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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Montag, 20. März 2017

TV-Tips für die Woche 12/2017

Montag, 20. März:
Arte, 20.15 Uhr und 22.15 Uhr: "Der Fall Serrano" (1977) und "Die Hölle von Algier" (1964)
In einem Double Feature zeigt Arte zwei weniger bekannte politische Thriller mit Frankreichs Kinolegende Alain Delon. Im lose auf wahren Geschehnissen basierenden "Der Fall Serrano" von Georges Lautner spielt er den Politiker Xavier, der von einem langjährigen Freund verzweifelt gebeten wird, ihm ein Alibi für den Mord an einem anderen Politiker zu geben. Xavier willigt ein - und wird mitten in eine große Verschwörungsgeschichte gezogen. In weiteren Rollen sind Stars wie Ornella Muti (als Hauptdarstellerin), Mireille Darc und Klaus Kinski (in einer Nebenrolle) zu sehen. In "Die Hölle von Algier" ist Delon ein Deserteur aus der Fremdenlegion in Algerien, der eine Anwältin (Lea Massari) entführt, um an das Geld für seine Rückkehr nach Frankreich zu kommen - dummerweise verliebt sich in die Frau ...

HR, 0.00 Uhr: "Das Lager - Wir gingen durch die Hölle" (2008)
Auf Tatsachen basierendes russisch-britisches Kriegsdrama mit John Malkovich, Vera Farmiga, Thomas Kretschmann und Daniel Brühl, in dem deutsche Kriegsgefangene fälschlicherweise in ein sowjetisches Frauen-Kriegsgefangenenlager gebracht werden, wo sie von den sowjetischen Wachsoldatinnen nicht sehr freundlich empfangen werden.

Dienstag, 21. März:
BR, 0.45 Uhr: "Maos letzter Tänzer" (2009)
Dramaturgisch wenig aufregendes, aber ansprechend inszeniertes Biopic von Bruce Beresford ("Miss Daisy und ihr Chauffeur") über den chinesischen Ballett-Weltstar Li Cunxin, das sich seiner Kindheit im China der "kulturellen Revolution" in den 1960er Jahren ebenso widmet wie seiner Zeit als Erwachsener in den USA, wo er sich dem "Houston Ballet" anschloß.

Mittwoch, 22. März:
Pro 7, 20.15 Uhr: "Das Streben nach Glück" (2006) 
Will Smith glänzt in dem auf der Autobiographie des US-Millionärs Chris Gardner beruhenden Drama als alleinerziehender Vater, dessen finanzielle Nöte in den 1980er Jahren so groß sind, daß er und sein Sohn vorübergehend obdachlos werden. Als er die Chance auf ein halbjähriges Praktikum bei einer Investmentbank bekommt, greift er zu, obwohl die Tätigkeit unbezahlt ist und die Chance, daß er am Ende übernommen wird, sehr gering. Doch mit dem Mut und Fleiß der Verzweiflung stürzt sich Chris in die ihm völlig fremde Arbeit und macht bald Fortschritte ... Smith erhielt für die Rolle seine zweite OSCAR-Nominierung.

Arte, 20.15 Uhr: "Der Mann ohne Vergangenheit" (2002)
Bei der Berlinale 2017 hat der vielfach ausgezeichnete finnische Filmemacher Aki Kaurismäki ("Leningrad Cowboys") gerade sein Karriereende mit 59 Jahren bekanntgegeben. Sollte er das tatsächlich durchziehen, wäre es schade, denn mit seinen lakonischen, gesellschaftskritischen Tragikomödien mit leicht skurriler Note hat sich Kaurismäki eine Nische geschaffen, die er seit Jahrzehnten qualitativ hochwertig bedient. "Der Mann ohne Vergangenheit" gilt vielen als sein bester Film: die Geschichte eines Mannes (Markku Peltola), der in Helsinki ohne Gedächtnis im Krankenhaus aufwacht und beim Versuch, sich ohne Identität oder eigene Habe ein neues Leben aufzubauen, fast nur bei den sozial Schwachen Verständnis und Unterstützung findet.

Donnerstag, 23. März:
Disney Channel, 20.15 Uhr: "Moulin Rouge!" (2001)
Einer meiner absoluten Lieblingsfilme und neben "Gladiator" und "Lost in Translation" der Film, den ich am häufigsten im Kino gesehen habe. Meine Verehrung für Baz Luhrmanns schamlos überkandideltes, um 1900 im zwielichtigen Pariser Vergnügungsviertel spielendes Musical mit grandios neu arrangierten Pop- und Rocksongs von Elton John, Nirvana, The Police, Madonna oder David Bowie geht so weit, daß ich Ally McBeal in der gleichnamigen TV-Serie für ihre nur minimal übertriebene Entscheidung lediglich Beifall zollen konnte, eine Babysitterin deshalb rauszuschmeißen, weil die "Moulin Rouge!" nicht leiden konnte und damit nur einen schlechten Einfluß auf ihre Tochter haben könne ... Zugegeben, "Moulin Rouge!" ist definitiv nicht für jeden Geschmack geeignet, zu offensiv trägt das Musical seine Theaterhaftigkeit und seinen Hang zu Pathos und den ganz großen Gefühlen vor sich her. Doch wer sich damit anfreunden kann, der bekommt ein umwerfend atmosphärisches, vor Phantasie überbordendes, visuell und akustisch prachtvolles und für acht OSCARs nominiertes "Larger than Life"-Meisterwerk zu Gesicht, das von den (auch gesanglich!) glänzenden Hauptdarstellern Nicole Kidman (als an Schwindsucht leidende Edelkurtisane Satine) und Ewan McGregor (als junger Poet, der sich unsterblich in Satine verliebt) getragen wird. Einfach ein toller, einzigartiger Film!

