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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit längerer Zeit das Cover meines neuen Buchs präsen...

Mittwoch, 20. März 2019

DESTROYER (2018)

Regie: Karyn Kusama, Drehbuch: Phil Hay und Matt Manfredi, Musik: Theodore Shapiro
Darsteller: Nicole Kidman, Toby Kebbell, Sebastian Stan, Jade Pettyjohn, Beau Knapp, Tatiana Maslany, Scoot McNairy, Bradley Whitford, Zach Villa, James Jordan, Doug Simpson, Shamier Anderson, Joseph Fatu
 Destroyer
(2018) on IMDb Rotten Tomatoes: 72% (6,7); weltweites Einspielergebnis: $2,9 Mio.
FSK: 12, Dauer: 122 Minuten.

Wenn man morgens zur Arbeit kommt und die werten Kollegen sich hinter vorgehaltener Hand zu Kommentaren wie "Oh Gott, muß das sein" hinreißen lassen, dann ist man vermutlich nicht unbedingt ein Vorzeigearbeitnehmer. Detective Erin Bell (Nicole Kidman, "Australia") ergeht es genau so, als sie (offensichtlich nicht zum ersten Mal) verkatert an einem Tatort in Los Angeles erscheint, an dem sie eigentlich überhaupt nichts zu suchen hat. Vor 17 Jahren war Erin eine vielversprechende Nachwuchspolizistin, die so gut war, daß sie trotz mangelnder Erfahrung vom FBI mit einem heiklen Auftrag betraut wurde: Gemeinsam mit ihrem Kollegen Chris (Sebastian Stan, "I, Tonya") wurde sie in die Gang des skrupellosen Silas (Toby Kebbell, "Planet der Affen: Revolution") eingeschleust. Die Sache ging schief, seitdem ist Erin ziemlich stark traumatisiert und sicher nicht die angenehmste Kollegin. Doch als sie eines Tages eine Botschaft von Silas erhält, der damals entkommen konnte und sich seitdem bedeckt hielt, sieht Erin ihre Chance gekommen. Endlich kann sie mit ihrem Trauma abschließen, das sie beruflich und privat so viel gekostet hat – nein, endlich kann sie Rache nehmen! Erin pfeift auf sämtliche Gesetze, Regeln und Vorschriften und macht sich alleine auf die Suche nach Silas …

Montag, 18. März 2019

TV-Tips für die Woche 12/2019

Montag, 18. März:
Arte, 20.15 Uhr / 21.55 Uhr: "Vogelfrei" (1985) und "Cléo - Mittwoch zwischen 5 und 7" (1962)
Arte widmet der 90-jährigen französischen Filmemacherin Agnès Varda - die erst letztes Jahr für ihre Doku "Augenblicke" eine OSCAR-Nominierung erhielt und im Jahr davor den Ehren-OSCAR für ihr Lebenswerk - ein Double Feature mit zwei ihrer besten Filme. In dem pseudo-dokumentarisch aufgebauten "Vogelfrei" spielt die grandiose Sandrine Bonnaire ("Johanna, die Jungfrau") die freiheitsliebende Mona, die als Landstreicherin durch das winterliche Frankreich zieht. Und in "Cléo" - Vardas erstem großen Erfolg und einem der großen Nouvelle Vague-Klassiker - geht es um die titelgebende junge Sängerin (Corinne Marchand), die zwei Stunden auf eine ärztliche Diagnose warten muß (von der sie Schlimmes befürchtet) und bis dahin durch Paris streift.

Dienstag, 19. März:
Kabel Eins, 22.25 Uhr: "Last Boy Scout" (1991)
Bis letzten Oktober war Tony Scotts populärer Actionthriller mit Bruce Willis und nach einem Drehbuch von "Lethal Weapon"-Autor Shane Black in Deutschland indiziert, jetzt darf er im Free-TV in voller Länge ausgestrahlt werden - ob Kabel Eins das bereits tut, ist nicht ganz klar, die Laufzeitangabe spricht jedoch dafür (wohlgemerkt nicht tags zuvor um 20.15 Uhr!). Willis spielt den heruntergekommenen Privatdetektiv Joe, der sich mit einem früheren Football-Spieler (Damon Wayans) zusammentut, um den Mord an der Stripperin Cory (Halle Berry, als sie noch nicht berühmt war) aufzuklären, die Joe eigentlich beschützen sollte.

