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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Montag, 19. November 2012

KINOVORSCHAU WINTER/FRÜHLING 2013 (TEIL 1)

Letztes Update vom 26. Januar 2013: Neu am 21. Februar ist der Spoof-Film "Ghost Movie". James Ponsoldts Tragikomödie "Smashed" mit Mary Elizabeth Winstead hat ihren Starttermin am 28. Februar derweil verloren und wird wohl direkt auf DVD veröffentlicht werden.

Zwar befinden wir uns noch mitten in der (qualitativ außergewöhnlich guten) Herbstsaison, dennoch möchte ich bereits einen wie immer völlig subjektiven, aber diesmal im Vergleich zu meiner Herbstvorschau deutlich ausführlicheren Überblick über das Namhafteste bieten, was uns Kinofans in Deutschland in den ersten vier Monaten des Jahres 2013 so alles erwartet. Kalendarisch betrachtet dauert der Frühling natürlich länger als bis Ende April, aber in Sachen Kino beginnt die "Summer Season" mit den teuren Blockbustern traditionell bereits Anfang Mai. Doch in diesem ersten Teil soll es zunächst um die Monate Januar und Februar gehen, in denen dem deutschen Publikum etliche OSCAR-Favoriten zur Auswahl geboten werden.

3. Januar:
Anhänger von Lee Childs erfolgreicher Roman-Reihe um den früheren US-Militärpolizisten Jack Reacher waren eher schockiert, als ausgerechnet Tom Cruise die Titelrolle in dieser Verfilmung ergatterte. Immerhin wird Reacher in den Büchern als fast zwei Meter große, alleine durch die Statur einschüchternde Persönlichkeit beschrieben, als eine ebenso muskelbepackte wie intelligente Kampfmaschine – nicht unbedingt eine Rolle, für die sich vor dem geistigen Auge ein eher schmächtiger Kerl wie Cruise (1,70m) projiziert, der auf dem roten Teppich mitunter zu Tricks greifen muß, um nicht von seiner weiblichen Begleitung überragt zu werden ...
Es bleibt abzuwarten, ob es Tom Cruise mit seinen u.a. in den "Mission: Impossible"-Filmen geschulten Actionheld-Qualitäten gelingt, diese Buchfans zu überzeugen. Beim "unwissenden" Publikum sollte er weniger Probleme haben, sofern der fertige Film das hält, was der gelungene Trailer verspricht. Die produzierenden Paramount Studios setzen jedenfalls große Hoffnungen in "Jack Reacher" und wollen daraus eine neue Spielfilmreihe machen. Besonders interessant aus deutscher Sicht: Der Filmbösewicht wird von dem deutschen Kultregisseur Werner Herzog ("Aguirre – Der Zorn Gottes", "Fitzcarraldo") verkörpert!

"The Sessions":
Ist "Jack Reacher" klassisches Mainstreamkino, dann ist "The Sessions" ein mindestens ebenso klassischer Arthouse-Stoff. Ben Lewins einfühlsame Tragikomödie über einen von Kindheit an gelähmten Mann (John Hawkes, aus "Winter's Bone"), der unter Mithilfe einer Sexualtherapeutin (Helen Hunt, "Besser geht's nicht") endlich seine Unschuld verlieren möchte, ist ein Festivalliebling und die beiden Hauptdarsteller – vor allem die sehr freizügig agierende Helen Hunt – gelten als aussichtsreiche Kandidaten für eine OSCAR-Nominierung.

Und der nächste OSCAR-Kandidat, der sich aber geschickt irgendwo zwischen Mainstream und Arthouse bewegt. Dabei ist David O. Russells ("The Fighter", "Three Kings") Tragikomödie über einen ehemaligen Lehrer (Bradley Cooper, "Hangover"), der nach einem Klinikaufenthalt wegen mentaler Probleme wieder zu seinen Eltern zieht und sich mit seiner Ex-Frau versöhnen will, dann aber eine auf eine mysteriöse junge Frau (Jennifer Lawrence, "Die Tribute von Panem") trifft, aktuell sogar der Topfavorit. Sowohl in der Königskategorie "Bester Film" als auch für Lawrence bei den Hauptdarstellerinnen sollte zumindest eine Nominierung absolut sicher sein.

