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Montag, 3. November 2014

Neues aus Hollywood (44/2014): Marvel-Special

Eigentlich war es zu erwarten: Nur zwei Wochen, nachdem DC Comics im Verbund mit dem Hollywood-Studio Warner Bros. die Superhelden-Film-Planung bis 2019 veröffentlicht hat, folgt der große Comic-Konkurrent Marvel mit seinen eigenen Plänen:

Bekannt war ja bereits, daß am 30. April 2015 mit Joss Whedons "The Avengers 2: Age of Ultron" der krönende Abschluß der zweiten Phase des "Marvel Cinematic Universe" ins Haus steht; am 23. Juli folgt mit Paul Rudd als "Ant-Man" unter der Regie von Peyton Reed ("Down with Love") die Einführung eines weiteren Superhelden. Was ab dem Jahr 2016 ansteht, war zwar teilweise auch schon in groben Zügen bekannt, wurde aber nun offiziell festgezurrt.
Ein absolutes Highlight, das direkt aus den Ereignissen von "The Avengers 2" resultieren soll, verspricht der dritte "Captain America"-Film mit dem Untertitel "Civil War" zu werden, der am 5. Mai 2016 die deutschen Kinos entern wird. Darin wird eine epische Storyline der Comic-Vorlage aufgegriffen, in der die eigentlichen Freunde oder zumindest (in den Filmen) Kampfkameraden gegen das Böse Steve Rogers aka Captain America und Tony Stark aka Iron Man entzweit werden und nun gegeneinander antreten – natürlich jeweils unter Mithilfe tatkräftiger Freunde. Die Regie übernehmen erneut Anthony und Joe Russo, unter deren Leitung "Captain America 2: The Return of the First Avenger" unerwartete Höhenflüge sowohl beim kommerziellen Erfolg als auch in Sachen Kritiker-Anerkennung antrat. Auch beim Drehbuch bleibt dank des Duos Christopher Markus und Stephen McFeely die Kontinuität gewahrt. Inhaltliche Informationen gibt es logischerweise noch fast keine, da diese gezwungenermaßen Spoiler für "The Avengers 2" darstellen würden.
Diese Gefahr ist beim nächsten Marvel-Projekt deutlich geringer, denn mit "Doctor Strange" wird am 4. November 2016 (US-Starttermin; der deutsche wurde noch nicht festgelegt, sollte aber mehr oder weniger identisch sein) noch ein neuer Superheld die Bühne betreten. Obwohl es noch nicht offiziell bestätigt wurde, gilt es als sicher, daß Benedict "Sherlock" Cumberbatch den "Sorcerer Supreme" spielen wird, der übrigens in "Captain America 2" bereits erwähnt wurde. Für die Regie wurde der horrorerfahrene Scott Derrickson ("Der Exorzismus von Emily Rose", "Sinister", "Erlöse uns von dem Bösen") verpflichtet, was – wie fast alles bei Marvel – kaum ohne Hintergedanken geschah. Denn die Geschichte des brillanten Neurochirurgen, der im Himalaya Magie erlernt und schließlich zum obersten Verteidiger der Erde gegen magische oder mystische Bedrohungen wird, soll einen deutlich düstereren, surrealeren Grundton haben als die übrigen Marvel-Filme. Am Drehbuch sitzt Jon Spaihts ("Prometheus"), der aktuell einen ersten Entwurf von Joshua Oppenheimer und Thomas Dean Donnelly ("Sahara") überarbeitet.
Für das Jahr 2017 hat Marvel dann sogar drei Filme geplant: Den Auftakt wird Anfang Mai "Guardians of the Galaxy 2" machen, bei dem nach dem gigantischen Erfolg des ersten Teils selbstverständlich James Gunn am Steuer bleiben und neben der Regie auch wieder das Drehbuch übernehmen wird. Ende Juli folgt der dritte "Thor"-Film mit dem verheißungsvollen Untertitel "Ragnarok". Laut Marvel-Chef wird auch "Thor 3" inhaltlich direkt an "The Avengers 2" anschließen, neben Chris Hemsworth als Thor soll auch Fanliebling Tom Hiddleston wieder seine Rolle als Loki übernehmen. Ein