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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Freitag, 15. April 2016

TV-Tips fürs Wochenende 15/2016

Samstag, 16. April:
ZDF Neo, 20.15 Uhr: "Bank Job" (2008)
Normalerweise ist Jason Statham ja für krachende Actionfilme bekannt; Roger Donaldsons ("Thirteen Days") "Bank Job" ist jedoch anders, und zwar nicht nur, weil er im Gegensatz zu den meisten Statham-Filmen richtig gute Kritiken erhielt. Zwar gibt es auch hier einige Szenen, in denen es rund geht, im Kern handelt es sich aber um eine Mischung aus klassischem 1970er Jahre-Thriller und Heistfilm, der eine sehr interessante Note durch eine spekulative - aber laut Produzenten großteils wahre! - Verschwörungsstory auf Grundlage realer Gerüchte über einen Skandal in der britischen "Royal Family" erhält. Um konkret zu werden: Es geht um einen Banküberfall, der 1971 in London verübt und zumindest öffentlich niemals abschließend aufgeklärt wurde - laut Film deshalb, weil die Bankräuber (darunter Stathams Figur) aus den Schließfächern der Bank nicht lediglich Geld und Schmuck entwendeten, sondern auch pikante Fotos von Prinzessin Margaret ...

Servus TV, 20.15 Uhr: "Mud - Kein Ausweg" (2012)
Siehe meine Empfehlung von Mitte September für das atmosphärische Südstaaten-Coming of Age-Abenteuer mit Matthew McConaughey und Reese Witherspoon.

SAT. 1, 22.30 Uhr: "Mörderischer Vorsprung" (1988)
In Roger Spottiswoodes spannendem und actionreichem Bergsteiger-Thriller flüchtet sich ein Diamantenräuber als Mitglied einer nichtsahnenden Bergsteigergruppe in die Berge; an seine Fersen heften sich ein FBI-Agent (Sidney Poitier) und sein Bergführer (Tom Berenger).

ZDF, 1.00 Uhr: "Gefährliche Brandung" (1991)
Nachdem erst vor wenigen Monaten das Extremsport-Remake "Point Break" erwartungsgemäß floppte, kann man ja durchaus mal das Original anschauen: Kathryn Bigelows Action-Thriller über einen Undercover-FBI-Agent (Keanu Reeves) bei einer (von Patrick Swayze angeführten) Surferbande, die in Präsidenten-Masken Banken überfällt, ist zwar kein Meisterwerk, weiß aber durchaus gut zu unterhalten.

ARD, 1.25 Uhr: "Cotton Club" (1984)
Siehe meinen TV-Tip von Anfang November zum Jazz-Gangsterfilm von Francis Ford Coppola.

RTL II, 2.50 Uhr (Startzeit wegen kurzfristiger Programmänderung von 3.35 Uhr vorgezogen): "Goon" (2011)
Eine überraschend witzige Eishockey-Komödie mit "American Pie"-Star Seann William Scott.

Außerdem:
Jack and the Giants (nette Big Budget-Version des Märchens von Hans und der Bohnenranke, stark besetzt mit Nicholas Hoult, Ewan McGregor und Stanley Tucci; 20.15 Uhr bei SAT. 1)

Sonntag, 17. April:
Pro 7, 20.15 Uhr: "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" (2014)
Free-TV-Premiere der extrem erfolgreichen und hochgelobten Adaption des Bestsellers von John Green über zwei todkranke Teenager (die Jungstars Shailene Woodley und Ansel Elgort), die durch ihre Gefühle zueinander wieder Hoffnung schöpfen.

Tele 5, 20.15 Uhr: "Der Mann, der zu viel wußte" (1956)
In Alfred Hitchcocks Remake seines eigenen Frühwerks von 1934 gerät eine US-Familie im Marokko-Urlaub unverhofft in eine internationale Verschwörung. Eine klassische Hitchcock-Prämisse also, die wie so oft extrem unterhaltsam und spannend umgesetzt ist und auch mit der Besetzung punktet: James Stewart verkörpert den typischen Jedermann, der durch eine Verkettung höchst unglücklicher Umstände den Helden in sich entdecken muß, Doris Day agiert gewohnt sympathisch als seine loyale Frau (und schuf einen Evergreen mit dem von ihr vorgetragenen, OSCAR-prämierten Filmsong "Que sera, sera").

Arte, 20.15 Uhr: "Das Geisterhaus" (1993)
Bille Augusts schwelgerische Adaption des Romans von Isabel Allende zählt zu den Highlights des europäischen Kinos der 1990er Jahre. Erzählt wird die sehr wechselhafte Geschichte der chilenischen Familie Trueba von den 1920er bis zu den 1970er Jahren, glänzend besetzt mit Meryl Streep, Glenn Close, Jeremy Irons, Antonio Banderas, Winona Ryder, Vanessa Redgrave und Armin Mueller-Stahl.

