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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Donnerstag, 1. Oktober 2015

KINOVORSCHAU HERBST 2015 (Teil 2)

Letztes Update vom 21. November 2015: Neu am 31. Dezember ist der türkische Horrorfilm "Baskin".

Nachdem in Teil 1 meiner großen Kinovorschau für den Herbst 2015 die (wahrscheinlichen) Highlights noch verhältnismäßig rar gesät waren, wird das Programm in Teil 2 buchstäblich ganz groß: Immerhin stehen neben anderen spannenden Neustarts ein neuer James Bond-Film und die ebenso lang wie heiß erwartete Fortsetzung von "Star Wars" ins Haus. Und einige frühe OSCAR-Kandidaten gibt es natürlich auch schon. Wie immer ist meine Filmauswahl für diese Vorschau zwar umfangreich, aber nicht komplett. Den vollständigen deutschen Startplan für die nächsten Jahre kann man bei InsideKino einsehen.

5. November:
Mit dem gleichen Kreativ-Team wie bei dem bislang erfolgreichsten Bond-Film "Skyfall" (Regie: Sam Mendes, Drehbuch: John Logan) soll "Spectre" die Story ziemlich nahtlos fortsetzen und den Agent mit der Lizenz zum Töten mit einem weiteren Aspekt aus seiner Vergangenheit konfrontieren. Den neuen Oberbösewicht Oberhauser (Christoph Waltz, "Django Unchained") kennt James Bond nämlich bereits aus früheren Tagen. Internationale Schauplätze (Marokko, Mexiko, Österreich) gibt es natürlich ebenso wieder wie attraktive Bond-Girls, allen voran Léa Seydoux ("Inglourious Basterds") und Monica Bellucci ("Brothers Grimm").

"El Club":
Vor zwei Jahren wurde der chilenische Regisseur Pablo Larraín für sein politisches Drama "No" für den Auslands-OSCAR nominiert, nun widmet er sich mit "The Club" erneut einem heiklen Thema: Es geht um ein abgelegenes Haus in Chile, in dem einige exkommunizierte Ex-Priester mit einer Ordensschwester zusammenleben. Als der jüngste Neuzugang sich gleich am Tag seines Einzugs erschießt, kommt ein Kirchenermittler und die dunklen Verfehlungen aus der Vergangenheit der Bewohner kommen ans Tageslicht. "The Club" lief zu Beginn des Jahres im Wettbewerb der Berlinale, gewann dort den Großen Preis der Jury und wird anhand seines bitterbösen, sarkastischen Blicks auf die katholische Kirche mit Filmen wie dem belgischen "In the Name of the Son" verglichen.

"Ritter Trenk" (3D):
Ein deutscher 3D-Animationsfilm, basierend auf den beliebten Kinderbüchern von Kirsten Boie: Bauernsohn Trenk will zum Ritter werden, indem er das Reich von einem Drachen befreit. Sein Ziel: Die Gewährung eines Wunsches vom König.

12. November:
Unter der Regie von Danny Boyle ("127 Hours") agiert Michael Fassbender als visionärer Apple-Co-Gründer Steve Jobs. Angesichts der nicht wirklich augenfälligen Ähnlichkeit Fassbenders zu Steve Jobs waren manche im Vorfeld skeptisch, doch bei den Herbstfestivals wurde seine Darstellung des Computergenies ausnahmslos gefeiert. Nicht ganz so gut schnitt der Film selbst ab, der speziell für Aaron Sorkins ("The Social Network") unkonventionelles Drehbuch – das weniger ein klassisches Biopic über Jobs' Leben ist als eine präzise Charakterstudie – zwar viel Lob, aber auch etwas Kritik erfuhr. Eine gute Rolle im OSCAR-Rennen dürfte "Steve Jobs" dennoch gewiß sein.

Glaubt man den US-Kritikern, so zählt "Irrational Man" zu den etwas schwächeren Filmen von Altmeister Woody Allen. Joaquin Phoenix ("Inherent Vice") verkörpert einen ausgebrannten Philosophie-Professor, der an einem kleinen College eine Art Neuanfang versucht und sich bald der Avancen einer Professorin (Parker Posey, "Superman Returns") wie auch einer attraktiven Studentin (Emma Stone, "Magic in the Moonlight") erwehren muß. Doch seine Lebensfreude kehrt erst zurück, als er beschließt, einen moralisch gerechtfertigten Mord penibel zu planen und auszuführen!

