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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Montag, 10. November 2014

Neues aus Hollywood (45/2014)

In der letzten Woche gab es reichlich Neuigkeiten, was unter anderem damit zusammenhängt, daß der "American Film Market" (AFM) stattfand, bei dem die u.a. Vertriebsrechte künftiger Filme möglichst teuer verkauft werden. Zuerst soll jedoch nicht unerwähnt bleiben, daß die Produktion zweier von vielen Fans heiß erwarteter Fortsetzungen bekanntgegeben wurde, über die es aber noch keine näheren Details gibt: Pixar wird 2017 "Toy Story 4" in die Kinos bringen, Regie führt wie bei den ersten beiden Teilen der Reihe John Lasseter; und Regisseur Paul Greengrass und Hauptdarsteller Matt Damon sind bereit für einen vierten Jason Bourne-Agententhriller. Vermutlich wird er den Startplatz im Jahr 2016 einnehmen, der eigentlich für die Fortsetzung von "Das Bourne Vermächtnis" mit Jeremy Renner eingeplant war, die dafür um ein oder zwei Jahre verschoben werden dürfte. Und damit zu den eigentlichen Meldungen dieser Woche, angefangen mit dem Highlight des AFM:

  • Quentin Tarantinos neunter Kinofilm (wenn man die beiden "Kill Bill"-Teile extra zählt) hat schon lange vor Drehbeginn für mehr Schlagzeilen gesorgt als alle seine vorherigen Werke. Das lag vor allem daran, daß sein Drehbuch zu "The Hateful Eight" – seinem zweiten Western nacheinander – Anfang 2014 illegal im Internet veröffentlicht wurde. Der temperamentvolle Tarantino war nachvollziehbarerweise stinksauer, schließlich hatte er das Manuskript lediglich einer Handvoll befreundeten Schauspielern anvertraut (man vermutet, daß einer davon es seinem Agenten gab und es so irgendwie "leakte"). Tarantino verklagte die Filmseite, die das Drehbuch veröffentlicht hatte (allerdings erfolglos) und gab bekannt, den Film nun nicht mehr drehen zu wollen. Allerdings konnte man recht schnell erkennen, daß Tarantino das Projekt doch nicht so richtig loslassen konnte oder wollte; spätestens als er im April in einem kleinen Theater befreundete Darsteller die Geschichte vorlesen ließ, war eigentlich klar, daß recht bald ein Film folgen würde. Und so kam es dann auch, denn in der letzten Woche wurde die Besetzung offiziell bekanntgegeben, die Dreharbeiten sollen Anfang 2015 beginnen. "The Hateful Eight" spielt wenige Jahre nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkrieges (also in den 1870er Jahren) im winterlichen Wyoming und handelt von dem Kopfgeldjäger John Ruth (Kurt Russell, "Miracle"), der die flüchtige Daisy Domergue (Jennifer Jason Leigh, "Dolores", "Road to Perdition") ins Gefängnis bringen will, als sie von einem Schneesturm überrascht werden. Gemeinsam mit einem weiteren Kopfgeldjäger (Samuel L. Jackson, "Captain America 2") und dem neuen Sheriff (Walton Goggins, "Lincoln") von Ruths Zielort Red Rock suchen sie Zuflucht in einer Postkutschenstation an einem Bergpaß, in der sie auf vier weitere Männer treffen: Bob (Demian Bichir, "Savages"), der die verreiste Betreiberin der Station vertritt; Oswaldo (Tim Roth, "Der unglaubliche Hulk"), den Henker von Red Rock; den Cowboy Joe (Michael Madsen, "Kill Bill"); und den ergrauten konföderierten General Sanford Smithers (Bruce Dern, "Nebraska"). In einer noch unbekannten Rolle wird zudem Channing Tatum ("21 Jump Street") zu sehen sein, Christoph Waltz ("Inglourious Basterds", "Django Unchained") hingegen ist dieses Mal leider nicht dabei (es sei denn, er bekommt noch ein Cameo). Der Kinostart von "The Hateful Eight" ist für Ende 2015 geplant.

  • Vor zwei Jahren hat der eigenwillige Independent-Filmer Harmony Korine mit dem etwas anderen Collegefilm "Spring Breakers" seinen bislang größten Hit gelandet, der vor allem bei den Kritikern gut ankam. Die daraus resultierende öffentliche Aufmerksamkeit hat er nun zumindest schon einmal genutzt, um für sein nächstes Projekt zwei etablierte Stars zu engagieren: Benicio Del Toro ("Guardians of the Galaxy") und Jamie Foxx ("Collateral"). In dem Rache-Thriller "The Trap" geht es um zwei Kindheitsfreunde, die sich sehr unterschiedlich entwickeln: Der eine jagt von einem beruflichen Erfolg zum nächsten, der andere sitzt die meiste Zeit über im Knast. Als letzterer entlassen wird, will er sich rächen. Man kann wohl davon ausgehen, daß Del Toro und Foxx diese beiden Hauptfiguren verkörpern werden, aber abgesehen von der kurzen Inhaltsbeschreibung gibt es bisher nur wenige Details zu "The Trap". Korine hat jedenfalls auch das Drehbuch geschrieben, die Produktion soll Anfang 2015 beginnen. Somit ist auch hier mit einem Kinostart in der zweiten Jahreshälfte 2015 zu rechnen.

  • Das schräge Zusammentreffen zweier sehr bekannter historischer Persönlichkeiten steht im Zentrum des Drehbuch-Debüts von Schauspieler Cary Elwes ("Die Braut des Prinzen", "Robin Hood – Helden in Strumpfhosen"): "Elvis & Nixon". Am 21. Dezember 1970 erschien Elvis Presley höchstpersönlich im Weißen Haus und bat um eine Unterredung mit US-Präsident Richard Nixon. Sie wurde ihm gewährt, und Elvis betonte wortreich seine patriotische Einstellung und seine Verachtung gegenüber der Hippie-Szene und Drogenmißbrauch. Deshalb bat er darum, zu einem Undercover-Agenten der Anti-Drogenbehörde gemacht zu werden. Nixon fand das Ansinnen wohl eher merkwürdig, unter anderem wegen Elvis' freundschaftlicher Verbindung zu den Beatles (deren Drogenkonsum kein Geheimnis war); dennoch erhielt der King of Rock 'n' Roll nach dem Treffen ein Abzeichen der Behörde und war damit so eine Art "Ehren-Drogenfahnder". Eine derart bizarre Geschichte über zwei so berühmte Männer muß natürlich ins Blickfeld von Hollywood rücken, was nun endlich geschehen ist. Die Independent-Regisseurin Liza Johnson ("Hateship Loveship") wird die Regie übernehmen, das Drehbuch hat Cary Elwes gemeinsam mit Hanala und Joey Sagal geschrieben, die zusätzlich als Produzenten involviert sind und kleine Rollen vor der Kamera übernehmen werden. Für die Hauptrollen konnten echte Hochkaräter gewonnen werden (die witzigerweise beide ehemalige Superman-Antagonisten sind): Kevin Spacey ("Superman Returns") wird Nixon verkörpern, Michael Shannon ("Man of Steel") den "King". Da "Elvis & Nixon" auf dem American Film Market noch nach zusätzlichen Geldgebern Ausschau hielt, ist der Dreh- wie auch der Kinostart noch nicht klar. Sollte die Finanzierung aber bald gesichert werden können, erscheint ein Beginn der Produktion im Frühjahr 2015 realistisch.

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