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Montag, 25. Februar 2013

OSCAR-GEWINNER 2013

Die Gewinner der 85. OSCAR-Verleihung:

Bester Film: "Argo"
Darsteller: Daniel Day-Lewis, "Lincoln"
Darstellerin: Jennifer Lawrence, "Silver Linings"
Nebendarsteller: Christoph Waltz, "Django Unchained"
Nebendarstellerin: Anne Hathaway, "Les Misérables"
 
Regie: Ang Lee, "Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger"
Originaldrehbuch: Quentin Tarantino, "Django Unchained"
Adaptiertes Drehbuch: Chris Terrio, "Argo"
 
Animationsfilm: "Merida – Legende der Highlands"
Fremdsprachiger Film: "Liebe", Österreich
Kamera: Claudio Miranda, "Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger"
Schnitt: William Goldenberg, "Argo"
Ausstattung: Rick Carter und Jim Erickson, "Lincoln"
Kostüme: Jacqueline Durran, "Anna Karenina"
Makeup und Hairstyling: Lisa Westcott und Julie Dartnell, "Les Misérables"
Musik: Mychael Danna, "Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger"
Filmsong: "Skyfall" von Adele und Paul Epworth, "Skyfall"
Ton: Andy Nelson, Mark Paterson und Simon Hayes, "Les Misérables"
Tonschnitt: Paul N.J. Ottosson, "Zero Dark Thirty" UND Per Hallberg und Karen M. Baker, "Skyfall"
Visuelle Effekte: Bill Westenhofer, Guillaume Rocheron, Erik De Boer und Donald Elliott, "Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger"
Dokumentarfilm: "Searching for Sugar Man"
Kurz-Dokumentation: "Inocente"
Animations-Kurzfilm: "Paperman"
Kurzfilm: "Curfew"

Die Academy Awards verteilen sich damit in diesem Jahr wie folgt:

"Argo": 3 OSCARs
"Les Misérables": 3 OSCARs
"Lincoln": 2 OSCARs
"Skyfall": 2 OSCARs
"Anna Karenina": 1 OSCAR
"Liebe": 1 OSCAR
"Merida – Legende der Highlands": 1 OSCAR

Daniel Day-Lewis ist der erste Schauspieler in der Geschichte der Academy Awards, der dreimal als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde. "Argo" ist erst der vierte Film in 85 Jahren, der ohne korrespondierende Regie-Nominierung als Bester Film ausgezeichnet wurde. Umgekehrt hat Ang Lee das wohl einmalige Kunststück fertiggebracht, nun zwei Regie-OSCARs (auch für "Brokeback Mountain") ohne korrespondierende "Best Picture"-Siege zu besitzen.

Kommentar:
Die einzige echte Überraschung der OSCAR-Nacht war, daß es zum ersten Mal seit 18 Jahren in einer Kategorie (Tonschnitt) eine Stimmengleichheit und somit zwei Sieger gab – angesichts von über 6000 stimmberechtigten Academy-Mitgliedern wahrlich ein höchst unwahrscheinliches Resultat. Ein Resultat jedoch, mit dem ich sehr zufrieden bin, da auf diese Weise Kathryn Bigelows hervorragender CIA-Thriller "Zero Dark Thirty" um Haaresbreite wenigstens einen Preis gewinnen konnte. Als kleine Überraschungen kann man vielleicht noch Ang Lee (Regie), Christoph Waltz (Nebendarsteller) und "Merida" (Animationsfilm) nennen, die aber allesamt zu den Mitfavoriten zählten. Ironischerweise sorgten die fast nonexistenten Überraschungen in den einzelnen Kategorien dazu, daß die Veranstaltung im Ganzen dennoch lange spannend blieb. Denn der von manchen befürchtete, von manchen erhoffte große Triumphzug von "Argo" blieb aus, womit im Grunde genommen bis zur Vergabe des OSCARs für das beste adaptierte Drehbuch offen war, wer die Königskategorie "Bester Film" würde für sich entscheiden können. Letztlich gewann dann also doch Ben Afflecks "Argo", wobei der Film mit insgesamt nur drei Trophäen als ein relativ schwacher Sieger in die OSCAR-Geschichte eingehen wird "The Artist" brachte es 2012 immerhin auf fünf , der in der Gesamtzahl sogar noch von "Life of Pi" übertroffen wurde (hätte Affleck die Nominierungsrunde als Regisseur überstanden, dann wäre allerdings mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit "Argo" auf vier Siege gekommen und "Life of Pi" nur auf drei).

Die Moderation von Seth MacFarlane fand ich insgesamt eher mittelmäßig (trotz gelungener Unterstützung aus der Zukunft in Person von Captain Kirk), die Dankesreden fielen ebenfalls durch die Bank unspektakulär aus und von den vorher groß angepriesenen Shownummern hatte ich mir ehrlich gesagt auch etwas mehr versprochen (trotz Dame Shirley Bassey und Barbra Streisand). Und da man über die OSCAR-Verleihung eigentlich nicht schreiben darf, ohne zumindest kurz die Kleidung der Stars anzusprechen, verleihe ich hiermit einen hypothetischen Sonderpreis für das beste Kleid an Kerry Washington. Nachdem ich mit der Nominierungsrunde noch ziemlich unzufrieden war, da zu viele Filme, denen ich die Daumen gedrückt habe, fast ("Moonrise Kingdom", "Anna Karenina") oder ganz ("Cloud Atlas", "The Dark Knight Rises") ignoriert wurden, bin ich mit der Vergabe der Preise selbst im Großen und Ganzen doch einverstanden. Zwar wäre "Argo" in meiner persönlichen Bestenliste unter den neun "Best Picture"-Nominierten nur auf Platz fünf oder sechs gelandet, er ist aber dennoch ohne Zweifel ein guter Film und damit keine Fehlentscheidung. Gleiches gilt eigentlich für alle anderen Kategorien, zumal die Preise recht gleichmäßig unter den vielen guten und sehr guten Filmen des vergangenen Jahres verteilt wurden.

Um abschließend noch kurz auf meine eigenen OSCAR-Prognosen einzugehen: Nachdem ich 2012 noch fast alle Hauptkategorien (Bester Film, Darsteller, Drehbücher, Fremdsprachiger Film, Animationsfilm) richtig getippt hatte, aber bei den Nebenkategorien fast durchweg falsch lag, lief es diesmal genau umgekehrt. Bei den zehn Hauptkategorien kam ich mit meinen (mutigen) Vorhersagen nur auf fünf Treffer, bei den 14 Nebenkategorien dafür auf hervorragende zwölf (falsch lag ich lediglich bei Ausstattung und Musik). Mit insgesamt 17 von 24 richtigen Tips kann ich gut leben.  

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