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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

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Donnerstag, 29. Juni 2017

Neues aus Hollywood mit der ersten Mondlandung, gefährlichen Therapien und einem ausgearteten Kinderspiel

  • Nachdem er zuletzt mit "Whiplash" und "La La Land" mit zwei sehr musikalischen Filmen die OSCARs eroberte, widmet sich Regisseur Damien Chazelle in seinem nächsten Projekt einer gänzlich anderen Thematik: der ersten Mondlandung. "First Man" wird zu Chazelles erster Regiearbeit, für die er nicht das Drehbuch schrieb, das stammt hier nämlich von dem OSCAR-Gewinner Josh Singer ("Spotlight"), der zuletzt als einer von zwei Autoren von Steven Spielbergs für den Herbst geplanten historischen (aber deutlich Trump-inspirierten) Polit- und Journalismus-Thriller "The Papers" beschäftigt war. Singer adaptierte für "First Man" die gleichnamige Neil Armstrong-Biographie aus der Feder des Geschichtsprofessors James R. Hansen, weitet die Perspektive aber aus, indem er sich auf das gesamte, von 1961 bis 1969 dauernde Mondlandungsprojekt der NASA konzentriert - wobei Armstrong als Leiter der dreiköpfigen "Apollo 11"-Besatzung und erster Mensch auf dem Mond natürlich die zentrale Figur sein wird. "La La Land"-Hauptdarsteller Ryan Gosling wird Neil Armstrong verkörpern, während Corey Stoll ("Ant-Man") den zweiten Menschen auf dem Mond, Buzz Aldrin, spielen wird. Kyle Chandler ("Carol") übernimmt die Rolle von Deke Slayton, einem der berühmten "Mercury Seven", also jener Gruppe von Anwärtern für die ersten bemannten US-Raumflüge, die auch in "Hidden Figures" thematisiert wurde. Slayton wurde aus gesundheitlichen Gründen für fluguntauglich erklärt, kletterte dafür aber die NASA-Karriereleiter empor und entschied letztlich über die Besatzung von Apollo 11. In Verhandlungen für die Rolle des Astronauten Edward Higgins White befindet sich Jason Clarke ("Planet der Affen: Revolution") in Verhandlungen. Die Dreharbeiten zu "First Man" sollen im Herbst beginnen, der US-Kinostart wurde bereits auf den 12. Oktober 2018 festgelegt.

  • Der australische Schauspieler Joel Edgerton ("Der große Gatsby") feierte 2015 mit seinem Langfilm-Regiedebüt "The Gift" einen großen Kritiker- sowie einen soliden Publikumserfolg, da wundert es nicht, daß er sich nun erneut hinter der Kamera versucht. Während "The Gift" ein Horror-/Mystery-Thriller war, handelt es sich bei "Boy Erased" um ein Coming of Age-Drama mit spezieller Note. Der diesjährige OSCAR-Nominee Lucas Hedges ("Manchester by the Sea") verkörpert in Edgertons eigener Adaption der Autobiographie "Boy Erased" von Garrard Conley (der das Drehbuch selbst hätte schreiben dürfen, dies mangels eigener Filmerfahrung aber Edgerton überließ, jedoch in beratender Funktion beteiligt ist) Jared, den 19-jährigen Sohn eines Baptisten-Pastors in einer Kleinstadt in Arkansas. Als dessen Eltern erfahren, daß ihr Sohn schwul ist, stecken sie ihn kurzerhand in eines dieser vor allem in den USA immer noch existenten "Gay Conversion Therapy"-Camps (die offizielle deutsche Übersetzung "Reparativtherapie" dürfte auch hierzulande weniger geläufig bzw. verständlich sein als die unverblümte englischsprachige Bezeichnung), die beispielsweise vom amtierenden US-Vizepräsidenten Mike Pence unterstützt wurden. Das Ziel dieser "Therapie" ist es, Homosexualität zu heilen bzw. reparieren, weil sie von erschreckend vielen (häufig strenggläubigen) Menschen immer noch für eine Krankheit oder einen Defekt gehalten wird. Da das natürlich nicht der Fall ist, wie wissenschaftlich schon vor Jahrzehnten nachgewiesen wurde, kann eine solche Heilung logischerweise nicht wirklich funktionieren und richtet schlimmstenfalls gar große psychische Schäden bei den Betroffenen an. Jared muß die "Therapie" also über sich ergehen lassen, legt sich dabei aber schnell mit dem leitenden Psychiater an. Den wird übrigens Joel Edgerton selbst spielen, für die Rollen von Jareds Eltern konnte er mit Russell Crowe und Nicole Kidman zwei echte Hochkaräter gewinnen. Ob die Handlung wie bei Conley im Jahr 2004 spielt oder in unserer Gegenwart, wurde noch nicht bekanntgegeben (dürfte aber keinen großen Unterschied machen). Der Beginn der Dreharbeiten zu "Boy Erased" ist ebenfalls für den Herbst anvisiert, mit dem Kinostart ist angesichts der durchaus OSCAR-verdächtigen Thematik wohl im Herbst oder Winter 2018 zu rechnen.

  • Wesentlich weniger dramatisch wird es sicher in der US-Komödie "Tag" zugehen, die auf einem Artikel im "Wall Street Journal" über eine Gruppe von fünf männlichen Freunden beruht, die seit ihren gemeinsamen Grundschul-Zeiten jedes Jahr einen ganzen Monat lang "Fangen" spielen (Englisch: "Tag"). Was in der Kindheit ganz normal ist, kommt bei Erwachsenen naturgemäß eher kurios daher, zumal die fünf Freunde und ihre Familien inzwischen über den gesamten Kontinent verteilt sind. Dennoch ziehen sie das Spiel gnadenlos durch ... Der TV-Comedy-Spezialist Jeff Tomsic ("Broad City") feiert mit "Tag" sein Kinodebüt, das Drehbuch steuern Mark Steilen (Amazon-Serie "Mozart in the Jungle") und Rob McKittrick bei (hatte 2005 mit der Restaurant-Komödie "Abserviert" mit Ryan Reynolds und Anna Faris einen kleinen Indie-Erfolg). Die fünf Hauptrollen gingen an Ed Helms ("Hangover"), Jeremy Renner, "Mad Men"-Star Jon Hamm, Jake Johnson ("Jurassic World") und Hannibal Buress ("Bad Neighbors"), die weiblichen Rollen (wohl Ehefrauen oder Freundinnen) gingen an Isla Fisher ("Die Unfaßbaren"), Annabelle Wallis ("Die Mumie"), Rashida Jones ("The Social Network") und Leslie Bibb ("Iron Man"). Die Dreharbeiten haben gerade in Atlanta begonnen, in den USA soll "Tag" am 29. Juni 2018 in die Kinos kommen.

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