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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit längerer Zeit das Cover meines neuen Buchs präsen...

Donnerstag, 20. Juni 2019

KINOVORSCHAU SOMMER 2019 (Teil 2)

Letztes Update vom 27. Juli: Der Home Invasion-Thriller "The Intruder" mit Dennis Quaid hat seinen Startplatz am 29. August verloren; es würde mich nicht wundern, wenn er nun direkt fürs Heimkino veröffentlicht wird.

Nachdem Teil 1 der Sommersaison 2019 sehr, sehr verhalten ablief mit wenigen Hits und vielen Enttäuschungen, braucht die Kinobranche dringend ein paar große Erfolge. Dank potentieller Highlights wie "Spider-Man", "Der König der Löwen", "Once Upon a Time in ... Hollywood", "Toy Story 4" oder "Fast & Furious: Hobbs & Shaw" stehen die Chancen dafür ziemlich gut, zudem gibt es bis Ende August natürlich noch einige kleinere Filme mit dem Zeug zu überraschenden Hits:

4. Juli:
Im ersten Film nach dem Franchisehöhepunkt "Avengers: Endgame" und zugleich dem letzten Part von Phase 3 des Marvel Cinematic Universe werden wir erleben, wie Peter Parker (Tom Holland) alias Spider-Man ohne seinen heroisch verblichenen Mentor Tony Stark klarkommt und ebenso damit, daß sich die Welt fünf Jahre lang ohne ihn (und die Hälfte der Erdbevölkerung) weitergedreht hat. Um das alles zu verarbeiten, machen sich Peter und seine Freunde auf eine Reise durch Europa, die jedoch bald durch unerklärliche Angriffe mysteriöser Kreaturen überall auf der Welt unterbrochen wird. Scheinbar haben die Geschehnisse rund um den zweimaligen Gebrauch der Infinity-Steine Portale in parallele Universen geöffnet, aus denen nun ungebetene Besucher kommen – aber auch ein hilfsbereiter Superheld namens Mysterio (Jake Gyllenhaal, "Nightcrawler"), der Peter zur Seite steht.

"Annabelle 3":
Der dritte Teil der erfolgreichen Spin-Off-Reihe aus dem "Conjuring"-Gruseluniversum schließt an den ersten "Conjuring"-Teil an, in dessen Prolog die bösartige Puppe Annabelle im Haus der Warrens sicher eingeschlossen wurde. Oder vielleicht nicht ganz so sicher, denn während ihre Eltern außer Haus sind, werden die zehnjährige Judy (Mckenna Grace, "Captain Marvel") und ihre zwei Teenager-Babysitter von unheimlichen Ereignissen heimgesucht, für die offensichtlich Annabelle verantwortlich zeichnet …

"Traumfabrik":
Ein spannendes Setting hat die gut besetzte deutsche Komödie des noch recht unerfahrenen Regisseurs Martin Schreier zu bieten: das Babelsberger DEFA-Filmstudio im Jahr 1961. Kurz vor dem Bau der Mauer wird hier fleißig an diversen Filmproduktionen gearbeitet und der junge, soeben aus der Armee entlassene Emil (Dennis Mojen, "Summertime Blues") ergattert dank seines älteren Bruders Alex (Ken Duken, "Zwei Leben") eine Anstellung als Komparse. Richtig begeistert ist der eher bodenständige Emil nicht von der Welt des Films, doch dann lernt er die französische Tänzerin Milou (Emilia Schüle, "High Society") kennen und lieben – bis leider die Grenzschließung ihrem Glück ein jähes Ende setzt. Doch so leicht gibt Emil nicht auf …

"Geheimnis eines Lebens":
Eigentlich klingt das hochgradig vielversprechend: Ein von einer wahren Geschichte inspiriertes britisches Spionagedrama mit der wunderbaren Judi Dench ("Philomena") in der Hauptrolle der Wissenschaftlerin und Regierungsbeamtin Joan Stanley, die während und nach dem Zweiten Weltkrieg heimlich Informationen über den Bau der Atombombe an die Sowjets weitergab, weil sie glaubte, nur so die Zerstörung der Welt verhindern zu können (indem sie hilft, ein nukleares Gleichgewicht herzustellen). In Rückblicken erzählt die 87 Jahre alte Joan, was ihr junges Alter Ego (Sophie Cookson, "Kingsman") zu ihrem Handeln trieb.

"Kroos":
Die Doku von Manfred Oldenburg über den deutschen Fußball-Weltmeister Toni Kroos und seine eindrucksvolle Karriere kommt vom Timing her womöglich nicht ganz ideal (nach einer ziemlich schwachen, titellosen Saison mit Real Madrid), dürfte für Fußball-Fans aber trotzdem interessante Einblicke hinter die Kulissen bieten.

"Apollo 11":
In den USA lief Todd Douglas Millers Dokumentarfilm über die erste Mondlandung im Jahr 1969 ausgesprochen erfolgreich, im Rest der Welt dürfte das Interesse etwas geringer sein – den Kritiken zufolge sollte sich der Besuch für Weltraum-Fans trotzdem lohnen.

