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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Sonntag, 29. Mai 2016

TV-Tips für die Woche 22/2016

Montag, 30. Mai:
Arte, 13.45 Uhr: "Die drei von der Tankstelle" (1930)
In einem der erfolgreichsten deutschen Vorkriegsfilme - nebenbei Begründer des Subgenres der "Tonfilmoperetten" - eröffnen drei finanziell schlecht gestellte Freunde (dargestellt von Heinz Rühmann, Willy Fritsch und Oskar Karlweis) eine Tankstelle. Dummerweise verlieben sie sich dann alle in die selbe (von Lilian Harvey verkörperte) Frau. Der berühmteste der eigens für den Film komponierten Songs ist übrigens "Ein Freund, ein guter Freund", vorgetragen von den als singende Barkeeper auftretenden Comedian Harmonists.

Arte, 20.15 Uhr: "Frau ohne Gewissen" (1944)
In Billy Wilders meisterhaftem Film noir (aktuell Platz 81 in den IMDb Top 250) läßt sich der brave Versicherungsdetektiv Walter (Fred MacMurray) von einer verführerischen Femme fatale (grandios: Barbara Stanwyck) dazu überreden, ihr beim Mord an ihrem Ehemann zu helfen. Walters Kollege (der einzigartige Edward G. Robinson) versucht herauszufinden, wie es dazu nur kommen konnte ...

Arte, 22.00 Uhr: "Schottische Trilogie: Meine Kindheit, Meine Leute und Mein Weg zurück" (1972-1978)
In drei autobiographischen Filmen verarbeitete der schottische Filmemacher Bill Douglas in den 1970er Jahren sein nicht gerade paradiesisches Aufwachsen in einem ärmlichen schottischen Bergarbeiterdorf zur Mitte des 20. Jahrhunderts - und erhielt dafür u.a. mehrere Preise bei der Berlinale. Arte zeigt die gesamte Trilogie am Stück (die einzelnen Teile dauern nur 50, 45 und 75 Minuten) im Originalton mit deutschen Untertiteln.

Außerdem:
50/50 - Freunde fürs (Über)Leben (gelungene Krebs-Tragikomödie mit Joseph Gordon-Levitt, Seth Rogen und Anna Kendrick; 21.45 Uhr bei Eins Plus)

Dienstag, 31. Mai:
Servus TV, 20.15 Uhr: "Mein bester Freund" (2006)
Eine amüsante französische Komödie über den schroffen Francois (Daniel Auteuil), dessen Geschäftspartnerin (Julie Gayet) ihm nicht abnimmt, daß er einen besten Freund hat. Damit liegt sie richtig, doch da Francois das nicht zugeben will, engagiert er einen naiven Taxifahrer (Dany Boon aus "Willkommen bei den Sch'tis"), um seinen besten Freund zu spielen ...

BR, 0.00 Uhr: "Kids - In den Straßen New Yorks" (2006)
Independent-Filmemacher Dito Montiel verfilmte seine eigene Autobiographie als realitätsnahes Coming of Age-Drama, das auf zwei Zeitebenen spielt: In Ditos Jugend (wo er von Shia LaBeouf gespielt wird) in dem ärmlichen, von Gangs unsicher gemachten New Yorker Einwandererviertel Astoria und in der Gegenwart (mit Robert Downey Jr. als Dito). Für Channing Tatum bedeutete seine Nebenrolle als Ditos bester Freund Antonio in dem mit mehreren Indie-Preisen geehrten Film den Durchbruch in Hollywood.

ARD, 1.20 Uhr: "Bube, Dame, König, GrAs" (1998)
Siehe meine Empfehlung von Ende Oktober für Guy Ritchies kultige Gaunerkomödie, derzeit auf Platz 139 in den IMDb Top 250.

