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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit längerer Zeit das Cover meines neuen Buchs präsen...

Montag, 6. Februar 2023

TV-Tips für die Woche 6/2023

Eine ziemlich magere Woche:

Montag, 6. Februar:

Arte, 20.15 Uhr: "Es geschah am hellichten Tag" (1958)

Gert "Goldfinger" Fröbe brilliert in diesem hervorragenden, klug konstruierten Thriller nach einer Idee von Friedrich Dürrenmatt als Kindermörder in einem kleinen Schweizer Dorf, der von einem erfahrenen Polizisten (Heinz Rühmann) gejagt wird. 2001 brachte Sean Penn eine Neuverfilmung mit Jack Nicholson unter dem Titel "Das Versprechen" in die Kinos, die ich sogar noch besser finde unter anderem, weil sie das von Dürrenmatt gewünschte (und in seinem nach der Filmveröffentlichung geschriebenen Roman verwendete) Ende umsetzt.

Arte, 21.50 Uhr: "Road to Perdition" (2002)

Der in meinen Augen beste US-Gangsterfilm seit der "Der Pate"-Trilogie ist interessanterweise eine Graphic Novel-Verfilmung. Tom Hanks brilliert unter der Regie von Sam Mendes ("Skyfall") als Familienvater und Mafia-Auftragskiller, der zu Beginn der 1930er Jahre durch eine Verkettung unglücklicher Umstände mit seinem kleinen Sohn auf die Flucht vor seinem bisherigen Boß und Mentor, dem irischen Mafia-Paten Rooney (Paul Newman), gehen muß. Die großartige Kameraführung des kurz nach den Dreharbeiten verstorbenen Conrad L. Hall wurde mit einem OSCAR geehrt, dazu gab es fünf weitere Nominierungen - unter anderem für Paul Newman und für die tolle, melancholische Musik von Thomas Newman (keine Verwandtschaft). Eine wichtige Rolle spielt auch Daniel Craig (noch vor seinem James Bond-Ruhm).

ZDF, 22.15 Uhr: "Todesfalle Nordsee" (2021)

Free-TV-Premiere des positiv rezensierten norwegischen Katastrophenfilms von Genrespezialist John Andreas Andersen ("The Quake - Das große Beben"), in dem eine Ölbohrstation nach einer Explosion untergeht. Als Experten geschickt werden, um die vermissten Arbeiter zu retten und die Ursache des Unglücks herauszufinden, stellt sich heraus, daß dies nur der Beginn einer sehr viel weitreichenderen Katastrophe gewesen sein könnte ...

Außerdem:

Batman v Superman: Dawn of Justice (durchwachsenes Superhelden-Aufeinandertreffen, das zwar vielversprechende Ansätze bietet, aber zu stark auf Action und zu wenig auf Handlung setzt; 20.15 Uhr bei Kabel Eins)

Mittwoch, 1. Februar 2023

KINOVORSCHAU FEBRUAR 2023

Der Februar bringt die Rückkehr des Marvel Cinematic Universe in die deutschen Kinos, dazu viele weitere interessante Produktionen aus den verschiedensten Genres:

2. Februar:
"Plane":
Gerard Butler und Actionfilme – das paßt einfach. Klar, nicht jeder Actionfilm mit Gerard Butler ist ein Hit und qualitativ fallen die meisten, wenn man ehrlich ist, doch eher mittelmäßig bis solide aus. Aber gelegentlich gelingen eben doch ein paar Highlights wie "300", "Greenland" oder "Copshop". Und "Plane" scheint sich da – wenn auch gerade eben so – einzureihen, jedenfalls fielen die US-Kritiken ungewöhnlich gut aus und auch die Zuschauerzahlen in den Kinos stimmen einigermaßen. Unter der Regie des Franzosen Jean-François Richet ("Public Enemy No. 1") spielt Butler den Piloten Brodie Torrance, dem in einem schlimmen Sturm eine Notlandung auf der (fiktiven) Insel Jolo gelingt. Dummerweise herrscht dort Bürgerkrieg und bewaffnete Milizen nehmen fast alle Flugzeuginsassen als Geiseln. Lediglich Brodie und der in FBI-Gewahrsam transportierte verurteilte Mörder Louis Gaspare (Mike Colter, TV-Serie "Luke Cage") bleiben in Freiheit – zusammen versuchen sie, die Geiseln zu befreien und von der Insel runterzukommen ...

