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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit längerer Zeit das Cover meines neuen Buchs präsen...

Dienstag, 22. Januar 2019

OSCAR-Nominierungen 2019

Alle Nominierungen für die 91. Academy Awards am 24. Februar mit meiner Einschätzung zu den einzelnen Kategorien:

Bester Film:
- The Favourite
- Green Book
- Roma
- Vice

Nachdem es in den letzten beiden Jahren jeweils neun Anwärter auf den wichtigsten Preis gab, sind diesmal nur acht im Wettbewerb verblieben. Von diesen kommt keiner wirklich unerwartet, auch wenn bei "Black Panther", "Bohemian Rhapsody" und "Vice" angesichts (speziell bei den letzten beiden) keineswegs überragender Kritiken einige Zweifel bestanden, ob sie es schaffen würden. Überraschender sind die fehlenden Filme, allen voran der eigentlich als ziemlich sicher geltende "Beale Street" - bei den beiden ursprünglichen Mitfavoriten "Mary Poppins' Rückkehr" und "Aufbruch zum Mond" hatte es sich hingegen schon länger abgezeichnet, daß sie wohl unberücksichtigt bleiben würden. Auffällig ist, daß die Kategorie so mainstreamlastig besetzt ist wie schon lange nicht mehr: Während es letztes Jahr mit "Dunkirk" und "Get Out" nur zwei Filme mit einem Einspielergebnis über $100 Mio. in die Endauswahl schafften, sind es diesmal mit "Black Panther", "Bohemian Rhapsody" und "A Star Is Born" bereits drei - und die haben allesamt mehr als $200 Mio. eingespielt (und "Black Panther" gar $700 Mio.!). Außerdem hat Alfonso Cuarón mit seinem spanischsprachigen Schwarzweiß-Film "Roma" dafür gesorgt, daß die Juroren auch in der Königskategorie nicht mehr länger an Netflix vorbeikamen. Die besten Siegchancen haben "Roma", "The Favourite" und "Green Book" (gebremst allerdings durch eine fehlende Regie-Nominierung und insgesamt nur fünf Nominierungen), vielleicht noch "A Star Is Born" (ebenfalls ohne Regie-Nominierung) oder sogar "BlacKkKlansman". Die übrigen drei sind im Normalfall chancenlos.

Regie:
- Spike Lee, "BlacKkKlansman"
- Pawel Pawlikowski, "Cold War"
- Yorgos Lanthimos, "The Favourite"
- Alfonso Cuarón, "Roma"
- Adam McKay, "Vice"

Die vermutlich internationalste Zusammenstellung dieser Kategorie aller Zeiten: ein Pole, ein Grieche, ein Mexikaner und zwei US-Amerikaner. Nur eine Frau ist wieder einmal nicht dabei. Sehr überraschend kommt die Nominierungen für Pawlikowski, auch Yorgos Lanthimos war alles andere als gesetzt - weichen mußten dafür komplett unerwartet Regiedebütant Bradley Cooper und "Green Book"-Regisseur Peter Farrelly. Das bedeutet, daß sich die "Best Picture"-Aussichten für "A Star Is Born" und "Green Book" erheblich eingetrübt haben. Für Spike Lee ist es die überfällige erste Regie-Nominierung und insgesamt ist es erst die sechste Nennung für einen schwarzen Regisseur. Gewinnen wird er kaum, klarer Favorit ist nun Alfonso Cuarón.

Hauptdarsteller:
- Christian Bale, "Vice"
- Bradley Cooper, "A Star Is Born"
- Willem Dafoe, "At Eternity's Gate"
- Rami Malek, "Bohemian Rhapsody"
- Viggo Mortensen, "Green Book"

Vier Plätze galten als sehr sicher und haben sich bestätigt, um den fünften bewarben sich u.a. John David Washington ("BlacKkKlansman"), Ethan Hawke ("First Reformed") ... und Willem Dafoe, der sich letztlich durchsetzen konnte. Favorit ist Christian Bale, Viggo Mortensen und Rami Malek haben aber durchaus Chancen.

