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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

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Montag, 12. November 2012

Neues aus Hollywood (45/2012)

Derzeit scheint sich in der Filmbranche fast alles nur um "Star Wars" und James Bond zu drehen, das wirkt sich natürlich auch auf diese wöchentliche Rubrik aus:

- Seit vor knapp zwei Wochen der Verkauf von Lucasfilm an Disney und damit einhergehend die Produktion weiterer "Star Wars"-Filme bekanntgegeben wurde, überschlagen sich nur wenig überraschend die Gerüchte und Spekulationen. Nun gibt es immerhin eine erste Tatsache: Der bekennende "Star Wars"-Fan Michael Arndt präsentierte vergangene Woche den Produzenten einen detaillierten, knapp 50-seitigen Storyentwurf und hat damit offenbar Eindruck gemacht, denn am Freitag wurde er offiziell als Drehbuch-Autor für Episode VII benannt. Und er ist eine durchaus vielversprechende Wahl, denn mit seinen Skripts für "Little Miss Sunshine" (für das er den OSCAR gewann) und "Toy Story 3" (OSCAR-Nominierung) konnte er bereits eindrucksvoll nachweisen, daß er großes Kino für die ganze Familie erschaffen kann. Zuletzt hat er das Drehbuch für die kommende "Die Tribute von Panem"-Fortsetzung "Catching Fire" verfaßt.
Details zu Arndts Ideen für die für 2015 geplante "Star Wars"-Fortsetzung wurden noch nicht offiziell verlautbart, es halten sich jedoch hartnäckig Gerüchte, wonach Luke Skywalker, Prinzessin Leia und Han Solo eine Rolle darin spielen – und da deren Darsteller Mark Hamill, Carrie Fisher und sogar Harrison Ford (der sich eigentlich oft über die Filme beschwert) ihre grundsätzliche Bereitschaft zur Mitwirkung kundgetan haben, könnte das durchaus etwas werden. Anzunehmen ist aber sicherlich, daß sie eher Nebenrollen spielen würden.
Die Suche nach einem geeigneten Regisseur für den Film erinnert derweil stark an das "Moderatorencasting" für "Wetten, dass ..?" nach dem Abgang von Thomas Gottschalk: Die Medien bringen so ziemlich jeden ins Spiel, der schon einmal eine Filmkamera in der Hand hielt und die Fans wollen per Internet ihre persönlichen Lieblinge ins Spiel bringen, von denen etliche aber bereits vorsorglich absagen, bevor sie überhaupt gefragt werden können. Letztere Gruppe umfaßt so illustre Namen wie Steven Spielberg, Quentin Tarantino und "300"-Regisseur Zack Snyder. Zu den verbliebenen, nach diversen Medienberichten angeblich aussichtsreichen Kandidaten zählen u.a. Matthew Vaughn ("X-Men: Erste Entscheidung"), Brad Bird ("Mission: Impossible – Phantom Protokoll") und J.J. Abrams ("Star Trek"). Wetten, daß es am Ende aber doch jemand wird, den momentan kaum jemand auf der Rechnung hat?

- Von einem der vermutlich teuersten Filme aller Zeiten zu einem deutlich günstigeren Projekt: OSCAR-Gewinner Tim Robbins ist noch immer vor allem als Darsteller in modernen Klassikern wie "Die Verurteilten" oder "Mystic River" bekannt, doch auch als Regisseur hat er in den 1990er Jahren mit der bitterbösen Politsatire "Bob Roberts" und dem Todesstrafen-Drama "Dead Man Walking" auf sich aufmerksam gemacht. Nachdem seine letzte Kino-Regiearbeit "Das schwankende Schiff" 1999 ziemlich floppte, konzentrierte er sich wieder verstärkt auf die Schauspielerei, doch durch die Inszenierung zweier Episoden der HBO-Serie "Treme" in den Jahren 2011 und 2012 kam er wohl wieder auf den Geschmack: Bei der schwarzen Komödie "Man Under" wird er jedenfalls sowohl Regie als auch männliche Hauptrolle übernehmen. In der unabhängig finanzierten Produktion, die laut offizieller Mitteilung an Werke wie "American Beauty" oder "Die Royal Tenenbaums" erinnern soll, geht es um eine dysfunktionale New Yorker Familie, deren Leben gewaltig durcheinandergebracht wird, als sie durch ein im berühmten Museum of Modern Art präsentiertes Foto zu nationaler Berühmtheit gelangt. Das Drehbuch stammt von Ann Cherkis, die bislang lediglich am Skript zu dem romantischen Drama "In deiner Haut" mit David Duchovny und Lili Taylor beteiligt war. Robbins wird den Vater verkörpern, die weiteren Rollen der zentralen Familie gingen an Michelle Pfeiffer ("Gefährliche Liebschaften", "Scarface") und Chloë Grace Moretz ("Hugo Cabret", "(500) Days of Summer"), die kurioserweise bereits kürzlich in Tim Burtons "Dark Shadows" Mutter und Tochter spielten. Wann die Dreharbeiten zu "Man Under" beginnen sollen, wurde noch nicht bekanntgegeben, ergo gibt es auch keine Informationen, für wann der Kinostart geplant ist.

- Abschließend soll nicht unerwähnt bleiben, daß das 23. Bond-Abenteuer an den weltweiten Kinokassen weiterhin von Erfolg zu Erfolg eilt: In Großbritannien ist "Skyfall" nach drei Wochen bereits der nach (nicht inflationsbereinigtem) Umsatz fünfterfolgreichste Film aller Zeiten (hinter "Avatar", "Titanic", "Toy Story 3" und "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2"), in Deutschland legte er vergangene Woche mit mehr als zwei Millionen Zuschauern (inklusive Previews) das beste Startwochenende des Jahres 2012 hin. Und nun kann "Skyfall" auch beim leicht verspäteten Start in den USA mit rund $90 Mio. den sogar inflationsbereinigt mit Abstand besten Start in der 50-jährigen Geschichte der Reihe vorweisen. Das globale Einspielergebnis hat inzwischen locker die $500-Mio.-Marke überschritten und angesichts der bisher gezeigten sensationellen Standfestigkeit sehe ich selbst die Milliardengrenze als keineswegs utopisches Ziel an. Es läßt sich wohl nicht anders formulieren: "Skyfall" rocks!

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