Mengenmäßig ist der Mai 2026 einer der dünnsten deutschen Kinomonate seit längerem - dabei gibt es nicht einmal ein Superhelden-Abenteuer, dem andere Verleiher ausweichen müßten (dafür aber immerhin einen neuen "Star Wars"-Film). Qualitativ sieht es hingegen durchaus vielversprechend aus, sogar ein Film läuft an, der sich bereits in die IMDb Top 250 geschoben hat ("Verflucht normal") - und der erste "Schafskrimi" in der Geschichte des Kinos!
7. Mai:
"Mortal
Kombat 2":
Nachdem
der australische Langfilm-Regiedebütant Simon McQuoid 2021 mit
seiner während der Corona-Pandemie veröffentlichten Neuverfilmung
des Prügelspiel-Videospielklassikers "Mortal Kombat" viele
Fans der Vorlage überzeugen konnte (bei den Kritikern kam der Film
erwartungsgemäß weniger gut an), gibt es nun die Fortsetzung.
Wiederum unter McQuoids Regie bedroht der schurkische Shao Khan
(Martyn Ford) das Earthrealm, was natürlich dessen stärkste
Beschützer um Johnny Cage (Karl Urban, "Star Trek Beyond") auf den Plan ruft … Ein
dritter Teil befindet sich bereits in Entwicklung.
"Nürnberg":
Basierend
auf einem Sachbuch von Jack El-Hai erzählt Regisseur und
Drehbuch-Autor James Vanderbilt ("Der Moment der Wahrheit")
die Geschichte des US-amerikanischen Gefängnispsychiaters Douglas M.
Kelley (Rami Malek, "Bohemian Rhapsody"), der während der
Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse einige der hochrangigsten
Nazi-Angeklagten begutachten sollte – vor allem Hitlers rechte Hand
Hermann Göring (Russell Crowe, "The Nice Guys") erweist sich für ihn als eine große
Herausforderung. Die Kritiken für das intensive Psychoduell fielen
überwiegend positiv aus, vor allem Crowe erhielt viel Lob für seine
schauspielerische Leistung.
"Whistle":
In
dem recht wohlwollend rezensierten kanadisch-irischen Horrorfilm von
Corin Hardy ("The Nun") spielt Dafne Keen ("Logan")
die Schülerin Chrys, die nach einem grausigen Vorfall gemeinsam mit
einigen Mitschülern eine schädelförmige aztekische Todespfeife
findet. Wie sich bald herausstellt, stirbt jeder, der damit pfeift,
wenig später. Da dummerweise bei einer Party jede Menge Schüler die
Pfeife benutzt haben, suchen sie nun verzweifelt nach einem Ausweg …
Mit Sophie Nélisse (TV-Serie "Yellowjackets"), Nick Frost ("Fighting with My Family") und "Game of Thrones"-Star Michelle Fairley (Catelyn Stark).
"Billie
Eilish – Hit Me Hard And Soft: The Tour Live in 3D":
Kein
geringerer als Kult-Filmemacher James Cameron hat zwischen seinen
"Avatar"-Filmen tatsächlich noch die Zeit gefunden, um
diesen 3D-Konzertfilm zu drehen – gemeinsam mit der
OSCAR-prämierten Protagonistin Billie Eilish. Gefilmt wurde bei
einem Konzert in Manchester während ihrer "Hit Me Hard and
Soft"-Tour 2025.
14.
Mai:
"Glennkill:
Ein Schafskrimi":
Na,
da behaupte noch einmal jemand, es gebe keine neuen Ideen mehr:
"Glennkill", basierend auf dem erfolgreichen Romandebüt
der deutschen Krimiautorin Leonie Swann aus dem Jahr 2005, ist eine
Krimikomödie, mit der der US-amerikanische Animationsfilm-Regisseur
Kyle Balda ("Minions") sein Realfilmdebüt gibt. Hugh
Jackman ("Greatest Showman") spielt den krimibegeisterten Schäfer George, der seiner
Schafherde jeden Abend zum Einschlafen Krimis vorliest. Was er nicht
ahnt: Die Schafe verstehen ihn genau und diskutieren jede Nacht
leidenschaftlich über das Gehörte, über Tatverdächtige und so
weiter. Als eines Tages George tot auf einer Wiese liegt, sind seine
Schafe überzeugt davon, daß er ermordet wurde. Da der junge
Dorfpolizist Tim (Nicholas Braun, TV-Serie "Succession")
mit den Ermittlungen heillos überfordert ist, beschließen die
Schafe, mit ihren Krimierfahrungen selbst den Mörder zu suchen und
zu überführen … Mit Emma Thompson und Hong Chau, die Schafe
werden in der Originalfassung u.a. von Julia Louis-Dreyfus, Chris
O'Dowd, Sir Patrick Stewart, Bryan Cranston, Regina Hall und Bella
Ramsey gesprochen. In der deutschen Synchronfassung sind als die
beiden "Leitschafe" Anke Engelke und Bastian Pastewka zu
hören, was äußerst vielversprechend erscheint!
