Empfohlener Beitrag

In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Montag, 2. September 2013

Neues aus Hollywood (35/2013)

Auch diese Woche gibt es einiges Interessantes zu vermelden, leider nicht ausschließlich positive Dinge:

  • Beginnen wir gleich mit einer traurigen Nachricht: Der japanische Zeichentrick-Großmeister Hayao Miyazaki, der der Filmwelt so zeitlose Meisterwerke wie den OSCAR-gekrönten "Chihiros Reise ins Zauberland", "Prinzessin Mononoke" oder "Das wandelnde Schloß" bescherte, hat den Chef des von ihm mitgegründeten und maßgeblich geprägten Produktionsstudios Ghibli beim renommierten Festival in Venedig verkünden lassen, daß er in Zukunft keine neuen Filme mehr drehen werde. Genauere Gründe will er erst nächste Woche in Tokio bekanntgeben, aber da er immerhin auch schon 72 Jahre alt ist, kann es gut sein, daß er einfach keine Lust mehr auf Arbeit hat und das lieber seinem Sohn Goro ("Die Chroniken von Erdsee") überläßt. Miyazakis letztes Werk wird somit "The Wind Rises" sein, der aktuell im Wettbewerb von Venedig steht. Das Epos über den japanischen Luftfahrtpionier Jiro Horikoshi, das zugleich als fesselndes Porträt Japans zwischen den Weltkriegen geschildert wird, wurde – wie bei Miyazakis Filmen nicht anders gewohnt – von den Kritikern geradezu euphorisch aufgenommen. Auch wenn leider viele Kinogänger außerhalb Asiens noch nie einen Film von ihm gesehen haben dürften: Anhänger intelligenter, warmherziger und zugleich außerordentlich eingängiger Filmkunst werden Hayao Miyazakis Beiträge zum Weltkino schmerzlich vermissen.

  • Bibelverfilmungen scheinen wieder im Trend zu sein: In der ersten Jahreshälfte 2013 feierte die TV-Miniserie "The Bible" (nächstes Jahr bei VOX zu sehen) in den USA beim History Channel nie erwartete Quotenerfolge, im Kino folgt am 19. Dezember "Black Nativity" (eine afroamerikanische Version der Weihnachtsgeschichte), und "Black Swan"-Regisseur Darren Aronofsky dürfte inzwischen die Dreharbeiten zu "Noah" (deutscher Kinostart: 3. April 2014) mit Russell Crowe, Anthony Hopkins, Jennifer Connelly und Emma Watson abgeschlossen haben. Und nun kommt auch Sir Ridley Scotts ("Prometheus") lange geplante Moses-Geschichte "Exodus" in Fahrt, die am 11. Dezember 2014 in den deutschen Lichtspielhäusern anlaufen soll. Daß Christian Bale ("The Dark Knight") die Hauptrolle übernehmen wird, ist schon länger bekannt, ebenso wie die Verpflichtung von Joel Edgerton ("Zero Dark Thirty") für die Antagonisten-Rolle des Pharaos Ramses. In der letzten Woche wurde zudem verlautbart, daß Sigourney Weaver (die damit erstmals seit "Alien" wieder mit Scott arbeiten wird) und John Turturro ("O Brother, Where Art Thou?") Ramses' Eltern verkörpern werden, während Aaron Paul (TV-Serie "Breaking Bad") als ein hebräischer Sklave zu sehen sein wird. Noch in Verhandlungen befindet sich Sir Ben Kingsley ("Prince of Persia"), der einen hebräischen Gelehrten spielen soll. Das ursprüngliche Drehbuch stammt von dem Duo Bill Collage und Adam Cooper ("Aushilfsgangster"), wurde von Steven Zaillian ("Schindlers Liste", "Moneyball") aber grundlegend überarbeitet. Die Dreharbeiten sollen ab September in England, Spanien und Marokko stattfinden.

  • Bereits seit längerem weiß man, daß der amerikanische "Die Unglaublichen"- und "Mission: Impossible – Phantom Protokoll"-Regisseur Brad Bird für Disney einen Film namens "Tomorrowland" drehen wird, der kurz vor Weihnachten 2014 in die Kinos kommen soll. Über den Inhalt wurde bislang jedoch strenge Geheimhaltung bewahrt. Nun, zum offiziellen Drehstart in Vancouver, wurde wenigstens eine kurze Beschreibung veröffentlicht: Demnach geht es um einen gewitzten, wissenschaftlich interessierten Teenager, der sicht mit einem desillusionierten Erfinder zusammentut, um die Geheimnisse des titelgebenden "rätselhaften Ortes irgendwo in Zeit und Raum" aufzudecken. Zugegeben, darunter kann man sich noch nicht so richtig viel vorstellen, interessant klingt es aber allemal. Zumal zur Besetzung George Clooney ("The American"), Hugh Laurie (TV-Serie "Dr. House") und Judy Greer ("The Descendants") zählen. Das Drehbuch haben Brad Bird und Damon Lindelof ("Star Trek Into Darkness") verfaßt, als Kameramann wurde der aktuelle OSCAR-Gewinner Claudio Miranda ("Life of Pi") angeheuert.

  • Abschließend noch ein paar Casting-Updates, beginnend mit zwei Marvel-Filmen: James Spader ("Lincoln", TV-Serie "Boston Legal") wird in "The Avengers: Age of Ultron" die Rolle des Bösewichts Ultron übernehmen. Da dieser eine Art Roboter ist, wird Spader allerdings nicht im fertigen Film zu sehen sein; er wird Ultron aber per Motion Capturing (wie z.B. Andy Serkis als Gollum in "Der Herr der Ringe") spielen und sprechen. Ähnlich sieht es bei James Gunns "Guardians of the Galaxy" aus, denn dort wird OSCAR-Nominee Bradley Cooper ("Silver Linings") als heroischer Raumschiffkapitän Rocket Raccoon (ein außerirdischer Waschbär ...) zu hören sein. "Guardians of the Galaxy" wird am 28. August 2014 in die deutschen Kinos kommen, "The Avengers: Age of Ultron" am 30. April 2015.                           Zu guter Letzt bleibt noch die Meldung, daß in der Patricia Highsmith-Adaption "Carol" über eine gewagte lesbische Liaison in den 1950er Jahren, über die ich zuletzt Ende Mai schrieb, anstatt der zunächst eingeplanten Mia Wasikowska ("Stoker") nun Rooney Mara ("Verblendung") unter der Regie von Todd Haynes ("I'm Not There") eine Affäre mit Cate Blanchett ("Robin Hood") eingehen wird. Was ich persönlich etwas schade finde, denn so sehr ich Mara als Schauspielerin schätze: Wasikowska schien mir für eine solche Rolle geradezu prädestiniert zu sein. Die Dreharbeiten zu "Carol" sollen im Frühjahr 2014 beginnen.

Quellen:


Werbung:
Der Trailer zum Animationsfilm "Turbo – Kleine Schnecke, großer Traum" von DreamWorks Animation ("Die Croods", "Shrek"), der in den USA bereits erfolgreich lief und in Deutschland am 3. Oktober in die Kinos kommt:


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen