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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Dienstag, 21. Mai 2013

Neues aus Hollywood (20/2013)

Im Umfeld der Filmfestspiele von Cannes werden jede Menge Geschäfte in der Filmbranche getätigt und somit auch neue Projekte in Gang gebracht. Entsprechend viel gibt es aus der vergangenen Woche zu vermelden:

- Nachdem zuletzt Tom Hoopers "Les Misérables" die lange Reihe der erfolgreichen Musical-Verfilmungen fortsetzte, dürfte voraussichtlich Ende 2014 das nächste potentielle Highlight aus diesem Genre bevorstehen: "Into the Woods". Das populäre Broadway-Musical von Stephen Sondheim ("West Side Story", "Sweeney Todd") – das vom Versuch eines Bäckers und seiner Ehefrau erzählt, einen lästigen Familienfluch loszuwerden, wobei sie auf zahlreiche bekannte Märchenfiguren treffen – gewann 1988 immerhin drei Tony-Awards und wurde seitdem mehrfach erfolgreich wiederaufgeführt (u.a. in London). Entsprechend war eine Verfilmung nur eine Frage der Zeit, und die beteiligten Namen lassen hohe Qualität erhoffen. Regie wird Rob Marshall führen, der mit "Chicago" bereits eine Broadway-Adaption zu sechs OSCARs führte, das Drehbuch hat James Lapine geschrieben, dessen gleichnamiges Buch aus dem Jahr 1986 als Musical-Vorlage diente. Für Hauptrollen sind bislang bestätigt: Meryl Streep ("Glaubensfrage") als Hexe, Johnny Depp ("Sweeney Todd") als Böser Wolf und der noch relativ unbekannte James Corden ("Die drei Musketiere") als Bäcker. In finalen Verhandlungen befinden sich zudem Jake Gyllenhaal ("Prince of Persia") als Cinderellas Prinz, Chris Pine ("Star Trek Into Darkness") als Rapunzels Prinz und Emily Blunt ("Looper") als Frau des Bäckers. Der Beginn der Dreharbeiten ist für Herbst geplant.

- Die filmische Zukunft von Chris Pine ist allerdings nicht nur märchenhaft, zuvor herrscht für den Schauspieler Endzeitstimmung, wenn er bei den im August beginnenden Dreharbeiten eine der Hauptrollen in Craig Zobels ("Compliance") Romanverfilmung "Z for Zachariah" übernimmt. In Robert C. O'Briens Psychothriller aus dem Jahr 1974 geht es um die 16-jährige Ann, die nach einer Atomkatastrophe die Erde durchstreift in dem deprimierenden Glauben, sie wäre die einzige Überlebende. Diese Rolle wird die bereits 27-jährige Amanda Seyfried ("Mamma Mia!") verkörpern, während Pine und Chiwetel Ejiofor ("Tatsächlich ... Liebe") als Beweis dafür dienen, daß Ann sich irrt. Achja, und natürlich verlieben sich beide in die junge Frau. Die Drehbuch-Adaption hat Newcomer Nissar Modi übernommen. Auch "Z for Zachariah" dürfte irgendwann in der zweiten Jahreshälfte 2014 in den Lichtspielhäusern starten.

- Zu einem wahren "The Avengers"-Familientreffen wird trotz komplett anderer Thematik die kommende Komödie "Chef" werden. Jon Favreau, Regisseur von "Iron Man" und "Iron Man 2" und zuletzt noch als Nebendarsteller in "Iron Man 3" mit von der Partie, hat das Drehbuch geschrieben, wird Regie führen und auch noch die Hauptrolle des titelgebenden Kochs spielen. Dieser versucht, nachdem er seinen Job verloren hat, mit einem eigenen "Food Truck" im Geschäft zu bleiben und sich zudem wieder seiner entfremdeten Familie anzunähern. Das klingt zunächst nicht übermäßig aufregend, doch da Favreau für weitere Rollen seinen "Iron Man"-Hauptdarsteller Robert Downey Jr. und die "Avengers"- und "Iron Man 2"-Darstellerin Scarlett Johansson anheuern konnte sowie mit John Leguizamo ("The Happening"), Sofia Vergara (TV-Serie "Modern Family") und Bobby Cannavale ("Parker") einige weitere namhafte Schauspieler, muß an der Story wohl etwas dran sein. Die Dreharbeiten sollen Anfang Juli in Los Angeles beginnen, womit der Kinostart Ende 2014 oder Anfang 2015 zu erwarten ist.

- Eine beeindruckende Besetzung hat auch Drehbuch-Autor und Regisseur Stephen Gaghan ("Traffic", "Syriana") für seinen nächsten Film zusammengetrommelt. Der Actionthriller "Candy Store" wird, wie so oft bei Gaghan, ein Episodenfilm, der die Erlebnisse zahlreicher Personen vor dem Hintergrund der New Yorker Unterwelt schildert. Zu den Darstellern zählen Robert De Niro ("Silver Linings") als Polizist, Jason Clarke ("Zero Dark Thirty") als früherer Geheimagent, Omar Sy ("Ziemlich beste Freunde") als Menschenhändler und Christoph Waltz ("Django Unchained") als scheinbarer Musterbürger mit zwielichtigen Motiven. Wann die Dreharbeiten starten sollen, wurde noch nicht bekanntgegeben.

