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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Freitag, 10. Juni 2016

KINOVORSCHAU SOMMER 2016 (Teil 2)

Letztes Update vom 16. Juli: Ich habe meiner Vorschau die am 18. August anlaufende Kinderbuch-Adaption "Conni & Co" hinzugefügt.

Nachdem die bis 10. Juli laufende Fußball-EM dafür sorgte, daß einige Hollywood-Highlights mit etwas Verspätung bei uns anlaufen, sind Juli und August überdurchschnittlich gut bestückt – zumindest wenn man nach den Namen geht. Die wichtigsten und/oder vielversprechendsten deutschen Kinostarts in den Monaten Juli und August:

7. Juli:
"Verräter wie wir":
Die Spionageromane des Briten John le Carré (der früher selbst Spion war) gelten seit jeher als anspruchsvollere Gegenstücke zu James Bond und Co. – das ist gar nicht abwertend gemeint gegenüber 007, Jason Bourne, Jack Ryan oder ähnlichen Roman- respektive Filmhelden, aber der Unterschied ist schon deutlich: Während speziell im Filmbereich die meisten Werke aus diesem Genre einen ziemlich starken Fokus auf Action und Coolness setzen, dominieren bei le Carré Dialoge, mühsame Recherchen und authentische Figuren. Ein George Smiley etwa, der Protagonist von "Dame, König, As, Spion" und kongenial verkörpert von Sir Alec Guinness in der BBC-Miniserie von 1979 sowie von Gary Oldman in dem Kinofilm aus dem Jahr 2011, ist eben ein ganz anderes Kaliber, ein ruhiger, pragmatischer Analytiker, dessen stärkste Waffe sein messerscharfer Verstand ist. Und das zieht sich durch fast alle le Carré-Verfilmungen von "Der Spion, der aus der Kälte kam" (1965) bis hin zu "A Most Wanted Man" oder auch der aktuellen TV-Serie "The Night Manager". Es ist zu erwarten, daß auch "Verräter wie wir" in die gleiche Kerbe schlägt, in dem Ewan McGregor unter der Regie von Susanna White (die u.a. die herausragende britische Miniserie "Parade's End" mit Benedict Cumberbatch inszenierte) einen klassischen hitchcock'schen Jedermann spielt, der im Urlaub mit seiner Frau (Naomie "Miss Moneypenny" Harris) unverhofft in ein gefährliches Spionage-Verwirrspiel um einen potentiellen Überläufer aus der russischen Mafia (Stellan Skarsgård) und einen britischen Geheimagenten ("Homeland"-Star Damian Lewis) gerät …

"Smaragdgrün":
Der Abschluß der beliebten deutschen Jugend-Fantasy-Trilogie über die Abenteuer einer jungen Zeitreisenden (Maria Ehrich) nach den Bestseller-Romanen von Kerstin Gier.

"Ferien":
In der schrägen Tragikomödie von Bernadette Knoller überredet ein Vater (Detlev Buck) seine beruflich überambitionierte erwachsene Tochter (Britta Hammelstein) zu einem gemeinsamen Urlaub – während ihr Vater ihr schon bald auf die Nerven geht, gefällt ihr das entspannte Leben insgesamt unerwartet so gut, daß sie gar nicht mehr weg will. Das klingt jetzt vielleicht nicht übermäßig originell, daß der Inszenierungsstil der Regiedebütantin Knoller mit Charlie Kaufman ("Being John Malkovich") und Jacques Tati ("Tatis Schützenfest") verglichen wird, läßt jedoch auf ein für deutsche Verhältnisse durchaus ungewöhnliches Kinoerlebnis hoffen.

"Tangerine L.A.":
In der Awardsseason 2015/2016 sorgte Sean Bakers authentische Low Budget-Tragikomödie über eine transsexuelle Prostituierte in Los Angeles für viel Aufsehen: Es hagelte nicht nur herausragende Kritiken, dazu gab es zahlreiche Independent-Preise und -Nominierungen, allen voran für die beiden transsexuellen Hauptdarstellerinnen Mya Taylor und Kitana Kiki Rodriguez.