"Erinnerungen an Marnie":
Nachdem 2014 die beiden Großmeister des japanischen Kult-Animationsstudios Ghibli ihren jeweils voraussichtlich letzten Film veröffentlicht haben – Hayao Miyazaki mit "Wie der Wind sich hebt", Isao Takahata mit "Die Legende der Prinzessin Kaguya" –, fällt mit "Erinnerungen an Marnie" von Hiromasa Yonebayashi (zumindest für noch nicht absehbare Zeit) endgültig der letzte Vorgang für das traditionsreiche Studio. Und wie es sich für Ghibli gehört, wird die Adaption eines in Deutschland 1969 als "Damals mit Marnie: Glückliche Ferien am Meer" veröffentlichten Jugendbuchs von Joan G. Robinson von Kritikern mit Lob überschüttet. Zwar nicht ganz im Bereich der größten Ghibli-Hits ("Chihiros Reise ins Zauberland", "Die letzten Glühwürmchen"), aber auf jeden Fall ausreichend, um den einsichtsreichen Coming of Age-Film zum Pflichtprogramm für jeden Anhänger anspruchsvoller Animationsfilme aus dem Reich der Sonne zu machen. Was die Story betrifft: Es geht um das britische Waisenmädchen Anna, das zu einem älteren Ehepaar aufs Land geschickt wird. Dort trifft sie in einem leerstehenden Haus auf die mysteriöse Marnie und freundet sich mit ihr an. Dann ist Marnie plötzlich spurlos verschwunden …

"Scouts vs. Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse":
Der Titel dieser Horrorkomödie sollte selbsterklärend sein. Regie führt Christopher B. Landon, der sich als Autor und zuletzt auch Regisseur mehrerer "Paranormal Activity"-Teile bereits einen Namen im Horrorgenre gemacht hat. Einen der drei mutigen Pfadfinder spielt übrigens Tye Sheridan, der sein Debüt in Terrence Malicks "The Tree of Life" gab und anschließend in Jeff Nichols' Coming of Age-Film "Mud – Kein Ausweg" mit Matthew McConaughey und Reese Witherspoon die Hauptrolle spielte.

"Die Trapp Familie – Ein Leben für die Musik":
Vermutlich gibt es – abgesehen vielleicht von den Kennedys – keine reale Familie, die bereits für so viele Filme als Vorlage diente wie die österreichische Familie Trapp. Zunächst stand die singende Familie in den 1950er Jahren im Zentrum des erfolgreichen deutschen Heimatfilms "Die Trapp-Familie" und der Fortsetzung "Die Trapp-Familie in Amerika", weltbekannt wurde sie wenige Jahre später durch das Broadway-Musical "The Sound of Music" und vor allem dessen gleichnamige, fünffach OSCAR-prämierte Verfilmung durch Robert Wise aus dem Jahr 1965 (deutscher Titel: "Meine Lieder – meine Träume"). Nun widmet Regisseur Ben Verbong ("Das Sams") der Familie ein klassisches Biopic. In den Hauptrollen: Yvonne Catterfeld und Matthew MacFadyen ("Anna Karenina").

"Eisenstein in Guanajuato":
Peter Greenaway erzählt in seiner bei der Berlinale positiv aufgenommenen Komödie von einer Reise des wohl berühmtesten Regisseurs der Sowjetunion, Sergej Eisenstein ("Panzerkreuzer Potemkin"), nach Mexiko, wo er Anfang der 1930er Jahre einen Film drehen will. Durch die im Vergleich zu seiner Heimat so fremde Kultur beginnt er, einiges an seinem Leben und seinen Überzeugungen zu verändern.

19. November:
Im spektakulären Finale der Adaption von Suzanne Collins' weltweit erfolgreicher Romanreihe wird sich der zuletzt in "Mockingjay, Teil 1" endgültig ausgebrochene Konflikt zwischen der Staatsmacht des diktatorischen Präsidenten Snow (Donald Sutherland) und der von Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) angeführten Rebellion der äußeren Distrikte entscheiden. Also, das nehme ich zumindest an, denn die Bücher habe ich nicht gelesen …

"Ich und Earl und das Mädchen":
Das bewegende Coming of Age-Drama von Alfonso Gomez-Rejon ("Warte, bis es dunkel wird") begeisterte bei Robert Redfords Sundance Film Festival Publikum und Kritiker mit seiner einfühlsamen, ebenso melancholischen wie lebensbejahenden Geschichte und erhielt sowohl den Zuschauerpreis als auch den Großen Preis der Jury. Thomas Mann ("Hänsel und Gretel: Hexenjäger") spielt den einzelgängerischen 17-jährigen Filmfan Greg, der mit seinem einzigen Freund Earl (RJ Cyler) gerne Kurzfilme dreht. Als ihre Mitschülerin Rachel (Olivia Cooke aus der TV-Serie "Bates Motel") an Krebs erkrankt, fordert Gregs Mutter ihn mit Nachdruck auf, ihr beizustehen. Zunächst folgt Greg nur widerwillig, dennoch entwickelt sich schnell eine enge Freundschaft.

