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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Sonntag, 20. März 2016

TV-Tips für die Woche 12/2016

Montag, 21. März:
Arte, 20.15 Uhr: "Unternehmen Petticoat" (1959)
Der Film sollte bereits vor drei Wochen auf diesem Sendeplatz gezeigt werden, fiel aber einer kurzfristigen Programmänderung infolge des Todes von Umberto Eco zum Opfer. Hier nochmal mein damaliger Text:
Blake Edwards' Komödienklassiker ist für mich immer noch einer der lustigsten Filme aller Zeiten: Cary Grant spielt einen U-Boot-Kapitän im Zweiten Weltkrieg, der sich mit seinem schwer beschädigten U-Boot, einem kaum an der Einhaltung militärischer Regeln interessierten neuen Offizier (Tony Curtis) und einer Gruppe von Krankenschwestern auseinandersetzen muß, die alle Männer an Bord verrückt machen ... Leider wurde der Film bereits für die deutsche Kinoauswertung stark geschnitten, bis heute existiert keine vollständige Version in deutscher Synchronisation. Erstaunlicherweise funktioniert der Film auch so ganz hervorragend, doch die ungeschnittene englischsprachige Version - die auf der deutschen DVD-Veröffentlichung als Bonus enthalten ist - ist natürlich noch ein gutes Stück besser.

WDR, 23.20 Uhr: "Die Prinzessin von Montpensier" (2010)
Üppig ausgestatteter Historienfilm von Altmeister Bertrand Tavernier, vor dem Hintergrund des Krieges zwischen Katholiken und Hugenotten im Frankreich des 16. Jahrhunderts spielend.

Außerdem:
A Girl Walks Home Alone at Night (Free-TV-Premiere der poetischen, mit Western-Elementen durchzogenen iranisch-amerikanischen Schwarzweiß-Außenseiterballade über einen einsamen weiblichen Vampir im Iran; 23.15 Uhr im NDR)

Dienstag, 22. März:
ZDF Kultur, 20.15 Uhr: "Verbotene Spiele" (1952)
Französisches Schwarzweiß-Drama von René Clément, das den Zweiten Weltkrieg ungeschönt und verdammt deprimierend aus der Perspektive zweier Kinder schildert. Dafür gab es eine Auslands-OSCAR-Nominierung und sogar noch einen speziellen Ehren-OSCAR, dennoch ist der Film zweifellos nur für Hartgesottene zu empfehlen.

RTL II, 20.15 Uhr: "Hellboy 2 - Die goldene Armee" (2008)
Größer, fantastischer, kreativer, einfach besser als der bereits gelungene Teil 1: Mit "Hellboy 2", in dem es Ron Perlman als rothäutiger gehörnter Dämon im Dienste des Guten mit einem Aufstand des bösen Elfen-Prinzen Nuada zu tun bekommt, der die legendäre "Goldene Armee" wiedererwecken und mit deren Hilfe die Menschheit vernichten will, ist Guillermo del Toro einer der schönsten Fantasyfilme der letzten Jahrzehnte gelungen.

3sat, 22.25 Uhr: "Das geheime Leben der Worte" (2005)
In dem gefühlvollen Drama von Isabel Coixet verbringt eine schüchterne junge Frau (wunderbar: Sarah Polley) ihren "Urlaub" auf einer Ölplattform, auf der sie sich um einen bei einem Unfall schwer verletzten Arbeiter (Tim Robbins) kümmert. Langsam freunden sie sich an und öffnen sich einander, wodurch beide sich endlich mit traumatischen Erlebnissen ihrer Vergangenheit auseinandersetzen.

Pro7Maxx, 0.50 Uhr: "Boogie Nights" (1997)
Mit seinem zweiten Film (nach "Last Exit Reno") etablierte sich Paul Thomas Anderson bereits als einer der großen Autorenfilmer der USA. Kein Wunder, immerhin gelang ihm mit "Boogie Nights" das Kunststück, ein so anspruchsvolles wie unterhaltsames Drama über die Porno-Branche zu drehen, mit Mark Wahlberg als Shooting Star Dirk Diggler, Burt Reynolds (OSCAR-Nominierung) als Regisseur sowie Julianne Moore (ebenfalls mit einer OSCAR-Nominierung gewürdigt) und Heather Graham als Pornostars.

