Montag, 19. Januar:
Arte, 20.15 Uhr: "Die untreue Frau" (1969)
Claude Chabrols ("Die Blume des Bösen") psychologischer Erotikthriller wurde 2002 von Hollywood als "Untreu" neu verfilmt, beide Versionen gelten als sehr gelungen. Im Original spielt Michel Bouquet ("Endstation Schafott") den Pariser Anwalt Charles, der glaubt, daß seine Frau Hélène (Stéphane Audran, "Der diskrete Charme der Bourgeoisie") ihm untreu ist und deshalb einen Detektiv anheuert, um ihr hinterherzuspionieren, während er bei der Arbeit ist. Dieser bestätigt seinen Verdacht rasch und Charles entscheidet sich, den Liebhaber seiner Frau persönlich zu konfrontieren - mit drastischen Konsequenzen ...
Außerdem:
Men in Black: International (sehr mittelmäßiges und dementsprechend geflopptes Reboot mit Chris Hemsworth, Tessa Thompson und Liam Neeson; 23.15 Uhr im ZDF)
Dienstag, 20. Januar:
ZDF Neo, 22.35 Uhr: "Punch-Drunk Love" (2002)
In Paul Thomas Andersons u.a. mit dem Regiepreis in Cannes prämierter romantischer Tragikomödie bewies Brachial-Komiker Adam Sandler erstmals, daß er sehr wohl auch ein richtig guter Schauspieler in ernsten Rollen sein kann. Er spielt den jungen, einsamen Barry, der mit seinem Leben ziemlich unzufrieden ist - und der Versuch, sich mit dem Anruf bei einer Telefonsex-Hotline zu entspannen, resultiert darin, daß er Betrügern aufsitzt und von diesen erpresst wird. Immerhin lernt er aber auch Lena (Emily Watson) kennen, die Barrys romantisches Interesse erwidert ... In weiteren Rollen agieren Philip Seymour Hoffman, Luis Guzmán und Mary Lynn Rajskub.
Mittwoch, 21. Januar:
Arte, 22.55 Uhr: "Bad Director" (2023)
Free-TV-Premiere der für einen Deutschen Filmpreis nominierten tragikomischen Satire von Oskar Roehler ("Enfant Terrible"), der seinen eigenen Roman "Selbstverfickung" adaptierte. Oliver Masucci spielt den knapp 60-jährigen Regisseur Gregor Samsa (sicher nicht zufällig auch der Name des Protagonisten aus Kafkas "Die Verwandlung"), dessen beste Zeiten lange vorbei sind. Für die Filmbranche scheint er nur noch Verachtung übrigzuhaben, was er die anderen Filmschaffenden auch deutlich spüren läßt, selbst beim Deutschen Filmpreis. Als Gregor einen Tag vor Drehbeginn seines neuen Films zufällig auf Grete (Bella Dayne, "Girl You Know It's True") trifft, ist er überzeugt, in ihr seine neue Muse gefunden zu haben und besetzt sie sofort. Doch da Gregor am Set schnell wieder alle Mitstreiter befremdet, droht die chaotische Produktion schon bald gegen die Wand zu fahren ... Mit Anne Ratte-Polle, Götz Otto, Natalia Avelon und Samuel Finzi.
Außerdem:
The Huntsman & The Ice Queen (solides "Snow White"-Spin-Off, das aber seiner erstaunlichen Starbesetzung - Chris Hemsworth, Jessica Chastain, Emily Blunt und Charlize Theron - nicht gerecht wird; 20.15 Uhr bei Pro 7)
Es - Kapitel 2 (leider deutlich schwächerer Abschluß der zweiteiligen Stephen King-Adaption, trotz hochkarätiger Neuzugänge wie Jessica Chastain, James McAvoy und Bill Hader; 22.35 Uhr bei Pro 7)
The Revenant (das eindringlich inszenierte Schneewestern-Survivalabenteuer brachte Leonardo DiCaprio endlich den ersten OSCAR ein; 2.00 Uhr bei Pro 7)
Donnerstag, 22. Januar:
Knives Out - Mord ist Familiensache (Daniel Craig glänzt als kanadischer Ermittler in Rian Johnsons äußerst vergnüglicher, OSCAR-nominierter Whodunit-Krimikomödie; 20.15 Uhr im RBB)
Iron Man 3 (unter Comic-Fans ist der Film wegen zu viel Tony Stark und zu wenig Iron Man sowie aufgrund einer Abweichung gegenüber der Vorlage umstritten, für "normale" Zuschauer bietet er aber hervorragende Unterhaltung; 20.15 Uhr bei Pro 7)
Tomb Raider (recht uninspiriertes Reboot der abenteuerlichen Computerspiel-Adaptionen, das vor allem mit seiner engagierten Hauptdarstellerin Alicia Vikander überzeugt; 20.15 Uhr bei VOX)
Freitag, 23. Januar:
3sat, 22.25 Uhr: "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" (2008)
Als erste Frau gewann Kathryn Bigelow ("Strange Days") für ihr betont realistisch inszeniertes Kriegsdrama den OSCAR für die beste Regie. Insgesamt gab es sogar sechs Goldjungen für die Geschichte eines Bombenräumkommandos im Irakkrieg des Jahres 2004. Die Hauptdarsteller und späteren Marvel-Superhelden Jeremy Renner und Anthony Mackie wurden durch "The Hurt Locker" zu Stars, in weiteren Rollen sind Brian Geraghty, Ralph Fiennes, Guy Pearce, David Morse und Evangeline Lilly zu sehen.
