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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit längerer Zeit das Cover meines neuen Buchs präsen...

Dienstag, 18. Juni 2019

THE DEAD DON'T DIE (2019)

Regie und Drehbuch: Jim Jarmusch, Musik: SQÜRL
Darsteller: Bill Murray, Adam Driver, Tilda Swinton, Chloë Sevigny, Tom Waits, Danny Glover, Caleb Landry Jones, Steve Buscemi, Selena Gomez, Austin Butler, Luka Sabbat, RZA, Rosie Perez, Eszter Balint, Maya Delmont, Taliyah Whitaker, Jahi Di'Allo Winston, Larry Fessenden, Carol Kane, Sara Driver, Sturgill Simpson, Iggy Pop
 The Dead Don't Die (2019) on IMDb Rotten Tomatoes: 54% (5,7); weltweites Einspielergebnis: $5,6 Mio.
FSK: 16, Dauer: 105 Minuten.

Als extensives Fracking in den polaren Regionen die Erdachse aus dem Gleichgewicht bringt, können Industrie und Behörden noch so viel dementieren und alles als "Panikmache" abtun: Es ist offensichtlich, daß immer merkwürdigere Dinge geschehen. Der vorläufige Höhepunkt dieser Entwicklung ist, daß sich die Toten aus ihren Gräbern erheben und einen großen Hunger auf Menschenfleisch offenbaren. Mit dieser Zombieinvasion muß sich in der ländlichen Kleinstadt Centerville der Polizeichef Cliff Robertson (Bill Murray, "Die Tiefseetaucher") mit seinen Officers Ronnie (Adam Driver, "BlacKkKlansman") und Mindy (Chloë Sevigny, "Zodiac") herumplagen. Nach den ersten zwei Todesfällen kennt man zwar die Urheber noch nicht, aber sowohl Ronnie als auch der an der örtlichen Tankstelle arbeitende Nerd Bobby (Caleb Landry Jones, "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri") sind sich sicher: Das können nur Untote gewesen sein! Glücklicherweise gibt es außerdem noch Zelda Winston (Tilda Swinton, "Doctor Strange"), die exzentrische neue Bestatterin mit dem merkwürdigen Akzent, die ein echtes Samuraischwert besitzt und damit vorzüglich umzugehen weiß …

Montag, 17. Juni 2019

TV-Tips für die Woche 25/2019

Montag, 17. Juni:
Arte, 20.15 Uhr und 22.15 Uhr: "Die letzte Vorstellung" (1971) und "Saint Jack" (1979)
Arte zeigt zwei selten im TV gezeigte Werke von Meisterregisseur Peter Bogdanovich ("Is' was, Doc?"): Der in Schwarzweiß gehaltene und bei acht Nominierungen mit zwei OSCARs (für die Nebendarsteller Ben Johnson und Cloris Leachman) ausgezeichnete "Die letzte Vorstellung", ein Schlüsselfilm des die US-Filmbranche revolutionierenden "New Hollywood", ist das präzise beobachtete Portrait einer trostlosen Kleinstadt in Texas zu Beginn der 1950er Jahre und ihrer Bewohner. Im Mittelpunkt stehen die beiden heranwachsenden Freunde Duane (Jeff Bridges) und Sonny (Timothy Bottoms), die kurz vor ihrem Schulabschluß und daher vor einem großen Einschnitt in ihren jungen Leben stehen - zumal Duane in die Armee eintritt und in Korea stationiert wird. Nur das örtliche Kino sorgt für etwas Abwechslung für die Jugendlichen - bis es nach dem Tod des Besitzers geschlossen werden soll. Im weniger bekannten Charakterdrama "Saint Jack" spielt Ben Gazzara ("Mord an einem chinesischen Buchmacher") Jack Flowers, einen Mann mittleren Alters, der eigentlich ein solides Leben führt, aber von großem Reichtum träumt und daher in Singapur ein Bordell eröffnet (wäre persönlich nicht meine allererste Wahl, um reich zu werden, aber gut ...). Die einheimische Konkurrenz ist davon nicht begeistert.