Außerdem:
Die drei Musketiere (actionreiche, aber nicht sonderlich inspirierte europäische Neuverfilmung des Dumas-Abenteuerklassikers; 20.15 Uhr bei Pro7Maxx)


Mittwoch, 23. März:
Servus TV, 22.15 Uhr: "Aufruhr in Holly Springs" (1999)
In Robert Altmans bissiger und erstklassig besetzter (Glenn Close, Julianne Moore, Liv Tyler) Kleinstadt-Gesellschaftssatire sorgt der Selbstmord einer alten Dame für mächtig Aufruhr, da fast alle glauben, es handle sich um einen Raubmord ...

3sat, 22.30 Uhr: "Thirteen Days" (2000)
Hochgradig spannender Politthriller über die Kuba-Krise mit Kevin Costner als rechter Hand des Präsidenten John F. Kennedy.

Kabel Eins, 22.40 Uhr: "Resident Evil" (2002)
Die nächstes Jahr mit Teil 6 zu einem (vorläufigen) Ende kommende Actionhorror-Reihe hatte es nie leicht. Die Kritiker konnten von Beginn an nichts mit der blutigen Schauermär über einen Virus, der aus Menschen Zombies macht, anfangen, die vielen Fans der Videospielreihe waren ebenfalls von Beginn an verärgert darüber, daß die Filme fast nichts mit der kultigen Vorlage zu tun hatten. Und trotzdem hat sich die Reihe 15 Jahre gehalten und wurde dabei sogar ziemlich konstant immer erfolgreicher. Irgendetwas muß Paul W.S. Anderson als Produzent aller sowie Regisseur und/oder Autor mehrerer Teile also richtig gemacht haben. An erster Stelle ist da natürlich die Wahl von Milla Jovovich für die kampfstarke Hauptrolle zu nennen, denn das ukrainische Ex-Model hat sich als nicht tot zu kriegende Alice rasch als eine der größten Actionheldinnen der Filmgeschichte etabliert. Ansonsten machen die Filme für Genrefans einfach als mal mehr, mal weniger trashige B-Movies mit erstklassigen Kampfchoreographien (ab Teil 4 auch in 3D) Laune. Am meisten trifft das meiner Ansicht nach immer noch auf den ersten Teil zu, der die dichteste Horroratmosphäre der gesamten Reihe erzeugt (und in einer Nebenrolle Heike Makatsch zu bieten hat).

Außerdem:
Das Schmuckstück (witzige Retro-Komödie mit Catherine Deneuve als "Trophy Wife", die in den 1970er Jahren nach einem nicht-tödlichen Herzinfarkt ihres Mannes dessen Firma leiten will, und Gérard Depardieu als kommunistischem Bürgermeister; 22.45 Uhr im RBB)

Donnerstag, 24. März:
Disney Channel, 20.15 Uhr: "Sweet Home Alabama" (2002)
Anspruchslose, aber sehr charmante romantische Komödie mit Reese Witherspoon, Patrick Dempsey und guter Musik.

3sat, 22.00 Uhr: "The Green Mile" (1999)
Siehe meinen TV-Tip von Mitte September für die herzzerreißende Stephen King-Adaption mit Tom Hanks als Wärter im Todestrakt eines 1930er Jahre-Gefängnisses.

WDR, 23.25 Uhr: "Von Menschen und Göttern" (2010)
Free-TV-Premiere des in Cannes mit drei Preisen ausgezeichneten französischen Dramas über einige Trappisten-Mönche in Algerien, die Mitte der 1990er Jahre angesichts des Auftauchens islamistischer Terroristen überlegen, ob sie bleiben oder zurück nach Frankreich gehen sollen.

MDR, 0.05 Uhr: "Das Narrenschiff" (1965)
Ein klassisches Hollywood-Hochglanz-Ensembledrama über Passagiere und Besatzung eines deutschen transatlantischen Passagierdampfers zu Beginn der 1930er Jahre mit Vivien Leigh, Lee Marvin, José Ferrer, Simone Signoret und dem Österreicher Oskar Werner, der (ebenso wie Signoret) eine OSCAR-Nominierung erhielt. Insgesamt wurde die Literaturverfilmung sogar mit zwei Goldjungs prämiert (Kamera und Ausstattung).