Mittwoch, 20. März:
Kabel Eins, 22.50 Uhr: "Dämon - Trau keiner Seele" (1998)
Solider, stark gespielter Okkult-Thriller von Gregory Hoblit ("Zwielicht") mit Denzel Washington, John Goodman, Embeth Davidtz, James Gandolfini und Donald Sutherland.

Außerdem:
Sucker Punch (Zack Snyders optisch und akustisch eindrucksvoller, inhaltlich unausgereifter Genremix mit Computerspiel-Anleihen; 22.35 Uhr bei Pro 7)

Donnerstag, 21. März:
3sat, 22.25 Uhr: "A Most Violent Year" (2014)
Free-TV-Premiere des hochgelobten Thriller-Dramas von J.C. Chandor ("All Is Lost") über einen idealistischen Kleinunternehmer im New York der 1980er Jahre (Oscar Isaac), der bei seinem Versuch, sein Heizöl-Geschäft auszubauen, mit Korruption und anderen Verbrechen konfrontiert wird und nur zu bestehen können scheint, wenn er selbst die Grenzen der Legalität überquert. Jessica Chastain spielt seine Ehefrau.

Außerdem:
Ziemlich beste Freunde (das in seiner Heimat erfolgreiche, hier eher ignorierte Remake "Mein Bester & Ich" der französischen Tragikomödie über die ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem gelähmten Millionär und seinem vorlauten, afrikanischstämmigen Pfleger läuft vereinzelt noch in den deutschen Kinos; das Original läuft um 22.45 Uhr im BR)

Freitag, 22. März:
RTL II, 23.45 Uhr: "Green Room" (2015)
Free-TV-Premiere des sehr positiv besprochenen, schwarzhumorigen und recht brutalen Horror-Thrillers über eine recht erfolglose Punkrock-Band (deren Mitglieder u.a. von Anton Yelchin und Imogen Poots gespielt werden), die bei einem Auftritt in einer ländlich geprägten Gegend an ein Neonazi-Publikum gerät und dann auch noch Zeuge eines Mordes wird. Das findet der Nazi-Anführer Darcy (Sir Patrick Stewart) gar nicht gut ...

Außerdem:
Terminator: Genisys (leider arg mittelmäßiges und trotz ordentlicher Einspielergebnisse schon wieder eingemottetes Reboot der Reihe, mit Arnold Schwarzenegger und "Game of Thrones"-Star Emilia Clarke in den Hauptrollen; 20.15 Uhr bei Pro 7)
Zero Dark Thirty (Kathryn Bigelows grandioser, OSCAR-prämierter Action-Thriller über die Jagd der Amis auf Osama bin Laden - mit einer herausragenden Hauptdarstellerin Jessica Chastain; 22.25 Uhr bei 3sat)

Samstag, 23. März:
ZDF Neo, 23.35 Uhr: "Serenity - Flucht in neue Welten" (2005)
Nach der höchst bedauernswerten Absetzung der kultigen SciFi-TV-Serie "Firefly" bekam deren Schöpfer Joss Whedon dankenswerterweise zumindest noch die Möglichkeit, die Geschichte der Weltraum-Cowboys im Kampf gegen die sinistre Regierung in einem Kinofilm zu einem mehr oder minder runden Abschluß zu bringen. Das Resultat war in kommerzieller Hinsicht ein ziemlicher Mißerfolg, ist aber ein toller Science Fiction-Film, in dem Captain Mal Reynolds (Nathan Fillion) und seine Crew einer großen Verschwörung auf die Spur kommen. Kenntnis der Serie ist selbstredend vorteilhaft, aber nicht zwangsläufig vonnöten.

Sonntag, 24. März:
Tele 5, 18.05, 20.15 Uhr und 22.20 Uhr: "Fantomas" (1964), "Fantomas gegen Interpol" (1965) und "Fantomas bedroht die Welt" (1966)
Die "Fantomas"-Kriminalromane von Pierre Souvestre und Marcel Allain wurden in Frankreich schon oft verfilmt, unter anderem in einer fünfteiligen Stummfilmreihe mit René Navarre aus den Jahren 1913 und 1914. Doch gerade international am bekanntesten ist mit Sicherheit diese sehr humorvolle Trilogie aus den 1960er Jahren, in der Jean Marais ("Die eiserne Maske") den genialen Meisterdieb und Verwandlungskünstler spielt und Louis de Funès Kommissar Juve, der ihn überführen will.

Samstag, 16. März 2019

Samstags-Update (11/2019)

Keine Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende April:


Box Office-News:
"Captain Marvel" hält sich in Deutschland am zweiten Wochenende gut und behält mit einem Rückgang von nur 40-45% auf etwas unter 400.000 Zuschauer klar die Führung in den Charts. Platz 2 krallt sich mit "Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks" ein Neustart; der zweite 3D-Animationsfilm der Gallier-Reihe sollte mit bis zu 200.000 Besuchern das Startergebnis des Vorgängers "Asterix im Land der Götter" aus dem Jahr 2014 (gut 150.000) mehr oder weniger knapp übertreffen. Der dritte Rang geht vermutlich an "Ostwind 4" mit deutlich über 100.000 Kinogängern. Zwei bis drei weitere Neustarts ordnen sich mit ordentlichen Ergebnissen in der unteren Hälfte der Top 10 ein: Der deutsche Kinderfilm "Rocca verändert die Welt" und Marcus H. Rosenmüllers Fußballer-Biopic "Trautmann" mit David Kross zielen jeweils auf etwa 60.000 Zuschauer ab und sollten die Plätze 7 und 8 unter sich ausmachen, während die US-Komödie "Was Frauen wollen" mit Taraji P. Henson mit ca. 40.000 Besuchern knapp außerhalb der Top 10 landen könnte.
Auch in den USA bleibt "Captain Marvel" mit weitem Abstand auf Platz 1 - hier zwar mit einem Rückgang um etwa 55% auf $70 Mio., doch das ist angesichts des extrem starken Auftakts absolut im Rahmen (und bedeutet sogar das zweitbeste zweite Wochenende in einem März - zugegeben, nicht der beeindruckendste vorstellbare Fast-Rekord, aber immerhin ...). Trotz der Marvel-Dominanz können sich zumindest zwei der drei landesweiten Neustarts über erstaunlich gute Auftaktergebnisse freuen: Der von den Kritikern verrissene Animationsfilm "Willkommen im Wunder Park" holt sich mit voraussichtlich $17-18 Mio. Platz 2 und übertrifft die Erwartungen ebenso um einige Millionen wie auf Platz 3 mit $13-14 Mio. die Teenie-Romanze "Five Feet Apart". Schlecht sieht es hingegen für den dystopischen SciFi-Thriller "Captive State" mit John Goodman und Vera Farmiga aus, der mit nur $3 Mio. auf Platz 7 abzielt und damit sogar direkt hinter dem in weniger als 500 Kinos gestarteten "No Manches Frida 2" (der Fortsetzung der mexikanischen "Fack ju Göhte"-Adaption) landen sollte, der mit rund $4 Mio. im Bereich des Vorgängers ($3,6 Mio. in etwas weniger Kinos) eröffnet. In Deutschland startet "Willkommen im Wunder Park" (mit Lena Meyer-Landrut als Sprecherin der Hauptfigur) am 11. April, "Five Feet Apart" und "Captive State" (der ursprünglich Ende März anlaufen sollte, dann aber kurzfristig gestrichen wurde) haben noch keinen Starttermin. Das gilt ebenso für "No Manches Frida 2", der aber auch garantiert keinen bekommen wird - meines Wissens ist der erste Teil bis heute nicht auf Deutsch erschienen.

Quellen:

Mittwoch, 13. März 2019

MARIA STUART, KÖNIGIN VON SCHOTTLAND (2018)

Originaltitel: Mary Queen of Scots
Regie: Josie Rourke, Drehbuch: Beau Willimon, Musik: Max Richter
Darsteller: Saoirse Ronan, Margot Robbie, Martin Compston, James McArdle, David Tennant, Jack Lowden, Joe Alwyn, Ismael Cruz Cordova, Adrian Lester, Guy Pearce, Brendan Coyle, Gemma Chan, Simon Russell Beale, Ian Hart, Izuka Hoyle, Eileen O'Higgins, Maria Dragus
 Maria Stuart, Königin von Schottland (2018) on IMDb Rotten Tomatoes: 63% (6,2); weltweites Einspielergebnis: $43,2 Mio.
FSK: 12, Dauer: 125 Minuten.

