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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit längerer Zeit das Cover meines neuen Buchs präsen...

Mittwoch, 19. Februar 2020

KINOVORSCHAU WINTER/FRÜHLING 2020 (Teil 2)

Letztes Update vom 28. März: Weitere Corona-Verschiebungen: "Vergiftete Wahrheit" wurde vom 16. April auf unbestimmte Zeit verschoben, "Wege des Lebens - The Roads Not Taken" und die Doku "Helmut Newton - The Bad and the Beautiful" vom 30. April auf unbestimmte Zeit.

Die OSCAR-Saison ist vorbei und dieses Jahr kamen ungewöhnlicherweise sogar die meisten nominierten Filme vor der Verleihung in die deutschen Kinos, weshalb es kaum Nachzügler gibt. Highlights vom neuen Pixar-Film "Onward" über Daniel Craigs letzten Einsatz als James Bond in "Keine Zeit zu sterben" bis zum Summer Season-Auftakt mit Marvels "Black Widow" sind trotzdem garantiert. Die wichtigsten und vielversprechendsten deutschen Kinostarts der Monate März und April (den kompletten, dank der "Avatar"-Sequels bereits bis 2027 reichenden Startplan gibt es wie immer bei InsideKino):

5. März:
"Onward – Keine halben Sachen" (3D):
Nachdem sich Pixar in den letzten Jahren (mit der Ausnahme von "Coco") überwiegend auf Fortsetzungen früherer Hits wie zuletzt "Toy Story 4" konzentrierte, steht 2020 mal wieder eine ganz neue Geschichte an. "Onward" von "Die Monster Uni"-Regisseur Dan Scanlon entführt uns in eine Welt voller Fabelwesen, in der allerdings die Magie im Zuge der Technologisierung beinahe verschwunden ist. Umso begeisterter sind die Elfenbrüder Ian (in der Originalfassung gesprochen von Tom "Spider-Man" Holland) und Barley (Chris "Star-Lord" Pratt), als sie von ihrer Mutter einen alten Zauberstab erhalten, der angeblich ihren lange verstorbenen Vater für einen Tag zurückbringen kann. Dummerweise funktioniert der zugehörige Zauberspruch nicht so richtig, weshalb lediglich die Beine des Vaters auftauchen! Zusammen machen sich die Brüder unter höchstem Zeitdruck auf die Suche nach dem Rest …

"Die Känguru-Chroniken":
Scheinbar sind "Die Känguru-Chroniken" in Deutschland sehr bekannt, an mir sind sie jedoch bislang komplett vorbeigegangen, weshalb ich erstmal bei Wikipedia nachlesen mußte, daß es sich um eine Textsammlung von Marc-Uwe Kling handelt, die via Podcast, Radio, Buch und Hörbuch über die Jahre hinweg große Erfolge feierte. So gesehen kein Wunder, daß nun eine Kinoadaption von Dani Levy ("Alles auf Zucker!") folgt, die von Branchenexperten gar als heißer Anwärter auf den erfolgreichsten deutschen Film des Jahres gehandelt wird. Dimitrij Schaad spielt den Berliner Kleinkünstler Marc-Uwe (das Alter Ego des Autors), an dessen Tür eines Tages ein sprechendes, antikapitalistisches und sehr mitteilungsbedürftiges Känguru (Stimme: Marc-Uwe Kling) klingelt, das schließlich zu Marc-Uwes Mitbewohner wird. Gemeinsam wehren sie sich gegen einen rechtspopulistischen Immobilienhai (Henry Hübchen), welcher ihre Heimat bedroht.

"Bloodshot":
Bei der großen Marvel- und DC-Dominanz vergißt man gerne, daß es ja auch etliche kleinere Comicverlage gibt, die u.a. ebenfalls Superhelden-Reihen im Angebot haben – welche häufig, um sich von den Platzhirschen abzusetzen, etwas kantiger und rauher ausfallen. Ein Beispiel dafür ist "Bloodshot", eine der bekanntesten Reihen des Verlags Valiant, die hiermit erstmals ihren Weg ins Kino findet. Actionveteran Vin Diesel ("Riddick") spielt den Marine Ray Garrison, der gemeinsam mit seiner Ehefrau ermordet wird. Doch der Tod ist in diesem Fall nicht das Ende, denn Wissenschaftler holen Ray im Auftrag des Militärs mit Nanotechnologie zurück ins Leben, zumindest mehr oder weniger – denn Ray ist jetzt eine Art Cyborg mit Superkräften (aber ohne Erinnerung) namens Bloodshot, der mit einigen Leidensgenossen als Supersoldat eingesetzt werden soll. Doch als sein Gedächtnis wider Erwarten langsam zurückkehrt, sinnt Bloodshot auf Rache und macht sich aus dem Staub – und kommt auf der Suche nach seinem Mörder auch noch einer großen Verschwörung auf die Spur …