Dienstag, 18. Juni:
Tele 5, 20.15 Uhr (um etwa drei Minuten gekürzt, ungeschnittene Wiederholung in der Nacht von Sonntag auf Montag um 0.05 Uhr)
Michael Manns komplexes Thriller-Meisterwerk (Platz 123 in den IMDb Top 250) zählt ohne jeden Zweifel zu den besten Vertretern des Genres. Das erbitterte, aber durchaus respektvolle Duell zwischen Cop (Al Pacino) und Bankräuber (Robert De Niro) begeistert mit pausenloser Hochspannung, für Genreverhältnisse vielschichtigen Figuren und einem der spektakulärsten und besten Shootouts der Filmgeschichte!

Servus TV, 20.15 Uhr: "Das unerwartete Glück der Familie Payan" (2016)
Free-TV-Premiere der französischen Komödie, in der die Endvierzigerin Nicole (Karin Viard aus "Verstehen Sie die Béliers?") zu ihrer Überraschung feststellen muß, daß sie schwanger ist - obwohl sie davon ausging, längst in den Wechseljahren zu sein! Soll sie, deren beide bisherige Kinder bereits erwachsen sind, tatsächlich in ihrem Alter noch ein drittes Kind bekommen? Die Meinungen in der Familie sind geteilt ...

Außerdem:
Big Fish (Tim Burtons wunderbares, vor Phantasie übersprudelndes Erwachsenen-Märchen mit Ewan McGregor; 20.15 Uhr beim Disney Channel)
A Lonely Place to Die - Todesfalle Highlands (spannender Survival-Thriller mit Melissa George, 1.45 Uhr bei ZDF Neo, das leider nur die um zwei Minuten gekürzte FSK 16-Fassung zeigt)

Samstag, 15. Juni 2019

Samstags-Update (24/2019)

Keine Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende Juni:


Box Office-News:
Die Kombination aus dem anhaltenden Sommerwetter und wenig aufregenden Neustarts könnte unter Umständen für das schlechteste Wochenende des Jahres 2019 in den deutschen Kinos sorgen. Immerhin haben zwei Filme die Chance, gerade so auf sechsstellige Zuschauerzahlen zu kommen: Für "Aladdin" ist das in der vierten Woche in Ordnung, für Neustart "Men in Black International" hingegen ziemlich katastrophal - vor allem, wenn man bedenkt, daß im Jahr 1997 der erste "Men in Black" mit beinahe zwei Millionen Besuchern eröffnete und selbst der wenig aufregende dritte Teil 2012 noch auf deutlich über 400.000 Kinogänger zum Start kam! Klar, "International" ist ein Spin-Off ohne die Originalbesetzung, aber so schwach dürfte er trotzdem nicht laufen. Damit setzt sich der ausgesprochen schwache Sommer für Sequels fort, außer "Avengers: Endgame" und "John Wick: Kapitel 3" gab es eigentlich nur Enttäuschungen, die in der Regel aber auch qualitativ bedingt waren. Apropos "John Wick 3": Der wird sich wohl knapp vor "X-Men: Dark Phoenix" und "Rocketman" den dritten Platz sichern, alle drei kommen in den Bereich von 50.000 Zuschauern. In den Arthouse-Kinos startet Jim Jarmuschs starbesetzter Cannes-Eröffnungsfilm "The Dead Don't Die" mit etwa 30.000 Besuchern sehr ordentlich, was für Platz 6 reichen sollte. Und ein ganz besonders eindrucksvolles Beispiel für die floppenden Fortsetzungen des Sommers ist der Familienfilm "Bailey 2", der am ersten Wochenende wohl nicht einmal 10.000 Zuschauer einsammeln wird (Teil 1 kam immerhin auf über 35.000) ...
Meistens läuft es in den USA ja zumindest etwas besser als in Deutschland, aber an diesem Wochenende hagelt es auch in Nordamerika Flops. Der schwach rezensierte "Men in Black International" übernimmt zwar die Spitze der Charts, unterbietet mit $25 Mio. aber selbst die niedrigsten Erwartungen. Da die Amerikaner nicht in Zuschauern, sondern in Einspielergebnis rechnen und damit die Inflation zum Tragen kommt, sieht das im Vergleich zu den Vorgängern (die alle mit $50-55 Mio. eröffneten) nicht ganz so krass aus wie bei uns, ist aber trotzdem erschreckend - wenigstens ist das Budget des Films mit knapp über $100 Mio. für Hollywood-Verhältnisse gar nicht so hoch, weshalb die Verluste für Sony am Ende überschaubar bleiben dürften. Trotzdem ist die Prognose sicher nicht waghalsig, daß dies für längere Zeit der letzte "Men in Black"-Film ist. Zumindest die Marvel-Fans können daraus wenigstens etwas Positives ziehen, denn da sich hiermit zum wiederholten Mal zeigt, daß Hauptdarsteller Chris Hemsworth außerhalb des MCU nur eine überschaubare Zugkraft besitzt (weitere Beispiele sind "Rush" und "Im Herzen der See"), dürfte die Wahrscheinlichkeit steigen, daß er uns noch längere Zeit als Thor erhalten bleibt ... Platz 2 geht an den letzte Woche enttäuschend gestarteten "Pets 2", der um über 55% auf $20 Mio. fallen sollte, den dritten Rang holt sich "Aladdin" mit $15 Mio. am vierten Wochenende. Den nächsten Flop gibt es auf Platz 4 oder 5 (in etwa gleichauf mit "Rocketman"), denn der auch mäßig besprochene "Shaft" - in dem mit Originaldarsteller Richard Roundtree, Remake-Darsteller Samuel L. Jackson und Newcomer Jessie Usher gleich drei Generationen der Privatdetektiv-Familie zusammenarbeiten - halbiert mit weniger als $10 Mio. die ohnehin schon verhaltenen Erwartungen. Auch hier der Blick in die Vergangenheit: Der Jackson-"Shaft" aus dem Jahr 2000 kam zum Start immerhin auf gut $21 Mio., die Zahlen der drei Roundtree-Filme aus den 1970er Jahren lassen sich kaum vergleichen (inflationsbereinigt kam der erste insgesamt auf ziemlich genau $100 Mio., was der neue Film nicht ansatzweise erreichen wird). Einziger breiter Neustart des Wochenendes mit guten Kritiken ist die Komödie "Late Night" mit Emma Thompson, die spricht aber nicht unbedingt ein riesiges Publikum an und muß sich deshalb in der unteren Hälfte der Top 10 mit ungefähr $5 Mio. begnügen. Und angesichts der schwachen Konkurrenz sollte es auch für den in nur gut 600 Kinos gezeigten "The Dead Don't Die" mit $2 Mio. noch für die Top 10 reichen. In Deutschland läuft "Late Night" am 29. August an, "Shaft" kommt gar nicht in die Kinos, sondern ist ab 28. Juni bei Netflix zu sehen.

Quellen:

Donnerstag, 13. Juni 2019

ALADDIN (3D, 2019)

Regie: Guy Ritchie, Drehbuch: John August und Guy Ritchie, Musik: Alan Menken
Darsteller: Mena Massoud, Naomi Scott, Will Smith, Marwan Kenzari, Navid Negahban, Nasim Pedrad, Numan Acar, Billy Magnussen, Alan Tudyk (Stimme), Frank Welker (Stimme)
 Aladdin (2019) on IMDb Rotten Tomatoes: 56% (5,8); weltweites Einspielergebnis: $615,5 Mio.
FSK: 6, Dauer: 129 Minuten.