11. Juli:
Ich bin ein erklärter Fan des britischen Drehbuch-Autors und Regisseurs Richard Curtis, der mit höchst amüsanten Werken wie den TV-Serien "Blackadder" und "Mr. Bean" sowie Kinofilmen wie "Vier Hochzeiten und ein Todesfall", "Notting Hill", "Tatsächlich … Liebe", "Radio Rock Revolution" oder "Alles eine Frage der Zeit" eigentlich noch nie enttäuschte (auch wenn etliche Kritiker mit seinem Stil nicht ganz so viel anfangen können). Die Chancen stehen gut, daß sich das mit "Yesterday" nicht ändert, denn die Handlung klingt ebenso interessant wie amüsant: Der junge, erfolglose Musiker Jack (Himesh Patel, TV-Serie "EastEnders") wacht nach einem merkwürdigen globalen Stromausfall und einem eigenen Verkehrsunfall im Krankenhaus auf und stellt schließlich fest, daß die ganze Welt die Musik der Beatles vergessen hat – abgesehen von ihm! Mit diesem plötzlichen "Insiderwissen" wird Jack endlich zum Star, wenn der Erfolg auch nicht wirklich ihm zu verdanken ist. Das neue Dasein als Weltstar (der mit dem sich selbst spielenden Ed Sheeran auf Welttournee geht!) bringt jedoch einige Komplikationen mit sich, auch die Beziehung zu seiner immer loyalen Freundin Ellie (Lily James, "Cinderella") wird auf die Probe gestellt. Achso, hier zeichnet Curtis übrigens nur für das Skript verantwortlich, der Regisseur ist aber auch nicht gerade unbekannt: Danny Boyle ("Trainspotting").

"Kursk":
Wer alt genug dafür ist, der wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit noch daran erinnern, wie im August 2000 das titelgebende russische U-Boot mit 118 Mann Besatzung sank, denn die Tragödie und die letztlich vergeblichen Bemühungen um eine Rettung der am Meeresboden Eingeschlossenen beherrschten damals tagelang die weltweiten Schlagzeilen – auch wegen der anfänglichen Weigerung der Russen, internationale Hilfe anzunehmen (aus Furcht, eventuell Militärgeheimnisse preisgeben zu müssen). Ich weiß ja nicht, wie gut es in Rußland ankommt, daß nun eine belgisch-französisch-norwegische Koproduktion das Unglück filmisch aufarbeitet – aber vermutlich werden sie schon froh sein, daß es nicht Hollywood ist. Stattdessen hat der vielfach ausgezeichnete Däne Thomas Vinterberg ("Die Jagd") die Regie übernommen, zu den Darstellern zählen Hochkaräter aus ganz Europa wie OSCAR-Gewinner Colin Firth, Matthias Schoenarts, Léa Seydoux, Max von Sydow, August Diehl, Pernilla August, Peter Simonischek ("Toni Erdmann"). Die US-Kritiken sind ziemlich wohlwollend ausgefallen, bemängeln aber eine insgesamt zu konservative Inszenierung – wobei das beim buchstäblich begrenzten Spielraum eines U-Boot-Films wohl schwer zu vermeiden ist.

"My Days of Mercy":
Ellen Page spielt im Indie-Drama von Tali Shalom-Ezer die engagierte Todesstrafen-Gegnerin Lucy, die mit ihrer Schwester Martha (Amy Seimetz, "Alien: Covenant") und ihrem noch nicht erwachsenen Bruder Ben (Charlie Shotwell, "Alles Geld der Welt") durch die USA reist, um gegen die barbarische Praxis zu demonstrieren – wenn auch nicht ganz uneigennützig, denn ihr eigener Vater Simon (Elias Koteas, TV-Serie "Chicago P.D.") sitzt in der Todeszelle, obwohl er seine Unschuld beteuert. Dann verliebt sich Lucy in die überzeugte Todesstrafen-Anhängerin Mercy (Kate Mara, "Der Marsianer") …

"Rebellinnen – Leg dich nicht mit ihnen an!":
In der schwarzhumorigen, gesellschaftskritisch angehauchten französischen Komödie spielt die Belgierin Cécile de France ("Hereafter") Sandra, die vor ihrem gewalttätigen Ehemann in ihren Heimatort flieht. Dort hat sich in den vergangenen 15 Jahren kaum etwas verändert, was Vor- und Nachteile hat – etwa einen übergriffigen Boß bei ihrem neuen Job als Fließbandarbeiterin, den Sandra und zwei Kolleginnen kurzerhand umbringen. Nun stellt sich die Frage: Wie soll man unauffällig die Leiche loswerden? Und was ist zu tun mit der Tasche voller Geld, die der zudringliche Kerl dabei hatte?

"Apocalypse Now":
Meisterregisseur Francis Ford Coppola ("Der Pate") hat sich nochmal an seinen unsterblichen Anti-Kriegsklassiker mit Martin Sheen und Marlon Brando gesetzt und nach der 150-minütigen Kinofassung aus dem Jahr 1979 und der mehr als dreistündigen "Redux"-Version von 2001 eine dritte, angeblich finale Schnittfassung erstellt, die ganz seinen Wünschen entspricht. Dieser "Final Cut", der außerdem remastert wurde, fällt mit 183 Minuten wieder etwas kürzer aus als die "Redux"-Fassung – ob das den Film womöglich noch besser oder etwas schlechter macht oder qualitativ überhaupt nichts verändert, davon können sich erfreulicherweise auch deutsche Kinozuschauer ein eigenes Bild machen.