"Stadtlandliebe":
Jessica Schwarz und Tom Beck spielen in der Komödie von Marco Kreuzpaintner ("Krabat") ein wohlhabendes Ehepaar, das vor dem ständigen Streß in Berlin auf das Land flüchtet. Das wirkt sich zunächst bei weitem nicht so positiv auf ihr gemeinsames Glückslevel aus wie angestrebt, doch aufgeben gilt nicht …

14. Juli:
"Independence Day 2: Wiederkehr" (3D):
Dazu muß ich wohl nicht viel schreiben: Roland Emmerich liefert nach genau 20 Jahren eine Fortsetzung seines größten Hits ab. 20 Jahre, die sich auch in der Handlung widerspiegeln, denn so viel Zeit hatte die Menschheit, um sich nach der hart und verlustreich erkämpften Abwehr des Alienangriffs auf eventuelle Folgeangriffe vorzubereiten. Doch die Außerirdischen sind in dieser Zeit natürlich auch nicht untätig geblieben. Emmerich konnte viele Darsteller des ersten Teils wieder versammeln, allen voran Jeff Goldblum und Bill Pullman. Nicht mehr dabei ist Will Smith, der durch "Independence Day" zum Weltstar wurde, nun aber nicht mehr zur Verfügung stand – stattdessen spielt Newcomer Jessie Usher seinen Filmsohn Dylan, während "Die Tribute von Panem"-Star Liam Hemsworth und Maika Monroe ("The Guest") die weiteren jungen Hauptrollen übernehmen.

Ein deutscher Film im Wettbewerb von Cannes? Ungewöhnlich genug. Ein deutscher Film im Wettbewerb von Cannes, der nicht von Michael Haneke, Wim Wenders oder Werner Herzog stammt? Sensationell. Ein deutscher Film im Wettbewerb von Cannes, der den Allzeit-Rekord in der traditionellen Kritikerumfrage der "Screen Daily" bricht? Unfaßbar! Doch genau das ist Maren Erdmann (die 2009 mit dem Drama "Alle anderen" bei der Berlinale überzeugte) mit ihrer gut zweieinhalbstündigen Vater-Tochter-Tragikomödie gelungen. Preise der Jury gab es dafür zur allgemeinen Überraschung trotzdem nicht, immerhin aber den Kritikerpreis zum Trost – und natürlich weltweite Aufmerksamkeit dank ausführlicher Berichterstattung in den Fachmedien. Der österreichische Theaterriese Peter Simonischek spielt den 65-jährigen Winfried, der seine als Unternehmensberaterin erfolgreiche Tochter Ines (Sandra Hüller) kaum zu Gesicht bekommt und deshalb beschließt, zu ihr nach Bukarest zu reisen. Da sie dort aber arbeiten muß, ist sie nicht gerade begeistert vom unangekündigten Besuch, der entsprechend unerfreulich verläuft. Dann geschieht das Unerwartete: Kurz nach Winfrieds vermeintlicher Abreise taucht er erneut bei Ines auf – allerdings in einer albernen Verkleidung und unter dem Namen Toni Erdmann …

"Mit besten Absichten":
Auch in ihrem zweiten Kinofilm nach der romantischen Weltuntergangsgeschichte "Auf der Suche nach einem Freund für das Ende der Welt" erzählt Lorene Scafaria eine tragikomische, hier übrigens sogar autobiographisch gefärbte Geschichte, die von der Prämisse her der von "Toni Erdmann" ähnelt. Es geht um die bereits etwas ältere Marnie (Susan Sarandon), die nach dem Tod ihres Mannes nach L.A. zieht, wo ihre Tochter (Rose Byrne) als Drehbuch-Autorin arbeitet – und die neue Nähe zur Mutter nur bedingt begrüßt. Anders als in "Toni Erdmann" steht die Mutter-Tochter-Beziehung jedoch nicht im Mittelpunkt, stattdessen handelt es sich vorrangig um eine auf Marnie konzentrierte Charakterstudie. Bei den Kritikern kam das gut bis sehr gut an, Susan Sarandon gilt sogar als Anwärterin auf eine OSCAR-Nominierung.

"Mullewapp – Eine schöne Schweinerei" (3D):
Ein kindgerechter deutscher 3D-Animationsfilm über die Erlebnisse von Schwein Waldemar und seinen tierischen Freunden auf einem Bauernhof in Mullewapp. Der Vorgänger "Mullewapp – Das große Kinoabenteuer der Freunde" kam 2009 immerhin auf gut 500.000 Zuschauer.