"The Loneliest Planet":
Als wäre der Termin nicht sowieso schon überfüllt, startet zusätzlich auch noch dieser deutsch-amerikanische Thriller der in Rußland geborenen US-Regisseurin Julia Loktev. Basierend auf einer Kurzgeschichte von Tom Bissell vermischt die Handlung über ein junges Paar, das im Kaukasus einen Wanderurlaub macht, Thriller- und Beziehungsdrama-Elemente. Obwohl der Film mit dem mexikanischen Star Gael García Bernal ("Amores perros", "Die Reise des jungen Che") und der hochgelobten israelischen Newcomerin Hani Furstenberg in den Hauptrollen das Publikum mit einer mitunter quälend langsamen Erzählweise ziemlich fordert, konnte er bei diversen Festivals bereits einige Preise gewinnen.

10. Januar: 
"Schlussmacher":
Nach seinem erfolgreichen Regiedebüt "What a Man" versucht sich Matthias Schweighöfer erneut an einer überdrehten romantischen Komödie in der Art von Til Schweigers Filmen. Weitere Darsteller: Milan Peschel, Nadja Uhl, Heiner Lauterbach.

"Der Geschmack von Rost und Knochen":
OSCAR-Gewinnerin Marion Cotillard ("La vie en rose", "The Dark Knight Rises") beeindruckt in diesem gefühlvollen Drama des französischen Regisseurs Jacques Audiard ("Ein Prophet") als nach einem Unfall an den Rollstuhl gefesselte Tiertrainerin, deren Wege sich mit denen des sozialen Außenseiters Ali (Matthias Schoenarts, "Black Book", "Loft") kreuzen.

"Ritter Rost" (3D):
Kinder dürfen sich auf diesen Animationsfilm aus deutschen Landen freuen, der auf den beliebten Kinderbüchern von Jörg Hilbert und Felix Janosa basiert. Zu den Sprechern zählen die Comedy-Hochkaräter Christoph Maria Herbst und (als Ritter Rost) Rick Kavanian.

17. Januar:
Nachdem Kult-Regisseur Quentin Tarantino zuletzt mit "Inglourious Basterds" das Genre der Kriegsfilme kräftig durchgeschüttelt hat, nimmt er sich nun des guten alten Westerns an. In "Django Unchained", in dem Ur-Django Franco Nero übrigens eine kleine Gastrolle spielt, geht es um den deutschstämmigen Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Christoph Waltz, "Die drei Musketiere"), der in den US-Südstaaten den Sklaven Django (Jamie Foxx, "Collateral") befreit, da er bei einem Auftrag seine Hilfe braucht. Als Gegenleistung verspricht er, Django bei der Suche nach seiner Frau (Kerry Washington, "Der letzte König von Schottland") zu helfen, die dem skrupellosen Plantagenbesitzer Calvin Candie (Leonardo DiCaprio, "Zeiten des Aufruhrs") gehört. Wie "Zero Dark Thirty" wurde auch "Django Unchained" noch nicht einmal den Kritikern vorgestellt, doch bei Tarantino weiß man ja ziemlich genau, was man erwarten darf.

"House at the End of the Street":
Jennifer Lawrence ist allgegenwärtig. Doch während ihr mit "Die Tribute von Panem" und "Silver Linings Playbook" zwei große Erfolge gelangen, konnte dieser mittelmäßige und wenig originelle Horrorfilm über ein Mutter-Tochter-Gespann, das nach der Scheidung der Mutter einen Neuanfang auf dem Lande versucht, dort aber von ebenso erschreckenden wie mysteriösen Geschehnissen geängstigt wird, nur wenige überzeugen. Immerhin: Lawrence konnte selbst hier das Lob der Kritiker gewinnen und dürfte maßgeblich für den ordentlichen kommerziellen Erfolg des Films in den USA gewesen sein.