Die arabische Großstadt Agrabah wird von einem weisen Sultan (Navid Negahban, "American Sniper") regiert. Da der Sultan nicht mehr der Jüngste ist, will er seine schöne Tochter Jasmin (Naomi Scott, "Power Rangers") möglichst gut verheiraten. Die ist allerdings von den bisherigen Bewerbern nicht sonderlich angetan und sowieso der Meinung, daß sie selbst entgegen der Tradition Sultanin werden sollte. Was beide nicht wissen: Der ehrgeizige Großwesir Dschafar (Marwan Kenzari, "Mord im Orient Express"), ein Zauberer, will selbst die Macht übernehmen und befindet sich aus diesem Grund auf der Suche nach einer magischen Lampe, die einen Dschinn beherbergt. Gemäß der Legende kann nur ein besonderer Mensch, ein "Rohdiamant", der sich als würdig dafür erweist, die Lampe aus der "Höhle der Wunder" holen. Als Dschafar eines Tages beobachtet, wie der liebenswerte Taschendieb Aladdin (Mena Massoud, TV-Serie "Jack Ryan") in den schwerbewachten Palast des Sultans einbricht, um etwas zurückzugeben, das sein Affe Abu einer vermeintlichen Zofe der Prinzessin geklaut hatte, glaubt er, endlich den Richtigen gefunden zu haben. Und wirklich: Aladdin erreicht die Lampe, reibt sie in Unkenntnis der Details versehentlich selbst – und wird so zum neuen Meister des Dschinns (Will Smith, "Focus"), der ihm drei Wünsche erfüllen muß. Dschafar gefällt diese Entwicklung natürlich gar nicht …

Mittwoch, 12. Juni 2019

THE MAN WHO KILLED HITLER AND THEN THE BIGFOOT (2018)

Regie und Drehbuch: Robert D. Krzykowski, Musik: Joe Kraemer
Darsteller: Sam Elliott, Aidan Turner, Caitlin FitzGerald, Larry Miller, Ron Livingston, Rizwan Manji, Sean Bridgers, Ellar Coltrane, Rocco Gioffre, Mark Steger
 The Man Who Killed Hitler and Then The Bigfoot
(2018) on IMDb Rotten Tomatoes: 74% (6,5); FSK: 12, Dauer: 98 Minuten.
Irgendwann in den 1980er Jahren: Calvin Barr (Sam Elliott, "A Star Is Born") ist ein alter Mann, der täglich seine Medikamente einnimmt, Zeit mit seinem Hund Ralph verbringt, gelegentlich in der Kneipe etwas trinkt oder seinen jüngeren Bruder Ed (Larry Miller, "Kiss Kiss Bang Bang") in seinem Friseursalon besucht. Man kann also nicht behaupten, daß Calvins aktuelles Leben sonderlich ausgefüllt erscheinen würde – das war allerdings früher ganz anders, denn als junger Mann (Aidan Turner, "Der Hobbit") arbeitete er für die US-Regierung und erschoß im Zweiten Weltkrieg sogar Adolf Hitler (der mit dem Selbstmord im Berliner Führerbunker war ein Double)! Für diesen und ähnliche Top Secret-Regierungsaufträge vernachlässigte Calvin seine Familie und seine große Liebe Maxine (Caitlin FitzGerald, TV-Serie "Masters of Sex"), was vielleicht für seine ausgeprägte Melancholie im Alter verantwortlich zeichnet. In Regierungskreisen ist Calvin jedoch noch immer eine echte Legende, und so tauchen eines Tages ein amerikanischer (Ron Livingston, "Conjuring") und ein kanadischer Regierungsbeamter (Rizwan Manji, "Paterson") bei ihm auf und bitten ihn um Hilfe. Denn in Kanada ist ein Bigfoot aufgetaucht, der dummerweise ein höchst aggressives, rassenübergreifendes und ausnahmslos tödliches Virus verbreitet – da eine Blutprobe ergab, daß Calvin immun gegen das Virus ist, soll er den Bigfoot töten, bevor es zu spät ist, und damit in letzter Konsequenz womöglich die gesamte Menschheit retten …

Sonntag, 9. Juni 2019

TV-Tips für die Woche 24/2019

Pfingstmontag, 10. Juni:
Sixx, 16.30 Uhr: "Stimme des Herzens" (1995)
Späte Free-TV-Premiere des poetischen japanischen Zeichentrickfilms aus dem Hause Ghibli über eine 14-Jährige, die sich zum ersten Mal verliebt und zu sich selbst findet. Ghibli-Gründer Hayao Miyazaki ("Prinzessin Mononoke") schrieb hat das Drehbuch, sein Schützling Yoshifumi Kondo führte Regie - zum ersten und leider auch einzigen Mal, da er 1998 verstarb.

