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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

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Donnerstag, 5. April 2012

ZORN DER TITANEN (3D, 2012)

Originaltitel: Wrath of the Titans
Regie: Jonathan Liebesman, Drehbuch: Dan Mazeau und David Leslie Johnson, Musik: Javier Navarrete
Darsteller: Sam Worthington, Liam Neeson, Ralph Fiennes, Rosamund Pike, Édgar Ramirez, Toby Kebbell, Bill Nighy, John Bell, Danny Huston, Lily James
 Wrath of the Titans
(2012) on IMDb Rotten Tomatoes: 26% (4,5); weltweites Einspielergebnis: $305,3 Mio.
FSK: 12, Dauer: 99 Minuten.

Mehrere Jahre nach Perseus´ Sieg über den Kraken: Nach dem frühen Tod seiner Frau Io hat sich Perseus (Sam Worthington, "Last Night") mit seinem Sohn Helios (John Bell, "Battleship") ein einfaches Leben in einem Fischerdorf aufgebaut. Eines Tages taucht sein Vater Zeus (Liam Neeson, "Batman Begins") auf und bittet ihn um Hilfe, da Zeus´ Vater Kronos, der Anführer der Titanen, aus dem Tartaros, seinem Gefängnis in der Unterwelt, zu entkommen droht. Perseus weigert sich zunächst, da er sich nur um seinen Sohn kümmern will. Doch als Hades (Ralph Fiennes, "Skyfall") und Kriegsgott Ares (Édgar "Carlos" Ramirez ersetzt Luke Evans) Zeus verraten und sich mit Kronos verbünden, kann wieder einmal nur Perseus die Welt vor dem Untergang retten ...

Kritik:
"Zorn der Titanen" ist im Vergleich zum schwachen Vorgänger "Kampf der Titanen" in jeder Hinsicht ein Schritt in die richtige Richtung. Nicht nur, daß diesmal tatsächlich ein Titan vorkommt – zusätzlich weiß die Fortsetzung eine etwas bessere Dramaturgie zu bieten, der Humor wird sparsamer dosiert eingesetzt und ist nicht mehr ganz so kindisch und auch die Götter werden nicht wieder total verschenkt. Allerdings reichen diese Verbesserungen noch lange nicht aus, um aus "Zorn der Titanen" einen guten Film zu machen. Und angesichts der im Vergleich zum ersten Teil deutlich schwächeren weltweiten Einspielergebnisse wird es wohl auch keine zweite Fortsetzung geben, die mit einem weiteren Schritt nach vorne dann endlich die "Gut"-Gefilde des Bewertungsschemas erreichen könnte.

Optisch war ja bereits dem Vorgänger nicht viel vorzuwerfen, doch "Zorn der Titanen" toppt dessen Leistung noch. Der 3D-Einsatz ist diesmal recht gelungen, allerdings setzt Regisseur Liebesman ("Battle Los Angeles") etwas zu viele Jahrmarktseffekte wie "in die Kamera" fliegende Waffen ein. Zwar wurde auch "Zorn der Titanen" erst nachträglich in 3D konvertiert und ich würde auch nicht so weit gehen zu behaupten, daß die Dreidimensionalität den Film besser macht – aber zumindest stört sie nicht und hat sogar ein paar nette Effekte zu bieten. Das Kreaturendesign ist wiederum überzeugend, vor allem die Zyklopen und Oberbösewicht Kronos sind sehr eindrucksvoll geraten.

Sam Worthington hat in seinem zweiten Einsatz als Perseus etwas mehr Charaktermomente spendiert bekommen und wirkt deshalb als Held deutlich weniger farblos. Wie erwähnt machen dieses Mal auch die Götter etwas mehr Eindruck als im Vorgänger, ihr Potential wird aber noch immer nicht ausgeschöpft. Durch die Konzentration auf nur noch eine Handvoll Götter kommen diese immerhin besser zur Geltung und speziell Liam Neeson und Ralph Fiennes sind nicht mehr komplett unterfordert, doch es bleibt dabei: Die Götter sehen nicht aus wie Götter, sie sprechen nicht wie Götter, sie handeln nicht wie Götter. Den Unterschied zwischen Göttern und Menschen hat 2011 Tarsems oft unterschätzter "Krieg der Götter" sehr viel schöner herausgearbeitet. Die Umbesetzung von Ares wie auch einiger anderer Rollen (Andromeda, Hephaistos) stört übrigens nicht, wäre aber auch nicht notwendig gewesen. Die Schauspieler waren mit Sicherheit noch das kleinste Problem von "Kampf der Titanen" ...

Auch dramaturgisch hat "Zorn der Titanen" zugelegt, anders als im Vorgänger wirkt es nun nicht mehr so, als wäre einfach nur eine seelenlose Actionsequenz an die nächste gereiht, sondern es gibt tatsächlich einen (dünnen) roten Faden, der die Geschichte ansatzweise interessant macht. Der noch immer ziemlich kindische Humor macht das zwar mitunter wieder zunichte, immerhin gibt es aber sogar ein paar ganz gute Gags. Generell ist das Drehbuch jedoch erneut keine Offenbarung, manche Dialoge wirken geradezu hilflos (wenn etwa der griechischen Königin Andromeda erst erklärt werden muß, wer der Götterschmied Hephaistos ist, dann ist das die denkbar uneleganteste Methode, um dieses Wissen dem eigentlichen Adressaten, nämlich dem in der Sagenwelt ungeübten Zuschauer, zu vermitteln).

Fazit: War "Kampf der Titanen" noch ein Paradebeispiel des sinn- und seelenlosen Hollywood-Blockbusters, schafft "Zorn der Titanen" zumindest den Sprung zu einem mittelprächtig unterhaltsamen Fantasy-Spektakel mit sehr schönen Schauwerten. Kann man sich ansehen, wenn man in der richtigen Stimmung ist, ist aber alles andere als ein Must-See.

Wertung: 5,5 Punkte.


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