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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Donnerstag, 29. November 2012

KINOVORSCHAU WINTER/FRÜHLING 2013 (TEIL 2)

Nachdem ich im ersten Teil meiner ausführlichen Vorschau auf die kommenden Kinomonate die vielversprechendsten Filme, die im Januar und Februar in den deutschen Kinos starten sollen, vorgestellt habe, folgen nun die Monate März und April:

7. März:
L. Frank Baums Kinderbuch "Der Zauberer von Oz" wurde bereits unzählige Male für Theater, Kino oder Fernsehen adaptiert – am bekanntesten ist natürlich bis heute Victor Flemings zweifach OSCAR-gekrönte Version von 1939 (in Deutschland ursprünglich unter dem Titel "Das zauberhafte Land" veröffentlicht) mit der jungen Judy Garland als Heldin Dorothy. Braucht die Welt also wirklich noch eine Verfilmung? Erfolgsregisseur Sam Raimi ("Spider-Man") war der Meinung: Nö, eigentlich nicht – aber warum nicht zur Abwechslung mal die Vorgeschichte der Figuren aus "Der Zauberer von Oz" erzählen? Gesagt, getan, und das, was man bisher an Filmausschnitten präsentiert bekam, läßt auf einen bunten, phantasievollen und geradezu verschwenderisch ausgestatteten 3D-Märchenfilm hoffen. Zumal die Besetzung mit James Franco ("127 Stunden", "Planet der Affen: Prevolution") als Zirkus-Zauberer, den es unverhofft in das zauberhafte Land Oz verschlägt, sowie Rachel Weisz ("Das Bourne Vermächtnis", "Der ewige Gärtner"), Mila Kunis ("Black Swan", "Ted") und Michelle Williams ("My Week with Marilyn", "Shutter Island") als Hexenschwestern ausgesprochen hochkarätig ist.

"Liebe und andere Turbulenzen":
Eine deutsch finanzierte, aber betont europäische Komödie, die in Paris (und den Münchner Bavaria-Studios) mit internationalen Schauspielern auf Englisch gedreht wurde. Nora Tschirner ("Keinohrhasen") spielt die deutsche Stewardess Greta, die mit dem in der französischen Hauptstadt arbeitenden italienischen Busfahrer Paolo (Vincenzo Amato) liiert ist. Doch genau an dem Tag, an dem dieser Greta einen Heiratsantrag machen will, sieht er in der Stadt eine schöne Französin (Louise Monot), die ihn auf den ersten Blick fasziniert und seine Gefühlswelt auf den Kopf stellt. Auf Anraten seines besten Freundes Derek (Paddy Considine, "Das Bourne Ultimatum") versucht er, Cécile kennenzulernen und so seine wahren Gefühle zu ergründen. Doch dann läuft irgendwie alles ganz anders als geplant. Regie und Drehbuch dieser turbulenten Komödie verantwortet der Amerikaner Jeremy Leven ("Don Juan de Marco", Drehbuch-Autor so unterschiedlicher Filme wie der US-Hits "Real Steel" und "Wie ein einziger Tag" sowie der bayerischen Komödie "Wer's glaubt, wird selig").

"Shootout – Keine Gnade":
Hinter dem trashigen deutschen Titel verbirgt sich Sylvester Stallones neuester Actionkracher, der im Original "Bullet to the Head" betitelt ist. In dem auf einer französischen Graphic Novel basierenden Film von Actionveteran Walter Hill ("Driver", "Nur 48 Stunden") wird Stallone einen alternden Auftragsmörder verkörpern, der gemeinsam mit einem jungen Polizisten (Sung Kang, "Fast & Furious 4 + 5") ein unwahrscheinliches Duo auf Rachefeldzug bildet. Zugegeben, die Story klingt recht formelhaft und die Besetzung umfaßt neben dem zentralen Duo und B-Moviestar Christian Slater vor allem TV-Darsteller (Jason Momoa aus "Stargate Atlantis" und "Game of Thrones", Sarah Shahi aus "Life", Adewale Akinnuoye-Agbaje aus "Lost", Holt McCallany aus "Lights Out"), aber Stallone hatte zuletzt ja nicht nur mit "The Expendables 2" einen ziemlich guten Lauf und die Zusammenarbeit mit Walter Hill sollte zumindest zu einem grundsoliden Genrestreifen reichen.