Arte, 22.00 Uhr: "Bellissima" (1951)
In der frühen Tragikomödie von Luchino Visconti ("Der Leopard") spielt Anna Magnani ("Rom, offene Stadt") die Krankenpflegerin Maddalena, die regelrecht davon besessen ist, ihre (nicht sonderlich talentierte) Tochter zum Schauspielstar zu machen und somit auch selbst der Armut zu entkommen. Das Glück ihrer Tochter ist dabei eher zweitrangig für sie ...

ZDF, 22.00 Uhr: "Das Tagebuch der Anne Frank" (2016)
Free-TV-Premiere von Hans Steinbichlers Neuverfilmung der wahren Geschichte des jüdischen Mädchens Anne, das sich mit seiner Familie in den Niederlanden längere Zeit vor den Nazis verstecken konnte und seine Erfahrungen und Ängste in ein Tagebuch niederschrieb. Lea van Acken ("Kreuzweg") spielt Anne, ihre Eltern werden von Martina Gedeck und Ulrich Noethen verkörpert.

Außerdem:
Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (Free-TV-Premiere des sehr phantasievollen "Harry Potter"-Prequels mit Eddie Redmayne als exzentrischem Magizoologen; 20.15 Uhr bei SAT. 1)
A Silent Voice (Free-TV-Premiere des hochgelobten, einfühlsamen japanischen Coming of Age-Animationsfilms, der auch vor ernsten Themen wie Mobbing nicht zurückschreckt; 20.15 Uhr bei Sixx)
Alles steht Kopf (originelles, OSCAR-prämiertes Animationsabenteuer aus dem Hause Pixar über die Macht der Gefühle; 20.15 Uhr bei RTL)
Kingsman: The Secret Service (grandiose, aber auch ziemlich heftige Agentenfilmparodie mit Colin Firth in seiner wohl coolsten Rolle; um 20.15 Uhr um etwa sieben Minuten gekürzt bei Pro 7, ungeschnittene Nachtwiederholung um 0.55 Uhr)
Johnny English (phasenweise witzige, jedoch insgesamt zu überdrehte und ideenarme James Bond-Parodie mit Rowan Atkinson, John Malkovich und Natalie Imbruglia; 21.40 Uhr bei ZDF Neo)
Spieglein Spieglein (amüsante und toll ausgestattete Slapstick-Version von Schneewittchen mit Lily Collins als Heldin und Julia Roberts als böser Königin; 22.55 Uhr bei SAT. 1)
Im Labyrinth des Schweigens (etwas trockener, aber gut gespielter historischer Justizkrimi mit Alexander Fehling über das recht komplizierte Zustandekommen der Auschwitzprozesse in den 1960er Jahren; 1.05 Uhr im ZDF)

Samstag, 8. Juni 2019

Samstags-Update (23/2019)

Keine Änderungen im deutschen Kinostartplan bis Ende Juni:


Box Office-News:
An diesem Wochenende droht den Kinos wieder einmal ein ganz schwaches Geschäft: Gerade einmal drei Filme dürften (knapp) auf sechsstellige Zuschauerzahlen kommen, dabei handelt es sich um Produktionen, von denen man im Voraus dachte, sie wären mehr oder weniger sichere Blockbuster. Na gut, auf den ersten Film trifft das wenigstens einigermaßen zu, denn Disneys "Aladdin" verteidigt mit rund 150.000 Zuschauern die Spitzenposition und zeigt sich nach für Disney-Verhältnisse sehr verhaltenem Start recht stabil. Doch mehr als 1,5 Millionen Besucher werden im Endergebnis wohl trotzdem nicht drin sein. Platz 2 und 3 gehen mit jeweils knapp über 100.000 Kinogängern an "John Wick: Kapitel 3" und den Neustart "X-Men: Dark Phoenix". Für den vermutlich letzten Teil der über 20 Jahre hinweg so beliebten "X-Men"-Reihe ist das ein katastrophales Resultat, mit Abstand das schwächste aller sieben Teile. Den Minusrekord hielt bisher "Erste Entscheidung" mit gut 205.000, die ursprüngliche Bryan Singer-Trilogie legte gar mit Werten zwischen 680.000 und 900.000 Zuschauern los - das wird "Dark Phoenix" selbst im finalen Ergebnis nicht ansatzweise erreichen! Ein trauriges Ende für ein eigentlich so populäres Franchise, wobei die Wiederbelebung unter der Ägide von Disney/Marvel (mit neuem Personal) sicher nicht allzu lange auf sich warten lassen wird. Als Flop erweist sich auch der zweite und letzte breite Neustart der Woche, denn die dritte Verfilmung des Jugendbuchklassikers "TKKG" könnte sogar den ohnehin schon niedrigen Startwert der ersten Verfilmung von 1992 (gut 27.000 Zuschauer) knapp unterbieten (ein zweiter Versuch von 2006 eröffnete mit 57.000 Besuchern etwas besser) und am unteren Ende der Top 10 landen.
Wie so oft (vor allem im Sommer) sieht es in den USA besser aus, allerdings nicht so richtig viel besser. Hier gibt es mit "Pets 2" immerhin einen zweiten hochkarätigen Neustart, der sich mit wohl knapp $50 Mio. auch die Spitzenposition krallt, aber ein wenig unter den Erwartungen bleibt und das Startergebnis des Vorgängers von 2016 ($104,3 Mio.) halbiert. Noch deutlich schlechter sieht es für "'X-Men: Dark Phoenix" aus, denn mit gut $35 Mio. dürfte selbst das eigentlich obligatorische Endresultat über der $100 Mio.-Marke außer Reichweite sein. Zudem ist es auch in den USA der mit weitem Abstand schwächste Start der Reihe - der erste "X-Men" eröffnete mit $54,5 Mio. und seitdem gab es beinahe 20 Jahre Inflation ... Platz 3 geht an "Aladdin", der sich mit $25 Mio. weiterhin gut hält. In Deutschland kommt "Pets 2" am 27. Juni in die Kinos.

Quellen:

Donnerstag, 6. Juni 2019

JOHN WICK: KAPITEL 3 (2019)

Originaltitel: John Wick: Chapter 3 – Parabellum
Regie: Chad Stahelski, Drehbuch: Derek Kolstad, Shay Hatten, Chris Collins, Marc Abrams, Musik: Tyler Bates und Joel J. Richard
Darsteller: Keanu Reeves, Ian McShane, Asia Kate Dillon, Mark Dacascos, Halle Berry, Lance Reddick, Laurence Fishburne, Anjelica Huston, Saїd Taghmaoui, Cecep Arif Rahman, Yayan Ruhian, Jerome Flynn, Tobias Segal, Randall Duk Kim, Robin Lord Taylor, Susan Blommaert, Jason Mantzoukas, Boban Marjanović, Tiger Hu Chen, Roger Yuan
 John Wick: Kapitel 3 (2019) on IMDb Rotten Tomatoes: 90% (7,5); weltweites Einspielergebnis: $227,0 Mio.
FSK: 18, Dauer: 132 Minuten.