Karfreitag, 25. März:
3sat, 20.15 Uhr: "Lawrence von Arabien" (1962)
Eines der größten Leinwand-Epen der Filmgeschichte: Der britische Meisterregisseur David Lean verfilmte die Autobiographie des britischen Offiziers, Schriftstellers und Geheimagenten T.E. Lawrence mit dem unnachahmlichen Peter O'Toole in der Titelrolle. Im Zentrum des Films stehen Lawrences Erlebnisse während des Ersten Weltkrieges, als er zu einer Schlüsselfigur für den Aufstand der Beduinen gegen die mit Deutschland verbündeten Türken wurde. Bei den OSCARs gewann das dreieinhalbstündige Epos satte sieben Trophäen, darunter für den Besten Film und Regisseur Lean; bei O'Toole blieb es ebenso wie bei Nebendarsteller Alec Guinness (als Prinz Feisal) bei einer Nominierung.

Servus TV, 22.55 Uhr: "Flucht von Alcatraz" (1979)
In diesem auf wahren Geschehnissen (und einem Roman darüber) basierenden Filmklassiker von Don Siegel ("Dirty Harry") wagt Clint Eastwood den Ausbruch aus der berühmt-berüchtigten Gefängnisinsel Alcatraz, in der unhaltbare Zustände voller Willkür und Sadismus herrschen.

3sat, 23.45 Uhr: "Das 1. Evangelium - Matthäus" (1964)
Pier Paolo Pasolinis für drei OSCARs nominiertes Werk gilt als eine der ungewöhnlichsten und besten Bibelverfilmungen. Ungewöhnlich ironischerweise vor allem deshalb, weil er das Leben Jesu konsequent so erzählt, wie es in der Bibel (speziell im Matthäus-Evangelium) geschildert wird, ohne irgendetwas aus dramaturgischen Gründen hinzuzudichten oder auch glattzubügeln - so gilt der hier von Enrique Irazoqui als revolutionärer Prediger dargestellte Sohn Gottes als wohl authentischste Jesus-Interpretation der Filmhistorie. Zudem besetzte Pasolini sämtliche Rollen mit Laien bzw. Schauspielern ganz am Beginn ihrer Karriere und unterlegte die Handlung mit einer unkonventionellen, aber funktionierenden Mischung aus klassischer Musik, Gospel und Weltmusik.

Kabel Eins, 0.00 Uhr: "Rocky Horror Picture Show" (1975)
Wer mit dem Kultfilm der 1970er Jahre noch nicht in Berührung gekommen ist, dem kann man gewisse anfängliche Berührungsängste kaum verübeln. Immerhin handelt es sich hier um ein obskures Rockmusical mit einer total bescheuerten, von Zitaten auf alte Genrefilme nur so strotzenden Handlung und einer schillernden transsexuellen Hauptfigur (wunderbar verkörpert von Tim Curry). Meine Empfehlung: Einfach nicht darüber nachdenken und sich einlassen auf den betont albernen Humor, die extravaganten Figuren (sensationell: die junge Susan Sarandon als anfängliches Mauerblümchen, das sich schnell von dem ausgelassenen Treiben anstecken läßt) und selbstverständlich die erstklassige Musik (u.a. von Meat Loaf in einer Nebenrolle als Rocker Eddie). Ich sag' nur: "Let's do the Time Warp again"!
Ach Mist, jetzt bin ich dermaßen ins Schwärmen gekommen, daß ich mich doch glatt selbst angesteckt habe - heute Abend suche ich mir die DVD raus und schaue mir das Wunderwerk mal wieder an ...

ARD, 1.15 Uhr: "Der große Coup" (1973)
Spannender, schwarzhumoriger Action-Thriller von Genrespezialist Don Siegel ("Dirty Harry"), in dem Erzkomiker Walter Matthau zur Abwechslung mal in einer ernsten Rolle als Bankräuber überzeugt. Die Überfälle auf kleine Institute, die er als Charley Varrick mit seiner Frau verübt, laufen meist glatt ab, doch dann geraten sie unwissentlich an eine Bank, die Mafiageld wäscht.

Außerdem:
Das Phantom der Oper (mit Gerard Butler und Emmy Rossum gut besetzte, visuell opulente, inhaltlich aber leider sehr mäßig umgesetzte Adaption des Andrew Lloyd Webber-Musicals; 20.15 Uhr bei Servus TV)
Batman Begins (der erfolgreiche, deutlich realistischere Neustart der Superhelden-Reihe mit Christian Bale in der Titelrolle; 20.15 Uhr bei Pro 7)
The Dark Knight (Christopher Nolans brillanter zweiter Batman-Film ist nicht nur dank Heath Ledgers OSCAR-prämierter Performance als irrer Oberbösewicht Joker der vielleicht beste Superhelden-Film aller Zeiten; 22.55 Uhr bei Pro 7)

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