"Deutschland. Dein Selbstporträt":
Mit der Fußball-WM-Doku "Deutschland. Ein Sommermärchen" schuf Sönke Wortmann 2006 eine der erfolgreichsten Kino-Dokumentationen überhaupt. Ähnliches ist von seinem neuesten Doku-Projekt nicht zu erwarten, dennoch könnte das Mitmachprojekt, bei dem Wortmann kurze Amateur-Filmbeiträge aus ganz Deutschland zu einem Film zusammengefügt hat, für Aufsehen sorgen – zumal die zentralen Fragestellungen "Was macht dich glücklich?", "Wovor hast du Angst?" und "Was bedeutet Deutschland für dich?" angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Spannungen in ganz Europa besoders aktuell erscheinen …

"StreetDance: New York":
Der deutsche Filmtitel läßt einen dritten Teil der durchaus erfolgreichen "StreetDance"-Reihe vermuten, in Wirklichkeit handelt es sich jedoch um einen davon völlig unabhängigen Film, der sich aber, welch Wunder, ebenso um musikbegeisterte junge Leute dreht – genau genommen um eine klassische Balletttanz-Studentin und einen Streetdancer, die sich ineinander verlieben und einen Tanzwettbewerb gewinnen müssen, um beider Zukunft zu sichern …

21. Juli:
Seit dem Reboot der Filmreihe durch J.J. Abrams mit den ersten Abenteuern der noch jungen "Enterprise"-Crew rund um Kirk, Spock, Pille und Uhura ist die "Star Trek"-Fangemeinschaft gespalten. Während die einen sich über den kommerziell sehr erfolgreichen Neuanfang freuen, weil er spannend und unterhaltsam gemacht sowie sehr gut besetzt ist und vor allem viele neue Anhänger gewann, denen das "alte Star Trek" zu bieder daherkam, reagierten eingefleischte Trekkies mit teils heftiger Ablehnung auf die letzten beiden Kinofilme, die ihnen viel zu laut und actionbetont und unoriginell sind und gar nicht mehr als "echtes Star Trek" empfunden werden. Ich stehe irgendwo in der Mitte zwischen diesen beiden Fraktionen: Mir gefiel Abrams' "Star Trek" sehr gut, die Fortsetzung "Into Darkness" war okay, verspielte aber jede Menge Potential – und ich finde, daß beide Filme etwas mehr Handlung statt Action hätten vertragen können. Insofern war auch ich skeptisch, als ausgerechnet der viermalige "Fast & Furious"-Regisseur Justin Lin für die Leitung von "Star Trek Beyond" verpflichtet wurde (denn Abrams hatte mehr als genug mit "Star Wars Episode VII" zu tun und fungiert deshalb nur noch als Produzent). Und der erste Trailer übertraf selbst schlimmste Befürchtungen: Action, Action, cooler Oneliner, noch mehr Action (und das auch noch zum denkbar un-trekkiemäßigen "Sabotage" von den Beastie Boys), so kann man das verlustfrei zusammenfassen. Prinzipiell gar nicht mal schlecht, sogar ziemlich effektiv – wenn man das Publikum ansprechen will, das sich sonst eher "Transformers"-Filme anschaut. Aber für einen "Star Trek"-Film? Da mußte man nicht mal ein hartgesottener Trekkie sein, um das Schlimmste zu befürchten. Das ging dann immerhin auch etlichen der Beteiligten auf, weshalb sie schnell versicherten, es handele sich nicht um ein "Fast & Furious in Space", vor allem Scotty-Darsteller Simon Pegg, selbst erklärter Trekkie und erfreulicherweise am Drehbuch beteiligt, betrieb engagiert Schadensbegrenzung bei den besorgten Fans. Und tatsächlich: Der zweite Trailer sieht schon deutlich passender aus. Über die Handlung weiß man zwar immer noch fast nichts, aber man darf wohl wieder mit Vorfreude auf den Kinostart blicken – als Actionfan sowieso, aber auch als Trekkie …

"BFG – Big Friendly Giant" (3D):
Bei der Weltpremiere in Cannes wurde Steven Spielbergs neuer Familienfilm – basierend auf einer Geschichte des "Charlie und die Schokoladenfabrik"-Autors Roald Dahl – recht freundlich aufgenommen. Allerdings verzichtete kaum ein Rezensent auf den Hinweis, daß die Story über die Freundschaft eines zehnjährigen Mädchens zu einem von dem aktuellen OSCAR-Preisträger Mark Rylance ("Bridge of Spies") verkörperten freundlichen Riesen bei weitem nicht an die Qualität von Spielbergs thematisch nicht unähnlichem, ebenso wie "BFG" von Melissa Mathison geschriebenen 1980er Jahre-Klassiker "E.T." heranreicht.

