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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

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Dienstag, 21. August 2012

UNSTOPPABLE – AUSSER KONTROLLE (2010)

Regie: Tony Scott, Drehbuch: Mark Bomback, Musik: Harry Gregson-Williams
Darsteller: Denzel Washington, Chris Pine, Rosario Dawson, Kevin Dunn, Ethan Suplee, Kevin Corrigan, Lew Temple, Jessy Schram, T.J. Miller, Kevin Chapman, Aisha Hinds
 Unstoppable
(2010) on IMDb Rotten Tomatoes: 87% (6,9); weltweites Einspielergebnis: $167,8 Mio.
FSK: 12, Dauer: 98 Minuten.

Als ein unter anderem mit explosivem Gefahrengut beladener Güterzug infolge menschlichen Versagens führerlos und in Höchstgeschwindigkeit durch die USA rast und alle konventionellen Versuche, ihn zu stoppen, scheitern, können nur noch der erfahrene Ingenieur Frank (Denzel Washington, "Flight") und der junge Zugführer Will (Chris Pine, "Star Trek", "Carriers"), die sich mit ihrem Zug zufällig auf der gleichen Strecke befinden, mit einer Harakiri-Aktion eine Katastrophe verhindern. Denn der Güterzug nähert sich unaufhaltsam einer scharfen Kurve inmitten eines dichtbesiedelten Wohngebietes, in der er unweigerlich entgleisen muß ...

Kritik
:
Etliche Filme des britischen Hollywood-Regisseurs Sir Ridley Scott ("Alien""Prometheus", "Gladiator", "Blade Runner") haben mich absolut begeistert – die in der Regel deutlich krawalligeren Werke seines jüngeren Bruders Tony lassen mich hingegen meist eher kalt. Zwar hat er vor allem in den 1980er und 1990er Jahren eine Reihe wenig anspruchsvoller, aber doch sehr unterhaltsamer Filme wie "Crimson Tide", "Der Staatsfeind Nr. 1" oder "Spy Game" geschaffen, aber seit der Jahrtausendwende konnte er mich mit inhaltlich unausgegorenen Action-Thrillern wie "Domino", "Man on Fire" oder "Déjà Vu" kaum noch überzeugen. Mit dem rasanten "Unstoppable" erinnert Tony Scott endlich wieder an seine bewährten Stärken als sehr solider Genrespezialist.

Zwar sind die Schwächen des Films unverkennbar: Die Aneinanderreihung unglücklicher Zufälle wirkt auf Dauer arg unglaubwürdig (dabei soll die Geschichte auf wahren Ereignisse basieren, aber ich unterstelle einfach mal, daß es sich um eine sehr lose Verfilmung handeln muß), die Charakterzeichnung ist wie so oft bei Scotts Filmen sehr schlicht geraten und die aufgesetzte Kapitalismuskritik – natürlich ist dem Unternehmenschef der Aktienkurs viel wichtiger als eine hohe Anzahl akut gefährdeter Menschenleben – ist in etwa so subtil wie eine Dampfwalze. Im Vergleich dazu sind die Werke des bekennendsten Hollywood-Linken Oliver Stone ("Wall Street") richtiggehend ausgewogen.

Aber: Als spannender, adrenalingeladener Action-Thriller funktioniert "Unstoppable" trotzdem. Die 90 Minuten vergehen weitgehend wie im Flug und zum Ärgern über die angesprochenen Schwächen bleibt angesichts der stets routiniert, gelegentlich sogar spektakulär inszenierten Nonstop-Action sowieso kaum Zeit. Da auch die Besetzung mit den beiden charismatischen Hauptdarstellern Washington (der schauspielerisch allerdings sichtlich unterfordert ist) und Jungstar Pine sowie Nebendarstellern wie Rosario Dawson ("Sin City") und Ethan Suplee (Randy in der Comedy-Serie "My Name is Earl") gut funktioniert, bleibt unterm Strich ein unterhaltsamer Actionstreifen, der sicherlich nicht in die Filmgeschichte eingehen wird, aber seinen Zweck erfüllt.

Fazit: "Unstoppable" ist ein kurzweiliger und gut besetzter Actionfilm, der mit einer geradlinigen Story und überzeugend inszenierten Actionsequenzen trotz dünner Story, schablonenhafter Charaktere und recht unglaubwürdigem Handlungsverlauf gut zu unterhalten versteht.

Wertung: Knapp 7,5 Punkte.


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