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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Samstag, 23. November 2013

Samstags-Update (47/2013) (aktualisiert)

Der deutsche Kinostartplan der nächsten Monate hat im Januar und Februar ein paar kleinere Verschiebungen zu bieten, so richtig ins Gewicht dürfte allerdings nur die Verschiebung von Sönke Wortmanns Charlotte Roche-Verfilmung "Schoßgebete" fallen, die statt am 2. Januar nun erst Mitte September starten soll:


Box Office-News:
Natürlich ist es ein Stückweit paradox, beim vermutlich achtbesten US-Startwochenende aller Zeiten von einer Enttäuschung zu sprechen, aber im Grunde genommen ist es genau das. Denn eigentlich sprach fast alles dafür, daß "Die Tribute von Panem – Catching Fire" locker das Sensationsdebüt seines Vorgängers "The Hunger Games" ($152,5 Mio.) übertreffen, mit großer Wahrscheinlichkeit sogar einen neuen 2D-Startrekord (bisher: "The Dark Knight Rises" mit $160,9 Mio.) aufstellen würde: Die anhaltende Beliebtheit der Buchreihe von Suzanne Collins und deren erster Verfilmung, der kinofreundliche Starttermin im trüben November ohne größere direkte Konkurrenz, die im Vergleich zu "The Hunger Games" noch einmal deutlich besseren Kritiken (die übrigens berechtigt sind, meine wird am Dienstag folgen). Doch nun sieht es nach den frühen Freitagszahlen (in die zahlreiche Previews vom Donnerstagabend miteingerechnet sind) so aus, als würde es "nur" für einen Wert im Bereich von $140-150 Mio. reichen (wobei ich es nicht für ausgeschlossen halte, daß das Wochenendergebnis letztlich doch noch über $150 Mio. kommt). Damit werden zwar die Produktionskosten nach nur drei Tagen komplett eingespielt sein, dennoch: Es ist (trotz fehlender 3D-Aufpreise) weit weniger als das, was von den allermeisten Branchenbeobachtern erwartet worden war, die überwiegend mit $160-180 Mio. rechneten. Woran es liegt, ist schwer zu beurteilen (der gestrige US-Start der neuen Spielekonsole Xbox One? Oder sind nach dem keineswegs perfekten ersten Teil doch mehr Kinozuschauer abgesprungen als durch die anschließende Heimkinoauswertung dazukamen?), aber die langfristigen Aussichten sind natürlich dennoch gut, zumal die am Starttag befragten Zuschauer im Durchschnitt die sehr gute Cinemascore-Note "A" gaben. Daß das Endergebnis des Vorgängers von gut $400 Mio. übertroffen werden kann, ist also noch absolut möglich, aber eben nicht mehr so wahrscheinlich wie gedacht. Neben "Catching Fire" wagte sich mit der Komödie "Der Lieferheld" (ein Remake des frankokanadischen Hits "Starbuck") mit Vince Vaughn ein weiterer Neustart in die Kinos, der aber mit wahrscheinlich etwas weniger als $10 Mio. am Wochenende ebenfalls (etwas) unter den Erwartungen bleibt. Deutscher Kinostart von "Der Lieferheld" ist bereits am 5. Dezember.
Außerhalb der USA muß sich "Catching Fire" nach den ersten Zahlen wohl keinerlei Sorgen machen. In Brasilien, wo das dystopische Abenteuer exklusiv bereits eine Woche früher zu sehen war, wurde das Startergebnis des Vorgängers mehr als verdoppelt, in Deutschland deuten die Zahlen von Donnerstag und Freitag laut InsideKino nahezu auf eine Verdreifachung hin. Mit deutlich über einer Million Zuschauern bis Sonntag wird "Catching Fire" demnach den zweitbesten Start des Jahres nach "Hangover 3" (knapp 1,3 Mio.) einfahren und damit bereits die Hälfte des Endergebnisses von "The Hunger Games" (der mit knapp 400.000 Besuchern startete und am Ende auf etwa 2,1 Mio. kam) verbuchen können. Eine Goldene Leinwand für drei Millionen Zuschauer sollte damit bereits gesichert sein. Die deutsche Erfolgskomödie "Fack ju Göhte" zeigt sich davon allerdings ziemlich unbeeindruckt und könnte an ihrem dritten Wochenende ein immer noch unglaublich gutes Resultat von einer Dreiviertelmillion Zuschauern erzielen, womit die erste Goldene Leinwand am Sonntag abgehakt sein sollte. Angesichts dieser beiden Schwergewichte tut sich der Rest der Filmmeute natürlich schwer, was vor allem für die verbleibenden Neustarts gilt, von denen lediglich Luc Bessons Actionkomödie "Malavita – The Family" bis Sonntag auf über 50.000 Besucher kommen wird.

Nachtrag vom Sonntag: Wie von mir schon beinahe vermutet, kommt "Catching Fire" am US-Startwochenende nun doch über die $150 Mio.-Marke, und das sogar noch deutlich: Die offizielle Studioschätzung beträgt $161,1 Mio. – das liegt zwar immer noch am unteren Ende der im Vorfeld gehegten Erwartungen, liegt aber immerhin (nicht inflationsbereinigt) deutlich über dem Vorgänger. Sollte sich die Zahl am Montag bestätigen (Abweichungen von bis zu +/- $3 Mio. sind auf diesem Niveau durchaus möglich, nachlesen kann man die finalen Zahlen dann u.a. bei InsideKino), wäre es zudem das viertbeste Startwochenende aller Zeiten (hinter "The Avengers", "Iron Man 3" und "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, Teil 2") und der beste 2D-Start überhaupt. Da scheint die positive Mundpropaganda sich schon innerhalb der ersten drei Tage auszuzahlen ...

Quellen:

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Der Trailer zu Ben Stillers Komödie "Das erstaunliche Leben des Walter Mitty", in der er selbst einen unauffälligen Büroangestellten spielt, der sich aus dem tristen Alltag in exotische Abenteuer hineinträumt (deutscher Kinostart ist an Neujahr):


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