28. Juli:
"Legend of Tarzan" (3D):
Die von Edgar Rice Burroughs erschaffene Figur des im Dschungel von Affen aufgezogenen Tarzan zählt seit jeher zu den beliebtesten Kinohelden. Johnny Weissmüller ist wahrscheinlich bis heute der bekannteste Tarzan-Darsteller, aber auch Lex Barker und Christopher Lambert verkörperten den mutigen Dschungel-Helden. Nächster in der Reihe ist der "True Blood"-Star Alexander Skarsgård, der in dem Film des mehrfachen "Harry Potter"-Regisseurs David Yates allerdings einen etwas älteren Tarzan spielt, der seine große Liebe Jane (Margot Robbie, "The Wolf of Wall Street") bereits kennengelernt hat und an ihrer Seite als Lord Greystoke in seine ursprüngliche Heimat Großbritannien gezogen ist. Nun soll er jedoch als Sonderbotschafter des Parlaments erstmals seit vielen Jahren wieder nach Afrika reisen – er ahnt nicht, daß diese scheinbar ehrenvolle Aufgabe Teil eines ebenso raffinierten wie hinterhältigen Plans ist, den der skrupellose belgische Söldner Leon Rom (Christoph Waltz) ersonnen hat …

"Pets" (3D):
Was machen unsere geliebten Haustiere wirklich jeden Tag, sobald wir ohne sie aus dem Haus gehen? Warten sie angespannt, bis wir endlich zurückkehren? Schlafen sie? Sehen sie fern? Fangen sie Fliegen? Weit gefehlt – zumindest wenn wir Universals 3D-Animationsfilm "Pets" glauben wollen, der zeigt, welch haarsträubende Abenteuer unsere Haustiere wirklich erleben, wenn wir nicht zur Stelle sind … Regie führte Chris Renaud, der bereits für die beiden sehr erfolgreichen "Ich – Einfach unverbesserlich"-Teile mitverantwortlich zeichnete.

"Zeit für Legenden":
Stephen Hopkins' ("The Reaping") Biopic über den afroamerikanischen Jahrhundertathleten Jesse Owens (Stephan James), der bei den Olympischen Spielen des Jahres 1936 in Berlin zur Verärgerung des Gastgebers Adolf Hitler vier Goldmedaillen gewann (100 m, 200 m, 4x100 m und Weitsprung), enttäuschte bereits an den nordamerikanischen Kinokassen, was wohl vor allem auf die mittelmäßigen Kritiken zurückzuführen ist, die eine zu konservative, ideenarme Umsetzung der spektakulären Geschichte bemängeln. Fraglich, ob der Film hierzulande besser funktionieren wird.

"Wiener Dog":
In der skurrilen Episoden-Tragikomödie des amerikanischen Indie-Filmers Todd Solondz, einer losen Fortsetzung (mit anderer Besetzung) seines Films "Willkommen im Tollhaus" von 1995, ist ein Dackel der Aufhänger, um einen Blick auf die Leben seiner bemerkenswert zahlreichen aufeinanderfolgenden Herrchen und Frauchen (ob die alle das Filmende erleben?) zu werfen. Gespielt werden die von Hochkarätern wie Danny DeVito, Julie Delpy, Ellen Burstyn und Greta Gerwig.

