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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit längerer Zeit das Cover meines neuen Buchs präsen...

Mittwoch, 18. August 2021

KINOVORSCHAU HERBST 2021 (Teil 1)

Letztes Update vom 4. September: Der SciFi-Thriller "Infinite" mit Mark Wahlberg wurde sehr kurzfristig von seinem Startplatz am 9. September gestrichen, es gibt noch keinen neuen Termin. Die französische Tragikomödie "Plötzlich aufs Land - Eine Tierärztin im Burgund" wurde vom 16. September auf den 2. Dezember verlegt.
 
Eigentlich hatte ich vor, ab sofort wieder zu meinem angestammten Zwei-Monats-Rhythmus bei der Kinovorschau überzugehen, aber tatsächlich gibt es weiterhin eine solche Schwemme an namhaften Kinostarts - darunter immer noch einige, die zu Beginn der Pandemie starten sollten -, daß ich vorerst bei einer Monatsvorschau bleiben werde. Zu den potentiellen Highlights im September zählen das Marvel-Abenteuer "Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings", die aufwendige Neuverfilmung des SciFi-Kultromans "Dune" und hoffentlich endlich der Abschied von Daniel Craig als James Bond in "Keine Zeit zu sterben":

2. September:
Nachdem Fans des Marvel Cinematic Universe pandemiebedingt zwei Jahre warten mußten, bevor es nach "Spider-Man: Far From Home" (Juni 2019) mit "Black Widow" (Juni 2021) weiterging, gibt es nun dafür (nach der aktuellen Planung) gleich sieben MCU-Kinofilme innerhalb von 13 Monaten. Alleine dieses Jahr stehen noch das Weltraumspektakel "Eternals" (5. November) und der von vielen Fans besonders heiß erwartete "Spider-Man: No Way Home" (17. Dezember) ins Haus, doch zunächst gibt es eine ziemliche Wildcard: Der chinesisch-amerikanische Superheld Shang-Chi ist selbst bei Comicfans nicht allzu bekannt, zudem setzt Marvel Studios auf einen zweifellos talentierten, aber weithin unbekannten Indie-Regisseur (Destin Daniel Cretton, "Short Term 12") und eine Besetzung ohne große (westliche) Stars. Die Hauptrolle des von seinem Vater (Hongkong-Legende Tony Leung Chiu Wai, "Chungking Express") von kleinauf in den Martial Arts unterrichteten und von der Umwelt abgeschotteten Shang-Chi spielt der TV-Schauspieler Simu Liu, der seine bislang größte Rolle in der kanadischen Comedyserie "Kim's Convenience" hatte. Als Shang-Chi herausfindet, daß sein Vater nicht wirklich zu den Guten gehört, sagt er sich von ihm los und beginnt ein neues Leben – bis seine Vergangenheit ihn wieder einholt und er sich der geheimnisvollen Terrororganisation "Ten Rings" stellen muß … Weitere Rollen spielen Awkwafina ("Crazy Rich"), Michelle Yeoh ("Tiger & Dragon") und Tim Roth, der 13 Jahre nach "Der unglaubliche Hulk" erneut als Bösewicht Emil Blonsky respektive Abomination auftritt. Auch Benedict Wong wird wieder als Zauberer Wong aus "Doctor Strange" zu sehen sein.
 
"Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull":
Bereits 1957 wurde Thomas Manns unvollendeter Roman erfolgreich von Kurt Hoffmann verfilmt, die geistreiche Gesellschaftskomödie mit den Hauptdarstellern Horst Buchholz und Liselotte Pulver wurde sogar für einen Golden Globe nominiert. Fast 45 Jahre später kann aber eine Neuverfilmung vermutlich nicht schaden, zumal wenn sie mit so hochkarätigem Personal umgesetzt wird wie hier. Denn Regie führt Detlev Buck, der gemeinsam mit Bestseller-Autor Daniel Kehlmann (mit dem er bereits für die Verfilmung seines Romans "Die Vermessung der Welt" zusammenarbeitete) auch das Drehbuch verfaßte. Die Titelrolle des charismatischen Hochstaplers übernimmt diesmal Jannis Niewöhner ("Narziss und Goldmund"), der sich auf der beständigen Suche nach dem gesellschaftlichen Aufstieg durchs Leben schlägt, indem er immer wieder in neue Rollen schlüpft und diese nahezu perfekt verkörpert. Auf diese Weise steigt er beispielsweise rasch zum von schönen Frauen umschwärmten Oberkellner eines Pariser Luxushotels auf, in dem er den Marquis Louis (David Kross, "Der Vorleser") kennenlernt. Dieser ist unglücklich in die schöne Zaza ("Babylon Berlin"-Star Liv Lisa Fries) verliebt und durch einen Rollentausch will Felix Louis helfen, sie zu erobern …
 