- Ein Film, zu dem wohl die wenigsten noch eine Fortsetzung erwartet hätten, ist Ang Lees vierfach OSCAR-gekröntes Wuxia-Meisterwerk "Tiger and Dragon" aus dem Jahr 2000. Doch nachdem die Weinstein Company bereits seit einiger Zeit vage Sequel-Pläne kommuniziert hatte, wurde das Projekt nun in Cannes offiziell bestätigt. "Crouching Tiger, Hidden Dragon II: The Green Destiny" basiert wie der Vorgänger auf einem Buch der fünfteiligen "Kranich und Eisen"-Reihe von Wang Du Lu, das von Drehbuch-Autor John Fusco ("Young Guns", "Hidalgo") adaptiert wurde. Vor und hinter der Kamera werden beide Filme aber wohl nicht mehr allzu viele Gemeinsamkeiten haben, die bislang einzige bekannte ist die Mitwirkung von Michelle Yeoh ("Die Geisha") in ihrer Rolle als Yu Shu Lien. Als Regisseur wurde anstelle des zweimaligen OSCAR-Gewinners Ang Lee ("Brokeback Mountain", "Life of Pi") Yuen Woo-Ping verpflichtet, was eine durchaus vielversprechende Wahl ist, die allerdings doch eine deutlich andere Stilrichtung andeutet. Denn im Gegensatz zum taiwanesischen Kunstfilmer Ang Lee ist Yuen Woo-Ping ein wahrer Kampfsportexperte, der in seiner fast 50-jährigen Karriere als Darsteller, Regisseur, Drehbuch-Autor, Produzent, Stuntman und Kampfchoreograph überzeugte. Yuen stammt aus der gleichen Kampfsportschule wie Jackie Chan, mit dem er vor allem zu Beginn von Chans Karriere vor und hinter der Kamera oft zusammenarbeitete (u.a. in den Klassikern "Drunken Master" und "Die Schlange im Schatten des Adlers"). Als Martial Arts-Choreograph hat er zudem einige Hollywood-Filme wie Quentin Tarantinos "Kill Bill", Andy und Lana Wachowskis "Matrix"-Trilogie und Rob Minkoffs "The Forbidden Kingdom" mit seiner Kunst veredelt. Da er Gleiches auch bei "Tiger and Dragon" tat, ist er auf jeden Fall ein logischer Regisseur für die Fortsetzung, der grandiose Kampfkunstszenen garantiert. Ob er auch in den ruhigeren Szenen mit Lees Kunstfertigkeit mithalten kann, wird sich zeigen. Die männliche Hauptrolle des "Silent Wolf" ging an Donnie Yen ("Ip Man"), den derzeit wohl populärsten Actionschauspieler Asiens. Kämpfen kann Yen natürlich, seine mimische Ausdrucksfähigkeit war in seinen bisherigen Werken aber nicht allzu stark ausgeprägt. Als Nachfolger des "Tiger and Dragon"-Hauptdarstellers Chow Yun-Fat hat er nun jedenfalls ausgesprochen große Fußstapfen auszufüllen. Nähere Details, etwa zur Handlung oder zu weiteren Schauspielern, wurden noch nicht vermeldet, aber die Dreharbeiten sind auch erst für März 2014 in Asien angesetzt.

- Abschließend wieder einmal einige Casting-Updates: Vor zwei Wochen berichtete ich darüber, daß in dem Film "Imagine", in dem Al Pacino einen alternden Rockstar spielt, der nach dem Fund eines ungeöffneten Briefes von John Lennon sein Leben umkrempeln will, Annette Bening und Bobby Cannavale die zuvor vorgesehenen Julianne Moore und Jeremy Renner ersetzen. In der Zwischenzeit gab es für die Besetzung hochkarätige Verstärkung in Person von Sir Michael Caine ("Inception") und Jennifer Garner ("Juno"). Letztere wird die Schwiegertochter des Rockstars spielen, Caine dessen langjährigen Manager. Sogar einen deutschen Starttermin hat "Imagine" inzwischen, nämlich den 2. Januar 2014.
Letzte Woche erwähnte ich einige Cast-Zugänge für Paul Thomas Andersons Noir-Thriller "Inherent Vice". Zu Joaquin Phoenix, Benicio Del Toro und Owen Wilson gesellt sich nun auch noch OSCAR-Gewinnerin Reese Witherspoon, die bekanntlich bereits in James Mangolds "Walk the Line" hervorragend mit Phoenix harmoniert hat. Einen genaueren Kino-Starttermin als "2014" gibt es immer noch nicht.

Quellen:

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