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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

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Montag, 7. Januar 2013

Neues aus Hollywood (1/2013)

Erwartungsgemäß hatte die Filmbranche über den Jahreswechsel hinweg im Großen und Ganzen Besseres zu tun, als die Öffentlichkeit über neue Projekte zu informieren. Deshalb nehme ich zur einzigen echten Neuigkeit auch eine Meldung über einen vielversprechenden Film in meine wöchentliche News-Übersicht auf, der zwar bereits abgedreht ist, bislang in den Medien aber wenig Beachtung fand:

- Der britische Regisseur Danny Boyle schwimmt seit einigen Jahren auf einer ziemlichen Erfolgswelle: Mit "Slumdog Millionär" gewann er den OSCAR, das (meiner Meinung nach sogar noch bessere) Survival-Drama "127 Hours" bescherte ihm zwei weitere Nominierungen und seine ebenso farbenfrohe wie humorvolle Inszenierung der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2012 in London wurde mit viel Lob bedacht. Und in der Zwischenzeit hat er beinahe unbemerkt sogar schon seinen nächsten Film abgedreht: In "Trance" geht es um einen Kunstauktionator namens Simon (James McAvoy, "X-Men: Erste Entscheidung"), der sich mit einer Gruppe von Dieben zusammentut, um ein wertvolles Goya-Gemälde zu stehlen. Allerdings will Simon seine Komplizen übers Ohr hauen, was deren Anführer (Vincent Cassel, "Tödliche Versprechen", "Public Enemy No. 1") nicht sehr nett findet und mit einem Gewaltausbruch beantwortet, der bei Simon zu einer Amnesie führt. Behauptet dieser zumindest. Also wird eine Psychotherapeutin (Rosario Dawson, "Sin City", "Unstoppable") damit beauftragt, mittels Hypnose herauszufinden, wo Simon das Gemälde versteckt hat. Laut Boyle beginnt "Trance" wie ein typischer Gaunerfilm, entwickelt sich dann aber zusehends zum psychologischen Thriller und entspannt auch noch eine ménage à trois zwischen Simon, der Therapeutin und dem Anführer der Diebesbande. "Trance" befindet sich in der Postproduktion und soll in Großbritannien bereits Ende März in die Lichtspielhäuser kommen.

- Nachdem er 2012 mit "Moonrise Kingdom" den größten Erfolg seiner bisherigen Karriere erzielte, hat US-Regisseur Wes Anderson die Gunst der Stunde genutzt und für seine neue schräge Komödie eine noch größere Staransammlung verpflichtet, als man das ohnehin von ihm gewohnt ist. Zur Handlung von "The Grand Budapest Hotel" läßt er wie üblich nur sehr wenig verlauten (im Grunde genommen nicht mehr als "sie spielt in den 1920er Jahren in einem Hotel in Budapest", gerüchteweise sollen zudem die Komödien des deutsch-amerikanischen Meisterregisseurs Ernst Lubitsch eine Inspirationsquelle sein), aber die Besetzung spricht für sich. Aus Andersons großer "Filmfamilie" kehren Willem Dafoe, Jeff Goldblum (beide "Die Tiefseetaucher"), Adrien Brody ("Darjeeling Limited"), Edward Norton, Tilda Swinton, Harvey Keitel (alle "Moonrise Kingdom"), Bill Murray, Jason Schwartzman (beide waren in allen Anderson-Filmen seit "Rushmore" zu sehen) und Owen Wilson (alle außer "Moonrise Kingdom") zurück, neu dabei sind: Ralph Fiennes ("Skyfall", "Brügge sehen ... und sterben?"), der die Hauptrolle des Hotel-Concierge Gustave übernimmt, Saoirse Ronan ("Violet & Daisy", "Abbitte"), Jude Law ("Anna Karenina", "Hugo Cabret"), F. Murray Abraham ("Amadeus", "Scarface") und Mathieu Amalric ("Ein Quantum Trost", "Schmetterling und Taucherglocke"). Das Drehbuch schreibt Anderson diesmal selbst, die Musik wird erneut Alexandre Desplat komponieren. Die Dreharbeiten zu "The Grand Budapest Hotel" sollen noch diesen Monat im sächsischen Görlitz beginnen, was für einen Kinostart Anfang 2014, vielleicht auch noch Ende 2013 und damit rechtzeitig zur nächsten OSCAR-Saison spricht.

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