3sat, 21.45 Uhr: "Lars und die Frauen" (2007)
Eine sehr sympathische, ziemlich skurrile Independent-Tragikomödie über einen schüchternen jungen Mann (glänzend: Ryan Gosling), der sich zum Entsetzen von Freunden und Verwandten in eine lebensechte Gummipuppe verliebt ... Für das einfühlsame Drehbuch, das sich über seinen Protagonisten nie lustig macht, sondern seine merkwürdige Obsession mit viel Mitgefühl betrachtet, gab es eine verdiente OSCAR-Nominierung.

ARD, 23.35 Uhr: "The Visitor - Ein Sommer in New York" (2007)
Free-TV-Premiere des wunderbaren zweiten Films des "Spotlight"-Regisseurs Tom McCarthy, in dem ein verwitweter Uni-Professor (OSCAR-Nominierung für Richard Jenkins) bei einem Besuch in seiner selten genutzten New Yorker Wohnung feststellen muß, daß diese von einem illegalen Einwanderer-Paar bewohnt wird, das von einem Betrüger hereingelegt wurde. Aus Mitgefühl bietet er den jungen Leuten an, vorerst zu bleiben - und schon bald wird er von deren Lebensfreude angesteckt. Doch dann wird Tarek verhaftet und soll abgeschoben werden ...

3sat, 1.05 Uhr: "Nachtblende" (1975)
Einer der Skandalfilme der 1970er Jahre stammt (für Kenner der Materie: wenig überraschend) vom polnischen Enfant terrible Andrzej Zulawski ("Meine Nächte sind schöner als deine Tage"), der für die Hauptrolle seines intensiven Beziehungsdramas keine geringere als Romy Schneider gewinnen konnte. Sie zeigt eine Glanzleistung als verheiratete Softporno-Darstellerin, die sich in einen Photographen verliebt, der sich Geld bei der Mafia leiht, um ihre Schauspielkarriere anzuschieben. Nein, das kann nicht gut gehen. Die Sache mit dem "Skandalfilm" ist übrigens natürlich aus heutiger Sicht kaum nachvollziehbar, da es sich letztlich "nur" um ein ernstes, recht sperriges Psychogramm einer zum Scheitern verurteilten Liebe handelt - anders als etwa drei Jahre zuvor bei Bertoluccis "Der letzte Tango von Paris" gibt es noch nicht mal exzessive Sexszenen ...

Kabel Eins, 2.10 Uhr: "Charlie staubt Millionen ab" (1969)
Im Jahr 2003 war die Gaunerkomödie "The Italian Job" mit Mark Wahlberg und Charlize Theron ein großer Kinoerfolg. Weniger bekannt ist, daß es sich um ein Remake dieses britischen Films mit Sir Michael Caine handelte, der zwar deutlich gemächlicher inszeniert, aber ebenfalls sehenswert ist (wenngleich mir das Remake besser gefiel).

3sat, 2.55 Uhr: "Deadlock" (1970)
Als der italienische Spaghetti-Western die europäischen Kinoleinwände beherrschte, wagten sich auch deutsche Filmemacher gelegentlich an das Genre. Zu den gelungensten Versuchen zählt definitiv Roland Klicks "Deadlock", eine Mischung aus Spätwestern und Gangsterfilm, in der in einer fast verlassenen ehemaligen Minensiedlung deren Aufseher Charles (Mario Adorf) einen schwer verwundeten jungen Mann findet, der einen Koffer voller Geld bei sich hat. Charles will das Geld für sich - da ist er allerdings nicht der einzige ... Bekanntheit erlangte "Deadlock" übrigens nicht nur als ein richtig gutes B-Movie, sondern ebenso wegen des stimmungsvollen Soundtracks der Band Can, dessen experimenteller Stil wunderbar zum leicht psychedelischen Film paßt.

Außerdem:
Das Bourne Vermächtnis (der erste Film der Spionage-Thriller-Reihe mit Jeremy Renner statt Matt Damon beginnt stark, läßt in der zweiten Hälfte aber leider ebenso stark nach; 20.15 Uhr bei RTL)
Snowpiercer (Free-TV-Premiere des höchst unkonventionellen, fast komplett in einem riesigen Zug spielenden Arthouse-Endzeitfilms, der mit starker Besetzung - Chris Evans, Tilda Swinton, John Hurt, Ed Harris - eine wenig glaubwürdige, aber sehr unterhaltsame gesellschaftskritische Handlung erzählt; 22.45 Uhr bei Pro 7)

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