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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Mittwoch, 31. Dezember 2014

KINO-JAHRESBILANZ 2014

Unmittelbar vor dem Jahreswechsel ist wieder einmal die Zeit für meinen Kino-Jahresrückblick samt Top 20 und Flop 6 gekommen. Die Kategorie "Best Guilty Pleasure" (also Filme, die einem richtig gut gefallen, obwohl sie objektiv betrachtet nicht wirklich gut sind) fällt dieses Jahr aus, da ich schlicht und ergreifend nicht genügend Produktionen im Kino gesehen habe, die sich für eine solche Einordnung qualifizieren würden (eigentlich nur "Bad Neighbors", "Muppets Most Wanted" und "Dracula Untold"). In die Wertung der verbliebenen Kategorien kommen alle Filme, die ich im Kalenderjahr 2014 im Kino gesehen habe – bis auf meine Kinobesuche im Rahmen des Fantasy Filmfests im September. Die dort gezeigten Werke (die ich übrigens noch immer nicht alle rezensiert habe ...) werden lediglich in einer kleinen Extra-Liste am Ende berücksichtigt. Da es sich bei meiner Jahresbilanz um rein subjektive Listen aus heutiger Sicht handelt, müssen die Ranglisten keineswegs exakt mit meinen Wertungen in den Rezensionen übereinstimmen – es geht am Beispiel der Top 20 eher um meine persönlichen Lieblingsfilme des Jahres als um die tatsächlich besten, zudem hat sich meine Wahrnehmung mancher Filme auf längere Sicht etwas verändert.

Die Top 20 (mit Links zu den Rezensionen sowie kurzen Kommentaren):

Mein unangefochtener Lieblingsfilm des Jahres 2014 ist nicht nur deshalb revolutionär, weil Regisseur und Autor Richard Linklater die Dreharbeiten dieser Coming of Age-Geschichte auf 12 Jahre verteilt hat – womit der Zuschauer den Darstellern (speziell natürlich den beiden anfangs noch kindlichen Protagonisten) buchstäblich beim Altern zuschauen kann; nein, er ist auch und vor allem deswegen ein Meisterwerk, weil Linklater die zentralen Figuren und ihre realistisch unspektakulären jährlichen Erlebnisse so feinfühlig, so authentisch und so hautnah gestaltet hat, daß man auch nach fast drei Stunden noch lange nicht genug von ihnen hat. Ich habe es bereits in meiner Kritik im Juli geschrieben und ich stehe bis heute zu diesem Urteil: "Boyhood" ist ein Meilenstein der Filmgeschichte!

Mit den stilistisch etwas an die frühen "Star Wars"-Episoden erinnernden Weltraumabenteuern einer Gruppe unangepaßter Außenseiter – angeführt von einem großmäuligen menschlichen Abenteurer, dessen Spitznamen "Star-Lord" nur er selbst verwendet – hat Comicgigant Marvel sich selbst übertroffen. So viel gute Laune wie die bunt zusammengewürfelten "Guardians of the Galaxy" unter der Regie des eigentlichen B-Movie-Spezialisten James Gunn ("Super") versprühte trotz nur mittelmäßig interessanter Story kein anderer Film des Jahres 2014.

Viele Fans der ersten beiden Teile der Adaption von Suzanne Collins' düsterer Jugendbuch-Utopie konnten mit der ersten Hälfte des großen Finales nicht viel anfangen. Kein Wunder, schließlich gibt es kaum Action, zudem kommen zahlreiche Hauptfiguren der vorangegangenen Filmen kaum oder gar nicht vor. Mich dagegen hat die thematische Verlagerung weg von einem actionreichen Abenteuer hin zu einer (für Genreverhältnisse) fein beobachteten Anatomie von Kriegs- und Propagandamechanismen sehr beeindruckt. Mehr übrigens als beim hochgelobten "Captain America 2", der viel weiter hinten in dieser Liste auftaucht.

Matthew McConaughey und Jared Leto brillieren in diesem bemerkenswert optimistischen AIDS-Drama und wurden zurecht beide mit OSCARs geehrt. Der kanadische Regisseur Vallée hat für seine in den 1980er Jahren spielende, auf wahren Ereignissen basierende Geschichte eines typischen (heterosexuellen) Rednecks, der sich mit dem damals als "Schwulenseuche" diffamierten und mit gesellschaftlicher Ausgrenzung bestraften HI-Virus infiziert, sich aber nicht mit der katastrophalen medizinischen Versorgung in den USA abfinden will, genau die richtige emotionale Balance zwischen Humor und Dramatik gefunden.

