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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

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Montag, 18. Februar 2013

Neues aus Hollywood (7/2013)

Vielleicht mußten sich die Mächtigen in Hollywood noch vom Super Bowl Weekend erholen, vielleicht waren sie auch im Liebestaumel angesichts des Valentinstages – jedenfalls gibt es aus der letzten Woche abgesehen von einigen nicht bestätigten Gerüchten (Harrison Ford in "Star Wars Episode VII"? Sam Mendes wieder Regisseur beim nächsten James Bond-Film?) nur wenig wirklich Berichtenswertes:

- Wann immer mir jemand weismachen will, der OSCAR für Martin Scorseses Gangsterfilm "The Departed" als bester Film des Jahres 2006 wäre ein Beweis dafür, daß die von Filmfans weltweit viel und gerne kritisierte Academy manchmal doch eine richtige Entscheidung trifft, werde ich stinksauer. Nicht, weil "The Departed" schlecht wäre. Ich weiß ihn durchaus zu schätzen und halte ihn für einen grandios besetzten und sehr unterhaltsamen Film. Allerdings eben auch für einen Film, der nur ein Over-the-Top-Remake eines viel besseren chinesischen Films namens "Infernal Affairs" aus dem Jahr 2002 ist – der aber natürlich außerhalb Asiens bei den großen Preisverleihungen komplett ignoriert wurde. Normalerweise zähle ich mich nicht zu jenen, die sich ständig über die grassierende Remake-Manie Hollywoods beschweren; aber wenn diese dazu führt, daß die Macher der mainstreamisierten Hollywood-Version für ihre tolle Arbeit gefeiert werden, gleichzeitig aber nur Insider anerkennen (oder überhaupt wissen), daß der entscheidende Kern dieser Arbeit früher und ganz woanders geleistet wurde, dann finde ich das nicht mehr witzig.
Immerhin scheint Martin Scorsese jedoch sehr wohl zu wissen, wem er seinen damaligen Triumph zum Teil zu verdanken hat. Dies läßt sich gut daran erkennen, daß er demnächst als Produzent von "Revenge of the Green Dragons" fungieren wird, dem (nach dem direkt auf DVD erschienenen Thriller "The Flock" mit Richard Gere) zweiten englischsprachigen Film des "Infernal Affairs"-Regisseurs und -Kameramanns Andrew Lau. Allzu viel ist über "Revenge of the Green Dragons" inhaltlich noch nicht bekannt, es soll sich aber um einen in New York angesiedelten Gangsterthriller handeln, in dem die Geschichte zweier junger chinesischer Einwanderer erzählt wird, die die Karriereleiter im organisierten Verbrechen emporklettern. Das Drehbuch hat der bislang weitgehend unbekannte Michael Di Jiacomo verfaßt, basierend auf einer Reportage von Fredric Dannen, die 1992 im angesehenen Magazin "The New Yorker" erschien. Dannen hat nach eigener Aussage im Lauf der Jahre zahlreiche Anfragen zwecks einer Verfilmung abgelehnt, was bezüglich der Qualität des jetzigen Drehbuchs natürlich zu Hoffnung Anlaß gibt. Die Dreharbeiten sollen im April beginnen, womit ein Kinostart irgendwann 2014 wahrscheinlich sein dürfte.

- Ansonsten habe ich diesmal nur Updates zu Filmen zu bieten, über die ich bereits früher an dieser Stelle berichtet habe – "Sin City: A Dame to Kill For" gehört aber überraschenderweise nicht dazu; offenbar ist die Casting-Phase für Robert Rodriguez und Frank Millers Fortsetzung inzwischen abgeschlossen. Dafür hat Bryan Singers "X-Men: Days of Future Past" mit Peter Dinklage (TV-Serie "A Game of Thrones") einen weiteren beliebten Darsteller angeheuert, der gerüchteweise den Hauptbösewicht verkörpern soll.
Erst vor zwei Wochen berichtete ich über das neue Projekt von "Ted"-Regisseur Seth MacFarlane, die Westernkomödie "A Million Ways to Die in the West". Während damals noch nicht ganz klar war, welche Rolle MacFarlane selbst im Film übernehmen würde, heißt es nun, daß er die Hauptrolle eines ängstlichen Farmers spielen wird, der von seiner Freundin verlassen wird, nachdem er sich ohne größere Gegenwehr von seinem Besitz vertreiben läßt. Um sie zurückzugewinnen, versucht er unter der Anleitung der Ehefrau (Charlize Theron) eines berüchtigten Outlaws selbst zu einem ernstzunehmenden Cowboy zu werden. Für die Rolle der Freundin befindet sich Amanda Seyfried ("Les Misérables", "Mamma Mia!") in Verhandlungen.
Bereits im Juli 2012 hatte ich erstmals von David O. Russells ("The Fighter") nächstem Film berichtet, der ursprünglich "American Bullshit" heißen sollte, inzwischen aber bereits seit Monaten titellos ist. Das Projekt, in dem es um den in den 1970er Jahren vom FBI aufgedeckten "Abscam"-Korruptionsskandal geht, wird Russell, wie nun bekannt wurde, mit seinen beiden "Silver Linings"-Hauptdarstellern Bradley Cooper und Jennifer Lawrence wiedervereinen, zudem sind mit Christian Bale, Jeremy Renner und Amy Adams weitere Hochkaräter mit an Bord. Die Dreharbeiten sollen im März beginnen, womit ein Kinostart Ende des Jahres und damit rechtzeitig für die OSCAR-Verleihung 2014 durchaus im Bereich des Möglichen erscheint.

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