"Malignant":
Wenn James Wan, (Co-)Schöpfer von Filmreihen wie "Saw", "Insidious" und "Conjuring", einen neuen Horrorfilm dreht, darf man gespannt sein. Selbst dann, wenn bis kurz vor Kinostart fast nichts über die Story bekannt ist. Im Mittelpunkt steht Madison (Annabelle Wallis, "Die Mumie"), die als traumatisierte Jugendliche adoptiert wurde und nun erneut ihre Vergangenheit konfrontieren muß, als sich ihr damaliger vermeintlich imaginärer Freund Gabriel als offenbar sehr real erweist und grausame Morde begeht – die Madison durch eine unerklärliche Verbindung mit Gabriel miterlebt … Die Idee zum Film hatten Wan und seine deutsch-rumänische Ehefrau Ingrid Bisu ("Toni Erdmann"), die auch eine Rolle übernahm. Als stilistisches Vorbild für "Malignant" nennt Wan die stylishen italienischen Gialli, die vor allem in den 1970er und 1980er Jahren von Männern wie Dario Argento ("Suspiria"), Mario Bava ("Blutige Seide") und Lucio Fulci ("Die sieben schwarzen Noten") populär gemacht wurden.
 
"After Love":
Während die ersten beiden Adaptionen der gerne mit einer jugendlichen Version der "50 Shades of Grey"-Reihe verglichenen "After"-Bücher von Anna Todd in den USA komplett floppten, erwiesen sie sich in vielen anderen Ländern trotz mäßiger Kritiken als ziemlich große Erfolge – darunter Deutschland, wo der erste Teil "After Passion" 2019 etwas über eine Million Kinogänger zählte und die Fortsetzung "After Truth" ein Jahr später immerhin über 930.000. Im dritten Teil (ein vierter wurde bereits beauftragt) findet Tessa (Josephin Langford) heraus, daß ihre Familie ihr einiges verheimlicht hat, zudem leidet ihre Beziehung zu Hardin (Hero Fiennes) unter ihrem Umzug nach Seattle, wo sie eine Stelle bei einem Verlag bekommen hat.
 
"Wickie und die starken Männer – Das magische Schwert":
Nachdem Michael "Bully" Herbigs Realfilm-Version des Kinder-Zeichentrickserien-Klassikers "Wickie und die starken Männer" 2009 mit fast fünf Millionen Kinogängern und Platz 4 in den Jahrescharts ein Riesenhit war, konnte man damit rechnen, daß ein neues Franchise geboren war. Doch die Fortsetzung "Wickie auf großer Fahrt" kam trotz vergleichbarer Qualität nur noch auf knapp 1,8 Millionen Zuschauer (und Platz 19 in den Jahrescharts), womit die Reihe leider auch schon wieder beendet war. Beinahe ein Jahrzehnt später steht nun ein Neustart in Form eines 3D-Animationsfilms an, in welchem der schlaue kleine Wikinger Wickie (gesprochen von "Der Junge muß an die frische Luft"-Star Julius Weckauf) ein weiteres Mal um die Anerkennung seines Vaters Halvar (Dietmar Bär) kämpft.
 