24. Januar:
Steven Spielbergs Film über die letzten vier Monate des 16. US-Präsidenten Abraham Lincoln vor seiner Ermordung hat in den USA trotz einer (der Thematik durchaus angemessenen) relativ unspektakulären Präsentation viele Kritiker begeistert und auch in den Kinos einen unerwartet starken Start hingelegt. Neben "Silver Linings Playbook", "Argo" und "Les Misérables" zählt er daher zu den großen OSCAR-Favoriten – und Titeldarsteller Daniel Day-Lewis braucht sich nach Ansicht zahlreicher Branchenexperten seinen dritten OSCAR nach "Mein linker Fuß" und "There Will Be Blood" eigentlich nur noch abzuholen. Es bleibt allerdings abzuwarten, wie diese uramerikanische Geschichte bei Zuschauern und Rezensenten außerhalb der Vereinigten Staaten ankommen wird.

"Gangster Squad":
Ruben Fleischers ("Zombieland") im Los Angeles der 1940er Jahre spielender Action-Thriller sollte eigentlich bereits im September 2012 in den USA in die Kinos kommen, doch nach dem Amoklauf in einer "The Dark Knight Rises"-Vorstellung in der Kleinstadt Aurora hatte sich dieses Datum schnell erledigt. Dummerweise kam im "Gangster Squad"-Trailer nämlich eine Szene vor, in der ein Gangster in einem Kino mit einer Maschinenpistole auf Zuschauer schießt. Doch nicht nur wurde ob dieser unglücklichen Verkettung der Umstände der Starttermin deutlich verschoben, die entsprechende Szene wurde vermutlich sogar gestrichen oder durch Nachdrehs zumindest abgeändert – abschließend wurde dazu noch nichts verlautbart. Unabhängig davon sieht der an moderne Klassiker wie Brian De Palmas "Die Unbestechlichen" oder Curtis Hansons "L.A. Confidential" erinnernde "Gangster Squad" mit seiner stargespickten Besetzung (Ryan Gosling, Sean Penn, Emma Stone, Josh Brolin, Nick Nolte, Giovanni Ribisi, Robert Patrick, Michael Peña) sehr vielversprechend aus.

"Frankenweenie" (3D):
Eines der ersten Werke des jungen Regisseurs Tim Burton war 1984 der Stop-Motion-Kurzfilm "Frankenweenie", in dem ein kleiner Junge seinen verstorbenen Hund wieder zum Leben erwecken will. Fast 30 Jahre später widmet sich Burton nun erneut dieser anrührenden Story und erweitert sie zu einem 90-Minüter in 3D. Die Kritiker sind deutlich stärker angetan als von seinen letzten Realfilmen ("Dark Shadows", "Alice im Wunderland"), in der Originalversion sind u.a. die Stimmen von Winona Ryder, Sir Christopher Lee, Martin Landau, Martin Short und Catherine O'Hara zu hören.

Robert Zemeckis' ("Forrest Gump", "Cast Away") Rückkehr zum Realfilm nach rund einem Jahrzehnt, in dem er sich mit eher mittelmäßigem künstlerischen Erfolg Motion-Capture-Animationsfilmen gewidmet hat ("Der Polarexpress", "Beowulf"), hat bei den US-Kritikern viel Anklang gefunden. Besonders gelobt wird Hauptdarsteller Denzel Washington ("Unstoppable – Außer Kontrolle"), der für seine Rolle als erfahrener Pilot, der nach einer komplizierten Notlandung zunächst als Held gefeiert und dann von den Schatten seiner Vergangenheit eingeholt wird, sehr wahrscheinlich seine bereits sechste OSCAR-Nominierung erhalten wird.