Mittwoch, 1. Juni:
Kabel Eins, 20.15 Uhr: "Auf Messers Schneide" (1997)
Solider Actionreißer, in dem Sir Anthony Hopkins, Alec Baldwin und Harold Perrineau (aus der TV-Serie "Lost") nach einem Flugzeugabsturz in Alaska um ihr Überleben in der feindlichen Wildnis kämpfen - erschwert durch den Umstand, daß Baldwins Figur eine Affäre mit Hopkins' Film-Ehefrau (Topmodel Elle Macpherson) hat ...

3sat, 22.25 Uhr: "Das Gesetz der Begierde" (1987)
In diesem Werk aus der Anfangszeit seiner Karriere schildert die spanische Arthouse-Legende Pedro Almodóvar in gewohnt tragikomischer Art und Weise die Liebeswirren und -leiden eines (wie Almodóvar) homosexuellen Filmemachers und seiner transsexuellen Schwester. Gleich in beide verliebt ist übrigens der junge Antonio, verkörpert von Antonio Banderas ...

HR, 23.15 Uhr: "Dinner für Spinner" (1998)
In Francis Vebers ("Ein Käfig voller Narren") subversiver satirischer Komödie veranstalten einige reiche Franzosen regelmäßige Treffen, zu denen sie zu ihrer Belustigung "Trottel" mitbringen. Einer dieser "Trottel", der schrullig-liebenswerte Finanzbeamte Pignon, sorgt jedoch für weit mehr Chaos als beabsichtigt. Direkt im Anschluß (0.30 Uhr) zeigt der HR übrigens das deutlich schwächere US-Remake gleichen Namens mit Steve Carrell, Paul Rudd und Zach Galifianakis.

ARD, 1.55 Uhr: "Gefährliches Gras" (2009)
Die fünfte Kino-Regiearbeit des hauptberuflichen Schauspielers Tim Blake Nelson ("O Brother, Where Art Thou?") ist eine stilistisch klar von den Coen-Brüdern inspirierte schwarze Komödie über einen Philosophie-Professor (Edward Norton), der von seinem kriminellen Zwillingsbruder in einen Konflikt mit dem örtlichen Drogenbaron (gespielt von Richard Dreyfuss) verwickelt wird.

Außerdem:
Der große Crash (spekulatives, aber spannendes und mit Kevin Spacey, Paul Bettany, Jeremy Irons, Stanley Tucci und Demi Moore hochklassig besetztes Kammerspiel über den Beginn der weltweiten Finanzkrise durch den Zusammenbruch von Lehman Brothers; 23.30 Uhr im BR)

Donnerstag, 2. Juni:
Disney Channel, 20.15 Uhr: "Unter der Sonne der Toskana" (2003)
Auf der Autobiographie von Frances Mayes basierender, ungehemmt kitschiger Liebesfilm über eine Schriftstellerin mittleren Alters (Diane Lane), die nach ihrer Scheidung einen Neuanfang in der Toskana startet.

3sat, 22.25 Uhr: "Irina Palm" (2007)
Mittellose Hausfrau entdeckt, daß sie "goldene Hände" hat und durch die Ausführung sexueller Dienste mit ebenjenen Händen viel Geld verdienen kann. Das klingt nach der Alibi-Handlung eines billigen Pornos, ist aber tatsächlich eine von den Kritikern gefeierte und bei der Berlinale auszeichnete britische Tragikomödie mit gesellschaftskritischen Untertönen. Selbstverständlich würde besagte Hausfrau in einem Porno auch nicht von der zum Zeitpunkt der Dreharbeiten bereits 60-jährigen Marianne Faithfull verkörpert, die in der Titelrolle (die ihr "Künstlername" ist, denn "Palm" heißt ja "Handfläche") dafür eine sehr starke, anrührende Performance darbietet.

ARD, 1.55 Uhr: "Du kannst anfangen zu beten" (1968)
In dem französisch-italienischen Thriller tun sich ein Ex-Militärarzt (Alain Delon) und ein früherer Fremdenlegionär (Charles Bronson), denen es nach ihrer Rückkehr aus dem Algerienkrieg nicht gut ergeht, für einen ungewöhnlichen Einbruch zusammen.

