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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Montag, 23. Juni 2014

Neues aus Hollywood (25/2014)

Die drei interessantesten Film-Meldungen der vergangenen Woche:

  • Schon seit vielen Jahren dreht OSCAR-Gewinner Nicolas Cage ("Leaving Las Vegas") so viele Filme, daß man sich des Eindrucks kaum erwehren kann, er habe die Fähigkeit verloren, ein ihm angebotenes Drehbuch abzulehnen – ein Eindruck, der sich verstärkt, wenn man sieht, welche Gurken teilweise darunter sind. Da übersieht man leicht, daß sich ab und zu doch ein kleines Juwel oder zumindest ein Halbedelstein dazwischenschmuggelt, beispielsweise "Kick-Ass" oder das (in Deutschland noch nicht erschienene) Drama "Joe". Viele seiner kommenden, teilweise bereits abgedrehten Projekte zählen eher zur nicht so vielversprechenden Kategorie, doch eines davon könnte wieder einmal gehobenen Qualitätsansprüchen genügen: das Polit-Drama "The Runner". Das Langfilmdebüt des bislang vorrangig als Independent-Produzent tätigen Regisseurs und Drehbuch-Autors Austin Stark (der u.a. "Happythankyoumoreplease" co-finanzierte, das mit viel Lob bedachte Regiedebüt von "How I Met Your Mother"-Hauptdarsteller Josh Radnor) befaßt sich jedenfalls mit einer interessanten Thematik, denn es geht um die Nachwehen der von BP im Jahr 2010 vor der US-Küste verschuldeten Ölkatastrophe, die vor allem auf die regionale Wirtschaft große negative Auswirkungen hatte. Nicolas Cage wird den idealistischen, aber charakterlich nicht allzu gefestigten Kongreß-Abgeordneten für New Orleans Colin Price spielen, dessen Polit-Karriere nach einem Sex-Skandal ebenso am Ende zu sein scheint wie sein Familienleben. Die Dänin Connie Nielsen ("Gladiator") verkörpert seine Ehefrau, eine erfolg- und einflußreiche Anwältin mit eigenen politischen Ambitionen, Peter Fonda ("Easy Rider", neben Cage spielte er bereits in der eher mißglückten Comic-Verfilmung "Ghost Rider") seinen Vater, den früheren Bürgermeister von New Orleans. Ebenfalls mit von der Partie sind Bryan Batt (TV-Serie "Mad Men") als steinreicher Unterstützer der Ölbranche, Wendell Pierce ("Parker") als Colins Stabschef und Sarah Paulson ("12 Years a Slave") als seine PR-Beraterin. Die Dreharbeiten in New Orleans sollen noch diesen Monat beginnen, in die US-Kinos soll "The Runner" Anfang 2015 kommen.

  • Seit über zehn Jahren bereits will der australische Regisseur Philip Noyce ("Salt", "Der stille Amerikaner") den Roman "Amerikanisches Idyll" von Pulitzer-Preisträger Philip Roth verfilmen. Nach eigener Aussage dauerte es vor allem deshalb so lange, weil er unbedingt genau den richtigen Hauptdarsteller finden wollte. Wenn man sich die mit nicht allzu viel Kritiker-Wohlwollen aufgenommenen Kino-Adaptionen anderer Werke von Philip Roth anschaut ("Der menschliche Makel", "Elegy"), sollte eine gute Drehbuch-Adaption allerdings noch wichtiger sein, schließlich fehlt bislang ein überzeugender Nachweis, daß sich die Bücher des gefeierten US-Autors wirklich für Verfilmungen eignen. In diesem Fall hat sich John Romano der schwierigen Aufgabe angenommen, der häufig als Produzent und/oder Autor von TV-Serien wie "In Plain Sight", "Allein gegen die Zukunft" oder "The Beast" in Erscheinung trat und tritt, aber auch bereits die Manuskripte zu Filmen wie "Der Mandant" oder "Das Lächeln der Sterne" beisteuerte. "American Pastoral", so der Originaltitel des Romans, spielt während der Präsidentschaft von Lyndon B. Johnson in den 1960er Jahren in New Jersey, wo der blonde jüdische Geschäftsmann Seymour "der Schwede" Levov eigentlich ein zufriedenes, erfolgreiches Leben lebt, bis seine 17-jährige Tochter Mary aus Protest gegen den Vietnam-Krieg einen Bombenanschlag auf ein Postamt ausführt, bei dem ein Mensch stirbt. Auf der Suche nach der untergetauchten Mary muß sich Seymour mit der nagenden Frage auseinandersetzen, ob er in seinem so typisch amerikanischen Leben nicht doch wesentlich mehr falsch gemacht hat als er dachte. In Ex-Jediritter Ewan McGregor ("Lachsfischen im Jemen") meint Noyce nun die perfekte Besetzung für die Rolle des "Schweden" gefunden zu haben, weshalb die Story ab Anfang 2015 vor die Kameras gehen soll. Entsprechend dürfte ein Kinostart nicht vor Herbst 2015 zu erwarten sein.

  • Nachdem die neuen "Star Wars"-Filme zuletzt vor allem für negative Schlagzeilen sorgten, weil sich Hauptdarsteller Harrison Ford bei einem Setunfall das Bein brach, gibt es nun wieder positive Nachrichten. Ausgesprochen positive sogar, wie ich finde, denn während ja momentan "Star Trek"-Regisseur J.J. Abrams mit "Episode VII" beschäftigt ist, hat Disney nun den Drehbuch-Autor und Regisseur für "Episode VIII" und vielleicht sogar "Episode IX" verpflichtet: Rian Johnson. Der Name mag vielen Zuschauern noch kein echter Begriff sein, aber bereits seit seinem brillanten Low Budget-Debüt mit dem melanchoischen Highschool-Film noir "Brick" (der nicht zuletzt Joseph Gordon-Levitts große Karriere entscheidend beflügelte) im Jahr 2005 bin ich ein großer Fan Johnsons. Seine beiden folgenden Filme, die Gauner-Tragikomödie "Brothers Bloom" und den ausgeklügelten SF-Actionthriller "Looper", verehre ich zwar nicht ganz so sehr wie "Brick", sie haben aber auf jeden Fall bewiesen, daß Rian Johnson alles andere als eine Eintagsfliege ist. Daß er nun an der neuen "Star Wars"-Trilogie maßgeblich beteiligt sein wird, ist eine Wahl, die meine Erwartungen an die Filme noch einmal ganz erheblich steigert. Offiziell wurde Johnsons Mitwirkung zwar noch nicht bekanntgegeben, sie soll aber sicher sein. Unterschiedliche Informationen gibt es lediglich darüber, ob er tatsächlich Teil 8 und 9 inszenieren oder ob er beim Trilogie-Abschluß "nur" für die Story verantwortlich sein soll. Ein bißchen Zeit für eine finale Entscheidung haben die Verantwortlichen noch, schließlich soll "Episode VIII" nach der aktuellen Planung erst Weihnachten 2017 in die Lichtspielhäuser kommen, "Episode IX" gar erst Weihnachten 2019 ...

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