Was man von diesem Episodenfilm erwarten soll und darf, ist die große Frage. Eigentlich klingt das Konzept, kurze komödiantische Geschichten rund um das Thema Sex zu präsentieren, nicht nach großem Kino. Aber dann sieht man, wer alles mitspielt: Kate Winslet, Halle Berry, Hugh Jackman, Gerard Butler, Naomi Watts, Richard Gere, Emma Stone, Chloë Grace Moretz, Elizabeth Banks, Kristen Bell, Uma Thurman, Liev Schreiber, Seann William Scott, Anna Faris, Josh Duhamel, Kate Bosworth, Justin Long, Terrence Howard, Tony Shalhoub, Christopher Mintz-Plasse, Leslie Bibb. Wow! Zu den Regisseuren zählen unter anderem Peter Farrelly ("Verrückt nach Mary"), James Gunn ("Super"), Bob Odenkirk (Saul Goodman in der Kultserie "Breaking Bad"), Brett Ratner ("Rush Hour") und Darstellerin Elizabeth Banks. Kann extrem witzig werden – oder ein totaler Reinfall.

"Quartett":
Dustin Hoffmans ("Die Unbestechlichen") von den Kritikern gelobtes Regiedebüt ist eine auf einem Theaterstück von Ronald Harwood basierende Tragikomödie über ein Wohnheim für ehemalige Opernsänger. Hoffman hat ein hervorragendes Ensemble zusammengestellt, aus dem die 77-jährige Dame Maggie Smith (Professor McGonagall in den "Harry Potter"-Filmen, TV-Serie "Downton Abbey") noch hervorstechen soll.

31. Januar:
Kathryn Bigelows erster Film seit ihrem historischen OSCAR-Triumph 2009 mit "Tödliches Kommando – The Hurt Locker" beschreibt die Jagd von US-Agenten und -Spezialeinheiten nach dem Terroristenführer Osama bin Laden. Da dieser in der Realität kurz vor Beginn der Dreharbeiten getötet wurde, mußte das Drehbuch von "The Hurt Locker"-Autor Mark Boal entsprechend angepaßt werden. Statt auf große Stars setzt Bigelow auf ein starkes Schauspiel-Ensemble um Jessica Chastain ("The Tree of Life"), Joel Edgerton ("Warrior", im Mai 2013 auch in der Neuverfilmung von "Der große Gatsby" zu sehen), James Gandolfini ("Die Sopranos", "Violet & Daisy") und Mark Strong ("Dame, König, As, Spion", "The Guard"). Trotz herausragender Kritiken sorgte der Film ob seiner gewollten Distanziertheit für große politische Kontroversen in den USA.

"The Impossible":
In Spanien ist Juan Antonio Bayonas Tsunami-Drama über eine britische Familie, die im Urlaub in den verheerenden Tsunami an Weihnachten 2004 im Indischen Ozean gerät, überraschend ein Megahit und nach nur einem Monat in den Kinos bereits der erfolgreichste Film seit James Camerons "Avatar". Auch im OSCAR-Rennen könnte die hochemotionale Geschichte mit den Hauptdarstellern Naomi Watts ("Ich sehe den Mann Deiner Träume", "King Kong") und Ewan McGregor ("Lachsfischen im Jemen", "Big Fish") eine Rolle spielen.

"Last Stand":
Arnold Schwarzeneggers ("The Expendables 2") Comeback als Hauptdarsteller sieht eigentlich nach einem recht konventionellen Action-Thriller aus: Der alternde Sheriff einer Kleinstadt an der amerikanisch-mexikanischen Grenze legt sich mit einem mächtigen Drogenbaron auf der Flucht vor der US-Justiz an. Daß das vielleicht sogar mehr als "nur" gute Action wird, darauf läßt hoffen, daß es sich bei "Last Stand" um das englischsprachige Regiedebüt des Südkoreaners Kim Jee-woon handelt, der sich bei Kennern des asiatischen Kinos mit Filmen wie "A Bittersweet Life", "The Good, the Bad, the Weird" und "A Tale of Two Sisters" einen sehr guten Namen gemacht hat.

"Fünf Freunde 2":
Nachdem der erste Teil der Verfilmung der berühmten Jugendbücher von Enid Blyton mit etwas mehr als einer Million Zuschauern in Deutschland recht erfolgreich war, kommt nur ein Jahr später bereits die Fortsetzung mit unveränderter Stammbesetzung in die Kinos. Regie führt erneut Mike Marzuk.