17./18. Juli:
"Der König der Löwen" (3D):
Nach dem mäßigen Erfolg von "Dumbo" und dem unerwartet großen von "Aladdin" steht mit "Der König der Löwen" vom bewährten "The Jungle Book"-Regisseur Jon Favreau die dritte und letzte Realfilm-Adaption alter Disney-Zeichentrickklassiker im Jahr 2019 ins Haus – und das ist jene, von der eigentlich jeder erwartet, daß sie die erfolgreichste wird. Das liegt natürlich vor allem daran, daß die Zeichentrickversion von 1994 vielen noch in sehr guter Erinnerung ist und ein absoluter Megahit war (das nicht inflationsbereinigte US-Einspielergebnis von $422,8 Mio. bedeutet immer noch Platz 4 der erfolgreichsten Animationsfilme in Nordamerika, übertroffen nur von "Die Unglaublichen 2", "Findet Dorie" und "Shrek 2"). Trotzdem kamen nach den ersten Trailern gewisse Zweifel auf, denn die sahen zwar fantastisch aus, unterschieden sich inhaltlich aber so gut wie gar nicht vom Original – warum sollte man sich das also nochmal anschauen, wenn man bereits das Original kennt? Wir werden sehen, wie genau sich Favreau tatsächlich an die Zeichentrickversion hält, bei "The Jungle Book" hat er schon gezeigt, wie gut man einen Klassiker sachte modifizieren kann (wobei das schon wegen der kurzen Laufzeit des Originals unvermeidlich war). Am Sprecher-Ensemble dürfte es jedenfalls nicht scheitern, dazu zählen nämlich Donald "Lando Calrissian" Glover als junger Simba, Pop-Superstar Beyoncé als seine Freundin Nala und Chiwetel Ejiofor ("Doctor Strange") als bösartiger Scar – welcher Simba die Herrschaft über die Löwen streitig macht – sowie Seth Rogen ("Long Shot") und Comedian John Oliver in Nebenrollen. James Earl Jones leiht wie schon 1994 Simbas weisem und gütigen Vater Mufasa seine Stimme.

"Anna":
Der französische Star-Filmemacher Luc Besson hat bekanntermaßen ein Faible für Vornamen als Filmtitel: "Nikita", "Léon – Der Profi", "Johanna von Orleans", "Angel-A", "Lucy", "Valerian" – und nun "Anna". Der namhaft besetzte Actionthriller wurde bereits Ende 2017 gedreht und sollte letztes Jahr in die Kinos kommen, der Start fiel jedoch Vergewaltigungsvorwürfen gegen Besson von einer Schauspielerin zum Opfer – die wurden von der Staatsanwaltschaft kürzlich verworfen, weshalb man sich nun an einen verspäteten Start heranwagt. Das russische Model Sasha Luss (das in "Valerian" sein Filmdebüt gab) spielt die Titelrolle eines Models im Paris des Jahres 1990, das in Wirklichkeit eine erstklassige Auftragskillerin des KGB ist – aber ins Visier des US-Pendants CIA gerät. Sehr viel mehr ist über die Story nicht bekannt, in weiteren Rollen agieren aber Helen Mirren, Luke Evans und Cillian Murphy.

"Child's Play":
"Chucky – Die Mörderpuppe" ist der deutsche Titel eines kleinen Horrorfilmklassikers aus dem Jahr 1988, der bei Genrefans durchaus Kultstatus besitzt und bis 2017 sechs Fortsetzungen nach sich zog. Nun wurde beschlossen, daß die Zeit reif ist für ein Reboot, für das man den Dänen Lars Klevberg ("Polaroid") als Regisseur holte. Die mörderische Puppe, in der Original-Reihe wunderbar boshaft vertont von Brad Dourif, wird in der Neufassung (die Chucky einen neuen Hintergrund gibt) von Mark "Luke Skywalker" Hamill gesprochen, was vielversprechend klingt (u.a. als Batman-Antagonist Joker hat Hamill schon viele exzellente Sprecherleistungen abgeliefert). Aubrey Plaza (TV-Serie "Legion") spielt die menschliche Hauptrolle der Karen, die ihrem kleinen Sohn eine Hightech-Puppe zum Geburtstag schenkt – eine unglückliche Wahl, wie sich schnell herausstellen soll …

"Made in China":
"Monsieur Claude"-Star Frédéric Chau spielt in der französischen Komödie von Julien Abraham den asiatischstämmigen Photographen François, der seit einem Zerwürfnis mit seinem Vater vor zehn Jahren nichts mehr von seiner Herkunft wissen will. Als er erfährt, daß er selbst zum ersten Mal Vater wird, ändert er jedoch seine Meinung und sucht wieder den Kontakt zu seiner Familie, die noch immer im Pariser Chinatown lebt.

"Ausgeflogen":
Gut 600.000 Zuschauer zählte die Tragikomödie von Lisa Azuelos ("Ein Augenblick Liebe") in Frankreich. Sandrine Kiberlain ("Mademoiselle Chambon") spielt die Restaurantbesitzerin und alleinerziehende dreifache Mutter Héloïse, deren vollgepacktes, aber doch glückliches Leben erschüttert wird von der Entscheidung ihrer ältesten Tochter, nicht nur auszuziehen, sondern gleich ein Studium im fernen Kanada anzufangen. So möchte Héloïse bis dahin die Zeit mit ihr voll auskosten und geht ihren Kindern damit schnell auf die Nerven …

"Messer im Herz":
Und nochmal Frankreich: Sängerin und Schauspielerin Vanessa Paradis ("Der Auftragslover") verkörpert in dem in Cannes vorgestellten, Ende der 1970er Jahre in Paris spielenden Thriller-Drama die Pornoproduzentin Anne. Deren Geschäfte laufen eher schlecht, doch das ist nichts gegen das Grauen, das ihr und ihrem Team bevorsteht – denn zuerst wird der Hauptdarsteller ihres nächsten Films ermordet und dann nach und nach weitere Mitglieder der Filmcrew. Als die Polizeiermittlungen sich als wenig ergiebig erweisen, will Anne auf eigene Faust eruieren, wer für die Morde verantwortlich zeichnet.