"Ein
Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang":
Bereits
1911 veröffentlichte der bayerische Schriftsteller Ludwig Thoma
seine satirische Kurzgeschichte "Der Münchner im Himmel"
über einen bayerischen Engel. 1962 wurde die Geschichte als
Zeichentrick-Kurzfilm adaptiert und jetzt folgt eine (wohl ziemlich
freie) erste Realfilmversion fürs Kino. Regie bei der
deutsch-österreichischen Komödie führt David Dietl ("König
von Deutschland"), die Hauptrolle des Münchner Taxifahrers
Wiggerl übernimmt Maximilian Brückner ("Wunderschön").
Nach einem Unfall stirbt Wiggerl und landet im Himmel, wo sich der
Ur-Bayer allerdings ziemlich fehl am Platz fühlt. Prompt wird er auf die
Erde zurückgeschickt, ist allerdings zunächst für alle außer
seiner entfremdeten Teenager-Tochter Toni (Momo Beier, "Alter
weißer Mann") unsichtbar – und bleiben darf er nur, wenn es
ihm gelingt, seine negative Karma-Bilanz auszugleichen … Mit Hannah
Herzsprung und Olli Schulz.
20./21.
Mai:
"The
Mandalorian and Grogu" (3D):
Erstaunliche
sieben Jahre ist es inzwischen schon her, daß mit dem kontrovers
beurteilten Trilogie-Finale "Der Aufstieg Skywalkers"
letztmals ein "Star Wars"-Film in die Kinos kam (abgesehen
von Wiederaufführungen von "Episode I" vor zwei
Jahren und "Episode III" vor einem Jahr). Angesichts
zahlreicher angekündigter und teilweise auch schon konkreter
Projekte dürfte eine solch lange Pause so schnell nicht mehr
vorkommen (bereits nächstes Jahr soll Shawn Levys "Star Wars:
Starfighter" mit Ryan Gosling starten), zumal "Star
Wars"-Eigner Disney sich fortan mehr auf Kinofilme als auf
Serien für den Streamingdienst Disney+ konzentrieren will. Wie
aussichtsreich diese neue Strategie ist, wird man bereits an den
Einspielergebnissen von "The Mandalorian and Grogu" ablesen
können, wobei das zweifellos ein sehr ungewöhnlicher "Star
Wars"-Kinofilm ist – immerhin der erste, der auf einer
TV-Serie basiert, nämlich "The Mandalorian". Ob der
unbestrittene Erfolg der Serie mit bislang drei Staffeln sich auf die
Kinoleinwände wird übertragen lassen, das ist die große Frage.
Zuschauerzahlen im Bereich der Hauptreihe sind vermutlich nicht zu
erwarten, aber da das Budget mit angeblich gut $160 Mio. relativ
überschaubar ist, muß das auch nicht unbedingt sein – zumal der
niedliche Grogu zweifellos wieder für überragende
Merchandising-Verkäufe sorgen wird. Zur konkreten Handlung ist nicht viel bekannt: Nach dem Fall des Imperiums heuert die noch recht
schwächliche Neue Republik den mandalorianischen Kopfgeldjäger Din
Djarin (Pedro Pascal, "Gladiator II") an, um den Sohn von Jabba the Hutt zu retten, welcher über wichtige Informationen verfügt … Sigourney Weaver spielt
Colonel Ward, eine hochrangige Persönlichkeit der Neuen Republik.
"In the
Grey":
Auch
hier ist zur Handlung nicht viel mehr als die Prämisse bekannt: Im
neuen Actionthriller von Guy Ritchie ("The Gentlemen")
spielen Henry Cavill ("Man of Steel"), Jake Gyllenhaal
("Nightcrawler") und Eiza González ("Baby Driver")
ein dreiköpfiges Eliteteam, das damit beauftragt wird, ein von einem
gewissenlosen Diktator gestohlenes Milliardenvermögen zurückzuholen.