Mit seinem (sehr wahrscheinlich) letzten Film hat der japanische Zeichentrick-Meister Hayao Miyazaki dem Luftfahrt-Pionier Jirō Horikoshi ein phantasievolles, feinfühliges und wunderschön gezeichnetes filmisches Denkmal gesetzt.

Noam Murros Spin-Off zum Antikenhit "300" dürfte in sehr wenigen Bestenlisten auftauchen. Doch mich hat die antike Schlachtplatte aus drei Gründen begeistert: Erstens verkörpert Eva Green die gegnerische Feldherrin Artemisia mit einer Inbrunst, daß es eine wahre Freude ist (und den eigentlichen Helden Themistokles ziemlich blaß aussehen läßt); zweitens machen die diesmal noch um sehr effektive 3D-Effekte bereicherten Green Screen-Panoramen noch mehr Laune als im Vorgänger; und drittens hat der holländische D.J. Junkie XL eine herrlich pompöse Musikbegleitung geschaffen, die die erstklassig choreographierten Kampfsequenzen noch eindrucksvoller wirken läßt! Ich stehe dazu: "300 – Rise of an Empire" mag ein krasser Fall von "style over substance" sein; aber einer, der einen absolut mitreißt, wenn man sich darauf einläßt ...

Mit seiner auf einer wahren Geschichte beruhenden Tragikomödie über eine alte irische Dame, die sich mithilfe eines zynischen Journalisten auf die Suche nach ihrem unehelichen Sohn macht, den ihr die katholische Kirche vor Jahrzehnten wegnahm, ist Regisseur Stephen Frears ein beeindruckendes Comeback nach etlichen schwächeren Filmen gelungen. Zu verdanken hat er dies auch seinem ganz hervorragend harmonierenden Protagonisten-Paar Judi Dench und Steve Coogan.

Steve McQueens ebenfalls auf einer realen Begebenheit basierendes Sklaverei-Drama mag es insgesamt ein wenig an Emotionalität und Originalität fehlen; dennoch ist unbestreitbar, daß das schonungslos inszenierte Martyrium des freien Bürgers Solomon Northup (dessen für den OSCAR nominierte Darstellung Chiwetel Ejiofor endgültig zum Star machte), der entführt und als Sklave in die Südstaaten verkauft wird, unter die Haut geht.

Jake Gyllenhaal zeigt die beste Leistung seiner Karriere als ein abgehärmter und übertrieben selbstbewußter Loser, der seine Berufung als freier Kameramann findet, der vorrangig Unfall- und Verbrechensopfer filmt und seine Arbeit an das lokale Frühstücksfernsehen verkauft. Wie Gyllenhaal die Wandlung seiner egozentrischen Figur zu einem manipulativen, skrupel- und gefühllosen Soziopathen gestaltet, ist schlicht atemberaubend.

10. "Lucy"
Auch Luc Bessons philosophisch angehauchten Action-Thriller kann man in die "style over substance"-Kategorie einordnen (zumal schon die Prämisse wissenschaftlicher Unsinn ist), doch dank der opulenten, einfallsreichen visuellen Gestaltung und der ebenso schönen wie charismatischen Hauptdarstellerin Scarlett Johansson zählt "Lucy" für mich zu den Highlights des Kinojahres.

Das Zusammentreffen zweier Generationen von Mutanten in diesem Zeitreiseabenteuer haben die Comicfans voller Spannung erwartet – und sie wurden nicht enttäuscht. Zwar sorgt die Fülle von Figuren dafür, daß es ein bißchen an erzählerischem Tiefgang mangelt, dennoch bietet Regisseur Bryan Singer einmal mehr hochkarätiges Blockbuster-Kino im besten Sinne.

Peter Jacksons sechster und höchstwahrscheinlich letzter Mittelerde-Fantasyfilm konzentriert sich ganz auf die titelgebende Schlacht und gestaltet auf diese Weise einen actionreichen, optisch spektakulären Abschluß für eine Trilogie, die nie an "Der Herr der Ringe" heranreicht, aber dennoch gute Unterhaltung bietet.

Im zweiten Teil des Reboots spielen die Menschen endgültig nur noch die zweite Geige hinter den per Motion Capture-Verfahren zum Leben erweckten Menschenaffen. Wie lebensecht die auch dank sorgfältiger Figurenzeichnung inzwischen wirken, ist einfach fabelhaft und läßt auch weitgehend über die recht generische Handlung hinwegsehen.

