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Dienstag, 24. November 2015

Neues aus Hollywood (47/2015) / OSCAR-News (Animationsfilme)

In der letzten Woche gab es wieder mal nur wenige Neuigkeiten über interessante kommende Filmprojekte, weshalb ich mich im folgenden auf eine Großproduktion beschränken werde. Da das aber arg kurz ausfiele, trage ich auch noch das Wettbewerbsfeld für die OSCAR-Kategorie "Bester Animationsfilm" nach (die entsprechende Meldung fiel bisher meiner Krankheitspause zum Opfer). Zunächst aber zu der einzigen Film-News:

Passend zum Drehstart wurden in den letzten Tagen einige Details zum kommenden "Wonder Woman"-Film aus dem DC Comics-Universum bekannt. Die wichtigsten Sachen waren schon länger bekannt (Newcomerin Gal Gadot in der Titelrolle, Patty Jenkins als Regisseurin, "Ice Age 4"-Autor Jason Fuchs als Drehbuch-Autor), doch vor allem in Sachen Besetzung hat das produzierende Studio Warner Bros. nun Nägel mit Köpfen gemacht. Zuerst aber noch kurz zur Heldin: Wonder Woman alias Diana Prince ist die wohl beliebteste Superheldin der Comic-Welt und eine Kriegerprinzessin der Amazonen, die mit übernatürlichen Kräften gegen das Böse kämpft (es gibt in den Comics unterschiedliche "Origins", in der aktuellsten ist sie sogar eine Halbgöttin, zuvor hatte sie "nur" ihre Fähigkeiten von den griechischen Göttern). So weit, so generisch, wie das halt so ist bei Comic-Superhelden. Ihren ersten Auftritt wird Wonder Woman bereits nächstes Frühjahr in "Batman vs. Superman" haben, was die Frage spannend macht, worum genau es in ihrem ersten Solofilm gehen wird. Vor einiger Zeit gab es Gerüchte, daß bereits drei Filme geplant sind, die Wonder Womans Vorgeschichte erzählen; demnach würde der erste Film nach dem Ersten Weltkrieg spielen, der zweite vor dem und während des Zweiten Weltkrieges und der dritte in der Gegenwart. Angesichts ihres Auftritts in "Batman vs. Superman" würde das aber etwas seltsam wirken, weshalb die letzten Meldungen durchaus Sinn ergäben, wonach "Wonder Woman" mehrere Handlungsstränge in der Vergangenheit und in der Gegenwart beinhalten soll. Was tatsächlich stimmt, wird sich erweisen müssen. Fakt ist dagegen, daß die bekanntgegebene Besetzung sich vielversprechend liest: Chris Pine ("Star Trek") wird mit Steve Trevor Wonder Womans "love intererest" spielen (im Comic ursprünglich ein US-Soldat; mal sehen, ob es dabei bleibt), während die Rollen der übrigen Darsteller noch nicht bekanntgegeben wurden. Dies sind David Thewlis ("Regression"), Robin Wright ("A Most Wanted Man"), Danny Huston ("30 Days of Night"), Elena Anaya ("Die Haut, in der ich wohne"), Ewen Bremner ("Snowpiercer"), Saïd Taghmaoui ("American Hustle") und Lucy Davis ("Shaun of the Dead"). (Noch?) Nicht bestätigt wurde die Mitwirkung von Nicole Kidman, die sich zuletzt in Verhandlungen für eine Rolle als eine hochrangige Amazonen-Kriegerin befand (möglicherweise ist Wright ihr Ersatz); im Gespräch für Böserollen waren zudem Sean Bean und Eva Green. Als Fan von beiden hoffe ich definitiv, daß sie tatsächlich noch zum Film dazustoßen werden. Es könnte aber auch sein, daß Huston und Anaya ihre Rollen ergattert haben (was auch eine gute Wahl wäre, aber meiner Meinung nach keine nicht ganz so tolle wie die Alternative). Der US-Kinostart von "Wonder Woman" ist für den 23. Juni 2017 geplant.