Hauptdarstellerin:
- Yalitza Aparicio, "Roma"
- Glenn Close, "Die Frau des Nobelpreisträgers"
- Olivia Colman, "The Favourite"
- Lady Gaga, "A Star Is Born"
- Melissa McCarthy, "Can You Ever Forgive Me?"

Die mexikanische Schauspieldebütantin Yalitza Aparicio wurde im erweiterten Kandidatenkreis gehandelt, daß sie tatsächlich nominiert werden wurde, war aber alles andere als sicher. Die übrigen vier waren klar, für Aparicio mußte vermutlich Emily Blunt ("Mary Poppins' Rückkehr") weichen - auch Toni Collette ("Hereditary") und Nicole Kidman ("Destroyer") hatten sich noch berechtigte Hoffnungen auf eine Nominierung gemacht. Der Gewinner ist hier ziemlich unsicher, es sollte sich zwischen Glenn Close (die bei ihren sechs vorherigen Nominierungen ohne Sieg blieb), Lady Gaga und Olivia Colman entscheiden.

Montag, 21. Januar 2019

TV-Tips für die Woche 4/2019

Montag, 21. Januar:
Arte, 20.15 Uhr und 22.05 Uhr: "Sommer" (1996) und "Pauline am Strand" (1983)
Arte zeigt ein Double Feature des französischen Filmemachers Éric Rohmer. Sein berühmter Jahreszeiten-Zyklus ist hier mit dem erfolgreichsten Teil "Sommer" vertreten, in dem Gaspard (Melvil Pouaud) zwischen Studienabschluß und Berufsanfang in einen bretonischen Küstenort reist, wo er lose mit seiner Freundin Léna verabredet ist. Während er auf sie wartet, trifft er auf zwei andere junge Frauen, die seine Gefühle mächtig durcheinanderbringen ... "Pauline am Strand" ist der dritte Film in Rohmers "Komödien und Sprichwörter"-Zyklus und schildert die ersten Liebeswirren der 15-jährigen Pauline (Amanda Langlet) im Sommerurlaub, den sie mit ihrer zehn Jahre älteren Cousine am Meer verbringt. Rohmer gewann für "Pauline am Strand" den Regiepreis bei der Berlinale.

Außerdem:
Mojin: The Lost Legend (Free-TV-Premiere des visuell beeindruckenden, inhaltlich aber reichlich einfallslosen und von einem gewöhnungsbedürftig infantilen Humor durchzogenen chinesischen "Indiana Jones"-Klons mit Shu Qi; 20.15 Uhr bei Tele 5)
Das Bourne Vermächtnis (das erste Spin-Off der Spionagethriller-Reihe, in dem Jeremy Renner statt Matt Damon die Hauptrolle spielt, beginnt stark, läßt in der zweiten Hälfte jedoch leider ebenso stark nach; 22.15 Uhr im ZDF)

Dienstag, 22. Januar:
Pro7Maxx, 22.05 Uhr: "The International" (2009)
Tom Tykwers Hollywood-Debüt sprüht zwar nicht gerade vor Originalität, ist aber ein rasanter, spannender Thriller über einen Interpol-Agenten (Clive Owen) und eine Staatsanwältin (Naomi Watts) auf der Spur eines internationalen Polit- und Bankenkomplotts.

Außerdem:
The Ides of March - Tage des Verrats (mit George Clooney, Ryan Gosling, Paul Giamatti, Philip Seymour Hoffman und Marisa Tomei grandios besetzter Politthriller von Clooney, der allerdings inhaltlich zu unentschlossen daherkommt; 20.15 Uhr bei Pro7Maxx)
Turbo Kid (liebevoll-detailverliebt inszenierte kanadische Low Budget-Hommage auf dystopische B-Actionfilme der 1980er Jahre; 22.00 Uhr bei Tele 5)

Samstag, 19. Januar 2019

Samstags-Update (3/2019)

Der Horrorfilm "Escape Room" wurde um eine Woche auf Ende Februar verschoben, ansonsten gibt es keine nennenswerten Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende Februar:


Box Office-News:
Es sieht so aus, als würde "Der Junge muß an die frische Luft" mit einem geringen Rückgang auf etwas weniger als 300.000 Zuschauer ein weiteres Mal an der Spitze der deutschen Charts bleiben, wobei M. Night Shyamalans Neuzugang "Glass" mit Bruce Willis, James McAvoy und Samuel L. Jackson mit einer Viertelmillion Zuschauern nicht so weit entfernt ist. Damit bewegt sich der "Glass"-Start im Bereich seiner Vorgängers "Split", der mit 270.000 Besuchern anlief - vielleicht ein bißchen enttäuschend angesichts des guten Rufs von "Split", allerdings haben die überwiegend negativen Kritiken "Glass" vermutlich etwas Luft aus den Segeln genommen. Um Platz 3 duellieren sich zwei weitere Neustarts: Sowohl der deutsche Pferdefilm "Immenhof" als auch die US-Komödie "Manhattan Queen" mit Jennifer Lopez zielen auf etwas unter 150.000 Kinogänger ab, was sich im Bereich der Erwartungen bewegt. Knapp in die Top 10 könnte es mit bis zu 50.000 Arthouse-Besuchern auch noch der Historienfilm "Maria Stuart, Königin von Schottland" mit Saoirse Ronan und Margot Robbie schaffen.
In den USA erobert "Glass" unangefochten die Führung in den Charts mit über $40 Mio., womit er aber schwächer eröffnet als von Branchenanalysten noch vor ein oder zwei Wochen erwartet - auch hier scheinen die mäßigen Kritiken stärker ins Kontor zu schlagen als sonst bei Horror- oder Mysteryfilmen. Angesichts eines Budgets von um die $20 Mio. ist "Glass" aber fraglos dennoch ein äußerst lukrativer kommerzieller Hit, außerdem wird der "Split"-Start ($40,0 Mio.) wahrscheinlich sogar leicht übertroffen. Platz 2 holt sich Vorwochensieger "Mein Bester & Ich" mit $15 Mio., auf Rang 3 folgt "Aquaman" mit immer noch $10 Mio. am fünften Wochenende. Bemerkenswert ist die ungewöhnliche Programmierung des japanischen Anime-Events "Dragon Ball Super: Broly", das am Mittwoch in nur 500 Kinos startete und auch nur eine Woche laufen soll - angesichts der Monsterzahlen würde mich eine Verlängerung jedoch nicht überraschen, denn an den ersten beiden Tagen übernahm der bereits 20. "Dragon Ball"-Film sogar die Spitze der Charts, am Wochenende selbst sollte es mit etwa $7 Mio. für eine Plazierung zwischen 4 und 6 reichen. In Deutschland kommt "Dragon Ball Super: Broly" am 29. Januar im Rahmen der Kazé Anime Nights ebenfalls in einer Event-Programmierung in ausgewählte Kinos (in der japanischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln).

Quellen:

Donnerstag, 17. Januar 2019

JOHNNY ENGLISH – MAN LEBT NUR DREIMAL (2018)

Originaltitel: Johnny English Strikes Again
Regie: David Kerr, Drehbuch: William Davies, Musik: Howard Goodall
Darsteller: Rowan Atkinson, Ben Miller, Olga Kurylenko, Emma Thompson, Jake Lacy, Adam James, Sir Michael Gambon, Charles Dance, Edward Fox, Matthew Beard, Vicki Pepperdine
 Johnny English - Man lebt nur dreimal (2018) on IMDb Rotten Tomatoes: 35% (4,7); weltweites Einspielergebnis: $157,9 Mio.
FSK: 6, Dauer: 89 Minuten.