7. Februar:
"Kokowääh 2":
Nach dem großen Erfolg von Til Schweigers Vater-Tochter-Komödie "Kokowääh" mit gut 4,3 Millionen Kinobesuchern in Deutschland war eine Fortsetzung nur eine Frage der Zeit. Viel mehr ist dazu wohl nicht zu sagen, Schweigers Komödien funktionieren ja meist nach dem gleichen Prinzip.

"Parker":
Regieveteran Taylor Hackford ("Im Auftrag des Teufels", "Dolores", "Ray") bringt einen Thriller in die Kinos, in dem Actionstar Jason Statham ("Transporter"-Reihe) einen professionellen Dieb mit moralischen Prinzipien á la Robin Hood spielt, der von "Freunden" verraten und vermeintlich getötet wird und sich deshalb rächen will. Dafür entwickelt er einen raffinierten Plan und tut sich mit einer nichts ahnenden Immobilienmaklerin (Jennifer Lopez, "Out of Sight") zusammen, die sich ebenfalls im Visier der Bösewichte befindet.

"Cirque du Soleil: Worlds Away" (3D):
Produzent James Cameron ("Titanic") präsentiert eine eigens gestaltete Geschichte des weltberühmten kanadischen Zirkus. Genauere Details sind noch nicht bekannt, in 3D dürfte es aber sicherlich besonders spektakulär aussehen.

14. Februar:
"Stirb Langsam – Ein guter Tag zum Sterben":
Zum fünften Mal tritt Bruce Willis ("Looper") im Feinripp-Unterhemd an, um als New Yorker Polizist John McClane die Bösen das Fürchten zu lehren. Diesmal wird es richtig persönlich, denn McClane muß seinen in Rußland von einem Terroristenführer gefangengenommenen Sohn befreien. Ansonsten sind noch nicht allzu viele Storydetails an die Öffentlichkeit gekommen, vielleicht weiß das Drehbuch von Skip Woods also zu überraschen – auch wenn seine bisherigen Skripte (u.a. "Das A-Team – Der Film", "X-Men Origins: Wolverine", "Hitman") das nicht unbedingt erwarten lassen. Und auch der Regisseur John Moore ("Im Fadenkreuz", "Der Flug des Phoenix", "Max Payne") ist bislang bestenfalls für solide Actionware bekannt. Bleibt nur zu hoffen, daß alle Beteiligten (darunter übrigens der deutsche Schauspieler Sebastian Koch) über sich hinauswachsen.

"Quellen des Lebens":
Die Filme des deutschen Arthouse-Regisseurs Oskar Roehler ("Agnes und seine Brüder", "Elementarteilchen") polarisieren regelmäßig, dennoch gelingt es ihm stets, eine höchst bemerkenswerte Anzahl deutscher Stars auf der Leinwand zu vereinen. Diesmal wagt sich Roehler an eine über drei Generationen hinweg erzählte Familiengeschichte, die gleichzeitig die Historie der Bundesrepublik Deutschland nachvollzieht. In den Hauptrollen: Moritz Bleibtreu, Jürgen Vogel, Meret Becker, Kostja Ullmann, Sonja Kirchberger und die Ungarin Erika Marozsán ("Gloomy Sunday").

"Findet Nemo" (3D):
Die obligatorische Wiederaufführung des Pixar-Klassikers, diesmal in 3D konvertiert.