"Ein Mann namens Otto":
Im Streaming-Zeitalter tun sich anspruchsvolle Filme für ein eher erwachseneres Publikum im Kino immer schwerer, ihre Zielgruppe zu erreichen – zu sehr werden die Multiplexe dominiert von Hollywoods Franchise-Großproduktionen. Umso überraschender und ein Testament für die anhaltende Starpower von Tom Hanks ("Finch") ist es, daß ausgerechnet "A Man Called Otto" sich in den USA zu einem kleinen Hit entwickelte. Dabei sind die Kritiken des Remakes der schwedischen Tragikomödie "Ein Mann namens Ove" aus dem Jahr 2015 nicht mal überragend (wenn auch sehr solide) … Hanks spielt den seit dem Tod seiner Frau griesgrämigen, einzelgängerischen und äußerst leicht reizbaren Otto, der sich einen (schlechten) Namen als Schrecken der Nachbarschaft gemacht hat. Gerade als Otto seinem Leben selbst ein Ende setzen will, zieht nebenan eine fröhliche junge Familie ein und die schlagfertige, hochschwangere Mutter Marisol (Mariana Treviño, "Overboard") schafft es, Otto langsam zu erweichen und sich mit ihm anzufreunden.

"Die Frau im Nebel":
Park Chan-wook ist mit ziemlich weitem Abstand mein persönlicher Lieblings-Filmemacher aus Südkorea (sorry, Bong Joon-ho). Ob der Politthriller "Joint Security Area", seine Rache-Trilogie rund um das einzigartige Meisterwerk "Oldboy", die skurrile Komödie "I'm a Cyborg, but that's OK", die poetische Vampirballade "Durst – Thirst", sein stimmungsvolles englischsprachiges Debüt "Stoker" oder der erotische Psychothriller "Die Taschendiebin" – Park enttäuscht nie! Das dürfte sich auch mit "Die Frau im Nebel" nicht ändern, denn wie gewohnt sind die Kritiken für das romantische Krimidrama exzellent ausgefallen (wenn auch vielleicht nicht ganz so euphorisch wie bei seinen besten Werken) und es gab zahlreiche internationale Auszeichnungen (darunter den Regiepreis von Cannes). Im Mittelpunkt der Geschichte steht der routinierte Polizist Hae-joon (Park Hae-il, "Memories of Murder"), der im Fall eines Hobbykletterers ermittelt, der in den Tod stürzte. Hae-joon verdächtigt die Frau des Toten, die gebürtige Chinesin Seo-rae (Tang Wei, "Gefahr und Begierde"), ihren Mann gestoßen zu haben und sucht beinahe besessen nach Beweisen oder wenigstens Indizien für seine Theorie. Dabei droht er der Schönen langsam selbst zu verfallen ...

"Pacifiction":
Der hochgelobte und unkonventionell erzählte dreistündige französische Politthriller (im weiteren Sinne) des katalanischen Regisseurs Albert Serra ("Liberté") erzählt vom Hochkommissar der französischen Republik Französisch-Polynesien, De Roller (Benoît Magimel, "Die Klavierspielerin"), der stets gekonnt mit den politischen Fallstricken seines Amts umgeht – bis Gerüchte über neue französische Atomwaffentests in der Region für Aufregung unter den Bewohnern sorgen.

Montag, 30. Januar 2023

TV-Tips für die Woche 5/2023

Montag, 30. Januar:

Arte, 20.15 Uhr: "Ladykillers" (1955)

In dem OSCAR-nominierten britischen Klassiker der schwarzen Komödie aus den Ealing Studios mieten sich einige Kriminelle (darunter Alec Guinness, Peter Sellers und Herbert Lom) bei einer älteren Dame ein, da sie dort in aller Ruhe ihren nächsten Coup planen wollen. Mrs. Wimmerforce (Katie Johnson) ist die Liebenswürdigkeit in Person und erscheint absolut harmlos, dennoch kommt sie der Bande durch eine Verkettung (un)glücklicher Zufälle mächtig in die Quere.