4. August:
"Ghostbusters" (3D):
Mehr als 30 Jahre, nachdem Bill Murray, Dan Aykroyd, Harold Ramis und Rick Moranis unter der Regie von Ivan Reitman als nerdige, aber unerschrockene Geisterjäger die globalen Kinos eroberten (gefolgt von einem zweiten Teil 1989), folgt das wohl unvermeidliche Reboot. Dabei hatte Dan Aykroyd über viele Jahre hinweg versucht, eine "richtige" Fortsetzung zu realisieren, in der die alten Recken gewissermaßen den Staffelstab an eine jüngere Generation übergeben würden. Das scheiterte zunächst vor allem am Widerstand Murrays, dann beendete Moranis seine Karriere – und nach dem Tod von Harold Ramis alias Dr. Egon Spengler vor zwei Jahren waren jegliche Sequel-Chancen natürlich endgültig dahin. Stattdessen gibt es nun also einen Neuanfang, der vor allem ob der Entscheidung für Schlagzeilen sorgte, das Team dieses Mal komplett weiblich zu gestalten. Seit das bekannt wurde, herrscht vor allem im Internet helle Aufregung – manche lehnen die "Feminisierung" des Franchises rundweg ab, was natürlich (berechtigte) Sexismus-Kritik aufkommen ließ, andere störten sich eher an der Auswahl der Darstellerinnen und später am derben, an Adam Sandler-Filme erinnernden Humor des ersten Trailers. Man kann jedenfalls mit Fug und Recht behaupten, daß "Ghostbusters" einer der meistdiskutierten Filme des Jahres ist – und wenn die alte Weisheit stimmt, wonach es keine schlechte PR gibt, dann müßte uns ein Mega-Blockbuster ins Haus stehen … Hoffnungsvoll darf jedenfalls stimmen, daß der neue Regisseur und Co-Drehbuch-Autor Paul Feig sich in den letzten Jahren mit "Brautalarm", "Taffe Mädels" und "Spy" als sehr solider Comedy-Spezialist bewiesen hat, der auch besagten derberen Humor häufig erstaunlich sympathisch rüberbringt. Gleiches gilt erst Recht für Melissa McCarthy, die neben den drei (Ex-)"Saturday Night Live"-Komikerinnen Kristen Wiig, Leslie Jones und Kate McKinnon das brandneue Geisterjäger-Team bildet – dessen Rezeptionist übrigens von Chris "Thor" Hemsworth verkörpert wird. Ein Trost für Nostalgiker dürfte auf jeden Fall sein, daß bis auf Ramis und Moranis die Hauptdarsteller des Originalfilms Gastauftritte haben – selbst der so lange skeptische Bill Murray ließ sich dazu überreden.


"Collide":
In Eran Creevys ("Welcome to the Punch") Actionthriller gerät der US-Rucksacktourist Casey (Nicholas Hoult, "Mad Max: Fury Road") in Deutschland auf die schiefe Bahn, als er sich für die Rettung seiner Freundin (die kommende "Star Wars: Rogue One"-Heldin Felicity Jones) mit zwei gerissenen Gangstern (Anthony Hopkins und Ben Kingsley) einläßt. Daß der Film den Arbeitstitel "Autobahn" trug, läßt erahnen, daß wir uns auf etliche rasante Verfolgungsjagden ohne Geschwindigkeitsbegrenzung freuen dürfen …

"Lights Out":
Der schwedische Regisseur David F. Sandberg (der 2015 mit seiner auch schon bei Arte gezeigten herrlichen 30-minütigen 1980er Jahre-Hommage "Kung Fury" für Furore sorgte, die übrigens völlig legal auf der Film-Homepage angesehen werden kann) adaptiert in seinem Langfilmdebüt seinen eigenen, gleichnamigen Horror-Kurzfilm aus dem Jahr 2013. Und wenn man den ersten Kritiken glauben darf, dann macht er das sehr gut – dabei klingt die Story von einer jungen Frau (Teresa Palmer, "Warm Bodies"), die mit ihrem jüngeren Bruder von einer unheimlichen Kreatur verfolgt wird, die nur zu sehen ist, wenn es dunkel ist, nicht sonderlich originell. Aber letztlich kommt es halt doch immer darauf an, was man daraus macht.

"Maggies Plan":
In der positiv rezensierten Independent-Komödie von Rebecca Miller ("Pippa Lee") spielt Greta Gerwig die Mittdreißigerin Maggie, die trotz notorischen Beziehungspechs unbedingt ein Baby will. Eigentlich will die New Yorkerin das durch eine Samenspende erreichen, doch dann lernt sie einen charmanten Professor John (Ethan Hawke) kennen, der unglücklich mit der brillanten Georgette (Julianne Moore) verheiratet ist und Maggie deutliche Avancen macht …

"Julieta":
Spaniens Regieexzentriker Pedro Almodóvar begibt sich mit seinem neuen Film mal wieder in dramatische Gefilde, was bei der Weltpremiere in Cannes allerdings nicht allzu gut ankam. Er erzählt von Julieta (Emma Suárez), deren Beziehung zu ihrer Tochter Antía (Blanca Parés) nach dem frühen Tod ihres Mannes immer schlechter wurde. Als sie von Antía, die an ihrem 18. Geburtstag grußlos auszog und sich seither jahrelang nicht meldete, eine Nachricht erhält, macht sich Julieta auf die Suche, wobei sie auch auf die eigene Vergangenheit zurückblickt, die Erklärungsansätze für das schwierige Verhältnis zwischen Mutter und Tochter liefert.