25. Juli:
"Abikalypse":
Spätestens seit dem großen Erfolg der "Pauker"-Filme mit Hansi Kraus in den 1970er Jahren sind Schulkomödien (nicht nur) in Deutschland ein beliebtes Sujet. Daß dieses wohl niemals alt wird, zeigt auch Adolfo Kolmerers "Abikalypse", in dem vier befreundete, eher "uncoole" Außenseiter (von denen eine von Lea van Acken aus "Das Tagebuch der Anne Frank" gespielt wird) eine rauschende Abiparty schmeißen wollen, dafür aber einige Schwierigkeiten und auch Differenzen untereinander bewältigen müssen.

Nachdem der spanische Regieexzentriker Pedro Almodóvar mit seinen letzten Filmen relativ wenig Aufmerksamkeit weckte, scheint er mit dem in Cannes gefeierten und wie so oft bei Almodóvar autobiographisch gefärbten "Leid und Herrlichkeit" seine Bestform wiederzufinden. Hauptdarsteller Antonio Banderas wurde in Cannes mit dem Preis für den besten Schauspieler belohnt und gilt auch bereits als ernsthafter OSCAR-Anwärter für seine Rolle des erfolgreichen Regisseurs Salvador, der von Depressionen geplagt wird und anläßlich einer Wiederaufführung eines 32 Jahre alten Frühwerks sein Leben und seine Entscheidungen Revue passieren läßt. Penélope Cruz spielt in den Rückblicken Salvadors Mutter Jacinta.

"Die drei !!!":
"Die drei ???" kennt vermutlich jeder, aber wer sind "Die drei !!!"? Ganz einfach: Die weibliche Antwort auf die populären Nachwuchsdetektive. Mir waren die Mädels (in den Büchern sind zwei 13, eine 14 Jahre alt) bislang völlig unbekannt, dabei gibt es die Jugendbuchreihe bereits seit 2006 – so gesehen wird es auch langsam Zeit für eine familiengerechte Verfilmung. Dabei werden die Freundinnen Franzi, Kim und Marie unter der Regie von Viviane Andereggen in den Sommerferien mit seltsamen Vorkommnissen bei den Proben zu einer Theateraufführung von "Peter Pan" konfrontiert und natürlich nehmen die Ausrufezeichen die Ermittlungen nach deren Ursache auf. Den Regisseur des Theaterstücks spielt Jürgen Vogel.

"Vox Lux":
Natalie Portman galt 2018 anfangs als eine ernsthafte Anwärterin auf eine weitere OSCAR-Nominierung, da sie für ihre Rolle als problembelasteter, chronisch skandalgeplagter Popstar in der zweiten Regiearbeit des eigentlichen Schauspielers Brady Corbet ("Melancholia") starke Kritiken erhielt. Doch letztlich schnitt das kunstvolle Arthouse-Drama in den Rezensionen wohl zu mittelmäßig ab und war zudem an den Kinokassen zu erfolglos, um in der Awards Season wirklich eine Chance zu haben. Weitere Rollen spielen Jude Law und Stacy Martin.

"Ein ganz gewöhnlicher Held":
Auch Emilio Estevez hat den Sprung von der Schauspielerei zur Regie gewagt und mit "Bobby" und "Dein Weg" bereits einige Erfolge zu verzeichnen. Mit dem auch von ihm geschriebenen "Ein ganz gewöhnlicher Held" hat der Bruder von Charlie Sheen und Sohn von Martin Sheen ein recht wohlwollend rezensiertes Ensemble-Sozialdrama geschaffen, in dem in einem bitteren Winter Obdachlose und psychisch Kranke in großer Zahl in die Stadtbibliothek von Cincinatti flüchten, nachdem die regulären Unterkünfte bereits überfüllt sind. Als sie sich weigern, das Gebäude am Ende der Öffnungszeiten zu verlassen, ruft das u.a. die Polizei und die Politik auf den Plan. Zu den Darstellern zählen Alec Baldwin, Christian Slater, "Orange Is the New Black"-Star Taylor Schilling, Jena Malone, Michael Kenneth Williams und Estevez selbst.

1. August:
"Fast & Furious: Hobbs & Shaw":
Der neunte und zehnte Teil der selbstbewußt unrealistischen Autorenn- und Actionreihe mit Vin Diesel sind bereits für 2020 und 2021 eingeplant, doch in diesem Jahr gibt es zur Abwechslung ein Spin-Off, das sich auf zwei erst relativ spät zur Hauptreihe gestoßene Figuren konzentriert: den von Dwayne Johnson verkörperten US-Bundesagenten Hobbs und den von Jason Statham gespielten Ex-Militärsoldaten Deckard Shaw – Antagonist von "Fast & Furious 7", in Teil 8 aber zum Team der "Guten" gestoßen. Jetzt müssen die ungleichen Charaktere zusammenarbeiten, um einen Cyber-Terroristen (Idris Elba, "Pacific Rim") zu stoppen. Regie führt der dank "John Wick", "Atomic Blonde" und "Deadpool 2" höchst actionerfahrene David Leitch.

"Leberkäsjunkie":
Die vorwiegend in süddeutschen Kinos laufenden Verfilmungen der humorvollen Kriminalromane von Rita Falk haben sich seit 2013 zu einer auch bundesweit erfolgreichen Reihe entwickelt – der fünfte Film "Sauerkrautkoma" knackte letztes Jahr gar erstmals die Marke von einer Million Kinobesuchern. Gute Aussichten also für den schnell nachgeschobenen sechsten Teil, in dem Dorfpolizist Eberhofer (Sebastian Bezzel) von hohen Cholesterinwerten, frischem Elternstreß und natürlich einem neuen Mordfall geplagt wird.