One, 20.15 Uhr: "Absolute Giganten" (1999)

Sebastian Schippers ("Victoria") Regie- und Drehbuchdebüt (abgesehen von zwei Kurzfilmen) wurde beim Deutschen Filmpreis als zweitbester Film des Jahres ausgezeichnet (nach Oskar Roehlers "Die Unberührbare"). In der melancholischen Tragikomödie geht es um drei eng befreundete junge Hamburger, deren Alltag durch die Entscheidung von Floyd (der jung verstorbene Frank Giering) durcheinandergebracht wird, Hamburg zu verlassen und als Matrose auf einem Containerschiff anzuheuern. Dies teilt er seinen Kumpels Ricco (Florian Lukas) und Walter (Antoine Monot Jr.) aber erst einen Tag vorher mit, weshalb man nun eine epische letzte gemeinsame Nacht miteinander verbringen will ...

Arte, 21.40 Uhr: "Ghost Dog – Der Weg des Samurai" (1999)

Arthouse-Ikone Jim Jarmusch ("Dead Man") ist für anspruchsvolle Filme voller Skurrilität berühmt, die von den Kritikern meist sehr gelobt werden, aber für die Zuschauer oft nicht einfach anzuschauen sind. "Ghost Dog" zählt zu seinen zugänglicheren Werken und ist nebenbei auch noch einer seiner besten Filme. Forest Whitaker spielt einen schweigsamen Auftragskiller, der sich ganz dem Ehrenkodex der Samurai verschrieben hat und deshalb selbst zum Ziel seines Auftraggebers wird.

Außerdem:

The Dark Knight (Christopher Nolans zweiter Batman-Film, in dem neben Christian Bale u.a. Aaron Eckhart als Harvey Dent und der posthum OSCAR-prämierte Heath Ledger als Joker glänzen, ist für mich der beste Superhelden-Film aller Zeiten und belegt in den IMDb Top 250 Platz 3; 20.15 Uhr um dreieinhalb Minuten geschnitten bei Kabel Eins, ungekürzte Wiederholung am Mittwoch um 23.20 Uhr)

Donnerstag, 26. Januar 2023

ROALD DAHLS MATILDA – DAS MUSICAL (2022)

Regie: Matthew Warchus, Drehbuch: Dennis Kelly, Musik: Tim Minchin (Songs), Christopher Nightingale
Darsteller: Alisha Weir, Emma Thompson, Lashana Lynch, Sindhu Vee, Andrea Riseborough, Stephen Graham, Rei Yamauchi Fulker, Charlie Hodson-Prior, Meesha Garbett, Carl Spencer, Lauren Alexandra, Winter Jarrett Glasspool, Andrei Shen, Ashton Robertson, Amber Adeyinka
Roald Dahl's Matilda the Musical (2022) on IMDb Rotten Tomatoes: 92% (7,7); britisches Einspielergebnis: $30,6 Mio.
Altersempfehlung: 6, Dauer 117 Minuten.
Die 11-jährige Matilda Wurmwald (Alisha Weir, "Don't Leave Home") hat noch nie eine Schule von innen gesehen, weil ihre an ihr überhaupt nicht interessierten Proll-Eltern (Stephen Graham und Andrea Riseborough) einfach nicht daran gedacht haben, sie anzumelden. Geschadet hat das der aufgeweckten Matilda nicht wirklich, denn sie hat sich auch auf eigene Faust zu einer echten Leseratte entwickelt, die täglich die rollende Bibliothek von Frau Phelps (Sindhu Vee) besucht und mehrere anspruchsvolle Romane pro Woche liest. Als das Jugendamt schließlich auf Matilda aufmerksam wird, wird sie an die Schule Crunchem Hall gebracht. Ihre freundliche Klassenlehrerin Fräulein Honig (Lashana Lynch, "Captain Marvel") braucht nicht lange, um zu bemerken, welch besonderes Mädchen Matilda ist, die sich als echtes Genie herausstellt. Das ist gar nicht im Sinne der sadistischen Schulleiterin Agatha Knüppelkuh (Emma Thompson, "Tatsächlich … Liebe"), denn die ehemalige Profi-Hammerwerferin hasst Kinder leidenschaftlich und glaubt fest daran, daß man sie erst brechen muß, ehe man ihnen etwas beibringen kann. Mit ihrem schrecklichen Verhalten kam die furchterregende Schulleiterin bislang stets durch, weil selbst die Lehrer sie fürchten; doch Matilda ist nicht gewillt, sich von der Knüppelkuh alles bieten zu lassen. Sie ist der Funken, der eine Revolution entbrennen läßt ...

Montag, 23. Januar 2023

TV-Tips für die Woche 4/2023

Bevor ich zu den TV-Tips komme, noch kurz ein paar Worte zur laufenden Awards Season. Die habe ich auf meinem Blog bislang komplett ignoriert, was den gleichen Grund hat wie die generelle Abnahme der Häufigkeit meiner Blog-Postings seit etwa einem Jahr: Zeitmangel. Eigentlich hatte ich vor, zumindest über die OSCAR-Nominierungen und dann die OSCARs selbst zu berichten, aber ehrlich gesagt habe ich die Awards Season selbst nur am Rande verfolgt und fühle mich daher gar nicht wirklich in der Lage zu Analysen des Stands der Dinge, wie ich sie in den letzten 10 Jahren stets vorgenommen habe. Also lasse ich es lieber gleich ganz bleiben (trotz diesmal ziemlich guter deutscher Nominierungschancen vor allem für "Im Westen nichts Neues") - wer sich für die OSCARs interessiert, kann sich ja selbst dazu einlesen, z.B. bei Indiewire, AwardsDaily oder GoldDerby.

Montag, 23. Januar:

Arte, 20.15 Uhr: "In der Hitze der Nacht" (1967)

Spannender, fünffach OSCAR-prämierter Polizei- und Rassismusthriller von Norman Jewison, in dem der schwarze Großstadt-Cop Virgil Tibbs (Sidney Poitier) in einer Südstaaten-Kleinstadt mit dem rassistischen Polizeichef Gillespie (Rod Steiger) zusammenarbeiten muß, um einen komplizierten Mordfall zu lösen. Der Film traf in der von Vietnam-Krieg und Bürgerrechtsdemos geprägten Dekade einen Nerv in den USA, Sidney Poitier wurde endgültig zum ersten schwarzen Superstar in Hollywood und Virgil Tibbs - berühmtestes Filmzitat: "They call me MISTER Tibbs!" - zu einer der populärsten Filmfiguren überhaupt (die später noch in zwei Fortsetzungen mit Poitier und einer TV-Serie ohne Poitier verwendet wurde). Direkt im Anschluß um 22.00 Uhr zeigt Arte ein einstündiges Portrait des letztes Jahr verstorbenen Hauptdarstellers.

Arte, 23.00 Uhr: "Crash" (1996)

Zu den kontroversesten Werken des kanadischen Filmemachers David Cronenberg ("Die Fliege") zählt zweifellos dieses originelle, u.a. mit dem Großen Preis der Jury in Cannes ausgezeichnete Psychodrama über Menschen, die durch Autounfälle sexuell stimuliert werden! James Spader spielt den von seiner Frau Catherine (Deborah Kara Unger) entfremdeten Filmproduzenten James Ballard, der nach einem schweren Autounfall zufällig in diese bizarre Fetischszene hineingerät, als er eine Affäre mit der Fahrerin des anderen Wagens, Helen (Holly Hunter), beginnt ...

Außerdem:

Batman Begins (der Auftakt zu Christopher Nolans bahnbrechender "The Dark Knight"-Trilogie mit Christian Bale belegt in den IMDb Top 250 Platz 127; 20.15 Uhr bei Kabel Eins)

Extra Ordinary (die hochgelobte irische Horrorkomödie sorgt mit viel Slapstick, verrückt-skurrilen Einfällen und einem charmanten Figurenensemble für gute Laune; 23.10 Uhr bei Tele 5)

Dienstag, 24. Januar:

Kabel Eins, 22.25 Uhr: "Galaxy Quest - Planlos durchs Weltall" (1999)

Dean Parisots ("Bill & Ted Face the Music") liebevolle "Star Trek"-Parodie besticht mit vielen schrägen Ideen und einer tollen Prämisse: Die gealterten Darsteller einer einstigen Kult-SF-Serie werden von Außerirdischen angeheuert, die sie für echte Weltraum-Helden halten und ihre Hilfe benötigen! Der Besetzung rund um Tim Allen, Sigourney Weaver, Alan Rickman und Sam Rockwell merkt man den Spaß an ihren Rollen deutlich an ...

Donnerstag, 19. Januar 2023

DER DENKWÜRDIGE FALL DES MR. POE (2022)

Originaltitel: The Pale Blue Eye
Regie und Drehbuch: Scott Cooper, Musik: Howard Shore
Darsteller: Christian Bale, Harry Melling, Toby Jones, Lucy Boynton, Gillian Anderson, Harry Lawtey, Simon McBurney, Timothy Spall, Robert Duvall, Charlotte Gainsbourg, Fred Hechinger, Joey Brooks, Hadley Robinson, John Fetterman, Gisele Fetterman
The Pale Blue Eye (2022) on IMDb Rotten Tomatoes: 64% (6,0); Altersempfehlung: 16, Dauer: 128 Minuten.
USA, 1830: Als an der noch recht jungen Militärakademie West Point in New York Kadett Fry erhängt und ohne Herz aufgefunden wird, beauftragen Akademiechef Captain Hitchcock (Simon McBurney, "Mission: Impossible – Rogue Nation") und Superintendent Thayer (Timothy Spall, "Mr. Turner") den ehemaligen Polizisten Augustus Landor (Christian Bale, "Feinde - Hostiles") mit den Ermittlungen. Der pensionierte, verwitwete Landor ist für seinen großen detektivischen Spürsinn bekannt, aber auch für seinen Hang zum Alkohol. Als ein etwas sonderlicher Kadett namens Edgar Allan Poe (Harry Melling, "The Old Guard") Landor seine Hilfe anbietet, geht dieser darauf ein. Die Ermittlungen erweisen sich als schwierig, zumal schon bald ein zweiter Kadett tot und ohne Herz aufgefunden wird. In Landors Visier gerät die Familie Marquis, denn Dr. Daniel Marquis (Toby Jones, "Jurassic World 2") ist als Gerichtsmediziner an der Akademie tätig und hätte das nötige Wissen für die Entfernung der Herzen und sein und Julia Marquis' (Gillian Anderson, "Johnny English 2") Sohn Artemus (Harry Lawtey) ist ebenfalls ein Kadett in West Point und befaßt sich gerüchteweise mit Satanismus. Allerdings erweist sich, daß auch Poe – der sich im Verlauf der Ermittlungen in Artemus' schöne, aber kränkliche Schwester Lea (Lucy Boynton, "Sing Street") verliebt – in der Vergangenheit Schwierigkeiten mit den beiden Toten hatte ...

Montag, 16. Januar 2023

TV-Tips für die Woche 3/2023

Montag, 16. Januar:

Arte, 20.15 Uhr: "Einer kam durch" (1957)

Das auf einer wahren Begebenheit basierende britische Kriegsdrama von Roy Ward Baker ("Die letzte Nacht der Titanic") bescherte seinem deutschen Hauptdarsteller Hardy Krüger den internationalen Durchbruch und war sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien ein großer Hit. Krüger spielt den deutschen Fliegeroffizier Franz von Werra, der im "Battle of England" 1940 abgeschossen wird und in britische Kriegsgefangenschaft gerät. Als einzigem deutschen Soldaten während des Zweiten Weltkrieges gelingt ihm die Flucht aus einem britischen Kriegsgefangenenlager. Direkt im Anschluß um 22.00 Uhr folgt ein knapp einstündiges Hardy Krüger-Portrait aus dem Jahr 2019.