"Save Haven":
Verfilmungen von Romanen des Schnulzen-Erfolgsautors Nicholas Sparks sind eigentlich immer ein gutes Geschäft für die Produzenten. Das überwiegend weibliche Publikum strömt regelmäßig in großen Scharen in die Lichtspielhäuser, um schöne Menschen in anrührenden Liebesgeschichten zu sehen. Die professionellen Kritiker können darüber nur den Kopf schütteln, aber der Erfolg von "Message in a Bottle", "Wie ein einziger Tag" oder zuletzt "The Lucky One" spricht für sich. Der neueste Streich hat mit dem Schweden Lasse Hallström ("Lachsfischen im Jemen", "Chocolat") auf jeden Fall einen renommierten Regisseur zu bieten, der sogar schon Sparks-Erfahrung gesammelt hat ("Das Leuchten der Stille"). Diesmal geht es um eine mysteriöse, zunächst recht abweisende junge Frau ("Rock of Ages"-Hauptdarstellerin Julianne Hough) mit dunklem Geheimnis, die in einer amerikanischen Kleinstadt auftaucht und sich – Überraschung! – unsterblich verliebt. Die männliche Hauptrolle spielt Josh Duhamel ("Transformers").

"Take This Waltz":
Als großer Fan des kanadischen Singer-Songwriters Leonard Cohen war ich entzückt, als bekannt wurde, daß sich die von mir ebenfalls sehr geschätzte Schauspielerin, Drehbuch-Autorin und Regisseurin Sarah Polley ("Dawn of the Dead", "Das süße Jenseits") von einem seiner Songs zu einem Film inspirieren ließ. Das Resultat ist eine Tragikomödie über die eigentlich glücklich verheiratete Margot (Michelle Williams), die sich in einen Mann zu verlieben droht, der in der gleichen Straße wohnt. Seth Rogen ("Beim ersten Mal", "50/50") verkörpert Margots Ehemann, der relativ unbekannte Luke Kirby seinen Nebenbuhler und Comedian Sarah Silverman eine Freundin von Margot. Bei diversen Filmfestivals bekam "Take This Waltz" wohlwollende Kritiken, an die Qualität von Polleys Regiedebüt "An ihrer Seite" soll er allerdings nicht heranreichen.

"Nachtzug nach Lissabon":
Der dänische Regisseur Bille August ("Das Geisterhaus", "Pelle, der Eroberer") verfilmte den gleichnamigen Roman von Pascal Mercier, dessen Protagonist völlig unvermittelt sein ganzes Leben auf den Kopf stellt und auf Reisen geht, um einem portugiesischen Schriftsteller und Philosophen nachzuspüren, mit einer starken europäischen Besetzung. Jeremy Irons ("Stirb Langsam – Jetzt erst recht", "Königreich der Himmel") spielt die Hauptrolle, außerdem sind Bruno Ganz ("Der Untergang", "Der Himmel über Berlin"), Charlotte Rampling ("Melancholia"), Sir Christopher Lee ("Der Herr der Ringe"-Trilogie), Mélanie Laurent ("Inglourious Basterds"), Martina Gedeck ("Das Leben der Anderen"), Lena Olin ("Die neun Pforten"), Burghart Klaußner ("Das weiße Band") und August Diehl ("Buddenbrooks") mit von der Partie.