"Hilfe, ich hab meine Freunde geschrumpft":
Im dritten Teil der erfolgreichen "Schrumpf"-Komödienreihe ("Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft" kam 2015 auf gut 1,1 Millionen Zuschauer, "Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft" erreichte 2018 noch 860.000) bekommt es Protagonist Felix (Oskar Keymer) an seinem Gymnasium mit dem böswilligen Geist der früheren Direktorin Stechbarth (Andrea Sawatzki) zu tun und verliebt sich außerdem in die neue Mitschülerin Melanie (Lorna zu Solms) – Felix' Freunde haben ihr gegenüber allerdings gewisse Vorbehalte und angesichts des Filmtitels dürfte nicht schwer zu erraten sein, worin das Ganze resultiert …
 
"French Exit":
Michelle Pfeiffer ("mother!") erhielt eine Golden Globe-Nominierung für ihre Hauptrolle der verwitweten New Yorker High Society-Lady Frances in dieser schwarzhumorigen Tragikomödie von Azazel Jacobs ("The Lovers"). Als Frances feststellt, daß ihr Geld langsam zur Neige geht und sich das auch bereits herumzusprechen beginnt, will sie einen neuen Anfang wagen und macht sich per Kreuzfahrtschiff gemeinsam mit ihrer Katze (die möglicherweise ihr wiedergeborener Ehemann ist) und ihrem erwachsenen Sohn Malcolm (Lucas Hedges, "Manchester by the Sea") auf den Weg nach Paris, wo sie die leerstehende Wohnung einer Freundin übernehmen will.
 
9. September:
"Don't Breathe 2":
Vor fünf Jahren war der Horrorthriller "Don't Breathe" von "Evil Dead"-Regisseur Fede Alvarez eine schöne Überraschung, die mit dem Konflikt zwischen einem blinden Veteranen und drei jungen Kleinkriminellen sowohl inhaltlich als auch kommerziell überzeugen konnte. Nun kommt die Fortsetzung in die Kinos, die in den USA mittelmäßig rezensiert wurde und aus dem ersten Film lediglich den blinden Norman (Stephen Lang, "Avatar") zurückbringt. Der avanciert im Regiedebüt des Uruguayers Rodo Sayagues (der bereits das Drehbuch zum ersten Teil schrieb) vom Antagonisten zum Protagonisten, wenn auch eher im Sinne eines klassischen Antihelden. Grund für seine Wandlung ist das 11-jährige Waisenmädchen Phoenix, das Norman in der Zwischenzeit bei sich aufgenommen hat. Als Phoenix von ihrem kriminellen biologischen Vater entführt wird, macht sich Norman auf den Weg, sie mit allen Mitteln zurückzuholen – auch wenn er dafür sein Heim verlassen muß, in dem sein fehlendes Augenlicht kein Problem war …
 
"Stillwater – Gegen jeden Verdacht":
Matt Damon hat sich relativ früh im Jahr seinen Status als OSCAR-Anwärter erarbeitet mit seiner Hauptrolle in Tom McCarthys ("Spotlight") positiv rezensiertem Thriller-Drama. Damon spielt den Bohrarbeiter Bill, der nach Marseille reist, als dort seine erwachsene und ihm entfremdete Tochter Allison (Abigail Breslin, "Zombieland 2") wegen Mordes an einer Freundin angeklagt wird. Bill will unbedingt Allisons Unschuld beweisen, allerdings machen es ihm seine Unkenntnis des französischen Rechtssystems wie auch der Sprache nicht unbedingt leichter. Hilfe erhält er von der französischen Schauspielerin Virginie (Camille Cottin, TV-Serie "Call My Agent!"). Während viele Kritiker das langsame Erzähltempo und die eher konventionelle Inszenierung bemängeln, erfahren die wendungsreiche Handlung und die Schauspielleistungen viel Lob, allen voran eben Matt Damon, dessen Redneck-Antiheld sich deutlich von seinen sonstigen Rollen unterscheidet.
 
