizvollen Setting spielt: dem
Hollywood der 1920er Jahre! Die kleinen gelben Gestalten mit der
großen Vorliebe für möglichst böse Bösewichte wollen hier mit
dem Regisseur Max (sowohl in der Original- als auch in der deutschen
Synchronfassung gesprochen von Christoph Waltz) einen Horrorfilm
drehen. Und was braucht man für einen guten Horrorfilm? Richtig, ein
überzeugendes Monster! Also machen sich die Minions auf die Suche
nach einem passenden Kandidaten ...
"23 000
Leben":
Das
neue Drama von Markus Goller ("Friendship!") ist eine
Netflix-Produktion, die am 17. Juli beim Streamingdienst startet und
zuvor eine kurze und vermutlich sehr limitierte Kinoauswertung
erhält. Inspiriert von wahren Geschehnissen geht es um eine Gruppe
idealistischer Jugendlicher, die angesichts des von der Politik mehr
oder weniger hingenommenen Massensterbens von Flüchtlingen im
Mittelmeer mittels einer Crowdfunding-Kampagne ein altes Schiff
kaufen und sich damit als Seenotretter betätigen. Mit Louis Hofmann
("Unter dem Sand"), Mala Emde ("303") und
Frederick Lau ("Victoria") sowie Gastauftritten von Corinna
Harfouch, Herbert Knaup, Franka Potente, Katja Riemann und Ulrich
Matthes.
"The Piano
Tuner":
Der
hochgelobte kanadisch-amerikanische Thriller des eigentlichen
Dokumentarfilmers Daniel Roher ("Navalny") erzählt von dem
jungen New Yorker Klavierstimmer Niki (Leo Woodall, "Bridget
Jones 4"), der über ein äußerst feines Gehör verfügt.
Dieses macht sein Leben ziemlich schwierig und hat seiner
Musikerkarriere ein frühes Ende gesetzt – dafür hilft er damit
neben seiner eigentlichen Tätigkeit Kriminellen beim Safeknacken …
Altstar Dustin Hoffman spielt Nikis Mentor und Havana Rose Liu
("Power Ballad") die Musikstudentin Ruthie, in die sich
Niki verliebt.
"Into the
Wild":
Im
Rahmen der "Best of Cinema"-Reihe gibt es am 7. Juli eine
eintägige Wiederaufführung von Sean Penns für zwei OSCARs
nominiertem Aussteiger-Drama mit Emile Hirsch und Hal Holbrook.
9.
Juli:
"Vaiana"
(3D):
Gerade
einmal zehn Jahre ist es her, daß Disney mit "Vaiana"
einen ebenso guten wie erfolgreichen Animationshit in die Kinos
brachte, da wird dieser bereits Teil der berühmt-berüchtigten
disney'schen Realfilm-Remake-Welle. Dwayne Johnson, der bereits im
Animationsfilm den Halbgott Maui sprach, übernimmt diese Rolle auch
im Remake, während die junge Protagonistin Vaiana aus Altersgründen
eine neue Besetzung in Person von Catherine Laga'aia erhält. Die
erkundungsfreudige Häuptlingstochter macht sich angesichts einer
drohenden Hungersnot auf ihrer kleinen polynesischen Heimatinsel
heimlich mit einem Segelboot auf den Weg über den Ozean, um Hilfe zu
finden – und trifft dabei auf den selbstgefälligen Maui, der zu
ihrem Begleiter wird.
"Evil Dead
Burn":
Drei
Jahre nach dem geglückten Reboot mit "Evil Dead Rise"
kehrt die 1981 mit Sam Raimis "Tanz der Teufel" begonnene
Kult-Horrorkomödien-Reihe mit einem Spin-Off des französischen
Filmemachers Sébastien Vaniček
("Spiders") zurück. Bisher gibt es nur eine grobe
Inhaltsbeschreibung: Demnach kommt eine Familie nach einem Todesfall
in einem abgelegenen Haus zusammen – in dem die Anwesenden
dummerweise irgendwie nach und nach in dämonische Deadites
verwandelt werden … Mit Souheila Yacoub ("Dune: Part Two"),
Hunter Doohan (TV-Serie "Your Honor") und Luciane Buchanan
(Netflix-Serie "The Night Agent").