Der frühere MI7-Geheimagent Johnny English (Rowan Atkinson, "Tatsächlich … Liebe") arbeitet inzwischen als Erdkundelehrer an einer Privatschule, wo er die Schüler jedoch heimlich einer Art Geheimagenten-Ausbildung unterzieht. Damit hat es ein jähes Ende, als ein Hackerangriff alle aktiven Geheimagenten im Dienst Ihrer Majestät enttarnt und die Premierministerin (Emma Thompson, "Saving Mr. Banks") und ihr Geheimdienstchef Pegasus (Adam James, "Mother of Tears") sich deshalb dazu gezwungen sehen, ehemalige Agenten zu reaktivieren. Da aber die meisten davon inzwischen tot, zu alt oder anderweitig verhindert sind, bleiben nur vier übrig – und Johnny English sorgt versehentlich dafür, daß die drei anderen auch noch ausfallen. Also muß er sich mit seinem früheren Assistenten Bough (Ben Miller, TV-Serie "Death in Paradise") alleine auf den Weg machen, den Urheber der Cyberattacke ausfindig zu machen, während die Premierministerin den populären und stinkreichen IT-Visionär Jason Volta (Jake Lacy, "Carol") als Regierungsberater gewinnen will, um ähnliche Vorkommnisse in der Zukunft zu verhindern. Ein erster Hinweis führt English und Bough nach Frankreich, wo der Agent die Bekanntschaft der geheimnisvollen Schönheit Ophelia (Olga Kurylenko, "Oblivion") macht …

Dienstag, 15. Januar 2019

BOHEMIAN RHAPSODY (2018)

Regie: Bryan Singer, Drehbuch: Anthony McCarten, Musik: John Ottman
Darsteller: Rami Malek, Lucy Boynton, Gwilym Lee, Ben Hardy, Joseph Mazzello, Allen Leech, Tom Hollander, Aaron McCusker, Aidan Gillen, Mike Myers, Dermot Murphy, Meneka Das, Ace Bhatti, Priya Blackburn, Dickie Beau, John Ottman, Adam Lambert
 Bohemian Rhapsody (2018) on IMDb Rotten Tomatoes: 62% (6,1); weltweites Einspielergebnis: $774,0 Mio.
FSK: 6, Dauer: 135 Minuten.


London, 1970: Der auf Sansibar geborene und in Indien aufgewachsene Farrokh Bulsara (Rami Malek, TV-Serie "Mr. Robot") studiert Design, arbeitet nebenbei am Flughafen und hat eine große Leidenschaft für Musik. Besonders hat es ihm die Studentenband Smile angetan, der er eines Abends nach ihrem Auftritt in einem Pub ein paar von ihm geschriebene Songs anbietet. Zufällig hat gerade deren Leadsinger die Gruppe verlassen und als Farrokh, der sich später in Freddie Mercury umbenennt, den verbleibenden Bandmitgliedern Brian May (Gwilym Lee, TV-Serie "Inspector Barnaby"), Roger Taylor (Ben Hardy, "X-Men: Apocalypse") und John Deacon (Joseph Mazzello, "Jurassic Park") seine Gesangsfähigkeiten vorführt, wird er gleich engagiert. Sie benennen sich in Queen um, nehmen auf eigene Kosten ihr gleichnamiges Debütalbum auf und werden von dem etablierten Musikmanager John Reid (Aidan Gillen, "Am Sonntag bist du tot") bemerkt, der sie unter Vertrag nimmt. So nimmt eine unglaubliche Erfolgsgeschichte ihren Lauf, die jedoch durch die Allüren wie auch die privaten Eskapaden von Freddie immer wieder ins Stolpern gerät, der rauschende Partys mit viel Alkohol und Drogen gibt und seine heimliche Homosexualität mit zahllosen namenlosen Liebhabern auslebt …

Montag, 14. Januar 2019

TV-Tips für die Woche 3/2019

Montag, 14. Januar:
Arte, 20.15 Uhr: "To Die For" (1995)
In den 1990er Jahren war noch nicht wirklich abzusehen, daß Nicole Kidman sich einmal zu einer der besten und angesehensten Schauspielerinnen überhaupt entwickeln würde. Klar, in der australischen Heimat hatte sie in Filmen wie "Todesstille" ihr Talent angedeutet, doch nach dem Sprung nach Hollywood war die hochgewachsene rothaarige Schönheit überwiegend auf "Eye Candy"-Rollen in einträglichen, jedoch anspruchslosen Mainstream-Filmen wie "Tage des Donners", "Malice" oder "Batman Forever" abonniert. Eine wohltuende Ausnahme war Gus Van Sants erschreckenderweise von einer wahren Geschichte inspirierte Mediensatire "To Die For", in der Kidman die ehrgeizige Suzanne spielt, die unbedingt eine TV-Karriere schaffen will - und dafür so ziemlich alles zu tun bereit ist ... Matt Dillon spielt Suzannes Ehemann, ein noch sehr junger Joaquin Phoenix den Schüler Jimmy, den Suzanne hemmungslos manipuliert.

