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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Montag, 11. Juni 2018

TV-Tips für die Woche 24/2018

Montag, 11. Juni:
Arte, 20.15 Uhr und 21.45 Uhr: "Alle Mörder sind schon da" (1985) und "Getaway" (1972)
Eigentlich sollten die humorvolle "Cluedo"-Verfilmung mit Tim Curry und der Action-Klassiker mit Steve McQueen bereits Mitte April im Doppelpack laufen, fielen da aber einer kurzfristigen Programmänderung wegen des Todes von Miloš Forman zum Opfer. Nun sollte es hoffentlich klappen ...

Dienstag, 12. Juni:
Servus TV, 22.05 Uhr: "Meerjungfrauen küssen besser" (1990)
In dieser sympathischen Familien-Tragikomödie spielen Cher, eine junge Winona Ryder und eine sehr junge Christina Ricci eine unkonventionelle Familie in den 1960er Jahren. Die 15-jährige, ziemlich bodenständige Charlotte (Ryder) hadert mit den Eskapaden ihrer freigeistigen Mutter (Cher) und vor allem mit deren Angewohnheit, jedes Mal umzuziehen, nachdem eine Beziehung gescheitert ist (was oft vorkommt). Vielleicht läuft es mit dem netten Schuhverkäufer Lou (Bob Hoskins in einer seiner schönsten Rollen) besser?

Tele 5, 22.05 Uhr (um über zehn Minuten geschnitten; ungekürzte Wiederholung in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um 2.00 Uhr): "Windtalkers" (2002)
John Woos Kriegsfilm mit Nicolas Cage konnte zwar die hochgesteckten Erwartungen weder qualitativ noch kommerziell erfüllen, ist aber für Anhänger des Genres trotzdem interessant. Das gilt besonders, da er nicht die üblichen Geschichten aus dem Zweiten Weltkrieg schildert, sondern eine eher weniger bekannte wahre Begebenheit: den Einsatz von etwa 400 Navajos im Zweiten Weltkrieg, weil deren Sprache die einzige war, die der japanische Geheimdienst nicht entschlüsseln konnte.

Mittwoch, 13. Juni:
Arte, 21.50 Uhr: "Animal Farm - Aufstand der Tiere" (1954)
Der erste lange europäische Zeichentrickfilm ist eine Adaption von George Orwells berühmter Gesellschaftsparabel, die schnell zum Klassiker avancierte. Die Geschichte von Farmtieren, die einen Aufstand gegen ihre menschlichen Besitzer starten, damit aber am Ende nur eine Schreckensherrschaft durch eine andere ersetzen, ist leider zeitlos, auch wenn Orwell primär auf die russische Oktoberrevolution und die resultierende Sowjetunion abzielte. Das radikale Filmende unterscheidet sich übrigens von der Vorlage, was vor allem damit zusammenhängt, daß die CIA die Produktion mitfinanzierte und die Fabel als Propagandawerkzeug gegen die Sowjets nutzen wollte ... Noch ein interessantes Detail am Rande: In der englischsprachigen Originalfassung werden sämtliche Tiere von Maurice Denham ("Die letzte Fahrt des Bismarck") gesprochen, in der deutschen hat jedes Tier mit einer größeren Rolle einen eigenen Sprecher.

Arte, 23.05 Uhr: "April und die außergewöhnliche Welt" (2015)
Free-TV-Premiere des originellen französischen Animationsfilms über eine alternative Realität, in der der industrielle Fortschritt im 19. Jahrhundert quasi zum Stillstand gekommen ist und sich deshalb eine Art Steampunk-Gesellschaft etabliert hat, in der im Jahr 1941 Napoleon V. über Frankreich herrscht. Als immer mehr Wissenschaftler spurlos verschwinden, macht sich die kleine April auf die Suche - denn auch ihre Eltern sind betroffen.

Außerdem:
Das Wunder von Bern (passend zum morgigen Start der Fußball-WM läuft mal wieder Sönke Wortmanns gelungener Mix aus Familiengeschichte und Sportfilm über den ersten deutschen WM-Titel 1954; 20.15 Uhr bei Kabel Eins)

Donnerstag, 14. Juni:
Tele 5, 20.15 Uhr: "Kanonenboot am Yangtse-Kiang" (1966)
Steve McQueen spielt im für acht OSCARs nominierten dreistündigen Kriegsabenteuer von Robert Wise ("West Side Story") den aufbrausenden Maschinisten Jake Holman, der während des chinesischen Bürgerkrieges in den 1920er Jahren auf einem US-Kanonenboot dient, das den Schutz amerikanischer Bürger und Besitztümer gewährleisten soll. Keine leichte Aufgabe im Chaos eines Bürgerkrieges, der auch die fremdenfeindliche Stimmung immer weiter anheizt ... McQueen erhielt für seine Leistung die (erschreckenderweise) einzige OSCAR-Nominierung seiner Karriere, auch der Nebendarsteller Mako ("Conan der Barbar") wurde nominiert, während Richard Attenborough für seine Nebenrolle den Golden Globe erhielt.

