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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Montag, 28. Januar 2013

Neues aus Hollywood (4/2013)

Auch in der vergangenen Woche waren die einflußreichen Männer und Frauen in Hollywood und der sonstigen Filmwelt wieder sehr fleißig:

- Die Topmeldung war zweifellos die Verpflichtung von J.J. Abrams als Regisseur von "Star Wars Episode VII" (als Drehbuch-Autor steht bereits seit einiger Zeit Michael Arndt fest, Details zur Story gibt es weiterhin nicht). Dieser Coup kommt durchaus überraschend, da Abrams selbst sich noch im Dezember ob seiner Tätigkeit als Regisseur der neuen "Star Trek"-Filme sehr skeptisch gezeigt hat, ob sich die Leitung beider Science Fiction-Reihen miteinander vereinbaren ließe – schon weil Teile der gewaltigen Fangruppen beider Frachises sich nicht unbedingt grün sind. Letztlich war die Versuchung für den erklärten "Star Wars"-Fan Abrams aber verständlicherweise wohl zu groß. Dennoch hat er bereits verlauten lassen, daß er nach dem bereits abgedrehten Kinofilm "Star Trek Into Darkness" (deutscher Kinostart: 16. Mai 2013) der Reihe zumindest als Produzent eines dritten Teils verbunden bleiben werde. Gleiches gilt für die "Mission: Impossible"-Actionthriller mit Tom Cruise, die er Ende 2011 mit dem vierten Teil "Phantom Protokoll" unerwartet erfolgreich wiederbelebt hatte. J.J. Abrams wird also die nächsten Jahre gut zu tun haben. Da er neben seiner SF-Tauglichkeit (mittels "Star Trek") mit seinem nostalgischen Jugend-Abenteuerfilm "Super 8" auch schon bewiesen hat, daß er die Atmosphäre der großen Blockbuster der frühen 1980er Jahre perfekt einfangen kann, halte ich Abrams jedenfalls für eine vielversprechende Wahl.

- Auch ein weiterer Top-Regisseur bereitet sich auf sein neues Projekt vor: Paul Thomas Anderson ("The Master", "There Will Be Blood") will als nächstes den Noir-Thriller "Inherent Vice" von Thomas Pynchon verfilmen, dessen Drehbuch-Adaption er selbst bereits fertiggestellt hat. In der Geschichte geht es um den Hippie-Privatdetektiv Doc Sportello, der im Los Angeles der 1960er Jahre von seiner Ex-Freundin beauftragt wird, einen angeblichen Plan zur Entführung eines Immobilienmoguls, mit dem sie nun liiert ist, zu verhindern. Doch in bester Noir-Tradition ist natürlich alles deutlich komplizierter, als es zunächst den Anschein hat. Ursprünglich galt Robert Downey Jr. als Favorit für die Hauptrolle des Privatdetektivs, doch dieser sagte letztlich ab, weshalb nun Andersons OSCAR-nominierter "The Master"-Darsteller Joaquin Phoenix in Verhandlungen steht, den Part zu übernehmen. Obwohl es noch keine näheren Informationen gibt, dürfte "Inherent Vice" – sollte es keine unerwarteten Verzögerungen mehr geben – irgendwann 2014 starten, vielleicht bereits im ersten Halbjahr, was eine Premiere bei den Filmfestspielen in Cannes im Mai ermöglichen würde.

- Im November 2013 soll das WikiLeaks-Drama "The Fifth Estate" in den nordamerikanischen Lichtspielhäusern anlaufen, das die Entstehungsgeschichte der höchst kontroversen Internet-Enthüllungsplattform nacherzählt. Bill Condon ("Dreamgirls", "Breaking Dawn") führt Regie, das Drehbuch haben Josh Singer (Autor zahlreicher Episoden von TV-Serien wie "The West Wing" und "Fringe") und R.J. Cutler beigesteuert, basierend auf zwei Sachbüchern. Die Hauptrolle des Julian Assange spielt der aktuell vielbeschäftigte Brite Benedict Cumberbatch ("Dame, König, As, Spion", "Der Hobbit", TV-Reihe "Sherlock"), sein deutscher Kollege und WikiLeaks-Mitbegründer Daniel Domscheit-Berg (dessen Buch eine der beiden literarischen Vorlagen ist) wird von Daniel Brühl ("Inglourious Basterds", "Eva") verkörpert. Zur weiteren Besetzung zählen die dreifache OSCAR-Nominee Laura Linney ("Die Geschwister Savage", "Tatsächlich ... Liebe"), Anthony Mackie ("Tödliches Kommando – The Hurt Locker"), David Thewlis ("Anonymus", "Harry Potter"), Carice van Houten ("Black Book", "Operation Walküre"), Peter Capaldi (bekannt aus britischen TV-Serien wie "The Thick of It" oder "Torchwood: Kinder der Erde"), Alicia Vikander ("Anna Karenina") und Dan Stevens (TV-Serie "Downton Abbey"). Letzte Woche haben die Dreharbeiten begonnen.