Außerdem:
Die Tribute von Panem - The Hunger Games (der noch etwas unausgereifte erste Teil der erfolgreichen dystopischen Young Adult-Reihe mit Jennifer Lawrence; 20.15 Uhr bei Pro 7)
Hellboy (der gelungene erste Auftritt von Ron Perlman als für das Gute kämpfender Dämon, wenn auch die Story ein wenig simpel und etwas zu actionlastig ist; 20.15 Uhr bei RTL II)
American Sniper (Clint Eastwoods arg propagandistischer Kriegsfilm mit dem OSCAR-nominierten Hauptdarsteller Bradley Cooper; um 22.50 Uhr bei Nitro)
Samstag, 24. Januar:
SAT. 1, 20.15 Uhr: "Die drei ??? - Erbe des Drachens" (2023)
Free-TV-Premiere des mit einem Deutschen Filmpreis ausgezeichneten Reboots der äußerst populären Jugend(hör)buch-Reihe, in dem unter der Regie von Tim Dünschede Justus (Julius Weckauf, "Der Junge muß an die frische Luft), Peter (Nevio Wendt) und Bob (Levi Brandl) in den Sommerferien am Set eines Films in Rumänien mithelfen, zu dem Peters Vater (Mark Waschke) die Spezialeffekte beisteuert. Allerdings geschehen im Schluß von Gräfin Codrina (Gudrun Landgrebe), das als Filmkulisse dient, einige unerklärliche Dinge, die möglicherweise mit dem ungeklärten Verschwinden eines Jungen vor 50 Jahren in Zusammenhang stehen und logischerweise die drei Hobby-Detektive auf den Plan rufen ...
One, 20.15 Uhr: "All eure Gesichter" (2023)
Free-TV-Premiere des für neun Césars nominierten französischen Dramas von Jeanne Herry ("In sicheren Händen"), basierend auf einem 2014 eingeführten Gesetz. Dieses ermöglicht das Zusammentreffen von Tätern und Opfern von Verbrechen, was vor allem den Opfern bei der Verarbeitung des Geschehens helfen und den Tätern die konkreten Folgen ihres Verbrechens vor Augen führen soll. Eines der Opfer ist die junge Chloé (Adéle Exarchopoulos, "Blau ist eine warme Farbe"), die von ihrem Stiefbruder sexuell mißbraucht wurde. Sie will diesen primär deshalb treffen, weil er kurz vor der Haftentlassung steht und sie sichergehen will, daß sie ihn anschließend möglichst nicht mehr sehen muß, auch nicht zufällig.
3sat, 22.40 Uhr: "Die Elixiere des Teufels" (1976)
Der spätere "Human Centipede"-Star Dieter Laser spielt in diesem selten gezeigten deutschen Horrordrama, einer losen Adaption eines Romans von E.T.A. Hoffmann, den jungen Bamberger Kapuzinermönch Medardus, der zum Kurator der Reliquienkammer des Klosters ernannt wird. Dort stößt Medardus auf eine Weinflasche, die angeblich die "Elixiere des Teufels" enthält - er kann der Versuchung nicht widerstehen und trinkt davon. Erwartungsgemäß bleibt das nicht ohne Folgen ...
Außerdem:
Valerian - Die Stadt der tausend Planeten (Luc Bessons aufwendige SciFi-Comic-Adaption mit Dane DeHaan und Cara Delevingne schöpft ihr erzählerisches Potential zwar nicht aus, ist für Genrefreunde aber definitiv einen Blick wert; 20.15 Uhr bei VOX)
Das Bourne Vermächtnis (das Spin-Off zur Spionagethriller-Reihe mit Jeremy Renner statt Matt Damon beginnt stark, läßt in der zweiten Hälfte aber leider ebenso stark nach; 20.15 Uhr bei Pro 7)
Sonntag, 25. Januar:
ARD, 23.35 Uhr: "Führer und Verführer" (2024)
Free-TV-Premiere des positiv rezensierten Zweiter Weltkriegs-Dramas von Joachim A. Lang ("Mackie Messer"), das die Jahre 1938 bis 1945 abdeckt und sich dabei ganz auf die nicht immer harmonische Beziehung zwischen "Führer" Adolf Hitler (Fritz Karl) und "Verführer" Joseph Goebbels (Robert Stadlober), dem Propagandaminister der Nazis, konzentriert.
Arte, 0.45 Uhr: "Im goldenen Kokon" (2023)
Free-TV-Premiere (im Originalton mit deutschen Unteriteln) des fast dreistündigen, vielfach (u.a. in Cannes) prämierten vietnamesischen Dramas von Langfilm-Regiedebütant Thien An Pham, in dem sich Thien (Le Phong Vu) nach dem Unfalltod seiner Schwägerin mit dessen fünfjährigem Sohn auf eine Reise quer durch Vietnam aufmacht, um den Vater des Jungen - Thiens seit langem verschwundenen älteren Bruder - zu finden.
Außerdem:
Avengers: Endgame (der furiose und hochemotionale Abschluß des Thanos-Handlungsstrangs ist der - nicht inflationsbereinigt - zweiterfolgreichste Film aller Zeiten und belegt in den IMDb Top 250 derzeit Rang 74; 20.15 Uhr bei Pro 7)
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