Maria Stuart (Saoirse Ronan, "Brooklyn"), Königin von Schottland mit Ansprüchen auf den von der kinderlosen Elizabeth I. (Margot Robbie, "I, Tonya") besetzten englischen Thron, kehrt nach Jahren aus Frankreich in ihre Heimat zurück. Dort war ihr Halbbruder James (James McArdle, "Star Wars Episode VII") in ihrer Abwesenheit Regent, die Macht gibt er eher ungern an Maria ab. Auch sonst gibt es etliche Kritiker ihrer Machtübernahme, allen voran den protestantischen Fanatiker und Frauenhasser Robert Knox (David Tennant), welcher den protestantischen Teil der Bevölkerung gegen die katholische schottische Königin aufhetzt. So muß sich die gerade einmal 18-jährige Maria ständig mit Intrigen und Ränkespielen herumschlagen, sowohl was die Rivalität mit Elizabeth angeht als auch mit ihren innerschottischen Widersachern. Ein ganz entscheidender Punkt ist Marias Wahl eine Gemahls – soll sie im Sinne des Friedens einen englischen Adligen wie den von Elizabeth vorgeschlagenen Robert Dudley (Joe Alwyn, "The Favourite") oder den schottischstämmigen Henry Darnley (Jack Lowden, "Dunkirk") ehelichen oder lieber einen schottischen Edelmann, was ihre Machtposition in ihrer Heimat festigen, aber den Konflikt mit England anheizen würde?

Montag, 11. März 2019

TV-Tips für die Woche 11/2019

Eine ziemlich magere Woche mit vielen Wiederholungen (guter Filme, immerhin):

Montag, 11. März:
Arte, 20.15 Uhr und 21.50 Uhr: "Madame de ..." (1953) und "Herzklopfen" (1940)
Arte zeigt ein "Starke Frauen"-Double Feature mit zwei Filmklassikern mit Danielle Darrieux: In Max Ophüls' OSCAR-nominierter französisch-italienischer Literaturverfilmung "Madame de ..." spielt sie die Comtesse Louise, die ihre Schulden durch den heimlichen Verkauf von kostbaren Ohrringen tilgt, die ihr Mann (Charles Boyer), ein General, ihr zur Hochzeit schenkte. Diese Tat zeitigt aber unerwartete Konsequenzen ... Henri Decoins von Arte im Originalton mit deutschen Untertiteln präsentierte Tragikomödie "Herzklopfen" (Alternativtitel: "Diebe und Liebe") erreicht zwar nicht die Klasse von Ophüls' Meisterwerk, ist aber ebenfalls sehenswert: Hier verkörpert Darrieux die Waise Arlette, die aus der Besserungsanstalt flüchtet, in Paris als Taschendiebin ausgebildet wird und nach der Begegnung mit einem Botschafter in romantische Verwicklungen gerät.

Außerdem:
Alien vs. Predator (ordentlich beginnendes, in der zweiten Hälfte jedoch stark nachlassendes Crossover der beiden Kult-Horrorfilmreihen; 22.25 Uhr bei Kabel Eins)

Dienstag, 12. März:
Servus TV, 22.05 Uhr: "Bitter Moon" (1992)
In Roman Polanskis erotischem Thriller lernt das britische Ehepaar Fiona und Nigel (Kristin Scott Thomas, Hugh Grant) auf einer Kreuzfahrt den älteren querschnittsgelähmten Amerikaner Oscar (Peter Coyote) und seine schöne französische Frau Mimi (Emmanuelle Seigner) kennen. Oscar erzählt von der ereignisreichen, aber zugleich holprigen Liebesbeziehung, doch nach und nach werden Nigel und Fiona selbst immer stärker hineingezogen ...

Mittwoch, 13. März:
Kabel Eins, 22.55 Uhr: "Dirty Harry" (1971)
Nachdem er in Europa durch seine Rollen als schweigsamer Held in Italowestern wie "Für eine Handvoll Dollar" und "Zwei glorreiche Halunken" zum Star wurde, gelang Clint Eastwood als taffer, zynischer und nur bedingt den Gesetzen folgender Polizist Harry Callahan in Don Siegels Actionklassiker auch in seiner Heimat Amerika der endgültige Durchbruch. Direkt im Anschluß (0.55 Uhr) zeigt Arte den (mediokren) fünften Teil der Reihe mit dem Untertitel "Das Todesspiel" und einem jungen Liam Neeson in einer der Hauptrollen.

Donnerstag, 14. März:
WDR, 23.25 Uhr: "Das Talent des Genesis Potini" (2014)
Free-TV-Premiere des vielfach ausgezeichneten neuseeländischen Biopics über den psychisch kranken Maori-Schachgroßmeister Genesis (Cliff Curtis, TV-Serie "Fear the Walking Dead"), der in fortgeschrittenem Alter seinen wahren Lebenssinn darin findet, unterprivilegierte Kinder und Jugendliche zu unterrichten: im Schach und damit auch für das Leben ...