"La Isla minima – Mörderland":
Der spanische Thriller von Alberto Rodrígeuz ist zwar schon zwei Jahre alt, aber wohl dennoch sehenswert – jedenfalls gewann er bei den spanischen Filmpreis satte zehn Goyas! Erzählt wird die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Polizisten auf der Jagd nach einem Serien-Frauenmörder im spanischen Süden des Jahres 1980.

11. August:
Neun Jahre nach seinem bislang letzten Einsatz als Ex-Geheimagent mit Gedächtnisverlust in "Das Bourne Ultimatum" und vier Jahre nach Jeremy Renners Zwischenspiel im Spin-Off "Das Bourne Vermächtnis" kehrt Matt Damon in jener Rolle zurück, die dem bis dahin doch recht behäbig gewordenen Genre einen kräftigen Adrenalinschub versetzte: Jason Bourne. Nur daß Bourne inzwischen sein Gedächtnis wiedergewonnen hat, woraus sich für ihn allerdings neue unbeantwortete Fragen ergeben haben. So trifft es sich nicht schlecht, daß seine alte Kollegin Nicky (Julia Stiles) auftaucht, um ihn vor einem neuen CIA-Projekt zu warnen. Während außer Damon und Stiles – soweit bekannt – leider keine alten Bekannten aus den vorherigen Filmen mehr auftauchen werden, gibt es mit den OSCAR-Gewinnern Alicia Vikander ("Ex Machina") und Tommy Lee Jones hochkarätige Verstärkung, Regie führt erneut Paul Greengrass – was für Damon die Voraussetzung für seine Zusage war.

"Teenage Mutant Ninja Turtles 2: Out of the Shadows" (3D):
Bis vor wenigen Wochen gab es nicht wenige Branchenkenner, die der Ansicht waren, ein Film über die vier mutierten Ninja-Schildkröten Raphael, Michelangelo, Donatello und Leonardo im Kampf gegen das Böse würde immer ein Selbstläufer an den Kinokassen sein – einfach, weil das Konzept unter Kindern stets begeisterte Anhänger finden würde. Nun, ganz falsch ist die Annahme vermutlich nicht, dennoch scheint das Kernpublikum begrenzt zu sein – jedenfalls spielte der zweite Teil des von Michael Bay produzierten Reihen-Reboots in den USA zum Start kaum mehr als die Hälfte dessen ein, was der Vorgänger erreichte. Da die Kritiken ähnlich mies wie beim ersten Teil ausfielen, dürfte das Erfolgspotential auch in Deutschland limitiert sein.

"Genius – Die tausend Seiten einer Freundschaft":
In der Theorie hätte das Kinodebüt des renommierten britischen Theater-Regisseurs Michael Grandage das Zeug zum OSCAR-Anwärter gehabt: Ein Biopic über die Freundschaft des in der Branche legendären Lektors Max Perkins zu Autoren von Weltrang wie Ernest Hemingway, F. Scott Fitzgerald und Thomas Wolfe, glänzend besetzt mit Colin Firth (Perkins), Nicole Kidman, Jude Law, Guy Pearce und Laura Linney – was sollte da schiefgehen? Tja, den US-Kritikern zufolge ging leider doch einiges schief, vor allem die dröge und emotionsarme Inszenierung und eine zu schablonenhafte Figurenzeichnung werden in den meist arg mittelmäßig ausgefallenen Rezensionen bemängelt.

"Schweinskopf al dente":
Nach "Dampfnudelblues" und "Winterkartoffelknödel" kommt mit "Schweinskopf al dente" der dritte Teil der beliebten bayerischen Krimi-Reihe (die ersten beiden Filme erreichten je eine gute halbe Million Zuschauer) nach den Romanen von Rita Falk über Polizeihauptmeister Eberhofer (Sebastian Bezzel) in die Kinos. Diesmal leidet Eberhofer unter Liebeskummer, der sich auch nicht bessert, als sein Chef ihn kurzerhand als eine Art Leibwächter engagiert, nachdem er in seinem Bett ganz nach  "Der Pate"-Art einen abgetrennten Schweinskopf gefunden hat …

"Barbershop: The Next Cut":
Auch der dritte Teil der afroamerikanischen Komödienreihe mit Ice Cube hat reichlich Kritikerlob erfahren, konnte in den USA jedoch nicht ganz an den kommerziellen Erfolg der ersten beiden Teile heranreichen – möglicherweise sind die einfach doch schon ein bißchen zu lange her (2002 und 2004). Hierzulande lief die Reihe allerdings sowieso seit jeher fast unter Ausschluß der Öffentlichkeit (2000 Zuschauer für Teil 1, 200 (!) für Teil 2), insofern könnte der neue Film durchaus der "erfolgreichste" werden ...

