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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Mittwoch, 18. Mai 2016

Neues aus Hollywood (20/2016)

Es war viel los in der letzten Woche in der Welt der Medien: Während Serienjunkies weltweit um die Zukunft ihrer US-Serienlieblinge zitterten (Goodbye, "Castle", "Agent Carter", "Bates Motel" und "Galavant" - wobei "Bates Motel" immerhin noch eine finale Staffel erhält), blickt die Filmbranche derzeit natürlich nach Cannes, wo die deutsche Tragikomödie "Toni Erdmann" von Maren Ade die Überraschung des Jahrgangs 2016 ist und von Experten sogar als Topfavorit für die Goldene Palme gehandelt wird (während außerhalb des Wettbewerbs Hollywood mit Steven Spielbergs "The BFG", Woody Allens "Café Society" und vor allem Shane Blacks "The Nice Guys" überzeugen konnte). Da in Cannes parallel ein riesiger Filmmarkt stattfindet, auf dem sich vielversprechende Projekte und zahlungswillige Investoren suchen und finden, gibt es es selbstverständlich auch einige Meldungen über kommende hoffentliche Filmhighlights:

  • Mein absoluter Lieblingsfilm des Jahres 2015 war Denis Villeneuves schonungslos konsequenter Action-Thriller "Sicario" über den (man kann es kaum anders nennen) Krieg zwischen den Behörden und Drogendealern im amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiet (also genau da, wo Donald Trump seine Mauer errichten will ...). Daß der für drei OSCARs nominierte "Sicario" ein dermaßen mitreißender Film wurde, ist natürlich Villeneuves energetischem Regiestil ebenso geschuldet wie Roger Deakins' immersiver Kameraführung und dem glänzenden Schauspielensemble um Emily Blunt, Benicio Del Toro und Josh Brolin. Der Schlüssel zum Gelingen dieses unkonventionell erzählten Stücks Spannungskino war jedoch eindeutig das brillante Drehbuch des Debütanten Taylor Sheridan (der zuvor vor allem als Schauspieler tätig war, etwa in der TV-Serie "Sons of Anarchy"), das mit wirklich überraschenden, aber stets glaubwürdigen Wendungen abseits gängiger Hollywood-Klischees viele Zuschauer begeisterte. Von daher dürfte es niemanden wundern, daß ich Sheridans Regiedebüt "Wind River" geradezu entgegenfiebere, das in Cannes wie erwartet schnell seinen Vertrieb sichern konnte (zumal mit dem Neo-Westerndrama "Hell or High Water" ein weiterer Film mit Sheridan-Drehbuch in der wichtigsten Nebenreihe in Cannes überzeugte). Natürlich hat Sheridan auch hier das Skript geschrieben, in dem eine unerfahrene FBI-Agentin mit einem routinierten Fährtensucher der lokalen Umweltbehörden zusammenarbeiten muß, um den Mord an einem jungen Mädchen in einem abgelegenen Indianer-Reservat aufzuklären. Die beiden Hauptrollen bringen zwei von Marvels "Avengers" zusammen, denn Elizabeth "Scarlet Witch" Olsen verkörpert die FBI-Agentin, während Jeremy "Hawkeye" Renner als Fährtensucher Cory Lambert agiert. Mit dabei sind außerdem Jon Bernthal, der auch in "Sicario" eine kleine Rolle spielte (und als "The Punisher" bei Netflix ebenfalls Teil des Marvel Cinematic Universe ist), und Graham Greene ("Der mit dem Wolf tanzt", TV-Serien "Defiance" und "Longmire"). "Wind River" ist bereits abgedreht und befindet sich derzeit in der Postproduktion. Ein Kinostart wird für 2017 erwartet, es ist aber gut möglich, daß die Weinsteins (die sich die US-Rechte gesichert haben) den Film noch Ende 2016 in die Kinos bringen, wenn er sich erneut als OSCAR-taugliches Material herausstellen sollte ...

  • Ein Film, der durchaus in meiner Bestenliste für das Jahr 2016 landen könnte (wenn auch garantiert nicht ganz oben), ist Dan Trachtenbergs Mystery-Kammerspiel "10 Cloverfield Lane". Ursprünglich wurde der ja als ein eigenständiger Psycho-Thriller konzipiert, wurde dann aber von Produzent J.J. Abrams geschickt in das bis dahin lange brachliegende "Cloverfield"-Universum eingebettet. Das soll sich noch weiter ausbreiten und als ein heißer Kandidat dafür wird der Science Fiction-Film "God Particle" gehandelt. Ob sich die Gerüchte bewahrheiten werden oder nicht, muß sich erst noch herausstellen, aber auch als Standalone-Projekt klingt "God Particle" spannend. Auf Grundlage eines Drehbuchs von Oren Uziel ("22 Jump Street") gibt der nigerianische Regisseur Julius Onah sein Hollywood-Debüt, in dem es um die Besatzung einer amerikanischen Raumstation geht. Die muß zu ihrem Entsetzen erkennen, daß nach einem Unfall mit einem Teilchenbeschleuniger der gesamte Planet Erde verschwunden ist! Stattdessen taucht unerwartet ein Space Shuttle auf ... Auch wenn noch nicht mehr zur Handlung bekannt ist, scheint mir die Vermutung nahezuliegen, daß es irgendwie um parallele Realitäten oder ähnliches gehen wird. Die Darsteller der Besatzung der Raumstation können sich auf jeden Fall sehen lassen: David Oyelowo ("Der Butler"), Elizabeth Debicki ("Everest"), Daniel Brühl ("Rush"), John Krasinski ("13 Hours") und Gugu Mbatha-Raw ("Jupiter Ascending", "Beyond the Lights"). Die Dreharbeiten zu "God Particle" sollen in Kürze beginnen, der deutsche Kinostart wurde bereits auf den 16. März 2017 festgelegt.

  • Abschließend will ich ein kurzes Update zu der "Blade Runner"-Fortsetzung geben, die ich in den vergangenen Monaten bereits ein paar Mal erwähnt hatte. Inzwischen hat sich das Projekt weiter konkretisiert, auch wenn es weiterhin keinen offiziellen Titel oder eine Inhaltsangabe für den Film gibt. Schon lange bekannt war ja, daß "Blade Runner"-Regisseur Sir Ridley Scott diesmal "nur" als Produzent fungieren und die Inszenierung dem "Sicario"-Regisseur Denis Villeneuve überlassen würde. Auch Hampton Fancher (wie beim ersten Teil) und Michael Green als Drehbuch-Autoren sowie Ryan Gosling und der als Rick Deckard wiederkehrende Harrison Ford als Hauptdarsteller waren fast von Beginn an klar. Der Cast hat sich seitdem jedoch deutlich und betont international erweitert, denn neben der Amerikanerin Robin Wright ("A Most Wanted Man") wurden auch der philippinisch-stämmige Dave Bautista ("Guardians of the Galaxy", "Spectre"), die Kubanerin Ana de Armas ("Knock Knock") und die Holländerin Sylvia Hoeks ("Das Mädchen und der Tod") engagiert. Neuester Zugang ist die Schweizerin Carla Juri, die als Hauptdarstellerin von David Wnendts Charlotte Roche-Adaption "Feuchtgebiete" auch international für Aufsehen sorgte. Die Dreharbeiten sollen im Juli beginnen, der US-Kinostart ist für den 6. Oktober 2017 vorgesehen.

Quellen:

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