Freitag, 15. März:
BR, 22.45 Uhr (möglicherweise leicht geschnitten): "Big Jake" (1971)
In George Shermans Spätwestern spielt John Wayne den titelgebenden alternden Rancher und Ex-Revolverhelden, dessen Enkelsohn für ein hohes Lösegeld entführt wird. Obwohl Big Jake sich seit längerem von seiner Familie (inklusive seiner von Maureen O'Hara verkörperten Frau) entfremdet hat, kann er das selbstredend nicht zulassen und macht sich auf die Jagd nach den skrupellosen Banditen.

Außerdem:
Final Destination 5 (der bis dato letzte Teil der überwiegend spaßigen Horrorfilm-Reihe ist leider auch der schwächste, der die innovativen und sehr schwarzhumorigen Todesfälle der Vorgänger zu oft durch Sadistisches ersetzt, das eher zur "Saw"-Reihe passen würde; 22.30 Uhr um zwei Minuten geschnitten bei Pro 7, ungekürzte Nachtwiederholung um 2.05 Uhr)

Samstag, 16. März:
ZDF Neo, 23.35 Uhr: "Reservoir Dogs" (1992)
Siehe meinen TV-Tip von Juni 2017 zu Quentin Tarantinos Kino-Regiedebüt mit Harvey Keitel und Tim Roth.

Sonntag, 17. März:
Arte, 20.15 Uhr: "Der Mann, der Liberty Valance erschoß" (1962)
John Fords in Schwarzweiß gedrehter Westernabgesang mit John Wayne, James Stewart und Lee Marvin stellt die Gesetze des Genres raffiniert, vom Zuschauer bis zum Schluß unbemerkt auf den Kopf und zählt gerade deshalb zu den besten, anspruchsvollsten Western überhaupt.

Außerdem:
X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (in Teil 2 der Prequel-Trilogie müssen die jungen Mutanten mit ihren älteren Ichs aus der Zukunft zusammenarbeiten, um das Ende der Welt zu verhindern; 22.45 Uhr bei Pro 7)

Samstag, 9. März 2019

Samstags-Update (10/2019)

Der dystopische SciFi-Film "Captive State" mit John Goodman und Vera Farmiga hat seinen Startplatz Ende März verloren, ansonsten gibt es keine bedeutenden Änderungen im deutschen Startkalender bis Ende April:


Box Office-News:
Nach einem für die Kinobetreiber enttäuschenden Jahresanfang 2019 gibt es nun endlich den ersten echten Mainstream-Hit: Die von Brie Larson verkörperte Superheldin "Captain Marvel" legt mit 600.000 bis 700.000 Zuschauern den mit Abstand besten Start eines MCU-Debütfilms hin (bislang: "Guardians of the Galaxy" mit gut 460.000) und übertrifft damit die sowieso schon hohen Erwartungen deutlich. Natürlich ist die Vorfreude der vielen Fans auf den Ende April die Phase 3 des MCU abschließenden "Avengers: Endgame" beim Erfolg von "Captain Marvel" - die in der allerletzten Szene von "Avengers: Infinity War" von Nick Fury zur Hilfe gerufen wurde - ebenso hilfreich wie die überwiegend positiven Kritiken und natürlich die Tatsache, daß es der überfällige erste Solofilm einer Marvel-Superheldin ist. Dahinter halten sich trotz Blockbuster-Konkurrenz (dem eher herbstlich anmutenden Wetter sei Dank) auch die älteren Filme gut: Mit "Drachenzähmen leicht gemacht 3", OSCAR-Gewinner "Green Book" und "Ostwind 4" werden drei Filme mit jeweils nur geringen Rückgängen auf um die 150.000 Besucher die Plätze 2 bis 4 belegen. Ordentlich aus den Startlöchern kommt zudem die deutsche Beziehungskomödie "Rate Your Date" von David Dietl, die sich mit weit über 50.000 Kinogängern auf Platz 6 oder 7 einfindet. Das US-Biopic "Die Berufung" mit Felicity Jones als Supreme Court-Richterin Ruth Bader Ginsburg verfehlt zwar mit etwa 30.000 Zuschauern die Top 10, macht damit aber in den Arthouse-Kinos eine ziemlich gute Figur. Enttäuschend verläuft der Auftakt hingegen für Doris Dörries' "Kirschblüten & Dämonen", der mit unter 20.000 Interessierten lediglich auf ein Drittel bis Viertel des Startergebnisses (gut 60.000) seines Vorgängers "Kirschblüten - Hanami" aus dem Jahr 2008 abzielt und damit Mühe haben dürfte, auch nur die Top 20 zu erreichen.
Auch in den USA legt "Captain Marvel" sensationell los, voraussichtlich $160 Mio. bedeuten den drittbesten März-Start aller Zeiten (nur hinter "Die Schöne und das Biest" und "Batman v Superman") und eine deutliche Steigerung gegenüber den Erwartungen der Branchenanalysten, die noch vor wenigen Wochen eher mit $100 Mio. gerechnet hätten (was schon stark gewesen wäre!). Die US-Kinos haben diesen Megahit übrigens mindestens so nötig wie die deutschen, denn bislang kam kein Wochenende des Jahres 2019 an die Einspielergebnisse des Vorjahres heran, die prozentualen Verluste lagen häufig sogar im niedrigen zweistelligen Bereich. Auch das ist natürlich ein Punkt, von dem "Captain Marvel" profitiert, denn etliche Zuschauer werden einfach auf einen neuen "Must-See"-Film gewartet haben, egal welchen. So oder so bedeutet der tolle Auftakt auch, daß - und da schäme ich mich meiner Schadenfreue kein bißchen - die Schmutz- und Boykottkampagne etlicher in den USA bekannter Right-Wing-Persönlichkeiten (überwiegend die gleichen, die es letztes Jahr geschafft haben, James Gunn als "Guardians of the Galaxy 3"-Regisseur feuern zu lassen - ein Schritt, den Disney inzwischen mit Sicherheit bereut und das nicht erst, seitdem der große Rivale DC Gunn als "Suicide Squad 2"-Regisseur angeheuert hat) gegen den Film und seine öffentlich gerne unverblümt feministisch auftretende Hauptdarstellerin komplett ins Leere lief - witzigerweise sind die größte Zuschauergruppe des Films in den USA zum Start übrigens weiße Männer über 25 Jahre (die Amis sind mit solchen Statistiken extrem schnell und machen sie anders als die deutsche GfK auch sofort öffentlich verfügbar) ... Alle anderen Filme haben gegen die Macht von "Captain Marvel" natürlich wenig zu melden, aber "Drachenzähmen leicht gemacht 3" hält sich mit etwa $15 Mio. ordentlich, den dritten Rang sichert sich "A Madea Family Funeral" mit gut $10 Mio. am zweiten Wochenende. Die Doku "Apollo 11" könnte mit $1 Mio. gerade noch die Top 10 entern.

Quellen:

Donnerstag, 7. März 2019

CAPTAIN MARVEL (3D, 2019)

Regie: Anna Boden und Ryan Fleck, Drehbuch: Anna Boden, Ryan Fleck, Geneva Robertson-Dworet, Musik: Pinar Toprak
Darsteller: Brie Larson, Samuel L. Jackson, Jude Law, Ben Mendelsohn, Lashana Lynch, Clark Gregg, Annette Bening, Djimon Hounsou, Gemma Chan, Rune Temte, Algenis Perez Soto, Lee Pace, Chuku Modu, Mckenna Grace, Colin Ford, Kenneth Mitchell, Matthew Maher, Vik Sahay, Duane Henry, James Morrison, Chris Evans, Scarlett Johansson, Don Cheadle, Mark Ruffalo, Stan Lee
 Captain Marvel
(2019) on IMDb Rotten Tomatoes: 83% (6,9); FSK: 12, Dauer: 124 Minuten.

Der intergalaktische Krieg zwischen den heroischen Kree und den formwandelnden Skrull ist im vollen Gang. Die "Starforce", eine tödliche Elitetruppe der Kree, wird auf die gefährliche Mission gesandt, einen aufgeflogenen Undercover-Agenten und seine unter Lebensgefahr in jahrelanger Arbeit gesammelten Informationen über die Skrull zu retten. Commander Yon-Rogg (Jude Law, "Phantastische Tierwesen 2") führt sein sechsköpfiges Team an, doch sie geraten bald in einen Hinterhalt und die Kriegerin Vers wird von einer Gruppe Skrull entführt. Deren Anführer Talos (Ben Mendelsohn, "Die dunkelste Stunde") will von Vers Informationen über einen revolutionären Überlichtantrieb haben – zu ihrer eigenen Überraschung weiß Vers tatsächlich etwas darüber. Denn es stellt sich heraus, daß sie, die vor sechs Jahren ohne Gedächtnis aufgefunden wurde, in Wirklichkeit die menschliche Versuchspilotin Carol Danvers (Brie Larson, "Raum") ist, deren Mentorin die undercover auf der Erde für die U.S. Air Force tätige Kree-Wissenschaftlerin Dr. Wendy Lawson (Annette Bening, "Ruby Sparks") war. Bei einem folgenreichen Zwischenfall erlitt Carol nicht nur ihre Amnesie, sondern verschmolz gewissermaßen mit Dr. Lawsons Kree-Technologie, was ihr übermenschliche Fähigkeiten verlieh. Als Vers / Carol auf der Suche nach ihrer wahren Identität die Erde des Jahres 1995 aufsucht, trifft sie schnell auf den S.H.I.E.L.D.-Agenten Nick Fury (Samuel L. Jackson, "The Hateful 8") …