"The Last: Naruto the Movie":
Mangafans werden sich darüber freuen, daß der zehnte Teil der langlebigen, in Japan extrem erfolgreichen und auf der gleichnamigen TV-Serie aufbauenden "Naruto"-Reihe auch hierzulande ins Kino kommt – wenngleich vermutlich sehr limitiert.

18. August:
Nachdem "Batman v Superman: Dawn of Justice" den hohen Erwartungen weder inhaltlich noch kommerziell standhalten konnte, hofft DC Comics auf schnelle Wiedergutmachung mit dem schrägen Ensemble-Abenteuer "Suicide Squad". Das Besondere an dem von Actionspezialist David Ayer ("Herz aus Stahl") in Szene gesetzten Werk: Im Mittelpunkt stehen Superschurken, denen eine Verkürzung ihrer Haftzeit versprochen wird, wenn sie im Auftrag einer geheimen Regierungsorganisation hochgefährliche Aufträge ausführen – Selbstmordmissionen quasi. Die Trailer versprechen einen temporeichen Sommerspaß, der mit einem bärtigen Will Smith (als Deadshot), Margot Robbie (Harley Quinn) und Jared Leto (Joker, nicht Teil des Suicide Squad) stark besetzt ist. Zumindest einen Gastauftritt wird auch Ben Affleck als Batman haben.

"Antonio, ihm schmeckt's nicht!":
In der von "7 Zwerge"-Regisseur Sven Unterwaldt Jr. inszenierten Fortsetzung des 2009er-Hits "Maria, ihm schmeckt's nicht!" (mehr als 1,3 Millionen Kinogänger) will das deutsch-italienische Ehepaar Jan (Christian Ulmen) und Sara (Mina Tander) kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes noch schnell die jahrelang aufgeschobenen Flitterwochen in New York nachholen. Womit sie nicht gerechnet hatten: Saras extrovertierter Vater Antonio (Alessandro Bressanello) kommt ohne jede Vorwarnung ebenfalls mit…

"Conni & Co":
Kinoadaption der beliebten "Conni"-Kinderbuch-Reihe mit Emma Schweiger ("Keinohrhasen") als zwölfjähriger Titelfigur. Regie führt Franziska Buch ("Emil und die Detektive"), die bereits im Dreh befindliche Fortsetzung wird Emmas Vater Til Schweiger inszenieren (der im ersten Teil auch schon als Darsteller dabei ist).

"Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück":
Der Titel klingt nach einer weiteren Comic-Superheldenverfilmung, es ist jedoch keine: Viggo Mortensen spielt in Matt Ross' in Cannes überwiegend positiv aufgenommener Tragikomödie den Familienvater Ben, der seinen sechs Kindern abgeschottet in den Wäldern beibringen will, autark zu leben. Als die Mutter stirbt, muß Ben zur Erfüllung ihres letzten Wunsches erstmals seit Jahren zurück in die Zivilisation – für seine Kinder ist es gar die allererste Begegnung mit anderen Menschen …

"Alles was kommt":
In dem französischen Selbstfindungs-Drama von Mia Hansen-Løve ("Eden") verkörpert Isabelle Huppert die gutbürgerliche Philosophie-Dozentin Nathalie, die mit etlichen Schicksalsschlägen hintereinander zurechtkommen muß – darin aber auch eine Chance erkennt. Bei der Berlinale erhielt Hansen-Løve für ihren vielgelobten Film von der Jury den Regiepreis zuerkannt.