"Die Farbe aus dem All":
Die herrlich gruseligen (meist Kurz-)Geschichten des 1937 mit nur 46 Jahren verstorbenen US-Schriftstellers H.P. Lovecraft dienten schon häufig als Vorlage für Filme – und obwohl die sich meist eher lose an die jeweilige Vorlage hielten, entstanden daraus einige echte Genreklassiker wie die "Re-Animator"-Trilogie ab 1985, Roger Cormans "Die Folterkammer des Hexenjägers" (1963), Stuart Gordons "From Beyond" (1986) oder auch John Carpenters "Die Mächte des Wahnsinns" (1994). Meine persönliche Lieblings-Lovecraft-Story "Die Farbe aus dem All" wurde ebenfalls mehrfach adaptiert, wobei bislang die deutsche Low Budget-Version "Die Farbe" aus dem Jahr 2010 als beste Version gilt (die in der Tat ganz nett ist, aber bei weitem nicht das Grusellevel des geschriebenen Textes erreicht). Das könnte sich ändern, denn für die jüngste, in die Gegenwart verlegte Verfilmung hat sich der Regisseur Richard Stanley ("Dust Devil") mit Nicolas Cage zusammengetan, der mit seinem berühmt-berüchtigten manischen Schauspiel zu Lovecraft passen sollte wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Tatsächlich hat "Die Farbe aus dem All" – in dem ein Meteoriteneinschlag einen mysteriösen außerirdischen Organismus in eine ländliche Region von New England bringt, welcher die Menschen nach und nach drastisch verändert – bei diversen Festivals gute Kritiken erhalten und wird als ein stimmungsvolles und visuell beeindruckendes B-Movie mit einem herrlich irr aufspielenden Nicolas Cage gelobt.

"Emma.":
Vermutlich sogar noch häufiger als die Geschichten von H.P. Lovecraft wurden die Bücher von Jane Austen verfilmt – das gilt auch für die Heiratskuppler-Story "Emma", deren bekannteste Adaption die von 1996 mit Gwyneth Paltrow sein dürfte (sofern man nicht die ein Jahr zuvor erschienene Teenie-Variante "Clueless" mit Alicia Silverstone mitzählt). Da die inzwischen auch schon wieder eine ganze Weile her ist, versucht sich die Musikvideo-Regisseurin (u.a. für Beck und Florence + the Machine) Autumn de Wilde in ihrem Langfilm-Debüt an einer neuen Version. Hier spielt der bisher eher für Genrefilme bekannte Jungstar Anya Taylor-Joy ("The Witch") die selbstbewußte junge Aristokratin Emma Woodhouse, die im frühen 19. Jahrhundert überhaupt keine Lust aufs Heiraten hat und deshalb lieber alle möglichen Menschen aus ihrem Umfeld mit raffinierten Kniffen verkuppelt. Damit hat sie duchaus erstaunlichen Erfolg, doch ausgerechnet bei ihrer Freundin Harriet (Mia Goth, "Nymphomaniac") will es einfach nicht klappen. Bill Nighy ("Tatsächlich ... Liebe") spielt Emmas Vater, Johnny Flynn ("Die Wolken von Sils Maria") ihren Verehrer George.

"La Vérité – Leben und lügen lassen":
Nachdem der japanische Filmemacher Hirokazu Koreeda für seine Werke viele internationale Auszeichnungen einheimsen konnte und vor allem sein letzter Film "Shoplifters" aus dem Jahr 2018 sehr erfolgreich war (u.a. Goldene Palme von Cannes, dazu OSCAR- und Golden Globe-Nominierung), wagt er sich nun an sein fremdsprachiges Debüt mit der französisch-japanischen Koproduktion "La Vérité", Eröffnungsfilm der Filmfestspiele von Venedig 2019. Dessen Kritiken fallen zwar nicht so überragend aus wie bei manchen seiner früheren Filme, aber positiv sind sie immer noch. Frankreichs Kinolegende Catherine Deneuve ("Das Schmuckstück") spielt die Schauspielerin Fabienne, die Streß mit ihrer in New York wohnenden Tochter Lumir (Juliette Binoche, "Ghost in the Shell") bekommt, als die merkt, daß Fabienne in ihren Memoiren (mit dem Titel "La Vérité" – also "Die Wahrheit") ihre Mutterrolle ganz anders – wesentlich positiver – beschreibt, als Lumir sie empfand. Mit ihrem Ehemann Hank (Ethan Hawke, "Die glorreichen Sieben") reist Lumir nach Paris, um ihrer Mutter die Meinung zu geigen … Vor allem Deneuve und Binoche erhielten für ihre Leistungen viel Lob, während manche kritisieren, daß Koreeda im Dienste der sehr französischen Geschichte seinen eigenen Stil etwas zu sehr hintanstellt.

"Für Sama":
Die OSCAR-nominierte britisch-syrische Doku erzählt vom Leben im von Rebellen besetzten Aleppo während des syrischen Bürgerkrieges – und die Geschichte der Regisseurin Waad al-Kateab, die inmitten der Kriegsgräuel ihr persönliches Glück fand.

12. März:
"Narziss und Goldmund":
Der österreichische Auslands-OSCAR-Gewinner Stefan Ruzowitzky ("Die Fälscher") hat mit großem Aufwand Hermann Hesses im Mittelalter spielenden Literaturklassiker "Narziß und Goldmund" verfilmt. Jannis Niewöhner ("Jugend ohne Gott") spielt den jungen Goldmund, der beim Studium im Kloster Mariabronn den Klosterschüler Narziß (Sabin Tambrea, "Ludwig II.") kennenlernt. Beide entwickeln eine enge Freundschaft zueinander, doch Goldmund werden die Klostermauern irgendwann zu eng und er bricht zu einer Reise ins Unbekannte auf. Doch es wird kein Abschied für immer sein …

"Der Spion von nebenan":
Die Idee, einen muskelbepackten Actionstar in eine familienfreundliche Komödie zu stecken, in denen er mit Kindern agieren muß, hatten Hollywood-Autoren schon diverse Male. Ob Arnold Schwarzenegger ("Kindergarten Cop"), Vin Diesel ("Der Babynator"), John Cena ("Chaos auf der Feuerwache"), Dwayne Johnson ("Zahnfee auf Bewährung") oder auch Jackie Chan ("Spy Daddy"), sie alle haben schon die Hauptrollen in solchen Filmen gespielt, die in aller Regel auf wenig Kritikerliebe stoßen, aber kommerziell meist ordentlich laufen. Nach seinen Ex-Wrestler-Kollegen Cena und Johnson ist nun Dave Bautista ("Hotel Artemis") an der Reihe, und hier fallen die US-Kritiken sogar erstaunlich positiv aus: Bautista spielt den CIA-Agenten JJ, der als Strafe für einen vergeigten Job mit der Überwachung einer Familie beauftragt wird. Doch die aufgeweckte 9-jährige Nachbarstochter (Chloe Coleman) der Familie entdeckt die versteckten Kameras und spürt JJs Versteck auf. Damit Sophie ihn nicht verrät, soll JJ ihr beibringen, eine Spionin zu sein …

"Lady Business":
Die Prämisse für die US-Komödie von Miguel Arteta ("Die Coopers – Schlimmer geht immer") klingt gar nicht schlecht: Die sehr unterschiedlich talentierten besten Freundinnen Mia (Tiffany Haddish, "Girl's Trip") und Mel (Rose Byrne, "Insidious") gründen zusammen ein Kosmetik-Unternehmen, sind jedoch mit dem Geschäftlichen hoffnungslos überfordert und deshalb bald stark verschuldet. Das Investmentangebot von Branchenlegende Claire (Salma Hayek, "Das Märchen der Märchen") kommt daher eigentlich gerade recht – dummerweise erweist Claire sich aber als typische Heuschrecke, die sich in innovative kleine Firmen einkauft, nur um dann die Gründer möglichst billig rauszudrängen … Den Kritikern zufolge ist die Story leider extrem vorhersehbar und dabei – für eine Komödie nicht unproblematisch – erschreckend unlustig. Da hilft wohl auch die gute Besetzung nicht mehr.

