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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Montag, 10. Dezember 2012

Neues aus Hollywood (49/2012)

Mein montäglicher Rückblick auf die interessantesten Filmnews der vergangenen Woche:

- Als Drehbuch-Autor ist der gebürtige Bostoner William Monahan in Hollywood längst etabliert. Für Martin Scorseses "Departed – Unter Feinden" gewann er einen OSCAR und auch seine übrigen Skripte für "Königreich der Himmel", "Der Mann, der niemals lebte" und "Auftrag Rache" konnten trotz gewisser Originalitäts-Defizite insgesamt überzeugen. Entsprechend gut ist Bill Monahan im Geschäft, zuletzt verfaßte er die Drehbücher für den Science-Fiction-Film "Oblivion" (mit Tom Cruise in der Hauptrolle) und – gemeinsam mit Frank Miller und Robert Rodriguez – für "Sin City 2". Sein im Jahr 2010 veröffentlichtes Regiedebüt, der Gangsterfilm "London Boulevard" mit Colin Farrell und Keira Knightley, war hingegen ein veritabler Flop. Rein statistisch gesehen erhöht das immerhin die Chance, daß sich Monahan mit seinem zweiten Versuch auf dem Regiestuhl qualitativ und kommerziell verbessern kann. Dieser zweite Versuch (wiederum basierend auf einem selbst verfaßten Drehbuch), bei dem Monahan auch als Co-Produzent in Erscheinung tritt, hört auf den Namen "Mojave" und ist ein Thriller mit einer streng geheimgehaltenen Handlung. Allerdings liegt die Vermutung nahe, daß sie irgendetwas mit der Mojave-Wüste im Westen der USA zu tun hat. Die Dreharbeiten sollen Anfang 2013 beginnen und als Hauptdarsteller wurden nun zwei renommierte Schauspieler verpflichtet, die jedoch nicht unbedingt Starstatus besitzen: der in Guatemala geborene US-Amerikaner Oscar Isaac ("Drive", "Das Bourne Vermächtnis") und der Australier Jason Clarke ("Zero Dark Thirty", "Public Enemies"). Das spricht dafür, daß "Mojave" ein eher kostengünstiger, figurengetriebener Film werden soll, was ja nicht die schlechteste Ausgangslage ist. In die Kinos soll "Mojave" voraussichtlich Ende 2013 kommen.

- Der amerikanische Staatsbürger Albert Henry DeSalvo gelangte zu zweifelhafter Berühmtheit, als er 1965 die Ermordung von 13 Frauen gestand und von der Presse den Spitznamen "Boston Strangler" verpaßt bekam. Ob er die Frauen tatsächlich erwürgte und – falls ja – ob er es alleine tat, ist unter Kriminalisten bis heute umstritten, zu lebenslanger Haft verurteilt wurde er mangels Beweisen für seine Geständnisse jedenfalls "nur" wegen multipler Einbrüche und Vergewaltigungen. Eine solche mysteriöse Geschichte ist naturgemäß ein gefundenes Fressen für Hollywood und so brachte der angesehene Regisseur Richard Fleischer ("20000 Meilen unter dem Meer", "Die Wikinger", "Soylent Green") bereits im Jahr 1968 seinen Thriller "Der Frauenmörder von Boston" in die Lichtspielhäuser – mit Frauenschwarm Tony Curtis ("Manche mögen's heiß") als unwahrscheinliche, aber überzeugende Besetzung für Albert DeSalvo. 2006 und 2008 folgten zwei Low-Budget-Variationen der Thematik, nun soll der "Boston Strangler" wieder Zentrum eines hochkarätigen Films werden. Casey Affleck ("Gone Baby Gone", "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford") wird das Projekt co-produzieren und wahrscheinlich eine Hauptrolle als Polizeiermittler übernehmen, das Drehbuch wird der Newcomer Chuck MacLean verfassen. Als cineastische Vorbilder werden selbstbewußt David Finchers Serienmörder-Thriller "Sieben" und "Zodiac" genannt und man kann wohl davon ausgehen, daß der Film eine weit größere Verschwörungsgeschichte erzählen wird als es eine Einzeltäterschaft DeSalvos wäre. Da sich "Boston Strangler", wie der schlichte Arbeitstitel lautet, noch in einem sehr frühen Stadium befindet, dürfte für den Kinostart frühestens das Jahr 2014 in Frage kommen.

- Bereits einen konkreten Starttermin in Nordamerika hat hingegen Robert Rodriguez' und Frank Millers "Sin City: A Dame to Kill For". Die lange erwartete zweite Verfilmung der populären Noir-Graphic Novels von Frank Miller soll in den US-Kinos am 4. Oktober 2013 anlaufen. Während Miller beim 2005 erschienenen ersten Teil noch alleine das "Drehbuch" verantwortete (tatsächlich handelte es sich nahezu um eine 1:1-Umsetzung der Graphic Novel), assistieren ihm diesmal Co-Regisseur Rodriguez und – wie weiter oben bereits erwähnt – William Monahan. Aus der "Sin City"-Besetzung kehren mindestens Mickey Rourke, Jessica Alba, Rosario Dawson, Jaime King und Michael Madsen zurück. Aus teilweise tragischen, teilweise glücklichen Gründen müssen drei Rollen zwangsläufig umbesetzt werden. Devon Aoki, die die tödliche Assassinin Miho verkörperte, ist schwanger und wird deshalb von Jamie Chung ("The Man with the Iron Fists", "Sucker Punch") ersetzt. Michael Clarke Duncan alias der brutale Söldner Manute und Brittany Murphy alias Barmädchen Shellie sind zwischenzeitlich leider verstorben. Neuer Manute wird Ex-"24"-Präsident Dennis Haysbert, nach einer neuen Shellie wird noch gesucht. Auch die Besetzung der neuen Antagonistin Ava Lord, für die in den vergangenen Jahren unter anderem Angelina Jolie, Rachel Weisz, Rose McGowan und Salma Hayek gehandelt wurden, steht noch aus. Der erste Teil der Dreharbeiten ist allerdings bereits beendet und da es im Januar weitergehen soll, kann es eigentlich nicht mehr lange dauern, bis die Wahl getroffen bzw. verkündet wird.

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