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Sonntag, 3. Februar 2013

OSCAR-News: "Argo" gewinnt DGA-Award und schwingt sich endgültig zum Topfavoriten auf

Selbst nach dem beeindruckenden Siegeszug der letzten Wochen (Golden Globes, Produzenten- und Schauspielergilde) blieb ich vorsichtig, doch nun muß auch ich einräumen: Ja, "Argo" hat Steven Spielbergs "Lincoln" als Topfavorit auf den OSCAR für den besten Film abgelöst! Denn gestern Abend hat Ben Affleck bei der Regisseursgewerkschaft DGA die Haupt-Trophäe für die beste Regie gewonnen (alle Preisträger gibt es auf der Homepage der Directors Guild of America). Seit 65 Jahren verleiht die DGA ihre Preise, und in diesen 65 Jahren triumphierte der DGA-Sieger 58 Mal wenig später auch bei den OSCARs. Das wird am 24. Februar 2013 ganz bestimmt nicht passieren, da Affleck bekanntlich nicht zu den fünf Nominierten in dieser Kategorie zählt – warum auch immer. Kurioserweise ist einer der nur zwei Regisseure, denen bereits einmal das gleiche Malheur passiert ist, ausgerechnet sein jetziger Hauptkonkurrent Steven Spielberg, der 1986 für sein Sklaverei-Drama "Die Farbe Lila" den DGA-Award erhielt, aber bei den Academy Awards nicht nominiert wurde (dort ging der Film trotz satter elf Nominierungen komplett leer aus). Der zweite war 1996 Ron Howard mit seinem Astronauten-Drama "Apollo 13".

Die große Frage, die man sich spätestens jetzt stellen muß, lautet offensichtlich: Wie kann es sein, daß Affleck nicht für den Regie-OSCAR nominiert wurde, obwohl er und sein Film seitdem so ziemlich jeden Filmpreis gewonnen haben, den es gab – ganz gleich, ob diese von Kritikern oder Filmschaffenden vergeben wurden? Es gibt zwei Theorien: "Argo" und Affleck sind nun vor allem deshalb so erfolgreich, weil viele über Afflecks Nicht-Nominierung entsetzt waren und ihn dafür mit "Ausgleichspreisen" entschädigen wollen. Oder die Mitglieder der Academy waren sich so sicher, daß Affleck sowieso nominiert werden würde, daß zu viele von ihnen "taktisch gewählt" und einen vermeintlich unsichereren Kandidaten bestimmt haben, den sie unbedingt in der Kandidatenliste sehen wollten (vermutlich Benh Zeitlin oder Michael Haneke). Sollte die erste Theorie zutreffen (was ich ehrlich gesagt hoffe), würden die Hauptkategorien bei den OSCARs vermutlich trotzdem noch spannend werden, bei der zweiten Theorie steht "Argo" wohl bereits als "Bester Film" fest. Dafür ist die Regie-Kategorie nun natürlich vollkommen offen.

Meine neue Einschätzung der Chancen in der Königskategorie sieht damit folgendermaßen aus:
1. Argo: 30%
2. Lincoln: 20%
3. Silver Linings: 17,5%
4. Les Misérables: 10%
5. Life of Pi: 7,5%
6. Zero Dark Thirty: 6,5%
7. Django Unchained: 5%
8. Liebe: 2,5%
9. Beasts of the Southern Wild: 1%

Außerdem haben gestern auch die Ausstatter ihre Preise vergeben, die aufgrund der Aufspaltung in gleich drei Film-Kategorien aber hinsichtlich der OSCAR-Verleihung nicht übermäßig aussagekräftig sind. Die Hauptpreise gingen an "Anna Karenina", "Life of Pi" und "Skyfall", die ersten beiden davon haben auch bei den Academy Awards gute Chancen ("Skyfall" ist nicht nominiert). Alle Gewinner kann man beim "Hollywood Reporter" nachlesen (die ADG-Homepage ist noch nicht aktualisiert).

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