- Das Regie-Duo Richard Glatzer und Wash Westmoreland, am besten bekannt für die Independent-Tragikomödie "Der 15. Geburtstag", die 2006 unter anderem die zwei Hauptpreise bei Robert Redfords renommiertem Sundance Filmfestival gewann, thematisieren in seinem neuen Film "The Last of Robin Hood" die letzten Tage der Hollywood-Legende Errol Flynn aus der Sicht seiner jugendlichen Geliebten Beverly Aadland. Der vor allem für seine Piratenfilme und eben die Rolle als Robin Hood lange Zeit höchst populäre Schauspieler, der 1959 im Alter von 50 Jahren starb, erlitt in den 1950er Jahren einen heftigen Karriereeinbruch, der ihn unter anderem in Drogenabhängigkeit und Alkoholismus trieb. Während Kevin Kline ("Ein Fisch namens Wanda") Flynn verkörpern wird, wurde nun Ex-Kinderstar Dakota Fanning ("Mann unter Feuer", "Krieg der Welten", "Twilight"-Reihe) für die eigentliche Hauptrolle der zu Beginn ihrer Affäre mit Flynn erst 15-jährigen Beverly Aadland verpflichtet (die sich als 18-Jährige ausgab). Susan Sarandon ("Cloud Atlas", "Robot & Frank") spielt Beverlys Mutter Florence. Die Dreharbeiten sollen im Februar beginnen, in die US-Kinos dürfte "The Last of Robin Hood" Ende 2013 kommen.

- Abschließend zwei fast schon obligatorische Castingupdates: Robert Rodriguez' und Frank Millers "Sin City: A Dame to Kill For" hat diesmal nur einen Zugang zu vermelden, der ist dafür aber überraschend: Bruce Willis wird erneut den aufrechten Cop Hartigan spielen, eine der zentralen Figuren des ersten Teils. In der Graphic Novel-Vorlage zu "A Dame to Kill For" kommt Hartigan eigentlich nicht vor, weshalb mit Willis' erneuter Mitwirkung nicht wirklich gerechnet wurde. Aber da in den vergangenen Wochen ja bereits einige Schauspieler für neu geschaffene Rollen verpflichtet wurden (allen voran Joseph Gordon-Levitt als Spieler Johnny), scheint sich der zweite Film aus Millers "Sin City"-Universum (der übrigens in 3D gedreht wird) weit weniger eng an die Comic-Vorlage zu halten als der erste. Einen deutschen Starttermin gibt es weiterhin nicht, er wird aber hoffentlich nicht allzu weit vom US-Start am 4. Oktober 2013 entfernt sein.
Auch "X-Men: Days of Future Past" hat einige weitere Rückkehrer aus der ursprünglichen Trilogie zu vermelden: Anna Paquin (Rogue), Shawn Ashmore (Iceman) und Ellen Page (Kitty Pryde). Damit nimmt die Besetzung des Films von Regisseur Bryan Singer, der Figuren aus der Trilogie und dem Prequel "Erste Entscheidung" zusammenführt, langsam rekordverdächtige Ausmaße an. Bleibt nur zu hoffen, daß das nicht zu Lasten der erzählerischen Qualität geht, aber vermutlich werden einige der Darsteller nicht viel mehr als kurze Gastauftritte haben. Der deutsche Kinostart für "X-Men: Days of Future Past" (der hoffentlich nur vorläufige deutsche Titel lautet übrigens "X-Men – Erste Entscheidung 2" ...) ist für den 17. Juli 2014 vorgesehen.

Quellen:

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