Arte, 22.00 Uhr: "Die Zeit der Wölfe" (1984)
Es gibt unzählige Verfilmungen des Märchens vom Rotkäppchen, doch die ungemein stylishe Version des Briten Neil Jordan ("Crying Game", "Interview mit einem Vampir") ist mit ziemlicher Sicherheit die ungewöhnlichste - das Fantasy-Horror-Märchen für Erwachsene interpretiert die altbekannte Story nämlich als Metapher für das sexuelle Erwachen der 13-jährigen Rosaleen (Sarah Patterson), die in ihren Träumen in einem Märchenwald lebt. Die Großmutter wird von Angela Lansbury gespielt und der Wolf ist eher ein Werwolf ...

Dienstag, 15. Januar:
Kabel Eins, 20.15 Uhr: "Die Reise ins Ich" (1987)
In Joe Dantes ("Gremlins") humorvollem, mit einem OSCAR für die Spezialeffekte prämierten Abenteuer-Klassiker (ein loses Remake von "Die phantastische Reise" aus dem Jahr 1966) wird Hauptdarsteller Dennis Quaid im Rahmen eines Forschungsprojekts innerhalb eines Mini-U-Boots extrem verkleinert und landet in der Folge eines Zwischenfalls in der Blutbahn eines Supermarktkassierers (Martin Short) ... Die weibliche Hauptrolle spielt Meg Ryan.

Samstag, 12. Januar 2019

Samstags-Update (2/2019)

Einzige nennenswerte Änderung im deutschen Kinostartplan bis Ende Februar ist, daß die britische Gaunerkomödie "Ein letzter Job" mit Michael Caine um zwei Monate auf Ende April verschoben wurde:


Box Office-News:
In der ersten vollen Arbeitswoche des neuen Jahres normalisieren sich die Kinozahlen wieder, wenn auch durch die vielen hochkarätigen Starts um die Weihnachtszeit herum auf immer noch relativ hohem Niveau. Unangefochten in Führung bleibt in den Charts "Der Junge muß an die frische Luft" mit über 300.000 Zuschauern, womit die auf Hape Kerkelings Kindheit basierende Tragikomödie mit dem bisherigen Gesamtergebnis von etwas über 1,8 Millionen Kinogängern "Jim Knopf" als erfolgreichsten 2018 gestarteten deutschen Film überholen würde. Auch der Titel als zuschauerreichster 2018 gestarteter Film in Deutschland insgesamt ist noch möglich, allerdings nicht mehr allzu wahrscheinlich - dafür wären wohl 3,8 bis 3,9 Millionen Besucher nötig, um "Phantastische Tierwesen 2" zu überholen, normalerweise dürfte "Der Junge muß an die frische Luft" nach dem bisherigen Verlauf aber kaum über 3,5 Millionen kommen, selbst die Goldene Leinwand für 3 Millionen ist noch nicht ganz sicher. Auf Platz 2 sollte diese Woche "Aquaman" mit etwa 150.000 Zuschauern bleiben, den dritten Rang sichert sich knapp dahinter wohl Neuzugang "Robin Hood", der damit auch nicht wirklich erfolgreicher anläuft als zuvor in den USA; auf eine Fortsetzung sollte man lieber nicht wetten. Die deutsche Komödie "Kalte Füße" mit Sonja Gerhardt und Heiner Lauterbach landet mit 70.000-80.000 Besuchern ebenso im unteren Mittelfeld der Top 10 wie der US-Horrorfilm "Polaroid" mit gut 50.000 Zuschauern.
In den USA gibt es etwas überraschend eine neue Nummer 1: Eigentlich war erwartet worden, daß "Aquaman" die Spitze ein weiteres Mal verteidigen würde, doch die Komödie "Mein Bester & Ich" mit Bryan Cranston und Kevin Hart - ein Remake des französischen Superhits "Ziemlich beste Freunde" - eröffnet mit bis zu $20 Mio. über den Erwartungen und sollte "Aquaman" mit seinen gut $15 Mio. hinter sich lassen. Auf Platz 3 landet mit dem auf etwas über $10 Mio. abzielenden Hundefilm "Die unglaublichen Abenteuer von Bella" ein weiterer Neustart. Stark präsentiert sich zudem das Biopic "Die Berufung" mit Felicity Jones als junger Ausgabe der heutigen Supreme Court-Richterin Ruth Bader Ginsburg, das nach dem erfolgreichen limitierten Start nun landesweit zu sehen ist und mit über $5 Mio. zwischen Platz 6 und 9 landen wird. Der SciFi-Film "Replicas" mit Keanu Reeves floppt hingegen und wird mit $2-3 Mio. die Top 10 verpassen. In Deutschland kommt "Die unglaublichen Abenteuer von Bella" am 24. Januar in die Kinos, "Mein Bester & Ich" folgt am 21. Februar und "Die Berufung" am 7. März. "Replicas" hat noch keinen Starttermin und könnte angesichts des schwachen US-Ergebnisses als Direct-to-DVD-Premiere enden.

