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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

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Montag, 1. Oktober 2012

Neues aus Hollywood (39/2012)

Diese Woche gibt es immerhin drei interessante Entwicklungen zu neuen Filmprojekten aus Großbritannien und den USA zu vermelden:

- Der kanadische Regisseur Denis Villeneuve hat sich in seiner Heimat schon lange einen guten Ruf erarbeitet – nachdem sein hochgelobtes Drama "Die Frau, die singt Incendies" 2011 für den Auslands-OSCAR nominiert wurde, rief auch Hollywood: Der Thriller "Prisoners" erzählt die Geschichte des Kleinstadt-Handwerkers Keller, dessen kleine Tochter und deren Freundin entführt werden. Als die Polizei bei ihren Ermittlungen nicht wirklich voranzukommen scheint, macht sich Keller selbst auf die Suche, kommt dabei aber dem leitenden Detective in die Quere. Das Drehbuch von Aaron Guzikowski ("Contraband") landete bereits im Jahr 2009 auf der "Black List" der vielversprechendsten noch nicht produzierten Skripte und hat nun also endlich einen Abnehmer gefunden. Die Hauptrolle des verzweifelten Vaters wird der Australier Hugh Jackman ("X-Men", "Australia") spielen, in einer noch nicht näher spezifizierten Rolle ist zudem OSCAR-Gewinnerin Melissa Leo ("The Fighter", "Frozen River") mit dabei. Für den Part des Detectives befindet sich Jake Gyllenhaal ("Brokeback Mountain", "Prince of Persia") derzeit in Verhandlungen. Die Produktion soll Anfang 2013 beginnen, avisiert wird vorläufig ein Starttermin im Herbst 2013.

- Seit seinem Erfolg mit "Die Queen", der Titeldarstellerin Helen Mirren 2007 einen OSCAR einbrachte, hatte der britische Star-Regisseur Stephen Frears ("Gefährliche Liebschaften") mit seinen Filmen nicht mehr so richtig viel Glück: Die Komödien "Chéri" mit Michelle Pfeiffer, "Immer Drama um Tamara" mit Gemma Arterton und zuletzt "Lady Vegas" mit Bruce Willis wurden weder von den Kritikern noch vom regulären Publikum allzu wohlwollend aufgenommen. Vielleicht ist es deshalb nicht das Schlechteste, daß er sich demnächst wieder einmal an einem dramatischen Stoff versuchen will, genau genommen an der Verfilmung eines Buchs von Martin Sixsmith mit dem sehr sperrigen Titel "The Lost Child of Philomena Lee: A Mother, her Son and a Fifty-Year Search". Glücklicherweise wird die Kinoadaption voraussichtlich schlicht "Philomena" heißen, es geht um die wahre Geschichte der titelgebenden Irin Philomena Lee, die Anfang der 1950er Jahre als Teenager unerhörterweise unverheiratet schwanger wurde. Wie es im katholisch geprägten Irland der damaligen Zeit gängige Praxis war, wurde ihr das Kind nach drei Jahren von der Kirche weggenommen und zur Adoption in die USA verkauft. Obwohl es verboten war, suchte sie die nächsten 50 Jahre lang heimlich nach ihrem Sohn und traf dabei im Jahr 2004 zufällig auf den Autor Martin Sixsmith, der sie fortan tatkräftig unterstützte. Ihr Sohn, der Anwalt und republikanischer Politiker in Washington wurde, trachtete nach einer AIDS-Erkrankung derweil seinerseits danach, die Identität seiner leiblichen Mutter zu erfahren, blitzte jedoch bei der katholischen Kirche gnadenlos ab. Dame Judi Dench ("M" in den James Bond-Filmen, "My Week with Marilyn") wird die Titelrolle der (älteren) Philomena übernehmen, Comedian Steve Coogan ("In 80 Tagen um die Welt", "Nachts im Museum"), der gemein mit Jeff Pope auch das Drehbuch verfasste, wird Sixsmith verkörpern. Die Dreharbeiten sollen im November beginnen, was auch hier für einen (UK)-Kinostart in der zweiten Jahreshälfte 2013 spricht.

- Abraham Lincoln scheint in Hollywood weiterhin hoch im Kurs zu stehen. Denn nachdem der Horrorfilm "Abraham Lincoln – Vampirjäger" in den USA bereits im Sommer lief (mit allerdings mäßigem Erfolg) und Steven Spielbergs Biopic "Lincoln" im Winter als OSCAR-Favorit starten wird, gibt es nun noch ein weiteres Projekt: In "The Green Blade Rises" soll der junge Lincoln im Fokus stehen, der sich erst zu jener Persönlichkeit entwickelt, die schließlich als einer der wichtigsten US-Präsidenten in die Historie eingehen sollte. Als einer der Produzenten fungiert "The Tree of Life"-Regisseur Terrence Malick, Regie und Drehbuch verantwortet Debütant AJ Edwards, der bei drei Malick-Werken zur Filmcrew gehörte (zuletzt übernahm er bei "To the Wonder" den Schnitt). Wer den jungen Lincoln spielen wird, steht zwar noch nicht fest, einige andere Darsteller sehr wohl: Diane Kruger ("Das Vermächtnis der Tempelritter", "Inglourious Basterds") und Jason Clarke ("Public Enemies", "Death Race") werden Lincolns Stiefeltern verkörpern, Shooting-Star Brit Marling ("Another Earth", "Arbitrage") seine leibliche Mutter. Hinzu kommt Wes Bentley ("American Beauty", "Die Tribute von Panem") als Lincolns erster Lehrer. Die Dreharbeiten sollen im Herbst beginnen, womit ein US-Kinostart Ende 2013 möglich wäre.

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