"Stonewall":
Nach seinem unterhaltsamen Historienfilm "Anonymus" widmet sich Roland Emmerich vor dem nächstjährigen Release von "Independence Day 2" erneut einem kleineren Projekt, das für ihn von besonderer Bedeutung ist. Es geht um die Ausschreitungen, die 1969 in einer New Yorker Bar namens "Stonewall Inn" in der Christopher Street (daher die weltweiten "Christopher Street Day-Paraden") ihren Ausgangspunkt namen und als Beginn des Widerstands von Schwulen, Lesben und Transsexuellen gegen die anhaltende Diskriminierung durch Staat und Gesellschaft gelten. Die US-Kritiken des mit Jeremy Irvine ("Gefährten"), Jonathan Rhys Meyers ("Mission: Impossible III") und Ron Perlman ("Pacific Rim") besetzten Films fielen aber unglücklicherweise wenig schmeichelhaft aus.

"The Diary of a Teenage Girl":
Ein auf einer autobiographischen Graphic Novel basierender und von der Kritik gelobter Coming of Age-Film, der im San Francisco der 1970er Jahre spielt. Newcomerin Bel Powley spielt die 15-jährige angehende Comic-Zeichnerin Minnie, die eine Affäre mit dem Freund (Alexander Skarsgård, "Melancholia") ihrer Mutter eingeht.

"Domian – Interview mit dem Tod":
Eine Dokumentation über den bekanntesten deutschen Hörfunk- und TV-"Nighttalker" Jürgen Domian, die sich speziell seinen intimen Gesprächen mit Anrufern über den Tod widmet.

"Mia Madre":
In Cannes sorgte der neue Film des Arthouse-Lieblings Nanni Moretti ("Das Zimmer meines Sohnes") für Begeisterung und gewann immerhin einen Nebenpreis. Margherita Buy ("Tage und Wolken") glänzt als Regisseurin, die mit einem amerikanischen Star (gespielt von John Turturro aus zahlreichen Coen-Brüder-Klassikern wie "Barton Fink" und "The Big Lebowski") einen Film drehen will, mit ihm wegen seines divenhaften Verhaltens aber immer wieder aneinandergerät. Und ihr Privatleben läuft auch nicht gerade rund …

"Familienbande":
In der melancholischen Tragikomödie von Mark Noonan spielt Aiden Gillen ("Littlefinger" in der TV-Serie "Game of Thrones") einen Iren namens Will, der vorzeitig auf Bewährung aus der Haft entlassen wird, um sich um seine zur Waise gewordenen Nichte Stacey zu kümmern. Die beiden richten es sich in einem Wohnwagen irgendwo im irischen Nirgendwo ein, wo sie sich im Schatten ihrer jeweiligen traurigen Vergangenheit nur langsam einander annähern.

26. November:
In dem zur Zeit des Kalten Krieges spielenden Spionage-Thriller von Steven Spielberg spielt Tom Hanks ("Captain Phillips") einen Anwalt, der für die CIA die Freilassung des Piloten eines jenseits des Eisernen Vorhangs abgestürzten Spionageflugzeugs erwirken soll. Weiterhin mit dabei: Alan Alda ("Wanderlust"), Amy Ryan ("Gone Baby Gone") und Sebastian Koch ("Das Leben der Anderen").

"Arlo & Spot" (3D):
Im zweiten Pixar-Animationsfilm des Jahres (nach dem gefeierten "Alles steht Kopf") sind die Dinosaurier nie ausgestorben. Der junge Apatosaurus Arlo findet sich eines Tages nach einem Unfall weit von seiner Heimat entfernt wider, wo er auf seltsame Wesen trifft: Höhlenmenschen. Beim Versuch, den Weg zurück zu finden, freundet sich Arlo mit dem Menschenkind Spot an. Peter Sohn, der an vielen Pixar-Meisterwerken von "Findet Nemo" bis "Toy Story 3" beteiligt war, feiert mit "Arlo & Spot" sein Langfilm-Debüt.

