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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Dienstag, 24. Juni 2014

FINAL DESTINATION 3 (2006)

Regie: James Wong, Drehbuch: Glen Morgan und James Wong, Musik: Shirley Walker
Darsteller: Mary Elizabeth Winstead, Ryan Merriman, Kris Lemche, Sam Easton, Jesse Moss, Alexz Johnson, Texas Battle, Gina Holden, Crystal Lowe, Chelan Simmons, Amanda Crew
 Final Destination 3
(2006) on IMDb Rotten Tomatoes: 43% (5,0); weltweites Einspielergebnis: $117,7 Mio.
FSK: 18, Dauer: 93 Minuten.
Als High School-Absolventin Wendy (Mary Elizabeth Winstead, "Stirb Langsam 4.0") mit ihren Freunden einen Vergnügungspark besucht, überkommt sie unvermittelt eine Vision, der zufolge sie alle bei der Fahrt mit der Achterbahn, die sie soeben absolvieren wollen, sterben werden. Panisch verläßt sie die Achterbahn im letzten Moment, einige weitere Passagiere folgen ihr alarmiert. Die übrigen, darunter Wendys beste Freundin, bleiben sitzen, starten die Fahrt – und kommen allesamt ums Leben, als die Achterbahn tatsächlich spektakulär entgleist. Doch die durch Wendys Vision unverhofft Geretteten sind noch lange nicht in Sicherheit, denn einer nach dem anderen scheinen sie grausamen, tödlichen Unglücksfällen zum Opfer zu fallen …

Kritik:
Nachdem sie den zweiten Teil der schön boshaften Filmreihe um den rachsüchtigen Tod aus Zeitgründen Regisseur David R. Ellis ("Snakes on a Plane", "Final Call") übernehmen ließen – der seine Sache erfreulich gut machte –, zeichnen bei "Final Destination 3" wieder die Schöpfer der Reihe, Glen Morgan und James Wong (die u.a. die ebenso kultige wie kurzlebige Science Fiction-Serie "Space 2063" konzipierten und auch an "Akte X" und "Millennium" beteiligt waren) verantwortlich für Regie, Drehbuch und Produktion. Also ein sicheres Zeichen für einen weiteren spannenden und unterhaltsamen "Final Destination"-Film? Leider nur bedingt, denn irgendwo auf der Wegstrecke scheinen Wong und Morgan die Ideen abhanden gekommen zu sein.

"Final Destination" lebte ja vor allem von der originellen Prämisse des Todes, der sich seine ihm zunächst durch eine vorwarnende Vision "unfair" entgangenen Opfer nach und nach einzeln holt. "Final Destination 2" baute diese Story behutsam, aber effektiv aus und konnte zudem noch stärker mit den wunderbar fies und überraschend inszenierten Todesarten punkten. "Final Destination 3" stellt dagegen inhaltlich wie auch qualitativ einen deutlichen Rückschritt dar. Die Ausgangs-Idee ist inzwischen nicht mehr allzu originell, weshalb es um so wichtiger gewesen wäre, neue Einfälle und Storyelemente einzubringen. Das ist jedoch, anders als im zweiten Teil, nicht geschehen. Weite Teile des Films wirken sogar fast wie ein Remake des Originals – nur mit uninteressanteren Figuren, auch die Todesfälle werden erst gegen Ende richtig perfide und interessant.

In der ersten Stunde fühlt sich "Final Destination 2" mitunter eher wie eine mittelmäßige Teenie-Komödie an als wie ein schwarzhumoriger Horrorfilm. Womit wir schon beim nächsten großen Kritikpunkt wären: Die potentiellen Opfer des Todes sind dieses Mal fast ausschließlich Jugendliche. In den ersten beiden Teilen waren ja auch Erwachsene involviert, was für eine gewisse Abwechslung gerade in der Figurenzeichnung sorgte, "Final Destination 3" setzt dagegen voll auf die Teenie-Karte. Das macht den Film objektiv betrachtet nicht wirklich schlechter, ist aber doch ein wenig ärgerlich und engt schlicht die Zielgruppe ein. Zugegeben, diese Art Film spricht in der Regel sowieso vorrangig ein junges Publikum an, aber es gibt wahrlich genügend ältere Genrefans, die ebenfalls großes Vergnügen daran finden. Wenn die Besetzung aber fast vollständig aus Jugendlichen zusammengesetzt ist, dann fehlen einfach die Identifikationsfiguren. Zumal, wenn diese Teenager so klischeehaft und weitgehend frei von Ecken und Kanten gestaltet sind wie hier (und in den nächsten beiden Teilen der Reihe).

Ebenso bedauerlich ist die fahrlässig vergebene Möglichkeit, mehr inhaltliche Parallelen und Anspielungen zu den vorherigen Filmen in die dünne Handlung einzubauen, um so eine größere inhaltliche Kohärenz der Reihe herzustellen. Während das Flugzeugunglück des ersten Teils immerhin erwähnt wird, werden die Geschehnisse des zweiten Teils komplett verschwiegen (vielleicht, weil er eben nicht von Wong und Morgan stammt?). Selbst Genre-Veteran Tony "Candyman" Todd, der als einziger Darsteller an allen fünf bis zum Jahr 2011 gedrehten "Final Destionation"-Filmen beteiligt war, hat hier keinen Auftritt vor der Kamera – ist aber (in der Originalfassung) wenigstens zu hören, wie ich anhand des Abspanns feststellte ...

Kurz gesagt: Eine Stunde lang habe ich mich mit "Final Destination 3" gepflegt gelangweilt. Das anfängliche Achterbahnunglück ist zwar rasant inszeniert und später gibt es zumindest ein paar gelungene Gags, aber insgesamt dominiert das Mittelmaß. Erst in den letzten 30 Minuten nimmt die Geschichte endlich Fahrt auf und dann macht der Film auch plötzlich wieder ähnlich viel Spaß wie seine beiden Vorgänger. Aber eben leider nur im letzen Drittel, was für eine gute Gesamtwertung definitiv zu wenig ist.

Fazit: "Final Destination 3" ist eine über weite Strecken einfallslose Fortführung der beliebten schwarzhumorigen Horrorreihe – der finale Akt ist gelungen, doch davor langweilen eine Stunde lang farblose Teenie-Charaktere und lahme Dialoge.

Wertung: Knapp 6 Punkte (5 für die ersten zwei Drittel, 7,5 für das letzte).


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