Nachdem der frühere Auftragskiller John Wick (Keanu Reeves, "The Neon Demon") gegen die wichtigste Regel in seinem Geschäft verstoßen hat und auf neutralem Grund – im New Yorker "Continental Hotel" – den bösartigen Mafioso Santino D'Antonio getötet hat, gibt ihm Winston (Ian McShane, "Jack and the Giants"), der Leiter des Hotels, eine Stunde Gnadenfrist. Danach gilt er offiziell als "exkommuniziert", ist damit vogelfrei und ein Kopfgeld von $14 Mio. wird auf ihn ausgesetzt. Glücklicherweise hat der schwer angeschlagene John noch ein paar Freunde übrig und auch einige ihm geschuldete Gefallen, so von einer weißrussischen Gangsterchefin (Anjelica Huston, "50/50") oder der Managerin des "Continental Hotel" von Casablanca, Sofia (Halle Berry, "Kingsman 2"). Trotz dieser Hilfe stehen Johns Aussichten schlecht, weshalb er nach einem Weg sucht, seinen Verstoß gegen den Kodex wiedergutzumachen. Indes taucht in New York eine von der Hohen Kammer des Zwölferrates (der globalen Verbrecherorganisation) gesandte Richterin (Asia Kate Dillon) auf, um all diejenigen zu bestrafen, die John auch nur ansatzweise geholfen hatten – darunter Winston und der Bettlerkönig "Bowery King" (Laurence Fishburne, "Predators"). Zu diesem Zweck heuert sie den erfahrenen Assassinen Zero (Mark Dacascos, "Pakt der Wölfe") an …

Dienstag, 4. Juni 2019

OSCAR-News: Die vier Gewinner der Ehren-OSCARs stehen fest

Keine Sorge, die Awards Season ist noch ein paar Monate entfernt, aber seit ein paar Jahren werden ja die Ehren-OSCARs (offiziell heißen sie jetzt "Governors Awards") nicht mehr in der eigentlichen OSCAR-Verleihung vergeben, sondern in einer eigenen Veranstaltung im Herbst. Und da die OSCARs 2020 deutlich nach vorne im Kalender rücken und somit auch die gesamte Awards Season, sind davon natürlich auch die Governors Awards betroffen, die am 27. Oktober in Los Angeles feierlich verliehen werden. Entsprechend früh gibt es dieses Jahr die Namen der glücklichen und verdienten Gewinner:

Für ihr jeweiliges Lebenswerk geehrt werden David Lynch, Lina Wertmüller und Wes Studi. Filmemacher David Lynch muß ich wohl nicht großartig vorstellen, der US-Amerikaner, der unter anderem die Kultserie "Twin Peaks" und Meisterwerke wie "Der Elefantenmensch", "Blue Velvet" und "Mulholland Drive" schuf, ist berühmt-berüchtigt für seinen speziellen, hypnotischen Stil und seine verwinkelten, meist schwer zu verstehenden Geschichten voller faszinierender und höchst skurriler Charaktere. Dafür erhielt der 73-Jährige bereits vier OSCAR-Nominierungen (eine als Autor von "Der Elefantenmensch", drei als Regisseur von "Der Elefantenmensch", "Blue Velvet" und "Mulholland Drive"), ging aber immer leer aus. Der Governors Award für sein umfangreiches Lebenswerk wetzt diese Scharte zumindest ein wenig aus.

Lina Wertmüller ist eine italienische Filmemacherin, die im Jahr 1977 für die Groteske "Sieben Schönheiten" mit Giancarlo Giannini als erste Frau für den Academy Award für die beste Regie nominiert wurde (es gewann John G. Avildsen für "Rocky"). Den Sprung nach Hollywood trat die heute 90-Jährige trotzdem nie an, in Italien feierte sie dafür aber weitere Erfolge mit Filmen wie "Camorra" und "Heimlich, still und leise", außerdem inszenierte sie einige Theaterstücke. Lina Wertmüller erhielt zwei OSCAR-Nominierungen (neben der Regie auch für das Drehbuch zu "Sieben Schönheiten") und gewann zahlreiche Preise in ihrer Heimat - der Governors Award für ihr Lebenswerk ist ein weiteres, spätes Highlight ihrer Karriere.

Wes Studi vom Volk der Cherokee ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten indianischen Schauspieler in Hollywood. Der 71-jährige erlangte erste Bekanntheit durch Nebenrollen in den Epen "Der mit dem Wolf tanzt" und "Der letzte Mohikaner", sein Durchbruch war die Titelrolle in Walter Hills "Geronimo - Eine Legende". Anschließend agierte er in Filmen wie "Heat", "The New World", "Avatar" und "Feinde - Hostiles", außerdem in hochklassigen TV-(Mini)-Serien wie "Into the West", "Hell on Wheels" und "Penny Dreadful". Eine OSCAR-Nominierung erhielt er nie, umso mehr dürfte er sich über den Governors Award für sein Lebenswerk freuen.