"The Gift":
Mit seinem ersten Film als Regisseur gelang dem australischen Schauspieler Joel Edgerton ("Der große Gatsby") nicht nur ein kleiner kommerzieller Überraschungserfolg, vor allem konnte er in ungewöhnlich hohem Maß das Wohlwollen der Kritiker für sich gewinnen. Über 90% der bei Rotten Tomatoes gesammelten Rezensionen fielen positiv aus, was für einen Horrorfilm mehr als nur bemerkenswert ist. Wobei "The Gift" letztlich wohl eher ein Psycho-Thriller mit Horrorelementen ist als ein klassischer Horrorfilm – aber Hauptsache, er macht Spaß. Jason Bateman ("Juno") und Rebecca Hall ("Vicky Cristina Barcelona") agieren als Ehepaar Simon und Robyn, das nach einem Umzug nach Los Angeles zufällig auf einen alten Schulkameraden Simons (den Edgerton selbst verkörpert) stößt. Kurz darauf geschehen verstörende Dinge, durch die Robyn auch so einiges aus der Vergangenheit ihres Ehemannes erfährt, das ihr vollkommen neu ist …

In seinem ersten Film nach dem OSCAR-Gewinn für "La Grande Bellezza" folgt Regisseur Paolo Sorrentino zwei alten Künstler-Freunden, die Urlaub in den Schweizer Alpen machen. Fred (Sir Michael Caine, "Harry Brown") ist ein Komponist, der mit seiner Karriere eigentlich schon abgeschlossen hat; Mick (Harvey Keitel, "Moonrise Kingdom") ist ein Filmemacher, der noch einen letzten großen Film realisieren will. Als Ablenkung sinnen die Freunde über alte Zeiten nach und verfolgen nebenbei sehr interessiert die chaotischen Leben ihrer teils ebenfalls mitgereisten erwachsenen Kinder und einiger anderer Hotelgäste (gespielt unter anderen von Rachel Weisz, Jane Fonda und Paul Dano). Die Kritiken der Tragikomödie sind sehr positiv ausgefallen, OSCAR-Nominierungen – vor allem im Schauspieler-Bereich – gelten als durchaus möglich.


"Die highligen drei Könige":
Wenn das "50/50"-Trio Jonathan Levine (Regie und Drehbuch), Joseph Gordon-Levitt und Seth Rogen (Hauptrollen) eine Weihnachts-Kifferkomödie über drei alte Schulfreunde dreht, die sich jedes Weihnachten für eine wilde Nacht in New York treffen, kommt dabei hoffentlich mehr und Unterhaltsameres als eine weitere generische Weihnachtskomödie von der Stange heraus …

"Highway to Hellas":
Eine Culture Clash-Komödie von Aron Lehmann ("Kohlhaas oder Die Verhältnismäßigkeit der Mittel"), in der Christoph Maria Herbst ("Stromberg") einen Finanzexperten mimt, der auf eine griechische Insel reist, um herauszufinden, ob die Sicherheiten für vor langer Zeit gewährte Kredite überhaupt noch existieren. Die Inselbewohner erweisen sich bei den Nachforschungen zunächst als nicht allzu hilfreich …

3. Dezember:
Das Studio ist so überzeugt von Ron Howards ("Rush") bildgewaltigem Walfang-Abenteuer, daß es den Kinostart um ein halbes Jahr verschob, um "Im Herzen der See" einen besseren Platz im OSCAR-Rennen zu sichern. Erzählt wird die wahre Geschichte des Walfangschiffs "Essex", das im Jahr 1820 im Pazifik sank, nachdem es von einem Wal gerammt wurde. Das Ereignis inspirierte seinerzeit Herman Melville zu seinem Literaturklassiker "Moby Dick". Die Hauptrollen spielen Benjamin Walker ("Abraham Lincoln – Vampirjäger"), Chris Hemsworth ("The Cabin in the Woods"), Cillian Murphy ("The Dark Knight"), Ben Whishaw ("Cloud Atlas") und Brendan Gleeson ("Edge of Tomorrow").

"Im Rausch der Sterne":
Eine Kochkomödie von John Wells ("Im August in Osage County"), in der Bradley Cooper einen ehemaligen Starkoch spielt, der in London noch einmal von vorne beginnt. Das klingt ziemlich nach "Kiss the Cook", hat allerdings nichts mit Foodtrucks zu tun. An Coopers Seite agieren u.a. Alicia Vikander ("Ex Machina"), Daniel Brühl ("Eva"), Uma Thurman ("Kill Bill"), Sienna Miller ("G.I. Joe") und Emma Thompson ("Tatsächlich … Liebe").