Dienstag, 5. März 2019

POLDARK (TV-Serie, 2018, 4. Staffel)

Regie: Joss Agnew und Brian Kelly, Drehbuch: Debbie Horsfield, Musik: Anne Dudley
Darsteller: Aidan Turner, Eleanor Tomlinson, Jack Farthing, Heida Reed, Luke Norris, Gabrielle Wilde, Harry Richardson, Tom York, Ellise Chappell, Christian Brassington, John Hopkins, Max Bennett, James Wilby, Beatie Edney, Tristan Sturrock, Josh Whitehouse, Amelia Clarkson, Louis Davison, Pip Torrens, Turlough Convery, Ciara Charteris, Sean Gilder, Esme Coy, Will Merrick, Richard Hope, Robert Daws, Mike Burnside, Rebecca Front, Jason Squibb, Charlie Field, Jack Riddiford, Ruby Bentall, Edward Bennett, Robin Ellis, Sophie Simnett, Kyle Soller, Caroline Blakiston
 Poldark
(2015) on IMDb Rotten Tomatoes: 81% (8,1), FSK: 12, Dauer: 463 Minuten.
Als sich das 18. Jahrhundert dem Ende zuneigt und die einfache Bevölkerung Cornwalls immer stärker Hunger leidet, läßt sich der noble Landadlige Ross Poldark (Aidan Turner, "Der Hobbit") endlich davon überzeugen, daß er nur in der Politik Aussichten hat, wirklich etwas zu ändern. Mit tatkräftiger Hilfe seiner Ehefrau Demelza (Eleanor Tomlinson, "Colette") und Unterstützung der einflußreichen Sir Francis Basset (John Hopkins, TV-Serie "Inspector Barnaby") und Lord Falmouth (James Wilby, "Gosford Park") gelingt es Ross, sich zum Parlamentsabgeordneten wählen zu lassen – was aber bedeutet, daß er fortan den größeren Teil des Jahres in London verbringen muß, während sich Demelza und Ross' rechte Hand Zacky Martin (Tristan Sturrock, TV-Serie "Doc Martin") in Cornwall um alles kümmern, speziell um die Mine, die die gesamte Gegend mit Arbeit und Einkommen versorgt. In London bekommt es Ross derweil wieder mit seinem Erzfeind George Warleggan (Jack Farthing, "The Riot Club") zu tun, der ebenfalls einen Sitz im Parlament ergattern konnte und weiterhin alles tut, um Ross – die Jugendliebe seiner Frau Elizabeth (Heida Reed, "Zwei an einem Tag") – zu schädigen. Besonders pikant wird es, als George den adligen notorischen Frauenhelden Monk Adderley (Max Bennett, "Bohemian Rhapsody") herausfordert, die inzwischen nachgereiste Demelza zu verführen; denn nachdem es einige Irritationen in der Ehe der Poldarks gab, trifft das einen wunden Punkt bei Ross …

Montag, 4. März 2019

TV-Tips für die Woche 10/2019

Montag, 4. März:
Arte, 20.15 Uhr und 22.00 Uhr: "Gilda" (1946) und "Die Lady von Shanghai" (1947)
In einem Rita Hayworth-Double Feature zeigt Arte zwei Film noir-Klassiker: In Charles Vidors erotisch aufgeladenem "Gilda" brilliert Hayworth als verführerische Femme fatale, welche die Freundschaft zwischen dem kleinkriminellen Spieler und Betrüger Johnny (Glenn Ford) und dem Casino-Besitzer und Schmuggler Ballin (George Macready) auf eine harte Probe stellt. Im etwas schwächeren "Die Lady von Shanghai" von Orson Welles verliebt sich Matrose Michael (Welles) in die geheimnisvolle, verheiratete Elsa (Hayworth), ohne zu ahnen, daß die bereits sehr konkrete Pläne für ihn hat ...