"Beckenrand Sheriff":
Die neue Komödie von Marcus H. Rosenmüller ("Wer früher stirbt, ist länger tot") dreht sich um ein etwas heruntergekommenes Freibad in einer süddeutschen Kleinstadt. Deren Bürgermeisterin (Gisela Schneeberger, "Wir sind die Neuen") will das teure Schwimmbad schließen, Unternehmer Albert (Sebastian Bezzel) das Gelände kaufen und dort exklusive Wohnungen bauen. Gar nicht einverstanden mit diesen Plänen ist jedoch Bademeister Karl (Milan Peschel), der ein Bürgerbegehren gegen die Schließung anleiert. Dafür 600 Unterschriften zu bekommen, ist allerdings gar nicht so einfach angesichts der Tatsache, daß der ruppige Karl sich in seinen 30 Jahren als Bademeister nicht allzu viele Freunde gemacht hat …
 
"Curveball – Wir machen die Wahrheit":
Die ambitionierte deutsche Politfarce von "Das kalte Herz"-Regisseur Johannes Naber erzählt die auf ziemlich unfaßbaren wahren Geschehnissen basierende Geschichte des irakischen BND-Informanten Rafid Alwan mit dem Decknamen "Curveball" (Dar Salim, TV-Serie "Game of Thrones"), der von der Bush-Regierung als ein Hauptargument für den 2003 gestarteten Irak-Krieg herangezogen wurde. Sebastian Blomberg ("Der Staat gegen Fritz Bauer") spielt den BND-Biowaffenexperten Wolf, der davon überzeugt ist, daß Saddam Hussein heimlich an Biowaffen arbeitet – und als der irakische Asylbewerber Rafid in Deutschland behauptet, an genau so einem Biowaffen-Programm beteiligt gewesen zu sein, glaubt Wolf, daß er seine These endlich belegen kann. Doch sagt Rafid wirklich die Wahrheit?
 
"The Painted Bird":
Václav Marhouls für einen Europäischen Filmpreis nominiertes tschechisches Schwarzweiß-Kriegsdrama erzählt vom jüdischen Jungen Joska, der nach dem Tod seiner Tante versucht, während des Zweiten Weltkrieges in Osteuropa zu überleben. Zwar findet er immer wieder vorübergehend Zuflucht, doch hält das nie lange an, weshalb er viel auf Reisen ist und dabei auf diverse Personen (verkörpert u.a. von Udo Kier, Harvey Keitel, Stellan Skarsgård, Julian Sands) trifft – manche davon wohlwollend gesinnt, viele andere weniger.
 
"a-ha – The Movie":
Thomas Robsahm und Aslaug Holm erzählen in ihrem Dokumentarfilm die Geschichte der norwegischen Pop-Sensation um ihren charismatischen Frontmann Morten Harket nach, die ab den 1980er Jahren mit Hits wie "Take On Me", "Hunting High and Low", "Stay on These Roads", "Crying in the Rain" oder "Summer Moved On" viele Jahre lang vor allem die europäischen Charts dominierte.
 
16. September:
"Dune" (3D):
Fast 40 Jahre ist es inzwischen her, daß David Lynch eine ebenso stargespickte wie bis heute sehr kontrovers diskutierte Umsetzung der populären "Dune"-SciFi-Romanreihe von Frank Herbert in die Kinos brachte. Nicht nur angesichts der umstrittenen Aufnahme von Lynchs Werk, sondern auch aufgrund des enormen technischen Fortschritts seitdem scheint eine Neuverfilmung daher durchaus angebracht – und wenn diese vom Kanadier Denis Villeneuve inszeniert wird, der mit "Arrival" und vor allem "Blade Runner 2049" bereits sein Talent für Genrestoffe nachdrücklich unter Beweis gestellt hat, darf man sogar auf hohe Qualität hoffen. Auch die Besetzung kann sich sehen lassen: Timothée Chalamet ("Little Women") spielt den Protagonisten der Geschichte, den jungen Adligen Paul Atreides, dessen Vater Herzog Leto (Oscar Isaac) auf dem Wüstenplaneten Arrakis mit der Förderung des begehrten "Spice" betraut wird – einer Wunder-Substanz, die u.a. das Leben verlängert, übernatürliche Gedankenkräfte verleiht und interstellare Reisen ermöglicht. Das Haus Atreides läuft allerdings in eine Falle von Baron Harkonnen (Stellan Skarsgård), weshalb Paul mit seiner Mutter (Rebecca Ferguson) in die Wüste flieht – wo sie bei dem Nomadenvolk der Fremen Zuflucht finden … Weitere Rollen spielen Josh Brolin, Dave Bautista, Javier Bardem, Zendaya, Jason Momoa und Charlotte Rampling.
 