One, 20.15 Uhr: "Das Leben ist eine Baustelle" (1997)

Die mit drei Deutschen Filmpreisen bedachte Tragikomödie von Wolfgang Becker ("Good bye, Lenin!") war der erste größere Kinoerfolg der jungen Hauptdarstellerin Christiane Paul. Sie spielt die ebenso schöne wie mysteriöse Lebenskünstlerin Vera, die sich in den Berliner Fleischer Jan (Vogel) verliebt - welcher dummerweise gerade erfahren hat, daß seine Ex-Freundin HIV-positiv ist und er somit möglicherweise auch ... In weiteren Rollen agieren zahlreiche deutsche Schauspielgrößen wie Meret Becker, Martina Gedeck, Armin Rohde, Heino Ferch und Andrea Sawatzki.

SAT. 1, 20.15 Uhr: "Rate Your Date" (2019)

Free-TV-Premiere der romantischen Komödie von David Dietl (Sohn von "Schtonk!"-Regisseur Helmut Dietl), in der Alicia von Rittberg ("Ballon") und Nilam Farooq ("Contra") beste Freundinnen spielen, die viele schlechte Dating-Erfahrungen gesammelt haben. Eines Tages kommt ihnen die Idee, gemeinsam mit dem Start-Up-Gründer Paul (Edin Hasanović, "Im Westen nichts Neues") eine App zu entwickeln, in der Date-Partner in verschiedenen Kategorien bewertet werden können - als Hilfe/Warnung für potentielle künftige Liebessuchende. Wenig überraschend läuft das aber nicht ganz so wie geplant ...

Arte, 22.55 Uhr: "Tatort Paris" (1959)

Im französischen Schwarzweiß-Krimi von Gilles Grangier ("Die Damen lassen bitten") nach einem Roman von André Gillois spielt Lino Ventura den Pariser Zeitungsverkäufer Pascal, der eines Tages einen jungen Mann namens Didier (Robert Hirsch) vor dem Ertrinken in der Seine rettet. Wie Didier ihm gesteht, handelte es sich um einen Selbstmordversuch, da seine Frau versuche, ihn in den Wahnsinn zu treiben. Unvorsichtigerweise läßt sich Pascal von Didier dazu überreden, ihm auch bei dieser Sache zu helfen, was weitreichende Folgen für ihn zeitigen wird ...

Außerdem:

G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra (mittelmäßiges Actionabenteuer mit Channing Tatum und Sienna Miller; 20.15 Uhr um viereinhalb Minuten gekürzt bei Kabel Eins, ungeschnittene Nachtwiederholung um 1.30 Uhr)

The Equalizer 2 (etwas schwächere, aber immer noch sehenswerte Fortsetzung des harten Actionthrillers mit Denzel Washington als Ex-CIA-Agent; 22.15 Uhr im ZDF)

Mittwoch, 11. Januar 2023

IM WESTEN NICHTS NEUES (2022)