Bong Joon-hos Adaption einer obskuren französischen Graphic Novel spielt fast ausschließlich in einem gigantischen Zug, der die letzten menschlichen Überlebenden einer neuen Eiszeit beherbergt. Der Klassenkampf innerhalb des streng hierarchischen, als Perpetuum mobile funktionierenden Zuges mag nicht übermäßig subtil in Szene gesetzt sein, die dystopische Atmosphäre, die skurrilen Figuren (vor allem die von Tilda Swinton gespielte) und zahlreiche herrlich verrückte Einfälle machen "Snowpiercer" dennoch zu einem sogar verhältnismäßig anspruchsvollen Vergnügen nicht nur für Genrefans.

Keira Knightley und Mark Ruffalo bezaubern in dem ebenso gefühl- wie humorvollen Musikfilm von "Once"-Regisseur John Carney über zwei verlorene Seelen – eine angehende Sängerin und ein gescheiterter Musikproduzent – in New York.

Tom Cruise und Emily Blunt überzeugen in dieser Science Fiction-Variante von "Und täglich grüßt das Murmeltier", in der Cruise Tag für Tag im Kampf gegen übermächtige Alien-Invasoren stirbt, nur dann am Tag zuvor wieder zu erwachen. Trotz einiger Logikmängel (vor allem im Finale) macht dieser überraschend humorvolle Film nicht nur Genrefans (und Menschen, die Tom Cruise gerne brutal sterben sehen ...) Spaß.

Ein im besten Sinne altmodischer Western aus Dänemark, dessen Budgetrestriktionen zwar nicht immer kaschiert werden können, der aber mit mutigen Helden und fiesen Bösewichten, markigen Sprüchen und schnörkellosen Shoot-Outs (sowie einer stummen Eva Green) bestens unterhält.

Die französische Erfolgskomödie über einen konservativen Franzosen, dessen Töchter einen Chinesen, einen Juden, einen Moslem und einen Schwarzen heiraten, qualifiziert sich nicht unbedingt als tiefschürfende Rassismus-Abhandlung; trotz einer gewissen Oberflächlichkeit gelingt der leicht gesellschaftskritische, doch überwiegend harmlose Spott über rassistische Vorurteile jedoch ziemlich gut – und ist vor allem sehr lustig.

Die Kritiker haben sich begeistert gezeigt von der politischen Dimension dieses an alte 1970er Jahre-Klassiker erinnernden Superhelden-Verschwörungs-Thrillers; mir wurde die zweifellos interessante politische Thematik allerdings zu oberflächlich und vorhersehbar abgehandelt, um mich voll überzeugen können. Davon abgesehen ist "The Return of the First Avenger" aber ein guter Hollywood-Blockbuster und eine klare Steigerung gegenüber dem eher mittelprächtigen Vorgänger.

Mir persönlich wäre es zwar lieber gewesen, wenn der Film über das Leben des brillanten Physikers Stephen Hawking stärker auf seine wissenschaftlichen Leistungen eingehen würde als auf seine Krankheit und die Liebesbeziehung zu seiner ersten Frau Jane – aber dank starker schauspielerischer Leistungen von Eddie Redmayne und vor allem Felicity Jones sowie der gefühlvollen Musik geht "Die Entdeckung der Unendlichkeit" definitiv ans Herz.


Damit zu meinen Flop 6, also den sechs aus meiner Sicht schwächsten Filmen, die ich 2014 im Kino gesehen habe (wobei man berücksichtigen sollte, daß ich bei meiner Filmauswahl sehr sorgfältig vorgehe und deshalb meist vor richtig großen Enttäuschungen bewahrt werde):

Nicht wirklich schlecht, aber gnadenlos aus anderen Monumental- bzw. Katastrophenfilmen zusammengeklaut, ohne im Ansatz deren Qualität zu erreichen. Aber immerhin ist das Ganze schön anzuschauen.

Ein typisches Hollywood-Paradoxon: Ein betont düsterer und brutaler Comic, der die "wahre", irdische Geschichte von Hercules erzählt, wird möglichst blutarm verfilmt, damit auch Kinder ihn sehen können. Das wäre ja noch zu verschmerzen, wäre der Film wenigstens gut. Ist er aber nicht, trotz eines sehr bemühten Hauptdarstellers Dwayne Johnson.

Elizabeth Banks ist mit Abstand das Beste an dieser altbackenen und vor Klischees nur so triefenden, dabei auch noch komplett falsch (nämlich als weiblicher "Hangover") vermarkteten Komödie.