"Alle Jahre wieder – Weihnachten mit den Coopers":
Die meisten US-Weihnachtskomödien der letzten Jahre waren ja qualitativ nicht wirklich das Gelbe vom Ei ("Verrückte Weihnachten", "Mein Schatz, unsere Familie und ich", "Die Gebrüder Weihnachtsmann", "Blendende Weihnachten"). Was die Story betrifft, klingt "Alle Jahre wieder" von Regisseurin Jessie Nelson ("Ich bin Sam") ehrlich gesagt nicht wirklich vielversprechender: Mehrere Generationen der Familie Cooper treffen sich wie jedes Jahr zum Weihnachtsfest, woraufhin es zu größeren und kleineren Differenzen kommt – die sich, diese Prognose wage ich, zum Schluß alle in Wohlgefallen auflösen werden. Immerhin läßt die Besetzung hoffen, denn mit Schauspielern wie Diane Keaton ("Der Stadtneurotiker"), Alan Arkin ("Argo"), Marisa Tomei ("The Wrestler"), Olivia Wilde ("TRON: Legacy"), John Goodman ("Red State"), Amanda Seyfried ("Les Misérables"), Anthony Mackie ("Captain America 2") und Ed Helms ("Hangover") kann man schon etwas Ordentliches zustandebringen …

In der bissigen Religionssatire des belgischen Filmemachers Jaco van Dormael ("Mr. Nobody") lebt Gott mit seiner Frau und seiner aufsässigen elfjährigen Tochter in einem eher schäbigen Appartement in Brüssel und heckt fiese neue Glaubensregeln aus! Die katholische Kirche wird über diesen Film vermutlich eher "not amused" sein, aber die meisten Kritiken sind positiv ausgefallen und über bereits mehr als 700.000 Zuschauer in Frankreich kann man bei einem Film dieser Art auch nicht meckern.

"Krampus":
Acht Jahre nach seiner gefeierten, aber kommerziell gescheiterten Halloween-Anthologie "Trick 'r Treat" kehrt der Regisseur Michael Dougherty hinter die Kamera zurück und beschert das Kinopublikum mit dieser Weihnachts-Horrorkomödie, in der sich eine Familie (die Mutter wird von Toni Collette aus "The Sixth Sense" gespielt) gegen einen menschenfressenden Krampus (eine Art Anti-Weihnachtsmann aus der europäischen Volkssagenwelt) zur Wehr setzen muß.

"4 Könige":
Ein etwas anderer Weihnachtsfilm aus deutschen Landen: Es geht um vier problembeladene Jugendliche, die die Weihnachtszeit innerhalb der Jugendpsychiatrie erleben. Dabei sind die minderjährigen Hauptrollen mit einigen der talentiertesten deutschen Nachwuchsschauspieler besetzt: Paula Beer ("Poll"), Jella Haase ("Fack ju Göhte"), Jannis Niewöhner ("Besser als nix") und Newcomer Moritz Leu; Clemens Schick ("Das finstere Tal") spielt ihren Psychiater.


"The Perfect Guy":
In den USA war David M. Rosenthals afroamerikanisch geprägter romantischer Thriller mit Sanaa Lathan ("Blade") als beruflich erfolgreicher Mittdreißigerin zwischen zwei attraktiven, von Michael Ealy ("Denk wie ein Mann") und Morris Chestnut ("Kick-Ass 2") verkörperten Männern trotz mieser Kritiken ein Erfolg; in Deutschland dürfte es kaum mehr als einen Alibistart geben.

"The Duke of Burgundy":
In dem komplett weiblich besetzten erotischen Drama von Regisseur und Drehbuch-Autor Peter Strickland ("Berberian Sound Studio") geht es um die ungewöhnliche und obsessive Beziehung zwischen einer Schmetterlingsforscherin (Sidse Babett Knudsen aus der dänischen Hitserie "Borgen – Gefährliche Seilschaften") und ihrer jungen Haushaltshilfe (Chiara D'Anna).

"Die Krone von Arkus":
Das vorwiegend mit Laiendarstellern besetzte Regiedebüt der 29-jährigen Franziska Pohlmann ist ein Märchen-Musical über zwei Straßenkinder in einem Märchenland, die ihre Heimatstadt namens Arkus vom Joch der bösen Königin befreien wollen.

10. Dezember:
"Der kleine Prinz" (3D):
Mark Osbornes ("Kung Fu Panda") Neuverfilmung von Antoine de Saint-Exupérys berühmter humanistischer Erzählung als Animationsfilm in 3D hat in Frankreich mehr als 1,7 Millionen Zuschauer in die Lichtspielhäuser gelockt und läuft auch in anderen Ländern erfolgreich.