Internationaler Titel: All Quiet on the Western Front
Regie: Edward Berger, Drehbuch: Edward Berger, Lesley Paterson, Ian Stokell, Musik: Volker Bertelmann
Darsteller: Felix Kammerer, Albrecht Schuch, Edin Hasanović, Aaron Hilmer, Adrian Grünewald, Moritz Klaus, Daniel Brühl, Devid Striesow, Thibault de Montalembert, Sebastian Hülk, Andreas Döhler, Michael Wittenborn
All Quiet on the Western Front (2022) on IMDb Rotten Tomatoes: 91% (8,3); FSK: 16, Dauer: 148 Minuten.
Im Frühjahr 1917 und damit drei Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges melden sich der Kleinstadt-Gymnasiast Paul Bäumer (Felix Kammerer) und einige Klassenkameraden freiwillig zum Kriegsdienst, aufgestachelt durch die aufpeitschenden Reden des Schuldirektors (Michael Wittenborn, "Wir sind die Neuen"). Angekommen an der Westfront, wo der brutale Grabenkrieg seit Jahren praktisch eingefroren ist, sieht es allerdings ganz anders aus als gedacht und die Kriegslust der jungen Männer verwandelt sich zwischen Scharfschützen und Gasangriffen rasch in endloses Grauen. Etwas Halt finden die Jungs beim erfahrenen Stanislaus "Kat" Katczinsky (Albrecht Schuch, "Schachnovelle"), der ihnen die Grundlagen des Überlebens an der Front beibringt, und beim etwas naiven, jedoch freundlichen Norddeutschen Tjaden Stackfleet (Edin Hasanovic, "Mein Ende. Dein Anfang."). Eineinhalb Jahre später hat sich an der Front wenig geändert, jedoch ist die deutsche Niederlage angesichts inzwischen zehntausender Toter pro Woche eigentlich nicht mehr zu verhindern. So führt der Zentrumspolitiker Matthias Erzberger (Daniel Brühl, "Rush") nach der Abdankung von Kaiser Wilhelm eine Delegation an, die mit den Franzosen um Marschall Ferdinand Foch (Thibault de Montalembert, TV-Serie "Call My Agent") einen Waffenstillstand verhandeln soll – allerdings gegen den Willen des deutschen Militärs ...

Montag, 9. Januar 2023

TV-Tips für die Woche 2/2023

Montag, 9. Januar:

Arte, 20.15 Uhr: "Im Dreck verreckt" (1968)

Solider französischer Thriller von José Giovanni ("Endstation Schafott"), in dem Lino Ventura im Jahr 1938 als zynischer französischer Auftragskiller Rital von mexikanischen Revolutionären angeheuert wird. Er soll den amtierenden Präsidenten töten, damit dieser durch eine Marionette der Revolutionäre - den idealistischen Studenten Chico (Xavier Marc, "Ein Fressen für die Geier") - ersetzt werden kann. Natürlich läuft nicht alles nach Plan ...

Arte, 22.00 Uhr: "Der Mann mit zwei Frauen" (1953)

Sehr späte Free-TV-Premiere des Melodrams mit Noir-Elementen von und mit Ida Lupino ("Nachts unterwegs"), die in den 1950er Jahren zu einer der ersten erfolgreichen Regisseurinnen in Hollywood wurde. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Harry Graham (Edmond O'Brien, "Die barfüßige Gräfin") aus San Francisco, der mit seiner Frau Eve (Joan Fontaine, "Rebecca") ein Baby adoptieren will. Dem Chef der Adoptionsagentur kommt Harrys Verhalten allerdings verdächtig vor, weshalb er einen Privatdetektiv engagiert. Der wird fündig: Der häufig beruflich nach Los Angeles verreiste Harry führt ein Doppelleben und ist dort heimlich auch mit Phyllis (Ida Lupino) verheiratet!

Außerdem:

Terminator: Genisys (leider arg mittelmäßiges und trotz ordentlicher Einspielergebnisse schnell wieder eingemottetes Reboot der Reihe, mit Arnold Schwarzenegger und "Game of Thrones"-Star Emilia Clarke in den Hauptrollen; 20.15 Uhr bei Kabel Eins)

Dienstag, 10. Januar:

Starsky & Hutch (klamauklastige Kinoversion der 1970er Jahre-Kultserie, hier mit Ben Stiller und Owen Wilson in den Titelrollen; 22.30 Uhr bei Kabel Eins)

Mittwoch, 11. Januar:

Tele 5, 23.50 Uhr: "Mirrors" (2008)

In Alexandre Ajas ("Crawl") erfolgreichem Horrorthriller agiert Kiefer Sutherland als alkoholkranker Ex-Polizist Ben, der nun als Nachtwächter in einem als Lagerhaus genutzten ehemaligen Kaufhaus arbeitet. Dummerweise sind die dort aufbewahrten zahlreichen Spiegel des vor einigen Jahren abgebrannten Kaufhauses von einer dämonischen Macht besessen ...

