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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

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Donnerstag, 29. März 2012

OSS 117 – ER SELBST IST SICH GENUG (2009)

Originaltitel: OSS 117: Rio ne répond plus
Regie: Michel Hazanavicius, Drehbuch: Jean-François Halin und Michel Hazanavicius, Musik: Ludovic Bource
Darsteller: Jean Dujardin, Louise Monot, Rüdiger Vogler, Reem Kherici, Ken Samuels
 OSS 117: Rio ne répond plus
(2009) on IMDb Rotten Tomatoes: 78% (6,2); weltweites Einspielergebnis: $21,9 Mio.
FSK: 12, Dauer: 101 Minuten.

Nachdem er im ersten Teil sein Heimatland Frankreich in Ägypten auf Jahre hinaus unmöglich gemacht hat, treibt Geheimagent Hubert Bonisseur de la Bath alias OSS 117 (Jean Dujardin, "The Artist") nun in Südamerika sein Unwesen. Gemeinsam mit der Mossad-Agentin Dolorés (Louise Monot, "Kleine wahre Lügen") jagt er einen dort untergetauchten hochrangigen Nazi (Rüdiger Vogler, "Die bleierne Zeit"). Das hält ihn allerdings keineswegs davon ab, seine vorübergehende Partnerin mit seinen politisch höchst unkorrekten Weisheiten an den Rand des Wahnsinns zu treiben. Und nicht nur sie. Außerdem muß OSS 117 sich aus unerklärlichen Gründen ständig mit chinesischen Attentätern herumplagen, die dem Geheimagenten an den Kragen wollen ...

Kritik:
Der erste Film um den arroganten, ignoranten und rassistischen französischen Geheimagenten war 2007 ein Überraschungshit beim Fantasy Filmfest zu herrlich dämlich waren die verrückte Story und die zahlreichen Gags. Auch diese Fortsetzung kam beim Publikum gut an, leider kann ich die Begeisterung allerdings nicht so ganz teilen. Natürlich gibt es wiederum einige brillante Gags und Hauptdarsteller Jean Dujardin macht in der Titelrolle mit seiner überragenden Spielfreude erneut eine sehr gute Figur. Zudem ist es schon fast ein Kunststück, im Showdown so virtuos Elemente von James Bond, Alfred Hitchcock und William Shakespeare zu vereinigen, wie es Regisseur Hazanavicius hier gelingt.

Aber das reicht noch nicht für einen guten Film. Die Gagdichte fällt diesmal geringer aus als im Vorgänger (oder zumindest die Dichte der gelungenen Gags), die Story ist langweiliger und klischeehafter und ganz generell wirkt das Erzähltempo nie so richtig homogen. Außerdem sind OSS 117s Ignoranz und sein Rassismus diesmal dermaßen ausgeprägt, daß einem das Lachen wesentlich häufiger im Halse steckenbleibt als im in dieser Hinsicht etwas zahmeren Vorgänger.

Fazit: Wer an vertrottelten und frei von moralischen Bedenken auftretenden Agenten seine Freude hat, wird sich dank etlicher witziger Gags und Slapstickeinlagen vermutlich auch mit dem zweiten "OSS 117"-Film gut amüsieren, aber für meinen Geschmack wurden die Grenzen des guten Geschmacks diesmal etwas zu gründlich ausgelotet.

Wertung: 6 Punkte.


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