Regisseur wurde noch nicht bestimmt, am Skript sitzen Craig Kyle und Christopher Yost; beide schreiben schon seit vielen Jahren für die Marvel-Zeichentrickserien und sind somit Kenner der Materie, Yost hat zudem das Drehbuch für "Thor – The Dark Kingdom" verfaßt. Der letzte Streich des Jahres wird im November "Black Panther". Chadwick Boseman ("42", "Get On Up") hat die Rolle des ersten schwarzen Superhelden der (Mainstream-)Comicgeschichte ergattert. Black Panther alias T'Challa ist König des fiktiven, hochentwickelten afrikanischen Staates Wakanda und verfügt ähnlich wie Iron Man nicht über übernatürliche Fähigkeiten; dafür ist er aber ein brillanter Kämpfer und kann durch bestimmte Kräuter seine Kräfte noch verstärken. Auch für "Black Panther" gibt es noch keinen Regisseur, das Drehbuch schreibt der bisherige Dokumentarfilm-Spezialist Mark Bailey ("Last Days in Vietnam") – einmal mehr eine mutige Personalwahl von Marvel. Seinen ersten Auftritt wird Black Panther übrigens bereits in "Captain America 3" haben.
Doch das ist noch lange nicht alles an neuen Charakteren, die das florierende Marvel Cinematic Universe in Zukunft bevölkern sollen. Für 2018 sind zwei weitere Neulinge eingeplant: "Captain Marvel" und "The Inhumans". Erstgenannter Film soll im Juli die Lichtspielhäuser erobern, und falls der Name jemandem bekannt vorkommt: Ja, auch DC Comics hat einen Film über Captain Marvel angekündigt (für 2019, unter dem Titel "Shazam"), aber das sind tatsächlich zwei verschiedene Figuren. Der offensichtlichste Unterschied ist, daß der Marvel-Captain eine Frau namens Carol Danvers ist (auch als "Ms. Marvel" bekannt), eine Offizierin der US-Luftwaffe, die wie so viele Superhelden durch einen Unfall übernatürliche Kräfte (extrem schnell, extrem stark und so weiter) erwirbt. Personell gibt es zu diesem Film noch überhaupt keine Informationen. Ähnlich sieht es bei "The Inhumans" aus (geplanter Kinostart ist im November 2018), die aber in Newcomer Joe Robert Cole immerhin bereits einen Drehbuch-Autor vorweisen können. Die Inhumans sind eine Gruppe von Außerirdischen, die ihre sehr unterschiedlichen Fähigkeiten für das Gute einsetzen. Man kann wohl davon ausgehen, daß die Bewilligung dieses Projekts eine direkte Folge der Popularität des ersten "Guardians of the Galaxy"-Films ist. Und um zum Abschluß zu kommen: Im Mai 2018 und im Mai 2019 dürfte es so richtig episch werden, denn der dritte "The Avengers"-Film wird zweigeteilt und hört auf den vielversprechenden Untertitel "Infinity War (Part One & Part Two)". Details dazu gibt es selbstverständlich keine, schließlich muß ja erst einmal der zweite Teil in die Kinos kommen ...

Marvel baut sein Erfolgsrezept also konsequent aus und versucht, dem Publikum immer mehr Superhelden schmackhaft zu machen. Darunter müssen sogar ein wenig die etablierten Hulk und Black Widow leiden, die zumindest vorerst keine Solo-Filme erhalten, aber natürlich Teil der Filmreihe bleiben. Gleiches gilt für S.H.I.E.L.D.-Anführer Nick Fury, bei dem es ebenfalls seit Jahren Gerüchte über einen eigenen Film gibt. Es bleibt abzuwarten, ob Marvel seine Erfolgsserie wird fortsetzen können – irgendwann wird sich ein erster Flop kaum vermeiden lassen, aber die generalstabsmäßige, langfristige Planung des so geschickt und aufwendig verzahnten Filmuniversums könnte das noch eine Weile hinauszögern. Zumindest, solange die Qualität der präsentierten Filme weiterhin einigermaßen stimmt.

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