"¡No!":
Bei etlichen Filmfestivals, darunter Cannes, London, Oslo und Tokio, hat Pablo Larraíns politisches Drama viel Lob erfahren und tritt als chilenischer Beitrag in der OSCAR-Kategorie "Bester nicht-englischsprachiger Film" an. Gael García Bernal verkörpert in der auf wahren Ereignissen basierenden Geschichte die Hauptrolle des PR-Spezialisten René Saavedra, der 1988 trotz großer Gefahr für Leib und Leben bei einem Referendum über den berüchtigten Diktator Pinochet die unkonventionelle Kampagne der Pinochet-Gegner entwickelt.

14. März:
Das Märchen von Jack, der an einer gigantischen Bohnenranke hinauf in das Land der Riesen klettert, wurde bereits mehrfach verfilmt, nun versucht "X-Men"-Regisseur Bryan Singer, daraus ein 3D-Spektakel zu machen. Jungstar Nicholas Hoult ("X-Men: Erste Entscheidung", "Kampf der Titanen") spielt die Titelrolle, des weiteren zählen Ewan McGregor ("Moulin Rouge", "Big Fish"), Bill Nighy ("Tatsächlich ... Liebe", "Zorn der Titanen"), Stanley Tucci ("Die Tribute von Panem") und Ian McShane ("Fluch der Karibik 4", TV-Miniserie "Die Säulen der Erde") zur Besetzung.

"Immer Ärger mit 40":
In einer Art Spin-Off seiner erfolgreichsten Komödie erzählt Judd Apatow die Geschichte der beiden "Beim ersten Mal"-Nebenfiguren Pete (Paul Rudd) und Debbie (Leslie Mann) weiter, die mehrere Jahre nach der damaligen Handlung immer noch verheiratet sind, sich aber auch immer noch mit diversen Problemen innerhalb und außerhalb ihrer Beziehung herumschlagen.

"Hitchcock":
Das auf einem Buch von Stephen Rebello fußende Spielfilmdebüt des Dokumentarfilmers Sacha Gervasi ("Anvil: The Story of Anvil") konzentriert sich auf die Dreharbeiten von Hitchcocks Meisterwerk "Psycho" und zeigt die Liebesgeschichte zwischen dem Regisseur (Sir Anthony Hopkins, "Thor") und seiner Ehefrau Alma Reville (Dame Helen Mirren, "Die Queen"). Ebenso fungiert "Hitchcock" aber auch als Blick hinter die Kulissen der Traumfabrik mit starker Besetzung: Scarlett Johansson verkörpert "Psycho"-Duschopfer Janet Leigh, James D'Arcy ("Cloud Atlas") den Hauptdarsteller Anthony Perkins; des weiteren sind Toni Collette ("The Sixth Sense"), Jessica Biel ("Total Recall"), Danny Huston ("Zorn der Titanen") und Michael Stuhlbarg ("Hugo Cabret", "A Serious Man") mit von der Partie.

"Rubinrot":
Der erste Teil von Kerstin Giers Jugend-Fantasy-Trilogie "Liebe geht durch alle Zeiten" erfährt eine deutsche Kinoverfilmung durch Regisseur Felix Fuchssteiner ("Draußen am See"). Erzählt wird die Geschichte der 16-jährigen Gwen (Maria Ehrich, "Doctor's Diary"), die durch ein spezielles Gen durch die Zeit reisen kann und im London zur Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert landet. Genrefilme aus Deutschland waren in den letzten Jahren selbst bei guten Kritiken und namhaften Schauspielern alles andere als vom Glück verfolgt (sprich: gewaltige Kassenflops), wie u.a. der Vampirfilm "Wir sind die Nacht" oder der Endzeitfilm "Hell" erleben mußten. Bei "Rubinrot" findet man in der Besetzungsliste immerhin so bekannte Namen wie Veronica Ferres, Gottfried John, Katharina Thalbach, Josefine Preuß, Kostja Ullmann oder Axel Milberg – ob das reicht, um die Mißerfolgsserie des deutschen Genrekinos zu stoppen?

Anhänger britischer Schauspielkunst können sich auf diese Tragikomödie von Paul Andrew Williams ("London to Brighton") freuen, in der ein älterer Herr namens Arthur (Terence Stamp, "Wall Street", "Wanted") für seine todkranke Frau zum Chorsänger wird. Als Arthurs Gattin ist Vanessa Redgrave ("Abbitte", "Anonymus") zu sehen, als sein ihm entfremdeter Sohn agiert Christopher Eccleston ("The Others", TV-Serie "Doctor Who") und als engagierte Chorleiterin Gemma Arterton ("Ein Quantum Trost", "Prince of Persia"). So manchem Kritiker ist die Geschichte gar zu rührselig geraten, beim Festivalpublikum in Toronto kam sie jedoch sehr gut an.

"Hai-Alarm am Müggelsee":
Was nach einem fürchterlichen Low Budget-Monsterfilm klingt, ist in Wirklichkeit die neue absurde Komödie von Leander Haußmann ("Sonnenallee") und Autor Sven Regener ("Herr Lehmann"). Der Titel ergibt sich daraus, daß einem Bademeister am Müggelsee in Berlin-Friedrichshagen eine Hand abgebissen wird, was prompt die Vermutung weckt, ein Hai sei dafür verantwortlich. Ein Haijäger bietet dem Bürgermeister seine Hilfe an, was allerdings die chaotischen Zustände in dem Berliner Ortsteil nur noch verstärkt. Zu den Darstellern zählen neben Haußmann und Regener selbst u.a. Benno Fürmann ("Nordwand"), Henry Hübchen ("Alles auf Zucker!"), Tom Schilling (derzeit mit "Oh Boy" sehr erfolgreich in den Kinos), Katharina Thalbach ("Die Blechtrommel") und Michael Gwisdek ("Hilde").

21. März:
"Die Croods" (3D):
Der neueste 3D-Animationsfilm von Dreamworks spielt in der Steinzeit und handelt von Familienvater Grug (im Original gesprochen von Nicolas Cage), der nach einem Erdbeben seine Familie in Sicherheit bringen muß.

"Ostwind":
Sechs Jahre nach ihrem desaströs ausgefallenen US-Kinodebüt "Blood and Chocolate" wagt die deutsche Regisseurin Katja von Garnier mit diesem Jugendfilm über die 14-jährige Mika, das sich im unfreiwillig auf dem Gestüt ihrer Großmutter verbrachten Sommerurlaub mit einem ungestümen Hengst namens Ostwind anfreundet, ein Comeback. Mikas Vater wird von Jürgen Vogel verkörpert.

"Kon-Tiki":
Der Abenteuerfilm über Thor Heyerdahls legendäre Pazifiküberquerung auf einem Holzfloß ist nicht nur der teuerste norwegische Film aller Zeiten, sondern auch der erfolgreichste Film in den norwegischen Lichtspielhäusern seit James Camerons "Avatar". Das zweistündige Werk des Regieduos Joachim Rønning und Espen Sandberg ("Bandidas", "Max Manus") konnte auch die Kritiker überzeugen und geht 2013 für Norwegen recht aussichtsreich ins Rennen um den OSCAR für den besten nicht-englischsprachigen Film.

"Spring Breakers":
Vier befreundete College-Studentinnen (verkörpert u.a. durch die früheren Teenie-Stars Vanessa Hudgens und Selena Gomez) wollen den berühmt-berüchtigten Spring Break in Florida erleben, doch da ihnen die Finanzen dafür fehlen, überfallen sie ein Restaurant. In Florida werden sie allerdings bald wegen Drogenbesitzes festgenommen und von einem Drogendealer (James Franco) freigekauft, der sie daraufhin überzeugt, ihre Schulden bei ihm abzuarbeiten – etwa durch bewaffnete Raubüberfälle. Beschrieben wird "Spring Breakers" als schrille, abgründige und hemmungslos übertriebene, das Publikum stark polarisierende, dabei aber erfrischend unkonventionelle Farce. Mich erinnert die Beschreibung sehr an Roger Avarys "Die Regeln des Spiels" mit James van der Beek.