Mit Rosamund Pike ("Barney's Version"), "Game of
Thrones"-Star Kristofer Hivju (Tormund) und Fisher Stevens.
"Passenger":
Und
erneut gibt es nicht viele Infos zur Handlung: Im übernatürlichen
Horrorfilm des norwegischen Genrespezialisten André Œvredal
("The Autopsy of Jane Doe") beobachtet ein junges Paar
(Jacob Scipio aus "The Outpost" und Lou Llobell aus der
Apple TV-Serie "Foundation") im Urlaub einen schrecklichen
Unfall und wird fortan von einem dämonischen Widersacher verfolgt.
"Mother
Mary":
Das
positiv rezensierte musikalische Melodram von Arthouse-Filmemacher
David Lowery ("The Green Knight") erzählt von dem
titelgebenden Popstar (Anne Hathaway, "Colossal"), der nach längerer Pause vor einem großen Bühnen-Comeback steht. Kurz zuvor besucht die
zunehmend von Selbstzweifeln geplagte Mary ihre einstige beste
Freundin und Modedesignerin Sam (Michaela Coel, TV-Serie "I May Destroy You"), mit der sie sich vor
Jahren überworfen hat ... Vor allem die beiden Hauptdarstellerinnen
erhielten viel Lob von den Kritikern.
28.
Mai:
"Solo Mio":
In
der sehr wohlwollend besprochenen romantischen Tragikomödie des
US-Brüderpaars Chuck und Dan Kinnane spielt Kevin James ("Der
Kaufhaus-Cop") den Grundschullehrer Matt, der jahrelang für
eine Traumhochzeit in Italien mit seiner Verlobten Heather (Julie Ann
Emery) gespart hat. Dummerweise läßt die ihn allerdings alleine vor
dem Altar stehen, weshalb der am Boden zerstörte Matt den Rest der
bezahlten Reise wohl oder übel alleine unternehmen muß. Dabei lernt
er die charmante Café-Betreiberin Gia (Nicole Grimaudo, "Männer
al dente") kennen … Mit den TV-Stars Alyson Hannigan ("How
I Met Your Mother") und Kim Coates ("Sons of Anarchy")
sowie Gastauftritten von Andrea Bocelli und Ed Sheeran.
"Finding
Emily":
Wir
bleiben mehr oder weniger beim gleichen Genre, denn in dieser
britischen romantischen Komödie von Kino-Regiedebütantin Alicia
MacDonald (TV-Serie "The Outlaws") geht es um den
hoffnungslos verliebten Musiker Owen (Spike Fearn, "Alien:
Romulus"), der versehentlich eine falsche Telefonnummer seiner
Traumfrau erhält, von der er nur weiß, daß sie Emily heißt und an
der Uni studiert. Leider gibt es an der Uni 318 Emilys, weshalb Owens
Suche nicht einfach ist – immerhin hilft ihm aber die ambitionierte Psychologiestudentin Sami (Angourie Rice, "These Final Hours"),
die Owen als eine Art lebendes Studienobjekt betrachtet.
"Verflucht
normal":
"Der
Herr der Ringe: Die Ringe der Macht"-Star Robert Aramayo
(Elrond) brilliert in dem u.a. mit zwei BAFTAs ausgezeichneten
britischen Biopic von Kirk Jones ("Lang lebe Ned Devine!")
als John Davidson, der zu Beginn der 1980er Jahre in einer
schottischen Kleinstadt aufwächst und mit 12 Jahren an dem damals
noch praktisch unbekannten Tourette-Syndrom erkrankt – das sich in
erster Linie durch unkontrollierbare Ticks und Anfälle auswirkt.
Damit wird John zum gesellschaftlichen Außenseiter und erst viele
Jahre später ändert sich das durch die Begegnung mit einer
Krankenschwester (Maxine Peake, "Die Erlösung der Fanny Lye"),
die ihn bei sich aufnimmt und ihm sogar eine Arbeit verschafft. Mit
Shirley Henderson und Peter Mullan. In den IMDb Top 250 der besten
Filme aller Zeiten belegt "Verflucht normal" derzeit Rang
131!