"Die perfekte Kandidatin":
Der Film der gefeierten saudischen Regisseurin Haifaa Al Mansour ("Das Mädchen Wadjda") erzählt die Geschichte der Ärztin Maryam, die in einem kleinen Krankenhaus arbeitet und sich auch davon nicht aus der Ruhe bringen läßt, daß viele männliche Patientin sich nicht von einer Frau untersuchen lassen wollen. Als sie nicht ohne Erlaubnis eines männlichen Verwandten auf einen Flug zu einer Konferenz nach Dubai gelassen wird, reicht es Maryam jedoch und sie beschließt kurzerhand, gegen alle Widerstände für den Gemeinderats-Vorstand zu kandideren.

19. März:
"Der Fall Richard Jewell":
Einmal mehr konnte Clint Eastwood als Regisseur viel Kritikerlob einheimsen – was aber nichts daran änderte, daß "Der Fall Richard Jewell" an den US-Kinokassen massiv floppte und auch in der Awards Season abseits der OSCAR-nominierten Nebendarstellerin Kathy Bates ("Titanic") keine große Rolle spielte. Clint Eastwood erzählt die Geschichte des Bombenattentats auf die Olympischen Sommerspiele in Atlanta 1996, bei dem der eher einfach gestrickte Wachmann Richard Jewell (Paul Walter Hauser, "I, Tonya") zunächst als Held gefeiert, dann aber vom FBI zum Verdächtigen ernannt und von überehrgeizigen, stärker an Schlagzeilen als der Wahrheit interessierten Journalisten wie Kathy Scruggs (Olivia Wilde, "Rush") vorgeführt wurde. Sam Rockwell ("Three Billboards ...") spielt Jewells Anwalt, Kathy Bates seine Mutter.

"Waves":
Das hochgelobte romantische Independent-Trauerdrama von Trey Edward Shults ("It Comes at Night") erzählt vom erfolgreichen afroamerikanischen Highschool-Sportler Tyler (Kelvin Harrison Jr., "Mudbound"), dessen Leben auseinanderzubrechen droht, als er eine Verletzung aufgrund des Leistungsdrucks nicht operieren läßt, sondern mit Schmerzmitteln verdrängt. Dann wird auch noch seine Freundin Alexis (Alexa Demie, "Mid90s") schwanger und die beiden sind sich uneinig, wie mit der Schwangerschaft umzugehen ist …

"Jean Paul Gaultier: Freak & Chic":
Französischer Dokumentarfilm über den extravaganten Modedesigner Jean Paul Gaultier, der von Regisseur Yann L'Hennoret zwei Jahre bei der Vorbereitung einer spektakulären Modeshow in Paris begleitet wurde.

26. März: 
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2. April: 
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9. April:
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16. April:

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23. April:
"Trolls World Tour" (3D):
Im Jahr 2016 entwickelte sich der auf dem Puppen-Franchise basierende Kinder-Animationsfilm "Trolls" zu einem eher unerwarteten Hit, der in Deutschland auf fast 1,2 Millionen Zuschauer kam und weltweit beinahe $350 Mio. einspielte. Wie der Titel bereits andeutet, fällt auch die Fortsetzung "Trolls World Tour" musiklastig aus – kein Wunder, spricht in der Originalfassung doch Justin Timberlake die Hauptfigur Branch (in der deutschen Synchronfassung ist es Mark Forster). Die Trolls um Branch und seine Freundin Poppy (Anna Kendrick bzw. Lena Meyer-Landrut) stellen fest, daß sie nur einer von sechs Trolls-Stämmen auf der Welt sind, von denen jeder von einer anderen Musikrichtung begeistert ist. Bedauerlicherweise halten der König der Hardrock-Trolls (gesprochen von Ozzy Osbourne höchstpersönlich!) und seine Tochter nicht viel von friedlicher Koexistenz, sondern wollen alle anderen Musikrichtungen vernichten …

30. April:
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Das war meine ausführliche Vorschau auf die wichtigsten Kinostarts in den Monaten März und April 2020 in Deutschland. Meine nächste Vorschau erscheint, sobald absehbar ist, wann die deutschen Kinos nach der Coronakrise wieder öffnen.

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