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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Dienstag, 10. November 2015

Neues aus Hollywood (45/2015)


Diese Woche habe ich sogar vier Meldungen zu bieten:

  • Letzten Freitag wurde der erste lange Trailer für die nächsten Sommer anstehende Fantasy-Großproduktion "Warcraft" veröffentlicht, die auf dem seit vielen Jahren erfolgreichen "Warcraft"-Computerspiel-Universum basiert (dessen erfolgreichster Vertreter wiederum das Online-Rollenspiel "World of Warcraft" ist). Der britische Regisseur Duncan Jones (der Sohn von David Bowie) ist derweil bereits mitten in den Vorbereitungen für sein nächstes, voraussichtlich deutlich kleiner angelegtes Projekt. "Mute" ist so etwas wie Jones' Traumprojekt, an dem er nach eigenen Aussagen bereits seit 12 Jahren arbeitet. Der Schauplatz des Science Fiction-Thrillers ist Berlin in 40 Jahren, das eine lupenreine Einwandererstadt geworden ist, in der West und Ost aufeinanderprallen, ähnlich wie es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Casablanca der Fall war (vergleiche Michael Curtiz' Filmklassiker "Casablanca" mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman). Der Protagonist der Geschichte ist der stumme Barkeeper Leo, der nur noch in Berlin ist, weil seine große Liebe hier spurlos verschwunden ist. Für die Rolle des Leo wurde Alexander Skarsgård ("Melancholia") angeheuert, einen wichtigen Part als ein amerikanischer Chirurg, der eine Spur in Leos Suche ist, übernimmt Paul "Ant-Man" Rudd. Zudem soll Sam Rockwell ("Ganz weit hinten"), der in Jones' vielbeachtetem Debüt "Moon" die Hauptrolle spielte, mitwirken, auch "Moon"-Komponist Clint Mansell ("Stoker") soll wieder zur Crew zählen. Das Drehbuch, das laut Jones bewährte Science Fiction-Elemente mit ganz neuen Ideen kombiniert, hat er gemeinsam mit Michael Robert Johnson ("Sherlock Holmes") geschrieben. Die Dreharbeiten sollen im März 2016 anlaufen, was für einen Kinostart Ende 2016 oder Anfang 2017 sprechen würde; das hängt wohl vor allem davon ab, wie spezialeffektlastig "Mute" am Ende wird. 

  • Ein anderer britischer Regisseur, Roland Joffé, galt in den 1980er Jahren als einer der vielversprechendsten Filmemacher, nachdem er mit seinem erschütternden Anti-Kriegsdrama "Killing Fields" und dem Historienfilm "Mission" (die zusammen vier OSCARs gewannen) einen bleibenden Eindruck hinterließ. Leider konnte er die ihn nicht gesetzten Hoffnungen nicht wirklich erfüllen, denn seine späteren Werke wie die ziemlich uninspirierte Literaturadaption "Der scharlachrote Buchstabe", der generische Horrorfilm "Captivity" oder das Kriegsdrama "There Be Dragons" ließen qualitativ viel zu wünschen übrig und kamen nach der Jahrtausendwende oft gar nicht mehr in die Kinos. Dennoch ist ja Hoffnung immer erlaubt, und sein neues Projekt "The Archbishop and the Antichrist" klingt zumindest interessant. Erzählt wird auf der Grundlage eines Theaterstücks von Michael Ashton die von wahren Geschehnissen inspirierte Geschichte des Zusammentreffens des südafrikanischen Friedensnobelpreisträgers Desmond Tutu und des zu lebenslanger Haft verurteilen rassistischen Serienmörders Piet Blomfield nach Ende der Apartheid. Der OSCAR-Gewinner Forest Whitaker ("Der Butler") wird den damaligen Erzbischof verkörpern, der die "Wahrheits- und Versöhnungskommission" anführte und in dieser Funktion auf den reuigen Killer Blomfield traf. Den wird ungewöhnlicherweise der eigentliche Komödienspezialist Vince Vaughn ("Mr. & Mrs. Smith") spielen. Joffé hat das Drehbuch gemeinsam mit dem Autor der Theatervorlage verfaßt; die Produktion soll Anfang nächsten Jahres beginnen, was für einen Kinostart im Herbst 2016 sprechen würde.

