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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Montag, 6. Mai 2013

Neues aus Hollywood (18/2013)

Die interessantesten Nachrichten der letzten Woche aus der Welt des Films:

- Shakespeare-Verfilmungen scheinen nie aus der Mode zu kommen. In den letzten Jahren gab es zwar nicht ganz so viele – und die, die es gab (z.B. Ralph Fiennes' Regiedebüt "Coriolanus" oder Julie Taymors "The Tempest – Der Sturm"), sorgten nicht gerade für viel Aufsehen. Dieses Jahr wird allerdings mit Joss Whedons ("The Avengers") moderner Adaption von "Much Ado About Nothing" (zu Deutsch: "Viel Lärm um nichts") eine Low Budget-Produktion in die Kinos kommen, die auf Festivals bereits viel Lob erfahren hat – und voraussichtlich 2014 folgt eine werktreue Verfilmung von Shakespeares vielleicht bekanntester Tragödie "Macbeth". Die mit übernatürlichen Elementen angereicherte Geschichte über Aufstieg und Fall des schottischen Heerführers und späteren Königs Macbeth im 11. Jahrhundert wird von Justin Kurzel inszeniert werden. Der australische Regisseur und Drehbuch-Autor, der 2011 für sein Langfilmdebüt "Snowtown" etliche Auszeichnungen gewann, mag noch wenig bekannt sein – dafür sind die beiden Schauspieler, die er für die Hauptrollen seines zweiten Films gewinnen konnte, umso bekannter: Der Deutsch-Ire Michael Fassbender ("Inglourious Basterds", "Shame") wird die Titelrolle spielen, OSCAR-Gewinnerin Natalie Portman ("Black Swan") die Lady Macbeth. Das Drehbuch, das Shakespeares Verse beibehalten soll, aber dem Vernehmen nach auch auf spektakuläre Schlachtenszenen setzt, steuern Todd Louiso (bislang vor allem als Schauspieler bekannt, unter anderem in "High Fidelity", "Der Duft der Frauen" und "Thank You for Smoking") und Newcomer Jacob Koskoff bei. Die Dreharbeiten sollen in der zweiten Jahreshälfte 2013 beginnen – wann genau, dürfte vermutlich vor allem davon abhängen, wie es mit Portmans problembeladenem Western "Jane Got a Gun" weitergeht (mehr dazu weiter unten).
Wer Lust hat, vorher zu Vergleichszwecken schon einmal andere "Macbeth"-Verfilmungen zu sichten: als die besten zählen Roman Polanskis ebenfalls recht werktreue 1971er-Version "Macbeth" und Akira Kurosawas in die japanische Samuraizeit übertragener "Das Schloß im Spinnwebwald" aus dem Jahr 1957.

- Der britische Schriftsteller Alex Garland hat sich im Kinogeschäft schon lange einen Namen gemacht. Er schrieb die Drehbücher zu zwei apokalyptischen Filmen von Danny Boyle – dem beklemmenden Zombiefilm "28 Days Later" und dem SF-Film "Sunshine" –, außerdem zu Mark Romaneks Drama "Alles, was wir geben mußten" und zu Pete Travis' von der Kritik gefeierten, in den Kinos aber leider ignorierten Actionkracher "Dredd". Außerdem wurde sein Romandebüt "Der Strand" von Boyle verfilmt. Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich Garland auch als Regisseur versuchen würde. Nun ist es soweit, und natürlich hat er auch das Drehbuch zu "Ex Machina" verfaßt. Dabei handelt es sich um einen Roboterthriller, in dem ein stinkreiches Computergenie einen jungen Angestellten beauftragt, eine Woche lang an einem geheimen Test mit seiner allerneuesten Erfindung teilzunehmen: einem äußerst fortschrittlichen und intelligenten weiblichen Roboter. Oscar Isaac ("Agora", "Drive") wird den Erfinder spielen, Domhnall Gleeson den jungen Tester und voraussichtlich Gleesons schwedische "Anna Karenina"-Leinwandpartnerin Alicia Vikander den neuartigen Roboter. Wann die Dreharbeiten starten sollen, ist noch nicht bekannt, aber da das Casting offensichtlich in vollem Gange ist, sollte es in den nächsten Wochen bis (wenigen) Monaten soweit sein, womit "Ex Machina" wohl noch in der ersten Jahreshälfte 2014 in die Kinos kommen könnte.