Darren Aronofskys Bibelverfilmung hat zwar einige Schauwerte und nette erzählerische Ideen zu bieten, gerät im letzten Akt, in dem sämtliche Figuren plötzlich vollkommen unglaubwürdig agieren, aber völlig aus der Spur.

Der zweite Teil des Spider-Man-Reboots hat sich seinen Platz in dieser Liste vor allem aufgrund enttäuschter Erwartungen verdient. Schlecht ist "The Rise of Electro" bei weitem nicht, aber er verschenkt das erzählerische Potential dieses ikonischen Comic-Superhelden sträflich.

Auch Sylvester Stallone fiel auf die "niedrigere Altersfreigabe, höherer Profit"-Rechnung herein und nahm seiner Altherren-Actionspaß-Reihe damit fast alles, was den zweiten Teil noch so vergnüglich gemacht hatte. Das Resultat ist auch dank Bösewicht Mel Gibson für Actionfans immer noch anschaubar, aber eben auch nicht viel mehr. Immerhin: Stallone hat für Teil 4 bereits Besserung gelobt.

Bester deutscher Film:
Der Kampf eines idealistischen jungen Staatsanwalts darum, Ende der 1950er Jahre einige Auschwitz-Wärter und andere von den großen Kriegsverbrecherprozessen verschont gebliebene Täter vor Gericht zu bringen, ist recht spröde inszeniert und verliert sich im Mittelteil etwas in seinen Nebenhandlungssträngen. Dennoch ist "Im Labyrinth des Schweigens" sehenswertes Aufarbeitungskino nicht nur über die Nazi-Verbrechen, sondern vor allem über deren kollektive Verdrängung nach Kriegsende. Sollte Pflichtprogramm in den Schulen sein.

Abschließend meine Top 5 der besten Fantasy Filmfest-Werke des Jahres 2014:

1. "R100" (Kritik folgt)
Mit dem Titel dieser japanischen Komödie ist eine Altersfreigabe ab 100 Jahren gemeint. Das illustriert ziemlich treffend, wie komplett durchgeknallt (man könnte auch sagen: wie japanisch) diese irre Charakterstudie eines zutiefst gestressten Mannes geworden ist, der Ablenkung nur in sexueller Erniedrigung findet. Dafür schließt er einen unkündbaren Ein-Jahres-Vertrag mit einer Art Sadomaso-Club ab, allerdings werden die Erniedrigungen, die sich für ihn ausgedacht werden, immer extremer ...

Shailene Woodley brilliert in Gregg Arakis in den 1980ern angesiedelter, unkonventioneller Kombination aus Coming of Age-Story und Kriminalfall als Teenagerin, deren Mutter (schon wieder toll: Eva Green) spurlos verschwindet.

Ryan Reynolds zeigt ungeahnte Fähigkeiten als Schauspieler und Sprecher in dieser schrägen schwarzen Komödie (die aber gegen Ende immer mehr in Richtung Drama geht) über einen einfachen Arbeiter mit psychischen Problemen, dessen Katze ihn zum Serienmörder machen will ...

In dem australischen Weltuntergangsdrama findet ein junger Taugenichts am letzten Tag der Menschheit seinen Weg, als er ein entführtes Mädchen rettet und sich bemüht, es rechtzeitig zu seinem Vater zurückzubringen. Schön gefilmt und gefühlvoll erzählt.

5. "Wrong Cops" (Kritik folgt)
Die lose Fortsetzung von Quentin Dupieux' schwarzer Komödie "Wrong" ist noch weniger stringent, aber dafür noch durchgedrehter. Und Schockrocker Marilyn Manson (Alter während der Dreharbeiten: 44 Jahre) spielt (komplett ohne Makeup) einen von einem Cop schikanierten Schüler. Muß man mehr dazu sagen?