Quellen:

Donnerstag, 10. Januar 2019

COLETTE (2018)

Regie: Wash Westmoreland, Drehbuch: Richard Glatzer, Rebecca D. Lenkiewicz und Wash Westmoreland, Musik: Thomas Adès
Darsteller: Keira Knightley, Dominic West, Denise Gough, Fiona Shaw, Robert Pugh, Johnny K. Palmer, Al Weaver, Ray Panthaki, Dickie Beau, Eleanor Tomlinson, Julian Wadham, Aiysha Hart, Rebecca Root
 Colette (2018) on IMDb Rotten Tomatoes: 87% (7,3); weltweites Einspielergebnis: $8,1 Mio.
FSK: 6, Dauer: 112 Minuten.

Im Paris der späten 1890er Jahre ist der Enddreißiger Henry Gauthier-Villars (Dominic West, "Centurion") unter dem Künstlernamen Willy eine stadtbekannte Persönlichkeit. Als Autor und Musikkritiker ist der ebenso charismatische wie großspurige Tausendsassa recht einflußreich, auch wenn in Wirklichkeit wenig tatsächlich seiner Feder entstammt, was unter seinem Namen veröffentlicht wird. Vielmehr führt er, wie er selbst es privat ausdrückt, einen Literaturbetrieb, der jedoch dummerweise nicht genügend Geld einbringt, um die Gehälter seiner Ghostwriter sowie seinen ausschweifenden Lebensstil zu finanzieren. Da trifft es sich gut, daß Willys 14 Jahre jüngere, auf dem Land aufgewachsene Gattin Gabrielle Colette (Keira Knightley, "The Imitation Game") sich als sehr talentierte Schriftstellerin erweist, deren vergleichsweise pikante ländliche Jugenderinnerungen Willy unter seinem Namen veröffentlicht und die sich in Windeseile zum Bestseller und Stadtgespräch entwickeln. Colette allerdings ist auf Dauer nicht damit zufrieden, daß ihr Gatte die Lorbeeren einheimst, zudem hat sie wenig Interesse daran, Fortsetzungen ihrer "Claudine"-Geschichten zu schreiben, sondern will lieber das tun, was ihr gefällt …

Dienstag, 8. Januar 2019

OSCAR-News: Nominierungen von Regisseurs- und Autorengilde

Kaum sind die überraschungsreichen Golden Globes vorbei, geht es auch schon weiter mit dem Reigen der Gilden-Nominierungen - oft besonders aussagekräftig hinsichtlich der OSCAR-Nominierungen, da es eine beträchtliche Schnittmenge zwischen den Gilden- und Academy-Mitgliedern gibt.