Freitag, 15. Juni:
ZDF Neo, 23.30 Uhr: "Re-Animator" (1985)
Siehe meine Empfehlung von Juni 2016 für Stuart Gordons schwarzhumorigen Horrorklassiker, der in Deutschland fast 30 Jahre lang auf dem Index stand.

Samstag, 16. Juni:
SAT. 1, 20.15 Uhr: "Megamind" (2010)
Es passiert immer wieder, daß Hollywood zwei rivalisierende Projekte zur gleichen Thematik innerhalb kurzer Zeit in die Kinos bringt - meistens setzt sich dann unabhängig von der Qualität jenes durch, das zuerst kam (z.B. "Olympus Has Fallen" gegen "White House Down"). So war es leider auch bei zwei Animationsfilmen über liebenswerte Möchtegern-Oberbösewichte, denn der im Sommer 2010 gestartete "Ich - Einfach unverbesserlich" wurde zum Riesenerfolg mit bislang zwei Fortsetzungen und dem Spin-Off "Minions", während im Herbst der auch noch teurere "Megamind" zwar recht gut lief, aber eben nicht mehr - und deshalb ein Einzelfilm blieb. Ich persönlich finde das sehr schade, denn abgesehen von den Minions hat sich mir der Reiz der "Ich - Einfach unverbesserlich"-Filme nie wirklich erschlossen, wohingegen ich "Megamind" auch dank einer sehr gelungenen Synchronfassung sehr witzig finde - eigentlich bin ich ja ein Gegner der Praxis, bei Animationsfilmen Comedians als Synchronsprecher einzusetzen, aber hier funktioniert das mit Bastian Pastewka und Oliver Kalkofe (flankiert von zwei der besten Profi-Synchronsprecher, Vera Teltz und Oliver Rohrbeck) in den Hauptrollen ausgezeichnet ...

Außerdem:
A Lonely Place to Die - Todesfalle Highlands (spannender Survival-Thriller mit Melissa George; 0.20 Uhr im ZDF, das aber leider stets nur die um zwei Minuten geschnittene FSK 16-Fassung zeigt)
Sweetwater (wenig zimperlicher B-Western mit ärgerlich banaler Rachestory, aber markanten, mit January Jones, Ed Harris und Jason Isaacs gut besetzten Figuren; 0.40 Uhr bei Pro 7)

Sonntag, 17. Juni:
Arte, 20.15 Uhr: "Amadeus" (1984)
Miloš Formans mit acht OSCARs ausgezeichnetes, innovatives Biopic über den extrovertierten, leichtlebigen, aber genialen Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart (Tom Hulce), geschildert aus der Perspektive seines großen Rivalen Antonio Salieri (F. Murray Abraham) - diese Rivalität ist zwar größtenteils frei erfunden (soweit sich das heutzutage noch eruieren läßt), funktioniert dramaturgisch aber hervorragend.

Tele 5, 22.45 Uhr: "Der letzte Tango in Paris" (1972)
Bernardo Bertoluccis einstmaliger Skandalfilm (wegen der für die damaligen Verhältnisse sehr aufsehenerregenden Sexszenen) ist ein elegant gefilmtes, für Interpretationen offenes Drama über den amerikanischen Witwer Paul (Marlon Brando), der in Paris die deutlich jüngere Jeanne (Maria Schneider) kennenlernt. Sie treffen sich regelmäßig zum Sex, verabreden jedoch, sich nichts voneinander zu erzählen, damit keine tieferen Gefühle aufkommen. Überraschung: Das kann nicht gutgehen ...

RTL II, 1.55 Uhr: "About Last Night" (2014)
Free-TV-Premiere der in den USA ziemlich erfolgreichen Komödie über zwei frisch verliebte afroamerikanische Paare, gespielt von Kevin Hart und Regina Hall respektive Michael Ealy und Joy Bryant. Es handelt sich um ein Remake von Edward Zwicks "Nochmal so wie letzte Nacht" aus dem Jahr 1986, in dem Rob Lowe, Demi Moore, Jim Belushi und Elizabeth Perkins die entsprechenden Rollen spielten.

Außerdem:
Hangover (die kultige Chaos-Komödie, die Bradley Cooper zum Weltstar machte; 22.20 Uhr bei Pro 7)

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