21. Februar:
Das neben Andrew Lloyd Webbers "Das Phantom der Oper" und "Cats" wohl berühmteste, langlebigste und erfolgreichste Musical wird erstmals verfilmt, nachdem die Romanvorlage von Victor Hugo bereits etliche Adaptionen erfahren hat. Der OSCAR-gekrönte Regisseur Tom Hooper ("The King's Speech") könnte durchaus erneut im großen Stil bei den Preisverleihungen abstauben, wenngleich sich das noch schwer beurteilen läßt, da den Film bisher niemand gesehen hat, der nicht direkt mit der Produktion zu tun hat. Angesichts des phantastischen Ausgangsmaterials und einer hervorragenden Besetzung erscheint es allerdings fraglich, wie "Les Misérables" überhaupt ein Fehlschlag werden könnte. Der musicalerprobte Australier Hugh Jackman ("Australia") spielt die Hauptrolle des Jean Valjean, der vom Ex-Sträfling unter falscher Identität zum beliebten Bürgermeister einer Kleinstadt wird. Als Antagonist Inspector Javert, der Valjean über die Jahre hinweg unerbittlich verfolgt, agiert Russell Crowe ("Robin Hood"), in weiteren Rollen sind Anne Hathaway ("The Dark Knight Rises"), Helena Bonham Carter ("Sweeney Todd"), Amanda Seyfried ("Mamma Mia!") und Sacha Baron Cohen ("Hugo Cabret", "Borat") zu sehen. Dazu kommen mit Samantha Barks und Colm Wilkinson zwei Darsteller, die ihre Rollen der Éponine respektive des Bischofs von Digne bereits auf der Londoner Bühne gespielt haben. Eine Besonderheit gibt es auch noch: Anders als in Musicalverfilmungen üblich werden die Songs nicht im Studio nachsynchronisiert, sondern sozusagen "live" eingesungen. Das kann sich einerseits negativ auf die Gesangsqualität auswirken, andererseits aber auch die gefühlte Authentizität deutlich erhöhen. Auf jeden Fall ist es ein mutiges Vorgehen, das sich hoffentlich rentiert.

"The Master":
Paul Thomas Andersons ("There Will Be Blood") neues Meisterwerk erzählt die in den 1950er Jahren angesiedelte Geschichte eines an Scientology-Gründer L. Ron Hubbard angelehnten Sektenführers und eines Kriegsveterans, der zu seiner rechten Hand wird. Das Charakterdrama gehört zu den diesjährigen OSCAR-Favoriten und vor allem die beiden Hauptdarsteller Joaquin Phoenix ("Walk the Line") und Philip Seymour Hoffman ("Glaubensfrage") als der Sektenführer werden für überragende schauspielerische Leistungen gefeiert. Wie immer bei Andersons Filmen ist auch der knapp zweieinhalbstündige "The Master" alles andere als einfache Kost und richtet sich klar an Arthouse-Fans.

"Warm Bodies":
"50/50"-Regisseur Jonathan Levine hat eine etwas andere romantische Komödie geschaffen, in der sich ein Zombie (Nicholas Hoult, "X-Men: Erste Entscheidung", "Kampf der Titanen") in eine schöne Lebende (Teresa Palmer, "Duell der Magier") verliebt. Da die Romanvorlage von Isaac Marion gute Kritiken erhielt, könnte sich auch diese Verfilmung als positive Überraschung erweisen.

"Passion":
Einst war Brian De Palma mit Filmen wie "Scarface", "Carrie", "Die Verdammten des Krieges" oder "Die Unbestechlichen" einer der heißesten Regisseure in Hollywood. Nach "Mission: Impossible" aus dem Jahr 1996 konnte er mit seinen Filmen (darunter "Mission to Mars" und "Black Dahlia") aber künstlerisch nicht mehr so richtig und kommerziell fast gar nicht mehr überzeugen. Vielleicht gelingt ihm ja mit diesem Erotik-Thriller (einem Remake des französischen Films "Liebe und Intrigen" mit Kristin Scott Thomas und Ludivine Sagnier) ein Comeback, der thematisch an seine innovativen Anfänge in den 1970er Jahren erinnert. Die Besetzung der Hauptrollen mit Rachel McAdams ("Midnight in Paris"), Noomi Rapace ("Prometheus", "Millennium"-Trilogie) und Karoline Herfurth ("Das Parfum") klingt zumindest schon mal vielversprechend.