ZDF, 22.15 Uhr: "Central Intelligence" (2016)
Free-TV-Premiere des mangels Originalität mittelmäßig besprochenen, aber recht erfolgreichen Buddy-Movies, in dem Dwayne Johnson als Geheimagent seinen früheren Klassenkameraden (Kevin Hart) und jetzigen Buchhalter zwangsrekrutiert, um ihm bei einem Fall zu helfen - mit erwartet turbulenten Folgen ...

Außerdem:
Flying Swords of Dragon Gate (launiges Martial Arts-Spektakel von Tsui Hark, das vor allem mit den kunstvoll choreographierten, u.a. von Jet Li ausgeführten Kampfsequenzen punktet; 0.05 Uhr bei Tele 5)

Dienstag, 5. März:
Servus TV, 22.00 Uhr: "Gemma Bovery - Ein Sommer mit Flaubert" (2014)
Free-TV-Premiere der auf einer Graphic Novel basierenden und von Flauberts "Madame Bovary" inspirierten Tragikomödie, in der Gemma Arterton und Jason Flemyng als britisches Ehepaar Gemma und Charlie agieren, das auf ihr Drängen mit den beiden Kindern aus Charlies erster Ehe von London in die Normandie zieht. Schon bald langweilt sich Gemma auch dort und bringt nebenbei den Dorfalltag durcheinander - doch dann erscheint unvermittelt ihr Ex-Freund auf der Bildfläche ...

Samstag, 2. März 2019

Samstags-Update (9/2019)

Keine nennenswerten Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende April:


Box Office-News:
Die deutschen Kinos profitieren vom nach zwei frühlingshaften Wochenenden wieder deutlich kinofreundlicheren Wetter sowie einigen recht erfolgreichen Neustarts. Um die Führung in den Charts ringen mit jeweils um die 200.000 Zuschauern Vorwochensieger "Drachenzähmen leicht gemacht 3" - der damit in etwa auf dem Niveau des letzten Wochenendes bleibt - und Neustart "Ostwind 4". Der vierte Teil der beliebten deutschen Pferdefilm-Reihe, der eine Staffelübergabe von der bisherigen auf eine jüngere Protagonistin darstellt, könnte sich damit zwar im Vergleich zu den beiden direkten Vorgängern (gut 290.000 respektive gut 225.000) etwas verschlechtern, belegt unterm Strich aber trotzdem die Standhaftigkeit der Pferdeabenteuer. Platz 3 verteidigt "Green Book", der aber deutlich von seinem OSCAR-Triumph als bester Film profitiert und sein Vorwochenergebnis auf über 150.000 Besucher nahezu verdoppelt. Dahinter sortieren sich mit jeweils deutlich über 100.000 Kinogängern zwei weitere Neustarts ein: "Hard Powder" mit Liam Neeson (ein positiv rezensiertes Remake des norwegischen "Einer nach dem Anderen" vom gleichen Regisseur) und der mit für Genreverhältnisse ordentlichen Kritiken ausgestattete US-Horrorfilm "Escape Room", der bereits in den USA erfolgreich genug lief, um die Entwicklung einer Fortsetzung in Auftrag zu geben.
In den USA feiert ein langjähriges quasi komplett US-amerikanisches Phänomen (das im Rest der Welt fast komplett ignoriert wurde) einen ziemlich erfolgreichen Abschluß: Tyler Perry trägt seine eigentlich für die Bühne konzipierte und von ihm selbst gespielte Kunstfigur Madea in "A Madea Family Funeral" buchstäblich zu Grabe (zumindest ausgehend vom Titel), was diesem neunten Teil der 2005 begonnenen Reihe noch einmal Platz 1 in den Charts mit etwa $25 Mio. Einspielergebnis einbringen dürfte. Das reicht zwar nicht ganz an die erfolgreichsten Teile heran (der dritte eröffnete mit $41 Mio., der zweite mit $30 Mio.), ist aber eine Steigerung gegenüber dem direkten Vorgänger ($21,2 Mio.). Die Spitzenposition in dieser Woche ist aber noch nicht hundertprozentig gesichert, denn "Drachenzähmen leicht gemacht 3" liegt nach den bisherigen Hochrechnungen nur etwa $2 Mio. dahinter. Platz 3 geht voraussichtlich an "Alita" mit etwa $6 Mio., allerdings sind ihr "The LEGO Movie 2", Neustart "Greta" (ein Thriller von Neil Jordan mit Isabelle Huppert) und auch "Green Book" dicht auf den Fersen. Einen deutschen Kinostart für "A Madea Family Funeral" gibt es nicht und wird es voraussichtlich nicht geben; "Greta" soll am 16. Mai anlaufen.

Quellen: