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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

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Montag, 21. Januar 2013

Neues aus Hollywood (3/2013)

Auch in der vergangenen Woche gab es berichtenswerte Neuigkeiten aus der Filmbranche:

- 1983 brachten Regisseur Brian De Palma und Darsteller Al Pacino mit dem brutalen Gangsterfilm "Scarface" einen heutigen Klassiker in die weltweiten Kinos. 1993 folgte mit "Carlito's Way" ein weiterer Gangsterfilm, der "Scarface" qualitativ kaum nachstand. 2003 hatten beide wohl besseres zu tun, aber im Jahr 2013 tun sich die beiden in Ehren ergrauten Kino-Veteranen wieder zusammen. Natürlich hat De Palmas Ruf inzwischen deutlich gelitten (sein letzter großer Erfolg ist "Mission: Impossible" aus dem Jahr 1996) und auch Pacino ist nur noch selten in erinnerungswürdigen Rollen zu sehen. Aber vielleicht treibt die erneute Zusammenarbeit die beiden ja noch einmal zu einem späten Karriere-Höhepunkt an. "Happy Valley" wird allerdings kein Gangsterfilm, zumindest nicht im eigentlichen Sinne. Vielmehr geht es um den in den USA legendären American Football-Trainer Joe Paterno, der 45 Jahre lang Cheftrainer der renommierten Football-Mannschaft der Pennsylvania State University war und in dieser Zeit zahllose Erfolge feierte. Überschattet wurde Paternos Karriere allerdings durch den im November 2011 aufgedeckten Kindesmißbrauchs-Skandals, in dessen Zentrum sein früherer Assistenztrainer Jerry Sandusky stand. Paterno war zwar nicht direkt in den Skandal verwickelt, 2002 hatte er sogar die ihm von einem Co-Trainer mitgeteilte Beobachtung eines sexuellen Übergriffs durch Sandusky an einem 10-Jährigen an die Unispitze weitergeleitet. Daß er jedoch, als diese keine weiteren Schritte unternahm, einfach stillschweigend weitermachte und somit weiterhin Kinder und Jugendliche der Gefahr sexueller Übergriffe durch Sandusky aussetzte, wurde ihm als schwere moralische Schuld angelastet. Nachdem Paterno bereits seinen Rücktritt nach Ende der Saison 2011/2012 angekündigt hatte, wurde er trotz breiter Unterstützung durch die Studenten der Universität gefeuert und starb wenige Monate später an Krebs. Später wurden in seinem E-Mail-Verkehr Hinweise darauf gefunden, daß Paterno entgegen seiner Aussagen sehr wohl schon lange über Sanduskys Verbrechen Bescheid wußte. Reichlich Stoff also für einen hochdramatischen Kinofilm mit einer Rolle, in der Al Pacino endlich wieder sein ganzes Können zeigen kann. Sofern De Palma in der Lage ist, noch einmal seine unbestreitbaren Qualitäten als Regisseur auszupacken. Grundlage für "Happy Valley" wird Joe Posnanskis Biographie "Paterno" sein, für die Drehbuch-Adaption ist David McKenna ("American History X") vorgesehen. Wann die Dreharbeiten beginnen sollen, ist noch nicht abzusehen, ein Kinostart vor 2014 scheint daher unrealistisch.

- Bradley Cooper befindet sich ohne Zweifel auf der Erfolgsspur. Durch "Hangover" wurde der gutaussehende US-Schauspieler zum Star, für die warmherzige Tragikomödie "Silver Linings" hat er gerade seine erste OSCAR-Nominierung erhalten. Eines seiner nächsten Projekte wird sehr wahrscheinlich ein spannend klingender Spionage-Thriller namens "Dark Invasion" sein, basierend auf einem (noch nicht veröffentlichten) Sachbuch von Howard Blum. Erzählt wird darin, wie deutsche Spione im Jahr 1915 in den USA wirkten mit dem erklärten Ziel, durch Bombenanschläge und Sabotageakte deren Eintritt in den Ersten Weltkrieg oder auch nur die materielle Unterstützung der Alliierten im Kampf gegen das deutsche Kaiserreich zu verhindern. Cooper, der auch als Co-Produzent des geplanten Films fungieren wird, soll die Hauptrolle des New Yorker Polizei-Captains Tom Tunney übernehmen, der ein Team zusammenstellt, das die deutschen Spione stoppen soll. Da sich das Projekt in einem sehr frühen Stadium befindet (es gibt noch nicht einmal Drehbuch-Autor oder Regisseur), gibt es auch für "Dark Invasion" noch keinerlei Starttermin, es wäre aber nicht verwunderlich, wenn es noch bis 2015 dauern würde.

- Im Juli 2012 hatte ich erstmals von der geplanten Verfilmung der höchst erfolgreichen Computer- und Videospielreihe "Assassin's Creed" berichtet, deren treibende Kraft Schauspieler Michael Fassbender ("Prometheus") ist. Nun gibt es endlich eine neue Entwicklung, denn mit dem britischen Theaterautor Michael Lesslie wurde ein hochkarätiger Drehbuch-Autor verpflichtet, der zuletzt mit seinem Stück "Prince of Denmark" in London Erfolge feierte. Mehr gibt es leider noch nicht zu berichten, aber die Suche nach einem geeigneten Regisseur ist bereits im Gange und sollte Lesslie ein Skript verfassen, mit dem alle zufrieden sind, dürfte es in den kommenden Monaten deutlich mehr Informationen zu "Assassin's Creed" geben.

- Abschließend das wöchentliche "Sin City: A Dame to Kill For"-Besetzungsupdate: In der aktuellen Runde wurden Veteran Ray Liotta ("Good Fellas", "Killing Them Softly"), Shootingstar Juno Temple ("Killer Joe", "Die drei Musketiere") und Comedy-Spezialist Jeremy Piven (TV-Serie "Entourage", "Operation: Kingdom") verpflichtet. Welche Rollen sie in der Fortsetzung der Adaption von Frank Millers Kult-Graphic Novel übernehmen werden, bleibt jedoch vorerst unbekannt. Ein deutscher Starttermin wurde leider noch immer nicht bekanntgegeben, in den USA wird der Film am 4. Oktober 2013 in die Kinos kommen.

Quellen:

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