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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Montag, 6. August 2012

Neues aus Hollywood (31/2012)

Drei für Filmfans interessante Entwicklungen aus der letzten Woche:

- Als der neuseeländische Regisseur Peter Jackson vor wenigen Wochen auf der berühmten Comic-Con in San Diego über seine Überlegungen sprach, es bei seiner Verfilmung von J.R.R. Tolkiens "Der Herr der Ringe"-Vorgeschichte "Der Hobbit" nicht bei zwei Teilen zu belassen, sondern mittels umfangreicher Nachdrehs sogar noch einen dritten Film zu verwirklichen, glaubte kaum jemand, daß dies tatsächlich eintreffen würde. Doch weit gefehlt, denn bereits Anfang letzter Woche wurde hochoffiziell der dritte "Hobbit"-Film verkündet, der im Sommer 2014 und damit ein halbes Jahr nach dem zweiten Teil in die weltweiten Kinos kommen soll. Ungeteilte Begeisterung löste diese Entscheidung jedoch nicht aus, da manche sich fragen, wie man aus einem vergleichsweise schmalen, ursprünglich für Kinder gedachten Buch wie dem "Hobbit" drei lange Kinofilme machen soll. Doch ich teile diese Bedenken nicht. Zwar gibt es bislang noch keine genaueren Informationen über den Inhalt des dritten Films, aber er wird aller Voraussicht nach einiges aus den (umfangreichen, in vielen deutschen Ausgaben aber nur auszugsweise oder gar nicht enthaltenen) Anhängen der "Herr der Ringe"-Bücher verwenden. Das eröffnet eigentlich fast unbegrenzte Möglichkeiten, da diese Anhänge, speziell die ersten beiden ("Annalen der Könige und Herrscher" und "Die Aufzählung der Jahre"), zwar sehr karg geschrieben sind, aber jede Menge interessanter Geschichten erwähnen, die Jackson kreativ ausgestalten könnte. Diese Storys sinnvoll in die Haupthandlung einzubetten, mag nicht ganz einfach sein, aber im Zweifelsfall kann ja immer noch Gandalf oder Thorin Eichenschild am abendlichen Lagerfeuer eine Geschichte aus den alten Zeiten erzählen ...
Mir persönlich wäre es zwar noch lieber, wenn Jackson Erzählungen aus Tolkiens Mittelerde-Anthologien wie dem "Silmarillion" oder "Nachrichten aus Mittelerde" filmisch umsetzen würde, aber da deren Rechte komplett bei den Tolkien-Erben liegen und diese mit Jacksons "Herr der Ringe"-Adaption gar nicht zufrieden waren, wird das wohl leider nie geschehen. Angesichts dessen ist ein dritter "Hobbit"-Film wohl das Beste, was man als Fan von Jackson und Tolkien kriegen kann. Zumal die Dreiteilung der Geschichte mit Sicherheit auch dafür sorgen wird, daß die einzelnen Teile nicht wieder drei Stunden oder länger dauern, was so mancher Kinogänger sicherlich begrüßen wird.

- Bill Murray hat ein gutes Jahr: In "Moonrise Kingdom" hat er wie so oft in den Filmen von Wes Anderson als wichtiger Teil eines großartigen Ensembles glänzen können, für seine Rolle als US-Präsident Franklin Delano Roosevelt in Roger Michells ("Notting Hill") noch nicht gestarteter Biopic-/Komödien-Mischung "Hyde Park on Hudson" gilt er sogar als ernsthafter OSCAR-Kandidat. Nun befindet sich Murray in Verhandlungen für die (erwachsene) Hauptrolle in Ted Melfis Tragikomödie "St. Vincent de Van Nuys". Regisseur und Drehbuch-Autor Melfi zeichnete bislang lediglich für ein paar Kurzfilme verantwortlich und ist zudem gelegentlich als Produzent von Independent-Filmen in Erscheinung getreten. So richtig aufmerksam wurde die Filmbranche auf ihn erst, als sein "St. Vincent de Van Nuys" 2011 in die "Black List" der nach Meinung von über 300 Studiomanagern besten noch nicht verfilmten Drehbücher aufgenommen wurde (und genauso viele Stimmen erhielt wie Tarantinos Western "Django Unchained", der in Deutschland Ende Januar 2013 in die Kinos kommen wird). Logischerweise finden etliche Skripte, die in dieser Liste auftauchen, gerade deshalb relativ schnell Käufer beziehungsweise Finanziers. Letzteres geschah offensichtlich bei "St. Vincent de Van Nuys", da Melfi selbst auch die Regie übernehmen darf. Die Synopsis klingt zwar nicht gerade spektakulär – ein Zwölfjähriger zieht mit seiner Familie neben einem ebenso misanthropischen wie leichtlebigen Kriegsveteran und Ruheständler (Murray) ein, der für den Jungen zu "einem unwahrscheinlichen Mentor" wird –, aber die Rolle klingt wie für Murray geschaffen (ähnliche spielte er ja schon in "Lost in Translation" und "Broken Flowers"). Genauere Informationen zum Projekt gibt es noch nicht, ein Kinostart ist damit natürlich auch noch nicht absehbar.

- Nach ihrem letztjährigen Überraschungserfolg mit der derben weiblichen "Hangover"-Variante "Brautalarm" und der in den USA sehr erfolgreichen Sitcom "Mike & Molly" schwimmt Melissa McCarthy weiterhin auf der Erfolgswelle. Ihr nächstes Filmprojekt ist die Buddy-Komödie "The Heat" von "Brautalarm"-Regisseur Paul Feig. Darin wird sie eine unkonventionelle Polizistin aus Boston spielen, die sich mit einer von Sandra Bullock verkörperten, eher steifen FBI-Agentin zusammentun muß. Für die Rolle eines weiteren FBI-Agenten wurde nun der diesjährige OSCAR-Nominee Demián Bichir ("A Better Life") verpflichtet, weiterhin werden u.a. Michael Rapaport ("Cop Land", "Prison Break") und Comedian Michael McDonald ("Mad TV") als Bösewicht mit von der Partie sein. Das ursprüngliche Drehbuch entstammt der Feder von Katie Dippold ("Parks and Recreation", "Mad TV"), wurde aber vom Autoren-Duo Lee Eisenberg und Gene Stupnitsky ("Bad Teacher", "The Office") überarbeitet. Die Dreharbeiten haben vor kurzem begonnen und für den deutschen Kinostart wurde bereits der 1. Mai 2013 festgelegt.

Quellen:

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