"Benjamin Blümchen":
Die Abenteuer des sprechenden Elefanten aus Elfie Donnellys seit Dekaden beliebten Kinder-Hörspielen wurden bereits mehrfach in Zeichentrickform adaptiert, doch Regisseur Tim Trachte wagt sich an den ersten Real-/Trickfilm-Mix, in dem ein animierter Benjamin Blümchen neben echten Menschen agiert. Ob das funktioniert, sei dahingestellt, auf mich wirkte die Verbindung von Trick- und Realfilm im Trailer nicht wirklich harmonisch – ich gehöre aber natürlich nicht unbedingt zur Kernzielgruppe … Kurz zur (sehr klassisch daherkommenden) Story: Benjamin und sein kleiner Freund Otto müssen all ihre Kreativität aufbieten, um jenen Tierpark, in dem Benjamin wohnt, vor dem Ruin zu retten. Die erwachsenen Hauptrollen spielen Friedrich von Thun, Uwe Ochsenknecht und Heike Makatsch.

"Der unverhoffte Charme des Geldes":
Der kanadische Filmemacher Denys Arcand hat mit "Liebe und andere Grausamkeiten", "Der Untergang des amerikanischen Imperiums" und dem grandiosen "Die Invasion der Barbaren" bereits einige bemerkenswerte Filme gedreht – was allerdings eine ganze Weile her ist ("Die Invasion der Barbaren" ist von 2003, die anderen beiden sind noch deutlich älter). Nachdem seine letzten beiden Filme nicht einmal den Sprung nach Deutschland geschafft haben, konnte die positiv rezensierte Kriminalkomödie "Der unverhoffte Charme des Geldes" einen regulären Kinostart ergattern. Alexandre Landry spielt einen als Lieferant jobbenden Intellektuellen, der versehentlich in einen Raub involviert wird. Dessen Resultat: zwei Tote und zwei Säcke voller Geld …

8. August:
"Und wer nimmt den Hund?":
In der namhaft besetzten schwarzhumorigen Beziehungs-Tragikomödie von Rainer Kaufmann ("Stadtgespräch") spielen Martina Gedeck ("Das Leben der Anderen") und Ulrich Tukur ("John Rabe") Doris und Georg, deren 20-jährige Ehe zunehmend in die Brüche geht – erst Recht, als Georg eine Affäre mit der erheblich jüngeren Laura (Lucie Heinze, TV-Serie "Eichwald, MdB") beginnt. Doch als sie sich, begleitet von einer Scheidungstherapie, trennen, scheint das Doris' beruflichem und privatem Leben einen regelrechten Schub zu verleihen – wogegen Georg ohne seine Ehefrau doch nicht so gut zurechtkommt wie gedacht. Kann es eine Rückkehr geben?

"Fisherman's Friends – Vom Kutter in die Charts":
Das vielleicht britischste Filmgenre überhaupt ist die Sozial-Tragikomödie mit hohem Feelgood-Faktor á la "Brassed Off", "Ganz oder gar nicht" oder "We Want Sex" – "Fisherman's Friends" von Chris Foggin scheint auch ein sehr typischer Vertreter dieses Genres zu sein. Es geht in dem von einer wahren Geschichte inspirierten Film um zehn einfache Fischer (gespielt u.a. von James Purefoy aus "Solomon Kane") aus einem britischen Küstenort in Cornwall, die sich zu einem Shanty-Chor zusammengefunden haben und durch die Verkettung glücklicher Umstände plötzlich die Aussicht auf einen Plattenvertrag haben. Allerdings prallen mit Musikproduzent Danny (Daniel Mays, "Rogue One") samt Entourage und den bodenständigen Fischern und sonstigen Einheimischen zwei sehr unterschiedliche Welten aufeinander …

"So wie du mich willst":
Juliette Binoche agiert in dem recht positiv rezensierten französischen Drama als geschiedene Lehrerin, die sich bei Facebook in einem fingierten Profil als 24-Jährige ausgibt – eigentlich um ihren On-/Off-Liebhaber im Auge zu behalten. Doch schon bald wächst ihr die Sache mächtig über den Kopf und sie verliebt sich via Facebook in den besten Freund ihres Liebhabers – der sie natürlich für 24 Jahre jung hält …

"Photograph – Ein Foto verändert ihr Leben für immer":
Im Jahr 2013 gelang dem indischen Filmemacher Ritesh Batra mit der charmanten Romanze "Lunchbox" ein überraschender globaler Erfolg, der beispielsweise in Deutschland über 200.000 Arthouse-Besucher zählte. Sechs Jahre später will er das gerne wiederholen mit einer weiteren Romanze: In "Photograph" geht es um den ziemlich mittellosen Straßenphotographen Rafi, der in Mumbai damit Geld verdient, vorwiegend Touristen zu photographieren. Da seine Großmutter Rafi drängt, endlich zu heiraten, zeigt er ihr schließlich eines der von ihm geschossenen Fotos und behauptet, die junge Frau sei seine Verlobte. Schlechte Idee, denn natürlich will Oma das Mädel kennenlernen – also muß Rafi die erst einmal in der Millionenstadt wiederfinden und sie dann auch noch dazu überreden, die Rolle als seine Verlobte zu spielen. Man kann sich wohl in etwa vorstellen, wie diese Scharade ausgehen wird …