Freitag, 24. März:
RTL II, 22.35 Uhr: "Operation: Kingdom" (2007)
Peter Bergs Actionthriller über eine Gruppe von FBI-Agenten (u.a. Jamie Foxx und Jennifer Garner), die einen Anschlag auf amerikanische Militärangehörige in Saudi-Arabien untersucht, ist zwar recht reißerisch inszeniert und von der politischen Aussage her nicht unproblematisch, dafür aber auch sehr spannend und keineswegs unkritisch.

Außerdem:
The Amazing Spider-Man (gut gemachte Origin-Geschichte mit zwei starken Hauptdarstellern Andrew Garfield und Emma Stone, die aber auch nicht ganz vergessen machen können, daß dieser eher kurzlebige Neuanfang zu viele Déjà-vu-Momente enthält; 20.15 Uhr bei Pro 7)

Samstag, 25. März:
Servus TV, 20.15 Uhr: "Reine Chefsache" (2004)
Eine nette Wirtschaftssatire von Paul Weitz, in der Dennis Quaid als Werbefachmann einen neuen Chef (Topher Grace aus der Comedyserie "Die wilden 70er") vorgesetzt bekommt, der frisch von der Uni kommt. Und dann verliebt sich auch noch seine Tochter (Scarlett Johansson) in den jungen Schnösel!

SAT.1 Gold, 0.20 Uhr: "Ruhelos" (2012)
Free-TV-Premiere des insgesamt drei Stunden langen, für zwei Emmys nominierten britisch-deutschen TV-Zweiteilers über eine junge Britin (Michelle Dockery aus "Downton Abbey"), die Mitte der 1970er Jahre herausfindet, daß ihre Mutter (Charlotte Rampling respektive in den dominierenden Rückblenden Hayley Atwell) im Zweiten Weltkrieg als Spionin arbeitete und sich seitdem auf der Flucht befindet. SAT.1 Gold zeigt beide Teile am Stück.

Außerdem:
Der Vorleser (Stephen Daldrys Bernhard Schlink-Adaption ist nicht frei von dramaturgischen Schwächen, hat aber Hauptdarstellerin Kate Winslet in der Rolle einer ungebildeten Ex-KZ-Aufseherin zu Recht ihren ersten OSCAR beschert; 20.15 Uhr bei 3sat)
Open Range (Oldschool-Western von und mit Kevin Costner mit einem fabelhaften Showdown; 23.55 Uhr in der ARD)
Der Adler der neunten Legion (mittelmäßiges Römer-Abenteuer mit Channing Tatum und Jamie Bell; 0.35 Uhr im ZDF)

Sonntag, 26. März:
Arte, 20.15 Uhr: "Schwarzer Engel" (1976)
In dem abgründigen, von Hitchcocks "Vertigo" inspirierten psychologischen Thriller-Drama von Brian De Palma trifft Michael (Cliff Robertston) in Florenz auf Sandra (Geneviève Bujold), die seiner 15 Jahre zuvor mit der gemeinsamen Tochter entführten und dann ermordeten Gattin unheimlich ähnlich sieht. Sie finden zusammen, kehren gemeinsam in die USA zurück und wollen heiraten - allerdings scheinen beide davon besessen zu sein, Sandra vollkommen in das Ebenbild der verstorbenen Elizabeth zu machen. Dann wird auch Sandra entführt ...

3sat, 21.40 Uhr: "Zeugin der Anklage" (1957)
Billy Wilder ist für allem für seine wunderbaren Komödien wie "Manche mögen's heiß" oder "Das Mädchen Irma la Douce" bekannt, doch seine selteneren ernsten Arbeiten müssen sich dahinter qualitativ nicht verstecken. Das (neben "Sunset Boulevard") wohl beste Beispiel dafür ist der auf eine Kurzgeschichte von Agatha Christie zurückgehende und für sechs OSCARs nominierte Gerichtskrimi "Zeugin der Anklage", in dem sich der großartige Charles Laughton ("Meuterei auf der Bounty") als berühmter Londoner Strafverteidiger und Marlene Dietrich als zwielichtige Ehefrau des Angeklagten (Tyrone Power) in einem Mordfall ein atemberaubendes Duell der Worte liefern.

Pro 7, 22.10 Uhr: "Son of a Gun" (2014)
Free-TV-Premiere des unoriginellen, aber soliden australischen Gangsterfilms, in dem Ewan McGregor einen Schwerverbrecher mimt, der mit der Hilfe eines jungen Mitgefangenen (Brenton Thwaites) aus dem Gefängnis ausbricht und mit ihm gleich den nächsten millionenschweren Raubüberfall angeht.

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