Damit kurz zu den für die OSCAR-Verleihung 2016 in Frage kommenden Animationsfilmen: 16 Werke bewerben sich in der Kategorie, womit genau die Marke erreicht ist, die fünf (anstelle von nur drei) Nominierungen garantiert. Wobei das noch nicht hundertprozentig gesichert ist, da einige der Filme ihren "OSCAR-qualifying run" (eine Woche in mindestens einem Theater im Umfeld von Los Angeles) erst noch absolvieren müssen. Die 16 Filme im Wettbewerb sind:

Anomalisa (USA; ein visuell wie auch inhaltlich außergewöhnliches Erlebnis von "Being John Malkovich"-Schöpfer Charlie Kaufman)
The Boy and the Beast (Japan)
Der Junge und die Welt (Brasilien; gewann bereits zahlreiche Preise)
Arlo & Spot (USA; der neue Pixar-Film startet am Donnerstag in den deutschen Kinos)
Home Ein smektakulärer Trip (USA; gut 700.000 Zuschauer in Deutschland)
Hotel Transsilvanien 2 (USA; bislang knapp 1,4 Millionen Zuschauer in Deutschland)
Alles steht Kopf (USA; Pixars erster Streich des Jahres steht bei 3,1 Millionen Zuschauern in Deutschland)
The Prophet (USA/Frankreich/Kanada/Libanon/Katar; die Verfilmung des bekanntesten Buches von Kahlil Gibran war ein Herzensprojekt von Co-Produzentin und Sprecherin Salma Hayek)
The Laws of the Universe Part 0 (Japan)
Minions (USA; knapp 6,9 Millionen Zuschauer in Deutschland)
Moomins on the Riviera (Finnland/Frankreich)
Die Peanuts Der Film (USA; kommt in Deutschland an Weihnachten in die Kinos)
Regular Show: The Movie (USA)
Shaun das Schaf – Der Film (Großbritannien/Frankreich; 1,8 Millionen Zuschauer in deutschen Kinos)
SpongeBob Schwammkopf 3D (USA; gut 1,2 Millionen Zuschauer in Deutschland)
Erinnerungen an Marnie (Japan; der finale Studio Ghibli-Film ist aktuell in leider nur wenigen deutschen Kinos zu sehen)

Topfavorit ist ohne Zweifel Pixars "Alles steht Kopf", den einige Experten sogar als Kandidaten für eine OSCAR-Nominierung in der Königskategorie "Bester Film" sehen. Ebenfalls sehr gute Nominierungschancen sollten (trotz relativ wenig öffentlicher Aufmerksamkeit in den USA) "Anomalisa" und "Shaun das Schaf" haben, wahrscheinlich auch "Die Peanuts". Damit bliebe noch ein Platz übrig. Für die "Minions" spricht selbstverständlich ihr gigantischer kommerzieller Erfolg, allerdings fielen die Kritiken eher mittelmäßig aus. Ähnlich steht es bei "SpongeBob", "Home" und "Hotel Transsilvanien 2" (wobei die natürlich weniger erfolgreich als die "Minions" waren). "Erinnerungen an Marnie" hat sehr gute Kritiken erhalten, stammt allerdings nicht von Ghibli-Mastermind Hayao Miyazaki und könnte deshalb von der Academy übersehen werden. Die Kritiken zu "The Prophet" sind wohl zu schlecht ausgefallen, von den übrigen, deutlich weniger namhaften Filmen scheint höchstens "Der Junge und die Welt" die Chance auf eine Überraschung zu haben. Die besten Aussichten auf den fünften Platz dürfte somit "Arlo & Spot" haben, der das Pixar-Gütesiegel trägt, aber das Problem hat, als zweiter Pixar-Film des Jahres hinter dem noch deutlich stärker rezensierten "Alles steht Kopf" etwas zu verblassen. Ein Kandidat fehlt übrigens überraschend auf der Liste: Der bereits in vielen Ländern erfolgreich laufende französische "Der kleine Prinz" von "Kung Fu Panda"-Regisseur Mark Osborne; damit haben wir wohl bereits den ersten Anwärter für 2017 ... Mein Tip für die fünf Nominierungen des Jahres 2016:

Alles steht Kopf
Shaun das Schaf
Anomalisa
Die Peanuts
Minions

Weitere OSCAR-News wird es ab Ende November in deutlich steigender Schlagzahl geben.

Quellen:

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