"Berlin, I Love You":
Nach einigen Verzögerungen feierte der Teil 4 der episodischen Großstadt-Liebeserklärungen (nach Paris, New York und Rio de Janeiro) bei der Berlinale endlich seine Premiere – fand dort aber nur wenig Freunde. Trotz prominenter Schauspieler wie Keira Knightley, Til Schweiger, Helen Mirren, Mickey Rourke oder Sibel Kekilli fielen die Rezensionen ziemlich verheerend aus. Außerdem sorgte für Ärger, daß die vom im Berliner Exil lebenden chinesischen Künstler Ai Weiwei inszenierte Episode extrem kurzfristig gestrichen wurde – laut ihm u.a. aus Sorge der Produzenten, sie dürften ansonsten nicht den geplanten nächsten Film der Reihe, "Shanghai, I Love You", drehen …

15. August:
Quentin Tarantinos neunter Film ist ein gewohnt starbesetzter und schwarzhumoriger Blick auf Hollywood Ende der 1960er Jahre, zu einer Zeit des Umbruchs – forciert von den Filmemachern des "New Hollywood", welche die graue gesellschaftliche Realität viel stärker in den Mittelpunkt ihrer Werke stellten und so den vorherigen Eskapismus der "Traumfabrik" ablösten. Leonardo DiCaprio spielt den bekannten TV-Westerndarsteller Rick Dalton, dessen Karriere wegen des Umbruchs gefährdet ist und der deshalb versucht, sich im Kino neu zu erfinden. Als Ricks Stuntdouble und bester Freund agiert Brad Pitt, Al Pacino mimt einen Produzenten und Margot Robbie die Schauspielerin Sharon Tate, die zu diesem Zeitpunkt nicht ahnt, daß sie schon bald von der "Manson-Family" ermordet werden wird. Die Kritiken nach der Premiere in Cannes sind wie meistens bei Tarantino positiv bis sehr positiv ausgefallen. Viele bezeichnen den Film als eine Art "Tarantino-Best-of", dem jedoch im Vergleich zu seinen besten Werken das gewisse Etwas fehle.

"A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando" (3D):
Sogar noch bessere Kritiken als Tarantino hat Teil 4 von Pixars "Toy Story"-Reihe eingeheimst. Dieses Mal bekommen Woody, Buzz Lightyear und die anderen Spielzeuge eine neue kleine Besitzerin namens Bonnie, denn Andy ist inzwischen aus dem Spielalter heraus. Bonnie baut sich allerdings aus einer Gabel selbst ein weiteres Spielzeug – und der ob seiner improvisierten Machart verunsicherte Forky bringt die Spielzeug-Idylle mächtig durcheinander. Als sich Forky schließlich sogar aus dem Staub macht, bricht Woody auf, um ihn zurückzuholen.

"Axel, der Held":
Deutsche Komödie über den jungen Außenseiter Axel (Johannes Kienast), der als Hausmeister beim wohlhabenden Manne (Sascha Alexander Gersak, "Der Hauptmann") arbeitet, weil er bei ihm Schulden hat. Pikant dabei: Mannes schöne Freundin Jenny (Emilia Schüle) ist Axels große Jugendliebe. In seiner Phantasie malt sich Axel wiederholt aus, wie er als Held Jennys Herz erobert   

22. August:
"Stuber – 5 Sterne Undercover":
In der in den USA bisher einigermaßen wohlwollend rezensierten Actionkomödie von Michael Dowse ("Goon") bilden Dave Bautista ("Guardians of the Galaxy") als hartgesottener Polizist und Kumail Nanjiani ("The Big Sick") als sein um seine Bewertung besorgter Uber-Fahrer ein höchst ungleiches Gespann auf der Jagd nach einem Cop-Killer ("The Raid"-Star Iko Uwais).

"I Am Mother":
Der beim Independent-Festival von Sundance gefeierte intelligente Science Fiction-Thriller von Kino-Regiedebütant Grant Sputore (der in den meisten Ländern nicht im Kino läuft, sondern bei Netflix gelandet ist) handelt von einer Zukunft, in der die Menschheit quasi ausgestorben ist. Nur 60.000 eingefrorene Embryonen wurden rechtzeitig in einem Bunker in Sicherheit gebracht, wo der Roboter "Mutter" (im Original gesprochen von Rose Byrne) über sie wacht. Schließlich legt "Mutter" einen Embryo in einen Inkubator, woraufhin er innerhalb eines Tages zu einem Mädchen namens "Tochter" entwickelt wird. Mutter erzieht Tochter (als Teenager gespielt von der jungen Dänin Clara Rugaard, die für ihre Leistung großes Lob erhielt), die jedoch niemals den Bunker verlassen darf – doch dann taucht eines Tages eines Frau (Hilary Swank) vor der Bunkertür auf …

"Crawl":
Der französische Horror-Spezialist Alexandre Aja ("High Tension", "The Hills Have Eyes") bleibt seinem Metier treu und widmet sich nach "Piranha 3D" zum zweiten Mal dem Subgenre des Tierhorrors. Die Story des in Serbien gedrehten "Crawl" erinnert ein wenig an die "Sharknado"-Trashgranaten, nur daß es bei Aja eben ein richtiger Horrorfilm ist: Während ein katastrophaler Hurricane eine Kleinstadt in Florida trifft, widersetzt sich die junge Haley (Kaya Scodelario, "Pirates of the Caribbean 5") der Evakuierungsanordnung, um ihren vermissten Vater (Barry Pepper, "True Grit") zu suchen. Wie sich herausstellt, ist dieser im Keller seines Hauses eingeklemmt – verzweifelt versucht Haley, ihn zu befreien und mit ihm zu entkommen, doch der Hurricane hat etliche gefräßige Alligatoren in die Stadt gespült. Der Trailer weckt Erinnerungen an "Deep Blue Sea" und sieht generell nicht so schlecht aus, doch ob "Crawl" als Horrorfilm wirklich funktioniert oder nicht doch eher unfreiwillig komisch und/oder langweilig klischeehaft daherkommt, läßt sich noch nicht beurteilen.