"Ghost Movie":
"Scary Movie"-Co-Schöpfer Marlon Wayans hat wieder zugeschlagen (diesmal als Autor und Hauptdarsteller) mit einer respektlosen Veralberung von Filmen wie "Paranormal Activity". Sicherlich nichts für gehobene Ansprüche, wird aber wie die meisten Filme dieser Art seine Fans finden.

28. Februar:
"Hänsel & Gretel – Hexenjäger" (3D):
Mit seinem trashigen Nazi-Zombie-Spaß "Dead Snow" hat sich der norwegische Regisseur Tommy Wirkola in den Blickpunkt Hollywoods gebracht. Mit seinem englischsprachigen Debüt bleibt er einigermaßen in dem Genre, das ihn bekannt gemacht hat. Denn die sehr, sehr freie Märchenadaption ist als Action-Horror-Mix angelegt und kann mit zwei sehr talentierten Titeldarstellern punkten: Jeremy Renner ("Das Bourne Vermächtnis", "The Avengers") und Gemma Arterton ("Prince of Persia", "Ein Quantum Trost"). Hoffentlich kann das Ergebnis qualitativ mehr überzeugen als im Herbst 2012 der thematisch ähnliche "Abraham Lincoln – Vampirjäger".

"Die Bestimmer":
Eine Komödie mit Billy Crystal ("Harry & Sally"), Bette Midler ("Hocus Pocus", "Was Frauen wollen") und Marisa Tomei ("The Wrestler", "The Ides of March") klingt nach großem Spaß – die Story um zwei Großeltern (Crystal und Midler), die auf ihre aufmüpfigen Enkel aufpassen sollen, klingt eher abgegriffen. Und Regisseur Andy Fickman ("Daddy ohne Plan", "Die Jagd zum magischen Berg") steht ebenfalls für harm- und anspruchslose Familienunterhaltung. Aber ab und zu braucht es ja auch mal sowas.

"Get the Gringo":
An den geradlinigen Actionfilm mit dem in Teilen Hollywoods in Ungnade gefallenen Mel Gibson ("Die Passion Christi") hatten die wenigsten große Erwartungen. Doch überraschenderweise kommt das Regiedebüt des Hollywood-Autors Adrian Grunberg ("Jarhead", "Apocalypto") bei den Kritikern richtig gut an. Erzählt wird die Geschichte eines namenlosen Fahrers (Gibson), der verhaftet und in ein mexikanisches Gefängnis gesteckt wird, in dem er zum Beschützer eines 10-jährigen Jungen wird, dem ein Ganganführer im Knast zum Zweck der unfreiwilligen Organspende ans Leder will.

Roger Michells ("Notting Hill") romantische Komödie über US-Präsident Franklin D. Roosevelt (Bill Murray, "Moonrise Kingdom") und seine erblühende Affäre mit seiner entfernten Cousine Margaret (Laura Linney, "Tatsächlich ... Liebe") während eines Besuches des britischen Königs George VI. in Roosevelts New Yorker Anwesen kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde im Vorfeld als potentieller OSCAR-Kandidat gehandelt. Nach mittelmäßigen Kritiken hat sich dieses Thema erledigt, aber vielleicht erweist sich "Hyde Park am Hudson" ja zumindest noch als solide Unterhaltung.

"3096 Tage":
Basierend auf dem letzten Drehbuch des verstorbenen Bernd Eichinger ("Der Untergang") verfilmte Sherry Horman ("Wüstenblume", "Irren ist männlich") mit internationaler Besetzung die tragische Geschichte der Natascha Kampusch und ihres achtjährigen Martyriums als Kidnapping-Opfer in Österreich. Die nordirische Schauspielerin Antonia Campbell-Hughes ("Bright Star") agiert in der Hauptrolle, der Däne Thure Lindhardt ("Tage des Zorns", "Into the Wild") verkörpert den Entführer Wolfgang Priklopil. Ob Horman dieses brisante Thema sensibel umsetzen konnte, wird sich erst erweisen müssen.

Weiter geht es in Teil 2 mit den Monaten März und April.

Bei InsideKino gibt es den kompletten Startplan.

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