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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Donnerstag, 4. Juli 2013

BLACK SNAKE MOAN (2006)

Regie und Drehbuch: Craig Brewer, Musik: Scott Bomar
Darsteller: Christina Ricci, Samuel L. Jackson, Justin Timberlake, S. Epatha Merkerson, John Cothran Jr., Michael Raymond-James, David Banner, Kim Richards
 Black Snake Moan
(2006) on IMDb Rotten Tomatoes: 66% (6,4); weltweites Einspielergebnis: $10,9 Mio.
FSK: 16, Dauer: 115 Minuten.

Der gläubige Farmer und Blues-Sänger Lazarus (Samuel L. Jackson, "Django Unchained") ist völlig fertig, als er von seiner geliebten Frau verlassen wird, die eine Affäre mit Lazarus' Bruder hat. Da erscheint es ihm wie eine Botschaft Gottes, als er eines Tages quasi direkt vor seiner Haustür eine bewußtlose, halbnackte und übel zusammengeschlagene junge Weiße (Christina Ricci, "Speed Racer") findet. Er bringt sie in sein Haus und päppelt sie fürsorglich auf. Als er herausfindet, daß die Kleine namens Rae eine Art verlorene, sexsüchtige Seele ist, entschließt er sich, sie zu heilen – ob sie nun will oder nicht ...

Kritik:
Nach dem Überraschungserfolg seines 2006 mit einem OSCAR ausgezeichneten Kino-Debüts "Hustle & Flow" wagte sich Regisseur Craig Brewer kurze Zeit später erneut an einen Film, in dem die Musik eine entscheidende Rolle spielt: Lazarus' Bemühungen, der zunächst unwilligen Rae zu helfen, erinnern beinahe an einen Exorzismus – mit der Gitarre und (von Jackson hervorragend vorgetragenen) Blues-Songs als Hilfsmitteln! Dieses unkonventionelle Vorgehen funktioniert einwandfrei, denn obwohl "Black Snake Moan" eine weitgehend vorhersehbare und phasenweise recht deprimierende Geschichte erzählt, bereitet der Film dank der grandiosen Musik sowie der leidenschaftlichen Darstellung der beiden zentralen Figuren durch Samuel L. Jackson und Christina Ricci viel Freude.

Der Storyverlauf entwickelt sich trotz der Sache mit der Nymphomanie ingesamt erfreulich wenig sensationsheischend, auch umschifft Brewer fast alle Klischees, deren Vorhandensein man angesichts der Prämisse und des recht provokanten Filmposters (halbnackte weiße Frau, angekettet von großem schwarzen Mann ...) hatte befürchten können. Die Handlung wird von Brewer, wenn auch mit wenigen Überraschungen, überzeugend und konsequent vorangetrieben und läßt dabei den beiden groß aufspielenden Hauptdarstellern viel Raum zur Entfaltung. Justin Timberlake ("The Social Network") in der wichtigsten Nebenrolle als Raes Freund Ronnie, der als Soldat in den Irak zieht, verblaßt im Vergleich ein wenig, macht seine Sache aber ebenfalls sehr ordentlich.

Die Zuordnung von "Black Snake Moan" zu einem bestimmten Genre fällt gar nicht so leicht. In den meisten Kritiken ist von einem Südstaaten-Drama die Rede, aber wenngleich das ohne Frage eine zutreffende Kategorisierung ist, wirkt Brewers Film phasenweise fast märchenhaft. Ein wenig so wie es Benh Zeitlins Indie-Hit "Beasts of the Southern Wild" aus dem Jahr 2012 zugeschrieben wird (den ich persönlich aber deutlich schlechter finde). Die Geschichte von Sühne und Erlösung, die "Black Snake Moan" erzählt, mag vielleicht ein wenig naiv sein, aber das macht sie nicht weniger herzerwärmend.

Fazit: "Black Snake Moan" ist eine in den amerikanischen Südstaaten spielende Außenseiter-Ballade, die mit einer nur auf den ersten Blick spektakulären, in Wirklichkeit recht konventionell erzählten Story zwar keine Begeisterungsstürme auslöst, aber dank großartiger Leistungen von Christina Ricci und Samuel L. Jackson sowie der mitten ins Mark treffenden Blues-Musik positiv in Erinnerung bleibt.

Wertung: 7,5 Punkte.


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