"Dark Places – Gefährliche Erinnerung":
Das Thriller-Drama von Gilles Paquet-Brenner ("Sarahs Schlüssel") basiert wie David Finchers "Gone Girl" auf einem Roman von Gillian Flynn und wiedervereint das grandiose "Mad Max: Fury Road"-Duo Charlize Theron und Nicholas Hoult. Theron spielt die Hauptrolle der Libby Day, die als Kind Zeugin am brutalen Mord fast ihrer gesamten Familie durch Satanisten wurde. Ihrer Aussage zufolge war auch ihr Bruder an der Gräueltat beteiligt, doch auch 25 Jahre später ist sich Libby noch immer nicht vollkommen sicher, was genau in jener verhängnisvollen Nacht geschah. Also schließt sie sich einer Gruppe von Amateur-Detektiven an (deren Anführer Hoult verkörpert), die das damalige Geschehen aufdecken will.

"By the Sea":
Nach dem zumindest kommerziellen Erfolg ihres unausgewogenen Kriegsgefangenen-Dramas "Unbroken" präsentiert Angelina Jolie als ihre dritte Regiearbeit dieses Liebesdrama, in dem sie sich erstmals selbst in Szene setzt – und ihren Ehemann Brad Pitt. Beide spielen ein nicht allzu harmonisches Ehepaar, das in den 1970er Jahren Frankreich bereist und in einem kleinen Küstenort strandet. Durch Gespräche und den Erfahrungsaustausch mit einigen Einheimischen lernen sie, ihre eigene Beziehung aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.

"Heidi":
Scheinbar darf kaum ein Jahrzehnt ohne eine neue Verfilmung von Johanna Spyris berühmtem Kinderbuch vergehen. Dieses Mal führt Alain Gsponer ("Das kleine Gespenst") Regie und inszeniert Bruno Ganz ("Der Untergang") als einzelgängerischen Almöhi, der durch seine zu ihm in die Schweizer Berge geschickte Enkelin Heidi neue Lebensfreude findet. Weitere Rollen spielen Peter Lohmeyer, Katharina Schüttler und Hannelore Hoger, die Titelrolle ging an die 10-jährige Schweizerin Anuk Steffen.

"Mistress America":
Wieder einmal tut sich der vielfach prämierte Independent-Filmemacher Noah Baumbach für eine leicht schrullige Komödie mit seiner Lieblingsschauspielerin Greta Gerwig ("To Rome With Love") zusammen, mit der er bereits "Frances Ha" und "Greenberg" drehte. Und wieder einmal spielt Gerwig dabei eine junge Frau, die noch nicht so richtig ihren Platz im Leben gefunden hat. Die eigentliche Hauptrolle hat jedoch Lola Kirke ("Gone Girl") als schüchterne 18-jährige College-Studentin in New York inne, die von ihrer von Gerwig verkörperten Bald-Stiefschwester in die Stadt eingeführt wird, woraufhin sich bald eine enge Freundschaft zwischen den beiden entwickelt. Wenn man den Kritikern glaubt, zählt "Mistress America" zu Baumbachs besten Filmen – und das nicht zuletzt dank Gerwigs schauspielerischer Leistung.

"Knock Knock":
In dem "Home Invasion"-Thriller von Eli Roth ("Hostel") spielt Keanu Reeves ("47 Ronin") einen Familienvater, der am Wochenende "sturmfreie Bude" hat – bis zwei attraktive junge Frauen an der Tür klopfen, die ihn um Hilfe bitten. Wie man sich schon anhand des Regisseurs vorstellen kann, dürfte er schon bald bereuen, die Tür geöffnet zu haben …

"Dämonen und Wunder – Dheepan":
In Cannes gewann das Drama von Jacques Audiard ("Ein Prophet") über einen tamilischen Krieger, der vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat als politischer Flüchtling nach Frankreich kommt, die Goldene Palme, was von vielen Beobachtern als absolut gerechtfertigt eingestuft wurde. Von der Thematik her ist "Dheepan" natürlich hochaktuell, wobei Audiard geschickt die Balance zwischen einem genau beobachteten Sozialdrama und dem Charakterporträt eines stolzen Mannes (verkörpert übrigens von einem echten tamilischen Krieger im französischen Exil) hält, der sich in seiner neuen Heimat als Hausmeister verdingt.

17. Dezember:
Über die Handlung des ersten neuen "Star Wars"-Films seit zehn Jahren ist wenig bekannt, aber ganz ehrlich: Wen juckt's? Es ist "Star Wars", es ist endlich die nicht mehr für möglich gehaltene Fortsetzung der Original-Trilogie mit den Original-Darstellern Harrison Ford, Mark Hamill und Carrie Fisher – ergo: ein Pflichtbesuch im Kino! Dazu kommen unter der Regie von J.J. Abrams ("Star Trek") begnadete neue Darsteller wie Oscar Isaac ("Agora"), Andy Serkis ("King Kong"), Domhnall Gleeson ("Alles eine Frage der Zeit") oder Adam Driver ("Inside Llewyn Davis"), Altstar Max von Sydow ("Extrem Laut & Unglaublich Nah") und mit Daisy Ridley und John Boyega zwei charismatische Newcomer, denen ich bereits nach Ansicht der ersten Trailer eine ganz, ganz große Zukunft voraussage.