"Virginia
Woolf's Night & Day":
Tina
Gharavis ("I Am Nasrine") britisch-deutsch-amerikanische Adaption des Romans "Nacht und Tag" ist eine "unromantische
Komödie" und spielt im London des frühen 20. Jahrhunderts. Die
junge, ambitionierte und aus gutem Hause stammende Katherine (Haley
Bennett, "Die glorreichen Sieben") will unbedingt
Astronomin werden – was für sie als Frau zu dieser Zeit natürlich so gut wie
ausgeschlossen ist. Dementsprechend will ihr Vater (Timothy Spall, "Mr. Turner")
sie schnellstmöglich mit dem Freund der Familie William Rodney (Jack
Whitehall, "Jungle Cruise") verheiraten. Doch Katherine kämpft um ihre Unabhängigkeit
und lernt die Frauenrechtlerin Mary (der britische Popstar Lily
Allen) kennen – sowie den der Arbeiterklasse zugehörigen Autor
Ralph (Elyas M'Barek), in den sie sich verliebt ...
16.
Juli:
"Die
Odyssee":
Eigentlich
hat ein neuer Film von Regie-Superstar Christopher Nolan ("The
Dark Knight", "Inception") neben der offiziellen
PR-Kampagne keine zusätzliche Werbung nötig – zumal wenn es sich
wie hier um die Adaption eines der berühmtesten Werke der
Menschheitsgeschichte handelt: Homers "Die Odyssee".
Dennoch hat der erste Billionär der Menschheitsgeschichte, Elon
Musk, genau dafür gesorgt – wenn auch eher unfreiwillig, denn der
Apartheids-Profiteur mit den lustigen Ideen (z.B. Unternehmen
verklagen, weil sie nach dessen Übernahme durch Musk keine Werbung
mehr auf Twitter schalten wollen) regte sich ausgesprochen
öffentlichkeitswirksam wochenlang in unzähligen Tweets darüber
auf, daß Nolan in dieser fiktiven Geschichte die kleine Nebenrolle
der Helena von Troja mit einer schwarzen Frau (OSCAR-Gewinnerin
Lupita Nyong'o) besetzte. Und diese zusätzliche "Werbung"
verfehlte nicht ihre (von Musk in bester Streisandeffekt-Manier
unbeabsichtigte) Wirkung, denn "Die Odyssee" brach nicht
nur in den USA bereits diverse Vorverkaufsrekorde (vor allem für
IMAX-Kinos). Dazu trägt sicher auch das wieder einmal beachtliche
Staraufgebot des beinahe dreistündigen Epos bei: So spielt Matt
Damon den griechischen Helden Odysseus, der nach dem Trojanischen
Krieg auf dem Heimweg nach Ithaka zahlreiche Hindernisse überwinden
muß. An seiner Seite agieren Anne Hathaway und Tom Holland als
Odysseus' Frau Penelope respektive Sohn Telemachos sowie Robert
Pattinson, Zendaya, Charlize Theron und viele weitere bekannte Namen.
"Was haben
wir gelacht":
Der
Dokumentarfilm von Eva Müller und Isabel Schneider beleuchtet die
von Männern dominierte deutsche Comedyszene der 1990er und 2000er
Jahre aus dezidiert weiblicher Perspektive. Zu Wort kommen primär
Hella von Sinnen, "RTL Samstag Nacht"-Star Esther Schweins,
Kabarettistin Maren Kroymann, WDR-Moderatorin Bettina Böttinger und
"Ritas Welt"-Star Gaby Köster.
23.
Juli:
"Toy Story
5" (3D):
Pixars
Vorzeige-Animationsreihe über die liebenswerten, von Astronaut Buzz
Lightyear (in der Originalfassung gesprochen von Tim Allen) und
Cowboy Woody (Tom Hanks, in der deutschen Synchronfassung: Michael
"Bully" Herbig) angeführten Kinderspielzeuge geht 31 Jahre nach dem Erstling in die
fünfte Runde – und erneut sind die US-Kritiken hervorragend
ausgefallen. Inzwischen gehören die Spielzeuge Andys kleiner
Schwester Bonnie, sehen sich aber einer sehr ernsthaften neuen
Bedrohung ausgesetzt: Bonnie bekommt nämlich ein froschförmiges
Tablet, in das sie sich Hals über Kopf verliebt! Wie können Woody
und Co. nur ihre Aufmerksamkeit zurückerobern? Regie führte
erstmals in der Reihe Pixar-Veteran Andrew Stanton ("WALL*E").
