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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Dienstag, 27. Oktober 2015

Neues aus Hollywood (43/2015)

Heute mit drei zukünftigen Filmen:

  • Ein anhaltend großes Thema in Hollywood ist die Frage der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau innerhalb der Branche. Meistens geht es dabei um die mitunter eklantanten Gehaltsunterschiede, die vor allem durch den letztjährigen Sony-Hack mit der anschließenden illegalen Veröffentlichung interner Unterlagen im Internet befeuert wurde und u.a. bei der OSCAR-Verleihung offensiv angesprochen wurde. Ein anderer wichtiger Punkt ist die Tatsache, daß die Anzahl der männlichen Regisseure, Autoren, Kameraleute oder Komponisten die der weiblichen immer noch um ein Vielfaches übersteigt – weshalb in Deutschland etwa im Rahmen der Berlinale intensiv und kontrovers über eine Frauenquote debattiert wurde. Eine der wenigen Regisseurinnen, die sich einen zumindest soliden Mittelfeldplatz in einer fiktiven Filmemacher-Rangliste erarbeitet hat, ist die Neuseeländerin Niki Caro. Mit ihrem bewegenden Maori-Coming of Age-Drama "Whale Rider" (das im Jahr 2003 der umwerfenden Hauptdarstellerin Keisha Castle-Hughes im zarten Alter von 12 Jahren eine OSCAR-Nominierung einbrachte – die sie seitdem leider nicht wirklich bestätigen konnte) schaffte sie den Sprung nach Hollywood, wo sie zwar zunächst mit dem Sozialdrama "Kaltes Land" mit Charlize Theron trotz guter Kritiken einen kommerziellen Mißerfolg hinnehmen mußte, dieses Jahr mit dem überraschend erfolgreichen Läufer-Drama "Mc Farland, USA" mit Kevin Costner aber ein sehr überzeugendes Comeback schaffte. Entsprechend schnell gelang die Finanzierung ihres nächsten Projektes, der wahren Geschichte des Warschauer Zoodirektors und seiner Frau, die während des Zweiten Weltkrieges hunderte polnische Juden vor den Nazis retteten. "The Zookeeper's Wife" basiert auf einem Sachbuch von Diane Ackerman, das auf den Memoiren von Antonina Zabinska aufbaut. Jessica Chastain ("Crimson Peak") wird Zabinska verkörpern, der Belgier Johan Heldenbergh ("The Broken Circle", ab 3. Dezember mit Jaco van Dormaels bitterböser Religionssatire "Das brandneue Testament" in den deutschen Kinos vertreten) ihren Ehemann Dr. Jan Zabinski. Zudem wird Daniel Brühl ("Rush") den zum deutschen Chef-Zoologen ernannten Lutz Heck spielen, zu dessen Aufgaben die Überwachung der Arbeit des Warschauer Zoodirektors zählt. Das Drehbuch zu "The Zookeeper's Wife" stammt von Angela Workman ("Der Seidenfächer"). Die Dreharbeiten in der Tschechischen Republik haben letzte Woche begonnen, womit mit einem (US)-Kinostart in der zweiten Jahreshälfte 2016 zu rechnen ist.

  • Anders als Niki Caro gelang ihrem britischen Kollegen Edgar Wright ("Shaun of the Dead") der Sprung nach Hollywood (noch?) nicht, sein Engagement als Regisseur von "Ant-Man" endete mit einer vorzeitigen Trennung wegen der obligatorischen "kreativen Differenzen". Folgerichtig dreht Wright nun wieder in seiner Heimat, wobei als Nächstes der von ihm ersonnene und ziemlich bunte Genre-Mischmasch "Baby Driver" ansteht, der Actionfilm, Thriller und Komödie vermengen soll, wobei auch Musik eine wichtige Rolle spielt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein junger Fluchtwagenfahrer, der aufgrund seines jugendlichen Aussehens von allen "Baby" genannt wird. Als ein Bankraub, für dessen Flucht er angeheuert wurde, schiefgeht, gerät Baby in das Visier gleich mehrerer Parteien, die ihm ans Leder wollen. Jungstar Ansel Elgort ("Das Schicksal ist ein mieser Verräter") konnte die Titelrolle ergattern, während Lily James ("Cinderella") als Hauptdarstellerin agiert. Weitere Rollen gingen an Jamie Foxx ("Collateral") und "Mad Men"-Star Jon Hamm. Die Dreharbeiten zu "Baby Driver" sollen noch 2015 beginnen, der deutsche Kinostart wurde bereits auf den 16. März 2017 festgesetzt.

  • Auch der Starttermin des zweiten "Jack Reacher"-Actionfilms mit Tom Cruise steht bereits fest, in Deutschland ist dies der 3. November 2016 (in den USA läuft er zwei Wochen früher an). Nach der eher mittelmäßig erfolgreichen ersten Verfilmung der Romane von Lee Child war lange unsicher, ob es überhaupt eine Fortsetzung geben würde, doch letztlich konnte sich Hauptdarsteller und Co-Produzent Tom Cruise durchsetzen, der die Rolle des (in den Büchern) hünenhaften Ex-Militärpolizisten noch nicht so schnell aufgeben wollte. Mit Edward Zwick ("Last Samurai", "Blood Diamond") konnte er einen ebenso erfahrenen wie talentierten Regisseur anheuern, der das Zepter von Christopher McQuarrie übernimmt. Auch das Drehbuch stammt bei "Jack Reacher: Never Go Back" (die Buchvorlage erschien vor zwei Jahren auch auf Deutsch unter diesem Titel) nicht mehr von McQuarrie; stattdessen verfaßte Richard Wenk ("The Equalizer") einen ersten Entwurf, der später von Marshall Herskovitz ("Last Samurai") und Zwick überarbeitet wurde. Diesmal wird Reacher selbst zum Verdächtigen in einem 16 Jahre alten Mordfall in seiner ehemaligen Militärbasis in Virginia. Abgesehen von Cruise setzt "Never Go Back" auf keine großen Stars vor der Kamera; die namhaftesten Darsteller sind noch die vorwiegend aus TV-Serien bekannten Cobie Smulders ("How I Met Your Mother"), Aldis Hodge ("Leverage") und Holt McCallany ("Lights Out"), selbst der auf den Rufnamen "The Hunter" hörende Bösewicht der Geschichte hat in Patrick Heusinger ("Frances Ha") eine weitestgehend unbekannte Besetzung gefunden. Aber vielleicht ist das ja ein Zeichen dafür, daß Cruise und Zwick ganz auf die Kraft der Handlung und der Charaktere vertrauen und deshalb lieber möglichst paßgenau als kassenträchtig gecastet haben. Die Dreharbeiten in New Orleans haben bereits begonnen, womit der anvisierte Kinostart in einem Jahr relativ problemlos zu schaffen sein sollte.

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