- James Watkins' atmosphärische Geistergeschichte "Die Frau in Schwarz" mit Ex-"Harry Potter" Daniel Radcliffe avancierte 2012 zum erfolgreichsten britischen Horrorfilm seit vielen Jahren und schaffte es so ganz nebenbei sogar auf Platz 10 meiner Lieblingsfilme des Jahres. Entsprechend wurde sehr schnell bekanntgegeben, daß es eine Fortsetzung geben würde, die auf den vollen Titel "The Woman in Black: Angels of Death" getauft wurde und erneut von den legendären Hammer Studios produziert wird. Da die Geschichte der Protagonisten des ersten Films auserzählt ist, wird es neue Darsteller geben, der Schauplatz bleibt jedoch der gleiche: Das von einem rachsüchtigen Geist heimgesuchte Eel Marsh House. Dieses Mal findet die Handlung 40 Jahre später statt und damit während des Zweiten Weltkrieges. Einige Kinder werden aus dem von den Nazis bombardierten London evakuiert und sollen ausgerechnet im Eel Marsh House Unterschlupf finden. Das kann natürlich nicht gutgehen ... Als erwachsene Hauptdarsteller wurden Jeremy Irvine ("Gefährten") und Newcomerin Phoebe Fox engagiert, eines der Kinder soll von Amelia Pidgeon verkörpert werden, die im deutschsprachigen Bereich jüngst als junge Natascha Kampusch in Sherry Hormanns "3096 Tage" für Aufsehen sorgte. Die Regie übernimmt diesmal der Engländer Tom Harper, dessen bislang bekanntester Film "The Scouting Book for Boys" ist. Auch der Drehbuch-Autor ist neu, allerdings war Jon Croker bereits am ersten Film als Story Editor beteiligt und hat nun eine Geschichte umgesetzt, die in ihren Grundzügen von der "Die Frau in Schwarz"-Romanautorin Susan Hill erdacht wurde. Auch hier gibt es noch keine Details über den Drehbeginn, aber ein Kinostart 2014 wird angestrebt.

- Abschließend noch ein paar Casting-Updates: Zur unendlichen Geschichte entwickelt sich der oben bereits erwähnte Western "Jane Got a Gun", über dessen gewaltige Schwierigkeiten mit Regisseurs- und mehrfachen Darstellerwechseln ich wiederholt berichtet habe. Nachdem zuletzt alles geklärt schien, folgt nun der nächste Schock: Bradley Cooper ("Silver Linings"), der den nach dem Regiewechsel von Lynne Ramsay zu Gavin O'Connor ausgestiegenen Jude Law ("Sherlock Holmes") als Bösewicht ersetzen sollte, der wiederum als Ersatz für Michael Fassbender verpflichtet worden war, mußte seine Mitwirkung nun wegen unlösbarer Termin-überschneidungen ebenfalls absagen. Ein neuer Darsteller wurde noch nicht gefunden, zu den Wunschkandidaten der Produzenten sollen u.a. Joseph Gordon-Levitt ("Lincoln") und Tobey Maguire ("Spider-Man") zählen. Coopers nächster Film wird stattdessen Steven Spielbergs "American Sniper" sein, eine Verfilmung der Autobiographie des Navy Seal-Scharfschützen Chris Kyle, der mehrere Einsätze im Irak überlebt hat, nur um im Februar 2014 auf einem Schießplatz in Texas erschossen zu werden ...
Derweil hat "Inception"-Regisseur Christopher Nolan für seinen nächsten Science Fiction-Film "Interstellar" nach Matthew McConaughey und Anne Hathaway nun auch Sir Michael Caine – der seit 2005 in jedem Nolan-Film mitspielte – und Jessica Chastain ("Zero Dark Thirty") verpflichtet. Über die Handlung ist immer noch nur sehr wenig bekannt, deutscher Starttermin bleibt der 6. November 2014.
Bereits im Oktober 2012 hatte ich erstmals über Dan Fogelmans Regiedebüt "Imagine" berichtet, in dem Al Pacino ("Der Pate") einen alternden Rockstar spielen soll, der einen 45 Jahren alten, ungeöffneten Brief seines Idols John Lennon an ihn findet. Das Projekt hat sich wegen Schwierigkeiten bei der Finanzierung etwas verzögert, was auch zum Ausstieg von Jeremy Renner und Julianne Moore führte, die in den wichtigsten Nebenrollen zu sehen sein sollten. Sie werden nun wahrscheinlich durch Bobby Cannavale ("Parker") und Annette Bening ("Ruby Sparks") ersetzt werden, während Pacino weiterhin als Hauptdarsteller vorgesehen ist. Die Dreharbeiten sollen im Juli beginnen, womit es bei einem Kinostart irgendwann 2014 bleiben sollte.

Quellen:
ScreenDaily ("Macbeth")
TheWrap ("Ex Machina")
ComingSoon.net ("The Woman in Black: Angels of Death")
Deadline Hollywood ("Jane Got a Gun")
Hollywood Reporter ("American Sniper")
Deadline Hollywood ("Interstellar")
Hollywood Reporter ("Imagine")

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