"Good Boys":
Wenn Seth Rogen und Evan Goldberg ("Das ist das Ende") ihre Finger bei einem Film im Spiel haben, kann man davon ausgehen, daß er eher nicht jugendfrei ausfällt. Umso überraschender ist es auf den ersten Blick, daß es sich bei dem von ihnen produzierten und von "Bad Teacher"- Autor Gene Stupnitsky in seinem Kino-Regiedebüt inszenierten "Good Boys" um eine recht positiv besprochene Schülerkomödie handelt – die jedoch in der Tat das "R"-Rating (entspricht in etwa einer FSK 16) abgestaubt hat. Der für seine anspruchsvolle Rolle in "Raum" vielfach ausgezeichnete Jacob Tremblay spielt den 12-jährigen Max, der in Panik gerät, als er zum ersten Mal zu einer "Kuß-Party" eingeladen wird. Mangels Erfahrung entscheiden er und seine zwei besten Freunde, per Drohne einem Teenager-Pärchen nachzuspionieren, um zu sehen, wie man die Sache so angeht. Dieser Plan geht jedoch katastrophal in die Hose und führt das Trio auf eine Odyssee voller verrückter Begegnungen und Ereignisse …

"Blinded by the Light":
Das hochgelobte tragikomische Coming of Age-Biopic der britischen "Kick it like Beckham"-Regisseurin Gurinder Chadha erzählt vom pakistanischen Immigranten Javed (Newcomer Viveik Kalra), der Ende der 1980er Jahre in der Kleinstadt Luton aufwächst. Während seine Familie finanzielle Schwierigkeiten hat und er mit dem alltäglichen Rassismus zu kämpfen hat, träumt Javed davon, Schriftsteller zu werden – und die Musik von Bruce Springsteen ermutigt ihn, um diesen Traum zu kämpfen. Vorlage des Films sind die Memoiren des bekannten Journalisten (u.a. für den "Guardian" und die BBC) und Schriftstellers Sarfraz Manzoor.

"Das zweite Leben des Monsieur Alain":
Fabrice Luchini ("Das Schmuckstück") spielt in dieser französischen Tragikomödie den stets gestreßten Geschäftsmann Alain, der nach einem Schlaganfall vor einem Neuanfang steht. Mit der Hilfe der Logopädin Jeanne (Leїla Bekhti, "Ein Becken voller Männer") kämpft er gegen die gesundheitlichen Folgen (Sprachprobleme, Gedächtnislücken) an – und beginnt, sich in Jeanne zu verlieben.

In dem ambitionierten, auf einem Comic basierenden Horrordrama von Carolina Hellsgård (die Schwedin hat einen für das Genre passenden Nachnamen …) spielen Gro Swantje Kohlhof ("Wir sind die Flut") und Maja Lehrer zwei junge Frauen, die zwei Jahre nach einer Zombie-Apokalypse nicht nur mit den Untoten, sondern ebenso mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen haben. Beide treffen sich auf dem Weg nach Jena, wo hinter einer großen Mauer (die nicht nur Zombies, sondern auch Flüchtlinge aus ganz Europa abhalten soll) eine Schutzzone existiert und außerdem angeblich nach einem Heilmittel geforscht wird. Dafür verstecken sie sich auf einem Versorgungszug, der allerdings auf halbem Wege strandet. Ungewöhnlich: Nicht nur die Hauptfiguren sind weiblich, auch hinter den Kulissen zeichneten ausschließlich Frauen in den leitenden Positionen verantwortlich. "Endzeit" feierte beim renommierten Filmfestival in Toronto Premiere und kam bei den internationalen Kritikern wie auch beim Publikum gut an, wobei vor allem gelobt wurde, daß dem vermeintlich ausgelutschten Zombie-Szenario interessante neue Facetten abgewonnen wurden.

29. August:
"Angel Has Fallen":
Nach "Olympus Has Fallen" und "London Has Fallen" muß Secret Service-Agent Mike Banning (Gerard Butler) zum dritten Mal quasi im Alleingang gegen Terroristen antreten. Diese planen einen großflächigen Angriff auf Washington, den sie damit einleiten, daß sie die Air Force One mit dem Präsidenten an Bord abstürzen lassen – und Banning als Täter brandmarken. Damit muß dieser nicht nur die weiteren Pläne der Terroristen vereiteln, sondern gleichzeitig auch noch seinen eigentlichen Kollegen entkommen, die ihn zur Strecke bringen wollen … Nachdem bei "Olympus Has Fallen" Antoine Fuqua ("The Equalizer") Regie führte und in der Fortsetzung Babak Najafi ("Proud Mary"), hat für Teil 3 der Actionreihe Ric Roman Waugh ("Felon") die Leitung übernommen, zudem gibt es neue Drehbuch-Autoren. Weitere Rollen spielen Morgan Freeman, Danny Huston, Nick Nolte und Piper Perabo (die Radha Mitchell als Bannings Frau Leah ersetzt).