25. August:
Mit einem weltweiten Einspielergebnis von $350 Mio. (bei einem Budget von $75 Mio.) war der erste Film über eine Gruppe von Showmagiern, die ihre Fähigkeiten zur Verschleierung eines raffinierten Raubzuges nutzen, einer der größten Überraschungserfolge des Kinojahres 2013. Zwar fiel der Film bei der Kritik als klassisches Exempel für die Devise "Style over Substance" durch, das Publikum ließ sich vom mangelnden Tiefgang aber kaum stören – zu unterhaltsam war das Ganze dargeboten, zudem mit einer exzellenten Besetzung (Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Isla Fisher, Dave Franco, Mark Ruffalo, Michael Caine, Morgan Freeman, Mélanie Laurent). Von daher spricht viel dafür, daß auch die Fortsetzung ein Hit wird, schließlich sind vor der Kamera die meisten Personen an Bord geblieben (die Regie wechselte dagegen von Louis Leterrier zu Jon M. Chu) – abgesehen von Fisher, die als einziges weibliches Mitglied der "vier Reiter" aufgrund einer Schwangerschaft durch Lizzy Caplan (TV-Serie "Masters of Sex") ersetzt wurde. Und als prominenten Neuzugang kann man auch noch den wohl berühmtesten Zauberlehrling aller Zeiten präsentieren: Daniel "Harry Potter" Radcliffe! Das sollte doch reichen, um die Pechsträhne von Hollywood-Fortsetzungen in diesem Jahr ("Alice im Wunderland 2", "Teenage Mutant Ninja Turtles 2", "The Huntsman & The Ice Queen", "Bad Neighbors 2") zu durchbrechen – oder?

"Elliot, der Drache" (3D):
Bekanntlich unterzieht Disney ja schon seit einigen Jahren so ziemlich jeden Zeichentrickfilm aus dem eigenen Fundus der Live Action-Remake-Behandlung, was zuletzt bei "Cinderella" und "The Jungle Book" ausgezeichnet gelang. Zu den zumindest außerhalb der USA nicht ganz so bekannten Vorlagen zählt "Elliot, das Schmunzelmonster" aus dem Jahr 1977, weshalb sich die Frage stellt, ob auch dieses Remake funktionieren kann, zumal die Story sich noch stärker an Kinder richtet als bei den meisten Disney-Filmen: Der sechsjährige Pete wohnt seit dem Unfalltod seiner Eltern im Wald, wo er von der Försterin Grace (Bryce Dallas Howard, "Jurassic World") und ihrem Vater (Robert Redford) gefunden wird. Allerdings besteht Pete darauf, daß er gar nicht alleine ist, da der schusselige Drache Elliot sein Freund ist – den außer ihm aber niemand sehen kann … Regie führte der noch relativ unerfahrene David Lowery ("The Saints"), der für Disney übrigens auch die nächste "Peter Pan"-Neuverfilmung übernehmen soll.

"The Shallows – Gefahr aus der Tiefe":
Blake Lively ("Savages") steht im Mittelpunkt dieses kurzen, aber von der Kritik wohlwollend aufgenommenen Horrorfilms des Genrespezialisten Jaume Collet-Serra ("Orphan", "Non-Stop"): Sie spielt die passionierte Surferin Nancy, die eines Tages nahe eines abgelegenen Strandes von einem riesigen Weißen Hai attackiert wird. Gerade noch kann sie sich auf einen kleinen Felsen retten, den Strand in Sichtweite und doch unerreichbar. Denn der Hai denkt gar nicht daran, seine Beute so leicht entkommen zu lassen …

"The Mechanic 2 – Resurrection":
In der unerwarteten Fortsetzung des nur halbwegs erfolgreichen Actionfilms mit Jason Statham (ein loses Remake des Charles Bronson-Klassikers "Kalter Hauch") wird der Ex-Auftragskiller Arthur Bishop zurück in die Welt der Kriminalität gezogen, als seine Freundin Gina (Jessica Alba) entführt wird. Auf diese Weise soll Arthur dazu gezwungen werden, drei hochriskante Mordaufträge auszuführen. Mit dabei sind auch Tommy Lee Jones und "Tiger & Dragon"-Star Michelle Yeoh.

"Mother's Day – Liebe ist kein Kinderspiel":
Regisseur Garry Marshall ist so etwas wie der ungekrönte Feiertags-König von Hollywood: Nachdem seine stark besetzte Ensemble-Komödie "Valentinstag" trotz mittelmäßiger Kritiken 2010 ein großer Hit wurde, durfte er bereits ein Jahr später mit "Happy New Year" nachlegen. Daß dieser Film deutlich unter den Erwartungen blieb, hielt die Produzenten nicht davon ab, Marshall nun einen Muttertags-Film drehen zu lassen – wiederum episodisch aufgebaut, aber nur noch in der Spitze gut besetzt (Julia Roberts, Jennifer Aniston, Kate Hudson) und an den US-Kinokassen ziemlich heftig gescheitert. Die miesen Kritiken haben sicher nicht geholfen.


Das war also der zweite Teil meiner großen Sommer-Kinovorschau. Im Herbst geht es dann mit einigen Sommernachzüglern und auch schon wieder den ersten OSCAR-Anwärtern weiter ...

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