  • Zugegeben, die bisherige Bilanz des 39-jährigen US-Regisseurs Jeff Wadlow liest sich nicht übermäßig beeindruckend: Der Horrorfilm "Cry_Wolf", das Sportdrama "The Fighters" und die Action-Fortsetzung "Kick-Ass 2" kamen qualitativ kaum über Durchschnitt hinaus und konnten auch nicht allzu viele Zuschauer in die Kinos locken. Dennoch gelang es Wadlow, für seinen nächsten Film eine beeindruckende Besetzung zusammenzustellen: In dem Action-Thriller "The Hitman's Bodyguard" spielt Ryan Reynolds ("The Voices") einen der renommiertesten Bodyguards auf der Welt, der ausgerechnet von seinem Erzfeind, einem Auftragskiller, angeheuert wird. Diesen Killer wird Samuel L. Jackson ("Django Unchained") verkörpern, während Gary Oldman ("Dame, König, As, Spion") den Bösewicht der Geschichte mimt, der Reynolds und Jackson zur Zusammenarbeit zwingt. Das Drehbuch stammt von Newcomer Tom O'Connor, der bislang lediglich das Skript zu dem unbekannten Feuerwehr-Actionfilm "Fire with Fire" (mit Bruce Willis) verfaßte. Die Dreharbeiten sollen im April beginnen und in Großbritannien, Bulgarien und den Niederlanden stattfinden. Mit dem Kinostart rechne ich Anfang 2017.

  • Zu den großen Filmklassikern der 1970er Jahre zählt ohne jeden Zweifel Alan J. Pakulas Journalismus-Thriller "Die Unbestechlichen". Darin agieren Robert Redford und Dustin Hoffman als die beiden investigativen "Washington Post"-Journalisten Bob Woodward und Carl Bernstein, die mit Hilfe eines sich selbst "Deep Throat" nennenden Whistleblowers den Watergate-Skandal aufdecken, der letztlich zum Rücktritt von US-Präsident Richard Nixon führte. Die brennende Frage, wer dieser "Deep Throat" ist, konnte der Film nicht beantworten, da es schlicht und ergreifend niemand wußte (obwohl es natürlich zahlreiche Spekulationen gab). Erst 2005 gab der frühere FBI-Agent Mark Felt im Alter von 92 Jahren öffentlich zu, daß er "Deep Throat" war. Drei Jahre später starb er, nun wird seine Rolle in der Watergate-Affäre von Regisseur Peter Landesman verfilmt, der mit seinem Drama "Parkland" über die Ermordung John F. Kennedys bereits Erfahrung mit brisanten politischen Stoffen gesammelt hat. "Parkland" war zwar ein ziemlich mediokrer Film, doch aktuell gilt Landesman sogar als OSCAR-Kandidat für sein ungewöhnliches Football-Drama "Concussion" mit Will Smith, in dem es um die gesundheitlichen Langzeitfolgen der Akteure in diesem harten Sport geht. Die Hoffnung auf einen guten Film besteht für "Felt" also absolut, zumal die Thematik, die Landesman selbst in ein Drehbuch gearbeitet hat, absolut das Zeug hat für einen spannenden Spionage-Thriller. Liam Neeson ("The Grey") wurde als Mark Felt besetzt, während Diane Lane ("Man of Steel") seine Frau spielt und Jason Bateman ("Kill the Boss") einen FBI-Agenten, für den Felt wie ein Mentor ist. Die Dreharbeiten sollen im März loslegen, was in diesem Fall für einen Kinostart Ende 2016 sprechen dürfte (falls der Film gut genug ausfällt, um Teil der Awards Season zu werden).

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