"Kraken –
Erwachen der Tiefe":
Wohlwollend
rezensierter norwegischer Monster-Horrorfilm von Pål Øie
("The Tunnel"), in dem die Meeresbiologin Johanne (Sara
Khorami, "Troll 2") auf die Suche nach einem menschenfressenden Seeungeheuer in einem norwegischen Fjord geht.
"Dreams –
Gefährliches Verlangen":
In
dem positiv besprochenen Beziehungsdrama des mexikanischen
Filmemachers Michel Franco ("Sundown") spielt Jessica
Chastain ("Molly's Game") die Philanthropin Jennifer, die
eine Affäre mit dem von ihr unterstützten, deutlich jüngeren und illegal in die USA eingereisten mexikanischen Ballettänzer Fernando
(Isaac Hernández, "The King of All of the World") eingeht.
Doch was harmonisch beginnt, wird immer komplizierter ...
29./30.
Juli:
"Spider-Man:
Brand New Day":
Der
dritte "Spider-Man"-Solofilm mit Tom Holland ist in
Deutschland immer noch der zweiterfolgreichste Film des Marvel Cinematic Universe: Über 4,6 Millionen Kinogänger wollten sehen,
wie sich Peter Parker in "No Way Home" den Tücken des
Multiversums stellte, nur "Avengers: Endgame" war noch besucherstärker (gut 5,1 Millionen). Auch weltweit zählen die
Spidey-Filmen zu den beliebtesten aus dem MCU, so spielte "No
Way Home" beinahe $2 Mrd. ein und war damit der vorletzte
MCU-Film, der die Milliarden-Marke knackte ("Deadpool &
Wolverine" kam noch auf gut $1,3 Mrd.). Entsprechend hoch sind
die Erwartungen an "Brand New Day", zumal das MCU
bekanntlich in den letzten Jahren qualitativ wie auch kommerziell
deutlich schwächelte. Zuletzt ging es zumindest bei der Qualität
mit "Thunderbolts" und "The Fantastic Four: First
Steps" wieder bergauf und "Brand New Home" soll
tunlichst auch wieder mehr Fans in die Lichtspielhäuser locken.
Nachdem Peter am Ende von "No Way Home" schweren Herzens
alle Menschen inklusive seiner besten Freunde (sowie der weiteren
Avengers) seine Existenz vergessen ließ, muß er nun wie ganz zu
Beginn seiner Superhelden-Karriere auf sich allein gestellt und in
eher kleinerem, lokalen Maßstab das Böse in New York bekämpfen.
Doch dann stößt er auf eine neue Bedrohung, die er alleine kaum in
den Griff bekommen kann – zudem entwickeln sich seine
Superhelden-Kräfte auf unerwartete Weise weiter … Zendaya und
Jacob Batalon werden wieder als Peters (ehemalige) beste Freunde MJ
und Ned zu sehen sein, zudem haben die Trailer bereits enthüllt, daß
Mark Ruffalo als Hulk und Jon Bernthal als Punisher eine Rolle
spielen werden. Man kann aber sicher mit einigen Überraschungen
rechnen.
"The
Invite":
Für
ihre dritte Kino-Regiearbeit nach "Booksmart" und "Don't
Worry Darling" hat sich Schauspielerin Olivia Wilde ("Der
Fall Richard Jewell") ein Komödien-Kammerspiel vorgenommen, in
dem sie selbst die weibliche Hauptrolle spielt. Sie und Seth Rogen
("Long Shot") agieren als Paar in einer schweren
Beziehungskrise. Als sie sich mit den benachbarten Hawk (Edward
Norton) und Pina (Penélope Cruz), die ein perfektes Paar zu sein
scheinen, zu einem gemeinsamen Abendessen treffen, erwarten sie einige Überraschungen … Das Remake des
für fünf Goyas nominierten spanischen Films "Sentimental"
aus dem Jahr 2020 erhielt sehr gute Kritiken.
"Bitteres
Fest":
Apropos
Spanien: Auch Altmeister Pedro Almodóvar ("Leid und
Herrlichkeit") hat einen neuen Film am Start mit der ebenfalls
mit sehr robusten Kritiken ausgestatteten verschachtelten
Tragikomödie "Bitteres Fest". Darin spielt Leonardo
Sbaraglia ("Wild Tales") den Filmemacher Raùl, der mit
seinem Drehbuch über die Geschichte der Werbedirektorin Elsa
(Bárbara Lennie, "Offenes Geheimnis") zu kämpfen hat.
Diese muß nach dem Tod ihrer Mutter einen Weg aus ihrer Trauer
zurück ins Leben finden.
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