Die erfolgreiche US-Komikerin Mindy Kaling ("Ocean's 8", TV-Serie "The Mindy Project") hat das Skript für die Medien-Tragikomödie geschrieben und spielt unter der Regie der Kanadierin Nisha Ganatra ("Wedding Bells") auch gleich eine der beiden Hauptrollen. Emma Thompson verkörpert die TV-Legende Katherine, die einzige Frau, die je eine länger laufende Late Night-Show moderierte – allerdings mit einem komplett männlichen Autorenstab. Als die Quoten ihrer wenig wandlungsfähigen Show sinken und sie auch wegen ihrer Vorliebe für männliche Autoren in die Kritik gerät, heuert sie in Molly (Kaling) erstmals eine Autorin an, die zwar ein großer Fan von Katherine ist, aber keinerlei Erfahrung hat. Trotzdem versucht sie, die Show wieder zu dem Erfolg zu machen, der sie einmal war. In den USA hatten die Kritiker viel Lob übrig für das clevere, aktuelle gesellschaftliche Themen angehende Drehbuch und die Schauspieler, wobei einige den manchmal etwas zu zahmen Humor bemängeln.

"Playmobil – Der Film" (3D):
Nach dem großen Erfolg von "The LEGO Movie" wollte der deutsche Konkurrent Playmobil auch etwas von dem Kuchen abhaben und gab einen eigenen Film in Auftrag – ohne zu ahnen, daß die in der Zwischenzeit folgenden weiteren LEGO-Animationsfilme in der Publikumsgunst deutlich sinken würden. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen also für "Playmobil – Der Film", der immerhin mit dem Disney-Alumnus Lino DiSalvo ("Die Eiskönigin") einen erfahrenen Fachmann an der Spitze hat, wenn es auch sein Regiedebüt ist. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Marla (im Original gesprochen von Anya Taylor-Joy), deren kleiner Bruder irgendwie in die Playmobil-Spielzeugwelt gezogen wird. Natürlich macht Marla sich auf, um ihn zu retten und lernt auf dem Weg einige schräge Gestalten kennen, die ihr helfen.

"Mein Lotta-Leben – Alles Bingo mit Flamingo":
Im auf der Kinderbuch-Reihe von Alice Pantermüller und Daniel Kohl basierenden deutschen Familienfilm von Genrespezialistin Neele Leana Vollmar ("Rico, Oskar und die Tieferschatten") hat die elfjährige Lotta (Meggy Hussong) mit ihren nervigen Brüdern und gestreßten Eltern zu kämpfen. Zum Glück gibt es ihre beste Freundin Cheyenne (Yola Streese), mit der zusammen sich alle Widrigkeiten leichter ertragen lassen – bis es zwischen den beiden zu einem großen Streit kommt … In den Erwachsenenrollen sind u.a. Milan Peschel und Laura Tonke zu sehen.

"Little Monsters":
Erst zu Beginn des Jahres feierte Lupita Nyong'o mit Jordan Peeles "Wir" einen großen Erfolg, mit ihrem neuen Film bleibt sie dem Horrorgenre treu – wenn auch in einer komödiantischen Variation. Unter der Regie des recht unbekannten Australiers Abe Forsythe ("Down Under"), der auch das Drehbuch schrieb, spielt sie die Lehrerin Caroline, die während eines Schulausfluges ins Zentrum der Avancen sowohl des Musikers Dave (Alexander England) als auch des früheren Kinderstars Teddy (Josh Gad) gerät. Noch ein wenig komplizierter wird die Angelegenheit, als eine Zombieinvasion beginnt und die drei Erwachsenen dazu zwingt, zusammenzuarbeiten, um sich und die ihnen anvertrauten Kinder heil aus der Katastrophe herauszubekommen …

"Prélude":
Das Langfilm-Regiedebüt der jungen deutschen Regisseurin Sabrina Sarabi ist ein Musikdrama über den 19-jährigen David (Louis Hofmann, "Unter dem Sand"), der eine Karriere als Pianist anstrebt. Seine Selbstsicherheit erhält einen gehörigen Knacks, als er auf dem Konservatorium feststellt, daß sein Talent nicht so außergewöhnlich ist, wie er immer dachte. Ein Lichtblick ist die schöne Gesangsstudentin Marie (Liv Lisa Fries, TV-Serie "Babylon Berlin"), in die er sich verliebt, doch der Erfolgs- und Konkurrenzdruck im Kampf um ein wichtiges Stipendium setzen David mental immer stärker zu.

"Die Agentin":
Ein auf einem israelischen Roman basierender europäischer Agenten-Thriller mit Diane Kruger ("Aus dem Nichts") in der Hauptrolle? Das klingt spannend! Leider waren die Kritiker nach der Premiere im Rahmen der Berlinale nicht allzu angetan von der wohl recht unoriginellen und von Regisseur Yuval Adler wenig spannend inszenierten Geschichte der in die Spionage gegen das iranische Atomprogramm eingebundene Mossad-Agentin Rachel (Diane Kruger), die nach der Beerdigung ihres Vaters spurlos verschwindet. Ihr früherer deutscher Kontaktmann Thomas (Martin "Der Hobbit" Freeman), den sie noch kurz vor ihrem Verschwinden angerufen hatte, soll herausfinden, was los ist – und sie notfalls beseitigen …


Das war meine ausführliche Übersicht über die wichtigsten Kinostarts in Deutschland im Juli und August, Teil 1 meiner Herbst-Vorschau folgt voraussichtlich irgendwann im August. 


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