"Saw – Spiral":
Eigentlich fand die langlebige, 2004 von James Wan und Leigh Whannell ersonnene "Saw"-Horrorreihe im Jahr 2017 mit dem achten Teil "Jigsaw" ein halbwegs erfolgreiches und rundes Ende (zumindest nach allem, was man liest – ich persönlich bin bereits nach Teil 2 ausgestiegen). Doch eine Cash Cow – und das war die Reihe angesichts solider Einspielergebnisse bei überschaubaren Produktionskosten bis zuletzt – läßt man natürlich ungern verhungern, weshalb nur vier Jahre später eine Art Neuanfang ins Haus steht. Treibende Kraft dahinter war Schauspieler und Comedian Chris Rock ("Rush Hour"), der die Idee zu einer neuen "Saw"-Geschichte hatte und dann auch gleich die Hauptrolle übernahm; die Regie ging an Darren Lynn Bousman, der bereits den zweiten bis vierten Teil von "Saw" inszeniert hatte. Rock spielt den New Yorker Polizisten Zeke, der mit seinem neuen Partner William (Max Minghella) in einer grausigen Mordserie an Cops ermittelt – begangen scheinbar von einem Nachahmer des berüchtigten Jigsaw-Killers … Als Zekes Vater spielt auch Samuel L. Jackson eine Hauptrolle. Die Kritiken fielen bestenfalls mittelmäßig aus (wobei das eigentlich auf alle Reihen-Vertreter zutrifft, selbst "Saw" steht nur bei 51% positiven Kritiken bei Rotten Tomatoes) und auch das Publikum scheint die Notwendigkeit dieses Reboots nur bedingt zu sehen, jedenfalls ist "Spiral" (natürlich auch pandemiebedingt) der kommerziell schwächste Vertreter der Reihe.
 
"Je suis Karl":
Christian Schwochows ("Die Unsichtbare") Thriller-Drama erzählt von der jungen Berlinerin Maxi (Luna Wedler, "Das schönste Mädchen der Welt"), die durch einen Terroranschlag ihr Heim und fast ihre ganze Familie verloren hat – nur sie und ihr Vater Alex (Milan Peschel) sind noch übrig. Beide versuchen auf ihre Weise, mit der traumatischen Situation umzugehen und zurück ins Leben zu finden – für Maxi bedeutet das politisches Engagement, nachdem sie den engagierten Studenten Karl (Jannis Niewöhner) kennenlernt und dieser sie zu einigen Veranstaltungen mitnimmt. Doch Maxi ahnt nicht, daß Karl sie nur für seine buchstäblich revolutionären Pläne ausnutzen will …
 
"Herr Bachmann und seine Klasse":
Maria Speths gefeierter und auf der Berlinale mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichneter Dokumentarfilm von Maria Speth ("9 Leben") zeigt den Alltag an einer sehr diversen hessischen Gesamtschule aus der Perspektive des engagierten Lehrers Dieter Bachmann.
 
23. September:
"Schachnovelle":
Philipp Stölzls ("Nordwand") Neuadaption von Stefan Zweigs berühmter Novelle aus dem Jahr 1941 schildert, wie der Wiener Notar Josef Bartok (Oliver Masucci, "Werk ohne Autor") und seine Frau Anna (Birgit Minichmayr) 1938 nach dem "Anschluß" Österreichs an Nazi-Deutschland versuchen, in die USA zu flüchten – doch bevor das gelingt, wird er von der Gestapo verhaftet, da er dem Leiter der Geheimen Staatspolizei, Böhm (Albrecht Schuch), den Zugriff auf die Bankkonten diverser Adliger ermöglichen soll, für die er als Vermögensverwalter tätig ist. Bartok weigert sich allerdings und hält sogar langer Einzelhaft in einem Hotelzimmer stand – dabei kommt er eines Tages an ein Heft über berühmte Schachpartien und beginnt, gegen sich selbst Schach zu spielen …
 
"Helden der Wahrscheinlichkeit – Riders of Justice":
In dem von der Kritik gefeierten schwarzhumorigen dänischen Actionthriller von Anders Thomas Jensen ("The Salvation") agiert Mads Mikkelsen als Soldat Markus, der nach dem Unfalltod seiner Frau von seinem Einsatz in Afghanistan in die Heimat zurückkehrt, um sich um seine Teenager-Tochter Mathilde zu kümmern. Während Mads mehr schlecht als recht versucht, mit der neuen Situation klarzukommen, tauchen eines Tages zwei Mathematiker und ein Hacker bei ihm auf und eröffnen Markus, daß seine Frau ihren Berechnungen zufolge nicht bei einem Unfall gestorben sei, sondern eine Gang namens "Riders of Justice" für ihren Tod verantwortlich zeichne. Markus sinnt auf Rache …
 
"The Many Saints of Newark":
14 Jahre ist es inzwischen auch schon wieder her, als mit "Die Sopranos" eine der besten TV-Serien aller Zeiten ihr durchaus kontroverses Ende erfand – und acht Jahre in der Vergangenheit liegt der unerwartet frühe Tod von Tony Soprano-Darsteller James Gandolfini, der jegliche Spekulationen über eine Fortführung der Mafia-Geschichten zu beenden schien. Doch weit gefehlt, denn Serienschöpfer David Chase hat sich ein Prequel ausgedacht, das mit Alan Taylor ("Thor 2") ein bewährter Regisseur der Serie inszenierte – mit James Gandolfinis bis dato schauspielerisch noch weitgehend unbelecktem Sohn Michael passenderweise in der Hauptrolle des jungen Tony Soprano. Die Handlung spielt in den turbulenten 1960er Jahren und zeichnet Tonys rasanten Aufstieg in der von seinem Onkel Dickie Moltisanti (Alessandro Nivola, "The Neon Demon") angeführten Mafia nach. Weitere Rollen spielen Vera Farmiga, Ray Liotta, Corey Stoll und Jon Bernthal.
 
"The Sunlit Night":
Das in den USA zu mediokren Kritiken angelaufene englischsprachige Regiedebüt des Deutschen David Wnendt ("Kriegerin") ist eine romantische Komödie über die US-Malerin Frances (Jenny Slate, "Hotel Artemis"), die nach mehreren beruflichen und privaten Rückschlägen aus ihrer Heimat New York nach Norwegen zieht, wo sie ein Stipendium erhält. Sie hat gewisse Anpassungsprobleme – u.a. die niemals untergehende Sonne –, lernt aber auch Yasha (Alex Sharp, "The Trial of the Chicago 7") kennen, der ebenfalls aus New York nach Norwegen gekommen ist, um dort seinen Vater zu begraben. Die beiden kommen sich näher ... In weiteren Rollen agieren "Hangover"-Star Zach Galifianakis und Gillian Anderson.

"Ted Bundy: No Man of God":
In dem vor allem wegen der schauspielerischen Leistungen positiv besprochenen Thriller-Drama spielt Elijah Wood den FBI-Analysten Bill Hagmaier, der sich wenige Tage vor dessen Hinrichtung mit dem Serienkiller Ted Bundy (Luke Kirby, "Take This Waltz") trifft, um dessen Motivation zu verstehen und daraus für ähnliche Fälle zu lernen. Als Grundlage des Films dienen Hagmaiers Aufzeichnungen seiner Gespräche mit Bundy.
 