Die fünf Nominees für die von den Regisseuren vergebenen DGA Awards:

- Bradley Cooper, "A Star Is Born"
- Alfonso Cuarón, "Roma"
- Peter Farrelly, "Green Book"
- Spike Lee, "BlacKkKlansman"
- Adam McKay, "Vice"

Das bestätigt im Grunde genommen den Status Quo. Wackelkandidaten dürften McKay und vielleicht auch noch Lee sein (der aber noch nie nominiert wurde, was angesichts seiner langen Karriere die Chancen erhöhen dürfte, daß viele Academy-Mitglieder für ihn stimmen, weil er einfach überfällig ist), ins Fünferfeld hineinrücken könnten Yorgos Lanthimos ("The Favourite"), Barry Jenkins ("Beale Street"), Damien Chazelle ("Aufbruch zum Mond") oder Ryan Coogler ("Black Panther"). "Roma" ist übrigens erst der elfte nicht-englischsprachige Film mit einer DGA-Nominierung.

Quelle: Variety

Nominiert für die von den Drehbuch-Autoren vergebenen WGA Awards wurden:

Originaldrehbuch:
- Eighth Grade
- Green Book
- Roma
- Vice

Mit "The Favourite" stand einer der OSCAR-Favoriten hier aus regeltechnischen Gründen nicht zur Auswahl - mit Paul Schraders "First Reformed" fehlt aber auch ein Mitfavorit, für den sehr wohl gestimmt werden durfte. Wackelkandidaten dürften bei den OSCARs "A Quiet Place" und "Vice" sein, auch "Eighth Grade" sollte sich nicht zu sicher sein.

Adaptiertes Drehbuch:
- BlacKkKlansman
- Can You Ever Forgive Me?
- Beale Street
- A Star Is Born

Keine Überraschungen, normalerweise sollte das Quintett für die Academy Awards nominiert werden. Am ehesten könnte vielleicht noch "The Death of Stalin" überraschen, der hier wie "The Favourite" nicht zur Auswahl stand. Wackelkandidaten wären dann wohl "A Star Is Born" und "Black Panther".

Montag, 7. Januar 2019

Die Gewinner der Golden Globes 2019

Die Gewinner der Kinokategorien bei den 76. Golden Globe-Verleihung haben es in sich:

Bestes Drama: Bohemian Rhapsody
Beste Komödie/Musical: Green Book
Regie: Alfonso Cuarón, "Roma"
Darsteller, Drama: Rami Malek, "Bohemian Rhapsody"
Darstellerin, Drama: Glenn Close, "Die Frau des Nobelpreisträgers"
Darsteller, Komödie/Musical: Christian Bale, "Vice"
Darstellerin, Komödie/Musical: Olivia Colman, "The Favourite"
Nebendarsteller: Mahershala Ali, "Green Book"
Nebendarstellerin: Regina King, "Beale Street"
Animationsfilm: Spider-Man: A New Universe
Fremdsprachiger Film: "Roma", Mexiko
Drehbuch: Green Book
Musik: Justin Hurwitz, "Aufbruch zum Mond"
Filmsong: "Shallow" aus "A Star Is Born"

Da hat es der Verband der Hollywood-Auslandsjournalisten aber ganz schön krachen lassen, vor allem in den Hauptkategorien gibt es einige ziemlich unerwartete Sieger! Speziell der von den Kritikern weit weniger als vom Publikum geliebte "Bohemian Rhapsody" als Gewinner der Königskategorie "Bestes Drama" ist ein echter Hammer - bislang schien nicht einmal eine OSCAR-Nominierung als "Bester Film" sicher, aber das dürfte sich nun erledigt haben. Zwar muß man berücksichtigen, daß das Queen-Biopic möglicherweise nicht gewonnen hätte, wäre "Roma" (der nur als bester fremdsprachiger Film antreten durfte) zur Auswahl gestanden, dafür spricht jedenfalls der Regiepreis für "Roma"-Regisseur Alfonso Cuarón; dennoch ist es eine erstaunliche Leistung, den OSCAR-Mitfavoriten "A Star Is Born" sowie drei mindestens gleich stark eingeschätzte Konkurrenten bezwungen zu haben. Daß "Bohemian Rhapsody" nun sogar die Aussicht auf den OSCAR-Gewinn hat, glaube ich trotzdem nicht, zumindest eine kleine Chance dafür besteht aber plötzlich ...