Zusätzlich zu den drei Lebenswerk-Preisen wird traditionell der Jean Hersholt Humanitarian Award für soziales Engagement verliehen. 2019 geht er an die US-Schauspielerin Geena Davis ("Thelma & Louise", "Die Fliege", "Eine Klasse für sich").

Quelle:

Montag, 3. Juni 2019

TV-Tips für die Woche 23/2019

Montag, 3. Juni:
SAT. 1, 20.15 Uhr: "SMS für Dich" (2016)
Free-TV-Premiere des Regiedebüts von Karoline Herfurth. In der vorwiegend positiv rezensierten romantischen Komödie nach einem Bestseller von Sofie Cramer spielt sie selbst die weibliche Hauptrolle der Clara, die seit dem Unfalltod ihres Freundes in Trauer versunken ist und noch immer ständig SMS an das Handy ihrer großen Liebe verschickt. Doch dessen Nummer wurde inzwischen neu vergeben und so ist es Journalist Mark (Friedrich Mücke), der ihre Nachrichten erhält und sich neugierig auf die Suche nach der Absenderin macht. In weiteren Rollen sind Nora Tschirner (als Claras beste Freundin), Friederike Kempter und Frederick Lau zu sehen.

Arte, 20.15 Uhr: "Das Biest muß sterben" (1969)
In dem französischen Krimidrama von Claude Chabrol geht es um den Witwer Charles (Michel Duchaussoy), der Rache schwört, als sein 9-jähriger Sohn bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt, der Täter Fahrerflucht begeht und die Polizeiermittlungen erfolglos bleiben. Als Charles, ein Schriftsteller, herausfindet, daß Schauspielerin Hélène (Caroline Cellier) die Beifahrerin war, gibt er sich als Drehbuch-Autor aus und sucht Hélènes Nähe, um von ihr den wahren Täter zu erfahren ...

Arte, 23.35 Uhr: "Stadt ohne Juden" (1924)
Free-TV-Premiere des österreichischen Stummfilms von H. K. Breslauer, der zeigt, daß Hitlers versuchte Judenvernichtung keineswegs aus dem Nichts kam. In der Geschichte geht es um die fiktive österreichische Stadt Utopia (ein Platzhalter für Wien), in der für die zunehmenden wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten in erster Linie die Juden verantwortlich gemacht werden. Schließlich wird beschlossen, daß alle Utopia verlassen müssen - doch das verbessert die Lage keineswegs. Hugo Bettauer, Autor der Romanvorlage, wurde übrigens wenige Monate nach dem Kinostart von einem Nazi erschossen ...

Außerdem:
Das alte Gewehr / Abschied in der Nacht (beklemmendes französisches Kriegs-Rachedrama mit Philippe Noiret und Romy Schneider; 23.05 Uhr im MDR)

Dienstag, 4. Juni:
Tele 5, 0.05 Uhr: "God's Army - Die letzte Schlacht" (1995)
Unterhaltsamer und gut besetzter Horrorthriller über den ewigen Kampf zwischen Himmel und Hölle, der in unserer Gegenwart einen neuen Höhepunkt erreicht, als der Erzengel Gabriel (Christopher Walken) auf die Erde kommt, um dort eine wahrhaft verdorbene Seele zu finden, mit deren Hilfe er den Himmel zu erobern hofft. Nur der Polizist und frühere Priesteranwärter Doggett (Elias Koteas, TV-Serie "Chicago P.D.") scheint Gabriel aufhalten und die Menschheit retten zu können ... Weitere Rollen spielen Virginia Madsen, Viggo Mortensen, Eric Stoltz, Amanda Plummer und Adam Goldberg. Es gab übrigens vier Fortsetzungen, die aber deutlich schwächer ausfielen.