30. September:
"James Bond 007 – Keine Zeit zu sterben":
Mit seinem fünften Einsatz als Geheimagent im Dienst ihrer Majestät findet die Ära Daniel Craig ein hoffentlich ebenso würdiges wie spektakuläres Ende. Bislang waren die Filme des sechsten James Bond-Darstellers qualitativ ja eine ziemliche Achterbahnfahrt: Es begann stark mit "Casino Royale", ging (auch aufgrund des damaligen Autorenstreiks) ziemlich schwach weiter mit "Ein Quantum Trost", steigerte sich mit "Skyfall" auf einen absoluten Höhepunkt in der inzwischen fast sechs Dekaden umspannenden Historie des Franchises, nur um dann mit "Spectre" eher zu enttäuschen. Wenn sich der Trend fortsetzt, ist nun also wieder ein richtig gutes Bond-Abenteuer zu erwarten. Zu Beginn des Films hat sich Bond mit Madeleine (Léa Seydoux) zur Ruhe gesetzt, als ihn sein alter CIA-Freund Felix Leiter (Jeffrey Wright kehrt erstmals seit "Ein Quantum Trost" in dieser Rolle zurück) um Hilfe bittet. Ein Wissenschaftler wurde gekidnappt und Felix braucht Bonds Hilfe, um ihn zu befreien. Den Antagonisten des Films spielt der OSCAR-Gewinner Rami Malek ("Bohemian Rhapsody"), doch auch Christoph Waltz kehrt als Blofeld zurück (ebenso wie Ralph Fiennes als M, Ben Whishaw als Q sowie Naomie Harris als Moneypenny). Neu dabei sind zudem Lashana Lynch ("Captain Marvel") als britische und Ana de Armas ("Knives Out") als US-amerikanische Geheimagentin.
 
"Die Pfefferkörner und der Schatz der Tiefsee":
Obwohl der erste Kinofilm zur beliebten deutschen Jugendserie "Die Pfefferkörner" im Jahr 2017 nur auf bescheidene 365.000 Kinozuschauer kam, dürfen sich die jugendlichen Detektive nun erneut auf der großen Leinwand versuchen – wobei es genau genommen größtenteils eine neue Gruppe ist, denn aus Altersgründen werden die "Pfefferkörner" alle paar Jahre ausgetauscht. Einzige Rückkehrerin ist die 12-jährige Alice (Emilia Flint), die die Sommerferien in Nordirland verbringt und dort in ein Abenteuer rund um einen Überfall auf eine Forschungsstation verwickelt wird. Zudem sind u.a. Heino Ferch, Max Riemelt und Sonja Gerhardt zu sehen.
 
"Feuerwehrmann Sam – Helden fallen nicht vom Himmel":
Der vierte Kino-Ableger der beliebten Kinder-Animationsserie, in dem die Kleinstadt Pontypandy einen neuen Polizeichef bekommt und ein "Fliegender Mann" für Unruhe sorgt.
 
"Bis an die Grenze":
Anne Fontaines ("Gemma Bovery") französischer Thriller handelt von den Polizisten Aristide (Omar Sy, "Ziemlich beste Freunde"), Virginie (Virginie Efira, "Birnenkuchen mit Lavendel") und Erik (Grégory Gadebois, "Intrige"), die einen Asylbewerber (Payman Maadi, "6 Underground") aus Tadschikistan für seine Abschiebung zum Pariser Flughafen bringen sollen. Als Virginie erkennt, daß dem Mann in seiner Heimat der Tod droht, will sie ihre Kollegen dazu überreden, ihn flüchten zu lassen. Der Film basiert auf dem gefeierten Roman "Die Polizisten" von Hugo Boris, die Adaption soll allerdings nach Ansicht vieler Kritiker leider bei weitem nicht an dessen Qualität heranreichen.
 
"Träum Weiter! – Sehnsucht nach Veränderung": 
Ein Dokumentarfilm von Valentin Thurn ("Taste the Waste") über fünf Menschen, die sich ihren jeweiligen großen, teilweise auch für die Gesellschaft potentiell bedeutsamen Traum erfüllen wollen – vom mietfreien Wohnen für alle bis zur Reise zum Mars!


Das war also meine ausführliche Vorschau auf die wichtigsten deutschen Kinostarts im September 2021, dem Oktober werde ich mich dann in den nächsten Wochen widmen.

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