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Freitag, 30. Oktober 2015

TV-Tips für das Wochenende 44/2015

Nicht zuletzt dank Halloween gibt es an diesem Wochenende wieder eine ganze Reihe von empfehlenswerten Filme im deutschen Free-TV. Nicht weiter eingehen werde ich im Folgenden auf den großen Karl May-Tag am Sonntag bei 3sat mit zehn Karl May-Filmen (von "Durchs wilde Kurdistan" über "Der Schatz im Silbersee" bis zur "Winnetou"-Trilogie) am Stück, aber für Fans der beliebten Abenteuerfilme mit Pierre Brice und/oder Lex Barker ist das natürlich ein Festtag.

Samstag, 31. Oktober:
VOX, 20.15 Uhr: "Die Verurteilten" (1994)
Frank Darabonts bewegende Adaption einer Kurzgeschichte von Stephen King über einen in den 1940er Jahren unschuldig zu einer lebenslangen Haftstrafe Verurteilten (Tim Robbins), seine sich entwickelnde enge Freundschaft mit einem Mithäftling (Morgan Freeman) und den harten Gefängnisalltag steht bei der Internet Movie Database nach der durchschnittlichen Userbewertung seit Jahren auf Platz 1 der Top 250-Liste der besten Filme aller Zeiten!

SuperRTL, 22.00 Uhr: "Frankenweenie" (2012)
Die deutsche Free-TV-Premiere von Tim Burtons kunstvollem Stop Motion-Animationsfilm, einer schwarzhumorigen "Frankenstein"-Variation über einen Jungen, der seinen geliebten Hund wieder zum Leben erweckt. Basiert auf Burtons eigenem und gleichnamigen Kurzfilm von 1984, der ihm damals einen großen Karriereschub verpaßte.

BR, 23.40 Uhr: "The Fog – Nebel des Grauens" (1980)
Bereits am Montag schrieb ich einiges zu meinem Lieblings-Gruselfilm von John Carpenter, der nun zu Halloween auch noch einmal im BR läuft.

ZDF, 1.00 Uhr: "Halloween" (1978)
Passend zu Halloween zeigt das ZDF wieder einmal John Carpenters Slasher-Klassiker, der Jamie Lee Curtis zur ultimativen "Scream Queen" machte und die Figur Michael Myers zu einer Ikone des Horrorgenres. Jener Myers hat bereits als Kind am Halloween-Abend gemordet und wurde daraufhin 15 Jahre lang in eine psychiatrische Anstalt gesteckt. Nach seiner Flucht, natürlich an Halloween, stalkt er in seinem Heimatort die junge Laurie Strode (Curtis), während der Psychiater Dr. Loomis (Donald Pleasance) versucht, ihn zu finden, ehe er wieder tödliches Unheil anrichten kann ...

Außerdem:
ParaNorman (Free-TV-Premiere des einfalls- und anspielungsreichen Stop Motion-Grusicals mit moralischem Tiefgang; 20.15 Uhr bei SuperRTL)
Eva (atmosphärischer spanischer Soft-SciFi-Film mit Daniel Brühl als Roboterdesigner; 22.05 Uhr bei Eins Festival)

Sonntag, 1. November:
Arte, 20.15 Uhr: "Unheimliche Begegnung der dritten Art" (1977)
Steven Spielbergs früher Außerirdischen-Film war seinerzeit vor allem deshalb bemerkenswert, weil er der Welle von metaphorischen Alien-Invasions-Filmen zur Zeit des Kalten Krieges einen betont optimistischen Kontrapunkt entgegensetzte. Denn hier landen die Außerirdischen eben keineswegs mit Welteroberungsplänen auf der Erde, sondern in friedlicher Absicht – was auch von Spielberg durchaus als Metapher auf die Weltpolitik gedacht war.

RBB, 23.00 Uhr: "Leichen pflastern seinen Weg" (1968)
Ein faszinierendes Subgenre des Westerns stellen die Schnee-Western dar. Obwohl inhaltlich relativ klassische Western, wird durch das Setting in schneebedeckten Regionen eine ganz eigene Stimmung geschaffen, die die Effektivität der allgegenwärtigen Leitmotive des Genres fast noch zu verstärken scheinen. Zu den bekanntesten Schneewestern zählen Robert Altmans "McCabe & Mrs. Miller" (1971, mit einem komplett aus wehmütigen Leonard Cohen-Songs bestehenden Soundtrack), Michael Winterbottoms "Das Reich und die Herrlichkeit" (2000) und demnächst mit Sicherheit auch Quentin Tarantinos "The Hateful Eight", im deutschsprachigen Raum beeindruckte zuletzt Andreas Prochaskas "Das finstere Tal" (2014). Der vermutlich beste Schneewestern aller Zeiten ist jedoch Sergio Corbuccis "Leichen pflastern seinen Weg", der eine brutale Geschichte gnadenlos und ohne jegliche dramaturgische Kompromisse erzählt. Jean-Louis Trintignant (zuletzt in Michael Hanekes "Liebe" zu sehen) spielt einen stummen Revolverhelden, der um das Jahr 1900 herum die Bevölkerung eines kleinen Dorfs in Utah vor marodierenden Banditen und Kopfgeldjägern schützen soll. So generisch die Prämisse klingt, so sensationell und unvorhersehbar hat sie Sergio Corbucci ("Django") umgesetzt, wobei die zentrale Auseinandersetzung zwischen "Silence" und dem skrupellosen Kopfgeldjäger "Loco" (der, passend zum Namen, vom wohl besten verrückten Schauspieler aller Zeiten verkörpert wird: Klaus Kinski) nicht weniger als episch ist!

Pro 7, 1.05 Uhr: "Panic Room" (2002)
Für die Verhältnisse von David Fincher ("Fight Club", "Sieben", "Zodiac", "Gone Girl") ist der klaustrophobische Thriller über eine Mutter und ihre Tochter (die 12-jährige Kristen Stewart), die sich vor brutalen Einbrechern in einen Panikraum flüchten, erstaunlich konventionell geraten. Das ändert aber nichts daran, daß "Panic Room" unheimlich spannend inszeniert ist und man dank Jodie Fosters toller Leistung in der Hauptrolle intensiv mit ihr und ihrer Filmtochter bangt und zittert ...

Außerdem:
Die Tribute von Panem – The Hunger Games  (der noch etwas unausgereifte erste Teil der sehr erfolgreichen dystopischen Young Adult-Reihe mit Jennifer Lawrence; 20.15 Uhr bei Pro 7)
The Tourist (elegantes, aber etwas sehr gemächliches Thriller-Verwirrspiel mit Angelina Jolie und Johnny Depp; 20.15 Uhr bei Sixx)
A Single Man (ein von Modedesigner Tom Ford in seinem Regiedebüt in betont stilisierter Künstlichkeit geradezu zelebriertes Arthouse-Melodram nach einem Roman von Christopher Isherwood über einen von Colin Firth brillant und OSCAR-nominiert verkörperten trauernden, homosexuellen Literatur-Professor; 0.05 Uhr in der ARD)

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