"The Best Offer":
In diesem international besetzten romantischen Thriller von Giuseppe Tornatore ("Cinema Paradiso", "Der Zauber von Maléna") spielt der australische Schauspieler Geoffrey Rush ("Fluch der Karibik") einen exzentrischen Auktionator, der von einer geheimnisvollen jungen Frau angeheuert wird. Der in den Nebenrollen mit Donald Sutherland und Jim Sturgess ("Cloud Atlas") prominent besetzte Film war auch dank guter Kritiken ein großer Kassenerfolg in Italien und läuft im Rahmenprogramm der Berlinale.

"Ein Mordsteam": 
Eine klassische Buddy-Komödie aus Frankreich über zwei ungleiche Cops. Den lässigen Polizisten verkörpert Omar Sy ("Ziemlich beste Freunde"), den steifen Laurent Lafitte ("Kleine wahre Lügen"). Regie führt Newcomer David Charhon. Die Kritiken sind eher mittelmäßig ausgefallen, in Frankreich war "Ein Mordsteam" mit deutlich über zwei Millionen Zuschauern aber ein Erfolg.

28. März:
Der erste Teil der Actionfigur-Verfilmung war qualitativ ein ziemlicher Reinfall und an der Kinokasse auch nur mittelmäßig erfolgreich. Dennoch gibt es nun eine rundumüberholte Fortsetzung, in der aus dem ersten Teil außer Hauptdarsteller Channing Tatum nur wenige Figuren übernommen wurden. Dafür gibt es mit Bruce Willis und Dwayne "The Rock" Johnson zwei hochkarätige Neuzugänge. Die Regie übernahm mit Jon M. Chu überraschend ein Mann, der bisher vor allem als Regisseur der "Step Up"-Tanzfilme zu Bekanntheit gelangte. Ursprünglich sollte "G.I. Joe – Die Abrechnung" bereits im Sommer 2012 in die Kinos kommen, wurde dann aber recht kurzfristig deutlich verschoben. Offizieller Grund: Eine nachträgliche 3D-Konvertierung. Inoffizieller Grund: Nachdrehs wegen negativer Publikumsreaktionen in Testscreenings. Gerüchteweise soll vor allem die diesmal eigentlich deutlich kleiner ausgelegte Rolle von Channing Tatum ausgeweitet worden sein. Aber ob dieses Puzzlespiel wirklich für eine wenigstens solide Qualität spricht?

"Voll abgezockt":
"Kill the Boss"-Regisseur Seth Gordon versucht sich erneut an einer wilden Komödie und erzählt diesmal die Geschichte eines gutmütigen Geschäftsmannes (Jason Bateman, "Juno"), dessen Identität von einer ziemlich schamlosen Gaunerin (Melissa McCarthy, "Brautalarm") gestohlen wird.

"Die Jagd":
Der dänische Regisseur Thomas Vinterberg ("Das Fest") hat mit "Die Jagd" ein weiteres hochgelobtes Drama geschaffen, in dem Mads Mikkelsen ("Die drei Musketiere", "Casino Royale") als Lehrer Lucas in den Verdacht gerät, die kleine Tochter seines besten Freundes mißbraucht zu haben und – so viel zum Thema "Unschuldsvermutung" den geballten Zorn des gesamten Ortes zu spüren bekommt. Beim Festival in Cannes erhielt Mikkelsen den Darstellerpreis, beim Europäischen Filmpreis war "Die Jagd" mit fünf Nominierungen prominent vertreten (und gewann letztlich den Drehbuch-Preis).

"Heute bin ich blond":
Eine auf einem autobiographischen holländischen Roman basierende Tragikomödie von "Sophie Scholl"-Regisseur Marc Rothemund, in der die Studentin Sophie mit Krebs diagnostiziert wird. Sie kämpft um ihr Leben und greift angesichts des chemotherapiebedingten Haarausfalls zu neun verschiedenen Perücken, mit denen sie jeweils eine andere Facette ihrer Persönlichkeit auslebt.

4. April: 
"Der unglaubliche Burt Wonderstone":
In der überdrehten Komödie von TV-Regisseur Don Scardino ("30 Rock", "2 Broke Girls", "Law & Order") geht es um den titelgebenden, einst sehr erfolgreichen Showmagier (Steve Carell) und seinen früheren Partner Anton (Steve Buscemi), die sich wieder zusammentun wollen, um einen aufstrebenden Newcomer (Jim Carrey) in Schach zu halten. In weiteren Rollen sind Olivia Wilde, James Gandolfini, Alan Arkin und Michael "Bully" Herbig zu sehen.

"Dead Man Down":
Nach seinem internationalen Erfolg mit dem ersten Teil der schwedischen Verfilmung der "Millennium"-Trilogie feiert Regisseur Niels Arden Oplev nun sein englischsprachiges Debüt. Für den Neo-Noir-Thriller "Dead Man Down" hat er sich erneut Noomi Rapace ("Prometheus") als Hauptdarstellerin geholt, den männlichen Protagonisten Victor, Vollstrecker des Gangsterbosses Alphonse (Terrence Howard), verkörpert Colin Farrell. Als Alphonse von einem Unbekannten bedroht wird, soll Victor nach den Hintergründen forschen. Dabei trifft er auf Beatrice (Rapace), die mit Victor ein starkes Bedürfnis nach Rache für erlittenes Unrecht verbindet ...

"Beautiful Creatures":
Richard LaGravanese ("Freedom Writers", "P.S. Ich liebe Dich") verfilmt das gleichnamige Jugendbuch von Kami Garcia und Margaret Stohl mit einer durchaus beeindruckenden Besetzung. In der übernatürlichen Romanze werden die Erwachsenenrollen u.a. von Emma Thompson ("Sinn und Sinnlichkeit"), Jeremy Irons ("Mission"), Emmy Rossum ("Das Phantom der Oper") und Viola Davis ("The Help", "Glaubensfrage") verkörpert, die Protagonisten der jugendlichen Liebesgeschichte von den gutaussehenden Newcomern Alice Englert und Alden Ehrenreich. Man darf "Beautiful Creatures" durchaus als einen von mehreren Versuchen der kommenden Monate betrachten, an den weltweiten Kinokassen das Erbe der "Twilight"-Reihe anzutreten ...

"Sadako 3D":
Ein Prequel des japanischen Kult-Gruselfilms "Ring", das die Vorgeschichte des unheimlichen Geistermädchens Sadako erzählt. Leider soll die Qualität sehr bescheiden sein.

11. April:
Obwohl sein Regiedebüt "TRON: Legacy" im Jahr 2010 künstlerisch und kommerziell hinter den hochgesteckten Erwartungen zurückblieb, darf Joseph Kosinski sich erneut an einem teuren Science Fiction-Spektakel versuchen. "Oblivion", dessen Budget auf stattliche $140 Mio. geschätzt wird, basiert auf einer noch nicht veröffentlichten Graphic Novel von Kosinski höchstselbst. Bezüglich des Inhalts wird große Geheimnistuerei betrieben, weshalb kaum mehr bekannt ist, als daß "Oblivion" von dem erfahrenen Soldaten Jack Harper handelt, der auf einen fremden Planeten geschickt wird, um dort die Überreste der einheimischen Alienrasse zu vernichten. Doch als er auf einen mysteriösen Fremden trifft, beginnt Harper, seine Mission zu hinterfragen. Die Hauptrolle des Commander Jack Harper hat Tom Cruise übernommen, außerdem spielen Morgan Freeman ("The Dark Knight Rises"), Olga Kurylenko ("Centurion"), Melissa Leo ("Frozen River") und Andrea Riseborough ("Alles, was wir geben mußten") tragende Parts.