Mittwoch, 4. Januar 2023

KINOVORSCHAU JANUAR 2023

Das Kinojahr 2023 beginnt vielversprechend mit mehreren OSCAR-Anwärtern ("The Banshees of Inisherin", "Till"), einem extravaganten dreistündigen Epos über das Hollywood der 1920er Jahre ("Babylon") und etlichen weiteren interessanten Filmen:

5. Januar:
"The Banshees of Inisherin":
Einer der großen OSCAR-Favoriten in diesem Jahr ist nicht gänzlich überraschend der neue Film des Iren Martin McDonagh ("Three Billboards …"). Die schwarzhumorige Tragikomödie spielt im Jahr 1923 auf einer kleinen irischen Insel und erzählt von den lebenslangen besten Freunden Pádraic (Colin Farrell) und Colm (Brendan Gleeson), die jeden Abend gemeinsam im Pub verbringen. Bis Colm Pádraic eines Tages unverhofft eröffnet, er wolle fortan nichts mehr mit ihm zu tun haben – dafür gebe es gar keinen bestimmten Anlaß, er habe einfach genug von Pádraics Gesellschaft und wolle sich in Zukunft lieber dem Komponieren widmen. Pádraic will das nicht einfach so akzeptieren, doch Colm macht ihm klar, wie ernst es ihm ist, indem er ankündigt, sich fortan jedes Mal einen Finger abzuschneiden, wenn Pádraic ihn anspricht oder sonstwie mit ihm kommuniziert … Beim Filmfestival in Venedig gewann McDonagh den Drehbuch-Preis und Farrell wurde als bester Schauspieler ausgezeichnet, zudem ist der Film mit den Nebendarstellern Kerry Condon ("Unleashed") und Barry Keoghan ("Eternals") u.a. für acht Golden Globes nominiert.

"Operation Fortune":
Nachdem der britische Regisseur Guy Ritchie letztes Jahr mit "Cash Truck" ungewöhnlicherweise ein Remake in die Kinos brachte, kommt nun wieder ein "echter" Ritchie-Film auf die große Leinwand. "Operation Fortune" ist – wie so oft bei Ritchie – eine Actionkomödie, in der Jason Statham den britischen Geheimagenten Orson Fortune verkörpert. Dieser soll die Verbreitung einer hochgefährlichen neuen Waffentechnologie durch den Waffenhändler Simmonds (Hugh Grant) verhindern und engagiert dafür als Geheimwaffe auch den Hollywood-Star Danny Francesco (Josh Hartnett) … In weiteren Rollen agieren Aubrey Plaza, Cary Elwes, der britische Rapper Bugzy Malone und Eddie Marsan.

"Belle & Sebastian – Ein Sommer voller Abenteuer":
Cécile Aubrys Roman "Belle et Sébastien" über die wunderbare Freundschaft zwischen einem Waisenjungen aus einem kleinen Alpendorf und einer riesigen Berghündin scheint in Frankreich ein echter Evergreen zu sein – geht man von der Anzahl an Adaptionen für TV und Kino aus. Zuletzt gab es von 2013 bis 2017 eine erfolgreiche Film-Trilogie, die auch in Deutschland veröffentlicht wurde ("Belle und Sebastian", "Sebastian und die Feuerretter" und "Belle & Sebastian – Freunde fürs Leben"), nun steht mal wieder ein Reboot an, das in seiner Heimat in den ersten drei Wochen immerhin eine gute halbe Million Interessierte in die Lichtspielhäuser lockte. Regie führt diesmal Pierre Coré.

"Passagiere der Nacht":
Mit sehr positiven Kritiken und Vergleichen mit den Werken von Éric Rohmer wartet Mikhaël Hers' ("Mein Leben mit Amanda") nostalgisches Drama auf, das im Paris der 1980er Jahre spielt. Charlotte Gainsbourg spielt Elisabeth, die alleinerziehende, jüngst von Brustkrebs genesene Mutter zweier Teenager. Als sie auf die obdachlose Ausreißerin Talulah (Noée Abita aus der TV-Serie "Die Frau aus dem Meer") trifft, beschließt Elisabeth, sich um sie zu kümmern und sie bei sich zu Hause aufzunehmen. Eine Entscheidung, die das Leben aller Beteiligten nachhaltig verändern wird ...