Todd Haynes' ("In the Bedroom") elegante Adaption des ungewöhnlichen Liebesromans der eigentlichen Krimi-Spezialistin Patricia Highsmith ("Der talentierte Mr. Ripley") wurde in Cannes bereits mit dem Darstellerpreis für Rooney Mara ("Verblendung") geehrt, die im New York der prüden 1950er Jahre als junge Verkäuferin eine lesbische Beziehung mit der von Cate Blanchett ("Cinderella") verkörperten Upper Class-Titelfigur eingeht. Beide Schauspielerinnen gelten als ernsthafte Anwärterinnen auf OSCAR-Nominierungen, der Film selbst sollte ebenfalls eine gute Rolle in der Awards Season spielen.

"Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft":
Die Idee, auf irgendeine Art und Weise geschrumpfte Menschen in den Fokus von (meistens komödiantischen) Filmen zu stellen, ist nicht wirklich neu ("Ant-Man", "Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft", "Die Reise ins Ich"). "7 Zwerge"-Regisseur Sven Unterwaldt Jr. nutzt sie für einen Kinderfilm, in dem die unbeliebte Mathelehrerin Dr. Schmitt-Gössenwein (Anja Kling, "(T)Raumschiff Surprise, Periode 1") unversehens auf Miniaturgröße schrumpft. In den weiteren Erwachsenenrollen sind u.a. Justus von Dohnányi ("Das Experiment"), Axel Stein und – als Gespenst – Otto Waalkes zu sehen.

"Madame Bovary":
Sophie Barthes' Neuverfilmung von Gustave Flauberts Drama um die unglücklich verheiratete Titelfigur, die neue Stimulation in außerehelichen Beziehungen sucht, ist mit Mia Wasikowska ("Jane Eyre"), Paul Giamatti ("Barney's Version"), Rhys Ifans ("Fast verheiratet") und Ezra Miller ("Vielleicht lieber morgen") zwar hochklassig besetzt, erhält aber von Kritikern und Kinogängern leider trotzdem nur mittelmäßige Reaktionen – abgesehen von Hauptdarstellerin Wasikowska, deren Leistung wie eigentlich immer viel Lob erfährt und von einigen gar als einziges Argument für den Film angesehen wird (was ich als großer Wasikowska-Fan sehr gut nachvollziehen kann).

23./24. Dezember:
"Die Peanuts – Der Film" (3D):
Ich bin erklärtermaßen nicht übermäßig begeistert vom Stil der heutigen computergenerierten Animationsfilme (siehe meine Schwärmerei für die handgezeichneten Ghibli-Filme á la "When Marnie Was There"), aber selbst ich muß zugeben, daß die Trailer zum Reboot der "Peanuts" richtig gut aussehen und den Geist der berühmten Vorlage (sowohl die Comics von Charles M. Schulz als auch die klassischen Zeichentrickfilme betreffend) wunderbar herüberbringen. Falls das auch über 90 Minuten gelingt und dann auch noch die Handlung und die Sprecherauswahl von Charlie Brown und Co. stimmen, kann "Die Peanuts – Der Film" von "Ice Age 4"-Regisseur Steve Martino zu einem perfekten Weihnachtsvergnügen für die ganze Familie werden.

"Ich bin dann mal weg":
Julia von Heinz ("Hannas Reise") hat Hape Kerkelings humorigen Sachbuch-Bestseller über seine Pilgerfahrt auf dem Jakobsweg in Frankreich und Spanien mit deutscher Starbesetzung verfilmt: Devid Striesow ("Die Fälscher") spielt Hape, an seiner Seite agieren Annette Frier, Martina Gedeck ("Das Leben der Anderen"), Katharina Thalbach ("Die Blechtrommel"), Birol Ünel ("Gegen die Wand") und Karoline Schuch ("Wir sind die Neuen").