"Mademoiselle Populaire":
In der fröhlichen Komödie von Régis Roinsard spielt die Belgierin Déborah François ("Das Mädchen, das die Seiten umblättert") die junge Rose, die im Jahr 1958 unbedingt Sekretärin werden will – zu dieser Zeit offenbar Traumberuf jeder Frau, die sich nicht darauf beschränken will, Mutter und Hausfrau zu sein. Dummerweise ist Rose eine schreckliche Sekretärin, doch eine besondere Fähigkeit hat sie: Sie kann in Rekordzeit mit der Schreibmaschine schreiben. Ihr charmanter Chef Louis (Romain Duris, "Der Auftragslover") will sie daraufhin so trainieren, daß sie jeden Schnelltipp-Wettbewerb gewinnt, und natürlich kommen irgendwann auch Gefühle ins Spiel. Den Kritikern ist das Ganze für Bestnoten zwar etwas zu seicht in Szene gesetzt, in Frankreich amüsierten sich in der Vorweihnachtszeit aber immerhin über eine Million Menschen im Kino über die nostalgische Story.

"Detachment":
1998 machte der britische Musikvideo-Regisseur Tony Kaye mit seinem Kinodebüt "American History X" großen Eindruck in Hollywood. Für ihn selbst war die Erfahrung allerdings eher traumatisierend, geriet er doch in Streit mit dem produzierenden Studio New Line Cinema, das von ihm eine kürzere Schnittversion des Neonazi-Dramas verlangte, mit der abgelieferten dann aber auch nicht einverstanden war. Letztlich sorgte Hauptdarsteller Edward Norton gemeinsam mit dem Filmschnitt-Experten Jerry Greenberg für jene Version, die gegen Kayes Willen in die Kinos gebracht wurde. Anschließend verschwand Tony Kaye, was seine Filmkarriere betrifft, ziemlich in der Versenkung und schuf lediglich einige kaum beachtete Filme, die es abgesehen von der mit Lob bedachten Abtreibungs-Doku "Lake of Fire" nicht einmal ins Kino schafften. In dieser Hinsicht ergeht es Kaye mit "Detachment" in den USA nicht besser, doch nach etlichen erfolgreichen Festival-Aufführungen erhält das ambitionierte Schuldrama zumindest in einigen Ländern inklusive Deutschland eine (allerdings vermutlich ziemlich limitierte) Kinoauswertung. Kaye beobachtet in "Detachment" einen Monat lang das Leben an einer US-amerikanischen Highschool durch die Augen des einfühlsamen Vertretungslehrers Henry Barthes (Adrien Brody, "Der Pianist", "Darjeeling Limited"). In weiteren Lehrerrollen sind Marcia Gay Harden ("Mystic River"), James Caan ("Der Pate"), Christina Hendricks ("Drive"), Lucy Liu ("Kill Bill"), William Petersen (TV-Serie "C.S.I."), Tim Blake Nelson ("Der unglaubliche Hulk") und Bryan Cranston ("Argo", TV-Serie "Breaking Bad") zu sehen, die Schüler werden von weitgehend unbekannten Nachwuchs-Akteuren dargestellt.

18. April:
"Mama":
In dem spanisch-kanadischen, vom mexikanischen Regisseur Guillermo del Toro ("Hellboy", "Pans Labyrinth") produzierten Gruselfilm spielen Jessica Chastain und Nikolaj Coster-Waldau ("Wimbledon", TV-Serie "Game of Thrones") das Paar Annabel und Lucas, das Lucas' für fünf Jahre verschollene und schließlich im Wald körperlich unversehrt gefundene Nichten aufziehen soll. Es stellt sich jedoch bald heraus, daß die Kinder von einer geisterhaften Erscheinung heimgesucht werden. Regisseur Andres Muschietti liefert mit "Mama" eine Langfassung seines eigenen dreiminütigen Kurzfilms gleichen Namens aus dem Jahr 2008 ab.