Außerdem:
Die Vermessung der Welt (Detlev Bucks leider etwas biedere Verfilmung des Bestsellers von Daniel Kehlmann über den Universalgelehrten Alexander Humboldt und den Mathematiker Carl Friedrich Gauß; 23.45 Uhr im SWR)

Freitag, 3. Juni:
ZDF Neo, 20.15 Uhr: "Wilde Kreaturen" (1997)
John Cleeses zweite Arbeit als Drehbuch-Autor außerhalb Monty Pythons konnte kommerziell leider bei weitem nicht an den großen Erfolg von "Ein Fisch namens Wanda" neun Jahre zuvor anknüpfen - weshalb es auch seine letzte bleiben sollte. Dabei ist die Komödie, in der Cleese den neuen, hoffnungslos überforderten Direktor eines verschuldeten Zoos spielt, mindestens ebenso witzig. Zugegeben, der Humor ist etwas einfacher gestrickt, aber das Ensemble rund um Cleese, seine beiden "Wanda"-Kollegen Kevin Kline und Michael Palin (der natürlich auch ein Ex-Python ist) und Jamie Lee Curtis bietet den hemmungslos albernen Klamauk mit einer solch ausgelassenen Spielfreude dar, daß es einfach herzerwärmend ist!

Servus TV, 22.15 Uhr: "Inspektor Clouseau - Ein Schuß im Dunkeln" (1964)
Der zweite Teil von Blake Edwards' kultiger Komödienreihe über den unfaßbar schusseligen Polizeiinspektor Clouseau (Peter Sellers' Paraderolle) gilt gemeinhin - und meines Erachtens vollkommen zu Recht - als der beste. Es ist einfach herrlich mitanzusehen, wie Clouseau in einem Mordfall ermittelt und trotz bester Absichten und theoretisch sogar guter Ideen alles immer nur noch schlimmer macht ... Als Mordverdächtige ist übrigens Elke Sommer mit dabei, außerdem wird Clouseaus kampfstarker Diener Cato eingeführt, dessen Darsteller Burt Kwouk leider vor wenigen Tagen verstorben ist.

3sat, 22.35 Uhr: "Verhängnis" (1992)
Der vorletzte Film des französischen Auteurs Louis Malle ("Fahrstuhl zum Schafott", "Auf Wiedersehen, Kinder") ist ein knisterndes erotisches Drama über die Affäre zwischen einem hochrangigen Politiker (Jeremy Irons) und der schönen Freundin (wunderbar: Juliette Binoche) seines eigenen Sohnes. Die Nebendarstellerin Miranda Richardson (als Ehefrau des Politikers) erhielt eine OSCAR-Nominierung.

Pro 7, 0.10 Uhr: "Shoot 'Em Up" (2007)
Komplett durchgeknallter, sehr schwarzhumoriger Over the Top-Actionreißer mit Clive Owen, der selbst einen Film wie "Crank" fast schon seriös aussehen läßt. Und das ist absolut positiv gemeint, denn wenn man sich auf den bewußt trashigen, maßlos übertriebenen B-Movie-Stil einlassen kann (und kein Problem mit dem extremen Gewaltgrad hat), dann macht "Shoot 'Em Up" auch dank des wunderbaren Bösewichts Paul Giamatti riesigen Spaß!

Außerdem:
Silent Hill: Revelation (die miese Fortsetzung des stimmungsvollen Gruselfilms mit Sean Bean; 22.05 Uhr bei RTL II)
Beowulf & Grendel (gemächlich erzählte, in ihrer Rauheit dennoch sehenswerte isländische Verfilmung der Beowulf-Saga mit Gerard Butler und Sarah Polley; ZDF um 1.55 Uhr)

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