Die Anzahl der Sherlock Holmes-Adaptionen für Kino und TV läßt sich mittlerweile kaum noch zählen, darunter schmuggeln sich auch immer wieder originelle Variationen wie einst Herbert Ross' "Kein Koks für Sherlock Holmes" oder Billy Wilders "Das Privatleben des Sherlock Holmes". Bill Condon ("Kinsey") fügt mit "Mr. Holmes" eine weitere Facette hinzu, indem er den Meisterdetektiv (Sir Ian McKellen, "Der Hobbit") als bereits leicht dementen Greis zeigt, der mit 93 Jahren und mit der Hilfe des Sohnes (Milo Parker) seiner Haushälterin (Laura Linney) einen letzten, alten Fall lösen will, der ihm seit vielen Jahren keine Ruhe läßt. Die Kritiken für "Mr. Holmes" fallen durchgehend positiv aus, am meisten Lob erhält jedoch der Hauptdarsteller Ian McKellen.

31. Dezember:
"Joy – Alles außer gewöhnlich":
Bereits zum dritten Mal tut sich Filmemacher David O. Russell mit seinen offensichtlichen Lieblingsschauspielern Jennifer Lawrence, Bradley Cooper und Filmlegende Robert De Niro zusammen; und da "Silver Linings" und – mit leichten Abstrichen – auch "American Hustle" sehr unterhaltsame und vielfach ausgezeichnete Filme waren, ist auch die Erwartungshaltung "Joy" gegenüber sehr groß. Zumal es sich endlich mal um ein (zumindest im weiteren Sinne) Biopic mit einer weiblichen Hauptfigur handelt, denn Lawrence verkörpert Joy Mangano, die mit ihrer Erfindung des Wischmops (!) gegen die obligatorischen Widerstände die Grundlage für ein höchst erfolgreiches Unternehmen legte.

"Jane Got a Gun":
Der Frauenwestern war in der (Vor-)Produktion nicht gerade vom Glück verfolgt: Gleich mehrere Regisseure und Darsteller (u.a. Michael Fassbender und Bradley Cooper) wurden verschlissen, ehe das Wunschprojekt von OSCAR-Gewinnerin Natalie Portman ("Black Swan") endlich doch realisiert werden konnte. Dabei klingt die Handlung durchaus spannend: Jane (Portman) muß ihren früheren Geliebten, einen bekannten Revolverhelden, um seine Hilfe bei der Rettung ihres schwer verletzten Gatten bitten. Der war einst ein Outlaw, dessen ehemalige Gangmitglieder ihn aufgespürt haben und sich seiner nun endgültig entledigen wollen. Noah Emmerich ("Little Children") spielt Janes bedrohten Mann, Joel Edgerton den wehrhaften Ex-Geliebten und Ewan McGregor ("Jack and the Giants") den skrupellosen Gang-Anführer. Die Regie übernahm am Ende übrigens Gavin O'Connor ("Warrior").

"Remember":
Der kanadische Arthouse-Regisseur Atom Egoyan ("Das süße Jenseits", "Wahre Lügen") legt einen ungewöhnlichen Rache-Thriller vor, in dem ein alter Holocaust-Überlebender (Christopher Plummer, "Beginners") vor seinem Tod noch den KZ-Tod seiner Eltern rächen will. Dafür reist er auf der Suche nach Hinweisen nach dem Aufenthaltsort des damals Verantwortlichen durch Nordamerika und trifft dabei u.a. auf andere ehemalige KZ-Insassen, aber auch auf damalige deutsche Soldaten und auf Neonazis. Neben Plummer agieren mit Martin Landau ("Ed Wood"), Jürgen Prochnow ("Das Boot") und Bruno Ganz weitere Altstars. Die Kritiker hat "Remember" allerdings gespalten – während einige Egoyans Film als spannend und stark gespielt loben, bemängeln andere eine zu reißerische Herangehensweise an die ernste Thematik.

"Unter Freunden":
Eine typisch französische, allerdings aufgrund eines schleppenden Anfangs nicht allzu positiv rezensierte Komödie über drei seit Jahrzehnten eng befreundete Männer, die zusammen auf Kreuzfahrt gehen – mit den erwartbaren Komplikationen. Trotz der hochkarätigen Besetzung mit Daniel Auteuil ("Dialog mit meinem Gärtner"), Gérard Jugnot ("Die Kinder des Monsieur Mathieu") und François Berléand ("Transporter") reichte es in Frankreich nur zu gut 600.000 Zuschauern.

"Baskin":
Der türkische Horrorfilm wird als bewußt altmodischer Slasher in der Tradition von "Hellraiser" oder "Freitag, der 13." beschrieben und ist schon vor seinem regulären Kinostart im Rahmen der Fantasy Filmfest White Nights in der ersten Dezemberhälfte zu sehen (auf Türkisch mit englischen Untertiteln).

Und damit sind wir auch schon am Ende des zweiten Teils meiner großen Herbstvorschau 2015 angelangt. Im Januar und Februar geht es im Kino dann vor allem mit vielen anspruchsvollen OSCAR-Kandidaten weiter.


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