"Das hält kein Jahr!":
Romantische Komödien finden eigentlich immer ihr Publikum, ein etwas zotigerer Vertreter dieser Gattung könnte "Das hält kein Jahr!" sein. Denn hierbei es handelt sich um das Regiedebüt von Dan Mazer, der sich einen Namen als Autor und Produzent zahlreicher Projekte von Sacha Baron Cohen ("Ali G in da House", "Brüno") gemacht hat (und für "Borat" sogar eine OSCAR-Nominierung für das beste Originaldrehbuch erhielt). Konkret geht es um die turbulenten Erlebnisse eines jungen und eigentlich grundverschiedenen Ehepaars im ersten Jahr nach der Hochzeit. In der Besetzung fehlen zwar die ganz großen Stars, mit Rose Byrne ("Insidious", "Brautalarm") und Rafe Spall ("Anonymus") als zentralem Ehepaar sowie Simon Baker ("Land of the Dead", TV-Serie "The Mentalist"), Anna Faris ("Scary Movie", "Movie 43"), Jason Flemyng ("Der seltsame Fall des Benjamin Button") oder Minnie Driver ("Barney's Version") gibt es aber genügend bekannte Gesichter zu entdecken.

"Unterwegs mit Mum":
Zum ersten Mal seit vielen Jahren übernimmt Musik- und Schauspiellegende Barbra Streisand ("Yentl") wieder eine Hauptrolle in einem Kinofilm. Sie spielt Joyce, die Mutter des von Seth Rogen ("Green Hornet") verkörperten Erfinders Andy, der sie mit auf eine einwöchige Verkaufstour durch die USA nimmt, auf der er seine neueste Erfindung vorstellen will. Joyce ist von der gemeinsamen Fahrt begeistert, Andy nicht so sehr. Die Komödie von Anne Fletcher ("Selbst ist die Braut") lief in den Staaten über Weihnachten trotz mäßiger Kritiken sehr solide.

"Broken City":
Regisseur Allen Hughes ("From Hell") hat einen Noir-Thriller geschaffen, in dem Mark Wahlberg als New Yorker Privatdetektiv Billy vom Bürgermeister (Russell Crowe) angeheuert wird, um die eheliche Treue seiner Frau (Catherine Zeta-Jones) zu überprüfen. Diese hat tatsächlich eine Affäre und wenige Tage, nachdem Billy das aufgedeckt hat, wird der Liebhaber tot aufgefunden. Billy nimmt auf eigene Faust die Ermittlungen auf und stößt auf skandalösere Verwicklungen, als er sich je hätte träumen lassen. Den US-Kritikern zufolge ist "Broken City" aber leider allzu klischeehaft und vorhersehbar geraten.

25. April:
"Side Effects":
Vielfilmer Steven Soderbergh arbeitet nach "Haywire" erneut mit Channing Tatum zusammen und präsentiert mit "Side Effects" einen Psycho-Thriller, in dem eine junge Frau (Rooney Mara, "Verblendung") angesichts der bevorstehenden Entlassung ihres Ehemannes (Tatum) aus dem Gefängnis zu Medikamenten greift. Gleich zwei Psychiater, gespielt von Jude Law und Catherine Zeta-Jones, versuchen, sie von ihren Angstzuständen zu befreien. Jedoch mit überschaubarem Erfolg ...

"Scary Movie 5":
Mir persönlich ist die kommerziell erfolgreiche Horrorparodie-Reihe von Anfang an zu plump gewesen, aber da für das Skript der neuen Ausgabe immerhin Comedy-Legende David Zucker ("Die nackte Kanone", "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug") als Co-Autor verantwortlich zeichnet, könnten sich sogar ein paar intelligentere Gags einschleichen. Regie führt Malcolm D. Lee ("Soul Men").

Damit endet meine Vorschau auf die Kinomonate Januar bis April – rein kalendarisch betrachtet dauert der Frühling natürlich länger, aber in den Lichtspielhäusern beginnt bereits am 2. Mai mit dem Superheldenfilm "Iron Man 3" die "Summer Season":
Kinovorschau Sommer 2013 (Teil 1) 
Kinovorschau Sommer 2013 (Teil 2) 

Bei InsideKino gibt es den kompletten Startplan mit allen bereits festgelegten Terminen der nächsten Jahre.

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