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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Dienstag, 24. April 2012

DER UNGLAUBLICHE HULK (2008)

Originaltitel: The Incredible Hulk
Regie: Louis Leterrier, Drehbuch: Zak Penn, Musik: Craig Armstrong
Darsteller: Edward Norton, Liv Tyler, William Hurt, Tim Roth, Tim Blake Nelson, Peter Mensah, Ty Burrell, Christina Cabot, Lou Ferrigno, Greg Bryk, Débora Nascimento, Robert Downey Jr.
 The Incredible Hulk
(2008) on IMDb Rotten Tomatoes: 67% (6,2); weltweites Einspielergebnis: $263,4 Mio.
FSK: 12, Dauer: 110 Minuten.

Fünf Jahre nach den Geschehnissen des Vorgängers: Bruce Banner (Edward Norton, "Moonrise Kingdom") hat sich nach Brasilien abgesetzt, wo er versucht, seine Wut die bekanntlich den monströsen Hulk in ihm weckt in den Griff zu bekommen. Doch durch einen unglücklichen Zufall kommt ihm das Militär um General Ross (William Hurt, "Robin Hood") und den Söldner Emil Blonsky (Tim Roth, "Rob Roy") auf die Spur und somit wird Bruce erneut zum Gejagten. Dennoch versucht er mithilfe seiner großen Liebe Betty (Liv Tyler, "Super") und des Wissenschaftlers Samuel Sterns (Tim Blake Nelson, "Lincoln"), endlich eine Heilung für seinen Zustand zu finden. Denn nichts wünscht er sich sehnlicher, als den Hulk loszuwerden und gemeinsam mit Betty wieder als ganz normaler Mensch leben zu können ...

Kritik:
Louis Leterriers "Der unglaubliche Hulk" hat eigentlich kaum noch etwas mit Ang Lees "Hulk" zu tun das betrifft sowohl das Personal vor (außer TV-Hulk Lou Ferrigno, der wieder ein Cameo hat und außerdem dem Grünling seine Stimme leiht) als auch hinter der Kamera. Auch der Stil des Films, der diesmal deutlich actionbetonter, aber auch etwas humorvoller daherkommt, unterscheidet sich erwartungsgemäß deutlich von dem des von vielen kritisierten Vorgängers. Doch trotz dieser gewaltigen Unterschiede und des Zeitsprungs von fünf Jahren handelt es sich inhaltlich um eine direkte Fortsetzung. Tatsächlich macht Leterriers Film manches besser als Lees Version. Aber leider auch umgekehrt. Ein "Best of" beider Werke würde wohl den perfekten "Hulk"-Film ergeben, denn wo der erste Film etwas mehr Action vertragen hätte, leidet der zweite unter einer ziemlich dünnen Story, die nach einem gelungenen Einstieg später zwischen fast pausenlosen Verfolgungsjagden und Kämpfen kaum noch punkten kann.

Zudem sind die Umbesetzungen der drei Hauptdarsteller gewöhnungsbedürftig. Edward Norton ist sicherlich ein mindestens gleichwertiger Ersatz für Eric Bana schon weil man Norton den klassischen Wissenschaftler-Typ rein optisch einfach besser abnimmt. Allerdings ist ein Schauspieler vom Kaliber Nortons hier schlicht unterfordert, in Lees Film hätte er unter Garantie eine weit facettenreichere Darstellung abliefern können. Weniger gelungen halte ich den Wechsel von Jennifer Connelly und Sam Elliott zu Liv Tyler respektive William Hurt. Connelly paßte einfach besser zu dieser Rolle, auch die Leinwandchemie mit Bana war stärker als jene zwischen Norton und Tyler was natürlich erneut auch der Tatsache zuzuschreiben ist, daß Lee den Figuren viel mehr Raum zur Entfaltung ließ als nun Leterrier. Außerdem wirkt es einfach komisch, daß Tyler in der Rolle der Betty fünf Jahre nach dem ersten Film jünger ist (und aussieht) als Connelly damals. OSCAR-Gewinner William Hurt ist selbstverständlich ebenfalls ein hervorragender Schauspieler und macht auch hier seine Sache gut, aber Sam Elliott hatte dem verbissenen General Ross einfach so sehr seinen Stempel aufgedrückt, daß Hurt dagegen nicht ankommt (zumal der Schnauzbart ihm nicht wirklich steht).

Die Actionsequenzen des neuen Hulk sind dagegen wirklich beeindruckend in Szene gesetzt und auch die CGI-Effekte können insgesamt überzeugen. Vor allem Hulks Gegenspieler Abomination ist sehr eindrucksvoll und wirkt sogar überzeugender als der Hulk selbst, in dessen Gesicht man leider kaum Ähnlichkeiten mit Edward Norton ausmachen kann. Ehrlich gesagt erinnert es sogar eher an das von Eric Bana ...

Fazit: "Der unglaubliche Hulk" ist wie sein umstrittener Vorgänger eine recht gelungene, aber deutlich konventionellere Marvel-Verfilmung. Optik und Action können überzeugen, Handlung, Dialoge und Charaktere bleiben zu sehr im Hintergrund (obwohl letztere immerhin noch etwas von der Vorarbeit Lees im ersten Teil zehren können).

Wertung: 6,5 Punkte.


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