Fazit:
Zum dritten Mal ziehe ich auf meinem Blog Bilanz über ein Kinojahr, zum zweiten Mal nach 2013 fällt diese Bilanz "nur" ordentlich aus (2012 war ein glänzendes Kinojahr). Immerhin hat 2014 mit dem überragenden "Boyhood" ein echtes, denkwürdiges Meisterwerk zu bieten und damit 2013 etwas voraus. Die großen Blockbuster haben (bis auf "The Amazing Spider-Man 2") die Erwartungen in etwa erfüllt, allerdings konnte sie auch keiner deutlich übertreffen. Die 2014 in Deutschland gestarteten "OSCAR-Filme" waren ebenfalls sehr solide, ließen aber gleichfalls herausragende Qualität missen (bis auf "Boyhood", versteht sich). Dafür, daß 2014 von vielen Branchenexperten sowieso als eine Art Übergangsjahr vor dem gerade im Blockbuster-Bereich mit potentiellen Highlights gespickten Jahr 2015 ("Star Wars Episode VII", "Bond 24", "The Avengers 2", "Die Tribute von Panem – Mockingjay, Teil 2", "Jurassic World", "Tomorrowland", "Pan", "The Martian", "Mission: Impossible 5", "Mad Max: Fury Road", "Fast & Furious 7", "Cinderella", "Heart of the Sea", "Kingsman", "Fifty Shades of Grey", "blackhat", "Jupiter Ascending") gehandelt wurde, kann sich die Bilanz durchaus sehen lassen. Schön für mich ist zudem, daß mir die Filmauswahl überdurchschnittlich gut gelang, weshalb ich nur sehr selten dem Eintrittsgeld nachtrauern mußte. Im Grunde genommen beinhaltet meine Flop 6 keinen einzigen wirklich miesen Film ...
Erfreulich finde ich, daß meine Top 20 wesentlich internationaler als 2013 ausgefallen sind, als es ausschließlich englischsprachige Produktionen in meine Bestenliste schafften. Dieses Mal gibt es immerhin zwei französische ("Monsieur Claude und seine Töchter" und "Lucy"), einen japanischen ("Wie der Wind sich hebt"), einen südkoreanischen ("Snowpiercer") und einen dänischen ("The Salvation") Beitrag. Die Anzahl der 3D-Filme ist mit sieben im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben (dafür sind in den Flop 6 gleich vier 3D-Filme enthalten!), wobei diese Technik aber meines Erachtens nur bei "300 – Rise of an Empire" und vielleicht noch "Planet der Affen: Revolution" einen klaren Mehrwert brachte. Sechs Fortsetzungen respektive Spin-Offs sind eine mehr als 2013, allerdings haben es nur zwei in die Top 10 geschafft. 2015 dürften das wohl mehr schaffen, wenn die oben aufgezählten Sequels einigermaßen die in sie gesteckten Erwartungen erfüllen. So oder so: Ich freue mich auf ein spektakuläres Kinojahr 2015, das qualitativ hoffentlich wieder an 2012 anknüpfen wird können.

Und damit wünsche ich auch schon allen meinen Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr ... 


Bei Gefallen an meinem Blog würde ich mich über die Unterstützung von "Der Kinogänger" mittels etwaiger amazon.de-Bestellungen über einen der Links in den Rezensionen oder das amazon-Suchfeld in der rechten Spalte freuen.

Kommentare:

  1. Auch hier wird wieder hervorgehoben, dass Boyhood (auch) deswegen so brillant ist, weil die Dreharbeiten 12 Jahre gedauert haben. Für mich ist das letztlich lediglich ein Gimmick, das einen Film, der ansonsten im Vergleich zu anderen Coming-of-Age-Filmen nichts Neues zu erzählen hat, in diesem Fall aufgrund der schlechten Kinderdarsteller eher schadet als hilft. Meilensteine der Filmgeschichte sehen für mich anders aus, Boyhood wiederum war bei mir in der Flop-Liste vertreten. Zumindest Nightcrawler eint mich jedoch als kleinster gemeinsamer Nenner mit den meisten Bestenlisten da draußen (und auch mit dieser).

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    1. Ich bin ja erklärter Fan des Genres und es gibt fraglos viele tolle Coming of Age-Filme. Aber "Boyhood" hat ihnen in meinen Augen neben dem "Altern vor der Kamera"-Effekt schon voraus, daß er authentischer wirkt, indem er auf jegliche spektakuläre Wendung verzichtet - und trotzdem fast drei Stunden lang hervorragend unterhält. Ich war ja vorher auch skeptisch (trotz der Lobeshymnen), aber für mich hat es tatsächlich ganz ausgezeichnet funktioniert - wobei ich aber Linklaters Erzählstil sowieso sehr mag.
      Davon abgesehen weiß ich gar nicht, wie viele Übereinstimmungen meine Liste mit denen anderer hat, weil ich in den letzten Wochen leider so beschäftigt war, daß ich kaum Zeit hatte, über den Tellerrand hinauszuschauen (und seien es auch nur die Bestenlisten der deutschen oder US-Kritiker). Aber ich schätze, alleine das Fehlen von "Gone Girl", "Grand Budapest Hotel" und "Interstellar" (sowie die Einbeziehung von "300 - Rise of an Empire" und "Lucy") dürfte meine Top 20 ebenfalls anders aussehen lassen als die meisten ...

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