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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit längerer Zeit das Cover meines neuen Buchs präsen...

Samstag, 8. Februar 2020

Samstags-Update (6/2020)

Keine nennenswerten Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende Februar:


Box Office-News:
In den deutschen Charts gibt es erneut einen Zweikampf um die Spitze: Vorwochensieger "Die fantastische Reise des Dr. Dolittle" und der DC-Neustart "Birds of Prey" mit Margot Robbie und Ewan McGregor zielen auf jeweils etwa 200.000 Zuschauer ab. Für den mit starken Kritiken ausgestatteten "Birds of Prey" ist das ein Auftakt ein wenig unter den Erwartungen, die aber angesichts der überwiegenden Unbekanntheit der Comics in Deutschland und des Fehlens eines wirklich zugkräftigen Superstars nicht ganz überraschend kommt. Bleibt zu hoffen, daß positive Mundpropaganda für eine längere Laufzeit sorgt. Platz 3 geht an "Bad Boys for Life" mit etwa 150.000 Besuchern, während die deutsche Komödie "Enkel für Anfänger" mit Heiner Lauterbach mit wohl deutlich mehr als 100.000 Kinogängern solide auf Rang 4 eröffnet. Der US-Thriller "21 Bridges" mit Chadwick Boseman spielt mit unter 50.000 Zuschauern wie erwartet keine große Rolle und könnte knapp in die Top 10 kommen.
In den USA übernimmt der einzige breite Neustart "Birds of Prey" ohne Probleme die Führung in den Kinocharts, muß jedoch trotz der starken Kritiken eine größere Kröte schlucken als in Deutschland: Ein Auftakt mit wohl unter $35 Mio. untertrifft die bei etwa $50 Mio. liegenden Branchenerwartungen deutlich. Stellt sich die Frage nach dem warum: Ein kleiner, toxischer Teil der sozialen Medien, der seit Wochen gegen den Film stänkert, der ihrer Meinung nach zu feministisch, zu divers und zu wenig sexy ist, wird mit Sicherheit für diesen sehr verhaltenen Auftakt feiern und ihn ihren heroischen Bemühungen zurechnen. Angesichts der Tatsache, daß in den letzten Jahren vergleichbare Kampagnen gegen "Wonder Woman" und "Captain Marvel" komplett in die Hose gingen, darf man den Einfluß dieser Würstchen auf die Einspielergebnisse aber bezweifeln. Andere Gründe erscheinen realistischer: Wie erwähnt ist die Comicvorlage nicht gerade ein dem Mainstream vertrauter Blockbuster-Garant, es fehlt ein Superstar wie Will Smith in "Suicide Squad" und vermutlich haben viele potentielle Zuschauer nicht mitbekommen, daß es sich überhaupt um ein Spin-Off dieses $750-Mio.-Hits handelt (in dem Margot Robbie erstmals als Harley Quinn zu sehen war). Umgekehrt könnte es ebenso sein, daß sich einige, denen die Herkunft klar war, davon abschrecken ließen, daß "Suicide Squad" trotz des Erfolges kein guter Film war. Ein weiterer Erklärungsansatz ist die Werbekampagne, die wohl ziemlich irreführend ist und den Film viel düsterer darstellt als er tatsächlich ist. Und natürlich hält auch die höhere Altersfreigabe etliche junge Fans vom Kinobesuch ab - nur weil "Deadpool", "Logan" oder "Joker" (zu dem der zeitliche Abstand vielleicht nicht groß genug war) auch mit dem "R"-Rating sehr erfolgreich waren, heißt das natürlich nicht, daß diese Rechnung immer aufgeht ... Woran auch immer es liegt: Fans von Harley Quinn und dem DCEU müssen hoffen, daß "Birds of Prey" sich als wenig frontlastig erweist und längerfristig von den guten Rezensionen profitiert. Daß der Frauenanteil am Publikum des Starttages erstaunlich gering war (42%), könnte man als Indiz in diese Richtung deuten, jedenfalls ist in dieser Hinsicht noch sehr viel Raum für Verbesserungen in den kommenden Tagen und Wochen. Die gute Nachricht ist, daß sich das Budget von "Birds of Prey" für Superhelden-Verhältnisse in einem überschaubaren Rahmen befindet (angeblich $85 Mio.), womit die Gewinnschwelle nicht so schwierig zu erreichen sein dürfte. Daß die internationalen Ergebnisse bislang nicht besser aussehen als in den USA, läßt allerdings die Wahrscheinlichkeit einer eigentlich fest eingeplanten Fortsetzung sinken. Platz 2 geht derweil an Vorwochengewinner "Bad Boys for Life" mit $10 Mio., den dritten Rang sichert sich am OSCAR-Wochenende mit einem minimalen Rückgang auf $8 Mio. OSCAR-Topfavorit "1917".

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